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Zeitschrift der Deutschen
Gesellschaft für Mechanik .
Deutsche Gesellschaft für
Mechanik und Optik
i:
oogle
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Deutsche
Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift fUr Instrumentenicunde
und
Organ fQr die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblaff
der
Deutschen Gesellschaff für Mechanik und Optik.
Herausgegeben vom Vorstande der Gesellschaft.
Redaktion: A.. Blaschke in Berlin.
Jahrgang 1906.
Berlin.
Verlag von Julius Springer.
1906.
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Inhaltsverzeichnis.
Seite
Neuere Entwicklung dar nautischen Instrumente. Von E. Kohls chtttt er. 1. 18. 21. 33. 41.
53. 61. 73. 81. 93
Instrumente der Hamburger Sonnenfinstemisexpedition nach Souk-Ahras und die erhaltenen
Aufnahmen. Von A. Schwaßmann 48
Über Zielfemrohre. Von C. Leiß 83. 95
Eine Schaltung von Generatoren zur Erzielung von 5000 Volt Gleichspannung. Von
P. G. Nutting 101
Eine neue Blendeneinrichtung fQr Satzobjektive. Von A. Neu mann 113
Einladung zum 17. Deutschen Mechanikertag 121
Neues Prinzip einer elektrischen Präzisionsuhr. Von K. 8 legi 123
Positions-Lamellenmikrometer. Von C. Leiß 133
Zum 17. Deutschen Mechanikertag. 141
Über private Prüfungsscheine für Thermometer 142
Ein neues Rechenverfahren für Rechenstäbe. Von E. Martiny 143
Lehrplan und Ausrüstung der K. Württ. Fachschule für Feinmechanik, Uhrmacherei und
Elektromechanik in Schwenningen a. N. Von F. Göpel 153.162
Der 17. Deutsche Mechanikertag 161
Einspannfutter für die Drehbank. Von C. Reiche] 178
Zahnräder-Übersetzungen. Von R. Seemann 181
Universal-Femrohrträger mit Horizontal-, Vertikal- und Kippbewegung. Von A. Schütze. 193
Spektrograph. Von K. Siegl 201
Beschreibung eines Deviationsmodelles. Von L. Weber 213
17. Deutscher Mechanikertag in Nürnberg (Protokoll) 220
Denkschrift, betreffend Rezepte für den Gebrauch in präzisionsmeclianischen Werkstätten. 229. 241
Vereins- und Personennachiichten: 6. 17. 25. 36. 45. 55. 65. 75. 97. 103. 115. 124. 134. 145.
156. 165. 177. 185. 195. 202. 216. 231. 242.
Kleinere Mitteünngen: 8. 26. 37. 46. 55. 66. 76. 86. 97. 104. 115. 125. 135. 145. 156. 166. 177.
185. 196. 202. 219. 238.
Glastechnisches: 8. 18. 28. 48. 58. 67. 76. 88. 107. 116. 128. 137. 148. 157. 168. 178. 188. 197.
206. 234.
Bücherschan: 38. 50. 70. 78. 90. 109. 118. 130. 138. 150. 170. 190. 198. 209. 237.
Preislisten: 78. 118. 150. 218.
Patentschan: 11. 31. 39. 51.59.71.79.91.99.110.118. 131. 139. 151. 159. 171. 179. 191. 199.210.
238. 247.
PatentUste: 12. 20. 32. 40. 52. 60. 72. 80. 91. 100. 111. 119. 132. 140. 151. 160. 172. 180. 192.
200. 212. 218. 239. 248.
Gebrauchsmuster für glastechnische Gegenstände: 30. 50. 69. 90. 108. 129. 158. 170. 189.208.
237.
Briefkasten der Redaktion: 40. 140.
Berichtigung: 200.
Zuschriften an die Redaktion: 219.
Namen- und Sachregister: 249.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblaii der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Bedaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 6.
Heft 1. 1. Januar. 1906.
Nachdnick nnr mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
von
Dr. B. Xohlsoliflttar In BerUn.
Als der ehrenvolle Antrag, vor Ihnen über die neuere Entwicklung der nau-
tischen Instrumente zu berichten, an mich herantrat, habe ich nicht ohne Bedenken
diese Aufgabe übernommen. Denn erstens habe ich selbst niemals praktisch navigiert
und habe daher nicht diejenige Urteilsfähigkeit über den praktischen Wert und die
praktische Notwendigkeit der einzelnen neu konstruierten Apparate, die für diesen Vor-
trag erwünscht gewesen wäre; zweitens erstreckt sich mein eigentliches Arbeitsgebiet
nur auf die nautische Astronomie, so daß mir nur die zur astronomischen Navigation
bestimmten Instrumente besonders vertraut sind, also die Gefahr einer gewissen Ein-
seitigkeit meines Referats vorliegt; und drittens ist die Zahl von Vorschlägen und Neue-
rungen auf dem Gebiete des nautischen Instrumentenwesens sehr groß und auf eine
umfangreiche Literatur verteilt, so daß es mir nicht gelungen sein dürfte, in meinen
Aufzählungen Vollständigkeit zu erreichen. Wesentliches, soweit es bereits praktisch
erprobt ist, hoffe ich allerdings nicht übersehen zu haben. — Ich muß daher um die
gütige Nachsicht der Versammlung bitten, wenn meine Darlegungen nicht ganz den an
sie zu stellenden Anforderungen genügen.
Es scheint mir zweckmäßig mit Rücksicht auf die nicht „an de Waterkant '^
wohnenden Herren, mit wenigen Worten die Grundzüge des Verfahrens bei der Navi-
gierung eines Schiffes in Erinnerung zu bringen. Das Verständnis der weiterhin zu be-
sprechenden Instrumente wird dadurch nur gewinnen. Außerdem bekommen wir auf
diese Weise den roten Faden, der uns eine übersichtliche und sinngemäße Einordnung
der einzelnen Apparate ermöglicht.
Navigation ist die Kunst oder, wie von manchen Seiten jetzt gesagt wird, das
Handwerk, ein Schiff wohlbehalten von seinem Ausgangshafen nach dem Bestimmungs-
hafen zu bringen. Dazu ist es nötig, jederzeit das Besteck, d. h. den Schiffsort zu
kennen und ihn auf der Seekarte absetzen, d. h. einzeichnen zu können, um den ein-
zuschlagenden Kurs zu bestimmen und etwa drohenden Gefahren rechtzeitig aus-
zuweichen.
Das hauptsächlichste Mittel, das dem Seemann dafür zu Gebote steht, ist das-
selbe, dessen sich auch der Forschungsreisende in unbekannten Erdteilen bedient und
das im Prinzip auch von dem Landmesser bei Kleinvermessungen angewandt wird, näm-
lich die Feststellung des vom Ausgangshafen an zurückgelegten Weges nach Richtung
und Entfernung. Indem man die einzelnen Strecken dieses Weges rechnerisch oder auf
der Karte fortlaufend aneinanderfügt, kennt man jederzeit den Schiffsort. Die Apparate,
die hierbei gebraucht werden, sind der Kompaß oder seine Ersatzinstrumente für die
Feststellung der Fahrtrichtungen und das Log zur Ermittlung der Geschwindigkeit oder
der zurückgelegten Entfernungen.
Bei größeren Reisen bedarf der auf diese Weise ermittelte Schiffsort, das sog.
gegißte Besteck, aber von Zeit zu Zeit der Kontrolle. Durch Kompaß und Log kann
nämlich nur die in der Kielrichtung liegende Komponente der Bewegung festgestellt
werden, und zwar auch nur derjenigen Bewegung, die das Schiff relativ zum Wasser
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E. Kohltchütter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen lastnimente. UÄeSSnitä.?
Meehanlker-Ztg.
macht. Seitliche Bewegungen, die sog. Abtrift, die durch Wind und Seegang erzeugt
werden, und die Strecken, über die das Schiff durch die Meeresströmungen fortgetragen
wird, die sog. Stromversetsungen, bleiben unbemerkt, wirken aber nichtsdestoweniger
auf den wirklichen Schiffsort ein.
Die daher notwendige Eontrolle liefern auf hoher See astronomische Beobach-
tungen. Aus der Messung von Gestimshöhen über dem Seehorizont oder der Kimm
mittels Sextanten, Oktanten oder Prismenkreisen in Verbindung mit der durch die
Schiffschronometer gelieferten Zeit wird wenigstens einmal täglich, sobald das Wetter es
erlaubt, der wahre Schiffsort festgestellt. Besonders wichtig wird diese Kontrolle, wenn
das Schiff in Nähe von Land kommt, und schließlich für die Ansteuerung des Bestim-
mungsortes oder enger Durchfahrten, wie z. B. des englischen Kanals u. s. w., sind auch
die astronomischen Beobachtungen nicht mehr ausreichend. Der Schiffsort wird, sobald
es möglich ist, durch Anpeilen von Landmarken oder Seezeichen mittels der PeUscheibe
oder des am Kompaß befindlichen Peilapparats, oder durch Messung von Horizontal-
winkeln zwischen solchen Objekten, oder durch Peilen und Entfemungsmessen genauer
ermittelt, bis das Schiff die Tonnen oder die Feuer in Sicht bekommt, die die Einfahrt
in den Bestimmungshafen kennzeichnen, oder bis der Lotse an Bord steigt, der das
Fahrwasser genau kennt.
Häufig werden bei dieser Gelegenheit auch die Lotapparate in Tätigkeit treten,
zumal wenn die Femsicht durch unsichtiges Wetter oder gar Nebel versperrt ist. In
solchen Fällen muß man sich durch Loten und Schallsignale vor gefährlicher Annähe-
rung an Land und andere Fahrzeuge schützen und langsam an die Hafeneinfahrt
heranarbeiten.
Das erste nautische Instrument, das uns bei der soeben gegebenen kurzen
Übersicht begegnete, war der Hichtungsanzeiger oder Kompaß, Diesem Apparate wird
auf den modernen Schiffen das Leben so sauer wie möglich gemacht, überall hat er
gegen seine ärgsten Feinde, Eisen imd Stahl, anzukämpfen, und auf den Kriegsschiffen
ist er in den Kommandotürmen und Gefechtssteuerstellen unter Deck sogar von dicken
Panzerplatten umgeben. Es ist unter diesen Umständen erstaunlich, daß er den Dienst
nicht gänzlich aufgekündigt hat und immer noch, freilich unter großen Schwierigkeiten,
als Richtungsanzeiger zu gebrauchen ist.
Die Eisenmassen des Schiffes üben in doppelter Weise auf den Kompaß stö-
rende Wirkungen aus. Erstens lenken sie die Rose aus dem magnetischen Meridian ab,
und zwar auf den verschiedenen Kursen in verschiedener Richtung und verschiedener
Stärke. Diese Ablenkungen heißen Deviationen; sie haben in der Hauptsache perio-
dischen Charakter und man zerlegt sie nach dem Winkelmaß der Periode oder vielmehr
der Halbperiode in halbkreisförmige, viertelkreisförmige oder quadrantale, sechstel-
kreisförmige oder sextantale Deviationen u. s. w. Es sind Fälle beobachtet, wo auf
Kriegsschiffen das Zusammenwirken der Deviationen Ablenkungen der Rose bis zu 140^
und mehr hervorgebracht hat. Wenn man in einem solchen Falle nach dem Kompaß Nord
zu steuern glaubte, steuerte man tatsächlich Südost. Die zweite Störung, die das
Schiffseisen hervorbringt, ist die Abnahme der Richtkraft des Erdmagnetismus. Beob-
achtungen haben ergeben, daß ihr mittlerer Wert an einigen Kompaßplätzen bis auf
Vs des normalen Wertes herabgeht. Auf einzelnen Kursen ist die Schwächung noch
bedeutender; auf diesen Kursen versagt dann der Kompaß und folgt den Drehungen
des Schiffes.
TJm diese Störungen zu beseitigen, wird der Kompaß kompensiert. Dazu
werden Stahlmagnete in bestimmten Richtungen und Entfernungen unter dem Kompaß
angebracht und neben ihm werden Kugeln oder Stangen aus weichem Eisen aufgestellt.
Wenn die Deviationen nicht gar zu groß sind, so können sie auf diese Weise voll-
ständig beseitigt werden, wobei auch die Richtkraft im allgemeinen erhöht wird.
Die größten Deviationsbeträge lassen sich bei der von Sir W. Thomson er-
fundenen und von Hechelmann in Hamburg verbesserten Trockenrose wegkompen-
sieren. Da diese Rose außerdem mit großer Leichtigkeit großes magnetisches Moment
und ein im Verhältnis dazu ebenfalls großes Trägheitsmoment verbindet, so ist sie sehr
empfindlich und wirkt daher auch bei stark geschwächter Richtkraft noch in genügendem
Maße. Drittens läßt sie sich am vollständigsten kompensieren, weil ihre kleinen schwachen
Magnete nicht induzierend wirken. Aus diesen Gründen schien daher in der Trocken-
rose die Idealrose gefunden zu sein, und in der Handelsmarine gilt sie, soviel ich weiß^
auch vielfach noch dafür.
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Mt^r 1 90A ^* Kohltchfitt«r, Über di« neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
.Januar 1906.
Auf den Schiffen der Kaiserlichen Marine haben sie sich auf die Dauer aber
nicht bewährt '). Die Rosen gerieten durch mechanische oder magnetische Ablenkungen,
veranlaßt durch Schießen und Drehen der Geschütztürme, was an Bord von Kriegs-
schiffen nicht zu vermeiden ist, in zitternde Bewegungen und Schwingungen, die sich
lauge Zeit hindurch fortsetzten. Dasselbe trat bei Kursänderungen des Schiffes ein,
wenn die Kompensation nicht ganz vollkommen war, was sich auch nicht dauernd ermög-
lichen läßt. Durch vertikale Stöße werden Pinne und Hütchen schnell abgenutzt, und
sobald diese nur die geringste Beschädigung davongetragen hatten, wurde der Trocken-
kompaß unzuverlässig oder versagte gänzlich.
Mehrere Jahre hindurch hat das Reichs-Marine-Amt kostspielige und umfang-
reiche Versuche gemacht, um durch die verschiedensten Mittel, die hier aufzuzählen zu
weit führen würde, diesen Übelständen abzuhelfen^). Als nichts zu diesem Ziele führte,
ließ man die Trockenrose fallen und suchte den Fluidkompaß zu verbessern. Von den
soeben besprochenen, durch die Erfahrungen S. M. Schiffe festgestellten Mängeln ist
die Fluidrose zwar gänzlich frei, aber sie hat den Nachteil, daß sie sich in dem ge-
schwächten magnetischen Erdfeld trotz ihres sehr großen magnetischen Moments nicht
rasch genug einstellt und daher bei der Drehung des Schiffes mitgeschleppt wird. Die
anderen Nachteile, daß sich nicht ebenso große Deviationen wegkompensieren lassen,
wie bei der Trockenrose, und daß durch die Nadelinduktion Deviationen höherer Ord-
nung entstehen, würden ihren Vorteilen gegenüber nicht ins Gewicht fallen. Ich komme
darauf noch wieder zurück.
Von den Deviationen höherer Ordnung lassen sich die größten, die sextantalen
und Oktantalen, in einfacher Weise beseitigen, obwohl man vielfach gerade diese Stö-
rungen als besonderen Nachteil der Fluidkompasse bezeichnet hat und ihnen deshalb in
der Handelsmarine Mißtrauen entgegenbrachte. Den Grund hierfür hat Herr Professor
Meld au in einem sehr lehrreichen Aufsatz ^) klargelegt, auf den ich besonders die Ver-
fertiger von Fluidrosen unter Ihnen aufmerksam machen möchte.
Theoretisch war die Frage der sextantalen und oktantalen Deviationen bereits
im Jahre 1861 durch Archibald Smith und F. J. Evans und neuerdings unabhängig
davon und in allgemeinerer Form durch Borgen*) untersucht worden.
Dabei wurde gefunden, daß sextantale und oktantale Deviationen durch die An-
ordnung der Nadeln beseitigt werden können, wenn die Nadeln parallel zur Nordsüd-
linie liegen und die Rosen bezüglich der Dimensionen und Stärke der Magnete voll-
kommen symmetrisch zur Nordsüdlinie gebaut sind. Die einfachsten Nadelanordnungen,
die diesen Zweck erfüllen, sind:
1. Zwei Nadeln, deren Pole einen Winkelabstand von 30^ gegen die Nordsüd-
linie haben.
2. Vier Nadeln, deren Pole auf einem Kreise und zwar symmetrisch zu 30^
liegen, d. h. in Winkelabständen 30^ — a und, 30° + a von der Nordsüdlinie; dabei
ist es jedoch nötig, daß die magnetischen Momente der Nadeln sich wie die Nadel-
längen verhalten.
Trifft die letztere Voraussetzung nicht zu, so müssen die Nadeln etwas anders
angeordnet werden, um denselben Zweck zu erfüllen.
Fig, 1 zeigt zwei Rosen mit der theoretisch richtigen Nadelanordnung. Die
kleinen Kreise in den Magnetnadeln bedeuten die Pole, die um etwa ein Zehntel der
Nadellänge von den Nadelenden abstehen.
Nach Budinich und Vital^) genügen diese Bedingungen aber noch nicht voll-
ständig zur Beseitigung der sextantalen und oktantalen Deviationen, sondern ist es not-
wendig, die Nadeln in l^j^^ und 52^/2^ Abstand von der Nordsüdlinie zu legen.
Hr. Meld au hat nun durch Versuche festgestellt, daß Rosen, deren Nadeln
theoretisch richtig angeordnet sind, in der Tat keine praktisch in Betracht kommenden
sextantalen und oktantalen Deviationen mehr haben, daß sie sich also bis auf ver-
^) Wirk!. Admiralitätsrat Rottok, Kompaßversuche und Verbesserungen in der Kaiser-
lichen Marine während der letzten Jahre. Marine-Bundsclum. IS. 8. 1205, 1902.
2) s. Rottok, a. a. 0.
^) Meld au, Experimentaluntersuchungen über die Einwirkung von Flindersstangen und
Quadrantalkugeln auf Fluidkompasse. Ann. d. Hydrogr. u. marit Meteor. 32. S. 161. 1904.
*) Archiv d. SeewarU. 2ö. Nr. 1. 1902 und Ann. d. Hydr. u. a. w. S2. S. 31. 1904.
^) Mitt. a. d. Qeb. d. Seeweaena. 27. S. 56. 1899.
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E. Kohlichfl'ttar, Obw dl« nauara Entwicklung der nautltchtn Inttramente.
Dsnlurh«
Mm-haniker-Ziu-
schwindende Glieder noch höherer Ordnung vollständig kompensieren lassen. Rosen
mit fehlerhafter Nadelanordnung zeigten dagegen sämtlich solche Deviationen, und zwar um
so gröBere, je weiter die Nadeln von der theoretischen Lage entfernt waren. Von den
untersuchten Kompassen hatten allein ein großer FluidkompaB der Kaiserlichen Marine
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orrhy
^.1.-.-
Flg. 1.
und ein amerikanischer Kompaß eine richtige Nadelstellung, 5 Fluidkompasse aus den
renommiertesten Werkstätten für nautische Instrumente in Bremerhaven und Hamburg
wiesen dagegen sämtlich mehr oder weniger große Abweichungen von der^richtigen
Lagerung der Nadeln auf. Beispiele solcher Anordnungen zeigt Fig. 2^). Hätte sich
die Praxis in diesem Falle an die von der Theorie gelieferten Regeln gehalten, so hätten
die Fluidkompasse der Handelsmarine ebensowenig wie die der Kaiserlichen sextantale
und oktantale Deviationen gezeigt und wären nicht in Mißkredit geraten.
Auf Handelsschiffen wird es immer möglich sein, durch die Wahl des Kompaß-
ortes oder durch die Verwendung von unmagnetisierbarem oder schwach magnetisier-
barem Material zum Bau des Huderhauses und der darunter befindlichen Teile solche
magnetische Verhältnisse zu schaffen, daß richtig gebaute Fluidkompasse nicht nach-
schleppen und ohne Schwierigkeit vollständig kompensiert werden können und auch
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Flg. 2.
nicht allzu häufig Nachkompensierungen verlangen. Deshalb sollte soviel als möglich
darauf hingearbeitet werden, daß auch in der Handelsmarine die Schiffbauer bereits bei
Aufstellung der Pläne eines Neubaues auf die Schaffung erträglicher magnetischer
Eigenschaften der Kompaßorte Rücksicht nehmen.
1) Nach Moldau a% a. 0.
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Heft 1.
I Jannar lOCG.
E. Kohlschatt«r, Ob «r die n«u«re Entwicklung dtor nautiichen Instrumente.
Anders liegen die Verhältnisse bei der Kaiserlichen Marine, wo der möglichst
vollständige Schutz der Steuereinrichtungen und des Kompasses gegen das feindliche
Feuer in erster Linie in Betracht kommt. Auch hier hat die Verwendung von 23-pro-
zentigem Nickelstahl zu den horizontal liegenden Panzerplatten in der Nahe des Kom-
passes, d. h. zu Decke und Boden der Kommandottirme, eine Besserung geschaffen.
Die vertikalen Platten können wegen der geringeren Widerstandsfähigkeit des Nickel-
stahls jedoch nicht aus diesem Material hergestellt werden. Daher bleibt eine starke
Verminderung der Richtkraft noch immer bestehen und muß durch Verbesserung der
Kompasse bekämpft werden^).
Die alte Fluidrose der Kais. Marine wurde bei ungeschwächter erdmagnetischer
Horizontalkraft und mittlerer Drehgeschwindigkeit (Kreisdrehung in 472 Minuten) nur
um 2 ^ bis 3 ^ mitgeschleppt, bei einer Horizontalkraft dagegen, wie sie in den Türmen
herrscht (etwa Y4 der normalen), und derselben Drehgeschwindigkeit bis zu 30^ und
bei schnellerer Drehung sogar bis zu 45^. Der Grund für diese Erscheinung wurde in
der Reibung zwischen der Rose und dem Schwimmer einerseits und der Schwimm-
flüssigkeit andererseits gefunden, die von der verminderten Richtkraft nicht schnell
Flg. 8.
genug J überwunden werden konnte. Das^Bestreben mußte^daher darauf gerichtet werden,
diese Reibungen möglichst zu verringern. ]; Als Mittel dafür standen zu Gebote: möglichst
glatte Oberflächen, Verminderung des absoluten Rosengewichts und der Belastung der
Pinne durch die Rose, möglichst großes magnetisches^Moment im Verhältnis zum Ge-
wicht und vor allem Vergrößerung des Abstandes zwischen Rose und Kompaß-
kesselwänden.
Unter diesen Gesichtspunkten und wesentlich nach Angaben des Reichs-Marine-
Amts entstand der Fluidkompaß der Kaiserlichen Marine Modell 1903, gebaut von Bam-
berg in Friedenau. Er hat das Problem so gut gelöst, daß die Rose bei einer Richt-
kraft von 7* ^^^ normalen nur bis zu 2° mitschleppt, gegenüber 30° bei sonstigen
Fluidkompassen.
Dieser Kompaß, von dem Fig. 3 ein Halbmodell zeigt, zeichnet sich in der
Hauptsache^durch folgende Einrichtungen aus. Der Abstand der Rose von der zylin-
drischen^Wandung beträgt 3 cm, der Abstand des Schwimmers von der Wandung 6 cn?,
1) Rottok, a. a. 0.
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6
E. Kohltchütter, Nautische Instrumente. — Vereins- u. Personennachrichten.
Deaterbe
Mechamkar-Zig.
vom Boden und Deckel 5 cm. Oben ist ein Dom (k) in den Deckel eingelassen zur
Zentrierung der Rose, falls sie einmal aufschwimmen sollte oder wenn der Kompaß ge-
kantet wird. Um der Ausdehnung und Zusammeneiehung der Schwimmflüssigkeit Raum
zu geben und zur Beseitigung von Luftblasen, die sich etwa unter dem Glasdeckel ge-
bildet haben, ist in dem Kompaßkessel ein ringförmiger Luftraum (Q geblieben, der von
dem Hauptteil durch einen nicht ganz bis zum Boden reichenden Zylindermantel (Z)
abgeschlossen ist. Bei einer Neigung des Kessels treten die zu beseitigenden Luft-
blasen hinter diesen Zylindermantel. Zur Druckregulierung in diesem Luftraum eind
zwei Ventile, ein Saugventil (v) und ein Druckventil {w), von je 0,5 kg Belastung an-
geordnet. Die Beleuchtung der Rose geschieht von unten her durch zwei elektrische
Glühlampen (u), die in einer Haube (o) angebracht sind und deren Licht nach Bedarf
durch eine Blauscheibe (e) gedämpft werden kann. Die magnetische Ausrüstung der
Rose ist nur wenig geändert worden. Sie besteht aus 8 Magneten, deren jeder aus
mehreren Lamellen zusammengesetzt ist; vier davon stehen hochkant im Innern des
Schwimmers symmetrisch zu 30^ Abstand von der Nordsüdlinie, die vier anderen liegen
in verlöteten Hülsen flach unter dem Schwimmerboden in derselben Anordnung, wie
die ersteren.
(Fartaeteung folgt)
Mitgliederverzelohnis.
In der Zeit vom 1. Oktober bis zum
31. Dezember 1905 sind folgende Verände-
rungen bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
Dr. W. Pelgentraeger; Techn. Hilfs-
arbeiter bei der Kais. Normal-Eichungs-
Kommission; Charlottenburg 1, Kaiser
Friedrich-Str. 86. Berl.
Deutsche Gasglühlicht-Aktienge-
sellschaft; Berlin SW13, Alte Jakob-
straße 139. Berl.
E, Gollmer; Vorsteher der Kgl. Tele-
graphenwerkstätten in Altona; Altona
(Elbe), Holstenplatz 2. H.-A.
Paul Hempel; Werkführer bei G.
Ka erger, Berlin 0 27, Holzmarkt-
straße 45 a. Berl.
Carl Kellner; Thermometer- und Glas-
instrumenten-Fabrik; Ariesberg bei
Elgersburg i. Thür. lim.
Martin Lückgen i. Fa. Rob. Eichen
Nach f.; Fabrik von Präzisionsrohren
aus Messing, Neusilber und Kupfer.
Berlin S 42, Wassertorstr. 8. Berl.
Rob. Müller; Glasinstrumente; Essen
(Ruhr). Ihn.
Albert Simon; Werkstatt zur Anferti-
gung aller mechanischen Arbeiten so-
wie physikalischer, chemischer und
meteorologischer Instrumente; Berlin
SO 26, Oranienstr. 191. Berl.
Straßer & Rohde; Werkstatt für Prä-
zisionspendeluhren ; Glashütte Sa. Hptv.
B. Ausgeschieden:
Robert Anspach; Berlin.
Emil Fischer; Stützerbach.
Paul Hebe; Berlin.
Herm. Menzel i. Fa. C. Dittmar;
Berlin.
L. Tesdorpf; Stuttgart.
C. Änderungen in den Adressen:
A. Blaschke; Berlin W 30, An der
Apostelkirche 5.
Prof, Dr. Czapski; Jena.
Paul Kretlow; Berlin 0 2, Kaiser
Wilhelm-Str. 2.
Dir. Dr. D. Kaempfer; Braunschweig,
Pockelsstr. 16.
Paul Nicolas; Berlin N58, Danziger
Str. 79.
E. A. Sckell; Stettin, Frauenstr. 20.
Hof I.
A. 0. Zambelli; Turin, ViaOspedale 16.
D. G. f. M. u. O. Zweigverein Halle.
Am 6. November wurden die Wintersitzungen
wieder aufgenommen. Der Vorsitzende be-
richtet zunächst über die in den Ferien einge-
laufenen Eingänge sowie die darauf notwendig
gewordenen Antworten an die Behörden,
Handwerkskammer u. s. w. Ein Sommerausflug
nach Freiburg litt leider unter der Ungunst
der Witterung, trotzdem wird derselbe den
Teibiehmem eine liebe Erinnerung bleiben.
Sodann erläuterte der Vorsitzende an einem
für die technologische Sammlung der Univer-
sität ausgeführten Modell das Prinzip und die
Wirkungsweise der Carpenter-Bremse.
Die Sitzung am 4. Dezember galt mehr der
Geselligkeit und waren dazu die Damen mit
eingeladen. Der Rezitator Schwartz trug aus
Fritz Reuters Werken ernste und heitere
Sachen vor. In den Pausen wurden ge-
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H«ft 1.
l.Jaiiiiarl906.
Vereins- und Penonennachrichten.
BchAftliche AngelegeDheiten, die Wahl von
3 Mitgliedern zur Wahlvorbereitungskommission
sowie von 2 Rechnungsprüfern, erledigt. Ferner
wurde beschlossen, wegen einer VerfOgung
des Fortbildungsschulkuratoriums, Falle drin-
gender Schulversftumnis vorher anzumelden,
sich der Eingabe des Innungsausschusses an-
zuschließen, wonach gebeten werden soll, be-
rechtigte Versäumnisse auch nachtr&glich an-
melden zu dürfen, da sich öfter in letzter Mi-
nute noch eine Yers&umnis notwendig macht.
Sodann wurde gebeten, Gehilfenprflfungen
rechtzeitig anzumelden und die Lehrlinge auf
den herausgegebenen Leitfaden aufmerksam
zu machen. Ebenso sollen Lehrlingsvakanzen
dem Vorsitzenden angezeigt werden.
E. El.
Abteilung Berlin. Sitzung yoml2.De-
zember 1905. Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Der Vorsitzende gedenkt in wllrmster
Weise des schweren Verlustes, den die D. G.
und die deutsche Pr&zisionsmechanik durch den
Tod von Eduard Sprenger erlitten hat. Die
Versammlung ehrt das Andenken an den Ver-
storbenen durch Erheben von den Sitzen.
Hr. Dr. Reimerdes spricht über „Einige
praktische Winke für die Herstellung von Aräo-
metern*'. Ausgehend von der Definition des
spezifiBchen Gewichtes und der Eigenschaft der
Flüssigkeiten, in jedem Querschnitt nach jeder
Richtung den gleichen Druck aufzuweisen, wird
das Archimedische Prinzip sowie die Bestim-
mung des spezifischen Gewichts einer Flüssig-
keit durch einen eintauchenden Körper abge-
leitet. Hieran schließt sich die Entwickelung
der Formel für die Teilung einer Mutterskala,
sowie einer Formel, welche die Möglichkeit
gibt, von vornherein für ein gegebenes Unter-
teil die gewünschte Stengeldicke rechnerisch
zu bestimmen; dies erleichtert die Herstellung
von Aräometern gegenüber dem früheren Pro-
bieren. Umgekehrt kann man aus derselben
Formel die Länge der Teilung bei gegebenem
Stengeldurchmesser U.S. w. berechnen. — Redner
bespricht dann das zweckmäßigste Arbeitsver-
fahren bei den Versuchen mit Probeflüssig-
keiten. — Zum Schluß schlägt Redner vor, um
die erforderliche Breite der Skale zu bestimmen,
einen geeignet geteilten Keil zu verwenden.
Hr. Regierungsrat Dr. Stadthagen weist
auf die Abkühlung des Aräometers beim Her-
ausheben aus einer stark verdunstenden Flüssig-
keit sowie darauf hin, daß es bei den Aräo-
metern wegen der Kapillarwirkungen von Wich-
tigkeit ist, für welche Flüssigkeit das Instru-
ment bestimmt ist.
In die D. G. werden aufgenommen die Herren
Paul Hempel, Werkführer bei G. Kräger
(027, Holzmark tstr. 45a), und Martin Lückgen,
i. Fa. Rob. Eichen Nachf , Fabrik vonMessing-
Präzlaionsröhren (S42, Wassertorstr. 8).
Zur Aufnahme hat sich gemeldet Hr. H.
Giesebart, i. Fa. C. A. Niendorf in Bernau
(Mark).
In die Wahlvorbereitungskommission werden
gewählt die Herren 0. Ahlberndt, H. Dehmel ,
0. Himmler, P. Kretlow, C. Richter; zu
Kassenrevisoren die Herren F. A. Hintze und
M. Runge. BL
Zwelgvereln Hamburs:*Altona. Sit-
zung vom 12. Dezember 1905. Vorsitzenden
Hr. Dr. H. Krüß.
Hr. Dr. Schwaßmann, Observator der
Hamburger Sternwarte, hielt einen Vortrag
über die Instrumente der Hamburgischen
Sonnenfinsternis-Expedition nach Souk-Ahras
und zeigte zunächst, wie aus den gestellten
Aufgaben, nämlich photographiache Aufnahme
der Figur und Ausdehnung der Sonnenkorona,
der Forschung nach intramerkuriellen Planeten
und der Bestimmung der Intensität des Korona-
lichtes, die Konstruktion der dazu erforder-
lichen Instrumente sich entwickelte. Von
diesen ist besonders zu erwähnen das 20 m
lange, mit einem Cölostaten verbundene Fern-
rohr und das als Planetensucher dienende
Doppelfemrohr von 4 m Länge. Außerdem
dienten der Expedition noch eine Anzahl
kleinerer pbotographischer Apparate sowie
photometrische Instrumente zur Intensitätsbe-
stimmung. Mit dem großen Fernrohre wurden
auf photographischen Platten von 70 X 80 cm
fünf Aufnahmen von verschiedener Expositions-
zeit während der 3V2 Minute dauernden
Sonnenfinsternis gemacht, während der Planeten-
sucher mit jedem der beiden Rohre zwei sich
gegenseitig kontrollierende Aufnahmen der
östlichen und westlichen Umgebung der Sonne
ergab. Mit der Bearbeitung der Beobachtungs-
resultate ist man noch beschäftigt, endgÜtige
Schlüsse können erst nach dem Vergleich mit
den Ergebnissen anderer Expeditionen erwartet
werden.
Hierauf berichtete Hr. Basilius über die
Vorbereitungen zu dem auf den 16. Januar
angesetzten Vef einsfest, und Hr. Heinatz
zeigte Abbildungen von explodierten Kohlen-
säureflaschen vor. H. K.
Hr. Dr. H. A. KrQfs (jun.) hat in An-
erkennung seiner Verdienste um die Kollektiv-
ausstelluDg der deutschen Präzisionsmechanik
in St. Louis 1904 den Kronenorden IV. Klasse
erhalten.
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8
Kleinere Mitteilungen. - Glastechnisches.
linutbche
MerhAofker-Ztg.
Der Betriebsdirektor der Aktiengesellschaft
Mix & Genest, Hr. F. Müller, beging am
5. V. M. das Jubiläum seiner 25'jabrigeu Tätig-
keit bei dieser Firma.
Kleinere Mitteilungen.
Lieferung von Elektrizitätsmessern
und Indikatoren nach Launceston
(Tasmania).
Die Stadtverwaltung von Launceston (Tas-
mania) schreibt die Lieferung von 500 oder
mehr Elektrizitätsmessern und einer Anzahl
Indikatoren aus. Abschriften der Bedingungen
können von der Firma John Terry & Co.,
7 Gt. Winchester-Street, London, B.C., gegen
Binsendung von 2 £ bezogen werden, welcher
Betrag bei Empfang von ernstgemeinten An-
geboten zurückerstattet wird. Angebote sind
versiegelt und mit der Aufschrift „Tenäen for
Supply of Electric Meters'' bis zum 15. Januar
1906 bei C. W. Rocher, Town Clerk, Town
Hall, Launceston (Tasmania), einzureichen.
(Vorstehendes ist der Red. erst vor einigen
Tagen bekannt geworden, so daß sie früher
nicht davon Mitteilung machen konnte. Es
wird vielleicht doch noch möglich sein, auch
für ein etwas verspätet einlaufendes Anerbieten
Berücksichtigung zu erlangen)
Teuerungssuschlag fQr Telephon-
materialien.
Die maßgebenden Firmen für die Fabrikation
von Telephon - und Telegraphen apparaten
haben sich infolge der fortdauernden und sehr
bedeutenden Steigerung der Rohmaterialien-
preise nunmehr ebenfalls gezwungen gesehen,
einen Teuerungszuschlag von 10 % ^^^ ^^1® zur
Telephonie und Telegraphie gehörigen Appa-
rate und Einrichtungen einzuführen. Hiermit
ist diese Industrie dem Vorgehen vieler anderer
gefolgt.
Der diesjährige Nobel-Preis für Physik ist
Hrn. Prof. Dr. Lenard in Kiel, der für Chemie
Hm. Prof. Dr. V. Baeyer in München verliehen
worden. «.«^__^_
Olastechnisches.
Die amerikanischen
Prüfungshestimmungen für
Thermometer.
Das i. J. 1901 aus dem Office of
Standard Weights and Measures hervor-
gegangene Bureau of Standards in Wa-
*) Diese Rubrik wird sich fortan in jeder
Nummer dieser Zeitschrift finden, nicht nur
— wie bisher — in den Nummern vom 1. des
Monats.
sbington D. C. hat für die Prüfung von
Thermometern und Pyrometern drei Zir-
kulare herausgegeben :
Nr. 5 vom 15. Dezember 1903, Prü-
fungsbestimmungen für ärztliche Thermo-
meter; Nr. 8 vom 15. September 1904,
Prüfungsbestimmungen für Normalthermo-
meter, tiefgradige, hochgradige Thermo-
meter, Laboratoriumthermometer, gewerb-
liche und häusliche Thermometer, Platin-
thermometer; Nr. 7 vom 15. April 1904,
Vorschriften für Prüfung von Thermoele-
menten, elektrischen Widerstandsthermo-
metem, optischen Pyrometern, Ausdehnungs-
und anderen Pyrometern sowie für Tem-
peratui'- und Wärmemessungen, wie Aus-
dehnung, spezif. Wärme, Verbrennungs-
wärme, Schmelz- und Siedetemperaturen.
Die drei Zirkulare umfassen zusammen
22 Druckseiten, so daß es nicht ange-
bracht erscheint, sie im vollen Umfange
hier zum Abdruck zu bringen. Wir
müssen uns vielmehr darauf beschränken,
die wesentlichsten Punkte hervorzuheben.
Die Bestimmungen schließen sich zwar
auch, wie die französischen und englischen,
den deutschen Prüfungsvorschriften eng
an, enthalten aber außerdem auch viele
Anweisungen über den Gebrauch, ja auch
für die Verfertigung der Thermometer.
Dies erklärt sich wohl daraus, daß eine
eigentliche Industrie für feinere Thermo-
meter, wie sie in den älteren Kulturländern,
besonders in Deutschland, in weitem Um-
fange besteht, in den Vereinigten Staaten
erst im Entstehen begriffen ist. Es ist
daher dort auch notwendiger als anderswo,
die Beteiligten über den Gebrauch und die
Herstellung der Thermometer genauer zu
informieren. Die Vorschriften leisten diesem
Bestreben großen Vorschub, und man kann
öfters Klagen der deutschen Fabrikanten
hören, daß der amerikanische Markt der
deutschen Thermometerindustrie mehr und
mehr verloren geht. Dies ist bedauerlich
und läßt sich nur dadurch aufhalten, daß
die deutschen Fabrikanten danach streben,
sich den amerikanischen Bedürfnissen
möglichst anzupassen und nur gute
Ware zu liefern, zu deren Herstellung
stets ein gutes Stück individueller Arbeit
gehört, worin unsere Vettern jenseits des
großen Teiches es uns sobald nicht gleich-
tun werden. Dagegen ist die maschinen-
mäßige Herstellung gewöhnlicher Thermo-
meter, d. h. wohl nur der Skalen, in den
Vereinigten Staaten sehr weit gediehen,
und die größte derartige Thermometer-
fabrik der Welt ist diejenige von Taylor
Brothers in Rochester N.-Y.
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H«A 1.
1. Januar 1 »06.
Glastechnisches.
9
1. Prüfung von ärztlichen Thermometern.
(Zirkular Nr. 5 vom 15. Dez. 1903).
Das Bureau prüft ärztliche Thermo-
meter, die in der Heilkunde, Chirurgie,
Arzneilehre und zu wissenschaftlichen
Zwecken benutzt werden.
Die zu Grunde gelegte Temperatur-
skala ist die „Internationale Wasserstoff-
skala«.
Art der Prüfung. Die Prüfung zer-
fällt in zwei Teile. Zunächst wird geprüft
auf Konstruktionsfehler, fehlerhafte Teilung,
Vorhandensein von Glassplittern oder Luft-
blasen im Gefäß, zu schweres Herunter-
schaffen des Quecksilberfadens unter 95 • F,
Zerstörbarkeit des Index u. s. w. Wenn
ein Thermometer irgend einen solchen
Fehler hat, wird es zurückgewiesen. Falls
das Thermometer diese Vorprüfung besteht,
wird es durch Vergleichung mit den
Normalthermometern des Bureaus bei vier
Temperaturen, 96^ 100^ 104^ 108® F,
geprüft. Diese Vergleichung wird bei
jeder Temperatur wenigstens zweimal aus-
geführt.
Fehlergrenzen. Wenn die Korrektion
an irgend einem dieser vier Punkte 0,3° F
(oder 0,1 5 0 C) überschreitet, erhält das
Thermometer keinen Prüfschein, ebenso-
wenig, wenn bei zwei voneinander unab-
hängigen Vergleichungon mit den Normal-
thermometern an demselben Punkte die
Resultate um mehr als 0,15° F voneinander
abweichen. Der größte Fehler, der bei
Messung eines Temperaturintervalls zwischen
zwei aufeinander folgenden Punkten vor-
kommen darf, soll 0,3° i^ (0,15 • Ö) nicht
überschreiten *).
Die Fehlergrenzen sind vorläufig so
weit bemessen, um den Fabrikanten ge-
nügend Zeit zu lassen, ihre Normale der
Normalflkala des Bureaus anzupassen. Das
Bureau behält sich das Recht vor, die
Fehlergrenzen später enger zu ziehen, und
wird die Fabrikanten hiervon in Kenntnis
setzen.
Platz zur Bezeichnung. Jedes zur
Prüfung eingereichte Thermometer muß
ehien freien Raum am Ende der Röhre
haben, der mindestens 2 cm (V*") ^a"&
ist, um darauf die Kennzeichnungen des
Bureaus anbringen zu können.
Veränderungen mit der Zeit, Der
Betrag der allmählichen Änderung in den
1) Wenn z. B. die Korrektion eines Ther-
mometers bei 960 1^+0,30 F und bei 100° F
— 0,10 j?» beträgt, so würde der Fehler des Tem-
peraturintervalls 0,40 F und das Thermometer
unzulässig sein.
Angaben bei neuen Thermometern hängt
ab von der Zusammensetzung des Glases,
der Herstellungsmethode der Thermometer
und der Zeit. Kleinere Änderungen in
dem Volumen des Gefäßes finden noch
viele Jahre hindurch statt, aber der bei
weitem größte Teil der Änderungen voll-
zieht sich in den ersten 6 Monaten. Eine
der wichtigsten Ursachen für die Stand-
änderungen der Thermometer liegt in der
chemischen Zusammensetzung des Glases ;
bei den weichen englischen oder thüringer
Glassorten, die jahrelang meistens für
Thermometer verwendet wurden, dauert
die zeitliche Veränderung viel länger, be-
vor sie zu vernachlässigen ist, und erreicht
einen Betrag von 1^ F oder mehr. Wenn
jedoch eins der wohlbekannten harten
Thermometergläser benutzt wird, so sind
die Veränderungen in den Angaben der
Thermometer nach den ersten 6 Monaten
für die Zwecke der ärztlichen Thermo-
metrie praktisch zu vernachlässigen.
Priifungsbescheinigungen. Es ist in
Amerika allgemein üblich geworden, das
Thermometergefäß aus einem der harten
Gläser und die Röhre aus weichem, mit
weißem Email belegtem Glase zu machen.
Je mehr das Volumen des Gefäßes das-
jenige der Röhre übertrifft, um so mehr
können die Veränderungen in dem Glase,
aus welchem die Röhre verfertigt ist, ver-
nachlässigt werden, ausgenommen inso-
weit sie die Zusammenziehung desjenigen
Teiles der Röhre beeinflussen, in welchem
sich der Index befindet. Die Prüfungen
auf dem Bureau haben jedoch in einigen
Fällen gezeigt, daß die Thermometer noch
neu und aus weichem Glase gemacht
waren. Wenn solche Thermometer Prüfungs-
scheine erhalten, bevor sie genügend ab-
gelagert sind, wird der Schein schon nach
wenigen Monaten praktisch unbrauchbar.
Hierdurch werden die reellen Fabrikanten
geschädigt und es kann auch ein falscher
Begriff von derZuverlässigkeit der Prüfungen
aufkommen. Um dies zu vermeiden, unter-
scheidet das Bureau of Standards einmal
zwischen Thermometern, von denen das
Bureau nicht weiß, ob sie abgelagert sind,
und zweitens zwischen Thermometern, die
wenigstens 6 Monate unter amtlichem Ver-
schluß des Bureaus gelagert haben. In
beiden Fällen erhalten die Thermometer
die gleiche Prüfungsbescheinigung, welche
folgende Bemerkung enthält :
„Wenn dieses Thermometer vor der
Prüfung nicht genügend abgelagert war,
sind seine Angaben der Veränderung mit
der Zeit unterworfen. Diejenigen Thermo-
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10
Glastechnischet.
Mechanlker-Ztg.
meter, die wenigstens 6 Monate vor dem
Datum der Prüfung unter VerschluB des
Bureaus gelagert haben, erhalten auf der
Röhre unmittelbar hinter der amtlichen
B. S.-Nummer den Buchstaben JL aufge&tzt."
Bis zu der Zeit, wo weitere Erleich-
terungen für das Altern der Thermometer
vorgesehen werden können, werden die
Scheine nur unter der ersteren der oben
angegebenen Bedingungen ausgegeben.
Die Fabrikanten werden benachrichtigt
werden, sobald die Thermometer der Alterung
unterworfen werden können.
Form der Scheine. Die Scheine ent-
halten folgende Daten :
a) Beschreibung des Apparats oder In-
struments, h) die amtliche Prüfnummer,
c) Name der Person, die die Prüfung aus-
geführt hat, d) Temperaturen, bei denen
die Vergleichungen gemacht sind, e) andere
Bedingungen der Prüfung, f) Korrektionen
bei jedem geprüften Punkt, g) Tag der
Bescheinigung, Ä) Stempel des Bureaus
und die Unterschrift des Direktors, i) be-
sondere Bemerkungen, falls erforderlich,
Oehühren für Ärztliche Thermometer,
ä) In Anzahl bis 8, jedes Stück 0,25 Dollar
h) „ „ zwischen 8 und 12,
zusammen 2,00 „
c) „ „ „ lund4V2
Dutzend, das Dutzend 2,00 „
d) „ Anzahl zwischen 4^/2 und
6 Dutzend, zusammen 9,00 „
e) „ Anzahl von 6 Dutzend
und mehr, das Dutzend 1,50 „
(1 Dollar = 4,25 M.)
Versendungsvorschriften. Alle Sen-
dungen sollen adressiert werden : Bureau
of Standards^ Department of Commerce
and Labor, Washington D. C. Jeden
Schaden, den die Thermometer bei der
Prüfung oder Versendung nehmen, trägt
der Eigentümer. Sendungen, welche Glas
oder andere zerbrechliche Instrumente ent-
halten, sollten als solche gekennzeichnet sein.
Die Kosten der Versendung an das
Bureau müssen im voraus bezahlt werden;
keine Sendung wird zurückgeschickt, bevor
die fälligen Gebühren entrichtet sind.
Außer dem Bureau of Standards befaßt
sich auch das Yale Ohservatory (Thermome-
trie Bureau) in New Haven Gönn, mit der
Prüfung ärztlicher Thermometer, welches
sogar Fehler bis 0,5^ F zuläßt. Thermo-
meter, bei denen die Ablesung am selben
Punkt um mehr als 0,25 ® F variiert, er-
halten keine Prüfungsbescheinigung.
Im Anschluß an diese Bestimmungen hat
das Bxureau of Standards im BuMetin Nr. 2 unter
dem Titel „Die Prüfung von ärztlichen Thermo-
metern" (Verfasser Dr. C. W. Waidner und
L. A. Eis her) eine größere Schrift mit vielen
Abbildungen veröffentlicht, um den Fabrikanten
Gelegenheit zu geben, die Prüfungsmethode,
die ein Minimum von Zeit imd Kosten verur-
sacht, ohne daß die erforderliche Genauigkeit
in irgend einer Weise leidet, kennen zu lernen.
Diese Methode ist wohl geeignet, den Fabri-
kanten einige Dienste bei der Herstellung der
Thermometer zu leisten.
Die ersten Prüfungen zeigten, daß die Fehler
der ärztlichen Thermometer vielfach 0,5^ oder
0,6^1^ betrugen, in einigen Fällen sogar noch
mehr. Weitere Untersuchungen ergaben, daß
auch die gebrauchten Normal thermometer große
Fehler aufwiesen.
Die Abhandlung gibt dann eine Beschrei-
bung der ärztlichen Normalthermometer, die
einen Skalenumfang von 90° bis 110,5° .F oder
32° bis 43,5° C und in der Nähe des Bispunktes
eine Hilfsteilung von einigen Zehntelgrad über
und unter Null haben, wie solche Thermometer
auch in Deutschland gebraucht werden. Nach
einer Erläuterung über die zu Grunde gelegte
Temperaturskala werden die verschiedenen Ty-
pen von ärztlichen Thermometern beschrieben.
Es scheinen danach nur zwei Typen im Ge-
brauch zu sein, die Thermometer mit Verenge-
rung in der Kapillare und diejenigen mit Index-
faden. Die in Deutschland fast ausschließlich
verfertigten Thermometer mit eingeschmolzenem
Stift scheinen in Amerika wenig benutzt zu
werden. Femer werden Mitteilungen über die
Zeit, die erforderlich ist, damit das Thermo-
meter die Körpertemperatur erreicht, sodann
über das Altern der ärztlichen Thermometer ge-
macht.
Untersuchungen Ober den Anstieg der An-
gaben bei ärztlichen Thermometern hatten fol-
gende Resultate ergeben:
Anstieg in Qrad F
Glas am Ende des
L 2. li. Monats
Jena 16 "i . . . 0,04 0,06 0,11
Weiches Glas . . — 0,30 0,68
Dann folgt eine ausführliche Beschreibung
der Prüfungemethode, die der in der Physika-
lisch-Technischen Reichsanstalt befolgten voll-
kommen gleicht, nur das Herunterschleudern
der Quecksilberfäden erfolgt mittels einer
maschinellen Vorrichtung durch Zentrifugalkraft
und nicht wie bei uns von Hand. Letzteres
scheint dem Ref. den Vorzug zu verdienen, da
dieses Verfahren sich mit dem praktischen Ge-
brauch des Thermometers deckt, also auch
einen besseren Maßstab für die Brauchbarkeit
abgibt.
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H«A 1.
l.Jannar 1906.
Patentschau.
11
Schließlich werden auch die Kennzeichnung
und die Prüfungsbescheinigungen besprochen.
Wir werden später noch einmal auf die Ar-
beit zurückkommen. {Fcrütttung folgt)
y<^
Vorrichtong zum selbsttätigen Aolseichnen der Höhen-
richtnng des Windes. B. A. Sperber in Dresden.
6. 8. 1903. Nr. 154 181. Kl. 42.
Bin oder mehrere auf einer drehbaren Welle l
befestigte Windflügel w versetzen eine ebenfalls auf
dieser Welle befestigte kreisende Scheibe a in Um-
drehung. Sie bewegen hierbei einen an dieser Scheibe
angebrachten , mit einer Schreibvorrichtung g verbun-
denen Yerbindungsstab f^ um eine der Binheit der
Richtungsanderung des Windes stets gleichbleibende
Bewegungsgroße auf und ab.
Vorrichtimg snr vergrölserten mecha-
nischen Obertragong der L&ngen-
ändenmg eines Körpers onter dem
Einflnss von Temperatorverände-
nmgen. B. Batault in Genf.
23. 11. 1901. Nr. 153919. Kl. 42.
Der Grundgedanke der Brfin-
dung besteht darin, daß die Vergrößerung
der Sehne eines flachen Bogens sich in
sehr viel größerem Maßstabe in der
Höhe des Bogens bemerkbar macht,
weil bei einem kleinen Basiswinkel des Bogens der zugehörige Sinus bedeutend w&chst, wenn
der Cosinus nur wenig abnimmt. Bei der Ausführung des Baues eines derartigen Instrumentes
wird eine aus biegsamen oder unbiegsamen Stoffen hergestellte Sehne, welche den thermosta-
tischen Körper darstellt, durch ein aus federndem, einen geringen Ausdehnungskoeffizienten be-
sitzenden Material bestehendes Bogenstück gespannt. Die Pfeilhöhe des Bogens, die durch Zug
oder Druck ein Zeigerwerk in Bewegung setzt, gibt das Maß für die zu messende Temperatur
oder den andern mit einer Temperaturänderung verbundenenen physikalischen Zustand ab.
HitzdrahtmefkBgerät. H. Sievers in Berlin. 7. 5. 1902. Nr. 154 288. Kl. 21
Der aus einem Stück bestehende Hitzdraht h wird teils in Schleifen }
teils durch frei schwebende aus Isolationsmaterial bestehende Stücke i i
Winkeln so geführt, daß sämtliche stromdurchflossene Leitungsteile uie
Zeigerbewegung beeinflussen.
Doppellemrohr mit verstellbaren Rohreinsätsen in den Einzelfemrohren i
zum Einstellen auf Sehschärfe. C. P. Goerz in Friedenau. 4. 9. 1903- |
Nr. 154 142. Kl. 42. «
Die verschiebbaren Rohreinsätze a 6 sind
mit je einer auf einer gemeinschaftlichen Achse
sitzenden Binstellhandhabe k bezw. l mit Hilfe
der Außenverzahnungon c d der Rohreinsätze, der
Zwischenräder Z*^ und der Zahntriebe Äi gekuppelt,
so daß durch Drehen der Binstellhandhabe k oder l
das entsprechende Einzel fernrohr verstellt wird
und durch gleichzeitiges Drehen beider Handhaben
eine gemeinsame Binstellung möglich ist. Die
Einstellhandhaben für die Binzelfernrohre können auch nebeneinander auf der Schamierachse
sitzen.
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12
Patentliste.
Deotarhe
Mechaniker-Ztg.
Patentliste.
Bis zum 11. Dezember 1905.
Klasse: Aiiin«ld«if«m.
21. C. 11572. Verfahren zum Hervorbringen
elektrischer Schwingungen in einem Arbeits-
Btromkreis. The Cooper-Hewitt Electric
Cy., New- York. 17.3.08.
C. 18188. Wechselstromzähler. F. ConrÄd,
Edgewood Park, und W. M. Bradshaw,
Wilkinsburg, V. St. A. 1. 11. 04.
F. 16612. Empfänger für die elektromagne-
tischen Wellen bei der drahtlosen Tele-
graphie. R. A. Fessenden, Manteo, V.
St. A, 12. 8. 02.
F. 17 566. Verfahren zur Verhinderung von
Störungen funkentelegraphischer Empfangs-
stationen durch in geringer Entfernung
arbeitende Sendestationen. R.A. Fessenden,
Manteo, V. St. A. 2. 12. 02.
F. 20074. Elektrolytischer Gleichrichter. 0.
de Faria, Paris. 14. 4. 05.
8. 19 957. Ferrariszähler. Soci6t6 Gene-
voise pour la Construction d' Instru-
ments de Physique et de Möcanique,
Genf. 22.8.04.
T. 10201. Einrichtung zur Verhütung nach-
teiliger Folgen des Quecksilberschlages bei
Dampfapparaten nach Art der Hewittschen
Quecksilberlampe. P. H. Thomas, Mont
Clair, V. St. A. 14. 2. 05.
42. A. 10801 und Zus. dazu 11962. Kraft- und
Arbeitsmesser für sich drehende Wellen.
M. Arndt, Aachen. 14. 3. 04 u. 15. 8. 04.
B. 36468. Parabolischer Reflektor mit vor-
geschalteter Linse für eine breite oder zwei
Lichtquellen. A.Boas, Rodrigues & Cie.,
Paris. 20. 2. 04.
B. 37 518. Thermoelektrisches Pyrometer
zum Messen der Temperatur geschmolzener
Leiter. W. H. Bristol, Hoboken, V. St. A.
27. 6. 04.
H. 82142. Sphärisch, chromatisch omd astig-
matisch korrigiertes Objektiv, bestehend
aus einer alleinstehenden Sammellinse und
einem verkitteten Meniskus. 0. Heim-
städt, Wien. 11. L 04.
H. 85 768. Gyroskopkompaß mit elektrischem
Antrieb der rotierenden Masse durch Mehr-
phasenstrom. Hartmann & Braun, Frank-
furt a. M. 19. 7. 05.
P. 16 534. Dreischenkliger Zirkel zum Auf-
tragen von Winkeln. J. Pilsatneeks,
Riga,\Rußl. 17. 10 04.
65. G. 18 991. Registriervorrichtung mit elek-
trischer Übertragung für die Maschinen-
manöver auf Dampfschiffen, bei welchen die
Komandos und die Umdrehungen der Schiffs-
welle aufgezeichnet werden. F. Gloystein,
Bremen. 10. 10. 03.
67« T. 10004. Maschine zum Schleifen von
Linsen u. dgl. S. Tompson, Livermore
Falls, Mairo, V. St. A. 12. 11. 04.
74. H. 34546. Verfahren zur Bestimmung der
Entfernung von metallischen Gegenständen
(Schiffen oder dgl.), deren Gegenwart durch
das Verfahren nach Pat. Nr. 165 546 festge-
stellt wird. Ch. Hülsmeyer, Düsseldorf.
10. 11. 04.
ErUUiiMfeii.
18. Nr. 167 084. Verfahren zum Zementieren
und Härten von Gegenständen aus Eisen
und weichem Stahl. G. Reiniger, West-
end-Berlin. 23.6.04.
21. Nr. 167067. Verfahren und Vorrichtung
zur Messung der Stromstärke in Röntgen-
röhren. E. Ruhmer, Berlin. 13. 4. 05.
Nr. 167 110. Quecksilberlampe mit Einsatz-
rohr. Schott & Gen., Jena. 25. 11. 04.
Nr. 167 286. Wechselstromzähler nach dem
Induktionsprinzip. AUg. Elektrizitäts-
Gesellschaft, Berlin. 14. 3. 05.
32. Nr. 167 023. Verfahren zum stetigen Er-
schmelzen von Glas oder dgl. mittels elek-
trischer Widerstandserhitzung. H. Hauke
Wevelinghoven, Rhld. 26. 9. 03.
Nr. 167113. Vorrichtung zur Herstellung
röhrenförmiger Glaskörper durch Verdrängen
der in eine Form eingegebenen Glasmasse
mittels eines achsial eingeführten Formkerns.
F. A. Grosse, Bischofswerda i. S. 17. 5. 04.
42. Nr. 167 041. Einrichtung zum Anzeigen der
Summe oder der Differenz des Zeigeraus-
schlages zweier beliebiger Instrumente.
Neufeldt & Kuhnke, Kiel. 24. 4. 04.
Nr. 167 069. Einrichtung an Handfemrohren
zum Messen des Winkels, den die Visier-
linie nach dem beobachteten Punkt mit der
Lotlinie oder dem magnetischen Meridian
bildet. C. Zeiß, Jena. 29. 12. 03.
Nr. 167 070. Vorrichtung zum Anzeigen des
Wärme Verbrauchs in Dampfheizungen. C.
Moormann, Hildesheim. 22. 10. 03.
Nr. 167 224. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes photographisches
Doppelobjektiv, bestehend aus einer ein-
fachen Linse und zwei miteinander ver-
kitteten Einzellinsen mit zwischen beide
Gruppen eingeschalteter Blende. G. R o d en -
stock, München. 9. 6. 03.
Nr. 167 230. Jodprüfer für Bier. H. Trapp,
Wittenberg. 12. 5. 05.
Fflr dl« R«dAkttoii T«raiitwortlleh: A. Blatchk« in Berlin W.
Verlag ▼on Jnllnt Springer In Berlin N. ~ Dnick Ton Emil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Orgrau für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30^ An der Apostelkirche 6.
Heft 2. 15. Januar. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmis^ong: der Redaktion geutatteU
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
von
Dr. E. KohUiohflttar In Berlin.
{FortutKung.)
Versuche mit noch größerem Abstand zwischen Rose und Kesselwandungen
sind im Gange, um einen Kompaß, der auch bei noch mehr verringerter Richtkraft
brauchbar bleibt, zu erzielen, und es steht zu hoffen, daß auf dem eingeschlagenen
Wege ein Kompaß erreicht wird, der allen billigen Anforderungen entspricht. Jeden-
falls stellt das in Fig. 3 dargestellte Modell des Reichs-Marine-Amts den zur Zeit voll-
kommensten Typ eines Fluidkompasses dar.
Ein anderer Weg zur Bekämpfung der Richtkraftverminderung würde die Ver-
mehrung des magnetischen Moments der Rose durch Anwendung von Elektromagneten
anstelle der gebräuchlichen Stabmagnete sein. Diesbezügliche Versuche sind ebenfalls
vom Reichs-Marine-Amte unternommen worden, haben aber zu keinem brauchbaren Re-
sultat geführt. Daher steht hier erfinderischen Köpfen noch ein weites Feld zu viel-
leicht dankbarer Betätigung offen.
Hand in Hand mit diesen Versuchen gingen solche zur Verbesserung der Kom-
pensalionseinrichtungen. Nach holländischem Vorgange wurden statt der seitlichen Kugeln
lange Stäbe aus weichem Eisen längsschiffs und querschiffs neben dem Kompaß ange-
bracht (Turmbodenkompaß), wodurch auch in der Tat eine Vermehrung der Richtkraft
und stärkere Kompensation erreicht wurde. Aus militärischen Gründen mußte davon
jedoch wieder Abstand genommen werden. Pur Handelsschiffe, auf denen die gewöhn-
liche Quadrantalkompensation nicht ausreicht, könnte diese Kompensation jedoch mit
Vorteil verwendet werden.
Holländischen Ursprungs ist auch der Gedanke, die Quadrantaldeviation nicht
durch weiches Eisen, wie es naturgemäß ist, sondern durch zwei kleinere Kompasse,
die neben dem Hauptkompaß aufgestellt werden, zu kompensieren. Es lassen sich
dadurch bedeutend stärkere Deviationen wegbringen, als durch weiches Eisen. Die
Anregung wird vom Reichs-Marine-Amt durch Versuche noch weiter verfolgt, und etwas
Abschließendes ist daher noch nicht darüber zu sagen.
Bei den Regel- und Peilkompassen, die sowohl auf den Handelsschiffen als
auch an Bord der Kriegsschiffe meist so frei stehen, daß der Einfluß der schiffsmagne-
tischen Kräfte durch die gewöhnliche Kompensation beseitigt werden kann, machen
sich die hierzu gebrauchten großen Qaadran talkugeln beim Peilen störend bemerkbar,
indem sie die Sichten querab vom Schiff verdecken. Deshalb hat der Mechaniker
Stolfa in Triest die Kugeln unter dem Kompaßkessel angeordnet und nach dem sach-
verständigen Urteil von Gel eich mit gutem Erfolgt). Dies trifft aber wohl nur für
Trockenkompasse zu. Das Vorgehen des Reichs-Marine-Amts, statt der Vollkugeln nur
Kugelzonen zu verwenden, deren Mittelpunkt in der Rosenebene bleibt, ermöglicht
ebenfalls das Peilen querab und ist theoretisch richtiger. Die dadurch herbeigeführte
Verschlechterung der Kompensation bleibt in den meisten Fällen unter 1®, wie durch
Versuche praktisch festgestellt worden ist, und kommt daher nicht in Betracht ^j.
0 Zeitachr. f. Instrkde. 20, S. 251. 1900. — ^) Rottok, a. a. 0.
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14 E. Kohlschütter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. MechluaUrer-Zte
Fig, 4 zeigt den Kompaßkessel Modell 1903 mit den beiden Kugelzonen.
In ganz anderer Richtung als die bisher besprochenen bewegen sich die Ver-
suche, durch Kompaßübertragungseinrichtungen an den Steuerstellen gut funktionierende
Richtungsanzeiger zu bekommen. Der leitende Gedanke dabei ist der, an magnetisch
günstiger und möglichst sicherer Stelle einen gut kompensierten Mutterkompaß auf-
zustellen, dessen Angaben durch irgendwelche Femleitungen automatisch auf beliebig
viele Tochterrosen übertragen werden, die in den Kommandotürmen und an den
Steuerstellen aufgestellt sind und nach denen das Schiff gesteuert wird.
Von den vielen Vorschlägen zu derartigen Einrichtungen, die infolge eines
Preisausschreibens vom Jahre 1895 beim Reichs-Marine-Amt eingingen, werden gegen-
wärtig zwei auf verschiedenen Prinzipien beruhende weiter verfolgt und durch ständige
Verbesserungen ausgebaut. Die Freesesche Übertragung^) verwendet einen an der
Mutterrose befestigten Kontakthebel, der auf Quecksilberkuppen gleitet und dadurch
einen Strom schließt, der die Tochterrose auf die den berührten Kuppen entsprechende
Stellung einspielen läßt.
Die andere Einrichtung ist von
Dr. Einthoven in Leyden konstruiert und
von Siemens & Halske ausgeführt und
verbessert worden. Sie beruht auf der
Änderung des elektrischen Widerstandes
von kleinen Metallplättchen infolge Erwär-
mung durch eine elektrische Glühlampe,
deren Strahlen durch einen Ausschnitt der
Mutterkompaß-Rose auf die dem jedes- Ftg. 4.
maligen Kurse entsprechenden Metallplätt-
chen fallen. Die durch die Widerstandsänderung hervorgebrachten Stromschwankungen
dienen zur entsprechenden Regulierung der Tochterrosen.
Die Versuche mit diesen Übertragungen sind jedoch noch nicht aus dem
Anfangsstadium herausgekommen.
Ähnliches gilt von einem anderen Instrument, das ebenfalls bestimmt ist, den
Kompaß in gewissen Fällen zu ersetzen, nämlich dem Kreisel.
Schon bei Beginn der Schwierigkeiten mit den Fluidkompassen hatte Herr Ge-
heimer Admiralitätsrat Rottok darauf verwiesen, die magnetische Kraft der Erde durch
die Schwungkraft eines schnell rotierenden Körpers zu ersetzen und den Foucaultschen
Kreisel, der bislang nur im Experimentiersaal des Physikers zu finden war, in die nau-
tische Praxis zu übernehmen. Zunächst war dabei an den Kreisel mit zwei Freiheits-
graden gedacht, d. h. einen Kreisel, dessen Drehungsachse nicht aus der Horizontalebene
herauskann. Ein solcher Kreisel hat die Eigenschaft, daß seine Achse sich immer in den
astronomischen Meridian einstellt. Diese Verwendungsart des Kreisels war aber nicht
möglich, da man auf dem schwankenden Schiff kein Mittel hat, die Drehungsachse in
der Horizontalen festzuhalten. Deshalb wurden die Versuche, die das Reichs-Marine-
Amt unternahm, mit einem Kreisel mit drei Freiheitsgraden angestellt, d. h. einem
solchen, der sich um drei beliebige, rechtwinklig aufeinander stehende Achsen drehen
kann. Ein derartiger Kreisel behält, wenn er sich ganz frei bewegen kann, dauernd
seine Drehungsebene und somit auch seine Drehungsachse im Weltenraum bei. Das-
selbe tut aber auch die Erdachse. Daher muß eine solche Kreiselachse dauernd nach
dem nördlichen Himmelspol gerichtet bleiben, wenn sie einmal darauf eingestellt ist.
Damit hätte man also ebenfalls ein Instrument, das dauernd nach dem wahren Norden zeigt.
Nachdem die Schwierigkeiten überwunden waren, die sich der Stromzuführung
entgegenstellten, wurde der Kreisel als Drehstrommotor mit Kurzschlußanker, letzterer
in Gestalt einer schweren Eisenscheibe, von der Firma Jul. Pintsch in Fürstenwalde
hergestellt. Zuerst schien die Sache zu gehen, aber sehr bald wirkten störende Kräfte
ein, die Reibung in den Lagern und die Schwerkraft der Erde. Die letztere kam
deshalb zur Wirkung, weil es nicht möglich gewesen war, den Unterstützungspunkt des
Kreisels ganz genau in die Drehungsachse zu verlegen. Diese störenden Kräfte riefen
unkontrollierbare Präzessionen hervor; die Drehungsachse, statt dauernd nach dem
Nordpol zu zeigen, setzte sich in Bewegung und beschrieb irgendwelche Bahnen, so daß
die Versuche als gescheitert angesehen werden müssen').
1) D. R. F. Nr. 138 205. Kl. 74. — ^) Rottok, a, a. 0.
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15 JaAuar 1006 ^* K o h 1 ■ c h ü 1 1 e r , Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 1 5
Unabhängig davon war aber dieselbe Idee von einigen Gelehrten und In-
genieuren selbständig und in anderer Weise verfolgt worden, und es ist möglich oder
sogar wahrscheinlich, daß in nächster Zeit unter Zuhilfenahme eines anderen Prinzips
doch noch ein brauchbarer Kreiselapparat als Richtungsanzeiger zustande kommt.
Von Wichtigkeit für die richtige Ortsbestimmung des Schiffes ist es, daß der
Mann am Ruder den ihm vorgeschriebenen Kurs auch möglichst genau innehält. Zu-
weilen werden aber größere Abweichungen entstehen, die durch verschiedene Ursachen
hervorgerufen werden können, wozu in erster Linie die Luv- oder Leegierigkeit des
Schiffes, d. h. sein meist einseitiges Bestreben, den Bug nach der Windseite oder der
entgegengesetzten Seite zu drehen, sowie die Unaufinerksamkeit des Rudersmannes ge-
hören. Um derartige Abweichungen kenntlich zu machen und ihren Betrag auch nach-
träglich feststellen zu können, sind Registrierkompasse ^) konstruiert worden, die sich
trotz ihres offenbaren Nutzens für Schiffsführung aber nicht einzubürgern vermocht
haben. In der Nähe von Land oder gefährlichen Untiefen, wo es auf eine möglichst
genaue Ortsbestimmung ankommt, kann der Schiffsführer den wirklich gesteuerten Kurs
aus den Aufzeichnungen bestimmen. In See, wo dieser Grund wegfällt, werden die
Zeit- und die damit verbundenen Geldverluste vermieden, die aus dem Zickzackkurs
eines schlecht gesteuerten Schiffes entstehen. Ein besseres Steuern wird aber durch
die stete Kontrolle erreicht, die der Registrierkompaß über den Rudersmann ausübt.
Auch geben die von solchen Kompassen aufgezeichneten Diagramme dem Kapitän die
Möglichkeit, diejenigen Leute aus seiner Mannschaft, die sich am besten als Ruder-
gänger eignen, auszuwählen. Wie groß dieses persönliche Moment ist, zeigt Fig. 5;
von den beiden Kurven ist die obere aufgenommen, als der Steuerer nichts von der
Anwesenheit des Registrierkompasses wußte, während ihm bei der unteren bekannt war,
daß er durch einen solchen kontrolliert wurde.
7-
A^y
Plg. 6.
Ein weiterer Vorteil solcher Registrierungen ist der, daß sie bei Seeamtsver-
handlungen unter Umständen wertvollen Aufschluß über die Ursachen eines Schiffs-
unfalls geben können^). Am einfachsten würde sich die Registrierung mit einer Kompaß-
übertragungseinrichtung verbinden lassen, und die Firma Siemens & Halske hat auch
einen derartigen Apparat konstruiert. Doch ist auf den Schiffen der Kais. Marine das
Bedürfnis nach einem solchen Instrument nicht vorhanden, da hier der Rudergänger
genügend kontrolliert wird. Unabhängige Registrierkompasse sind von einer ganzen
Reihe von Leuten erfunden worden; ich nenne nur die Namen Carlstedt, Langen
in Ponta Delgada^), Wrigley, den Kommandanten Heit und W. C. Porbes^).
Bei dem Ships Course Recorder von Wrigley wird ein Papierstreifen durch
ein Uhrwerk mit konstanter Geschwindigkeit über den Mittelpunkt der Kompaßrose fort-
bewegt. Der Papierstreifen wird dabei so orientiert, daß bei dem richtigen Kurse eine
an der Kompaßrose befestigte Nadel auf die Mittellinie des Papierstreifens trifft. Von
Zeit zu Zeit bohrt die Nadel Löcher in den Papierstreifen und aus dem Abstand dieser
Löcher von der Mittellinie ergeben sich die Abweichungen vom Kurs.
Bei dem Registrierkompaß von Heit befinden sich an der Wand des Kompaß-
kessels kleine metallene Anschläge, die je um 1® voneinander abstehen. Sie können
so gedreht werden, daß bei dem richtigen Kurse der Nullanschlag dem Westpunkt der
Rose gegenübersteht. Von Minute zu Minute wird ein kleiner, im Mittelpunkt der Rose
befestigter Hammer durch ein Uhrwerk ausgelöst und fällt auf einen der Anschläge
nieder, wodurch ein elektrischer Strom geschlossen wird, der an einem Registrier-
apparat den getroffenen Anschlag vermerkt. Der Registrierapparat besteht aus zwei
^) Caspar, Registrierkompasse. Annalen d. Hydr. u. 8. w. 32» S. 428. 1904.
«) Hanaa. 1904, 8. 4L — ^) D. R. P. Nr. 85 187. KL 42. — *) Australisches Patent 1903.
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\Q E. KohlschUtter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. Me^nikwr-Zte
Metallkämmen, deren Zinken sich genau gegenüberstehen, und einem durch ein Uhrwerk
zwischen beiden hindurchgezogenen Papierstreifen. Je zwei sich gegenüberstehende
Zinken entsprechen einem der metallenen Anschläge. Wird nun durch den Hammer
der Strom geschlossen, so springt zwischen den entsprechenden Zinken der Kämme ein
Funke über, der ein Loch in das Papier schlägt. Der Apparat soll gute Resultate er-
geben haben; er scheint aber für einen Bordapparat zu diffizil zu sein.
Wir gehen nunmehr von den Richtungsanzeigern zu den Apparaten über, die
den zurüclcg siegten Weg, das zweite Bestimmungsstück des gegißten Bestecks, zu be-
stimmen gestatten.
In früherer Zeit diente hierzu ausschließlich das Log, Jetzt wird der gutge-
machte Weg vielfach aus der Umdrehungszahl der Maschine berechnet. Man kann
das Log aber trotzdem nicht entbehren, da es zu gelegentlicher Kontrolle und zur Be-
stimmung des Umrechnungsfaktors der Maschinenumdrehungen in Weglänge nötig ist.
Dieser Paktor bleibt nämlich nicht konstant, sondern ändert sich mit dem Seegang, dem
Wind, dem Tiefgang und dem Krängungswinkel des Schiffes, mit der zunehmenden
Bewachsung des Schiffsbodens u. s. w.; er muß daher von Zeit zu Zeit durch das Log
neu bestimmt werden. Segelschiffe sind außerdem allein auf das Log angewiesen.
Noch vielfach in Gebrauch ist das alte gewöhnliche Log, bestehend aus dem
Logscheit mit der Leine und dem Logglas, einer Sanduhr. Das Logscheit ist ein höl-
zernes Brett in Form einer Viertelkreisscheibe, die senkrecht im Wasser steht, und den
festen Punkt bilden soll, von dem aus die Fahrt des Schiffes an den in der Leine an-
gebrachten Knoten gemessen wu-d. Die Scheibe bleibt natürlich nicht genau an der-
selben Stelle stehen, sondern wird von der schweren, durchhängenden Leine etwas
nachgeschleppt. In der deutschen und einigen anderen Marinen schützt man sich
gegen diesen Fehler dadurch, daß man die Knotenlänge um 57o kürzer macht, als sie
eigentlich sein soll; doch ist dies nur ein rohes Ausfluchtsmittel, und man ist daher
bemüht gewesen, ein Logscheit zu konstruieren, das nicht nachschleppt.
Von amerikanischer Seite ist zu diesem Zweck vorgeschlagen worden, statt des
Scheites einen spitzen Ledersack ^) anzubringen, der durch einen Reifen offengehalten
wird und seine offene Seite dem Schiff zukehrt. Er soll im Vergleich zum alten
Scheit nur sehr wenig nachgeschleppt werden, so daß die Logfehler dadurch tatsächlich
geringer werden. Nach Beendigung des Loggens wird der Sack mit der Spitze voran
eingeholt.
Ein anderer Verbesserungsvorschlag, der von Guyou^) herrührt, soll in der
französischen Marine eingeführt sein. Das Logscheit wird ebenfalls durch einen Sack
ersetzt, aber aus wertlosem Material, Kattun, der durch einen Reifen aus Rohr oder
Weidenrute offen gehalten wird und durch eine Handvoll Sand beschwert ist. Statt
der schweren Logleine dient ein dünner Bindfaden, der von einer Haspel abrollt und
so leicht ist, daß er schwimmt und den Sack nicht nachzieht. Jedesmal, wenn 100 m
Leine ausgelaufen sind, wird durch die Haspel ein elektrischer Kontakt geschlossen,
wodurch im Kommandoraum von einem Registrierapparat ein Punkt auf einen Papier-
streifen gemacht wird. Daneben werden auf demselben Papierstreifen auch die Um-
drehungen der Schraubenwelle registriert. Man bekommt daher einen direkten Vergleich
zwischen der Anzahl der Maschinenumdrehungen und dem zurückgelegten Weg, woraus
sich ohne weiteres der Umrechnungsfaktor ergibt. Der Logsack und der Bindfaden
von etwa 400 m Länge gehen verloren, was bei ihrem geringen Werte nichts aus-
macht. Guyou hat somit dasselbe Prinzip angewandt, das sich bei den Lotröhren
bereits allgemein eingebürgert hat.
Die außerdem gebräuchlichen Fahrtmesser sind die Decklogs, vielfach auch
Patentlogs genannt, die sich sämtlich darin gleichen, daß die Umdrehungen einer von
dem Schiff durchs Wasser nachgeschleppten Schraube oder eines Flügelrades durch ein
Zählwerk summiert werden und man somit aus der Ablesung durch Multiplikation mit
einem empirisch bestimmten Reduktionsfaktor direkt die zurückgelegte Distanz bekommt.
(Fortsetzu/ng folgt)
») Tichn. Rundschau 1905. 8. IL — -) Compt rend. 130. S. 1170. 1903.
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Hett 2.
15. Januar 1906.
Vereint- und Personennachrichten.
17
Vereins- und Personen-
nachpichten.
Am 16. Dezember v. J. verschied unser
Mitglied
Hr. J. J. Buddingh
im Alter von beinahe 73 Jahren.
Der Verstorbene, der am 1. Juli v. J.
das 50-jährige Jubiläum als Leiter der
Firma Becker & Buddingh in Arnhem
feiern konnte, war eines der ältesten Mit-
glieder unserer Gesellschaft und hat immer
die engsten Beziehungen zur deutschen
Feinmechanik unterhalten. Wir werden
seiner stets in Achtung und Liebe gedenken.
Der Vorstand der Deutschen Besellsckaft f&r Mechanik
und Optik.
ADmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Ernst Plank; Optische und me-
chanische Fabrik ; Nürnberg.
25>Jährlge8 Jubiläum
der
I. Handwerkerschule zu Berlin.
Gegen 2000 Personen, — Schtller,
Lehrer und Freunde der L Handwerker-
schule — füllten am Abend des 9. De-
zembers den großen Saal der Philharmonie,
um das 25-jährige Bestehen der I. Hand-
werkerschule von Berlin zu feiern. Der
Festakt, der unter Vorsitz von Hrn. Ober-
ingenieur H. Remane stattfand, wurde
eingeleitet durch eine Rede von Hrn. Geh.
Oberregierungsrat Lüders, dem einzigen
noch lebenden Mitgliede der Kommission,
die seinerzeit die Vorarbeiten zur Gründung
der Schule durchführte. Diese und fast alle
folgenden Reden waren eine Huldigung für
den leider verstorbenen ersten Direktor
der Schule, Otto Jessen, und den eben-
falls verstorbenen Stadtschulrat Bertram.
Besonders hervorgehoben sei die Rede des
Vertreters der D. G. f. M. u. 0., Herrn W.
Handke, der die Entwickelung des ge-
samten Fortbildungsschulwesens in Berlin^)
1) Einige Zahlen, die diesen Ausführungen
zu Grunde lagen, dürften allgemeines Interesse
beanspruchen.
Im Jahre 1904 gab es in Berlin Fortbildungs-
gelegenheiten für 112 gewerbliche und kauf-
und dessen Verdienste um die Hebung des
Handwerks beleuchtete. An die Reden
reihten sich gesangliche Darbietungen; der
Festakt schloß mit höchst beifällig aufge-
nommenen lebenden Bildern. Es folgte Tanz
und geselliges Beisammensein, die sich bis
zum Morgen ausdehnten.
Die gesamten Veranstaltungen, unter
denen auch die treffliche Festzeitung ge-
nannt sei, waren nicht nur sorgfältig,
sondern auch mit feinem künstlerischen
Geschmack vorbereitet; dem Festausschuß
gebührt darum der Dank aller Teilnehmer.
Anträge auf Bewilligung von Geldmitteln
aus dem Fonds der Jabiläumsstifiung der
deutschen Industrie» die in der ordentlichen
Sitzung des Kuratoriums im Mai 1906 zur Be-
ratung und Beschlußfassung gelangen sollen,
müssen spätestens bis zum 1. Februar 1906 an
den Vorsitzenden des Kuratoriums eingereicht
werden; Druckabzüge der Leitsätze für die
Stellung derartiger Anträge sind von der Ge-
schäftsstelle der Jubiläumsstiftung (Charlotten-
burg, Technische Hochschule) kostenlos zu
beziehen.
männische Berufe. Abgesehen von den Fort-
bildungsschulen für Mädchen, der städtischen
Webeschule und ähnlichen Instituten stellte
sich der Besuch folgendermaßen:
Lehrlinge
17 Fortbildungsschulen . .
14 094
9901
(852)
{664)
I. Handwerkerkschule . .
2401
2763*)
(54i)
{199)
n.
2896
{186)
{122)
Gewerbesaal (11 Klassen) .
2427
1729
{524)
{373)
rd. 45 Fachschulen . . .
9291
7715
Berliner Handwerkerverein .
452
99
{9)
{3)
Kaufmännische Fort-
bildungsschule ....
. 2683
1821
Zusammen
. 34 244
24 028
{1912) {1361)
Die eingeklammerten Zahlen geben an, wie-
viel Mechaniker sich unter den Schülern und
Lehrlingen befanden.
*) Die Zahl 2763 bezieht sich auf beide
Handwerkerscbulen.
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18
GUttechnlschM.
Oentache
M»ehanlker-Ztg.
Olastechnisches.
Die amerikanischen
PrQfungsbestimmungen für
Thermometer.
{ForttitMung.)
2. Prüfung von Thermometern.
(Zirkular Nr. 8 vom 16. Sept. 1904.)
Während das Zirkular Nr. 5 sich nur
mit der Prüfung ärztlicher Thermometer
befaßt, enthält das Zirkular Nr. 8 ganz
allgemein die Vorschriften für Prüfung der
verschiedenen Thermometer.
Zur Vergleichung mit den Normal-
thermometern des Bureaus werden ange-
nommen Glasthermometer, die mit Queck-
silber, Alkohol, Toluol, Petroläther, Pentan
oder einer andern geeigneten Flüssigkeit
gefüllt sind, soweit sie den nachfolgenden
Bedingungen entsprechen . Hauptnormal-
Quecksilberthermometer werden angenom-
men zur Kalibrierung, Bestimmung der
Druckkoeffizienten und des Fundamental-
intervalls.
Vorschriften für die Anträge auf
Prüfung, Der Prüfungsantrag soll die
Art der gewünschten Prüfung bestimmt
angeben, z. B. die Temperaturen, bei
welchen die Thermometer geprüft werden
sollen, die Eintauchtiefe während der Prü-
fung oder irgend andere Bedingungen, die
der Antragsteller beobachtet zu sehen
wünscht. Wenn möglich sind dem Antrag
die Gebühren beizufügen, unfrankierte Sen-
dungen werden nicht angenommen.
Die Instrumente und Verpackungen
sollen zur Identifizierung deutlich gekenn-
zeichnet sein.
Die Instrumente werden nicht früher
zurückgesandt, als bis alle fälligen Ge-
bühren entrichtet sind.
Anforderungen an die Instrumente,
Im allgemeinen werden Thermometer, die
Konstruktionsmängel zeigen, nicht geprüft.
Findet dies dennoch statt, so werden die
Mängel im Prüfungsschein aufgeführt.
Hauptsächlich sind folgende Vorschriften
zu erfüllen.
1. Die Teilung muß entweder direkt
auf der Röhre angebracht werden, was
immer vorzuziehen ist (? der Ref.), oder
auf einer Skala, die sicher und unverrück-
bar in der Röhre befestigt ist. Im letz-
teren Falle muß eine Strichmarke, welche
mit einem Strich der Skala zusanunenfällt,
angebracht sein.
2. Die Teilung auf der Röhre soll so
beziffert sein, daß die Identität jedes
Striches ohne unnötige Schwierigkeiten
festgestellt werden kann. Kaliber und
Teilung sollen gleichmäßig sein und frei
von solchen Unregelmäßigkeiten, die Un-
sicherheiten in den Angaben verursachen
können, welche die anderweitig für die
betreffende Thermometergattung festge-
setzten Fehlergrenzen überschreiten.
3. Die Dicke der Teilstriche darf nicht
0,2 des kleinsten Teilintervalls überschreiten
und sollte weniger als 0,1 betragen, wenn
die Korrektionen auf 0,1 des kleinsten
Intervalls abgerundet werden sollen. Wenn
die Dicke oder Form der Teilung zu große
Unsicherheit in der Ablesung der Skala
bedingt, so werden die Korrektionen nur
in der Größenordnung der kleinsten Inter-
valle angegeben.
4. Die Thermometer sollen nur wenige
Teilstriche über die äußersten Temperaturen,
die geprüft werden, haben.
5. Alle Normal-Siedethermometer (Hypso-
meter) und Kalorimeter-Thermometer sollen
am oberen Ende der Kapillare eine hirn-
förmige Erweiterung haben. Dieses Hilfs-
reservoir ist auch bei den meisten anderen
Thermometerarten höchst erwünscht, da es
die Kalibrierung der Röhre ermöglicht,
die Fortschaffung von Luft aus der Queck-
silbersäule erlaubt und die Gefahren des
Zerspringens bei Überhitzung verringert.
6. Jedes zugelassene Thermometer wird
einer vorläufigen Prüfung bezüglich der
Einzelheiten seiner Konstruktion unter-
zogen, z. B. auf Feinheit und Gleichförmig-
keit der Teilung und Gleichförmigkeit des
Kalibers, Reinheit des Quecksilbers und
der Kapillarröhre, Abwesenheit von Schmutz,
Luftblasen, Splittern im Rohr u. s. w. Auch
werden über die Veränderlichkeit des
Nullpunkts nach wiederholten Erhitzungen
und über den Betrag der Nullpunktde-
pression Versuche gemacht, um einen
Maßstab für die Verläßlichkeit der Angaben
und der Eigenschaften des Glases zu ge-
winnen, aus welchem das Thermometer
hergestellt ist. Wenn diese Versuche er-
geben, daß das Thermometer nicht ge-
nügend gealtert ist, oder daß es aus einem
Glase mit unzulässig großer Nachwirkung
hergestellt ist, so wird ein Prüfungsschein
nicht ausgestellt.
Ein Thermometer, das sich bei der
Vorprüfung als ungenügend gealtert er-
weist, wird, wenn es zur Prüfung zuge-
lassen wird, zunächst vollständig gealtert,
wofür eine Zusatzgebühr erhoben w^ird.
Wenn ein Thermometer nicht gealtert
worden ist, so steigt der Nullpunkt (Eispunkt)
nach jedesmaliger Erhitzung; in hohen Tem-
peraturen kann die Veränderung 25 ^ C Über-
schreiten. Diese Schwierigkeiten kann man
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H«A3.
lö.Jannar 1906.
Glastechnlschas.
19
vermeiden, wenn die besseren Tiiermometer-
gläser verwendet und die Thermometer we-
nigetene 75 Stunden auf 450^ C erhitzt werden.
Es ist sehr wünschenswert, daß der Alterungs-
prozeß von den Fabrikanten vor endgültiger
Teilung der Thermometer vorgenommen wird.
Ein geringes Ansteigen des Nullpunkts findet
noch viele Jahre hindurch statt, selbst wenn
das Thermometer auf konstanter Temperatur
gehalten wird ; aber bei gehörig gealterten
Thermometern aus geeignetem Glas ist die
Veränderung sehr klein und wird 0,1® C in
vielen Jahren nicht überschreiten, wenn die
Thermometer bei gewöhnlichen Temperaturen
gebraucht werden. Die Wichtigkeit gehöriger
Alterung muß besonders betont werden, weil
eine große Zahl der hochgradigen Thermo-
meter, die im letzten Jahre zur Prüfung ein-
gereicht wurden, in dieser Beziehung unge-
nügend waren.
Die Depression des Nullpunkts, nachdem
das Thermometer auf 100® C {212° F) erhitzt
worden ist, sollte 0,1^ C (0,2° F) nicht über-
schreiten. Der Betrag dieser Nullpunktsdepres-
sion für einige der am meisten gebräuch-
lichen Thermometerglaser wird nachstehend
aufgeführt :
Jenaer Glas 59 i» 0,02® C
, 16 I" 0,050 bis 0,07° C
Verre dur 0,07° „ 0,10 » C
Engl. Kristallglas ungefähr 0,18® C.
Thermometer, die aua den besseren Glas-
arten hergestellt sind, erreichen nach der Er-
hitzung den Gleichgewichtszustand nach we-
nigen Minuten, während solche aus Glas mit
großer Nachwirkung eine Stunde oder mehr
dazu gebrauchen Ferner erreicht bei den
ersteren der Nullpunkt viel schneller seinen
alten Stand wieder, was schon in wenigen
Tagen geschieht, während die letzteren Monate
dazu erfordern i).
7. Es ist höchst wünschenswert, daß
alle Thermometer auf ihrer Skala den
Eispunkt (0° C oder 32« F) oder den
Siedepunkt (100 <> G oder 2\2^ F) haben,
besonders aber den ersteren, damit die
Veränderungen in dem Glase beobachtet
und die erforderlichen Korrektionen ange-
bracht werden können. Diese Konstruk-
tion ist hauptsächlich bei allen Präzisions-
imd Laboratorium-Thermometern zum Ge-
1) Weitere Einzelheiten über die Wirkung
des Altem, über die physikalischen und che-
mischen Eigenschaften der verschiedenen Glas-
arten finden sich in Guillaume, Präziaious-
thermometrie, Hovestadt, Jenaer Glas,
und in den thermometrischen Publikationen
der Physikalisch-Technischen Reichs-
anstalt.
brauch in gewöhnlichen Temperaturen er-
forderlich, wenn eine Genauigkeit von 0,1^
oder mehr verlangt wird ; ferner bei Ther-
mometern mit beschränktem Skalenumfang,
wie ärztlichen Normalthermometern, und
bei allen hochgradigen Thermometern, bei
denen die Veränderungen mehrere Grad
betragen können.
8. Thermometer, die sorglose Arbeit
zeigen oder irgend Konstruktionsfehler
haben, welche beim Gebrauch des Instru-
ments zu Unsicherheiten in der Temperatur-
messung führen können, erhalten keinen
Prüfungsschein. Das Bureau behält sich
in jedem einzelnen Falle das Recht vor,
über die Annahme eines Thermometers
zur Prüfung zu entscheiden.
Allgemeine Prüfungsbedingungen. Die
genauen Bedingungen der Prüfung, aus
welcher die Korrektionstafel hergeleitet
ist, werden im Zeugnis angegeben. Im
allgemeinen jedoch gelten die angegebenen
Korrektionen für volles Eintauchen, d. h.
wenn das Quecksilber in dem Gefäß und
in der Röhre sich auf der Temperatur des
Bades befindet, in welches das Thermo-
meter eintaucht. Wenn ein Thermometer
unter anderen Bedingungen gebraucht
wird, so werden im Zeugnis die nötigen
Daten zur Anbringung der „Fadenkorrek-
tion" angegeben. Auf Wunsch werden
die Korrektionen auch für die gebrauchte
Eintauchtiefe bestimmt, vorausgesetzt, daß
die Apparate des Bureaus dies zulassen.
Wenn die Thermometer von solcher Länge
oder Form sind, daß die Apparate des
Bureaus nicht ausreichen und besondere
Apparate für ihre Prüfung hergestellt
werden müssen, so wird eine Zuschlags-
gebühr erhoben.
Die Anzahl der Vergleichspunkte und
der Genauigkeitsgrad der Korrektionen
hängt von dem beabsichtigten Gebrauch
des Thermometers, seiner Einteilung, Fein-
heit der Striche, Art des Glases, aus
welchem es gemacht ist, u. s. w. ab. Der
Genauigkeitsgrad wird im allgemeinen im
Zeugnis angegeben.
Es ist immer erwünscht, daß bei Ein-
reichung der Thermometer der verlangte Ge-
nauigkeitsgrad angegeben wird, ebenso der
Teil der Skala, für welchen der größte Ge-
nauigkeitsgrad gefordert wird, und die Bedin-
gungen, unter denen das Thermometer ge-
braucht wird (z. B. Tiefe des Eintauchens, die ge-
wöhnlich vorhandene Zimmertemperatur u.s. w.).
Auf diese Weise hat man die erforderlichen
Daten, \xm die Anzahl und die Verteilung der
zu prtlfenden Punkte zu bestimmen.
{FortHiaung folgte
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20 PatentWste.
DentMh«
Mechmlker-Ztg.
Fatentliste.
Bis zum 27. Dezember 1905.
Klasse: Aiun«ldiuir*ii.
4« D. 16 105. Knallgasbrenner, insbesondere
für Kalklichtlampen. H. & B. Dräger,
Lübeck. 1. 8. 05.
20. A. 12 246. Elektrische Solenoidstellvor-
richtung für Bisenbahnsignale oder dergl.
AUg. Elektrizitäts-Gesellsch., Berlin.
25. 1. 05.
21. A. 12 306. Kontaktvorrichtung für perio-
disches öffnen und Schließen eines Strom-
kreises wahrend ganz bestimmter einstell-
barer Zeit- bezw. Arbeitsperioden. AI lg.
Elektrizitäts - Gesellschaft, Berlin,
19. 8. 05.
B. 89 286. Röntgenröhre mit Wasserkühlung.
H. Bauer, Berlin. 22. 2. 05.
D. 13 636 Vorrichtung zur Überhitzung von
Gasen oder Dämpfen mittels Elektrizität.
Ch. Diesler, Koblenz. 16. 5. 03.
F. 20 018. Thermoelektrisches Element zur
Messung von Wechselströmen. Ch. F6ry
u. Cy. pour la Fabrication des Comp-
teurs et Material d'Uslnes a Gaz,
Paris. 80. 3. 05.
F. 20483. Rotierender Stromunterbrecher.
Feiten & Guilleaume - Lahmeyer-
Werke, Frankfurt a. M. 4. 8. 05.
S. 20 563. Drehspulen-Galvanometer mit ver-
stellbarem magnetischen Nebenschluß und
mit konstantem Widerstände des Dämpfungs-
kreises. Siemens & Halske, Berlin.
18. 1. 05.
Seh. 23 617. Traggerüst für hochgespannte
Sammlerbatterien. L. Schröder, Berlin.
1. 4. 05.
24. 8. 19 818. Vorrichtung zur Verhinderung des
Niederschiagens von Dämpfen auf die Re-
flektoren der mit mineralhaltigen Bogenlicht-
kohlen versehenen Projektionsapparate.
Soci^te Sautter Harlö & Cie., Paris.
19. 7. 04.
W. 24 094. Vorrichtung zum Auswechseln
von Fadensystemen in optischen Instru-
menten. A. Weigel, Braunschweig. 8.7.05.
42. H. 34 786. Einrichtung an Reißfedern zur
Veränderung der Strichdicke während des
Ziehens. F. Hnup, Wien. 24. 2. 05.
L. 21 010. Stangenzirkel zum Zeichnen von
Evolventen. P. L. Lohrke, Turin. 27. 4. 05.
L. 20 154. Untersatz für Meßinstrumente
zur Befestigung an Holz. J. Lukes, Libu-
schin, Böhmen. 12. 10. 04.
M. 27 567. Vorrichtung zum Aufzeichnen der
Dichte von Flüssigkeiten. W. Mettin,
Wittmar, Braunschweig. 26. 5. 05.
P. 15 938. Vorrichtung zur gewichtsanaly-
tischen Bestimmung der Fettsäure in Seifen
und Seifenlaugen. M. Pitsch u. G.Lött er-
bos, Berlin. 5. 4. 04.
S. 18 868. Verfahren zur Trennung des Fettes
vom Eiweiß bei der Bestimmung des Fett-
gehaltes von Milch und anderen eiwoiß-
und fetthaltigen Produkten. A. Sichler,
Leipzig. 10. 12. 03.
S. 20140. Photographischer Kurvenzeichner,
Zus. z. Pat. Nr. 147 145. Siemens & Halske,
Berlin. 11. 10. 04.
48. C 12171. Verfahren zum Veredeln von
Aluminiumlegierungen durch Glühen und
Abschrecken. Zentralstelle für wissen-
schaftlich -technische Untersuchun-
gen, G. m. b. H, Neubabelsberg. 19.10.03.
88. H. 34 778. Elastische Lagerung von Uhren
oder sonstigen empfindlichen Apparaten.
C. A. Heuser, Elberfeld. 24. 2. 05.
Erteflimren.
2L Nr. 167 494. Verfahren zur deutlichen Sicht-
barmachung des Schwingungsbildes an
Resonanzmeßgeräten. Hartmann & Braun,
Frankfurt a. M. 25. 6. OB.
Nr. 167 580. Verfahren zur Herstellung von
Vakuumfrittern. H. Boas, Berlin. 22.6.05.
Nr. 167 708. Verfahren zur Erhöhung der
Empfindlichkeit von elektrischen Meß-, An-
zeige- und Regelungsvorrichtungen. M.
Kallmann, Berlin. 6.8.04.
Nr. 167 709. Röntgenröhre. H. Bauer, Berlin.
5. 4. 05.
Nr. 167 710. Glimmlicht-Oszillographen-Röhre;
Zus. z. Pat. Nr. 162 725. B. Ruhm er, Berlin.
21. 7. 05.
Nr. 167 747. Quecksilberunterbrecher mit inter-
mittierendem Strahl. H.Boas, Berlin. 17.8..04.
Nr 167 765. Vakuumfritter mit verstell-
barem Kolbenabstande. Derselbe. 15. 7. 05.
Nr. 167 767. Temperaturausgleichsvorrichtung
für elektrische xMeßgeräte. W. H. Bristol,
Hoboken, V. St. A. 9. 11. 04.
42. Nr. 167 262. Vorrichtung zur Einstellung eines
ruhenden bezw. im Anlauf befindlichen
Kreiselapparates in eine bestimmte Lage
zum Erdmeridian. H. Anschütz-Kaempfe,
Kiel. 7. 1. 05.
Nr. 167 291. Vorrichtung zum Aufhängen des
Tragstabes von Instrumenten in einem
kardanischen Gelenk. K. Hein, Hannover.
19. 7. 03.
Nr. 167 584. Apparat zur Bestimmung des
spezifischen Gewichts von Körnerfrüchten
u. dgl. L. Schopper, Leipzig. 7.1.05.
Nr. 167 646. Thermoelektrisches Pyrometer.
W. H. Bristol, New-York. 19. 2. 05.
FOr dl« B«daktioii TenuifewortUch: A.BUichke In Berlin W.
YtfUff Ton Jnltni Springer in Berlin N. ^ Dmek Ten Bmll Dreyer In B«rlin BW.
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Deutsche Mechanlker-Zeltiing.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnunentenkimde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsbiatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 3. L Februar. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigiing der Redaktion gestattet«
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
▼on
Dr. B. Kohlflohfltter in BerUn.
{Fortuta%mg.)
Die Umdrehungen der Logschraube werden jetzt gewöhnlich durch eine Leine
auf das an Bord aufgestellte Zählwerk übertragen. Der holländische Kapitän Uter-
möhlen^) hat vorgeschlagen, die Leine durch einen 2 mm dicken Draht aus Aluminium-
bronze von 75 m Länge zu ersetzen. Die Resultate sollen dadurch genauer werden,
da Seegang und Wind auf den dünnen Draht weniger einwirken als auf die dicke
Leine. Schwierigkeiten macht das Einholen des Drahtes, da er keinen Drall bekommen
darf, weil er sonst leicht bricht.
Von der Kaiserlichen Marine sind gleichzeitige Versuche mit einem deutschen
Decklog, von Haecke in Berlin, und einem englischen, dem bekannten Cherublog von
Walker, angestellt worden, wobei sich das deutsche dem englischen überlegen zeigte.
Die Zuverlässigkeit der Aufzeichnungen ist bei beiden dieselbe, das deutsche Log
ist aber einfacher gebaut und kann daher leichter auseinandergenommen und ge-
reinigt werden.
Bei diesen Versuchen ergab sich der den beiden Logs gemeinsame Übelstand,
daß die Angaben bei langsamer Fahrt des Schiffes unzuverlässig werden. Das Reichs-
Marine-Amt hat daher Untersuchungen angeordnet, ob sich dem vielleicht durch eine
leichtere Schleppschraube aus Magnalium abhelfen läßt; Ergebnisse darüber sind aber
noch nicht bekannt geworden.
Ein schwerwiegenderer Übelstand der Decklogs ist ihre rasche Abnutzung, was
bei der fortdauernden Reibung im Zählwerk, die unter dem ganzen Zuge der nachge-
schleppten Schraube wirkt, nicht zu verwundern ist. Hier haben die Logs von Fleu-
riais, Fua und dem Kapitän Mc. Gray Abhülfe geschaffen. Sie trennen Schlepp-
leine und Übermittlung der Umdrehungen auf das Zählwerk, indem die letztere auf
elektrischem Wege in einem isolierten Leitungsdrahte erfolgt. Der Druck auf die Lager
der Schraubenwelle ist infolgedessen gering und die Schleppleine, die nur den Druck
aufzunehmen hat, braucht nicht drehbar befestigt zu sein.
Bei dem Fleuriaisschen Log wird ein Schaufelrad, ähnlich dem bekannten
Windrädchen, nachgeschleppt, das bei jeder Umdrehung einen Kontakt gibt. Da ein
solches Rad aber viel mehr Beschädigungen ausgesetzt ist, als eine Schraube, so ist das
Log von Fua 2) vorzuziehen. Dieses besteht aus der üblichen Schraube, deren Achse
wasserdicht in einem Gehäuse läuft, das durch die Schleppleine mit dem Schiff ver-
bunden ist. An der Achse ist eine Nase, die bei jeder Umdrehung auf einen Hebel
wirkt, wodurch ein Kontakt und ein elektrischer Strom geschlossen wird, der an dem
Zählwerk im Kommandoraum die Umdrehungen der Schraube registriert.
In ähnlicher Weise wirkt das Log des Kapitäns Mc. Gray^), von dem Fig. 6
einen schematischen Durchschnitt zeigt. An der Schleppleine s mit der isolierten Lei-
tung im Innern wird ein Gehäuse nachgeschleppt. Dieses Gehäuse trägt hinten einen
») Afm,€LEydr. 27* 8. 89, 1899. - ^) D.R.P. Nr. 141 82S. Kl. 42. — ^) D. Meeh.'Ztg.
190L 8. 66; hergea teilt von der 8hip and Seamena 8afety Oy. in Boston Mass.
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22 E. Kohlichütter, Ober die neuere EntwickluDg der nautischen Initrumente. Mechanlker-Zte
großen Flügel, der es davor schützt, in Rotation zu geraten. Die Achse a der
Schraube r, die wasserdicht durch die Rückwand des Gehäuses hindurchgeht, trägt eine
rechts- und linksgängige Spiralnut von gleicher Steigung. Ein wie eine Schrauben-
mutter durchbohrtes Metallatück m, das sich nicht drehen kann, gleitet auf der Achse a
und greift in die Spiralnut ein, so daß es sich bei der Drehung der Schraube ab-
wechselnd von dem vorderen Ende des Gehäuses zum hinteren Ende und vom hinteren
zum vorderen Ende bewegt. Jedesmal nun, wenn die Mutter m am vorderen Ende an-
langt, drückt sie gegen den Stift d, der durch die Wand zwischen dem Gehäuse und
der Kammer h hindurchgeht und den
Kontakt schließt, der in der Durchbrechung /
der Kammer zu sehen ist. Der Strom, .,. ^ ^i {^ ^
der dadurch geschlossen wird, betätigt im ^^^^^^^ItTS ^~^^^^< ^^ ^^^ ^1^^=^^
Kommandoraum einen Elektromagneten, der ^^"^-^^hzI >:z:;;^^g
infolgedessen auf einer durch ein Uhrwerk ' "' '" \
gleichmäßig gedrehten Trommel jedesmal p. ^
eine Marke macht, wenn die Mutter m ihren
Weg einmal zurückgelegt oder wenn die Schraube 14 Umdrehungen gemacht hat. Bei
den angestellten Versuchen soll das Log so befriedigende Resultate gezeitigt haben,
daß die amerikanische Marine es eingeführt haben soll. Der Übelstand, der oben bei
dem gewöhnlichen Decklog erwähnt wurde, daß die Angaben bei geringer Fahrt des
Schiffes unsicher werden und für die verschiedenen Geschwindigkeiten verschiedene
Korrektionsfaktoren angewendet werden müssen, dürfte sich auch bei dem Grayschen
Log zeigen, da die Reibungen der Achse und der sich auf ihr bewegenden Mutter bei
verschiedenen Geschwindigkeiten verschieden stark wirken werden. Immerhin scheint
mir dies Log neben dem von Fua das vollkommenste Decklog zu sein.
Alle diese Logs summieren den zurückgelegten Weg auf, so daß man nachträg-
lich nicht mehr feststellen kann, wieviel Fahrt das Schiff in einem bestimmten Zeitab-
schnitt gemacht hat. Dem soll der Logregistrierapparat von Hjalmar v. Köhler^) ab-
helfen, der außerdem dem Schiffsführer den Weg nach achtem zum Ablesen des Logs
erspart. Durch den kleinen Zeiger eines gewöhnlichen Decklogs wird mittels eines
Hebels ein elektrischer Strom geschlossen, der den Anker eines Elektromagneten eines
an der Kommandostelle aufgestellten Registrierapparates betätigt. Dadurch wird nach
jeder Umdrehung des Zeigers ein Loch in einen sich langsam weiterbewegenden Papier-
streifen gestochen. Die Fortbewegung des Papierstreifens wird durch eine auf der Mi-
nutenachse eines Uhrwerks sitzende Rolle bewerkstelligt, die eine Spitze trägt. Diese
Spitze macht neben den Meilenmarken allstündlich eine Zeitmarke. Aus der Anzahl der
Meilenmarken innerhalb einer Stunde kann man die Geschwindigkeit des Schiffes er-
sehen und aus der Anzahl der seit einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt gemachten
Marken den zurückgelegten Weg.
Eine zweite Art von Decklogs gibt nicht den zurückgelegten Weg, sondern die
augenblickliche Geschwindigkeit des Schiffes an. Hier ist das Piezometer des Kapitäns
der Brasilianischen Marine Radler de Aquino-) zu nennen, in dem der alte Gedanke
des Clarkeschen Fahrtmessers eine Auferstehung feiert. Bei beiden wird die Ge-
schwindigkeit des Schiffes durch den vom Wasser auf ein Logscheit ausgeübten Druck
gemessen. Dieser Druck wird auf ein Dynamometer übertragen und mittels eines
Zeigerwerks sichtbar gemacht und abgelesen. Ferner gehören hierher die Logs von
Küpper^) und Schuchhardt, die beide in dem Logkörper eine kleine Dynamo-
maschine imtergebracht haben, die durch die nachgeschleppte Schraube in Bewegung
gesetzt wird. Die Umdrehungszahl dieser Maschine imd damit die Stromstärke sind von
der Geschwindigkeit des Schiffes abhängig, so daß der erzeugte Strom als Maß der Ge-
schwindigkeit dienen kann. Die letztere kann an einem passend eingeteilten Strom-
messer direkt abgelesen werden.
Der bereits 1882 versuchte Fahrtmesser von Strangmeyer ist in etwas ver-
änderten Formen wieder aufgelebt in den Geschwindigkeitsmessern von Renack,
Raver ot und Belly*), Foss^) und Nicholson^). Allen vieren ist eigentümlich, daß
sie die Schiffswand durchbrechen und zwei Röhren in das Wasser münden lassen, von
1) Hergestellt von der NautMa inatrument AktUbolaget in Stockholm. — 2) j^gtron. Jähr.-
Bericht S. 8. 633, 190L — ^) D. R. P. Nr. 82 518. KL 42. — *) D. R. P. Nr. 87 513. Kl. 42. — ^) D. R. P.
Nr. 100 299. Kl. 42. — «) IVoe. ü. 8t Naval Inat 29. 8. 307. 1903.
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^^ ''löTif E. K o h 1 • c h ü 1 1 e r, Ob :r die neuere Entwicklung der nautischen Initrumente. 23
1. Februar 1906
denen die eine in der Fahrtrichtung, die andere in gleicher Höhe in der entgegenge-
setzten Richtung offen ist. Auf die letztere wirkt nur der hydrostatische Druck der
über der Öfibiung stehenden Wassersäule, auf die erstere außerdem der durch die Fahrt
des Schiffes erzeugte hydrodynamische Druck. Die Druckdifferenz in beiden Röhren, die
auf verschiedene Weise nach der Kommandostelle übertragen wird, ist daher ein Maß
der Schififsgeschwindigkeit, die auf einer empirisch geeichten Skala direkt abgelesen
werden kann. Bei Nicholson wird die Geschwindigkeit außerdem registriert und in
Verbindung mit einem Uhrwerk durch eine sehr sinnreiche Anordnung die Anzahl der
zurückgelegten Seemeilen automatisch berechnet und ebenfalls registriert.
Auf einem ähnlichen Prinzip beruht der JDistance and course recorder von
C. W. Porbes^), bei dem durch den Wasserdruck in der nach vorn offenen Röhre ein
Rädchen gedreht wird. Dieses setzt durch mechanische Übertragung einen Papierstreifen
in Bewegung, dessen ausgelaufene Länge den zurückgelegten Weg sowie die
Geschwindigkeit zu berechnen gestattet.
Es scheint mir indessen nicht wahrscheinlich^ daß die zuletzt besprochenen
Geschwindigkeitsmesser sich in der Praxis Eingang verschaffen werden, da sie nicht
einfach genug sind und der Schiffbauer nicht ohne zwingenden Grund den Schiffs-
boden durchbricht und Röliren darüber hinausragen läßt. Auch stehen die Kosten nicht
im Verhältnis zu dem erlangten Vorteil.
Oben war bereits gesagt worden, daß das Log vielfach nur als Kontrollapparat
angesehen und die Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes gewöhnlich aus den Maschinen-
umdrehungen berechnet wird. Um diese Umdrehungszahl auch außerhalb des Maschinen-
raumes, z.B. auf der Brücke oder im Kartenhause, ablesbar zu machen und dem wach-
habenden Offizier oder dem Schiffsführer jederzeit eine Kontrolle der Maschinenleistung
zu ermöglichen, dienen die Umdrehungsanzeiger. Eine Neukonstruktion auf diesem
Gebiete ist Frahms Frequenz- und Geschwindigkeitsmesser^). Auf der Maschinenwelle
ist ein Daumenrad aufgesetzt, das bei jeder Umdrehung ein oder mehrere Male
einen Kontakt schließt. Dadurch wird jedesmal ein Stromstoß in die elektrische
Leitung geschickt, die nach dem am gewünschten Ort aufgestellten Meßapparat führt.
In diesem Apparat wird dadurch der auf einer elastischen Brücke befestigte Anker an-
gezogen, der infolgedessen durch die rasch aufeinanderfolgenden Stromstöße die Brücke
in rythmische Schwingungen versetzt. An dieser Brücke sind andererseits eine Anzahl
abgestimmter Blattfedern mit einem Ende befestigt. Durch Resonanzwirkung gerät von
diesen Federn allemal diejenige in starke Schwingungen, deren Eigenschwingung mit
dem Rythmus der Brücke übereinstimmt. Längs der Federreihe, von denen nur die
freien, durch weiße Scheibchen sichtbar gemachten Enden zu sehen sind, ist eine Skala
angeordnet, die die Umdrehungszahl an der Stelle der schwingenden Feder abzulesen
gestattet. Die Eigenschwingungen der Federn haben sich während vier Jahre, solange
ist der Apparat versucht worden, unverändert erhalten. Die Genauigkeit ist etwa 1%.
Trotz der verblüffenden Einfachheit ist der Apparat ein absolut genauer, unbeeinflußbarer
Umdrehungszähler. Wie die Beschreibung zeigt, können mit einem Daumenrad beliebig viele
an verschiedenen Punkten des Schiffes aufgestellte Umdrehungszähler betrieben werden.
Ehe wir nunmehr die zur Bestimmung des gegißten Bestecks bestimmten Appa-
rate verlassen, möchte ich auf ein Instrument hinweisen, das noch nicht existiert, dessen
Konstruktion aber einem Bedürfnis abhelfen würde. Es ist dies eine Koppelmaschine.
Koppeln der Kurse heißt, aus den einzelnen nach Richtung und Entfernung bekannten
abgelaufenen Strecken das gegißte Besteck konstruieren. Dies geschieht entweder
auf der Karte oder durch Rechnung unter Benutzung von Hilfstafeln, indem die Teil-
strecken in ihre nordsüdlichen und ihre ostwestlichen Komponenten zerlegt und diese
dann in entsprechender Weise aufsummiert werden. Bei Handelsschiffen, die meist
längere Zeit hindurch einen und denselben Kurs beibehalten, verursacht dieses Koppeln
der Kurse nur eine geringe Arbeit, bei Kriegsschiffen dagegen erfordert es nach längerem
Evolutionieren außer Sicht von Land, wobei die verschiedensten Kurse in raschem
Wechsel gesteuert werden, manchmal umfangreiche Rechnungen. In solchen Fällen
würden die Navigationsoffiziere eine einfach zu bedienende Maschine entweder nach Art
einer Rechenmaschine oder nach Art des Fergusonschen Zyklometers, die ihnen so-
fort den gegißten Schiffsort anzeigt, wahrscheinlich mit Freuden begrüßen.
») S. 8,15. 1903 m Australien patentiert. — 2) D. R. P. Nr. 134 712 Kl. 42. F. Lux,
Lndwigsbafen a. Rh. 1905.
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24 E. Kohlichütter, Über dl« neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. Mechanlker-Ztir
Ein derartiges Instrument ist der Deadreckoner von Lord Crawford (Broug-
hams Pat. Nr. 20160 v.J. 1903. Siemens Brothers & Co. Lim., London. Febr.
1905)^). Er besteht aus dem achtem aufgestellten und von einem gewöhnlichen Deck-
log regulierten Geber und dem im Kommandoraum aufgestellten Registrierapparat. Der
erstere besitzt zwei parallele rotierende Kontaktscheiben, von denen die eine mittels
einer Schraube ohne Ende durch das nachgeschleppte Log in Bewegung gesetzt wird,
und einen Dreiphasen-Drehstrommotor, mit dem die andere Scheibe gekoppelt ist. Die
Einrichtung ist so getroffen, daß durch selbsttätiges Schließen und Öffnen des Kontaktes,
je nach Bedarf, die Umdrehungszahl des Motors stets proportional zu der Umdrehungs-
zahl des Logs bleibt. Ein gleicher Motor, der mit dem des Gebers synchron läuft,
setzt den Registrierapparat in Bewegung. Dieser führt ein Schreibrädchen mit erhabenen
Zahlentypen über ein Blatt Papier hin und drückt es jede Viertelstunde einmal auf das
Papier. Dadurch werden der jeweilige Ort des Rädchens durch einen Punkt aufgezeichnet
und außerdem die zugehörigen vollen Stunden aufgeschrieben. Das Rädchen wird mit
einer der Geschwindigkeit des Schiffes proportionalen Geschwindigkeit weiterbewegt und
zwar in einer dem anliegenden Kurs entsprechenden Richtung. Die Art der Fortbe-
wegung des Schreibrädchens in der richtigen Richtung und Geschwindigkeit ist sehr
sinnreich und geschieht durch Zerlegung der Bewegung in ihre Nordsüd- und ihre
Ostwest-Komponente. Eine Beschreibung würde aber zu weit führen; es mag nur er-
wähnt werden, daß bei jeder Kursänderung der Apparat mit der Hand auf den neuen
Kurs eingestellt werden muß. Durch Verbindung mit einer Fernübertragung der Kompaß-
stellung ließe sich jedoch vielleicht eine völlig selbsttätige Koppelmaschine gewinnen.
Die Einrichtung ist, wie man sieht, dem Zyklographen von Ferguson ähnlich. Nach
dem Prinzip des Gebers ließe sich auch eine sehr einfache Einrichtung zur Kompaß-
fernübertragung konstruieren.
Wir kommen nunmehr zu den Instrumenten, die zur Kontrolle des mit Fehlern
mancherlei Art behafteten gegißten Schiffsortes dienen, zunächst auf hoher See außer
Sicht von Land durch astronomische Beobachtungen. Hierher gehören die Spiegel-
instrumente und die Chronometer.
Von den Spiegelinstrumenten werden fast ausschließlich Sextanten und Ok-
tanten gebraucht, die im Laufe der Zeit die bekannten typischen Formen in Messing
oder Rotguß mit Teilung auf Silberstreifen bekommen haben, von denen die einzelnen
Fabrikanten nach ihrem Geschmack oder dem ihrer Abnehmer nur wenig abzuweichen
pflegen. Daher sind nur einige Neuerungen und Verbesserungen an diesen Instru-
menten anzuführen. Für Nachtbeobachtungen, wo die Kimm nur schwer zu sehen ist,
wird ihnen ein galileisches Fernrohr beigegeben, das anstelle des sonst gebräuchlichen
astronomischen Fernrohrs gesetzt wird. Einige Fabrikanten geben statt dessen ein
ebensolches Doppelglas, einen kleinen Feldstecher, ihren Instrumenten mit. Um die
Kimm noch deutlicher zu machen, als sie dadurch schon wird, ist der obere Teil des
Horizontspiegels (kleinen Spiegels) und ebenso der obere Teil des Spiegelrahmens weg-
geschnitten worden, wie z. B. an den Instrumenten von Ludolph und von Haecke.
Durch diese Anordnung wird zwar das Bild der Kimm verstärkt, aber gleich-
zeitig macht sich die doppelte Austrittspupille unangenehm fühlbar. In den astrono-
mischen Femrohren stört sie nicht so sehr, weil der Teil des Gesichtsfeldes, wo die
beiden Bilder gleichzeitig zu sehen sind, verhältnismäßig breit ist. In den gallleischen
Fernrohren dagegen ist dieser Teil so schmal, daß von einer Deckung des Sternbildes
mit dem Horizontbilde nicht die Rede sein kann, sondern der Stern nur schätzungs-
weise mit dem Horizont in eine Linie gebracht werden kann.
Einen Fortschritt in dieser Beziehung bietet der Nachtoktant System Hilgen-
dorf, von Plath in Hamburg. Bei diesem wird die bessere Sichtbarkeit der Kimm
durch ein ganz schwach vergrößerndes lichtstarkes Fernrohr mit großem Objektivdurch-
messer erzielt. Ferner ist der Horizontspiegel so groß gemacht, daß kein Teil des
Objektivs verdeckt wird, sondern die volle Öffnung in Wirksamkeit tritt. Dadurch ist
erreicht, daß der Stern nicht nur in dem belegten Teile des Horizontspiegels zu sehen
ist, sondern infolge der Spiegelung an der großen Glasfläche des Horizontspiegels
auch daneben. Er kann daher auch wirklich mit der Kimm zur Deckung gebracht
werden, oder man kann ihn durch pendelndes Hin- und Herschwingen des Oktanten
1) Dieses iDstrument ist mir erst bekannt geworden, nachdem der Vortrag gehalten
war; es ist aber so interessaut, daß ich die BeschreibuDg hier einfüge.
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Hen 8.
1. Febraar 1906.
S. KohlichOtter, Nautische Initrument«. — Vereiiia- und Penonennachrichton.
25
einen die Kimm berührenden Kreisbogen beschreiben lassen, wie es sonst bei Höhen-
beobachtuDgen zur See üblich ist.
Trotzdem ist der Stern noch nicht im ganzen Gesichtsfelde zu sehen, weil
durch die Kleinheit des Alhidadenspiegels das Gesichtsfeld für das doppelt gespiegelte
BUd noch immer beschränkt ist. Bei einem für das Reichs-Marine-Amt in Arbeit be-
findlichen Versuchsinstrument soll auch dieser Mangel noch beseitigt und der Alhidaden-
spiegel so groß gemacht werden, daß das Sternbild durch das ganze Gesichtsfeld hin-
durch sichtbar bleibt, oder, um mich präziser auszudrücken, daß die beiden Austritts-
pupillen vollständig zusammenfallen.
(Foritetewng folgt)
An die Beantwortung der beiden Rund-
schreiben, betr. Werte der Aas- und
Mnfuhr sowie Mitfi^liederTerzeichols,
wird dringend erinnert.
D. 6. t. M. u. O. ZwBigrerthk Oöt-
tlngea. Sitzung vom 2. November 1905.
Vorsitzender: Hr. R. Brunnöe.
Der Vorsitzende berichtet über eine An-
frage von selten der Mechaniker in Braun-
schweig hinsichtlich der Behandlung der Lehr-
lingsangelegenheiten und teilt mit, daß er
den Herren das geeignete Material übersandt
habe.
Über eine Beteiligung der Mechaniker-
lehrlinge an einer Lehrlingsausstellung in hie-
siger Stadt gehen die Ansichten ziemlich weit
auseinander; im ganzen ist wenig Neigung
dazu vorhanden.
Darauf wird zur Vorstandswahl geschritten
und werden in derselben gewählt: 1. VorHUen-
der: Hr. Brunnöe; 3. Vorsitzender: Hr. Prof.
Dr. Ambronn; Ka$8enu>art: Hr. W. Sartorius;
Schriftführer : Prof. Behrendsen. — Zum Mit-
glied des Hauptvorstands wird Hr. Brunnöe
gewählt. Die Herren H. Winkel und B. Ruh-
strat werden zu Revisoren der Kasse er-
nannt.
Sitzung vom 30. November 1905. Vor-
sitzender: Hr. R. Brunn^e.
Der Vorsitzende teilt mit, daß gegen die
in voriger Sitzung vollzogene Wahl von
einem Mitgliede Binspruch erhoben sei, weil
zwei nicht dazu berechtigte Herren sich an
der Wahl beteiligt hätten. Die Wahl muß
wiederholt werden und ergibt dasselbe Re-
sultat.
Hr. W. Sartorius erstattet den Kassen-
bericht^ worauf Prof. Ambronn dazu anregt,
wieder an die Anlage einer Bibliothek zu
denken.
Der Vorsitzende gibt alsdann noch einen
kurzen Bericht über die Verhandlungen der
Handwerkskammer. Bh.
Abt. Berlin E. ¥• Hauptversamm-
lung vom 9. Januar 1906. Vorsitzender:
Hr. W. Handke.
Der Vorsitzende erstattet den Jahres-
bericht (s. u.), der Schatzmeister den Kassen-
bericht. Hr. M. Runge beantragt' namens der
Kassenrevisoren die Bntlastung des Schatz-
meisters, die einstimmig ausgesprochen wird. —
Hierauf finden unter Leitung von Hrn. P.
Kretlow die Vorstands wählen statt; das Br-
gebnis ist folgendes: ForrifiETende; W. Handke,
W. Haensch, Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen;
Schriftfahrer: A. Blaschke und H.Schmidt;
SchattfMister: A. Hirschmann; jArehwor:
F. Sokol; Beisitzer: 0. BOttger, Th. Lude-
wig, Prof. Dr. St. Lindeck, M. Runge. —
In den Hauptvorstand werden entsandt die
Herren W. Haensch, Baurat B. Pensky,
F. Sokol, Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen. —
Hr. H. Giesebart (1. Fa. C. A. Niendorf) in
Bernau wird als Mitglied aufgenommen. —
Dem aus dem Vorstande leider austreten-
den Hrn. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Westphal
wird der Dank der Abteilung votiert. —
Der Vorsitzende verliest eine Danksagung
von Hm. Bd. Sprenger jun. für die beim
Tode seines Vaters erwiesene Teilnahme. —
Schließlich wird über die Veranstaltung eines
Vortragsabends mit Damen mit anschließendem
Winterfeste, wofür der 20. Februar in Aus-
sicht genommen ist, beraten; dabei findet eine
Anregung von Hm. A. Blaschke, ein Bin-
trittsgeld zu erheben, vielseitige Zustimmung;
die endgültige Beschlußfassung hierüber und
über die zu bewilligenden Mittel wird auf die
nächste Sitzung verschoben. Bk
Jahresbericht 1905,
erstattet vom Vorsitzenden.
(Auszug.)
Den Vorstand bildeten folgende Herren:
Y&reitzende: W. Handke, Reg.-Rat Dr. H.
Stadthagen, W. Haensch; Sehriftfilihrer :
A. Blaschke, H. Schmidt; Schatzmeiattr:
W. Niels; nach dessen Tode wurde an seiner
Stelle^A. Hirschmann vom Vorstande gewählt;
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26
Verain«- und Pergonennachricht#n. — Blaln«r« Mitteilungen.
Dentache
Mechmiker-Ztg.
Archivar: F. Sokol; BtMÜMr: 0. Böttger,
Th. Ludewig, G. Pellehn, Geh. Reg.-Rat
Prof. Dr. A. Westphal.
Als Vertreter der Abt. Berlin im Vorstände
des HaupCvereins waren gewählt die Herren
W. Haensch, C. Schücke, F. Sokol, Reg.-
Rat Dr. H. Stadthagen.
Am Schlüsse des Jahres 1905 haben wir von
Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. A. Westphal
die Nachricht erhalten, daß er wegen Über-
lastung durch Berufstätigkeit aus dem Vor-
stande ausscheiden müsse, daß er aber bereit
sei, sich bei jeder darbietenden Gelegenheit
der Gesellschaft nützlich zu erweisen. Wir
halten es für unsere Pflicht, der unendlichen,
treuen Mitarbeit des Herrn Geh. Reg.-Rat Prof.
Dr. Westphal seit 1881 hier zu gedenken.
Seitens des Vorstandes haben wir an ihn, unser
Ehrenmitglied der Abt. Berlin, ein Schreiben
gesandt, in welchem der herzlichste Dank für
seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen
wurde, die den deutschen Mechanikern und
Optikern so nützlich und den Zielen unserer
Gesellschaft so fördernd war.
Möchte es uns gelingen, immer wieder solche
Männer mit gleichem Interesse für die Prä-
zisionsmechanik zu finden!
Wir hatten im Jahre 1905 den Tod von
4 treuen Mitgliedern zu beklagen; vom Vor-
stande war es unser Kollege W. Niehls,
dessen Lebensgang in einem längeren Artikel
der D. M.-Z. geschildert wurde; sodann die
Herren F. Haase, B. Klein, Ed. Sprenger.
Wir wollen hier nochmals ihrer treuen Zu-
gehörigkeit und Mitarbeit für unsere Abt
Berlin gedenken.
Wir begannen das Jahr 1905 mit 155 Mit-
gliedern, es schieden aus 5, neu traten ein 15,
so daß wir mit 165 Mitgliedern in das Jahr 1906
hineingehen.
Der Vorstand hielt 7 Sitzungen ab; es fanden
im ganzen im Vereine, einschließlich eines
Damenabends, 13 Sitzungen und eine Exkursion
(nach dem Materialprüfungsamt in Groß-Lichter-
felde) statt
Zu allen diesen Vereinsabenden, besonders
auch zu der Exkursion nach dem Material-
prüfungsamt hat sich eine erfreuliche Teil-
nehmerzahl eingefunden, und wir dürfen auch
aus dem Besuche unserer Veranstaltungen durch
Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden eine
weitere Förderung unserer Bestrebungen er-
hoffen.
Die Firma F. Sartorius ist geändert in :
F. Sartorius, Göttingen; Vereinigte
Werkstätten für wiBsenschaftliche In-
strumente von F. Sartorius, A. Becker
und L. Tesdorpf. — Hr. Prof. Dr. L. Am-
bronn in Göttingen hat die wlssenBchaft-
liche Bearbeitung der Tesdorpf sehen
Abteilung übernommen; in Zukunft sollen
alle astronomischen Instrumente, auch
größere, gebaut werden.
Hm. Prof. Dr. Heimelt, Direktor des
Kgl. Preußischen Geodätischen Instituts in
Potsdam, ist der Kronen- Orden H. Klasse,
Hrn. Prof. Dr. W. Feufoner, Mitglied der
Phys.-Techn. Reichsanstalt, der Rote Adler-
Orden IV. Klasse verliehen worden.
Habilitiert: Dr. S. Yalentiner für Physik
an der Berliner Universität; Dr. G. toh dem
Borne für Geophysik und angewandte Geologie
in Breslau.
Ernannt: Der ao. Professor W. C. Sabine
zum 0. Professor der Physik an der Harvard
Universität in Cambridge; der Privatdozent
der Physik Dr. H. Konen in Bonn zum ao. Pro-
fessor an der Universität Münster i. W.; Privat-
dozent Dr. F. Cohny Observator an der Uni-
versitätsstemwarte in Königsberg i. Pr., zum
ao. Professor; Dr. M. Manrer (Mitarbeiter der
Zeitschr. f. Instrkde.) zum Direktor der Eid-
genössischen Meteor. Zentralanstalt in Zürich;
der Privatdozent der Astronomie Dr. M* Ernst
in Lemberg zum ao. Professor; der ao. Pro-
fessor der allg. Chemie an der böhm. Univer-
sität Prag Dr. A. Belohonbek zum o. Prof.;
der Privatdozent der Chemie an der Techn.
Hochschule in Stuttgart Dr. J. Schmidt zum
ao. Prof.; der ao. Professor der Chemie an der
Techn. Hochschule in Wien Dr. M. Bamberger
zum 0. Prof.; der Privatdozent der ehem.
Technologie Dr. J. Zehnter in Innsbruck zum
ao. Prof.; Dr. O. L. Shinn und Dr. W, T.
Taggart zu iUmtonMVo/*. für Chemie an der
Universität von Pennsylvania
Verstorben: Prof. Dr. De Witt B. Brace»
0. Prof. der Physik au der Universität von
Nebraska; Dr. St. Kostlivy, Vizedirektor der
Zentralanstalt für Meteorologie in Wien; Dr.
Dr. J, H. Meidinger» Physiker, o. Prof. am
Polytechnikum in Karlsruhe, Dir. der Bad.
Landesgewerbehalle (der Konstrukteur des Mei-
dingerelements) ; Prof. Dr. Engelbrecht, erster
wissenschaftlicher Assistent am ehem. Staats-
laboratorium in Hamburg; Prof. R. Copeland»
Kgl. Astronom für Schottland und Prof. der
Astronomie an der Universität in Edinburgh;
Prof. Dr. B. Fischer, Direktor des ehem. Unter-
suchungsamtes in Breslau.
Kleinere Mitteilungen.
Fräser aus Schnelidrehstahl.
Bay, Ind.- und Gewerbebl 37. 8. 31 1905.
Die Festigkeit eines Stahles nimmt mit der
Härte ab ; daher empfiehlt es sich nicht, Schneid-
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Heft 3.
t. Pebrnar 190«.
KUinere Mltt«ilung*ii.
27
Werkzeuge, an die große Ansprüche auf innere
Festigkeit gestellt werden, z. B. Fräser, aus
naturhartem Stahl (Schnelldrehstahl) hcr-
zusteUen. Um aber Schnelldrehstahl auch für
solche Zwecke zu verwenden, hat Hillde-
brand jun. in Werdohl einen besonderen
Frftskopf konstruiert. Der Fräskopf trägt 6 bis
8 Nuten, in denen die Stichel genau passen,
so daß eine seitliche Verschiebungausgeschlossen
ist. In der Längsrichtung werden die Stichel
durch hohle, daher elastische Stahlstifte ver-
sichert, und zwar sind Stichel und Stift auf
Anzug gearbeitet; der Stichel darf mit seiner
hinteren Fläche nicht am Fräskopf anliegen,
der Stahlstift muß leicht konisch gehalten sein.
Bern, des Bef, Der Fräskopf zeichnet sich
durch die Einfachheit der Stichelbefestigung
und leichte Nachschleifbarkeit der Fräser aus.
Ein großer Nachteil besteht aber darin, daß
man die Stichel nicht einzeln nachstellen kann.
Leidet die Arbeitskante eines Stichels, so ist
man genötigt alle übrigen auf die gleiche
Länge zu bringen, ein Verfahren, das eben so
umständlich wie zeitraubend ist. Der Fräskopf
würde sich billiger stellen, wenn die Stähle
nicht radial, sondern achsial angeordnet
würden und die Stichel nicht so komplizierte,
sondern einfach zylindrische Form bekämen.
Kg,
Über ein neues und einfaches
Refraktometer aus der Werkstfttte
Yon R. Fuefs.
Von C. Leiß.
ZHUehr. f Kryst. u. Min. 39. S. 47, 1904,
Das Refraktometer ist vor allem für rasche
Bestimmungen im Praktikum und zu Vor-
lesungszwecken bestimmt ; die Figur-zeigt einen
Hauptschnitt desselben.
Das Instrument beruhtauf dem Bertrand-
Ab besehen Prinzip der Bestimmung des Grenz-
winkels mit Hilfe einer Halbkugel aus stark
brechendem Glase. Der Brechungsindex wird
direkt an einer nach Hundertstel geteilten Glas-
skala 8 im Beobachtungsfernrohre abgelesen,
ohne daß man, wie sonst üblich, den Greuz-
winkel an einem Teilkreise bestimmt; die Ab-
lesungsgenauigkeit beträgt infolge der etwa
fünfmaligen Vergrößerung durch die Beob-
achtungslupe 0,002. Der Brechungsindex des
Glases der Halbkugel beträgt 1,7938, so daß
unter Anwendung von Metbylenjodid (als ver-
mittelnde Flüssigkeit) alle Brechungsindices
zwischen 1,45 und 1,70 gemessen werden können.
Die auf einem Stabe befestigte Halbkugel H
kann für Messung doppelbrechender Substanzen
mittels der geränderten Scheibe h um eine
vertikale Achse gedreht werden ; sie ist zum
Schutze gegen Beschädigungen vollständig von
dem Mantel M umgeben, der auch das Beob-
achtungsröhrchen trägt, welches im Inneren
die Indexskala 8 enthält; diese ist unver-
änderlich fest nach ihrer Berichtigung einge-
setzt. P ist ein totalreflektierendes Prisma,
so daß eine bequeme Kopfhaltung ermöglicht
wird; seine dem Auge zugekehrte Katheten-
flache ist behufs Ersparnis eines besonderen
Okulars als Lupe ausgebildet; zur Scharf-
stellung dient ein Schieberröhr chen und ein
Augendiaphragma d. Letzteres kann aus seiner
kurzen Röhre herausgezogen und eventuell
durch eine Hülse mit Nicol zur Untersuchung
der Polarisationsverhältnisse der Grenzkurven
ersetzt werden. Um auch den sphärischen
Teil von H reinigen zu können, läßt sich nach
Lösung der kleinen Schraube a der Mantel M
abschrauben.
Es kann sowohl streifend einfallendes Licht
(über die Oberfläche streifend in das Präparat
eintretend), als auch reflektiertes Licht (von
unten in die Halbkugel eintretend) benutzt
werden ; für den letzten Fall befindet sich in M
gegenüber dem Beobachtungsrohre ein läng-
licher Schlitz t, der für streifenden Eiufall
durch den Drehring m abgeschlossen werden
kann.
Das Instrument ist sowohl auf einem in
Höhe stellbaren Stativ, als auch in einem
Handgriff' zu benutzen, in welchem es von Hand
zu Hand gegeben werden kann.
Jedem Instrument ist endlich ein Zylinder
aus Flintglas vom Brechungsindex nj) = 1,620
als Kontrollpräparat beigegeben; fürUnterrichts-
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28
Kleinere Mitteilungen. — Olastechnisches.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
zwecke empfiehlt sich außerdem die Beigabe
einiger Kristallzy linder, wie z. B. Kalkspat,
Quarz, Aragonit u. s. w., deren Basisflache
parallel der optischen Achse bezw. Achsen-
ebene geschlüTen ist.
Kopiemadel mit Lupe Ton R. RelA
in Liebenwerda.
Der Apparat ist von Herrn Katasterkontrolleur
Conradt konstruiert und als D. R G. M.
Nr. 247 214 geschützt. Er besteht aus einer
Kopiornadel, an deren Stiel a eine Lupeci von
etwa d-facher Vergrößerung verstellbar ange-
bracht ist. Die Nadel 6 kann, wie die bislang
gebräuchlichen, ausgewechselt werden. Die
Lupe ist an dem Kopiemadelhalter beweglich
und somit für jede Augenstarke einstellbar.
Durch die Lupe wird nicht nur ein bedeutend
schnelleres und sicheres Arbeiten ermöglicht,
sondern die Genauigkeit der abgestochenen
Punkte ist auch bedeutend größer, als beim
Kopieren mit bloßem Auge.
Ferner läßt sich die Nadel ausgezeichnet
zur Kartierung verwenden, indem man an einem
genau geteilten Längenmaßstab die aufzutra-
genden Punkte absticht. Durch die Lupe ist
eine genaue Schätzung des Teilungsintervalles
möglich, und demgemäß wird die Kartierung
sehr genau. Zur Verteilung der unvermeid-
baren Messungsdifferenzen benutzt man eine bei-
gegebene Tafel, auf welcher die Abszissen und
Ordinaten in Meter aufgetragen sind. Hat man
z. B. bei einer 260 m langen Linie 0,3 m zu
verteilen, so legt man ein Lineal so auf die
Tafel, daß die Kante des Lineals die Abszisse
bei Null, die Ordinate 260 bei 0,8 m schneidet.
Der Schnittpunkt der Linealkante mit den
Zwischenordinaten gibt dann an, wieviel Meter
bei jeder aufzutragenden Länge zu- oder abzu-
rechnen sind, z. B. bei 120 m 0,14 m.
Der Preis der Kopiernadel mit der Lupe be-
trägt 2 M., der Preis der Tafel 0,25 i£.
Die deatsche Aasfuhr nach Schweden
i. J. 1904 wird geschätzt auf rd. 620 000 M. an
chirurgischen, physikalischen Instrumenten und
rd. 6&0000 If. an optischen Instrumenten; die
Gesamtausfuhr Deutschlands nach Schweden be-
trug 151 Millionen M.
Eine Ausstellung exportfähiger öster-
reichischer Erzeugnisse in London wird im
nächsten Jahre stattfinden; von der Österreichi-
schen Regierung ist mit der Organisation der
Ausstellung der Präsident des Niederöster-
reichischen Gewerbe vereine, Kommerzialrat
Denk, betraut. Die Abteilung für Industrie
wird auch eine Ausstellung von Präzisions-
instrumenten enthalten.
Zölle. Ein /ranzÖMch-rusMcher HandeUver-
trag unterliegt zurzeit der Beratung durch die
Deputiertenkammer. Wenn dieser Vertrag in
Kraft tritt, so werden sich auch für Deutsch-
land, da wir in Rußland Meistbegünstigung ge-
nießen, einige Zölle ermäßigen; für die Pein-
mechanik kommt in Betracht: Pos. 170. Brillen,
Lorgnetten, Doppelfernrohre, Operngläser in
Fassungen aus gemeinen Stoffen; ebensolche
Fassungen ohne Gläser 24 Rb. per Pud (jetzt
30 Rb.).
In AmtrdlMn gehen nach einer jüngst er-
gangenen Entscheidung Umschalter von 4 Zoll
und weniger Grundfläche als elektrische Mate-
rialien frei ein; wenn sie indes als Bestandteile
zollpflichtiger Gegenstände eingeführt werden,
zahlen sie denselben Zoll wie die Gegenstände,
von denen sie ein Bestandteil sind.
Das Thüringische Technikum Ilmenau
zählte im abgelaufenen 11. Schuljahr 1200
Semesterschüler. Die Anstalt bildet Ingenieure,
Techniker und Werkmeister aus und ist im
verflossenen Jahr bedeutend erweitert worden
durch ein modernes Versuchslaboratorium, haupt-
sächlich für Dampf mascliinen- und Dynamobau,
sowie durch Angliederung eines handelsaka-
demischen Kurses für kaufmännische Aus-
bildung des Ingenieurs. Mit dem Technikum
steht eine Maschinenfabrik in Verbindung, in
der auch Volontäre Aufnahme finden.
Olastechnisches.
Die amerikanischen
Prttfiingsbegtimmuns^en tfir
Thermometer.
{FortmtMumg.)
Auf Wunsch werden die Korrektionen
In 0,1 des kleinsten Intervalls der Teilung
abgerundet, vorauBgeeetzt daß das Inter-
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Hefl 8.
1. Februar 1906.
GlaitechnUchM.
29
vall nicht zu kurz ist (nicht weniger als
0,4 oder 0,5 mm) und daß die Teilung
genügend fein und gleichförmig ist sowie
die Konstruktion und das Verhalten des
Thermometers diesen Genauigkeitsgrad ge-
währleisten.
Im allgemeinen soll bei Thermometern
mit einer Genauigkeit von 0,1 des kleinsten
Intervalls das Intervall zwischen den zu
prüfenden Punkten 50 Teilstriche nicht
überschreiten. Für gewöhnliche in 1° oder
2° geteilte Thermometer, für welche die
Korrektionen auf ganze Grade angegeben
werden, genügt eine Prüfung von 100®
zu 100 ö.
Gdfrauchsmethoden für Fräzinonsthermometer.
Infolge der unvollkommenen elastischen Eigen-
schaften des Glases, die sich in der Nullpunkts-
depression mit dem je nach der Glasart in
weiten Grenzen variierenden langsamen Rück-
gang kundtun, hängen die Angaben eines
Thermometers von seiner vorherigen Behandlung
ab. Wenn z. B. eine gegebene Temperatur
mit demselben Thermometer gemessen wird,
zuerst nachdem es eine lange Zeit auf Zimmer-
temperatur gehalten, und zum zweiten, nachdem
es auf 100^ erhitzt war, so werden die Angaben*
voneinander um Beträge abweichen, die von der
Beschaffenheit des Glases abhängen und Ofi^
oder mehr für einige schlechte Glassorten und
nur einige hundertstel Grad für die besseren
betragen. Pernet hat gezeigt, daß diese
Wirkungen der unvollkommenen Elastizität
eleminiert und die Angaben der Thermometer
von der vorherigen Behandlung unabhängig
gemacht werden können, wenn man nach jeder
Temperaturmessuug sofort den zugehörigen
Nullpunkt bestimmt und als Fundamental-
intervall den Abstand zwischen dem Punkt
100^ C und dem Nullpunkt nach Erhitzung auf
100*^ wählt. Wenn die Korrektionen mit einer
Genauigkeit von 0,01® oder Qfi2^ gewünscht
werden, so ist dieses Verfahren stets einzu-
schlagen.
Für das gewöhnliche Temperaturintervall
(0° bis 100<* C) wird zu den V ergleich ungen
ein Apparat benutzt, wie er in der Fhya. Bev,
21. a. 62, 1904 beschrieben ist.
Beim Gebrauch von Präzisionstherraometem
ist es sehr wichtig, daß die Temperatur nicht
fällt, weil der Meniskus dann nicht gleich-
förmig ist und die Säule gewöhnlich in mehr
oder weniger großen Sprüngen zurückgeht.
Oft zeigt ein Thermometer eine absolut kon-
stante Temperatur an, während ein anderes
erkennen läßt, daß die Temperatur um 0,01° oder
mehr gefallen ist. Der einzige sichere Weg
ist, bei allen Beobachtungen mit einem steigen-
den Meniskus zu arbeiten. Eine etwas ver-
änderliche Temperatur verringert auch den Be-
obachtungsfehler, da sie Ablesungen an ver-
schiedenen Skalenstellen erfordert und so die
Wiederholung derselben Schätzungsfehler ver-
hindert.
Eine andere wichtige Fehlerquelle beim
Gebrauch der Thermometer rührt von der
Parallaxe her. Wenn ein Thermometer keinen
eingeschmolzenen Emailstreifen hat, so kann
dieser Fehler dadurch vermieden werden, daß
mau die Ablesungen einmal mit der Teilung
vor und einmal mit der Teilung hinter dem
Quecksilber macht, ohne dabei den Gesichts-
winkel zu ändern, und dann das Mittel aus
beiden Ablesungen nimmt. Bei Thermometern
mit Emailstreifen vermeidet man die Parallaxe,
indem man das Spiegelbild der Teilung in dem
Quecksilberfaden beobachtet.
Weitere Angaben über die Methode des
Gebrauchs eines Thermometers für höchste
Genauigkeit sind in den vorstehend zitierten
Abhandlungen und Werken enthalten.
Karrektion für herauaragenden taden. W^enn
ein Thermometer nicht ganz eintauchend ge-
braucht wird, so kann die herausragende Röhre
und das darin enthaltene Quecksilber eine
Temperatur haben, die von derjenigen dos
Bades sehr verschieden ist, und es ist dann
eine Korrektion wegen des herausragenden
Fadens erforderlich. Diese sogenannte „Fadeu-
korrektion" ist aber sehr groß, wenn die
Anzahl der herausragenden Grade und die
Temperaturdifferenz zwischen Bad und Raum
oberhalb des Bades groß sind; sie kann bei
Messungen mit einem Quecksilberthermometer
bei 400° C (IbO^ F) mehr als 20<> C betragen.
Der Betrag dieser Fadenkorrektion wird
angenähert durch folgende Formeln berechnet:
0,00016 X n X (T-t)^C
oder
0,000 088 X«X (r-<)o F,
worin n die Anzahl der herausragenden
Grade, T die Temperatur des Bades, t die
mittlere Temperatur des herausragenden
Fadens bedeuten. Die letztgenannte kann an-
genähert durch ein in der Nähe aufgehängtes
kleines Hilfsthermometer gemessen werden
oder durch Umgeben der Röhre mit einem
kleinen Mantel von Wasser, dessen Temperatur
bestimmt wird, oder noch genauer mittels
eines G ui 1 1 au m eschen oder Mahlk eschen
Fadenthermometers. (ZeiUchr. f. Inatrkde. 13.
S. 58. 1893.)
Temperatwrskala. Es ist wohl bekannt, daß
die Temperaturskttia, welche durch ein mit einer
Flüssigkeit geftUltes Glasthermometer definiert
ist, abhängig ist von der Zusammensetzung und
Behandlung des Glases. Selbst Proben von
Glas aus demselben Hafen zeigen in dieser
Hinsicht Unterschiede. Deshalb sind auch
Quecksilberthermometer, obwohl sie bei ^ter
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30
GUit«chnitchM .
Dontaeh«
Meehaniker-Ztg.
KonstruktioD und vorsichtigem Gebrauch einer
sehr großen Genauigkeit fähig sind, dennoch
nicht zur Herstellung einer Normal-Temperatur-
skala geeignet.
Die allgemein gebräuchliche Temperatur-
Skala für das Intervall >-35^ bis +100<> C ist
die Wasserstoffskala des Bureau IniemaHonal
des Paida et Meiures, wie sie durch den fol-
genden Beschluß des Internationalen Komitees
für Maße und Gewichte vom 15. Oktober 1887
festgesetzt ist:
»Das Internationale Komitee für Maße und
Gewichte nimmt für den internationalen Dienst
des Maß- und Gewichtswesens als thermo-
raetrische Normalskala die hundertteilige Skala
des Wasserstoff thermometers an, deren Pix-
punkte die Temperatur des schmelzenden
Bises (0^) und des Dampfes von siedendem
Wasser (100<^) bei normalem atmosphärischem
Drucke sind; der Wasserstoff wird bei einem
manometrischen Anfangsdrucke von 1 m Queck-
silber genommen, d. h. 1000 : 760 = 1,8158-mal
dem normalen Atmosphärendruck."
In dieser Temperaturskala wird demnach
1 Centigrad gemessen durch 0,01 der Druck-
änderung zwischen den beiden festen Punkten,
den eine begrenzte Masse von Waaserstoffgas
erfährt, dessen Volumen konstant gehalten
wird und dessen Anfangsdruck (bei 0^ C) gleich
1 m Quecksilber von 0^ unter 45° Breite im
Meeresniveau ist.
Für die Temperaturen zwischen — 35° und
-f 100° C ist die vom Bureau of Standards an-
genommene Skala die Internationale Wasser-
stoffskala, definiert durch die mittleren An-
gaben einiger von Baudin und von Tonnelot
hergestellter Hauptnormal - Quecksilberthermo-
meter, welche sorgfältig untersucht und zu
verschiedenen Zeiten mit den Normalen des
Internationalen Bureaus verglichen sind.
Da Wasserstoff für den Gebrauch in höheren
Temperaturen sich nicht gut eignet wegen
seiner großen chemischen Aktivität und der
Leichtigkeit, mit welcher er durch die Gefäß-
wände diffundiert, so wird für die höheren
Temperaturen zwischen 100° und 550° C das
Stickstoffthermometer zu Grunde gelegt. Diese
Skala ist durch die mittleren Angaben einer
Reihe von Platin- Widerstandsthermometem fest-
gelegt
In dem Intervall zwischen —35° und —200°C
oder tiefer ist die Normalskala festgelegt durch
die mittleren Angaben einer Anzahl von Piatin-
Widerstandsthermometem, die auf die Skalades
Wasserstoffthermometers durch Kalibrierung bei
drei bekannten Temperaturen (Dampf, Bis,
Siedepunkt des Sauerstoffs) bezogen sind.
{FortittMung folgt.)
Gebrauchsmuster.
Klasse:
12. Nr. 264 535. Instrument zum Extrahieren
von Farbstoff u. s. w. aus Pflanzenschnitten,
bestehend aus einem Glastrichter mit Deckel
und Metallgazeeinsatz sowie einem Haljn
im Ablaufrohr des Trichters. H. Deegener,
Colmar i. E. 23. 10. 05.
Nr. 265 309. Elektrische Laterne mit Queck-
silberdampflampe als Lichtquelle, besonders
zur Unterwasserbeleuchtung. Neufeldt &
Kuhnke, Kiel. 30. 10. 05.
80. Nr. 263 872. Flasche mit Meßgerät als
Stopfen. B. Schlecht, Berlin. 13. 10. 05.
Nr. 267 187. Apparat zum Ansaugen von
Sekreten aus den Nebenhöhlen der Nase.
R. Müller, Essen Ruhr. 6.11.05.
42. Nr. 263992. Sicherheits Vorrichtung anQueck-
silbermanometem zur Verhütung des Her-
ausschleuderns von Quecksilber bei Über-
druck. G. A. Schnitze, Charlottenburg.
28. 9. 05.
Nr. 264 154 u. 264 155. Absorptionsgefäße ohne
Luftverdrängung zum Übereinanderschalten
und Nebeneinandorschalten. Bender &
Hob ein, München. 17. 7. 05.
Nr. 264156. Absorptionsgefäße ohne Luftver-
drängung als Explosionspipette. Dieselben.
17. 7. 05.
Nr. 264 725. Thermometerkugelschutz aus
Metallblech, mit Email überzogen. Alt,
Eberhardt & Jäger, Ilmenau Thür.
28. 10. 05.
Nr. 264 452. Siehe rheitsbürette, welche in zwei
Teile zerlegbar ist. P. Heunekes, Borbeck
b. Essen. 20. 10. 05.
Nr. 264 674. Scheidetrichter mit Kühlvorrich-
tung für heiße Flüssigkeiten. Alt, Eber-
hardt & Jäger, lUnenauThür. 28. 10. 05.
Nr. 266 009. Thermometer zum Anzeigen
von kommendem Prost. L. H. Bernel,
Paris. 11. 10.05.
Nr. 266 162. Vorrichtung zur Bestimmung des
Kalks in der Ackererde, bestehend aus
einem mit Skala versehenen Glasgefäß und
einem mit diesem zu verbindenden Eut-
wicklwgefäß. St. Dabkiewicz, Breslau.
24. 10. 05.
Nr. 266 413. Auseinandernehmbarer und trans-
portabler Meßapparat zur Bestimmung des
spezifischen Gewichtes von Gasen mit Mano-
meter, Standrohr und Pumpe. G. A.SchuItzo,
Charlottenburg. 24. 10. 05.
64. Nr. 263 900. Durch eine Schutzflasche mit
abnehmbarem Deckel und Sägespänenfüllung
geschützte Glasflasche. W. Zander, Magde-
burg. 16. 9. 05.
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Hefl 8.
1. Febraar 1906.
Patentschau.
m
Verfahren zum Blasen von Glashohlkörpem. P. Th. Sievert
in Dresden. 16. 1. 1903. Nr. 154888. Kl. 32.
Geschmolzene Glasmasse wird zunächst , wie be-
kannt, zu einer Schicht ausgebreitet und an den Randern
bei b festgehalten. Durch Vorblasen wird ein Hohlkörper A
mit zum Festhalten geeigneten Ausbuchtungen i am Boden ^^sjtlvx
gebildet und darauf der an diesen Ausbuchtungen (durch den \^
versenkbaren Boden g) und am oberen Rand festgehaltene \^
Zwischenkörper in freier Luft oder in Formen und gleich- ^
zeitigem Ziehen fertig geblasen. ^
Chromatisch, sphärisch und astigmatisch korrigiertes Ob-
jektiv. Voigtländer&Sohn in Braunschweig. 18. 9.
1903. Nr. 154 910. Kl. 42.
Ein mittleres Linsensystem ist zwischen zwei Linsen
gestellt, die aus mindestens zwei Linsen (Krön und Flint)
bestehen, welche beide nur Kronglas höherer oder geringerer
Brechung als das Flintglas enthalten. Zugleich ist dabei —
und darin besteht das Neue — in den beiden äußeren Systemen
die Lage der Sammel- und Zerstreuungslinsen gegenüber
dem mittleren System verschieden.
Chromatisch, sphärisch und astigmatisch korrigiertes Ob-
jektiv. Dieselben. 18. 9. 1903. Nr. 154 911. Kl. 42.
Zwischen zwei aus mindestens je zwei Linsen (Krön
und Flint) bestehenden Linsengruppen, die beide Kronglas
von höherer BrechuDg als das Flintglas enthalten, ist, wie be-
kannt, ein drittes System gestellt. Die Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß die einander zugekehrten Linsen des
inneren und eines äußeren Systems (oder beider äußeren
Systeme) hinsichtlich Farbenzerstreuung und Brechung aus
ungefähr gleichen oder solchen Glassorten bestehen, bei denen
das Glas mit kleinerer Farbenzerstreuung einen kleineren
Brechimgsexponenten besitzt als das andere.
Elektrolytiseher Elektriaitätssähler. J. Busch in Pinneberg.
23. 3. 1904. Nr. 154 855. Kl. 21.
Um bei elektrolytischen Elektrizitätszählem , bei
denen die Meßzelle B im Nebenschluß zu einem Ohmschen
Widerstände A Hegt, die schädliche Wirkung der Konzen-
trations - EMK und -Kapazität der Meßzelle zu kompensieren,
ist parallel zum Stromkreis der Meßzelle B noch ein Strom-
kreis mit einer zweiten Elektrolytzelle E geschaltet.
Magnetsystem mit kurzer Sohwingongsdaaer für Galvano-
skope, Kompasse oder geodätische Bussolen. Gebr.
Ruhstrat in Göttingen. 13. 9. 1903. Nr. 155 644. Kl. 21.
In einem kreiszylindrischen Dämpfungsraum e sind parallel nebeneinander hochkantig
stehende Magnete von dem Dämpfungsraume entsprechend verschiedenen Längen um den Mittel-
punkt schwingend angeordnet. Bei der Verwendung für Galvanoskope wird die Magnetnadel
innerhalb einer konischen Spule mit einer Wicklung von nach außen zunehmender Drahtstärke
eingebaut.
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32
Pat«ntlitte.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
Klasse:
Patentllste.
Bis zum 8. Januar 1906.
Anmeldiingren.
21. A. 12 463. Heizvorrichtung für Quecksilber-
dampflampen und ähnliche Apparate. AI lg.
Elektrizitats - Gesellschaft, Berlin.
14. 10. 05.
B. 39 430. Quecksilberstrahlunterbrecher fttr
veränderliche Kontaktdauer. R. Bosse&Co.,
Berlin. 9.3.05.
F. 20 639. Verfahren zur Messung sämtlicher
Wechselstromgrößen beliebiger Frequenz
durch Kompensation mittels Gleichstroms.
A.Krukowsky, KiewRußl., u. H.Fischer,
München. 13.9.05.
H. 34 736. Widerstandsmaterial, bestehend aus
zerkleinertem Kohlenstoff. R. Hopfelt,
Berlin. 18.2.05.
H. 35 204. Einrichtung zum Schutz von Quarz-
glasgefäßen. W. C. Heraeus, Hanau. 18. 4. 05.
K. 29 655. Verfahren zur Erhöhung der Empfind-
lichkeit elektrischer Meß-, Anzeige- und Re-
gelungsvorrichtungen; Zus. z.Anm. K. 27827.
M. Kalimann, Berlin. 2.6.05.
M. 27 293. Elektrische Vakuumröhrenlampe
mit einer als Beleuchtungsmittel dienenden
und sich teilweise verbrauchenden gasför-
migen Füllung. Moore Electrical Cy.,
New-York. 10.4.05.
W. 23 038. Influenzmaschine. H. Wommels-
dorf, Charlottenburg. 26. 11. 04.
80. M. 25 650. Apparat zum keimfreien
Abziehen von sterilisierten Flüssigkeiten
auf sterilisierte evakuierte Kugelröhrchen
oder Glaskölbchen. E. Maynard, London.
16. 6. 04.
0. 4728. Vorrichtung zur Behandlung des
menschlichen Körpers mit allmählich in der
Spannung an- und absteigenden Induktions-
strömen. W. Otto, Berlin. 27. 12. 04.
82. B. 39 454. Verfahren und Vorrichtung
zum Blasen von Quarzglasgegenständen.
J. F. ßottomley, Wallsend-on-Tyne, R. S.
Hutton, Manchester, und A.Paget, North
Cray (Keut Engl.). 13. 3. 05.
B. 40 147. Elektrischer Ofen zur Erzeugung
von Quarzglaszy lindem. J. F. Bottomley,
Wallsend-on-Tyne, und A. Paget, North
Cray (Kent Engl.). 31. 5. 05.
H. 34 892. Kühlofen mit absetzend bewegter
Sohle und beständig umlaufendem Förder-
band, durch welches die Glasgegenstände
so in Reihe quer vor das Ofeneude geführt
werden, daß sie in Querreihen vom Förder-
band auf die Ofensohle abgeschoben werden
können. Heyl & Patterson, Pittsburg.
9. 3. 05.
F. 20418. Vorrichtung zum Absprengen von
Glasgegenständen. H. Fischer, Stolberg,
Rhld. 17.7.05.
42. B. 37988. Glaslinse und Verfahren zur Her-
stellung. J. L. Borsch jun., Philadelphia.
81. 8. 04.
H. 33 916. Tellurium. G.Hering, Griesheim
bei Darmstadt. 6. 10. 04.
U. 2523. Aus einem massiven, nur mit Kapil-
lardurchbohrung für die Quecksilbersäule
oder dgl. und mit eingegossenem reflek-
tierenden Belag versehenen Glasstabe be-
stehendes Thermometer. W. üebe, Zerbst.
12. 7. 04.
W. 22 302. Apparat zur Prüfung von Schmier-
mitteln. J. Walther, Gleiwitz. 28.5.04.
47. H. 36 012. Vorrichtung zur Verminderung
des Reibungsverlustes bei in Gasen oder
Flüssigkeiten kreisenden Körpern; Zus. z.
Pat. Nr. 163111. P. Herles u. J. Novak,
Prag. 23. 8. 05.
74. 8. 19 566. Vorrichtung zum Empfangen
von durch Wasser fortgeleiteten Schall-
signalen an Bord von Schiffen. Submarine
Signal Cy., Boston V. St. A. 13. 5. 04.
S. 20 269. Elektrischer Apparat zur Be-
stimmung der Richtung von Schallsignalen
auf Schiffen. Submarine Signal Cy.,
Waterville V. St. A. 17. 11. 04.
Seh. 21 287. Schallrichtungsanzeiger für unter
Wasser fortgepflanzte Schallwellen. J.
Schießler, Wien. 5.12.03.
ErMlniigen«
21- Nr. 168076. Verfahren zum Telegraphieren
mittels elektromagnetischer Wellen. R. A.
Fessonden, Manteo V. St. A. 21. 8. 04.
Nr. 168 077, 168078 und 168 079.- Von einem
Mehrphasenstromerzeuger gespeiste Sender
und Luftleiter zur Übertragung von Energie
in den Raum für die Zwecke der Funken-
telegraphie u. s. w.; Zus. z. Pat. Nr. 158 727.
A. Artom, Turin Ital. 11. 2.05.
Nr. 168 082. Anlaßvorrichtung für Vakuum-
dampfapparate nach Art der Cooper-Hewitt-
Lampe. P. H. Thomas, East Orange
V. St. A. 13.4.06.
42. Nr. 167905. Kreisteilmaschine mit mehreren
in ein gemeinsames Schneckenrad eingrei-
fenden Schnecken zum Antriebe des Werk-
stückträgers. M. Wolz, Bonn a.Rh. 23.12.04.
Nr. 167 942. Binokularer Feldstecher. C. A.
Steinheil Söhne, München. 9.6.05.
Pflr die Redaktion Tenntworüloh: A.BlAiohkeln Berlin W.
Ytrlaf Ton Jnllvi Bprlnger In BorllB N. — Dnok Ton Xmll Drejer In Btrllii BW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instriunentenkxuide
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsbiatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 6.
Heft 4. 15. Februar. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigang der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
Ton
Dr. B. KoliUlolifltter in BerUn.
{Fort$§tMiHig.)
Das von dem unhelegten Teil des Kimmsplegels gelieferte doppelt reflektierte
Bild ist selbst bei helleren Sternen recht schwach; deshalb will das Reichs-Marine- Amt
Oktanten mit Spiegeln anwenden, die nach einem der Firma Zeiß in Jena patentierten
Verfahren ganz schwach versilbert sind, wodurch die von der Kimm herkommenden
Strahlen nur ganz wenig geschwächt werden, dafür aber das doppelt gespiegelte Bild
des Sterns ein wenig an Helligkeit gewinnt. Der Orad dieser Versilberung wurde
durch praktische Versuche so festgestellt, daß das direkt gesehene Sternbild dieselbe
Helligkeit besitzt wie das doppelt gespiegelte. Die Frage, ob sich eine solche Ver-
silberung zwischen verkitteten Spiegelplatten genügend lange hält, kann allerdings
erst nach einem längeren Gebrauch an Bord entschieden werden.
Die besprochenen Verbesserungen laufen im wesentlichen darauf hinaus, daß
die Oktantenspiegel größer gemacht werden, als es bisher üblich war. Die Fortschritte
sind also nur dadurch möglich gemacht worden, daß die optische Technik jetzt so
große Platten von genügender Planparallelität zu erschwinglichen Preisen zu liefern
imstande ist.
Femer sind noch zwei Neuerungen zu erwähnen, die sich auf die Klemmung
besiehen. Die eine ist auf Veranlassung des Reichs-Marine-Amts von Plath in Ham-
burg konstruiert worden und soll den Übelstand beseitigen, daß man beim Festsetzen,
wenn die Klemmschraube etwas schwer geht oder weit herausgeschraubt ist, das doppelt
gespiegelte Bild durch eine kleine unbeabsichtigte Bewegung der Alhidade leicht aus
dem Gesichtsfeld verlieren kann. Dies wird durch die Plath sehe Konstruktion ver-
mieden, bei der ein ganz schwacher Druck auf einen kleinen Hebel in der Richtung
nach dem Zentrum hin genügt, um die Alhidade festzustellen. Der Hebel sitzt nämlich
an einem Exzenter, der auf einen Druckstift wirkt; dieser drückt seinerseits die untere
Klemmplatte an, wodurch der Limbusrand geklemmt wird. Die Bewegung, die der
Hebel auszuführen hat, ist so klein und der notwendige Druck so gering, daß ein Ver-
schieben der Alhidade nur bei grober Fahrlässigkeit möglich ist.
Demselben Zweck dient auch eine Konstruktion von E. A. Reeves^), die in
erster Linie jedoch unter einem anderen Gesichtspunkt entstanden ist. Bei den üblichen
Feinbewegungsschrauben kommt es zuweilen vor, daß gerade mitten in einem Satze
von Höhenmessungen das Ende des Spielraums der Schraube erreicht wird, wodurch
Unannehmlichkeiten und Zeitverlust entstehen. Reeves hat deshalb die Stirnseite des
Sextantenbogens als Zahnrad ausbilden lassen, in das eine tangential wirkende Schraube
ohne Ende als Feinbewegungsschraube eingreift, wie dies ähnlich bei Kreisteilmaschinen
und parallaktisch montierten Refraktoren vielfach gebräuchlich ist. Diese auf der
Alhidade gelagerte Schraube wird durch eine Feder an das Zahnrad angedrückt, zur
Grobeinstellung der Alhidade kann sie durch einen leichten Druck auf einen Winkel-
hebel» der das eine Lager trägt, außer Eingriff gebracht werden.
1) Geograph. Jaum. 26. 8. 304. 1905.
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34 E. ftoiilichfltt«r, ÖbAT die n«u«r« fentwlckluog der nautisch«!! initrument«. Me^anlk^-Z
MechanlkOT-Ztg.
Von Vorteil ist diese Konstruktion besonders gegenüber englischen Instrumenten,
die die Stellung der Feinbewegungseinrichtung nicht erkennen lassen. Gegenüber den
besseren deutschen Instrumenten, bei denen ein Blick vor Beginn der Beobachtungen
den Spielraum der Feinbewegung erkennen läßt, ist der Vorteil nicht so bedeutend,
daß man dafür den Nachteil des durch die Feder ausgeübten wechselnden Druckes in
Kauf nähme.
Dagegen erscheint es mir aussichtsreich, diese Tangentenschraube (oder besser
eine Hey de sehe Peripherieschraube) nicht nur zur Feinbewegung, sondern auch zur
Winkelmessung nach Art des Hey de sehen Zahnkreistheodolits ^) zu verwenden. Der
Wegfall des Nonius und die bequeme Ablesung an der hellen Trommel sind für Bord-
verhältnisse, zumal nachts bei mangelhafter Beleuchtung, besonders zu empfehlen. Ver-
suche zur Herstellung eines solchen Zahnkreissextanten sind im Gange.
Es sind auch Vorschläge laut geworden, die auf eine Vergrößerung der Ge-
nauigkeit der Winkelinstrumente abzielen^). Dies hat aber für die Navigation kein
Interesse, da Genauigkeiten über 1' keinen Zweck haben.
Dagegen möchte ich nicht verfehlen zu erwähnen, daß der deutsche Sextanten-
bau, der vornehmlich von den Firmen Haecke und Plath vertreten wird, solche Fort-
schritte gemacht hat, daß Instrumente mit beachtenswerten Teil- oder Exzentrizitäts-
fehlem überhaupt nicht mehr vorkommen.
Das Schmerzenskind der nautischen Astronomie ist die Kimmtiefe, d. h. der
Winkel zwischen dem wahren Horizont und der Kimm, der infolge von Anomalien in
der irdischen Strahlenbrechung außerordentlich veränderlich ist; Abweichungen von
8' bis 10' vom normalen Wert sind mehrfach beobachtet worden, es kommen aber noch
größere vor. Eine Abweichung von 1' erzeugt ün Schiffsort einen Fehler von 1 See-
meile = 1,85 hm; es handelt sich dabei also zuweilen um recht erhebliche Beträge.
Zur Vermeidung dieses Fehlers sind schon vor längerer Zeit der Libellen-
sextant von Butenschön in Hamburg und der Kreiselkollimator des Admiral Fleuriais
konstruiert worden, die beide den Seemann von der Kimm vollständig unabhängig
machen. Während der erstere sich meines Wissens überhaupt nicht einzubürgern ver-
mocht hat, wird der Kreiselkollimator in mehreren Marinen angewendet. Das Prinzip und
die erste Ausführungsform des Kreisels waren die einer reinen Luftturbine. Der dauernde
Antrieb durch den vom Blasebalg kommenden Luftstrom erwies sich bald als störend.
Deshalb machte Fleuriais das Gehäuse des Kreisels luftdicht und pumpte es aus.
Der Antrieb erfolgte bei dieser zweiten Ausführung dadurch, daß das Gehäuse mit dem
arretierten Kreisel in einen Rotationsapparat eingesetzt wurde, der durch ein Zahnrad-
vorgelege in sehr schnelle Drehungen versetzt werden konnte. Die Auslösung der
Kreisels erfolgte selbsttätig, wenn das Gehäuse plötzlich angehalten wurde. Diese Aus-
lösevorrichtung war jedoch äußerst diffizil, und bei dem Instrument des Reichs- Marine -
Amts versagte sie bald gänzlich. Dies hat nach Fleuriais' Tode Herrn Fav6^) bewogen,
den dauernden luftdichten Abschluß fallen zu lassen und wieder die Luftturbine als Treib-
mittel einzuführen. Zum Unterschied von der ersten Ausführungsform wird der Betriebs-
luftstrom aber nicht durch den Blasebalg, sondern durch Absaugen mittels einer Luft-
pumpe hergestellt. Hat nun der Kreisel die nötige Tourenzahl erreicht, so wird ein
Hahn im Lufteintrittsrohr geschlossen, und die Luftpumpe dient nun dazu, die Luft in
dem Gehäuse stark zu verdünnen. Nach Schließung eines Hahnes im Luftaustrittsrohr
kann die Luftpumpe abgenommen werden, und der Kreiselkollimator behält nun in dem
verdünnten Raum seine schnelle Rotation lange Zeit hindurch bei.
Gleichzeitig ist eine andere Verbesserung eingeführt, die dann besteht, daß die
Kollimatorfäden nicht mehr schwarz auf hellem Grunde, sondern hell auf dunklem
Grunde erscheinen und daß die Beleuchtung nachts durch ein Glühlämpchen statt durch
das häufig versagende Ölfunzelchen der ersten Ausführungsform bewerkstelligt wird.
Ich lasse es dahingestellt, ob sich das Instrument in der Fave sehen Form in Deutsch-
land mehr Freunde erwerben wird als früher, nachdem einige der Gründe, die gegen
seine Einführung sprachen, durch die Neukonstruktion hinfällig geworden sind.
^) Zeitächr. f, Imtrkde. 25. 8, 2. 1905. — >) Etzold, Über Verbesserungen an astro-
nomischen Instrumenten. Diese ZHUchr, 1904, 8.53, — 8) Fav6, NoUee 9ur Vlumtim syroteopiqae.
Ann. hydrogr. IL 26. 8. 49. 1904; eine Besprechung mit Figuren s. Zdtfd^. f. Imtrkde. 26.
8. ^7. 1906.
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15 Febraar 1906 B. Kohlichütttr, Ober die neuer« Entwicklung der nautischen Initrumente.
85
Hieran anschließend iet ein von F. Verde erdachter Apparat^) zu erwähnen,
mehr der Vollfltftndlgkeit und der KurioBität halber, als weil ich glaubte, daß er jemals
für die ausübende Navigation von Bedeutung werden könnte. Es ist eine photogra-
phische, nach dem Zenit gerichtete Kamera, die auf einem Kreisel mit vertikaler Achse
montiert ist. Damit sollen drei Aufnahmen eines hellen Sterns in bestinmiten Lagen
der Kreiselachse gemacht, die Platte entwickelt, mit einem besonderen Instrument aus-
gemessen und daraus der Zenitabstand des Sterns berechnet werden. Der Gledanke
bietet insofern Interesse, als er zeigt, bis zu welcher Verkennung der praktischen Be-
dürfnisse das jetzt auch auf anderen Oebieten vielfach angetroffene Bemühen führen
kann, um jeden Preis photographische Beobachtungsmethoden und Instrumente ein-
zuführen.
Den Gedanken, die Kimm durch Anbringung eines künstlichen Horizonts am Sex-
tanten überhaupt ganz auszuschalten, verfolgen auch Morehouse & Morrison sowie
Boy- Ed. Bei beiden Instrumenten dient eine Kanal wage als künstlicher Horizont.
Morehouse & Morrison^) haben sie so angeordnet, daß der eine Schenkel dicht
vor dem Auge des Beobachters liegt, der eben über die Flüssigkeitskuppe hinweg-
visieren und das doppelt gespiegelte G^estimsbild mit der Kuppe in dem hinter dem
Horizontspiegel befindlichen zweiten Schenkel zur Deckung bringen soll. Boy-Ed
hat die Kanalwage ganz hinter den Kimmspiegel verlegt, so daß der Beobachter die
nebeneinander sichtbaren Flüssigkeitsoberflächen in den beiden Schenkeln und das
doppelt gespiegelte GFestirnsbild gleichzeitig in dieselbe Höhe bringen muß.
Beide Apparate geben eine zu geringe Genauigkeit, da man ohne Femrohr
beobachten muß und die Flüssigkeit bei bewegtem Schiff in den beiden Schenkeln auf
und ab schwankt. Auch haben die Apparate ein großes Gewicht, wodurch die Hand-
habung erschwert wird.
Wenn es auch ein erstrebenswertes Ziel ist, die Kimm bei den nautischen Be-
obachtungen ganz auszuschließen, so genügt doch keins der soeben besprochenen
Instrumente vollständig den an Bordinstrumente zu stellenden Anforderungen. Man hat
deshalb vorgeschlagen, die Unregelmäßig-
keiten der irdischen Refraktion dadurch un-
schädlich zu machen, daß man die Kimm-
tiefe bei jeder Beobachtung direkt mißt.
Dies ist an Bord aber nur dadurch möglich,
daß man den in einer Vertikalebene ge-
legenen Winkel mißt, den zwei um 180^
auseinanderliegende Punkte des Seehorizonts
miteinander einschließen, wie Fig. 7 zeigt.
Mißt man durch das Zenit (Z)^ so ist dieser
Winkel gleich 180^ + 2 Kt, nüßt man
durch das Nadir (-ÄTa), so ist er gleich 180 • ~ 2Kt, Es wird dabei vorausgesetzt, daß
die Kimmtiefe an den beiden Stellen, zwischen denen der Winkel gemessen wird,
gleich ist. Da diese Voraussetzung aber nicht immer zutreffen dürfte, so werden Kimm-
tiefenfehler durch diese Messung auch nicht vollständig eliminiert; in der größten Mehrzahl
der Fälle aber werden sie beseitigt oder wenigstens stark vermindert werden. Deshalb
hat das Verfahren seine Berechtigung.
Da es nicht möglich ist, diesen Winkel mit dem Sextanten zu messen und die
Prismenkreise teure und an Bord wenig beliebte Instrumente sind, so ist eine ganze
Reihe von kleineren Hilfsinstrumenten erdacht worden, die es ermöglichen, Winkel bis
zu 180^ und darüber hinaus mittels des Sextanten oder Oktanten zu messen. Diese
Einrichtungen können teilweise auch bei der Ortsbestimmung aus Landobjekten durch
Doppelwinkelmessung oder Rückwärtseinschneiden nach 3 Punkten von Vorteil sein.
Solche Hilfsinstrumente sind von Fergusson, Blish, Kohlschütter, Koß,
Defabre und dem ungenannten Verfasser eines Aufsatzes in Be Zee 1900, 8, 187 an-
gegeben worden. Sie haben das gemeinsame, daß mit Hilfe von Spiegeln oder Prismen
der eine der Kimmstrahlen um 180^ oder beide um je 90^ von ihrem Wege abgelenkt
werden. Fig. 8 zeigt z. B. die Anordnung des ungenannten Holländers, bei der ein
rechtwinklig-gleichschenkliges Prisma vor den unbelegten Teil des festen Spiegels ge-
F»g. 7.
») A9^<m. Jdkretber. 3. 8. 632, 1902; 4. fif. 609. 1903; 6. S. 567. 1905. — '-) D. B. P.
Nr. 82666. Kl. 42.
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36
> Kohlichtttter, Nauüache Initrumente. — V«r*inanachiicht«n.
DeDtsche
Mechaniker-Ztg.
steckt wird und ein Okularprisma ein Beobachten von oben ermöglicht. Der von K^
kommende Kimmstrahl gelangt über die beiden Spiegel, der von K2 konmiende durch
doppelte Spiegelung in dem Prisma in das Fernrohr. Die anderen Instrumente sind
ähnlich konstruiert. Das beschriebene würde die einfachste und beste Lösung des
Problems darstellen, wenn es nicht zwei verschiedene Auatrittspupillen hätte. Dem
ließe sich nun zwar dadurch abhelfen, daß man das Prisma größer machte und hinter
einem der bereits oben erwähnten halbdurchsichtigen Kimmspiegel aufstellte; indessen
scheint mir der Weg, den Hr. Dr. Pulfrich zur Bestimmung der Kimmtiefe eingeschlagen
hat, zweckmäßiger zu sein. Er hat nämlich den Kimmtiefenmesser vollständig vom
liiiiiiiiV.
«r^-'^j-Jw.
Fl«. 8.
Flg. 9.
Sextanten getrennt und dadurch die leichten und handlichen Instrumente^) geschaffen,
die in Fig. 9 schematisch dargestellt sind. a b ist ein Spiegel, c b d, db e und
defg sind rechtwinklige Prismen, b d ist ein Belag, von dem parallele Streifen weg-
gekratzt sind, so daß ebensoviel Licht durchgeht, wie reflektiert wird. Den Weg der
beiden von K^ und £*, kommenden Kimmstrahlen zeigt die Figur. Durch das
Prisma defg werden sie in horizontaler Richtung in das Fernrohr reflektiert.
Die Messung der Kimmtiefe erfolgt bei dem einen Modell durch Drehen des
Spiegels a b, dessen Winkel gegen seine Nullstellung an einer Trommel abgelesen werden
kann; bei dem andern direkt durch Ablesen an einer im Gesichtsfelde befindlichen
Skala. Bei scharfer Kimm gibt das Trommelinstrument, bei verschwommener Kimm
dasjenige mit Skalenablesung bessere Resultate. Infolge der Handlichkeit, des großen
Gesichtsfeldes und der einfachen Austrittspupille ist es ein Genuß, mit dem Instrument
zu arbeiten, namentlich mit dem Modell mit Trommelablesung. Der einzige Übelstand
ist der hohe Preis. .__. . ....
(Fortsetzung folgt)
Vereinsnaohriohten.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. 0. ist
Hr. Ernst Plank; Optische und me-
chaniflche Fabrik; Nürnberg.
D. O. f. M. n. O. Abteilang Berlin.
Jahresbericht 1905,
erstattet vom Vorsitzenden.
(Auszug.)
(SchhtßJ
Unsere Abteilung sowie die Fraunhofer-
Btiftung sandten zur Bestattung von Prof.
Abbe Kränze nach Jena, welche von den
Herren A. Blaschke, W. Haensch, Prof.
Dr. A. Westphal niedergelegt wurden.
Auf gewerblichem Gebiet sind die viel-
fachen Anfragen der Herren Betriebsinhaber
zu erwähnen, die außerhalb des l^hmens un-
serer Bitzungen ihre Erledigung fanden; auch
1) Zeitschr. f. Inatrkd. 24. S. 225. 1904.
hat die mehrjährige vorbeugende Tätigkeit des
Vorstandes erfreulicherweise zu einem gewissen
freundlichen Verhältnis mit der Handwerks-
kammer Berlin geführt. Hr. F. Sokol ist auf
Vorschlag des Vorstandes zum Beauftragten
der Handwerkskammer ernannt worden.
In der Beptembersitzung wurde über die
Pflichtfortbilduugsschule sowie über das ge-
fährdete Bestehen der bisherigen fachlichen
Fortbildungsstätten verhandelt. Leider sind
wir weder von der Stadt Berlin noch von der
Schuldeputation um eine ÄuBeruug ersucht
worden, trotzdem etwa 1000 Mechanikeriehr-
linge die bereits bestehenden Fortbildungs-.
fachschulen besuchen, womit wir' an zweiter
Stelle aller Gewerbe stehen. Da durch den
Schulzwang an mehreren Nachmittagen 3 bis
4 Monate der eigentlichen Berufslehre ent-
zogen werden, ganz abgesehen von der Störung
in d^r Betriebsführung, so wird die Pflichtfort-
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Heft 4.
13. Pebraar 1906.
Veraiiiaiiachrichten. — Kleinere AUtteilunflfen.
37
bildungsschule den Beweis erbringen müssen,
daß sie die bisher bestehenden Schulen weit
übertrifft und damit auch die Lehre in der
Werlcstatt weniger nötig macht.
Am 9. Dezember folgten wir der Einladung
zum 25-j&hrigen Jubiläum der I. Handwerker-
schule, bei welchem Feste eine große Zahl
von Mitgliedern der Abt. Berlin zugegen war;
bei diesem Anlaß konnte der Vorsitzende der
Abt. Berlin unsere Befriedigung darüber aus-
sprechen, daß die aus unseren Werkstätten
hervorgegangenen Fachlehrer, Mechaniker, sich
gut bewährt haben und daß an mehreren Fach-
schulen gerade die Rücksichtnahme auf Be-
dürfhisse der Praxis die besten Brfolge ge-
zeitigt hat. Am 4. Januar d. J. hätten wir den
Tag feiern können, an dem vor 25 Jahren aus
dem »Fachverein Berliner Mechaniker und Op-
tiker" die „Deutsche Gesellschaft für Mechanik
und Optik* entstand, deren Satzungen am
18. Januar 1881 angenommen wurden.
Ich möchte im Hinblick auf dieses Jubiläum
meinen Bericht damit schließen, daß ich die
besten Wünsche für das fernere Bmporblühen
unserer Deutschen Gesellschaft für Mechanik
und Optik hier zum Ausdruck bringe.
ZweigTerein Halle. Sitzung vom
8. Januar 1906. Vorsitzender: Hr. R. Klee-
mann.
Hr. Kollege P. Kertzinger erstattete zu-
nächst den Jahresbericht. Auch das verflossene
Jahr brachte dem Zweigverein reichlich Arbeit,
welche eich zum Teil in dem Schriftwechsel
mit den Behörden, vornehmlich der Handwerks-
kammer, abwickelte; ferner wurden belehrende
und unterhaltende Vorträge veranstaltet. Der
recht günstig lautende Kassenbericht wurde
von Hm. O. Baumgartel erstattet. Der
Mitgliederbestand ist zur Zeit 36. Als Vor-
standsmitglieder wurden die bisherigen auf
zwei Jahre wiedergewählt, nämlich: Vor-
siUender: Hr. R. Kleemann; steüveritetender
Yonitzender: Hr. K. Potzelt; Schatztneiiter:
Hr. O.Baumgartel; Schriftführer: Hr. P. Kert-
zinger. In den Hauptvorstand wurde Hr.
R. Kleemann entsandt. Das Schiedsgericht
ist auch im Berichtsjahre nicht angerufen
worden, dagegen wurden vom Prüfungsausschuß
der Handwerkskammer, welcher ausschließlich
durch Mitglieder des Zweigvereins besetzt ist,
28 Lehrlinge geprüft. Die Blektrotechniker-
Prüfungskommission, die ebenfalls in den Hän-
den von Mitgliedern der Gesellschaft liegt,
hatte einen Lehrling zu prüfen. R. Kl,
Die GehOlfenprüfuDgen
im
BesBlrke df» Zweigvereins Halle.
Im Jahre 1906 fanden 28 Gehilfen-
prüfongen statt; es bestanden mit recht
gut 1, gut 16, ziemlich gut 3, genügend 8.
Von den Prüflingen gehörten 24 der
eigentlichen Feinmechanik an, während je
einer gelernt hatte im Bau von Kontroll-
apparaten, Fahrrädern, Manometern und in
der Eiektromontage.
Es ist dem Zweigverein gelungen, den
Prüfungsausschuß für Elektrotechniker (rich-
tiger Elektromonteure) ebenfalls durch seine
Mitglieder besetzen zu lassen; es waren
dazu gewählt die Herren Kleemann, Rast,
Kertzinger und Huch. Von diesem Prü-
fungsausschuß ist, da derselbe erst nach
dem Juli bestätigt war, \ Lehrling mit
der Zensur gut geprüft worden.
Ein zweiter Lehrling wurde als jugend-
licher Arbeiter zugeführt und mußte, da
kein Lehrverhältnis von dem Lehrherrn zu-
gestanden wurde, zurückgewiesen werden.
Als derselbe sodann als Lehrling ein Zeug-
nis erhielt und zugelassen war, zog der
Vater die Anmeldung zurück, da ihm
schroff geäußerte Wünsche über seine Gegen-
wart bei der Prüfung aus gesetzlichen
Gründen verweigert wurden.
Auch in diesem Jahre konnte wiederum
ein besseres Wissen auf dem Gebiete der
Theorie, namentlich der angewandten Werk-
stattmathematik und der Technologie der
gebrauchten Materialien, sowie ein besseres
Wissen von Arbeitsmethoden überhaupt als
Folge des herausgegebenen Hilfsbuchs kon-
statiert werden. Flächen- und Körperbe-
rechnungen sowie Gewichtsbestimmungen
wurden ziemlich glatt und geläufig ausge-
führt. Wenige Prüflinge erreichten nur die
Zensur genügend in den theoretischen Kennt-
nissen.
Die Gesamtzahl der Prüfungen beträgt
bis heute: 101 Mechaniker, 1 Elektrotech-
niker.
Der Antrag, getrennte Zensuren für
Theorie und Praxis ausstellen zu dürfen,
ist zur Zeit noch in der Schwebe, da sämt-
liche Kammern über die Handhabung be-
fragt werden sollen. R. Kl.
Kleinere Hitteilunflen.
Bu8Cli0 neuestes Teleobjektiv.
BiS'Telar F:9.
Nach einem Froapckt der Rathenowor
Optischen Industrieanstalt vorm. Bmil
Busch, A.-G.
Beim Gebrauche von Handkameras erhält
man infolge Verwendung der hierbei üblichen
Objektive mit kurzer Brennweite leicht eine
übertriebene Perspektive, die bei Landschaft»-
motiven, Porträts und dergl. störend wirkt.
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38
Kleinere Mitteilungen. — Bücherschau.
Dentaohe
Mechanlker>Ztg.
Diesem Übelstaude hat die Rathenower Op-
tische ludustrieanstalt durch Konstruktion eines
Teleobjektives abzuhelfen gesucht, welches sie
als Busch-Bis-Telar bezeichnet. Dieses neue
Objektiv besteht, wie untenstehende Figur
zeigt, aus einem Konvexsystem als Vorderlinse
und einem Konkavsystem als hinterer Linse.
Nach dem Prospekt der Firma gestattet das
Bis-Telar einen halb so großen Kameraauszug,
wie ein gewöhnliches Doppelobjektiv mit
gleicher Brennweite, ist also für Handkameras
besonders geeignet. Femer sollen seine Vor-
züge darin bestehen, daß es nicht größer ist
als ein entsprechender Aplan at, daß es sich in
fast alle Verschlüsse montieren laßt, daß es bei
voller Öffnung, F:9j fast randscharfe Bilder
gibt und daß es eine bei Teleobjektiven uner-
reichte Brillanz besitzt, weil es nur 4 reflektie-
rende Glasluftflachen aufweist. Dagegen ist
dieses Objektiv, wie überhaupt die Teleobjek-
tive, nicht frei von Verzeichnung, so daß es sich
für Meßzwecke, Reproduktionen u. s. w. nicht em-
pfiehlt Als eine vorteilhafte Eigenschaft dieses
Objektivs verdient noch hervorgehoben zu
werden, daß sich die Vorderlinse — nach Ent-
fernung der Uinterlinse — als gute Weitwinkel
linse mit nur geringer Abbiendung F:3S ver«
wenden läßt. Mk.
K. Fachschule fQr Feinmechanik
in Schwenningen a. N.
Durch Erlaß des K. Württ. Ministeriums des
Innern vom 27. Januar 1906 ist die Abschluß-
prüfung des einjährigen, höheren Fortbildungs-
kurses für diejenigen Prüflinge, welche diesen
Kurs als ordentliche Schüler vollständig durch-
laufen haben, der Meisterprüfung im Sinne des
§ 138 der Gewerbe-Ordnung für die Handwerke
der Fein- und Elektromechanik und der Uhr-
macherei gleichgestellt worden. Durch den-
selben Erlaß ist femer auf Grund des § 129
Abs. 4 der Gewerbe-Ordnung für solche ordent-
liche Schüler des Fortbildungskurses, welche,
ohne vorher eine Gesellenprüfung oder eine
dieser gleichgestellte Prüfung bestanden zu
haben, auf Grund der für solche Fälle vorge-
schriebenen besonderen Aufnahmeprüfung zum
Fortbildungskurs zugelassen worden sind, dem
Zeugnis über die Entstehung der Abschluß-
prüfung zugleich die Wirkung der Verleihung
der Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen je
als Fein- und Blektromechaniker oder als Uhr-
macher beigelegt worden.
Dentsches Museum.
(Museum tou Meisterwerlcen der
Naturwissenschaften und TechnilK.)
Der frühere, durch seine Länge sehr un«
bequeme Name des Instituts ist nunmehr in
„Deutsches Museum" geändert worden.
Magistrat und Gemeindekollegium der Stadt
München haben den einstimmigen Beschluß
gefaßt, den dem Museum bereits früher zur
Verfügung gestellten Bauplatz auf der Kohlen-
insel von rund SO 000 qm auf rund 40 000 qm zu
vergrößern, da die dem Museum schon
jetzt aus allen Teilen des Reichs zufließenden
Sammlungsobjekte, Bücher und Pläne erkennen
lassen, daß mit der bisherigen Größe des Bau-
platzes das Auslaugen für spätere Zeiten nicht
gefunden werden könnte.
Bfiohersohau.
Fr. Schon, Die Schule des Werkzeugmachers
und das Härten des Stahles. 8<^. 56 S. m.
11 Fig. Göppingen, G. Schön 1906. 1,00 IT.
Verf. will dem Arbeitenden eine kurze
Anleitung Über die Behandlung des Werkzeug-
stahles geben. Er erörtert zunächst die ver-
schiedenen Stahlsorten, deren Kohlenstoffgehalt
und Zusammensetzung, gibt dann eine Zu-
sammenstellung, wie der Stahl für verschiedene
Werkzeuge beschaffen sein muß, ob zäh, hart
oder sehr hart, oder ob eine der Zwischenstufen
zu wählen ist; hier findet sich eine Reihe sehr
beherzigenswerter Hinweise. Dann folgen Ka-
pitel über Veränderungen des Stahles durch
Glühen, Schmieden, Walzen, Härten und An-
lassen, die Behandlimg des Stahles, um Miß-
erfolge möglichst auszuschließen, sowie Be-
schreibungen von Glüh- und Härteöfen. Hierbei
erwähnt Verf. die Pyrometer, die er aus Mangel
an Platz nicht genauer beschreibt; deswegen
wäre ein Hinweis auf die einschlägige Literatur
sehr am Orte; auf ein Inserat zu verweisen
und zu verlangen, daß der Leser sich vom
Fabrikanten Auskunft holen soll, hält Ref. nicht
für richtig. Verf. beschreibt dann genauer das
Härten solcher Gegenstände, bei denen beson-
dere Vorsicht nötig ist, das Einsetzen und das
Oberfl£^chenhärten, das Härten bestimmter Steilen
des Werkzeuges und endlich das Anlassen, unter
Beifügung einer Tabelle. Ein besonderes Ka-
pitel ist dem Zementieren gewidmet Den Schluß
bilden einige Rezepte. Der Leser wird dem-
nach vieles finden, was ihm von Nutzen sein
kann.
Wünschenswert wäre, wenn Hinweise im
Text auf dem Heftchen angehängte Inserate
fortgeblieben wären. Kfßm.
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ttefl4.
15. Febrnar 1906.
^ateAtschaü.
39
Patentschau.
Regelimg«Torriohtaxig für Qaeokailberlaltpampen Sprengel-
seher Art. J. Rosenthal in München. 26. 5. 1903.
Nr. 154 91. Kl. 42.
Im oberen Ablaufgefäß B oder Im unteren Sammel-
gefäß A ist ein Schwimmerventil g h angeordnet, das den
Durchgangsquerachnitt für das Quecksilber beim Übergang
in die Fall- bezw. Steigröhre je nach dem Stande des Queck-
ailbers in diesen Gefäßen verengt oder erweitert. Auf diese
Weise wird ein gleichmäßiges Strömen des Quecksilbers durch
die Pumpe herbeigeführt und erhalten.
Vorrichtung znm Befestigen Ton Thermometern ^
in Flasehen. B. Gregory in Schöneberg
u. R Swiderski in Dresden. 23. 6. 1903.
Nr. 155 050. Kl. 30.
Die Vorrichtung besteht aus einem das
Thermometer aufnehmenden pilzförmigen Körper d,
der in einem Drahtbügel b befestigt ist. Die finden
des Bügels sind nach unten verlängert und nach
außen umgebogen, so daß sie sich federnd gegen
die innere Halswandung der Flasche legen. Bei
dieser Anordnung ist die Flasche einerseits stets f
gebrauchsfertig, andrerseits können die Tempe-
raturgrade abgelesen werden, ohne daß das Ther-
mometer herausgenommen zu werden braucht.
Vorriohtnng snr Ersielong konstanter, der Abhängig-
keit Ton Drnck and spesifisohem Gewicht ent-
legener Qasvolnmina bei strömendem Gase.
H. Strache u. R. Jahoda in Wien. 26. 5. 1901.
Nr. 154 705. Kl. 42.
Von dem Ventilraum des Druckdifferenzreglers
geht ein Kapillarrohr 1 ab, dessen anderes Ende mit
dem Niveaugefäß i^ des Reglers kommuniziert. Die
Wirksamkeit dieses Apparates beruht auf der Tatsache,
daß ein Kapillarrohr, als Durchgangs weg für das Gas
angeordnet, die jeweils in der Zeiteinheit durchgelassenen
Gasvolumina ungeachtet einer Verschiedenheit im spezi-
fischen Gewicht dann konstant erhält, wenn das Druck-
gefälle zwischen den Räumen, welche das Kapillarrohr
verbindet, konstant gehalten wird.
Verfahren snr Beseitigung des rückbleibenden Mag-
netismus. Mix & Genest in Berlin. 31. 3. 1903
Nr. 153 762. Kl. 21.
Zur Beseitigung des rückbleibenden Magnetis-Jl,
mus wird dem elektromagnetischen Apparat b ein
trockener Kondensator e parallel geschaltet, dessen Größe
so bemessen ist, daß bei Unterbrechung des den elek-
tromagnetischen Apparat bedienenden Arbeitsstromes
eine oszillatorische Entladung des Kondensators durch
den elektromagnetischen Apparat hindurch stattfindet
(^' D' I
Der entmagnetisierende Stromkreis kann auch ^
durch eine besondere Wicklung g des elektromagne-
tischen Apparates imd einen Kondensator e gebildet
werden, welche beide mit dem Arbeifsstrom des Appa-
Pig. 1.
Fig. 2.
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4Ö
t^atentlttt«.
5eii tacke
Medualkw-Ztg.
rates nicht in leitendem Zusammenhang stehen. Dabei kann der in einem besonderen Ortskrelse
liegende Kondensator durch Polarisationszellen ersetzt werden {Fig^ ^).
Patentliste.
Bis zum 29. Januar 1906.
Klasse: Anmeldimgeii,
21. A. 12050. Blektrizitatszähler. H. Aron,
Gharlottenburg. 15. 5. 05.
A. 12 364. Selbstzeichnendes Wattmeter für
Wechselstrom. V. Arcioni, Mailand. 7. 9. 05.
C. 13 582. Induktionszähler mit einer Phasen-
verschiebung gleich oder mehr als 2. —
Cie. An. Gontinentale pour la Fabri-
cation des Compteurs aGaz et autres
Appareils, Paris. 26. 4. 05.
B. 10 823. Röntgenröhre mit gekühlter Anti-
kathode. M. Bhrhardt, Berlin. 22. 4. 05.
S. 21 207. Verfahren zum Beseitigen des Bin-
fluBses der gegenseitigen Induktion bei dyna-
mometrischen Meßinstrumenten. Siemens-
Schuckert-Werke, Berlin. 2. 6. 05.
S. 21 300. Kollektor für Motorelektnzitats-
zfthler. Siemens - Schuckert - Werke,
Berlin. 27. 6. 05.
42. A. 11 771. Objekttisch fttr Mikroskope mit
durch Kurbelgetriebe gleichzeitig in zwei
senkrecht zueinander stehenden Richtungen
bewegbarem Objektträger. G. Adler, Berlin,
14. 2. 05.
A. 11954. Kreiselapparat. H. Anschütz-
Kaempfe, Kiel. 10. 4. 05.
H. 33 028. Vorrichtimg zur Bestimmung der
Wassertiefe von einem in Fahrt begriffenen
Schiffe aus. van Sittard Howard, Sidcup,
Kent, u. A. B. H. Marescaux, London.
20. 5. 04.
H. 34 287. Geschwindigkeitsmesser mit durch
Uhrwerk zeitweise ausgelöstem, von der An-
triebswelle aus bewegten Streckenanzeiger.
M. Hoeft, Berlin. 7. 12. 04.
M. 26 175. Fernrohr, Opernglas oder dgl. mit
Wechselokular und selbsttätiger Binstellimg
desselben durch Druck auf einen Knopf
oder dgl. M. Mannesmann, Remscheid-
Bliedinghausen. 30. 9. 04.
M. 28057. Astronomisches Unterrichtsmittel
zur Veranschaulichung der wechselnden Be-
lichtung und Beschattung der Brde durch
Sonne und Mond. R.M. Meili, Lucca, Nerth
Dakota. 21. 8. 05.
St. 9079. Vorrichtung zur fortlaufenden Auf-
zeichnung der Brgebnisse von Gasabsorp-
tions- und Flttssigkeitsfällungsanalysen.
B. Stollberg, SoUstedt, Kr. Grafsch. Hohen-
stein. 2. 9. 04.
Z. 4524. Unterseefemrohr mit einem oder
mehreren am Bnde des Rohres angeordneten
drehbaren Spiegeln und Beleuchtung der
beobachteten Gegenstände durch Schein-
werfer. J. C. Zubli, Paris. 27. 4. 06.
Ertoflmigeii.
21. Nr. 168 297. Thermoelement für pyrome-
trische Zwecke unter Verwendung von Kohle
als Blektrodenmaterial. S. Kokosky, Berlin.
10. 5. 04.
Nr. 168 412. Thermoelement. W. Hoskins,
La Orange, III. (V. St. A.). 29. 12. 04.
Nr. 168515. Armatur far Quecksilberdampf-
lampen. Siemens- Schuckert- Werke,
Berlin. 1. 6. 05.
Nr. 168558. Instrumentarium zur Brzeugung
elektrischer Wellen. 0. Modrach, Berlin.
6. 10. 04.
Nr. 168 609. Gleichrichter nach Art der Queck-
silberdampflampe mit mehreren Anoden.
P. H. Thomas, Bast Orange, V. St. A.
4. 5. 05.
48. Nr. 168146. Geschwindigkeitsmesser mit
mehreren hintereinander zur Wirkung kom-
menden und quer zur Richtung des Papier-
fitreifens sich bewegenden Schreibstiften.
K. Wilkens, Berlin. 15. 11. 04.
Nr. 168530. Feineinstellung für Instrumente
durch Verschiebung des einzustellenden Teils
mittels eines kegelförmigen Körpers. M.
Blum, Wien. 27. 9. 04.
Nr. 168 752. Geodätisches Meßinstrument zur
direkten Ablesung trigonometrischer Funk-
tionen mit von schwingenden Armen in Grad-
ftthrungen beweglichen Schiebern. A. Mayer
u. B. Wiesmann, Naters, Schweiz. 7. 8. 04.
Nr. 168952. Bntfemungsmesser mit zwei an
den Bnden einer Basis angeordneten festen
Spiegeln und zwei denselben gegenüber-
liegenden, unter einem unveränderlichen
Winkel miteinander verbundenen Spiegeln,
sowie einem gemeinsamen Okular. L. Cere-
botani, München. 6. 1. 05.
Briefkasten der Redaktion.
1) Wer übernimmt die Anfertigung einer
kugelförmigen Glaskappe, die auf einer Kugel
von 54 cm Durchmesser 30 Breitengrade über-
decken und gut passen soll? Optische Wirkungen
werden nicht verlangt.
2) Wer liefert Urometer oder Alisometer nach
Buhemann?
Fflr dl« RedAkUon ▼•rantwortUeh: A. Blasohk« In Btrlin W.
Ytrla« TOB Jnlins Springer in B«rllB N. — Draok tob Bmll Droyer Ib B«rllB BW.
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Deutsche Meehantker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblaii der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 5. 1. März. 1906.
Nachdrack nur mit Genehmigftmg der Redaktion gestattet.
Über die nenere Entwicklung der nantischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
von
Dr. B. XohlJMhilttor in BerUn.
{Forii$ttitng.)
Wir kommen nunmehr zu dem zweiten Instrument, das bei der Kontrolle des
Bestecks durch astronomische Beobachtungen auf See gebraucht wird, dem Marine-
chronometer,
Es ist nicht möglich liier auf Einzelheiten in der Konstruktion dieses kompli-
zierten Mechanismus einzugehen, der ja ein großes Spezialgebiet für sich bildet. Ich
will nur erwähnen, daß die Hilfskompensationen, denen anfänglich ein sehr großes Miß-
trauen, namentlich von amerikanischer aber auch deutscher Seite, entgegengebracht
wnrde, sich jetzt ausgezeichnet bewähren und ebenso regelmäßige, wenn nicht bessere
Gänge' aufweisen wie die einfachen Kompensationen. Dagegen müssen die Versuche,
die Schnecke aus dem Chronometer auszuschalten, die in Deutschland letzthin wieder
aufgenommen worden waren, als gescheitert angesehen werden.
Femer ist die Erfindung des Nickelstahls auch auf diesem Gebiete für die Navi-
gation von Wichtigkeit geworden, indem es Hrn. Guillaume gelungen ist, Unruhen aus
Nickelstahl und Messing zu konstruieren, die den sekundären Kompensationsfehler be-
seitigen. Wenn die Legierung 36 7o bis477o Nickel
enthält, dann hat ihre Ausdehnungsformel ein negatives
quadratisches Glied, und Herr Guillaume konnte eine
Zusammensetzung finden, bei der dieses quadratische
Glied fast genau das positive quadratische Temperatur-
glied aufhebt, das in dem Ausdruck für das Trägheits-
moment der Unruhe vorkommt. Fig. 10 zeigt die
Form einer solchen Unruhe. Durch die Entdeckung
dieser Legierung ist es also gelimgen, mit einer ein-
fachen Unruhe ein Resultat zu erreichen, das früher p. j^
nur angenähert durch die Anwendung von mehr oder
weniger komplizierten Hilfskompensationen zu erlangen war.
Der Vorteil, der hiermit für die Feinstellung der Chronometer verbunden ist,
hat sich deutiich bei der 28. Wettbewerbprüfung der Seewarte^) gezeigt, da von den
mit Nickelstahlunruhen versehenen Chronometern 717o ^^ ^^^ I. Klasse gekommen sind,
gegen 49 7o ^^^ ^®^ nicht mit solchen Unruhen versehenen Instrumenten.
Die bequemere Feinstellung wird den Nickelstahlunruhen ein großes Über-
gewicht gegenüber den Unruhen mit flilfskompensation verleihen, auch dann, wenn sie
sich im Gebrauch an Bord nicht überlegen zeigen sollten. Es läßt sich nämlich
nicht voraussehen, ob dies der Fall sein wird, da nach den Untersuchungen des Korv.-
Kapitäns a. D. Rottok^) die Veränderungen der Kompensation und Feinstellung, die die
*) C. 8 techer t, Bericht über die 28. auf der deutschen Seewarte abgehaltene Wettbewerb-
prüfong von Marine Chronometern. (Winter 1904 bis 1905.) Ann. d. Hydr. u.sw. 33. 8. 346. 1905.
— 2) C. Rottok, Untersuchung über die Änderung der Temperaturkoeffizienten a und h bei
Chronometern. Archw der deutschen Seewarte. 24. Nr. 4. 1901.
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42
Ei Kohlichtttter, Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Dentsche
Mechaniker-Ztg.
größten Fehler in die vorausberechneten Chronometerstände bringen, bei einfachen
Unruhen ebenso groß sind, wie bei solchen mit Hilfskompensationen, und daher auch
bei den Nickelstahlunruhen ebenso groß sein können. Die Frage nach der dauernden
Überlegenheit der Nickelstahlunruhen wird sich also erst entscheiden lassen, wenn eine
größere Zahl von Chronometern mit solchen Unruhen an Bord gewesen sein und
mehrere Temperaturprüfungen durchgemacht haben wird.
Der größte Feind der Chronometer an Bord ist die Feuchtigkeit. Durch
Niederschläge bei Abkühlungen verändert sie die Masse und damit das Trägheitsmoment
der Unruhe und gibt so zu plötzlichen Gangänderungen Anlaß. Bei längerer Ein-
wirkung, namentlich in den Tropen, veranlaßt sie öfters Rostbildung an den Eisenteilen
und begünstigt das Entstehen von Schimmelwucherungen. Dadurch bekommt das
Chronometer unregelmäßige Gänge und versagt schließlich ganz, wenn die beschädigten
Teile nicht rechtzeitig durch neue ersetzt werden. Auch auf die Haltbarkeit des Öles
scheint die Feuchtigkeit von Einfluß zu sein.
Infolge dieser Erfahrungen hatte das Reichs-Marine-Amt schon früher einen
Wettbewerb zur Erlangung eines luftdichten Chronometergehäuses ausgeschrieben. In
merkwürdiger Verkennung der gestellten Anforderungen war unter den eingehenden
Konstruktionen keine einzige, die einen wirklich luftdichten Abschluß gewährleistete;
höchstens Schutz gegen das Eindringen von Staub ließ sich von einigen erwarten. Wie
vorauszusehen war, machten sich bei der Erprobung dieser sogenannten luftdichten Ge-
häuse die ungünstigen Einflüsse der Feuchtigkeit, deren Eindringen eben nicht ver-
hindert war, nicht minder geltend, als bei den gewöhnlichen Gehäusen.
Von Dr. Neumayer^) wurde deshalb ein Chronometerspind konstruiert, in
dem die Luft durch Chlorkalcium getrocknet wurde; es erwies sich aber für den Bord-
gebrauch als zu umfangreich und zu schwierig zu bedienen.
Schließlich konstruierte der Korv.-Kapitän a. D. Nees v. Esenbeck ein wirklich
luftdichtes Gehäuse, das von Steeger in Kiel ausgeführt wurde; seine Einrichtung zeigt
der Schnitt in Fig. 11. a ist das Chrono-
meter mit dem Vierkant der Aufzugs-
welle d, b ist das durch die Glasplatte c
verschlossene und den Kautschukring Je
abgedichtete Gehäuse. Das aus Eisen be-
stehende G^fäß i ist luftdicht mit dem
Gehäuse verschraubt und mit Queck-
silber h gefüllt. In entsprechendenDurch-
bohrungen der Wände des Gefäßes i
drehen sich die Zapfen g und g^; sie
werden durch die Spiralfeder m so an
die Gefäßwände angedrückt, daß kein
Quecksilber auslaufen kann; durch ein
Vierkant bei g und eine entsprechende
Bohrung in g^ sind sie so verbunden,
daß g mitgenommen wird, wenn g^ durch
den Uhrschlüssel in Drehung versetzt
wird. Zur Übertragung auf das Uhr-
werk dient die mit einem Zahnkranz versehene Scheibe e und das Fallgewicht /, das
an dem ebenfalls als Vierkant ausgebildeten oberen Teile von g gleitet und zwei in
die Zahnlücken des Zahnkranzes von e passende Zähne trägt. Wird nun das Chrono-
meter zum Aufziehen umgekippt, so fällt das Fallgewicht / auf die Scheibe e, seine
Zähne greifen in den Zahnkranz ein und die Aufzugswelle d macht die Aufziehbewegung
des auf g^ aufgesetzten Uhrschlüssels mit. In aufrechter Stellung des Gehäuses fällt
das Gewicht wieder zurück und gibt das Chronometerwerk frei.
Das Gehäuse ist mit trockenem Stickstoff gefüllt, wodurch Rost- und Schimmel-
bildung sowie Oxydation und Verharzung des Öles vermieden werden sollen.
Das Reichs-Marine-Amt macht mit diesem Gehäuse jetzt einen Dauerversuch, der
einen guten Erfolg verspricht, da das eingeschlossene Chronometer immer noch vor-
zügliche Gänge aufweist, obgleich es seit mehr als 6 Jahren in dem Gehäuse sitzt und
daher nicht gereinigt werden konnte. Das Öl scheint also tatsächlich nicht verharzt zu
Pig. 11.
^) Lehrbuch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marine- Amt; II. 8. Ji69.
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Man 190ft A.Schwaflmanny Die Hamburgische Sonnenflnsternis-Expeditloii 1905. 43
sein. Ein endgültiges Urteil wird sich jedoch erst nach Besichtigung der einzelnen Teile
des Chronometers gewinnen lassen.
Inbezug auf den Aufziehmechanismus hat dieser Versuch kein so günstiges
Resultat ergeben. Einmal hat sich nämlich das Fallgewicht festgeklemmt. Es konnte
zwar durch starkes Klopfen ohne weiteres wieder in Ordnung gebracht werden ; aber
bei einem Bordinstrument müssen derartige Möglichkeiten ausgeschlossen sein, da an
Bord niemand sachverständig genug ist, um eine derartige Kraftkur an einem so empfind-
lichen Kunstwerk, wie es ein Chronometer ist, vornehmen zu können.
Ich habe mich bei dieser Spezialkonstruktion so lange aufgehalten, weil ich der
Ansicht bin, daß die nächste und notwendigste Verbesserung im Chronometerwesen die
Konstruktion eines absolut luftdichten Gehäuses mit sicher wirkender Aufzieh- und
Zeigerstellvorrichtung ist. Nebenbei würde ein solches Gehäuse auch noch den kleinen
Vorteil haben, das Chronometer gegen die Schwankungen des Luftdrucks abzuschließen.
Nachdem es gelungen ist, Pendeluhren luftdicht abzuschließen, sollte dies doch für ein
Chronometer nicht so schwer sein. Die Mehrkosten eines solchen Gehäuses würden
durch die geringeren Reparatur- und Reinigungskosten der Chronometer vermutlich wieder
eingebracht werden.
Vielleicht ließe sich damit auch die Herstellung einer völlig reibungsfreien
Hemmung verbinden, indem man der Unruhe elektrischen Antrieb gibt und die Ver-
bindung zwischen Unruhe und Werk, ähnlich wie bei der Einthovenschen Kompaß-
übertragung, durch einen Lichtstrahl herstellt, der auf eine Selenzelle fällt und durch
eine schirmartige Ausbildung der Unruhe bei jeder Schwingung einmal geöffnet und
dann wieder unterbrochen wird. Für Pendeluhren ist derselbe Gedanke ja schon von
verschiedenen andreen Seiten ausgesprochen und auch verwirklicht worden.
Als Hilfsinstrument für die astronomische Ortsbestimmung ist der starfinder (Stern-
finder) von Cust, verbessert von English^) zu erwähnen, der im wesentlichen aus einem
kleinen Himmelsglobus mit zwei festen und einem beweglichen Bügel besteht. Er soll
zur Identifizierung von Sternen dienen, die in Wolkenlücken beobachtet sind und die
man daher nicht ohne weiteres erkennen kann. Mit der genäherten Position des Schiffes,
die man aus dem gegißten Besteck kennt, der gemessenen Höhe und der Peilung des
Sterns stellt man den Gestimsort auf dem Globus ein, wobei der bewegliche Bügel, der
die Höhenteilimg trägt, einen Quadranten des durch den Stern gehenden Vertikalkreises
darstellt. Auf dem Globus findet man dann an der eingestellten Stelle den beobachteten
Stern und liest seinen Namen ab. Das Instrument ist zwar ganz nützlich, aber un-
verhältnismäßig teuer.
(Fortietgung folgt)
Die Instrumente der Hombargischen Sonnenfinsternis -Expedition nach Sonk-Ahras
und die mit ihnen erhaltenen Ao&ahmen.
Vortrag,
gehalten im Zweigverein Hamburg-AItona der D. G. f. M. u. 0. am 12. Dezember 1905,
von
Dr. Arnold 8«hwarmuuiii, Obienrator der HAmboxger Sternwarte.
Die drei Hauptaufgaben der Expedition bestanden in der Herstellung von photo-
graphischen Aufnahmen der Sonnenkorona sowohl in großem als in kleinem Maßstabe,
in photographischer Nachforschung nach einem eventuell vorhandenen intramerkuriellen
Planeten und in Intensitätsbestimmungen des Koronalichtes auf optischem, photo-
graphischem und elektrischem Wege^).
Für die Herstellung großer Sonnenphotographien wurde von der Expedition ein
20 m langes, horizontal montiertes Fernrohr mit einem für die Wellenlängen 531,7
(Koronalinie) und 405,1 achromatisch korrigierten Ze iß sehen Objektiv von 16 cm Öffnung
und einem Brennweitenverhältnis 1:125 benutzt. Das Femrohr wurde gebildet durch
^) Zu beziehen von Bark er & Bon in London. — >) Näheres s. R. Schorr, Die Ham-
burgische Sonnenfinsternis-Expedition nach Souk-^hras (Algerien) im August 1905. I. Teil. Die
Ausrflstung und der Verlauf der Expedition. 8°. 36 S. mit 1 Karte u. 12 Tf. Hamburg, Komm-
Verlag von Lucas Gräfe & Sillem, 190&. 6,00 If.
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44 A. Schwaflmann, Di« Hamburg^lsch« SonoenflnstarnUi -Expedition 1905. Mechaoufer-ZUr
zehn in Entfernungen von je 2 m voneinander aufgestellte, viereckige Holzrahmen, welche
mit Ledertuch überdeckt waren. Über dem Ganzen war ein Sonnenzelt errichtet, um eine
ungleichmäßige Erwärmung der in dem Fernrohr eingeschlossenen Luft und die dadurch
entstehenden Luftschlieren zu vermeiden.
Vor dem Objektiv war ein Grub bscher Cölostat von 20 cm Durchmesser aufgestellt,
der sich dadurch von einem gewöhnlichen Heliostaten unterscheidet, daß der Spiegel parallel
der in der Richtung der Erdachse aufgestellten Umdrehungsachse montiert ist und diese
Achse, anstatt in 24 Stunden, in 48 Stunden eine Umdrehung ausführt. Während bei
der gewöhnlichen Anordnung des Heliostaten wohl ein mittlerer Strahl immer in die-
selbe Richtung reflektiert wird, rotieren die reflektierten seitlichen, gegen den mittleren
geneigt auf den Spiegel fallenden Strahlen um den mittleren. Dabei würde also die
Herstellung einer photographischen Aufnahme der Konfiguration der Korona unmöglich
sein. Dieser Übelstand ist bei der geschilderten Anordnung eines Gölostaten vermieden.
Dieser „ Koronograph ** gab einen Monddurchmesser von 19,2 cm und war für Platten
von dem Format 70 X 80 cm eingerichtet, da die Höhe der Korona über dem Sonnen-
bezw. Mondrande bei langen Expositionszeiten in einer Ausdehnung von mehr als
einem Monddurchmesser erwartet werden konnte. Auf eine handliche Auswechselbarkeit
der großen Kassetten war besondere Rücksicht genommen, und es gelang, während der
Dauer der Totalität von 3V2 Minuten im ganzen 5 Aufnahmen herzustellen von 4, 6,
20, 37 und 62 Sekunden Expositionszeit mit einer jeweiligen Zwischenzeit von etwa
15 Sekunden. — Außer dem großen Koronographen wurden noch drei kurzbrennweitige,
feststehende Kameras benutzt.
Zur photographischen Aufnahme der Sterne in der näheren Umgebung der Sonne
wurde ein von Carl Zeiß in Jena gebauter ^^Planetensucher'^ benutzt, welcher aus zwei
miteinander verbundenen, äquatoreal aufgesteUtenund mit Triebwerk versehenen Fernrohren
bestand. Die beiden Rohre waren um 4,5 Grad in Rektascension gegeneinander geneigt,
so daß man in dem einen Fernrohr die Sonne mit ihrer östlichen Umgebung bis zu
6,5 Grad Abstand, in dem anderen die Sonne mit ihrer westlichen Umgebung in gleicher
Ausdehnung erhielt. Auch hierbei wurde das Konstruktionsprinzip unmittelbar aus der
gesteUten Aufgabe heraus entwickelt. Es kam bei der photographischen Nachforschung
nach der eventuellen Existenz eines helleren oder schwächeren intramerkuriellen Planeten
neben einem großen Gesichtsfeld (bei den angewandten Platten von 50x50 cm je rd.
50 Quadratgrad) hauptsächlich darauf an, ein Objektiv zu benutzen, das zwar einerseits
lichtstark genug war, um in kurzer Zeit auf der photographischen Platte schwächere
Sterne hervorzurufen, das aber andererseits die durch das Koronalicht erzeugte Flächen-
helligkeit in der Sonnenumgebung so stark abschwächte, daß die allgemeine Schwärzung
der Platte die Sternbilder noch deutlich genug hervortreten ließ. Zu diesem Zwecke
wurden, nach dem Vorgange der Amerikaner bei den letztvorangegangenen totalen
Sonnenfinsternissen, Objektive von 10 cm Öffnung und 4 m Brennweite, also mit einem
Öffnungsverhältnis von 1 : 40, benutzt; jedoch wurden nicht wie bisher zwei Landschafts-
linsen angewandt, sondern es wurde, um eine sichere Entscheidung über die best-
geeignete Objektivsorte herbeizuführen, eine zweiteilige Landschaftslinse und ein drei-
teiliges Objektiv in Anwendung gebracht, welche beide von der Firma Carl Zeiß hier-
für speziell hergestellt wurden. Erstere zeigte außerhalb der Plattenmitte in beträcht-
lichem Maße die bekannte Komaform der Sterne, die zweite gab eine gut kreisförmige
Abbildung der Sterne bis zum Plattenrande hin. Es gelang, mit jedem der beiden
Rohre zwei sich gegenseitig kontrollierende Aufnahmen von rd. 2 Minuten und von
rd. 1 Minute Expositionszeit zu machen. Die allgemeine Schwärzung der Platten ist
durchweg gering geblieben; jedoch gab das Triplet- Objektiv noch Sterne 8^2- Größe
wieder, während die Landschaftslinse nur Sterne T^/g. Größenklasse aufwies. Be-
züglich der übrigen vier kleineren Kameras, welche auf dem Planetensucher außerdem
noch aufmontiert waren, muß erwähnt werden, daß mit einem Voigtländerschen, auf
das Öffnungsverhältnis 1 : 18 abgeblendeten Taylor-Cooke-Objektiv von 60 cm Brenn-
weite eine Aufnahme von 3V2 Minuten Expositionszeit gelang, welche die äußeren
Koronastrahlen bis zu einem Abstände von etwa 4 Monddurchmessern, vom Mondrande
gemessen, zeigt.
Die Bestimmung der Intensitätsverhältnisse der Korona geschah zunächst auf
optischem Wege mittelst eines direkt auf die Mitte des Mondes gerichteten Weber-
schen Photometers. Sodann wird beabsichtigt, aus der Schwärzung der photographischen
Platten durch Vergleich mit einer Schwärzungeprobe, die durch Bestrahlung mit dem
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Ilcil 5.
I. MArz 1906.
Vereins- und Personennachiichten.
46
Lichte einer Hefnerkerze hergestellt ist, auf die chemische Intensität zu schließen, und
endlich wurden Strahlungsmessungen mittels Selenzellen gemacht. Eine auf die Zenit-
gegend gerichtete, flache Ruhmersche Selenzelle zeigte bei der Totalität für den Zenital-
kreis von 6^ Durchmesser eine Helligkeitsabnahme von 56 Lux auf 0,6 Lux, Herr
Ruhmer stellte der Expedition für eine zylindrische zweite Selenzelle, die von allen
Seiten bestrahlt wurde, einen Registrierapparat zur Verfügung, welcher ebenfalls während
der ganzen Finsternis in Funktion war und eine Helligkeitsabnahme 76 000 Lux bis
auf 5 Lux ergab.
Was die Ergebnisse der Beobachtungen anbelangt, so ist auf einige besonders
interessante Eigentümlichkeiten der photographierten Sonnenkorona hinzuweisen: so auf
den unverkennbaren Typus der Korona zur Zeit des Sonnenfleckenmaximums, auf die
erstmalig beobachtete äquatoreale fächerartige Strahlung der Korona, auf das große
und hohe Protuberanzengebiet am östlichen Sonnenrande und die darüber lagernden
wolkenartigen Gebilde innerhalb der Korona u. a. m.
Vereins- und PepsenennachrioMen.
ADmeldnng zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. O.:
Hr. Dr. E. Zimansky; Kgl. Eichungs-
inspektor für die Rheinprovinz und Hohen-
zoUern; Köln (Rhein), Spichemstr. 73.
D. O. f. M. n. O. Abteilung Berlin.
Sitzung vom 23. Januar 1906. Vor-
sitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Becker von der Firma R. Fueß spricht
aber Anemometer. — Die Anemometer dienen
nicht nur meteorologischen Zwecken, sondern
werden auch in großer Zahl zur Untersuchung
der Bewetterung in Bergwerken und des
Zuges bei Heizungen verwandt; man kann
sie der Konstruktion nach in zwei Hauptgruppen
teilen: in solche mit Zählwerken und in
hydrostatische. — Der Grundtypus der ersten
Art wurde vor etwa 35 Jahren von R. Fueß auf-
genommen: ein in Steinlagem gehendes, leicht
bewegliches Flügelrad, dessen Umdrehungen
gezahlt werden. Fueß verbesserte dann diese
Konstruktion, indem er die Flügel aus Glimmer
machte, der von der Atmosphäre nicht ange-
griffen wird, und femer das Instrument mittels
Uhrwerks nach bestimmter Zeit selbsttätig ein-
und wieder ausschaltete. Auf eine Anregung
des Geh. Bergrats Schulze in Bochum be-
seitigte Fueß eine der Hauptfehler quellen, die
Anfangsreibung, indem er das Instrument durch
einen eingebauten kleinen Ventilator antreibt,
welcher einen Luftstrom von bekannter, kon-
stanter Geschwindigkeit liefert; diesem wirkt
der zu messende Luftstrom entgegen, so daß
die Differenz beider Geschwindigkeiten abge-
lesen wird; wenn der Luftstrom eine größere
Geschwindigkeit als 30 m in einer Sekunde
hat, 80 benutzt man das Instrument ohne
Ventilator. Alle diese Instrumente müssen
senkrecht auf den zu messenden Luftstrom I
gerichtet werden, was bei meteorologischen
Apparaten so gut wie unmöglich ist; hier be-
nutzt man deshalb die bekannten Bchalenkreuze.
— Die hydrostatischen In Strumente haben gegen-
über denen mit Zählwerk den Vorzug, daß sich
ihre Konstante nicht ändert. PI tot verwandte
ein U-förmiges, zum Teil mit Wasser gefülltes
Rohr, auf dessen einen Schenkel der Luft-
strom drückt; eine solche Messung ist aber
vom Barometerstand und von der Temperatur
abhängig. Neuerdings stellt man solche In-
strumente in der Nähe des Ventilators auf,
um ein Bild von der Gesamtbewetterung der
Grube zu erhalten. Man ist eben heut dazu
Übergegangen, die Differenz zwischen statischem
und dynamischem Druck zur Messung zu ver-
wenden. Solche Apparate sind zwar etwas
groß, geben aber sehr zuverlässige Resultate,
sie werden deshalb auch zur Ermittelung von
Dampfmengen bei Kesselanlagen und von
Wasaermengen bei Zentrifugalpumpen verwen-
det. — Der Redner erläuterte seine Darlegungen
an zahlreichen Instrumenten. An den mit großem
Beifall aufgenommenen Vortrag knüpfte sich
eine kurze Diskussion.
Zur Aufnahme haben sich gemeldet die
Mechaniker Hm. W.Michaelis (80 16, Neander-
strasse 3) und E. Marawske (C 54, Linien-
strasse 214).
Der Vorstand beantragt, für den Vortrags-
abend mit Damen am 20. Februar ihm 150 M.
zur Verfügung zu stellen und ein Bintrittsgeld
von 1 M. von jedem Teilnehmer zu erheben.
Dieser Antrag wird angenommen.
Der Vorsitzende bittet, etwa frei werdende
Lehrstellen bei ihm anzumelden, damit er
gegebenenfalls Lehrlinge zuweisen könne.
Bl
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46
Vereins- und Penonennachrichten. — Kleinere Alitteilungen.
Deotsohe
Mech*nlker-Ztg.
Sitzung vom 6. Februar 1906. Vor-
sitzender: Hr. W. Handke.
Hr. W. Handke spricht über die zweck-
mäßigste Art, die Scheiben für kleine Zahn-
rader auszustanzen, worüber selbst in Fach-
kreisen noch sehr falsche Ansichten angetroffen
werden.
Die Hm. W. Michaelis und B. Ma-
rawske (Adressen s. oben) werden aufge-
nommen.
Hr. F. S. Archen hold spricht über Aus-
rüstung und Forschungsergebnisse der Sonnen-
finsternis - Expedition der Treptow • Sternwarte
nach Burgos (August 1906). Der Vortragende
konnte dank der Munificenz von Carnegie die
Expedition unternehmen; er beschreibt an der
Hand zahlreicher Lichtbilder ausführlich die
instrumentelle Ausrüstung, die ihm ziun Teil
von einigen Firmen leihweise zur Verfügung
gestellt wurde (R. Fueß, HansHeele, Franz
Schmidt & Haensch, Siemens & Halske),
und führt sodann die Reise nacb Burgos, die
Art der Beobachtung und einen Teil der er-
haltenen Resultate im Bilde vor; er schloß mit
einem Dank an diejenigen Mechaniker, die ihm
in selbstlosester Weise bei der Expedition unter-
stützt hatten 1). Bl
ZwelgTerein Hamburg-Altona. Sit-
zung vom 6. Februar 1906. Vorsitzender:
Hr. Dr. H. Krüß.
Als Mitglieder wurden aufgenommen die
Hrn. Albert Graaf in Hamburg und Paul
Kröplin in Pinneberg. — Der Schatzmeister,
Hr. Richard Donnert, erstattete die Ab-
rechnung über das Jahr 1905; auf Antrag der
Revisoren wird ibm mit Dank für seine Mühe-
waltung Entlastung erteilt. Die Neuwahl des
Vorstandes ergab die Wiederwahl der bisherigen
Mitglieder, nämlich Hm. Dr. H. Krüß zum
VorHtzenden, Hrn. Max B ekel zum Schriftführer
und Hrn. Richard Donnert zum Sehatzmeister,
Hierauf hielt Hr. A. Kittel einen Vortrag
über das photographische Objektiv und die
Farbenphotographie. Im ersten Teile behandelte
der Vortragende die von den Abmessungen
und der Konstruktion des Objektives abhängigen
Eigenschaften, vornehmlich den Einfluß der
Blendenwirkung auf die Tiefenscharfe und die
Belichtungszeit. Im zweiten Teil erörterte er
auf der Grundlage der Wellentheorie des Lichtes
die Lippmann sehe Photographie in natür-
lichen Farben, das Jolysche Rasterverfahren
und den Dreifarbendruck. An den Vortrag
schloß sich eine lebhafte Besprechung, worauf
Hr. Kittel einen einfachen Entfernungsmesser
vorzeigte und Hr. Willmann einige technische
Fragen zur Erörterung brachte. Ä K.
») S. Wdtaü S. S. 145. 1905.
Dr. Hermann Joh. Phil. Sprengel ist am
14. Januar im Alter von 71 V2 Jahren zu London
gestorben. Sprengel war vor allem bekannt
als Erfinder der nach ihm benannten Luftpumpe.
Bei diesem Apparat erzielte er das Vakuum in
völlig neuer Weise durch Transport der Luft
mittels tropfenden Quecksilbers; der Ausbau
dieses Prinzips hat in den letzten Jahrzehnten
fortgesetzt die Technik beschäftigt und ist wohl
noch nicht abgeschlossen. Dank der Sprenge 1-
schen Erfindung ist die Herstellung der glA-
sernen Quecksilberluftpumpen besonders in
Deutschland zu höchster Blüte gelangt. Indem
man durch diesen Apparat die erreichbare Ver-
dünnung immer mehr steigern konnte, öffneten
sich der Wissenschaft und Technik stets neue
Gebiete der Forschung und Betätigung. —
Sprengel, 1834 in Schillerslage bei Hannover
geboren, studierte in Göttingen Chemie und
siedelte schon 1859 nach England über. Nach-
dem er hier zuerst in Universitätslaboratorien
gearbeitet hatte, wurde er 1865 Teilhaber an
einer chemischen Fabrik. Schon 1870 konnte
er sich von diesem Geschäfte zurückziehen,
um sich fortan als Privatgelehrter ungestört
seinen wissenschaftlich-technischen Neigungen
zu widmen; in den letzten Jahrzehnten seines
Lebens beschäftigte er sich fast ausschließlich
mit Sprengstofftechnik. — Sprengeis Ver-
dienste wurden 1878 durch Ernennung zum
Mitgliede der Boyal Society und 1893 von seinem
Vaterlande durch Verleihung des Professortitels
anerkannt.
Kleinere Mitteilungen.
Ein Instrument zum Zentrleren, Orien-
tieren und Prüfen von Linsen.
The Opt Instr. Monthiy 1. 8. 24. 1905.
Der in nachstehender Figur abgebildete
Apparat dient zum Zentrieren sphärischer
Linsen, zum Festlegen der Achsen von zylin-
drischen Linsen, zur Bestimmung der pris-
matischen Wirkung derselben, zur Prüfung von
Linsenkombinationen u. s. w.
Der Apparat besteht aus einem Stativ mit einer
horizontalen Bank, auf welcher sich ein fester
und zwei verschiebbare Träger befinden. Der
feste Träger an dem einen Ende umfaßt ein
Schaurohr nebst einer Blende für das nicht
zur Beobachtung verwandte Auge, der Träger
am anderen Ende hält eine Scheibe, die mittels
der auf der rechten Seite befindlichen Welle
in Drehung versetzt werden kann; die Scheibe
ist entsprechend der Brennweite der Linse ein-
zustellen. Der mittlere Träger dient als Linsen-
halter; er umfaßt mit seinem Ring eine Glas-
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Meft 5.
1. Mftrz 1906.
Kleinere Mitteilungen.
4r
platte, gegen welche die zu prüfende Linse
mittels der Hand oder in anderer Weise ge-
drückt wird ; an seinem Fuße ist auf der linken
Seite der Bank eine Schiene drehbar ange-
bracht, welche mehrere Nuten enthält, in welche
man den Scheibenträger eingreifen läßt, um
diesen für die Messung von prismatischen Ab-
lenkungen der Strahlen auf bestimmte Ent-
fernungen einzustellen. Am Fuße des Mittel-
trägers befindet sich fem er ein in vertikaler
Richtung befindlicher Arm mit drei Markier-
stiften. Eine um den Halter dieser Stifte ge-
legte Schnur bewirkt, daß beim Herunter-
drücken des beweglichen Armes die drei Stifte
eine auf der Bank befindliche Farbplatte be-
rühren und daß beim Emporheben des Armes
dieselben sich um den Halter drehen, so daß
sie sich gegen die Linse richten und auf dieser
drei Punkte markieren. Der mittlere Punkt
bezeichnet den optischen Mittelpunkt der Linse
und die Gesamtheit der drei Punkte die hori-
zontale Richtung. Die drei Markierdtifte sind
in den Halter federnd eingesetzt, so daß sie sich
den Krümmungen der Linse anpassen können.
Um eine sphärische Linse mit dieser Vor-
richtung zu markieren, hat man sie auf dem
Linsenhalter in eine solche Stellung zu bringen,
daß beim Hindurchschen durch das Scbaurohr
das mittlere Kreuz der Scheibe sich im Ge-
sichtsfelde innerhalb der Linse und außerhalb
derselben stetig fortsetzt. In ähnlicher Weise
lassen sich die Achsen einer zylindrischen Linse
festlegen, indem man die Scheibe so lange
dreht, bis das Mittelkreuz mit den Linsen-
achsen zusammenfällt. Für die Messung der
prismatischen Ablenkung dienen die in zwei
Quadranten vertikal schraffierten Rechtecke.
Bei bestimmt eingestellter Entfernung der
Scheibe von der Linse gibt die Verschiebung
der vertikalen Striche durch die Linse ein
Maß für die prismatische Ablenkung.
Die Vorrichtung wird angefertigt von der
Standard Optical Cy. zu Geneva im Staate
New-York und ist patentiert auf den Namen
Chauncey W. Howland. Mk.
Explosion elaer Sauerstoffflasche.
Zeitsehr, d. Ver. d. Ing. 49. 8. 893. 190S.
Vor kurzem explodierte im Technikum Win-
terthur (Schweiz) eine Sauerstoff - Stahlflasche,
wobei eine Person, der Laboratoriumsdiener, ge-
tötet, eine Anzahl verletzt und großer Materialscha-
den angerichtet wurde. Nach der Schweizerischen
Bauzeitung ist nunmehr die Ursache dieser
Explosion wie folgt festgestellt.
Die Untersuchung des Inhaltes einer gleich-
zeitig bezogenen zweiten Flasphe, welcher mit
dem der explodierten nach Angabe der Fabrik
übereinstimmen mußte, ergab, daß der Sauer-
stoff stark mit Wasserstoff vermengt war, die
Flasche somit statt reines Sauerstoffes Knall-
gas enthalten hatte. Zur Zeit der Explosion
war das Versuchsmanometer auf die Flasche ge-
schraubt, wobei die Verbindung mit Fiberringen
abgedichtet war. Die Überreste dieser Ringe
waren teilweise verkohlt und enthielten kleine
Reste von Schmieröl. Nun ist es bekannt, daß
sich Schmieröle in verdichtetem Sauerstoff oder
sauerstoffreichen Gasgemengen leicht entzünden
können. Offenbar hat der verunglückte Labo-
ratoriumsdiener den noch vorhandenen Inhalt
der Flasche messen wollen und zu dem Zwecke
das Manometer aufgeschraubt, das bei sonstiger
Verwendung nicht angesetzt wird. Sobald er
das Ventil öffnete, hat sich das Schmieröl in
dem komprimierten Knallgas entzündet und die
Explosion ist erfolgt.
Eine Genossenschaft y^Urania*' hat sich in
Zürich gebildet zur Errichtung einer Volksstern-
warte, die schon im Laufe des kommenden
Sommers dem Betrieb übergeben werden soll;
sie wird nach den Plänen von Prof. Gull im
Zentrum der Stadt errichtet, an der bereits
Uraniastraße genannten neuen Verbindung der
Bahnhofstraße mit dem Limmatquai.
Das Hauptinstrument, ein parallaktisch mon-
tierter Refraktor von 30 cm Objektivdurchmesser
und nahezu 6 m Länge, wird von Carl Zeiß
gebaut; es erhält 8 Okulare von 40- bis 1000-
maliger Vergrößerung; die Kuppel wird einen
lichten Durclimesser von 8,5 m haben.
Tagsüber soll das Femrohr zur Beobachtung
des großartigen Alpenpanoramas dienen, dessen
sich Zürich erfreut, zu welchem Zweck es mit
einem Zeiß sehen Umkehrprisma ausgerüstet
wird. Der Eintrittspreis wird tagsüber 1 fr.
und bei Nacht 1,50 /r. betragen. Die Adresse
des Instituts ist bis zur Eröffnung: Zürich, Bahn-
hofötr. 51.
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48
Kleiner« Mitteilungen. ~ Glastechnischet.
Deatsohe
Mechanlker-Ztg .
Das Kyffhäaser-Technikuin in Franken-
hauseu a. K. wird im 20. Semester seines Be-
stehens eine große Maschinenhalle für die neue
Fachabteilung für den Bau von landwirtschaft-
lichen Maschinen errichten. In deren Räumen
wird auch das mit Versuchsmaschinen aller Art
ausgestattete maschin en- und elektrotechnische
Laboratorium Platz finden.
Die Bausumme ist bereits vom Stadtrate be-
willigt, so daß die Benutzung dieser reichhaltig
ausgestatteten Versuchsräume im Jahre 1906
ihren Anfang nehmen dürfte. An die Anstalt,
die unter direkter staatlicher Aufsicht steht,
ist eine Baugewerkschule mit Tiefbauabteilung
angegliedert. Das Sommer- Semester beginnt
am 18. April; die Direktion erteilt gerne ge-
nauere Auskunft.
Glasteohnlsches.
Die amerikanischen
Prflfangsbefltimmnngen fflr
Thermometer.
(FortitiMUnff.)
Hauptnormah Thermometer,
Als Hauptnormal-Tbermometer {primary
Standard thermometer) wird ein solches
Thermometer bezeichnet, das in sich selbst
eine Temperaturskala umfaßt. Diese Ther-
mometer müssen deshalb auf ihrer Skala
die beiden festen Punkte 0^ und 100^
haben. Erfahrungsgemäß ist die geeig-
netste Länge für einen Grad bei Haupt-
normal-Thermometern im Intervall 0^ bis
100^ ungefähr 6 oder 7mw, nicht weniger
als 5 mm; für die hohen Temperaturen
darf die Gradlänge geringer sein. Um die
Thermometer nicht ungebührlich lang
werden zu lassen, kann die Skala des
Hauptnormal- Thermometers nur denjenigen
Umfang haben, für den es gebraucht
werden soll, z. B. 0^ bis 60 « C, 100 <» G
bis 200^ C u. 8. w. Es muß jedoch so kon-
struiert sein, daß es mit Hilfe passend ein-
geschalteter Erweiterungen in der Röhre
die beiden Fixpunkte enthält, und ferner
so, daß das Volumen irgend eines Teils
der Röhre auf das Fundamentalvolumen
zwischen 0^ und 100^ G bezogen werden
kann.
Wenn eine Anzahl solcher Thermo-
meter aus derselben Glasart derselben Be-
handlung ausgesetzt wird, so sollten sie
gut untereinander übereinstimmen und
würden dazu dienen, eine bestimmte Tem-
peraturskala für diese besondere Glasart
darzustellen. Wenn ferner die durch diese
Glasart definierte Skala vorher mit der
Gasthermometer-Skala verglichen worden
ist, so würde es dann möglich sein, die
Angaben des Quecksilbers in Glastbermo-
metern als Temperaturen in der Normal-
Gasthermometer-Skala auszudrücken .
Die Skalen, welche durch eine Reihe
der besten Thermometergläser (verre dxiry
Jena 16^", Jena 59"') dargestellt werden,
sind mit der WasserstofPskala des Inter-
nationalen Bureaus verglichen worden, so
daß die Angaben der Hauptnormal-Thermo-
meter aus diesen Glasarten benutzt werden
können, um Temperaturen in der Inter-
nationalen Wasserstofl'skala zu messen.
Wie vorstehend gesagt, sollen aus der-
selben Glassorte hergestellte Thermometer
untereinander übereinstimmen; damit dieses
aber der Fall ist, müssen die Thermometer
in jeder Hinsicht vollkommen sein, was
jedoch in der Praxis nicht zu erreichen ist.
Sie müssen deshalb in der Weise herge-
stellt sein, daß die erforderlichen Kor-
rektionen sicher bestimmt und angewendet
werden können.
Hierzu sind folgende Bedingungen nötig.
Die Länge eines Grades soll im allge-
meinen 5 bis 7 mm betragen, die Strich-
dicke darf nicht größer als 0, 1 des kleinsten
Intervalls sein, die Teilung soll gleich-
mäßig sein. Die Differenz in den Kaliber-
korrektionen darf nicht mehr als 0,3^ C
betragen, der Fehler des Fundamental-
intervalls nicht mehr als 0,1^ C Die Röhre
des Thermometers muß durchsichtig sein,
so daß die parallaktische Unsicherheit
durch Ablesungen vor und hinter der
Teilung vermieden werden kann. Der Ge-
brauch von belegten Röhren ist daher für
Hauptnormal - Thermometer nicht zulässig.
Oebühren. (Verzeichnis 31)
Dollar
a) Kalibrierung mit einem Queck-
silberfaden 5,00
6) Kalibrierung nach der Neu-
mann-Thiesenschen Methode
in Intervallen von 5^ und
Unterkalibrierung jedes Inter-
valls von 2 zu 2 <> . . . . 20,00
c) Bestimmung des Koeffizienten
für inneren und äußeren Druck 5,00
u) Bestimmung des Fundamental-
intervalls 5,00
Tieffßva dnfe Th mn o m et er.
Zur Messung von Temperaturen unter
— 30^ C sind geeignet: Alkohol, Toluol,
Petrolälher undPentan in Giasthermometem,
Kupfer- Konstantan -Thermoelemente sowie
elektrische Widerstau dsthermometer.
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Bell 6.
1. M&rz 1906.
Glastechnischei.
49
Der niedrigste Grad für Alkoholthermo-
meter ist ungefähr —70^ C, für Toluol-
thermometer ungefähr — 90*^ 0, für Petrol-
äther- und Pentanthermometer ungefähr
— 200^C. (Für Petrolätherthermometer ist
besser — 150^ C zu nehmen. Der Bef.)
Nach den IlDtersucbungen von Chappuis^)
können Alkoholthermometer, welche mit ver-
schiedenen Proben als chemisch rein bezeich-
neten Alkohols gefüllt sind, in ihren Angaben
um 1 ® C voneinander differieren, wahrend bei
Toluolthermometem die Unterschiede 0,04® C
nicht überschreiten.
In dem Zirkular werden dann ferner einige
Anweisungen über die Herstellung der Skalen
für die tiefgradigen Thermometer gegeben, auf
die hier aber nicht eingegangen werden soll.
Sie sind entnommen der oben zitierten Ab-
handlung von Chappuis, ferner den Abhand-
lungen von Kohlrausch^), Holborn S) und
Rothe*).
Eine wichtige Vorsicht ist beim Gebrauch
dieser tiefgradigen Thermometer zu beachten,
indem sie langsam abzukühlen sind und zwar
zunächst nur das Gefäß, später erst die Röhre;
andernfalls wird der Meniskus starr und haftet
an den Wänden fest, so daß Tropfen hängen
bleiben.
Hochgradige Thermometer.
Bei Quecksilberthermometern zum Ge-
brauch über 275° 0 {b2b^ F) muß der
Raum über dem Quecksilber ein trockenes
Gas (Stickstoff oder Kohlensäure) unter
Druck enthalten, um das Quecksilber am
Sieden zu verhindern.
Zur Herstellung der hochgradigen Thermo-
meter sind zwei Methoden im Gebrauch. Ent-
weder bringt man am Ende der Kapillare eine
kleine Erweiterung an und füllt den Raum
aber dem Quecksilber bei Atmosphärendruck,
wobei sich dann die steigende Quecksilbersäule
den erforderlichen höheren Druck von selbst
schafft, oder man nimmt eine große Erweite-
rung, die dann von vornherein mit Gas unter
erhöhtem Druck gefüllt wird. Bei Tempera-
turen von 550° C (lOOOo F) muß der Druck
dann ungefähr 20 Atm betragen.
Thermometer zum Gebrauch über 425° C
(7750 jf*) werden jetzt allgemein aus Jenaer
Borosilikatglas 591^1 oder aus dem Jenaer Ver-
brennungsröhrenglas hergestellt. Es werden
viele gewerbliche Thermometer in komplizierten
Formen hergestellt, mit Schutzrohr, Luftmantel
oder anderen Kunstgriffen, um den Gebrauch
von leichter schmelzbaren, mit Bmailstreifen
1) Zeit$ehr, f. Instrkde. 14. S. 141, 1S94. —
2) Wied. Ann. 60. S. 463. 1897. — ^) Ann. d.
Fhya. O. S. 255. 1901 - *) ZHtschr. f. Instrkde. 22.
8. 192. 1902; 24k. S. 47. 1904.
belegtem Glas in Verbindung mit den Ge-
fäßen aus Hartglas möglich zu machen.
In vielen Fällen gibt dies den Vorzug leicht
ablesbarer Skalen, was die Komplikation recht-
fertigen mag, aber wegen der Einfachheit der
Konstruktion und der größeren Genauigkeit ist
die Verwendung des Hartglases für das ganze
Thermometer oft wünschenswert.
Thermometer aus geschmolzenem Quarz, mit
Gas von 60 Atm über dem Quecksilber gefüllt,
können bis 700° C gebraucht werden. (Nach
den neueren Untersuchungen der Reicbsanstalt
ist es nicht geraten, die Quarzthermometer in
so hohen Temperaturen zu benutzen, da die
Widerstandsfähigkeit der Gefäße aus Quarz oder
Glas gegen Druck in höherer Temperatur stark
abnimmt. Nach Versuchen von Dr. 0. Schott
hielten Wasserstaiidsröhren aus jedem Glas
kalten Druck von 300 bis 400 Atm aus, während
sie bei einer Temperatur von 240° nur einem
Druck von 35 Atm standhielten. Der Bef.)
Laboratoriumthermometer und Thermo-
meter für besondere Zwecke.
Unter dieser Bezeichnung werden kurz
zusammengefaßt die meisten Thermometer
der gebräuchlichsten Typen, einschließlich
der Normale zweiten Grades und der Ar-
beitsnormale, die auf weniger als 0,01 ^
zuverlässig sind, und gewöhnliche Thermo-
meter mit P oder 2^ Genauigkeit. Beispiele
für Thermometer zu besonderen Zwecken
sind Maximum- und Minimumthermometer,
Kalorimeterthermometer, Siedethermometer
(Hypsometer), Tiefseethermometer u. a. m.
Oebühren. (Verzeichnis 32)
a) Bestimmung der Korrektionen Doliar
innerhalb —30^ und +100^C
mit einer Genauigkeit von 0,01°
oder 0,02°, oder so genau, wie es
die Konstruktion der Thermo-
meter zuläßt, für jeden Punkt . 0,20
b) Dgl. bei 6 St. oder mehr . .0,10
c) Bestimmung der Korrektionen auf
0,1° oder 0,2°, für jeden Punkt 0,15
d) Dgl. bei 12 St. oder mehr . . 0,075
e) Bestimmung der Korrektionen
auf 0,1° oder 0,2° von 100° bis
250° C, mit etwas geringerer Ge-
nauigkeit in höheren Tempera-
turen, für jeden Punkt . . . 0,50
/) Bestimmung der Korrektionen
zwischen 100° und 550° G auf
1° oder 2°, für jeden Punkt . 0,30
g) Dgl. bei 6 St. oder mehr . . 0,20
h) Bestimmung der Korrektionen
von Alkohol-, Toluol-, Petrol-
äther- und Pentanthermometern,
unter — 30°C, für jeden Punkt 1,00
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50
GlaitechnlschM. — Bücharachau.
DeutiMsh«
Mechanlker-Ztg.
Oetuerbliche Thermometer.
Hierunter werden zusammengefaßt die
Thermometer, deren Konetruktion den be-
sonderen Anforderungen der Industrie an-
gepaßt ist, z. B. für Rauchgase, Dampf-
kessel, Destillationsprozesse, femer Winkel-
thermometer und ähnliche.
Die Gebühren für die Prüfung dieser
Art Thermometer hängen von dem Skalen-
umfang und der Konstruktion des Instru-
ments ab. Wenn die Prüfung mit den ge-
wöhnlichen Einrichtungen ausgeführt werden
kann, so sind die Gebühren dieselben wie
im Verzeichnis 32.
{FortutMung folgt.)
Gebrauchsmuster.
Klasse :
42. Nr. 267 280. Pipettenfläschchen, bei welchem
die Pipette mit einer glockenförmigen Kappe
versehen ist, die auf den Hals des Fläschchens
auf geschliffen ist. B. Bu blitz, Stolp L Pomm.
6. IL 05.
Nr. 267 285. Apparat zur Bestimmung des
spezifischen Gewichtes des Gases mit zwei
kugelförmigen Glasgefaßen und einem Stativ
mit zwei verschieden hohen Trägem. W.
Müller, Krefeld. 14. 11. 05.
Nr. 267 666. Kombinierte Saug- und Wasch-
flasche mit Dreiwegebahn und einem bis auf
den Boden ragenden Rohre. A. Schuster,
Steinebach, Post Gebhardshain. 14. 10. 05.
Nr. 268 359. Thermometerskale mit abwechselnd
auf beiden Seiten der Kapillare angeord-
neter Teilung. Gebr. Fritz, Schmiede-
feld i. Thür. 18. 12. 05.
Nr. 268 979. Vorrichtung zur doppelten Sauor-
stoffzufUhrung bei der vereinfachten Ele-
mentaranalyse, bestehend aus einem an dem
einen Ende erweiterten Kapillarrohr mit
übergeschobenem T-Rohr. M. Deimstedt,
Hamburg. 8. 11. 05.
Nr. 269008. Glasflasche mit Mensureinteilung.
A. Neu mann, Popelken. 14. 12. 05.
Nr. 269069. Automatisch verschließbares
Quecksilber-Tropfgefaß mit Gewichtsangabe.
S. Brunhölzl, Traunstein. 17. 10. 05.
Nr. 269 24B. Im Querschnitt halbrund geformtes
Präparatenglas mit an einem Stimende an-
geordneter Verschließöffnung. Deutsche
Lehrmittel- Gesellschaft, Berlin. 14.12.
06.
Nr. 269 778. Garungs - Saccharometer mit
Schlauchverbindung zwischen Gftrungs- und
Meßgefäß und einer öligen Flüssigkeit im
Meßrohr. Th. u. R. Lohnstein, Berlin.
15. 12. 05.
BOcherschau.
0. LuegCFy Lexikon der gesamten Technik.
2. neu bearb. Auflage. Band 2. 80. 800 S.
mit zahlreichen Abb. 25,00 Af., Einband-
decke 3,00 M.
Der 2. Band umfaßt Biegungsachse bis
Dollieren; er enthält eine große Reihe von
Artikeln, die speziell für den Mechaniker von
Interesse sind, z. B. Bogenlampen, Bohrma-
schinen, Brünieren, Chronoskope, Dichte,
Distanzmesser u. s. w. Der Inhalt der Artikel
wird unterstützt durch die ausführlichen Quellen-
angaben; nur wäre zu wünschen, daß die
schwerer zugänglichen Quellen nicht nur zi-
tiert, sondern etwas mehr verarbeitet werden,
damit man sich ohne das lästige, an kleineren
Orten oft unmögliche Aufsuchen der Original-
arbeiten informieren kann. Als Kuriosum sei
erwähnt, daß der Verf. des Artikels Chrono-
skope als Adresse der Fueßschen Werkstatt
immer noch Berlin, Alte Jäkobstraße, angibt.
Diese Bemängelungen an Einzelheiten sollen
natürlich nicht den hohen Wert in Zweifel
ziehen, den das Werk im ganzen hat. — Zu den
Mitarbeitern gehört übrigens auch Hr. Prof.
Ambronn in Göttingen, wie aus seiner Unter-
schrift unter einzelnen Artikeln zu ersehen ist
(alle Artikel tragen erfreulicherweise die Unter-
schrift der Verfasser); das Verzeichnis der Mit-
arbeiter enthält leider diesen für unser Fach
so wertvollen Namen nicht. BL
€• Michalkey Die vagabundierenden Ströme
elektrischer Bahnen. 8». VI, 85 S. mit 34 Abb.
Braunschweig, F. Vieweg & Sohn 1904.
(Heft IV von G. Benischke, Elektrotechnik
in Einzeldarstellungen) 2,50 Af., geb. in
Leinw 3,00 M,
Die Erdrückleitungen der Starkstroman-
lagen, insbesondere der elektrischen Bahnen,
haben unangenehme Folgeerscheinungen ge-
zeitigt. Namentlich sind es die Gas- und
Wasserleitungsanlagen, die durch die Brdströme
korrodiert werden, die Telegraphen- und Tele-
phonanlagen, in welche die vagabundierenden
Ströme eindringen, und die magnetischen Stö-
rungen, denen die Apparate der Physiker aus-
gesetzt sind. Der Verf. hat die seither er-
schienenen Arbeiten über diese Erscheinungen
und die Abwehr der störenden Einflüsse in
übersichtlicher Weise zusammengestellt und
ergänzt. Die Darstellung ist unter Benutzung
elementarer mathematischer Hilfsmittel klar
und läßt Sorgfalt und eingehende Sachkenntnis
erkennen, so daß das Werkchen allen Interes-
seuten bestens empfohlen werden kann.
KO
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Heft 5.
1. Mftrz 190(1.
Patentschau.
51
PatentsGha
Ofen för schmelznüssiges Olas mit beweglichem Behälter.
The Toledo Glass Cy. in Toledo, V. St. A. 16. 6. 1903
Nr. 155 051. Kl. 32.
J stellt in der Draufsicht einen Behälter für schmelz-
flOssiges Glas dar, welcher unabhängig vom Ofenmauerwerk K r ^^
um eine mittlere Achse gedreht werden und nötigenfalls durch ^^^^^^
den Überlauf F aus einem festen Schmelzbehälter mit Glas-,
schmelze gespeist werden kann. Auf diese Weise ist bei a die
Glasoberfläche zwecks Aufnebmens von Glas freigelegt. Da
die Glasoberfläche in Berührung mit dem kalten Aufnahmeeisen
oder dgl. abgeschreckt wird , wird die Entnahmestelle durch
Drehung des Behälters nach der Entnahme wieder in den
Heizraum eingeführt. Bei jeder Bewegung des Behälters ge-
langt ein neuer Teil h der Glasoberfläche ins Freie, während ein zuvor freigelegter Teil wieder
in den Heizraum eintritt und dort angewärmt wird.
BilderwechselTomchtiing für Projektionsapparate vu dgl.
Nr. 155 315; Zus. z. Fat. Nr. 135 063. Kl. 42.
C. Zeiß in Jena. 12. 1. 1904.
Zur Wiederherstellung der richtigen Entfernung zwischen dem Objektiv A und dem
Bild beim Wechseln der Bilder ist
weder das Objektiv noch das Bilder-
halterpaar unter Erhaltung des Ab-
Standes zwischen seinen Ebenen, son-
dern nur der eine Bildhalter k l oder
der an ihm angebrachte eigentliche
Träger des Bildes in der Richtung
des Lichtkegels verschiebbar.
Einrichtung zur Femübertragnng von Zeigerstellimgen mittels Oleichstromes. E. Ziehl in
Berlin. 27. 8. 1901. Nr. 155 350. Kl. 74.
Die Erflndung betrifft eine Einrichtung zur Fernübertragung von Zeigerstellungen
mittels Gleichstromes mit aus einem Widerstandaschalter bestehenden Geber und einem nach
Art eines Mehrphasensystems mit diesem durch drei bezw. vier Femleitungen verbundenen
Empfänger, in welchem die Lage eines resultierenden magnetischen Feldes sich entsprechend
der Stellung des Gebers ändert Das
Neue besteht darin, daß zur Erzielung ,f
eines proportional vergrößerten oder
verkleinerten Zeigerausschlages im
Empfänger entweder der Geberwider-
stand oder die Bmpfängerwicklung,
statt auf einem in sich geschlossenen
Vollkreis, bogenförmig angeordnet
ist. Das beim kreisförmigen Instrument zwischen dem Winkelabstand der Schleifbürsten h c
bezw. der Ankerpole k und demjenigen benachbarter Abzweigpunkte bestehende Ver-
hältnis ist beizubehalten. Das bogenförmig ausgeführte Instrument muß an mehr als drei bezw.
vier Punkten abgezweigt werden, von denen immer der dritte bezw. vierte auf einen Abzweig-
punkt folgende wieder an dieselbe Fernleitung anzuschließen ist.
Maximalthermometer. M. Messerschmidt in Elgersburg i.Th. 2.12.1903. Nr. 155707. Kl. 42.
In einem in die Kapillare verjüngt übergehenden Quecksilbergefäße ist frei beweglich
ein nach oben zugespitzter Schwimmkörper angeordnet. Beim Aufstoßen des Thermometer-
gefäßes auf die Hand oder Tischplatte dringt der Stift nach oben und verschließt die Kapillare,
so daß das Quecksilber in seiner Maximalhöhe festgehalten wird. Nach dem Ablesen wird das
Thermometer auf den Kopf gestellt und angestoßen, so daß der Stift die Verbindung der Kapillare
mit dem Quecksilbergefäß freigibt. Das Entfernen des Stiftes aus der Kapillare kann auch mit
Hilfe eines Magneten geschehen.
4 't
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52
Patentschau — Patentlitte.
Dentaehe
Mechaniker-Ztg.
SpiegelBteieoskop iär beliebig groDse Halbbilder. W. Manchot in Frankfurt a. M. 8. 4. 1902.
Nr. 154 908. Kl. 42.
Damit der reflektierte Hauptsehstrahl die vorgelegten Halbbilder eines stereoskopischen
Bildes, das ebenso groß ist wie die Halbbilder, lotrecht und in deren perspektivischen Augen-
punkten trifft, werden die Objektspiegel der Größe der Bilder entsprechend in einer zur Bild-
flache parallelen Richtung verschoben.
Aolhängevorrichtimg für die Rose von Lnftkompassen mittels F&den
oder Drähte. F. J. F. Lemcke in Stockholm. 8. 12. 1903.
Nr. 155 751. Kl. 42.
Die Fassung des Steinesa und der Ring d in der Mitte der^
Rose b sind durch senkrecht angeordnete Fäden oder Drähte e mit
einander verbunden, um die Standfähigkeit der Rose zu erhöhen.
Patentllste.
Bis zum 12. Februar 1906.
Klasse: Aiimeldiiiir#ii.
21. B. 87018. Vorrichtung zur Erzeugung dia-
magnetischer Wirkungen. H. du Bois,
Berlin. S5. 4. 04.
F. 19196. Verfahren und Vorrichtung zur
Fernsichtbarmachung von Bildern und Gegen-
ständen mittels Selenzellen, Dreifarben-
filter und Zerlegung des Bildes in Punkt-
gruppen durch Spiegel. W. v. Jaworski,
Hagen i. W., u. A. Franken st ein, Berlin.
19. 8. 04.
89. W. 23 654. Metallisch elastischer Stoff, be-
stehend aus der innigen Verbindung von
Kautschuk, Guttapercha oder ähnlichen Stoffen
mit feinen metallischen Spänen. F. G.
Walker, Liverpool, Engl. 28. 3. 05.
42. B. 39 193. Hyperbolischer Reflektor mit vor-
geschalteter Linse. Sociöt6 Besnard,
Maris & Antoine, Paris. 14. 2. 05.
H. 86 489. Einrichtung zur Erzeugung von
Resonanzschwingungen fester elastischer
Körper zu Frequenzmessungen. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a. M. 13. 11. 05.
M. 26 647. Himmelsglobus. F. Malina, Wien.
23. 12. 04.
M. 27 909. Vorrichtung zur Aufzeichnung der
Lichtstärke unter verschiedenen Neigungs-
winkeln mit Hilfe eines Selenphotometers.
B. Monasch, Berlin. 24. 7. 05.
S. 19 735. Entfernungsmesser. V. Sapo-
retti, Mailand. 28. 6. 04.
Seh. 28 340. Aus Blech gezogene Prismen-
stühle für Prismenfernrohre. W. Schöne-
wolf, Friedenau-Berlin. 10. 2. 05.
W. 24 676. Zeigerthermometer mit selbst-
tätiger Berichtigung der Zeigerstellung.
Wegener & Mach, Quedlinburg. 28.6.05.
74. Seh. 23 006. Vorrichtung zum Anzeigen
von plötzlichen Temperaturunterschieden
und von Höchsttemperaturen. F. Schodde,
BerUn. 1. 12. 04.
ErttUimr«!!«
21. Nr. 169 109. Vorrichtung zur Einstellung
von Motor-Amperestundenzählem für ver-
schiedene Spannungen. Isaria-Zähler-
Werke, München. 29. 4. 05.
Nr. 169257. Verfahren zur Herstellung ein-
zelner Zungen und skalenartig abgestimmter
Zungenkämme aus Federbändem für Reso-
nanzapparate; Zus. z. Pat. Nr. 166 608.
Hartmann & Braun, Frankfurt a. M.
7. 5. 05.
Nr. 169 335. Elektrolytischer Gleichrichter.
0. de Faria, Paris. 15. 4. 05.
82. Nr. 168 574. Verfahren zur Erzeugung von
blasenfreier Quarzglasschmelze im Schmelz-
ofen. J. Bredel, Höchst a. M. 27. 11. 04.
42. Nr. 168 754. Titriervorrichtung. R. König
u. Tb. Meyer, Gelsenkirchen, 18. 9. 04.
Nr. 168 976. Prismendoppelfemrohrgehäuse,
das die Gelenkarme trägt. C. Zeiß, Jena.
2. 2. 05.
Nr. 168977. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes photographisches Ob-
jektiv. 0. Simon, Dresden - Striesen.
29. 4. 02.
Nr. 168 999. Hohlspiegel aus Glas für Schein-
werfer u. dergl. C. Zeiß, Jena. 26. 5. 05.
Nr. 169 385. Binstellvorrichtung für Binsatz-
nadeln von Zirkeln. G. Schoenner, Nürn-
berg. 7. 9. 05.
67. Nr. 169 893. Maschine zum Schleifen von
Linsen u. dergl. D. S. Thompson, Liver-
more Falls, Maine, V. St. A. 13. 11. 04.
74. Nr. 169154. Verfahren zur Bestimmung
der Entfernung von metallischen Gegen-
ständen (Schiffen o. dergl.), deren Gegen-
wart durch das Verfahren nach Pat.
Nr. 165546 festgestellt wird; Zus. z. Pat.
Nr. 165546. Ch. Hülsmeyer, Düsseldorf,
11. 11. 04.
Fflr dl« Rddaktton T«nntwortlleh: A. BUiohk« in Bwiln W.
y«lag Ton Jnllni Springer In B«rUn N. — Dniek Ton Imll Droyor In Bwlln 8W.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkiuide
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 5.
Heft 6.
15. März.
1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
Ton
Dr. B. XoblMhfittor In Berlin.
{FortMtBumg.)
Damit hätten wir die Instrumente, die bei der Ortsbestimmung auf hoher See
gebraucht werden, erschöpft und stellen uns nunmehr vor, daß das Schiff sich dem
Bestimmungshafen nähert. Sobald als möglich wird seine genaue Lage nach Land-
objekten festgestellt, wobei in erster Reihe der Peilapparat des Kompasses oder die
Peilscheibe in Tätigkeit tritt. Einschneidende Veränderungen sind an diesen einfachen
Apparaten nicht recht möglich. Der neue Peilapparat der Kais. Marine von C. Bamberg,
den Fig. 12 zeigt, hat
ein ganz schwach ver-
größerndes Fernrohr be-
kommen, dessen Nutzen
und Notwendigkeit noch
ausprobiert werden. Eine
neue Peilscheibe für
Tag- und Nachtgebrauch,
die ebenfalls noch im
Versuchsstadium sich be-
findet , wird wie die •
Kompaßrose der neuen
Kompasse durch eine
elektrische Lampe von
unten erleuchtet.
Eine bessere Sicht-
barmachung des Objektiv-
diopters, als es durch
die gebräuchlichen, mit
Leuchtfarbe gestrichenen
Fäden möglich ist, be-
zwecken mehrere von
österreichischen Linien-
schiffsfähnrichen konstru-
ierte Nachtpeilapparate 1).
Ein Vorschlag, die
Peilscheibe unabhängig
vom Diopterlineal dreh-
bar zu machen, der mir recht zweckmäßig erscheint, rührt vom Commander Fiske^) her.
In engen und gewundenen Fahrwassem, wo das Peilen schnell gehen muß, wird das
Objekt ohne Rücksicht auf die Stellung der Peilscheibe angepeilt, während der Steuer-
Pig. 12.
1) MiiU a. d. Qeb. d. Seewesens 26. S, 997. 1898 und 29. S. 68. 1901. —
^aval Inst. 27. S. 371. 1901.
2) Froceed. U. S.
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64
fi. Kohltchütter, Über die neuer« fintwickluDs der nautischen tnetrumente. MechanUcer-Ztg
Flg. 13.
mann den in diesem Augenblick anliegenden Kurs aussingt. Nach beendeter Peilung
wird die Peilscheibe auf diesen Kurs eingestellt, wobei das Diopterlineal auf dem Kessel-
rand fest stehen bleibt, und dann wird die Peilung abgelesen. Das Peilen soll mit
dieser Vorrichtung ohne jeden Zeitverlust und viel schneller vor sich gehen, als bei
der gewöhnlichen Art der Be-
nutzung der Peilscheibe. Es wäre
zu wünschen, daß auch in Deutsch-
land damit Versuche gemacht
würden.
Zum bequemeren Absetzen
der gepeilten Richtungen in der
Karte, die mit Transporteur und
Parallellineal, Rollineal oder Drei-
eckspaar zu erfolgen pflegt, hat
Dr. Fulst^) den von Plath in
Hamburg ausgeführten Vorschlag
gemacht, eine Halbkreisteilung auf
den aus durchsichtigem Zelluloid
hergestellten Dreiecken selbst an-
zubringen, um den Transporteur zu sparen. Fig, 13 zeigt ein solches Dreieck. Eine
Verbesserung dieser Dreiecke hat Hr. Kartograph Pellehn angegeben^), indem er die
ebenfalls auf der Unterseite des Zelluloiddreiecks eingravierte Teilung mit einem weißen
undurchsichtigen Lack abdeckte, so daß die Teilung in der detailreichsten Karte doch
immer deutlich auf einfarbigem
weißem Untergrund sichtbar bleibt.
In Fig. 14 ist ein solches Drei-
eckspaar ^j abgebildet; die Teilung
des zweiten Dreiecks, die von
180<^ bis 360 <^ läuft, ist der Ein-
fachheit wegen fortgelassen.
Für die Ortsbestimmung
durch Rückwärtseinschneiden oder
Doppelwinkelmessung, wie sie an
Bord genannt wird, kommen die
bereits früher erwähnten Verbesse-
rungen der Spioprelinstrumente in
Betracht: Hebelfestsetzung der Al-
hidade, die die Benutzung der
Feinschraube in vielen Fällen un-
nötig machen wird, und Vorrich-
tungen an Sextanten und Oktanten,
um damit Winkel bis zu 180°
messen zu können.
Die Genauigkeit der Spie-
gelinstrumente geht aber für diesen
Zweck viel zu weit, und deshalb
kann man durch Aufgeben des un-
nötigen Überschusses an Genauig-
keit andere Vorteile eintauschen.
Diesen an sich richtigen Gedanken
verfolgte ein älteres englisches
Instrument, Arcumeter genannt, das
aber, wie es scheint, keinen Anklang
zu finden vermochte, so daß es von den Kapitänleutnants Löhlein und v. Klitzing
unter dem Namen „Doppelwinkelmesser" ein zweites und drittes Mal neu erfunden
werden konnte. Das Arcumeter oder der. Doppelwinkelmesser besteht aus einem etwas
veränderten Doppeltransporteur, auf dessen drei Schenkeln je ein Okulardiopter be-
FiK. 14.
*) Marine 'Bundschau 10. S. 714.
Berlin 80 26, Dresdener Str. 16.
1905,
2) Zu beziehen von A. Blankenburg,
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Heft ft.
15. M&rz 190«.
Vereins- und Penonennachrichten. — Kleinere MitteUung^en.
55
festig ist und der im Mittelpunkt eine Spitze als gemeinsames Objektivdiopter trägt.
Zum Beobachten gehören drei Leute, von denen jeder einen Schenkel bedient und das
Diopter auf das ihm zugewiesene Objekt einstellt. Die Einstellung auf die drei Objekte
muB natürlich gleichzeitig erfolgen. An einem Teilkreis, dessen Teilung von dem
mittleren Schenkel aus nach beiden Seiten läuft, können die Winkel abgelesen und in
gewöhnlicher Weise benutzt werden. Einfacher ist es jedoch, den modifizierten Doppel-
transporteur nach der Festsetzung der Schenkel vom Stativ abzunehmen, auf die Karte
zu legen und zum Absetzen des Schiffsortea gleich selbst zu benutzen. Es geht so
schneller, und Fehler, die durch das Übertragen auf ein anderes Instrument entstehen
können, werden vermieden.
Der Gedanke, daß drei Beobachter an einem Instrument gleichzeitig arbeiten
sollen, mutet zunächst etwas sonderbar an. Die Versuche haben aber gezeigt, daß
dies gar keine Schwierigkeiten macht und daß die erzielte Genauigkeit vollauf genügt.
Der Hauptvorteil der drei Instrumente ist der, daß jeder Beobachter nur mit einem
Objekt zu tun hat, statt mit zwei bei der Doppelwinkelmessung mittels Spiegelinstru-
menten, und daß er direkt auf das einzustellende Objekt hinblickt und es dauernd im
Auge behalten kann, während bei der Messung mit Spiegelinstrumenten das eine Objekt
immer seitwärts liegt. Diese Vorteile machen das Arcumeter oder die Doppelwinkel-
messer besonders an flachen Küsten, wo die gebräuchlichsten Landmarken, Kirchtürme
und Windmühlen, infolge vielfacher Ähnlichkeiten leicht miteinander verwechselt werden,
den bisherigen Methoden weit überlegen. Das Reichs- Marine- Amt läßt von Ed. Sprenger
in Berlin ein neues Modell dieses Instruments konstruieren, das die Vorteile der drei
älteren Modelle vereinigt und ihre Nachteile vermeidet.
(ForUetzung folgt)
Vereins- und Pereenen«
nachrichten.
D. 6. f. M. u. O. Abt. Berlin, E. V.
Am 20. Februar fand das Wintervergnügen
mit Damen in Neumanns Festsalen statt.
Hr. Paul Fraenkel schilderte fesselnd eine
Reise »Von den Ufern der Reuß bis zur Adrla*",
unter Vorführung von höchst effektvollen Licht-
bildern, die sich nicht nur durch Naturtreue,
sondern auch besonders dadurch auszeichneten,
daß der Vortragende die wunderbarsten Be-
leuchtungaeffekte in wahrhaft künstlerischer
Weise im Bilde festgehalten hat. Die zahlreich
erschienenen Mitglieder mit ihren Damen und
Gasten kargten denn auch nicht mit dem wohl-
verdienten Beifall. In einem Nebensaal, der in
einen südlichen Hain verwandelt worden war,
wurde man darauf durch italienische Musik und
durch teils echte, teils tauschend nachgemachte
italienische Gesänge, verfaßt vom Hausdichter
Hrn. Hannemann, vorgetragen von Frl.
Haensch und Hm. Pichtier, erfreut. Bis
zur Kaffeepause trat nun der Tanz in seine
Rechte. Während der Kaffeetafel brachten Frl.
Haensch und Hr. Ficht ler wiederum in be-
kannter künstlerischer Weise Duett- und Solo-
gesänge zu Gehör, welche allseitig mit dem
größten Beifall aufgenommen wurden; Hr.
Hannemanu sprach in humorvoller Weise dem
H. H. IL-Komitee, vor allem dem Vorsitzenden
Hm. Handke, den Dank aus für die außer-
ordentlichen Mühen und Sorgen um das Ge-
lingen des Festes. Hierauf wurde den Damen
eine italienische Spende gereicht; alsdann
sprach der Vorsitzende Hrn. Fraenkel, allen
Mitwirkenden und den zahlreich erschienenen
Gästen den Dank der D. G. aus. Bei lebhafter
Unterhaltung und flottem Tanz fand das Fest
erst mit dem grauenden Morgen sein Ende.
W. JET.
Hrn. Max Kohl in Chemnitz ist an-
läßlich der Einweihung des Kaiserin
Friedrich - Hauses der Rote Adler - Orden
IV. Klasse verliehen worden.
Kleinere Mitteilungen.
Das Kaiserin Friedrich-TIaus für das
ärztliche Fortbildungsweseii.
Am 1. März d. J. ist in Gegenwart des
Kaiserpaares, vieler anderer Fürstlichkeiten,
der Mehrzahl der Minister, bekannter
Männer der medizinischen Wissenschaft,
zahlreicher Vertreter der Technik und
Anderer das „Kaiserin Friedrich-Haus für
das ärztliche Fortbildungswesen ^ feierlich
eröffnet worden.
Die Festredo hielt der Wirkl. Geh.
Rat Prof. Dr. von Her ermann; er wies
darauf hin, daß die Kaiserin Friedrich
als die eigentliche Schöpferin des ärzt-
lichen Fortbildungswesens anzusehen sei ;
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56
Kleinere Mitteilunfen.
Deutoehe
Mechanlker-Zt
deshalb sei auch dieses Haus ihrem Ge-
dächtnis gewidmet. Ein neues Moment
sei aber hinzugekommen durch das Hinein-
treten der Technik in die Heilkunst, wie
nie zuvor; die Technik im Dienste der
Naturwissenschaft sei selbst zu einer Wissen-
schaft geworden. Schon ein flüchtiger
Blick auf die Ausstellung, die heute hier
eröffnet werde, zeige wie großartig die
Verdienste der Technik gerade um die
medizinische Wissenschaft sind, wie ge-
waltig aber auch ihre täglichen Fortschritte.
Viele Entdeckungen im Mikro- und Makro-
kosmus sind den Linsen und Konstruktionen
Abbes zu danken. Ohne sie wären die
Ursachen vieler Krankheiten nicht gefunden
und nicht Gegenstand einer erfolgreichen
ärztlichen Bekämpfung geworden. Auch
dem Fortschritte der technischen Chemie
danke die ärztliche Wissenschaft viel,
ebenso der großen Entdeckung Röntgens,
die eine ganz neue technische Schulung
vom Arzte verlange. Wissenschaftliche
Photographie und Elektrotechnik trügen
dazu bei, das Licht und radioaktive Körper
der ärztlichen Behandlung dienstbar zu
machen. Man könne kaum den sich über-
stürzenden Fortschritten folgen, die Zeit
erfordere dringend ein Zusammengehen des
Technikers und Arztes. Hierzu solle das
Haus dienen, das eine Stätte sei, um die
neuen Errungenschaften, Funde, Methoden,
Apparate und Instrumente zu sammeln und
zugänglich zu machen.
Nach den darauf folgenden Ansprachen
von Vertretern des Prinzregenten von
Bayern und des Königs von England nahm
der Vorsitzende des deutschen Ärztevereins-
Bundes, Prof. Dr. Löbker, das Wort, indem
er im Namen des Ärztestandes für das In-
teresse des Kaiserhauses an der Ent-
wicklung der medizinischen Wissenschaft
dankte. Der Dank der Ärzte solle be-
stehen in unerschütterlicher treuer Pflicht-
erfüllung und in Liebe «um Herrscherhause
und Vaterland. Dann stattete der General-
stabsarzt der Armee, Prof. Dr. S c h j e r n i n g ,
den Dank der Militärärzte ab. Er wies
darauf hin, wie durch die Hebung in der
Ausbildung des Sanitätskorps d er Gesundheits-
zustand der Armee sich so außerordentlich
gebessert habe und noch weiter bessern
würde. In einem Schlußwort dankte der
Kultusminister Dr. Studt den Majestäten
für ihre Anwesenheit bei dieser dem Ge-
dächtnis der edlen Mutter des Kaisers ge-
weihten Feier.
Dann ergriff der Kaiser das Wort zu
einer längeren Rede, die tiefen Kindruck
auf die Versammelten machte. S. M. führte
aus, daß der heutige Tag in lebhafter
Weise unserm Volke und der Welt zeige,
wie das Königshaus seine Aufgaben seinem
Volke gegenüber zu erfüllen hat und in
innigem und festem Bande mit den Ärzten
des Landes zusammenstehen muß. Der
heutige Tag gebe auch eine teilweise
Antwort auf die schmerzerfüllte Frage,
warum seine erlauchte Mutter so früh und
in so erschütternder Weise uns entrissen
werden mußte. Durch die schwere Prüfung,
die des Himmels Hand auf die edle Frau
und ihr Haus gelegt hatte, ist ihrem Geiste
der Gedanke an Linderung von Not in
lebhafter Weise wach geworden. Sie hat
ihm Ausdruck verliehen, und das Samenkorn,
das sie sterbend ausstreute, fand Grund
und Wurzel. Unter dem Eindruck des er-
schütternden Hinganges hat es Gefühle der
Menschenliebe erweckt, die ihrerseits wieder
Taten ausgelöst haben in allen Ständen
und Kreisen. So erkennen wir, wenn auch
erst später, an den Erfolgen der einzelnen
Tatsachen doch immer wieder die Pläne
der alles umfassenden Vorsehung, der Vor-
sehung, ohne die auch die ganze ärztliche
Kunst nichts ausrichte.
Wie zu Beginn der Feier so fand auch
nach der Rede des Kaisers ein kurzer
Chorgesang statt, dem sich ein Rundgang
durch die Räume des Kaiserin Friedrich-
Hauses anschloß.
Die Dauerausstellung für die ärztlich-
technische Industrie ist in 4 Gruppen ein-
geteilt. Die Kollektiv - Ausstellung der
Deutschen Gesellschaft für Mechanik und
Optik ist im Saal VII aufgestellt und macht
einen vorzüglichen Eindruck. Als Ver-
treter der Deutschen Gesellschaft wohnten
der Feier bei die Herren W. Haensch,
Alfred Hirschmann und Prof. Dr. Wiebe,
welchen zurzeit die Vertretung der D. G.
gegenüber dem Kuratorium des Hauses
übertragen ist.
Über die Ziele und Zwecke der Dauer-
Ausstellung sowie der Sonder-Ausstellung
der D. G. gibt der Artikel im Heft 23 des
vorigen Jahrgangs Auskunft. Es war den
Bemühungen des Komitees, bestehend aus
den Herren Prof. Böttcher, Prof. Dr.
Czapski und W. Haensch, gelungen, ein
besonders günstiges Abkommen mit der
Verwaltung der Kaiserin Friedrich-Stiftung
zu treffen ; auf Grund dieses Vertrages ist
unsere Kollektiv-Ausstellung von den ge-
nannten Vertretern der D. G. unter Zu-
ziehung des Geschäftsführers sowie des Hrn.
W. Wicke und unter Leitung von Hrn. W.
Haensch ins Leben gerufen worden. In ihr
sind nachfolgende Firmen vertreten : R.
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Heft 6.
15. Mftn 1906.
Kleiner« Mitteilungen.
57
Burger & Co.-Berlin; R. Pueß- Steglitz; E.
Hartnack-Potsdam; P. Kuhlmann-Ham-
burg; LeppinÄ Masche-Berlin; E. Mentz,
vorm. H. Fleischer -Berlin; Gustav
Miehe - Hildesheim; Richard Müller-
üri- Braunschweig; Voigtländer & Sohn
A.-G. - Braunschweig; F. Wächter-Berlin-
Friedenau ; E. Zimmermann-Leipzig u.
Berlin.
Aus den anderen Gruppen sei nbch
eine Reihe von Firmen genannt, deren
Ausstellungsobjekte für unsere Leser be-
sonderes Interesse bieten.
Ärztlich'instrum enteile Technik,
Fr. Baumgartel-Halle a. S.; Rudolf
Detert - Berlin; H. Dette - Berlin; Ver-
einigte Fabriken für Laboratoriums-
bedarf G. m. b. H.-Berlin; H. Hauptner-
Berlin; F. & M. Lautenschläger-Berlin;
J. Peters-Berlin; H. Pfau- Berlin; Dr. H.
Rohrbecky vorm. J. F. Luhme & Co.-
Berlin; Warmbrunn, Quilitz & Co.-
Berlin; H. Windler-Berlin.
Medizinische Optik und Elektro- Medizin.
Alwin Berger- Berlin; Allgemeine
Elektrizitäts-Gesellschaft-Berlin; Otto
Himmler - Berlin; W. A. Hirschmann-
Berlin; R. Jung- Heidelberg; Max Kohl-
Chemnitz; Ernst Leitz-Wetzlar u. Berlin;
Ed. Meßter - Berlin; C. H. F. Müller-
Hamburg; Reiniger, Gebbert & Schall-
Erlangen; F. Sartorius - Göttingen; M.
Schanze - Leipzig; Franz Schmidt &
Haensch - Berlin; Siemens & Halske-
A.-G.-Berlin-Nonnendamm ; Emil S y d o w-
Berlin; Alfred Wehrsen - Berlin; R.
Winkel- Göttingen; Carl Zeiß-Jena.
Ferner mögen noch von den übrigen
Veranstaltungen erwähnt werden die um-
fassende staatliche Sammlung ärztlicher
Lehrmittel, das Röntgen -Laboratorium, das
mit allen erforderlichen Apparaten und
Vorrichtungen für Kurse oder Arbeiten auf
dem Gebiete der Röntgenologie ausge-
stattet und von der Firma Max Kohl in
Chemnitz gestiftet worden ist.
Im großen Hörsaal befindet sich ein
großer Projektionsapparat, der von der
Firma Carl Zeiß in Jena gestiftet ist und
erlaubt, sämtliche Methoden der modernen
Projektion in mustergiltiger Weise (dia-
skopische Projektion von Glasbildern, epi-
skopische Projektion von Zeichnungen und
körperlichen Gegenständen, mikroskopische
Projektion von Präparaten) vorzuführen.
Schließlich darf nicht des Verdienstes
vergessen werden, das sich Hr. Prof. Dr.
R. Kutner^ Direktor des Kaiserin Friedrich-
Hauses, um das Zustandekommen des ganzen
Unternehmens erworben hat. Von ihm ist
auch der Plan zur Begründung des Kaiserin
Friedrich-Hauses angeregt worden.
Wb,
Der Untersuchungsrichter beim Landgericht
Elberfeld warnt vor einer Londoner Schwindel-
firma „Continental Hardware Mfg. Co.,
Chi D ehester Chambers, Chancery, Lane Lon-
don*". Hinter dieser Firma steckt der wegen
„Schlittenfahreos" bereits vorbestrafte Karl
Hermann Ern. Diese Firma wendet sich be-
sonders an optische und mechanische Werk-
stätten unter Berufung auf B. M. Brn, Kom-
mission und Export in SoÜDgen. Die Aus-
künfte schreibt Ern selbst in London und
schickt sie an seine Helfer in Solingen, von
wo sie weitergesandt werden. Firmen, bei
denen dieser Betrug geglückt ist oder ver-
sucht wurde , wollen unter Beifügung der
Schriftstücke dem Untersuchungsrichter beim
Kgl. Landgerichte in Elberfeld schleunigst
Mitteilung machen.
Verbraucher deutscher Industrie-
artikel lu Chile, Peru und Bolivien.
Für Industrielle und Exporteure, welche
Adressen wünschen, an die sie ihre Kata-
loge und sonstigen Anzeiger schicken können,
liegen 9 Verzeichnisse von Firmen und
Personen, welche als Verbraucher deutscher
Industrieartikel in Chile, Peru und Bolivien in
Betracht kommen, im Reichsamte des Innern
(Berlin, Wilhelmstraße 74) im Zimmer 175 zur
Einsichtnahme aus.
Das Technikum Mittweida ist ein unter
Staatsaufsicht stehendes höheres technisches
Institut zur Ausbildung von Elektro- und Ma-
schinen-Ingenieuren, Technikern und Werk-
meistern, welches alljährlich über 3000 Besucher
zählt. Der Unterricht in der Elektrotechnik
wurde in den letzten Jahren erheblich er-
weitert und wird durch die reichhaltigen Samm-
lungen, Laboratorien, Werkstätten imd Maschi-
nenanlagen (Maschinenbau-Laboratorium) u.s.w.
sehr wirksam unterstützt. Das Sommersemester
beginnt am 19. April, und es finden die Auf-
nahmen für den am 20. März beginnenden un-
entgeltlichen Vorunterricht von Anfang März
an wochentäglich statt. Ausführliches Pro-
gramm mit Bericht wird kostenlos vom Sekre-
tariat des Technikums Mittweida (Königreich
Sachsen) abgegeben.
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58
Glast«chnisch«8 .
Dentseh»
Meeluuilker-Ztg.
filastechnisches.
Die amerikanischen
Prüfungsbestimmungen für
Thermometer.
Häusliche Thermometer und Thermo-
graphen.
Diese Klasse schließt die Thermometer
ein, die zur Messung oder Registrierung
der Temperatur in Zimmern, Kranken-
häusern, öffentlichen Gebäuden u. s. w. dienen.
Gebühren. (Verzeichnis 34)
Dollar
a) Häusliche Thermometer, für
jeden Punkt 0,15
b) Dgl. bei 12 St. oder mehr . . 0,05
c) Thermographen mit dem gewöhn-
lichen Temperaturumfang. Be-
stimmung der Korrektionen an
zwei Punkten 2,00
d) Dgl. bei 3 St. oder mehr . . 1,25
e) Für jeden weiteren Punkt . . 0,50
Die Gebühren unter a und b werden
nur dann berechnet, wenn die Prüfung der
Thermometer in dem gewöhnlichen Apparat
ausgeführt werden kann. Sind besondere
Einrichtungen erforderlich, so kommt eine
Extragebühr zur Erhebung.
Das Zirkular enthält dann noch kurze Vor-
schriften für ärztliche Thermometer und die
Gebühren dafür, die aber auBfOhrlicher achon
{diese Zeitschr. 1906. 8. 9) mitgeteilt worden sind.
Zum Schluß fordert das Bureau die Fabri-
kanten, Wisßenechaftler und andere Interes-
senten auf, mit ihm zusammenzuarbeiten, da-
mit für das Maß- und Gewichtswesen, für die
Meßinstrumente und thermischen Konstanten
zufriedenstellendere Bedingungen geschaffen
werden als bisher und allen interessierten
Kreisen gehörige Aufklärung auf diesen Ge-
bieten gegeben werden kann. Anfragen in
diesem Sinne sind erwünscht.
5. Prüfung von Pyrometern; Wärme-
messungen.
(Zirkular Nr. 7 vom 15. April 1904.)
Allgemeine Anweisungen.
Der Antrag auf Prüfung von Pyrometern
soll soweit als möglich die Bedingungen
enthalten, unter denen das Instrument ge-
braucht wird, z. B. die Art der Montierung
des Pyrometers, die Eintauchtiefe, die Art
des Bades oder des Mediums, dessen Tem-
peratur gemessen werden soll, wie das
Pyrometer geschützt ist, bei welchen Tem-
peraturen es gebraucht wird, ob es fort-
gesetzt diesen Temperaturen ausgesetzt
ist u. s. w. Auch empfiehlt es sich oft,
eine Skizze der Gebrauchsmethode des In-
struments beizugeben. Nur unter diesen
Bedingungen können bei der Prüfung an-
nähernd die gleichen Bedingungen wie
beim Gebrauch hergestellt und ein Maßstab
für den erreichbaren Genauigkeitsgrad ge-
wonnen werden. Auch erhält man einen
Anhalt dafür, welche Änderungen in dem
Gebrauch des Instruments etwa wünschens-
wert sind, um hinreichend befriedigende
Resultate zu erhalten.
I. Thermoelemente.
Bei Pyrometern dieser Gattung werden die
Temperaturen durch die Größe der elektrischen
Kraft gemessen, welche zwischen Drähten aus
verschiedenen Materialien entsteht, wenn eine
Lötstelle der zu messenden Temperatur aus-
gesetzt wird und die andere Lötstelle (oder
Lötstellen) auf einer bekannten Temperatur
gehalten wird. Untersuchungen haben gezeigt,
daß die am meisten befriedigenden Thermo-
elemente für die Messung von Temperaturen
zwischen 300« C (570° jp^ und IGOO^ C (2900° F)
hergestellt werden aus einer Legierung von
Iridium oder Rhodium mit Platin in Verbindung
mit reinem Platin. Die verb reite tsten Arten
sind bekannt unter dem Namen Le Chate-
Her sehe Pyrometer; sie bestehen aus einer
10-prozentigen Platinrhodiumlegierung und
reinem Platin. Die Metalle müssen rein, und
die Legierung muß homogen sein.
Für Arbeiten in dem Intervall von ßOO^ C
bis zur Temperatur der flüssigen Luft oder
tiefer eignen sich Thermoelemente aus Kupfer-
Konstantan oder Eisen-Konstautan.
Thermoelemente sind für viele technische
Operationen brauchbar, da sie dauerhaft sind,
schnell arbeiten und gewöhnlich direkte Ab-
lesungen gestatten.
Die beim Gebrauch der Thermoelemente
besonders zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln
sind : Schutz der Drähte vor der Wirkung der
heißen Ofengase, der Kieselsäure, metallischer
Dämpfe u. s. w. Die kalten Lötstellen sollen
so angebracht werden, daß ihre Temperatur-
verändorungen zu vernachlässigen sind ; der
elektrische Widerstand des Pyrometer-Galvano-
meters soll so hoch sein, daß die Fehler,
welche von dem Widerstand der Leitung und
der Veränderung in dem Widerstand des
Thermoelementes herrühren, ganz vernach-
lässigt werden können. Eine große Anzahl
der berichteten Mißerfolge in der praktischen
Benutzung der Thermoelemente rührt von der
Vernachlässigung der einen oder andern der
angegebenen Vorsichtsmaßregeln her.
Es empfiehlt sich, mit den zur Prüfung
eingereichten Thermoelementen das zuge-
hörige Galvanometer einzureichen ; die
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ffeft 6.
lö. Mflrz 1906.
Glastechnisches. — Patentschau.
Schutzrohre dagegen sollen nicht mitge-
gesandt werden.
Die vollständige Prüfung eines Thermo-
elementes besteht in einer Alterung bei
WeißglutjBestimmung der elektromotorischen
Kraft bei drei oder mehr bekannten Tem-
peratui'en der Normal-Temperaturskala des
Bureaus und Bestimmung des Widerstands
(kalt) unter Beigabe von Tafeln über
die korrespondierenden elektromotorischen
Kräfte und Temperaturen. Falls auch ein
Galvanometer eingereicht ist, wird noch
eine Tafel ausgefertigt, welche direkt die
Temperaturen zu den Ablesungen des Gal-
vanometers in Verbindung mit dem Thermo-
element gibt.
Die Prüfung des Pyrometer - Galvano-
meters besteht in einer Bestimmung der
Korrektionen an fünf Punkten der Skala und
eines Widerstandes bei einer Temperatur.
Oebühren. (Verzeichnis 36)
ä) Vollständige Prüfung eines
Thermoelements ....
b) Dasselbe bei einer Anzahl
von 3 oder mehr, je . .
c) Prüfung auf Homogenität der
Drähte des Elements . .
d) Prüfung des Pyrometer-Gal-
vanometers an fünf Punkten
e) Für jeden weiteren Punkt .
/) Die Prüfung eines Kompen-
sationsapparats, der in Ver-
bindung mit Thermoele-
menten gebraucht wird,
erfolgt nach den Bedin-
gungen der Prüfung von
Widerständen (ZirkularNr.6,
Verzeichnis 72).
(FortMttung folgt)
59
Dollar
3,00
2,00
1,00
1,50
0,10
Patentsohau.
4^+
'<
^S-^
Fernrohr mit gebrochener optischer Achse und drehbar angeordnetem Reflektor für die ein-
tretenden Strahlen nebst drehbarem Aofrichtereflektor. C. P. Goerz in Friedenau.
24. 6. 1902. Nr. 156 039. Kl. 42.
Die beiden drehbaren Reflektoren a e
bezw. a t bilden Teile eines Prismenumkehr-
systems in einem Prismenfemrohr, so daß
besondere optische Zusatzeinrichtungen zur
Bild auf rieh tung und zur Seitenberichtiguug
des Objektivbildes entbehrlich werden.
Die Prismen des Prismen umkehrsy stems
entsprechen den zugleich zur Bildaufrich-
tung und Seitenberichtigung dienenden
Elementen der Porroschen Prismenanord-
nung. Eins von diesen Prismen, in welchem
eine zweimalige Reflexion der Strahlen statt-
findet, ist fest in einem das Okular tragen-
den Gehäuses angebracht, welches mit dem
Okular um eine Achse drehbar ist, die mit
dem in das Prisma eintretenden Achsenstrahl
zusammenfallt.
Fasettensohleifmaschine für Brillengläser.
Altetädtische Optische Industrie-
Anstalt Nitscbe & Günther in
Rathenow. 30. 1. 1902. Nr. 155 554; Zus.
z. Pat. Nr. 141 219. Kl. 67.
Die Schleifscheiben 8 8^ erhalten an-
stelle der achsialen Verschiebung gemäß
dem Hauptpatent Schwingbeweguugen. Die
Scheiben sind nämlich an dem einen Ende
von Winkelhebeln k 1 bezw. k^ 2 gelagert,
deren Drehachsen e bezw. e^ auf den Schleif-
steinschlitten Pi bezw. P2 befestigt sind und
deren andere Enden Schlitzführungen für
am Maschinengestell befestigte Stifte dd^
haben.
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60
Patentschau.
PatentHste.
X
Einrichtung zur Erzengnng elektrischer Schwingungen. H. Th. Simon und M. Reich in Göt-
tingen. 26. 3. 1908. Nr. 156 864. Kl. 21.
Die in bekannter Weise mit einem aus einer Kapazität C und
einer Selbstinduktion L2 bestehenden Schwingungskreis gekoppelte
FunkcDStrecke F^ die mit hochgespanntem Gleichstrom oder langsam
wechselndem Wechselstrom betrieben wird, ist unsymmetrisch gestaltet,
um Wecfciselströme beliebiger Frequenz und gleichbleibender Amplitude
in dem Kreise 2^ C zu erzeugen. ^
Elektrischer Oas- oder Dampf apparat. J. R. Baker in Arlington, New- Jersey, V. St. A. 23. 3.
1904. Nr. 165 781. Kl. 21.
In den Taschen, welche zur Aufnahme des Quecksilbers dienen und welche der Be-
schädigung durch die Stöße, die durch die Bewegung des Quecksilbers hervorgerufen werden,
am meisten ausgesetzt sind, sind zur Aufnahmo des Stoßes nachgiebige Materialien angebracht.
Als nachgiebiges Material werden GlaswoUstücke benutzt, welche in die Röhre teilweise ein-
geschmolzen sind.
Patentllste.
Bis zum 26. Februar 1906.
Klasse: Anmeldüiigeii.
21. C. 12 726. Elektrische Meßbrücke zur Be-
stimmung des Übergangswiderstandes einer
Brdableitung unter Benutzung zweier Hilfs-
ableitungen. A. Christensen, Maribo,
Dänemark. 6. 5. 04.
H. 34 080. Einrichtung an Thermoelementen
zur Sicherung der Verbindungsstellen der
Elektroden. W. E. Haskell, Boston, V. St. A.
27. 10. 04.
I. 8852. Blektrizitatszähler für Eichzwecke.
Isaria-Zahlerwerke G. m.b.H., München.
27. 12. 05.
M. 28 777. Elektrisches Meßger&t; Zus. z. Fat.
Nr. 165741. P. Meyer, Berlin. 20. 12.05.
Seh. 24 020. Als Stromsicherung, Quecksilber-
dampflampe oder zum Heizen benutzbare
Vorrichtung. H. Schagen, Aachen. 3,7.05.
42. B. 38 700. Vorrichtung zum dauernden Ana-
lysieren von Gasen mittels fester Absorptions-
körper, bei welcher zwischen zwei Gas-
messern ein Absorptionsgefäß eingeschaltet
ist. A. Bayer, Brunn. 2.8.04.
C. 13 851. Vorrichtung zum Anzeigen der
Widerstandsmomente von Profilen. A. Cy ran ,
Düsseldorf. 28. 1. 05.
K. 29 956. Metallthermometer mit einer aus
zwei verschiedenen Metallen hergestellten
Spirale. F. Kaeferle, Hannover. 18.7.05.
N. 7742. Halbschatten-Polarisationseinrichtung.
S. Nakamura, Göttingen. 17.8.05.
N. 7889. Schiffskompaß mit oberem, die Aus-
dehnung der Flüssigkeit ermöglichendem
Luftbehälter. Neufeldt & Kuhnke, Kiel,
und B. Freese, Delmenhorst. 16. 6. 05.
P. 16 617. Stoßplatte für Druckmeßapparate,
insbesondere Winddruckmesser. C.W.Paul,
Bremen. 2. 8. 04.
R. 20914. Panorama-Doppelfemrohr. Rathe-
nower Opt. Industrieanstalt, vorm. E.
Busch, Rathenow. 15.8.05.
W. 23318. Ölprobiermaschine. P. Wendt,
Grünberg i. Schi. 24. 1. 05.
Z. 4306. Verfahren zur Analyse von Gas-
gemischen. C. Zeiß, Jena. 8.8.04.
67. M. 26 268. Verfahren zum Schleifen von
Linsen mit zwei Brennpunkten mit Hilfe
einer zwei Schleifzonen verschiedener Krüm-
mung besitzenden Schleifscheibe. B. M a y e r,
Baltimore, V. St. A. 18. 10. 04.
74. F. 20 278 u. 20 287. Vorrichtungen zur elek-
trischen Fernübertragung von Kompaßstel-
lungen. B. Freese, Delmenhorst. 2. 6.05.
u. 6. 6. 05.
Erteümireii.
21. Nr. 169 545. Ferrariszähler. Soci6t6 Ge-
nevoise pour la Coustruction d'In-
struments de Physique et de M6ca-
nique, Genf. 23^8.04.
Nr. 169 566. Röntgenröhre mit Wasserkühlung.
E. Gundelach, Gehlberg, Th. 24.6.04.
42. Nr. 169 496. Vorrichtung zur Verhinderung
des Niederschiagens von Dämpfen auf die
Reflektoren der mit mineralhaltigen Bogen-
lichtkohlen versehenen Projektionsapparate.
8oci6t6 Sautter, HarU &.Cie., Paris.
20. 7. 04.
Nr. 169 497. Thermoelektrisches Pyrometer
zum Messen der Temperatur geschmolzener
Leiter. W. H. Bristol, Hoboken, V. St. A.
28. 6. 04.
Nr. 169 757. Dreischenkliger Zirkel zum Auf-
tragen von Winkeln. J. Pilsatneeks, Riga,
Rußland. 18. 10. 04.
Fttr dl« Redaktion Terankwortllch: A. BUiohk« In Berlin W.
YtrUg Ton Jnllni Sprlngor in Berlin N. — Dmek Ton Imll Dreyor In B«rUa 8W.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkiuide
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30y An der Apostelkirche 5.
Heft 7. 1. April, 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet«
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
Yon
Dr. B. XoblMhfittor Inperlln.
{ForiMtMung.)
Eine Verbesserung des zum Absetzen des Schiffsortes dienenden Doppeltrans-
porteurs, die aber leider bei den oben beschriebenen Doppelwinkelmessern wobl nicht
benutzt werden kann, hat der Leutnant Mc. Cormick^) erfunden. Sein Transporteur
besteht ans drei großen konzentrischen Ringen, die im Azimut beliebig gegeneinander
verschoben werden können und sich dabei gegenseitig führen. Der Nulldurchmesser
emes jeden Ringes ist durch einen Faden bezeichnet, so daß die drei Fäden sich im
Mittelpunkt kreuzen. Sie ersetzen die Linealkanten des gewöhnlichen Doppeltranspor-
teurs und können durch Drehung der Ringe so eingestellt werden, daß sie die ge-
messenen Winkel miteinander bilden. Das Instrument hat den Vorzug, daß das Ge-
sichtsfeld frei bleibt von den breiten Linealen, der Mittelpunktsscheibe u. s. w. des ge-
wöhnlichen Doppeltransporteurs, die häufig das Detail der Karte am Schiffsort und die
anvisierten Punkte verdecken und das Einstellen kleiner Winkel unmöglich machen.
Für sehr weite Sichten können Verlängerungsarme an die Ringe angesteckt werden.
Das Instrument scheint mir eine beachtenswerte Neuerung zu sein, die einen Versuch
wohl lohnen würde.
Will man den Schiffsort durch Peilen bestimmen, so muß man zwei Objekte in
Sicht haben, um zwei Linien zu bekommen, in deren Schnittpunkt sich das Schiff be-
findet. Beim Doppelwinkelmessen braucht man sogar drei Objekte. Für den Fall, daß
nur ein Objekt in Sicht ist, muß man zur Ortsbestimmung mit der Peilung noch eine
Entfernungsmessung verbinden. Zu den alten Methoden, die hierfür zu Gebote stehen,
treten jetzt die verschiedenen Telemeter, die den Abstand aus der Parallaxe des ent-
fernten Gegenstandes bestimmen, in erster Linie das Telemeter von Barr & Stroud
und die stereoskopischen Entfernungsmesser von Zeiß in Jena. Die letzteren haben
den für die Navigation sehr wichtigen Vorteil, daß sie auch bei nicht deutlich sicht-
baren oder nicht scharf begrenzten Objekten, wie z. B. flachen Küsten, an denen man
längs steuert, die Entfernung richtig und mit einem Blick abzulesen gestatten. Auf
die Einzelheiten dieser Apparate einzugehen, verbietet die Beschränkung des zur Ver-
fügung stehenden Raumes.
Das wichtigste Instrument aber für die Navigation in der Nähe von Land ist
das Lot Wir unterscheiden zwei Arten: Lote, die durch die ausgelaufene Länge des
Lotdrahtes die Tiefe messen, und solche, bei denen der Druck der über dem Lot
stehenden Wassersäule die Höhe dieser Wassersäule angibt.
Zu der ersteren Klasse rechnen die gewöhnlichen mit der Hand geworfenen
Lote und die nach dem System der submarine sentry des Engländers James wurkenden
Apparate, bei ims Tiefenwächter oder Tiefenmelder genannt ^j.
Für diejenigen, denen die Konstruktion dieses Apparates nicht geläufig ist,
will ich kurz erwähnen, daß er {Fig. 15, 1) aus einem dachförmigen Scherbrett besteht,
das mittels einer Hahnepot an dem Lotdraht befestigt ist. Der vordere Schenkel der
') JEVoceed. Z7. 3. Naval Inat 2S, 8.J943. 1902. - ^) Ann. d. Hydr. usw. 20. 8.279. 1892.
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62
B.Kohliehfltt«r, Über dto neuere Entwicklung der nautiechen Instrumente.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Hahnepot ist mit der Kausch M über den Schlipphaken C gestreift, der seinerseits
durch den Ausrückhebel H niedergehalten wird. Wird der Tiefenmelder von einem in
Fahrt befindlichen SchifPe ausgeworfen, so wirkt er umgekehrt wie ein Drache und
schneidet soweit unter (Fig, 16,2), daß die Resultante des auf das Scherbrett aus-
geübten Wasserdrucks in die Richtung des Lotdrahtes zu liegen kommt. Die Tiefe, bei
der dies stattfindet und bis zu der das Scherbrett daher hinabsteigt, ist unabhängig
von der Geschwindigkeit des Schiffes und hängt nur von der Form der Hahnepot und
der Länge des ausgelaufenen Lotdrahtes ab. Bei einem bestimmten Instrument kann
man daher die Tiefe des Untertauchens während der Fahrt durch die Länge des aus-
gelassenen Drahtes regulieren und messen.
Der Tiefenmelder dient nicht eigentlich zum Loten, sondern dazu, automatisch
ein Signal zu geben, wenn die Tiefe, auf die er eingestellt ist, unterschritten wird. Er
warnt so vor Untiefen und zeigt beim Ansteuern des Bestimmungshafens rechtzeitig die
Nähe des Landes an. Die Wirkungsweise ist so, daß durch die Grundberührung der
Ausrückhebel H zurückgedrückt wird, wobei er den Schlipphaken C freigibt. Der vordere
Schenkel der Hahnepot gleitet ab und die Drachenwirkung des Scherbrettes hört auf
{Fig. 16 j 8), Damit verschwindet auch der Zug in dem Lotdraht, und durch die plötzliche
Entlastung wird ein Kontakt geschlossen, wodurch die Alarmglocke in Bewegung gesetzt
wird. Das Scherbrett schwimmt dann auf und wird auf der Wasseroberfläche nach-
geschleppt (Fig. 16f4)y bis man es einholt.
Plg. 15.
Diesen schon älteren Apparat hat der Schwede Sjöstrand^) verbessert. Durch
Verminderung des Druckes auf die Stirnseite des Scherbrettes bewirkt er, daß der
Winkel zur Horizontalen, unter dem sich das Scherbrett einstellt, ein flacherer ist.
Bei der gleichen Drahtlänge taucht daher der Sjöstrandsche Tiefenmelder, auch Signal-
lot genannt, tiefer ein als der gewöhnliche, und andererseits braucht zur Erreichung der-
selben Tiefe weniger Draht ausgesteckt zu werden. Dies hat den Vorteil, daß der Lot-
draht steiler nach unten zeigt und das Scherbrett in geringerem Abstände hinter dem
Schiff hergeschleppt wird. Sjöstrand erreicht dies dadurch, daß er das Brett BC(Fig. 16)
aus dünnem Aluminiumblech herstellt und den Ausrückhebel durch eine an einer Hahnepot
hängende eiserne Stange E ersetzt. Diese Stange wirkt nicht, wie der feste Hebel,
dem Unterschneiden entgegen, sondern befördert es vielmehr; stößt sie auf den Grund
(Fig. 17), so gibt die Nase NR, an der sie hängt, den Schlipphaken LO frei. Femer
ist die Einrichtung getroffen, daß der vordere Schenkel YV der Hahnepot reißt, wenn
sich das Brett irgendwo festsetzt und der Zug in dem Lotdraht A eine bestimmte Grenze
überschreitet. Dadurch soll vermieden werden, daß das Signallot in einem solchen Falle
gänzlich abreißt und verloren geht.
Ob sich diese Vorzüge des Sjöstrand sehen Apparats auch bei seinem
praktischen Gebrauch zeigen werden, müssen erst noch die damit anzustellenden Ver-
suche lehren.
Bei den Loten dieser Gruppe, die die Tiefe nach der ausgelaufenen Länge des
Lotdrahtes bestimmen, wird die Grundberührung durch das Aufhören des Zuges in dem
Drahte festgestellt, sei es, daß man mit einem einfachen Sinkgewicht, sei es, daß man
^) Ann. d. Hydr. uato. 29. S. 509. 1901.
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I ^rU lOOS ^' Kohltchatter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. gS
mit emem Wasserdrachen arbeitet. Für die nautische Praxis ist diese Art und Weise
vollkommen ausreichend, so daß die Erfindungen von Mohs in Brandenburg a. H.^),
Griffith-), Franklin in Brooklin^) und Krumhoff*), die den Moment der Grund-
berührung durch Schließung eines elektrischen Kontakts im Lotkörper schärfer beobachtbar
machen wollen, keine Aussicht auf Erfolg haben. Dazu kommt, daß bei Mohs,
Franklin und Krumhoff der Stromschluß durch Stempel bewirkt wird, die sich in
nur sanft anliegenden Stopfbüchsen bewegen, so daß die Kontakte nicht genügend gegen
Eindringen von Seewasser geschützt sind. Dieser Mangel ist von Griffith durch die
Anordnung eines federnden Zwischenbodens zwar vermieden worden, aber dieser Boden
dürfte der Beanspruchung durch den auf ihn drückenden Stempel nicht lange standhalten.
Ebenfalls ein Scherbrett wie die Tiefenmelder benutzt das im übrigen auf
einem anderen Prinzip beruhende Lot des Seeflschers Jakobs in Neuharlingersiel^),
das für geringe Tiefen bestimmt ist und auch zu der ersten Klasse von Loten gerechnet
werden muß. Jakobs gibt der Schlepptrosse eine bestimmte, sich stets gleichbleibende
Länge und schleppt das Scherbrett, das infolge der Drachen Wirkung bis zu einer ge-
Plg. 10. Flg. 17.
wissen Tiefe immer auf dem Grunde bleibt, hinter dem lotenden Schiffe her. Die Tiefe
wird durch den Winkel, den die Trosse mit der Horizontalen macht, gemessen. Zu
dem Zweck ist sie an einem aus Stangen bestehenden, in seinen Ecken drehbaren
Parallelogramm befestigt, dessen einer Winkel gleich demjenigen zwischen der Trosse
und der Horizontalen ist. Ein empirisch geteilter Kreisbogen läßt die diesem Winkel
entsprechende Tiefe ablesen. Die ersten vom Reichs-Marine- Amte mit diesem Lote an-
gestellten Versuche haben einige kleine Mängel erkennen lassen, nach deren Beseitig^ung
wohl günstige Resultate zu erwarten sein werden.
Bei der zweiten Gruppe von Lotapparaten wird der Umstand benutzt, daß der
Druck der über dem Lot stehenden Wassersäule auf ein abgeschlossenes, im Lotkörper
befindliches Luftquantum der Höhe dieser Wassersäule, d. i. der Wassertiefe, proportional
ist und somit ein Maß für die Wassertiefe abgibt. Die Art, wie dieser Druck gemessen
wird, ist bei den einzelnen Apparaten verschieden. Sie sind mit Ausnahme derjenigen,
die ein Scherbrett oder einen Drachen benutzen, von der Geschwindigkeit des Schiffes
nicht ganz unabhängig, da die aus Eisen oder Blei bestehenden Lotkörper trotz ihrer
Schwere bei großen Geschwindigkeiten nicht bis auf den Boden sinken, sondern nach-
geschleppt werden, wenn man nicht unverhältnismäßig viel Lotdraht auslaufen lassen will.
Das Vorbild für diese Apparate ist die Thomsonsche Lotmaschine, an der von
einzelnen Verfertigem, ich nenne nur Bamberg, Hechelmann, Steeger und Dobbie,
im Laufe der Zeit kleine Verbesserungen angebracht sind. Sie dient nur zum Auslassen
und Einholen des Lotdrahtes. Die eigentlichen Tiefenmesser werden zusammen mit
1) Ausgeführt von der Berliner Kunstdruck- und Verlags-Anstalt A. u. C.Kauf-
mann. — 2) In England patentiert. Sehipping World 10. Ä. 161, 1897. — «) D. R. P. Kl. 42.
Nr. 88491. — *) D. R. P. Kl. 42. Nr. 134 839. ~ «) D R. P. Kl. 42. Nr. 122663.
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Q4 E. KohlfchOtter, Ober dl« neuere Entwicklung der nautischen Instrumente Mechanlfker^tK.
einem Bchweren Eisen- oder Bleilot am Ende des Drahtes befestigt, auf den Grund
hinabgelassen und wieder eingeholt.
Die ersten derartigen Tiefenmesser waren enge Glasröhren, Thomsonröhren
oder Farbröhren genannt, die einen orangeroten Chromsilberbelag im Inneren haben
und an ihrem oberen Ende fest verschlossen sind, während das untere Ende offen bleibt.
Sinkt nun das Lotgewicht mit der angesteckten Röhre im Wasser zu Boden,
so wird in der Röhre die Luft zusammengedrückt, das Wasser tritt am unteren, offenen
Ende ein und steigt in der Röhre bis zu der der Tiefe entsprechenden Höhe. Dabei
wird an den benetzten Stellen das Chromsilber durch den Salzgehalt des Seewassers in
weißes Chlorsilber übergeführt, und die Röhre wird soweit, als das Wasser gestiegen
ist, entfärbt. Nach dem Aufholen der Röhre wird die Länge des entfärbten Teils an
einer Skala gemessen, die so geteilt ist, daß gleich die Wassertiefe abgelesen wird.
Es hat große Mühe gekostet, bis die in der Kaiserlichen Marine gebräuchlichen
Lotröhren durch die Firma Fueß in Steglitz auf den Grad der Vervollkommnung ge-
bracht worden sind, den sie jetzt aufweisen^). Damit die Wassertiefe richtig abgelesen
wird, muß das abgeschlossene Luftquantum immer dasselbe sein. Die Röhren müssen
daher erstens von oben bis unten eine innerhalb sehr kleiner Grenzen vollkommen
gleichmäßige lichte Weite haben, ohne doch allzu teuer zu werden, und zweitens muß
das Zuschmelzen in stets gleicher Weise erfolgen. Früher wurden die Röhren nicht
zugeschmolzen, sondern mit einem oberen Metalldeckel verschlossen, der mit Lack ab-
gedichtet wurde, wie es wohl auch jetzt noch anderwärts geschieht. Dabei kam es
aber zuweilen vor, daß die Deckel nicht vollkommen dicht hielten und infolgedessen
zuviel Wasser eindrang. Ein solcher Fehler kann aber sehr verhängnisvoll werden, da
er die gelotete Tiefe größer erscheinen läßt, als sie wirklich ist. Die Fue fischen
Röhren haben ein so gleichmäßiges Kaliber und sind so gleichmäßig verschmolzen, daß
Fehler über 4 7o ^^^ Tiefe nicht vorkommen. Außerdem sind die angezeigten Tiefen
immer geringer als die wirklichen, weil der engere Teil der Glasröhren nach oben ge-
nommen wird, sobald das Kaliber kleine Unregelmäßigkeiten aufweist. Daher können
Unglücksfälle infolge dieser Fehler nicht entstehen.
Eine zweite, erst nach vielen Versuchen überwundene Schwierigkeit lag darin,
den Belag dünn und gleichmäßig herzustellen. Für unsere Schiffe ist der dicke Belag,
den die englischen Röhren haben, nicht zu brauchen, da in der Ostsee und vor den
Mündungen unserer großen Ströme das Wasser infolge seines geringeren Salzgehalts
einen dicken Belag nicht zu entfärben vermag. Aus demselben Grunde muß der Belag
auch gleichmäßig sein, denn dickere Stellen werden bei dem schwachen Salzgehalt
langsamer entfärbt als dünnere und geben somit zu Unregelmäßigkeiten in der Be-
grenzungslinie Veranlassung, die das Ablesen der Tiefe unsicher machen. Um die
Röhren gegen das Verderben durch Eindringen feuchter salzhaltiger Luft zu schützen,
sind sie auch unten zugeschmolzen. Dieses Ende wird vor dem Gebrauch an einer an-
geritzten Stelle abgebrochen.
Ein noch bestehender Übelstand ist der, daß bei dem schwachen Belage die
Grenze zwischen orangeroter und weißer Farbe, namentlich nachts, sehr schwer zu er-
kennen ist. Es wäre deshalb zu wünschen, daß Röhren konstruiert würden, die auch
auf Süßwasser reagieren und einen starken Farbenkontrast zwischen trockenem und be-
netztem Teile zeigen bei vollkommen scharfer Trennungslinie zwischen beiden.
Zum Teil werden diese Forderungen erfüllt durch die Röhre des Commanders
Blish^), der die Innenseite nicht mit Farbe belegt, sondern mattiert. Der trocken ge-
bliebene Teil dieser Röhren bleibt matt, der benetzte wird durchsichtig. So einfach
der Gedanke ist, so haben sich die Röhren nicht besonders bewährt, weil die Trennungs-
linie zwischen mattem und durchsichtigem Teil, die die Marke zur Ablesung der Tiefe
bildet, nicht scharf ist. Außerdem bleibt leicht Salz in der Röhre zurück, wodurch
das Trocken- und Undurchsichtigwerden de? Mattglases verhindert wird. In einem
solchen Falle muß das obere Ende geöffnet, die Röhre mit Frischwasser ausgespült und
dann wieder verkittet werden. Für den Bordgebrauch ist diese Operation jedoch zu
umständlich, und es bleibt die Gefahr des Undichtwerdens der Verkittung bestehen.
Die Lotröhren haben mehrere Nachteile. Der wesentlichste ist der, daß die
Meßskala sich sehr stark verjüngt; die Hälfte davon wird bereits von den ersten
13 Metern verbraucht, und die Ablesung wird mit zunehmender Tiefe immer ungenauer.
Ein anderer Nachteil liegt darin, daß die Röhre zur Ablesung der Wassertiefe jedesmal
1) Ann. d. Hydr. usw. 27. S. 60, 1899, — ^) Froceed. U, 8. Naval Inst 23. 8. 747, 1897.
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H«fl 7.
1. April 1V06.
Vertint- und P«noii«iiiUichricht«n.
65
eingeholt werden muß; schliefilich kann es vorkommen^ daB der an Bord befindliche
Vorrat an Röhren nicht ausreicht und der allein auf sie angewiesene Schiffsführer in
die gröfite Verlegenheit kommt. Es ist daher eine große Anzahl von Tiefenmessern
konstruiert worden, die diese Nachteile entweder teilweise oder gänzlich vermeiden und
einen vollständigen Ersatz oder wenigstens eine Ergänzung der Farhröhren bilden sollen.
(ForUeteung folgt)
Vereins- und Pepsonennachrichten«
MitgllederTerzeiobnis.
Da das neue Mitgliederverzeichnis in
der nächsten Zeit versandt werden wird, so
unterbleibt diesmal die übliche Zusammen-
stellung der Veränderungen.
Aufs^enommen in den Hptv. der D. G.
f.M.u.O. ist
Hr. Dr. E. Zimansky; Kgl. Eichungs-
inspektor für die Rheinprovinz und Hohen-
zollern; Cöln (Rhein), Spichemstr. 73.
Verein deutscher Glasinstrumenten-
Fabrikanten, R V.
Bekanntmachung.
Hiermit machen wir die verehrt. Vereins-
mitglieder darauf aufmerksam, daß infolge
der von uns beim Bundesrat eingeleiteten
Schritte seit dem 1. März der zollfreie Bezug
leichter Mineralöle allen Glasbläsereien zum
Bearbeiten von Glas bis zu einem Gesamt-
Jahresverbrauch von 5000 kg erlaubt ist.
Unter leichte Mmeralöle fallen auch Gasolin
und Benzin. Wir bitten die Mitglieder, sich
von dem Hauptsteueramt ihres Bezirks
Zollerlaubnisscheine für den Bezug von
leichten Mineralölen ausstellen zu lassen,
auf Grund deren dann Gasolin und Benzin
von inländischen Raffinerien zollfrei ge-
liefert wird. Da der Zoll 7,75 M. per
100 ib^ netto ausmacht, so liegt es im
Interesse aller Verbraucher, diese Ver-
günstigung auszunutzen. Zu Beleuchtimgs-
zwecken darf zollfreies Mineralöl jedoch
nicht verwendet werden. Zur Erlangung
eines Zollerlaubnisscheines dient ein For-
mular, das von unserer Geschäftsstelle in
Ilmenau ausgegeben wird. Die Lieferung
des Gasolins wird durch uns vermittelt,
sie kann auch direkt geschehen. Wir werden
einen g^rößeren Abschluß machen, sobald
die Preise desselben sinken.
Der Vorstand.
Max Bieler.
D. 6. f. M. u. O. Zweigrerein Ham-
burg-Altona. Sitzung vom 6. März 1906.
Vorsitztoder: Hr. Dr. H. Kraß.
Nach BrlediguDg einiger geschäftlicher An-
gelegenheiten führt der Vorsitzende ein Spek-
troskop vor, welches gestattet, die Dispersion
und damit die Länge des beobachteten Spektrums
innerhalb bestimmter Grenzen zu verändern.
Es wird dies dadurch erreicht, daß zwei gerad-
sithtige Prismen gegeneinander, und zwar beide
in gleichem Maße, um eine in der optischen
Achse liegende Achse gedreht werden.
Hierauf spricht Hr. Carl Heinatz ttber
Kugellager. An der Hand von Modellen und
Zeichnungen erläutert er die Konstruktion
dieser Lager und führt als die wesentlichsten
Vorteile den geringen Raumbedarf, die geringe
Reibung und die leichte Wartung an. Die
dazu erforderlichen Kugeln bestehen meistens
aus bestem Werkzeugstahl, es konmien auch
solche aus Bronze und Gußeisen vor. Sie
werden je nach der Belastung in verschiedenen
Größen hergestellt und besitzen eine hohe Ge-
nauigkeit der Kugelform. Die Beschreibung
der Hersteilung der Kugeln und ihrer Ein-
bringung in das Lager bildete den Schluß der
interessanten Ausführungen. JS. K.
Abt. Berlin E.V. Sitzung vom20.Marz
1906. Vorsitzender: Hr. Reg. -Rat Dr. H.
Stadthagen, dann Hr. W. Handke.
Hr. Dr. Fr. Hoff mann sprach über die
Messung hoher Temperaturen. Einleitend
wurden die hochgradigen Quecksilberthermo-
meter besprochen; hieran schlössen sich nach
kurzer Darlegung des Wesens der Gasthermo-
meterskala die Thermoelemente, besonders die
aus Platin - Platinrhodium, neuerdings (von W.
C. Heraeus) auch aus Iridium - Iridiumruthe-
nium. Darauf wurden die Widerstandsthermo-
meter und einige optische Pyrometer, die letzt-
genannten unter Erörterung ihrer theoretischen
Grundlage, vorgeführt; zum Schluß wurden
die Seger- Kegel demonstriert.
Hr. R. Nerrlich wird in den Verein aufge-
nommen; augemeldet hat sich Hr. A. Jacken-
kroll. Bl
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66
Verein!- und Penonennachrichten. — Kleinere Mitteilungen.
Deatsche
Mechamkcf -Z ig.
Hr. Gustav Halle in Rixdorf begeht
am 1. April d. J. sein 50-jähriges Mechaniker-
jubiläum.
Carl Heinrich v. Siemens, der letzte
Bruder von Werner v. Siemens, ist am
21. März, kurz nach Vollendung des 77.
Lebensjahres, gestorben. Seit dem Jahre
1853 war der Verstorbene der Vertreter
von Siemens & Halske in Rußland; als
die Firma 1897 in eine Aktiengesellschaft
umgewandelt wurde, war er bis 1904 Vor-
sitzender des Auf Sichtsrates.
Hr. Wilh« Mix» einer der Begründer der
Fa. Mix & Genest, ist am 15. März nach
längerem Leiden im Alter von 65 Jahren ge-
storben.
Kleinere Mitteilungen.
Platin.
ZeiUchr. d. Ver, d. Ing, 49. S. 893. 1905.
Die Geologische Landesanstalt der Ver.
Staaten von Nordamerika wird die im Lande vor-
handenen Platinvorkommen genau untersuchen,
um bei dem steigenden Bedarf an diesem Metall
ev. neue Bezugsquellen zu erschließen; am
reichlichsten soll Platin in Kalifornien vorhanden
sein.
Iflollerrollen-Befegtlgang von
Hartmann & Braan In Frankfurt a. M.
Mitgeteilt von W. Klußmannin Charlottenburg.
Auf Befestigungsarten von IsolierroUen ist
hier schon mehrfach hingewiesen worden (vgl.
D. Mech.'Ztg. 1900, S. 207; 1901. S. 197; 1902.
8. 44). Im folgenden sei auf eine neue Dübel-
art aufmerksam gemacht, die sich im Ge-
brauch g^t bewährt hat.
Der ^PeachMabd" (D. R. G. M. 161 245) von
Hartmann & Braun A.-G. in Frankfurt a. M.
kann ohne Vorbohren direkt in jedes Ziegel-
mauerwerk ohne Gipsen eingeschlagen werden.
Die Wand wird daher sehr geschont und auch
an Arbeitszeit wird wesentlich gespart. Der
Erfinder des Dübels, Peschel, ging von den an
einem Nagel gemachten Beobachtungen aus;
treibt man einen spitzen Nagel in eine Wand
und setzt sich dabei demselben ein Hindernis
(Steinchen im Mörtel o. dergl.) entgegen, so
biegt sich die Spitze des Nagels krumm und
der Nagel dringt nicht weiter vor, oder
der Schaft krümmt sich und der Nagel
geht schief in die Wand. Wird die Spitze des
Nagels stumpfer gemacht, so ist zwar einem
Verbiegen etwas vorgebeugt, der Nagel dringt
aber auch wesentlich schwerer ein; eine meißel-
fönnige Spitze treibt das Material zur Seite
und bewirkt demnach ein Platzen des Ziegel-
steins. Peschel hat mm die Spitze durch eine
kleine Scherflache ersetzt; dadurch wirkt der
Nagel wie der Stempel einer Lochstanze, er
treibt das Material in der Richtung des Druckes
vor sich her.
Über die Wirkung derartiger Nägel hat
P e s c h e 1 in Gemeinschaft mit Professor B e r n d t
im Maschinentechnischen Laboratorium der
Technischen Hochschule zu Darmstadt ein-
gehende Versuche angestellt. Er kommt zu
dem Schluß, daß ein Dübel mit Scheriläche
fester sitzen muß als ein Dübel mit Spitze, da
die Zertrümmerungszone um ersteren kleiner
ist und der Gegendruck gegen den Dübel also
größer sein muß.
Es verbrauchte
zum zum
Hineinpressen Herausziehen
Dübel mit Scherfläche 970 kg 305 kg
, Spitze . . 1160 . 285 „
Zum Herausziehen von einzementierten Dübeln
(36 Stunden nach dem Einzementieren) waren
etwa 42 kg, zum Herausziehen von einge-
schlagenen 125 ft^ nötig; die eingeschlagenen
hielten also fester.
t
Fig. 1.
Fig. 2.
Flg. 3.
Fig. 1 und 2 zeigen zwei Ausführungsarten
der Peschefdübel; zum Einschlagen der Dübel
nach JP^. 1 mit Gewindezapfen dient ein über
den Zapfen zu schiebendes Setzeisen. Die
Dübel werden mit Schaftlängen von 35 bis 65 mm
hergestellt. Die Gewindezapfen der Dübel nach
Fig. 1 haben 6 bis 32 mm Länge. Auf diese
Dübel können gewöhnliche Isolierrollen, Kiemm-
rollen {Fig. 8), Rohrschellen, Anschlußdosen und
Sicherungen leicht befestigt werden. Die Preise
der Peschel dübel schwanken je nach Größe
zwischen 2,50 und 4,70 M. für 100 Stück.
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Heft 7.
1. April 1906.
Kl«ln«re Mlttellungtn. — GUtttchnlschei.
67
Bei der Elektrischen Lehr- und Unter-
sachnngsanstalt des Physikalischen Vereins
ZQ Fankfurt (Main) bestand das Elektrotech-
nische Komitee im Jahre 1904/05 aus don
Herren: Prof. E. Hartmann, Vorsitzender,
Oberlehrer Dr. Boller, Direktor C. Kohn,
Dr. C. Döguisne und Prof. Dr. J. Epstein.
Die Anstalt wurde von Hm. Dr. C. Döguisne
geleitet; als Assistent fungierte Hr. Ingenieur
Skirl, als Mechaniker Hr. Joes.
An der Lehrafutalt wurde Unterricht in fol-
genden Bpezialfftchem erteilt:
Allgemeine Elektrotechnik; Dynamokunde;
Akkumulatoren; Instrumentenkunde; Installa-
tionstechnik; Motorenkunde; Pliysik; Zeichnen
und Mathematik; dazu traten praktische
Übungen.
Die Unterauehungsarutali wurde im Berichts-
jahre in 86 Fällen in Anspruch genommen, und
zwar zur Untersuchung von Schalttafel- und
Pr&zisions - Instrumenten, zu KapazitAtsproben,
zur Begutachtung und Prüfung von Blitz-
ableiter-Anlagen, zur Abnahmeprüfung von
Dynamomaschinen, zur Vornahme von Durch-
scblagsversuchen, zu photometrischen Messun-
gen, zur Prüfung von Spezial-Apparaten.
Auch in diesem Jahre wurden die Unter-
suchungen über elektrische Ströme im Wasser-
leitungsnetz im Auftrage der städtischen Wasser-
werke fortgesetzt.
Der Städtische Gewerbesaal zu Berlin
besteht aus 124 Sonntags und Abendklassen,'
der Fachschule für Maschinenbauer und den
Übungswerkstätten für Mechaniker, Maschinen-
bauer und Kunstschmiede; diese drei Gruppen
stehen sämtlich unter der Leitung von Hrn.
Dir. K. Hrabowski (Sprechstunden: Montags
und Donnerstags von 10 bis 11 Uhr vorm., am
ersten und dritten Montag jedes Monats von 8
bis 9 Uhr abends, Straßmannstr. 6)
Die Sonntags- und Abendklaaaen befinden sich
in 11 gleichartig eingerichteten Abteilungen in
verschiedenen Stadtbezirken, und zwar: I. 8W,
Wassertorstr. 81, II. N, Zehdenicker Str. 17/18,
III. C, Hinter der Garnisonkircho 2, IV. NW,
Turmstr. 86, V. 0, Straßmannstr. 6, VI. SO,
Reichenberger Str. 131, VII. N, Ravenöatr. 12,
VUI. W, Pallasstr. 15, IX. NO, Heinersdorfer
Straße 18, X. N, Putbuser Str. 23, XI. SW,
Hagelsberger Str. 34.
An allen Abteilungen finden Kurse im Fach-
zeichnen für Mechaniker, iu den Abt. II bis X
Kurse in Mechanik und in den Abt. V und VI
auch Kurse in Mathematik statt
Anmeldungen nehmen die Vorsteher der
Abteilungen am Anfang des Halbjahres, Sonn-
tags von 10 bis 12 Uhr und an den Wochen-
abenden von 8 bis 9 Uhr abends entgegen.
Das Eintrittsgeld ist bei der Aufnahme zu
entrichten und beträgt fttr das Halbjahr bis zu
4 wöchentlichen Unterrichtsstunden 4 AT, bei
mehr als 4 Stunden 6 M.
Der Unterricht in der Mechanik ist für Teil-
nehmer des Gewerbesaales frei.
Bedürftigen können mit Genehmigung der
Deputation für die städtischen Fach- und Fort-
bildungsschulen Freistellen gewährt werden.
Durch den Besuch der Sonntags- und Abend-
klassen der Gewerbesaal-Abteilungen werden
diejenigen männlichen Arbeiter (Lehrlinge, Ge-
sellen, Gehilfen u. s. w.), welche nach dem
30. September 1890 geboren sind, bis zum
Schlüsse des Schulhalbjahres, in welchem sie
das 17. Lebensjahr vollendet haben, nicht der
Verpflichtung enthoben, die von der Stadt
Berlin eingerichtete Pflichtfortbildungsachulo
zu besuchen.
Über die Vbwngswerkstätten ist in dieser
Zeitschrift wiederholt ausführlich berichtet
worden (u. a. 1902. 8. 188, u. 190S. fif. 95).
Genaueres über den Gowerbesaal ist aus
dem Programm zu ersehen, das vom Direktor
kostenfrei zu beziehen ist.
Die Kgl. Württembergische Fachschule
fär Feinmechanik einschl. Uhrmacherei und
Elektromechanik in Schwenningen am Neckar
hat ein vorzüglich ausgestattetes Programm
herausgegeben, das nicht nur über den Unter-
richt Aufschluß erteilt, sondern auch durch
2 Pläne und 8 Innenansichten ein Bild von
diesem ausgezeichnet eingerichteten und gelei-
teten Institut gibt.
Der Verband Deutscher Elektrotechniker
wird seine Jahresversammlung in der Zeit vom
24. bis zum 27. Mai in Scuttgart abhalten.
Olasteohnisohi
Die amerikantscheii
PrOfansTsbegtimmunsren für
Thermometer.
{ForttttMung.)
IL Elektrische Widerstandsthermometer,
Diese Thermometer beruhen auf der Ver-
änderung des elektrischen Widerstandes eines
Metalles (besonders Platin) mit der Temperatur.
Wenn das Platinthermometer richtig konstruiert
ist und bei seinem Gebrauch alle erforderlichen
Vorsichtsmaßregeln beachtet werden, so ist es
ein Instrument von sehr großer Genauigkeit
zum Messen der tiefsten erreichbaren Tempera-
turen bis hinauf zu etwa 1000^ C (1800» F).
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68
QlastechnifchM.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
Die vollständige Prüfung eines Platin-
thermometers umfaßt die Bestimmung seiner
Konstanten zum Messen des elektrischen
Widerstandes bei drei bekannten Tempe-
raturen: Eispunkt, Siedepunkt des Wassers
und Siedepunkt des Schwefels. Falls das
Platinthermometer zum Messen von Tem-
peraturen unter — 100® C (— 150<* F)
benutzt werden soll, tritt der Siedepunkt
des flüssigen Sauerstoffs an Stelle des-
jenigen des Schwefels.
Gebühren. (Verzeichnis 37).
Dollar
a) Vollständige Prüfung eines
Platin -Widerstandsthermo-
meters für Präzisions-
arbeiten 7,50
h) Prüfung eines Platin- oder
anderen Widerstandsther-
mometers für industrielle
Zwecke mit minderer Ge-
nauigkeit 3,50
c) Prüfung der Widerstands-
büchsen oder der Kompen-
sationsapparate, welche in
Verbindung mit Wider-
standsthermometern ge-
braucht werden, geschehen
gemäß den Vorschriften der
Prüfungsbestimmungen für
Widerstände (Zirkular Nr.6).
III, Optische Pyrometer.
Alle Arten Instrumente, welche die Tem-
peratur in Werten der Intensität des Lichtes
oder der Strahlung eines glühenden Körpers
zu messen gestatten, werden für die Prüfungs-
zwecke unter dem Namen von optischen Pyro-
metern zusammengefaßt.
Diese Methode ist sehr empfindlich, da die
Lichtintensität viel schneller zunimmt als die
Temperatur. Der Meßbereich geht von dunkler
Rotglut (600<> C) bis zu undefinierbar hohen
Temperaturen. Ein solches Pyrometer ist voll-
kommen getrennt von dem Körper oder Ofen,
dessen Temperatur gemessen werden soll, was
für viele Prozesse von großem Vorteil ist.
Derartige Pyrometer werden deshalb be-
sonders gebraucht zur Messung der Temperaturen
von unzugänglichen oder bewegten leuchtenden
Körpern und zur Ermittlung der Gleichförmig-
keit der Hitze in einem Ofen oder auf einer
großen Fläche. Es ist das einzige Instrument,
das zur hinreichend genauen Schätzung sehr
hoher Temperaturen geeignet ist. Die mit op-
tischen Pyrometern erreichbare Genauigkeit
schwankt sehr mit dem Instrument, der Tem-
peratur, der Erfahrung des Beobachters und
der von ihm geübten Sorgfalt.
Die verschiedenen gebräuchlichen optischen
Pyrometer sind Gegenstand einer experimentellen
Untersuchung gewesen, deren Ergebnisse im
Bvüetin Nr, 2. 1905 von C. W. Waidner und
G. K. Burgess unter dem Titel Optieal Fyro-
metry mitgeteilt worden sind.
Das Bureau ist auf die Prüfung von
optischen oder Strahlungs - Pyrometern
der gebräuchlichen Art eingerichtet, ebenso
auch auf Prüfung von Pyrometern nach
Mesur6-Nouel, Morse, Holborn-Kurl-
baum, Le Chatelier, Wanner, P6ry u.a.
Die Prüfung besteht in Bestimmung der
Ablesungen des Instruments bei drei oder
mehr bekannten Temperaturen in Graden
der Normalskala des Bureaus, wobei die
für den Gebrauch des Instruments be-
sonders zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln
ermittelt werden. Eine beigegebene Tafel
liefert die Temperaturen, wie sie sich aus
den Ablesungen am Instrument ergeben.
Oebühren. (Verzeichnis 38).
Dollar
a) Für Prüfung eines Pyrometers
bei drei Temperaturen . 7,50
b) Für jeden weiteren Punkt . 1,00
I V. AusdehnungS' und andere Pyrometer^).
Für Temperaturen über 1400^ F werden
vielfach Pyrometer gebraucht, die auf der
relativen Ausdehnung von Metallen oder
eines Metalies und Graphit beruhen. Diese
.Instrumente sollten von Zeit zu Zeit
geprüft werden, um die Nullpunkts-
änderungen festzustellen.
Das Bureau übernimmt auch die Prüfung
von anderen Pyrometertypen, wie die ver-
schiedenen Arten Registrierinstrumente,
femer solche die auf anderen Eigenschaften
beruhen, wie spez. Wärme, Ausdehnung,
Transpiration, Viskosität u. s. w.
Die Gebühren für hochgradige Thermo-
meter sind bereits mitgeteilt worden. Für
die letztere Art Pyrometer wird ein be-
sonderes Verzeichnis nicht aufgestellt, viel-
mehr hängt der Betrag der Gebühren von
der Konstruktion des Pyrometers, der
Schwierigkeit der Prüfung, den Tempera-
turen, bei welchen die Prüfung gemacht
werden soll, und dem Grad der gewünschten
Genauigkeit ab.
V, Wärmemessungen.
Das Bureau übernimmt auch die
Prüfung der verschiedenen Arten von kalori-
metrischen Apparaten und die Bestimmung
^) tj ber die hochgradigen Quecksilberthermo-
metor ist schon auf 8. Iß berichtet.
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Heft 7.
I. April \9M.
GlaatechnlBchM.
69
der thenniBchen Eigenschaften von Brenn-
materialien, Ölen und anderen Substanzen.
Ebenso werden im wissenschaftlichen oder
technischen Interesse auch Bestimmungen
der Ausdehnungskoeffizienten in hohen
Temperaturen, spez. Wärme, Siedepunkte,
Schmelzpunkte von Metallen, Legierungen,
Mineralien u. s. w. ausgeführt.
Oebühren. (Verzeichnis 39).
Dollar
a) Prüfung von Verbrennungs-
kalorimetern nach M a h 1 e r ,
Berthelot, Junkers
u. s. w., einschließlich der
Bestimmung des Wasser-
wertes und der Korrek-
tionen der Quecksilberther-
mometer nebst Ausstellung
der Zeugnisse . . . . 7,50
6) Bestimmung der Verbren-
nungswärme von Brenn-
materialien, einschließlich
angenäherter Analyse (für
staatliche und städtische
Behörden und in besonderen
Fällen für Vereine und
Private) 10,00
c) Für andere Wärmemessungen
hängt der Qebührenbetrag
von der Art der Prüfung ab.
Schließlich fordert das Bureau alle die-
jenigen auf, die sich für pyrometrische
Messungen interessieren, die Laboratorien
des Bureaus zu besuchen, um die ver-
schiedenen dort befindlichen Pyrometer-
typen in Tätigkeit zu sehen.
Wir haben in vorstehenden Artikeln die
Thermometer- Prüfangsbestimmungen für Frank-
reich, England, Vereinigte Staaten von Nord-
amerika wiedergegeben und an einigen Stellen
mit kritischen Bemerkungen versehen. Wenn
wir jetzt zum Schluß nochmals einen Gesamt-
vergleich mit den deutschen Prüfungsvor-
scbriften ziehen, so müssen wir zunächst wieder-
holen, daß alle drei auswärtigen Bestimmungen
sich eng an die deutschen anlehnen, aber
außerdem den nationalen Eigentümlichkeiten
der Industrien der betreffenden Länder Rechnung
tragen.
Bin deutlicher Einfluß der deutschen Prüfungs-
bestimmungen läßt sich auch darin erkennen,
daß die Vorschriften auf die Prüfung von Ein-
achlaßthermometem Rücksicht nehmen, während
bis vor kurzem in allen drei Ländern fast aus-
schließlich Stabthermometer in Gebrauch waren.
Es kann ja auch gar keinem Zweifel unter-
liegen, daß die Einschlußthermometer in den
meisten Fällen, wo das Thermometer als Hilfs-
instrument dienen soll, den Vorzug der be-
quemeren und sicheren Ablesung für sich
haben. Ein anderer Vorzug besteht darin, daß
sie nicht so leicht einschränken oder in der
Kapillare einspalten, was bei Stabthermometern,
namentlich an den Stellen, wo das Gefäß an-
geschmolzen ist, leicht eintritt. Für gewisse
Typen von Thermometern dagegen wird man
stets das Stabthermometer bevorzugen, wie
z. B. für Hauptnormal - Thermometer ersten
Ranges, bei denen die Umständlichkeit der Ab-
lesung keine Rolle spielt, oder für hochgradige
Thermometer oder Tiefseethermometer, wo es
die Konstruktion erfordert.
( Schluß folgtj
Verwendansr von Qaarzgefftfgeii für
YorlesungsTersache.
Von E. Fischer.
Chem, Ber. 37. S. 4605, 1904.
Verf. betont, daß Quarzgefäße als Tiegel,
Schalen, Röhren vielfach die wesentlich teureren
und undurchsichtigen Platinapparate ersetzen
können. Ganz besonders ist die Anwendung
eines Quarzkolbens zu empfehlen für den
Ho fm an n sehen Vorlesungsversuch, die Wasser-
bildung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Diese
Gase werden durch Porzellankapillaren in den
Quarzkolben, der am Boden mit Platinasbest
bedeckt ist, eingeleitet, zuerst Wasserstoff so-
lange, bis der ganze Kolben damit angefüllt
ist. Dann erhitzt man und läßt nun den
Sauerstoff zutreten, der dann die Knallgas-
fiamme erzeugt. Durch das Destillierrohr des
Quarzkolbens entweicht der Wasserdampf, der
in einem Schlangenkühler kondensiert wird.
Derselbe Apparat ist zu mehreren ähnlichen
Versuchen zu benutzen. J.
Gebraachsmuster.
Klasse:
80. Nr. 271154. MUchglasspekulum mit spie-
gelnder Innenflache fOr Scheidenunter-
suchungen. Alt, Eberhardt & Jäger,
Ibnenau, Thür. 14. 12. 05.
42. Nr. 269 811. Für Sterilisierbehälter u. dgl.
bestimmte Thermometerhülse mit stopfen-
ähnlichem Ansatz an der Deckeldurchtritts-
stelle und fahnenartig angebrachter Tafel
ftlr die Temperaturskala und Kennzeichnung.
0. & H. Keller, Prankfurt a. M. 8. 1. 06.
Nr. 270 443. Gärungs-Saccharometer mit dop-
pelt ü-förmigem Rohr. Th. Lohnstein u.
R. Lohnstein, Berlin. 18. 1. 06.
Nr. 271 026. Meßzylinder aus Glas, für photo-
graphische und andere Zwecke, welcher in
einen gesondert hergestellten Fuß aus Por-
zellan eingesetzt ist. W. Schmidt & Co.,
Luisental, Thttr. 4. 9. 05.
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70
Büchenchau
DeniMhe
Mtchiüker-Ztg.
BOohersohau.
S. Garten» Leitfaden der Mikroskopie. 2. Aufl.,
vollständig neu bearbeitet. kL-8^ XL,
262 8. mit 162 in den Text gedruckten Ab-
bildungen und einer farbigen Tafel. Leip-
zig, J. J. Weber 1904. 4,00 If.
Das vorliegende Werk eben, das den jungen
Mikroskopiker mit dem Wesen und der
Wirkungsweise seines Arbeitsinstrumentes ver-
traut machen will, bewegt sich bezüglich seines
Inhalts und Umfaugs glücklich zwischen den
beiden Extremen, dem Zuwenig, wie es das
Lehrbuch der Physik, und dem Zuviel, wie es
die meisten Spezialwerke über Mikroskopie
bieten. Das Büchlein ist für den Anfänger be-
stimmt und führt ihn bequem, mit geschickter
Überwindung der sich darbietenden Schwierig-
keiten in das Verständnis des Mikroskops ein.
Der Verfasser behandelt unter Beachtung der
neuesten Forschungsergebnisse die Theorie des
Mikroskops, wobei auch die mikroskopischen
Hilfg- und Nebenapparate, das Polarisations-
mikroskop, die Lupen, das Präparierstativ und
die Zeichenapparate Berücksichtigung finden.
Ferner wird der Gebrauch des Mikroskops be-
sprochen, wobei vor allem Anleitungen zur
Prüfung des Mikroskops gegeben werden.
Schließlich vermittelt der dritte Teil des Leit-
fadens einen Überblick über die verschiedenen
üblichen mikroskopischen Untersuchungsme-
thoden. Rr,
C. Dietzschold» Die Hemmungen der Uhren,
ihre Entwicklung, Konstruktion, Reparatur
und Behandlung vor der Reglage, nebst zu-
gehörigen Tabellen, zahlreichen Abbildungen
und 6 Portraits. Allgemein verständlich be-
arbeitet für Uhrmacher, Ingenieure, Tech-
niker u. s. w., 8^ X., 234 S. mit 84 Abb.
Krems a. Donau, Nieder- Östr. im Selbst-
Verlag des Verfassers 1905. Geb. 4,40 M.
Das Buch gibt zunächst nach der Klar-
legung dos Begriffes und der Aufgaben der
Hemmung eine eingehende Darlegung der ge-
schichtlichen Entwicklung dieses wichtigen
Elementes. Im Anschluß hieran werden die
gebräuchlichsten Hemmungen nach ihrer Kon-
struktion und Wirkungsweise betrachtet. Die
Darstellung wird unterstützt durch gute Kon-
struktionszeichnungen, von denen allerdings
einige im Format etwas zu klein ausgefallen
sind, 80 daß ihre Deutlichkeit zu wünschen
Übrig läßt. Der rückführenden und der ruhenden
Ankerhemmung, dem Zylindergang, dem freien
Ankergang ist ihrer Bedeutung gemäß besonders
breiter Raum angewiesen. Daneben sind aber
auch die seltener vorkommenden Gänge er-
schöpfend behandelt. Die Aufnahme bequemer
Tabellen für die Berechnung der Hemmungen
macht das Buch für den Praktiker besonders
wertvoll und enthebt ihn außerdem der Mühe,
GelQich-Dietzscholds »Tabellen der Uhr-
macherkunst" zu Rate zu ziehen. Das Eingehen
auf die praktische Herstellung der Hemmungen,
ebenso auf biographische Einzelheiten der Groß-
meister der Uhrmacherei und nicht zuletzt die
häufig subjektive Art der Darstellung gibt dem
Buch etwas lebendiges. Wir empfehlen das
Werk, welches den I. Band einer umfassenden
„Uhrmacherei-Bibliothek*' bildet, unseren Lesern
angelegentlich. G.
G. Th« Stier, Der praktische Werkmann. 8°.
Vollständig in etwa 20 Heften. Mit zahl-
reichen Abbildungen und Tabellen. Leipzig,
M. Schäfer 1905. Heft 1 u. 2. 64 S. Jedes
Heft 0,50 M.
Aus den bisher erschienenen zwei Heften
läßt sich noch kein Urteil gewinnen, wie das
Buch als Ganzes wirken wird. Der Zweck des-
selben, der Lehrlingsausbildung in den Metall
bearbeitenden Berufen zu dienen, ist jedenfalls
löblich. Man merkt dem Buch an, daß der
Verf., ein erfahrener Werkmeister, viel Eigenes
gibt. Das ganz besondere Eingehen auf
Elsen und Stahl macht das Werkchen für
Schlosser und Maschinenbauer jedenfalls be-
sonders geeignet. G,
H. Bouasse, Essais des materiaux. Notions fon-
damentdUs relatives aux diformaiions üasH-
gues et permanentes. Aus BibUothique de
Pilh>e4ngenieur, gr.-80. 145 S. mit 54 Abb.
Paris, Gauthier-Villars 1905. Broch. f^Fr.
Auf sehr engem Raum ist das wichtigste
über die elastischen Deformationen der Körper
dargestellt. Für manchen Leser der Mechaniker-
Zeitung dürften namentlich die sehr einfachen
Versuchsanordnungen von Interesse sein, welche
der Verf. zum experimentellen Studium der
elastischen Deformationen angibt. Einige Bei-
spiele hierfür seien an dieser Stelle angeführt.
Zur Demonstration der Viskosität der Flüs-
sigkeiten bedient sich der Verf. folgender
Einrichtung. Ein zylindrisches, mit Flüssigkeit
gefülltes Glasgefäß kann durch ein sinkendes
Gewicht in gleichförmige Umdrehung versetzt
werden. Ein zweites etwas engeres Gefäß
taucht mit dem Boden nach oben in die Flüssig-
keit. Es hängt an einem feinen Draht. Aus
der Torsion des Drahtes wird die Viskosität
bestimmt. Zur Aufzeichnung elastischer De-
formationen verwendet Bouasse eine Re-
gistriertrommel, welche von einem Schwimmer
angetrieben wird. Je nach der Größe des Aub-
fiusses aus dem hohen zylindrischen Gefäß,
welches den Schwimmer aufnimmt, wird die
Trommelbewegung schneller oder langsamer.
G.
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Patentsoh« u. )
Vorrichtung zum maschinellen Blasen von Glashohlkörpern» insbesondere Tafel-
glaswalzen, aus einer schichtförmig ausgebreiteten, durch einen Rahmen an den Rändern fest-
gehaltenen Glasmasse unter Schwenken oder Drehen oder Schwenken iin4 Drehen des Rahmens,
gekennzeichnet durch die Anordnung des Rahmens an einem mit Antriebs Vorrichtungen zum
Schwenken oder zum Drehen um eine senkrecht zu seiner Ebene gelegte Achse oder zum
Schwenken und Drehen des Rahmens versehenen Gestell.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das den Rahmen tragende
Gestell gehoben und gesenkt, gegebenenfalls auch seitlich verschoben werden kann, zum Zweck
der BinfOhrung der Walze in eine unten, gegebenenfalls seitlich gelegene An wärme Vorrichtung.
P. Th. Sievert in Dresden. 28. 4. 1903. Nr. 166 585. Kl. 32.
Verfahren zum maschinellen Blasen von Glashohlkörpem — insbesondere Tafel-
glaswalzen — aus einer schichtförmig ausgebreiteten, durch einen Rahmen an den Rändern
festgehaltenen Glasmasse, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen während des Blasens in
solcher Weise geschwenkt oder gedreht, oder sowohl geschwenkt als gedreht wird, daß die Glas-
masse ohne Zuhilfenahme einer Form in der der Gestalt des zu erzielenden Körpers entsprechen-
den Weise und gleichmäßig verteilt wird. Derselbe. 28. 4. 1903. Nr. 156584. Kl. 32.
Wärmemesser für hohe Temperatur en, bei welchem die Strahlung des zu unter-
suchenden Körpers mit jener eines Normalkörpers verglichen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der letztere in einem zum Gltlhen gebrachten und gegen den Einfluß der Heizgase durch
ein durchsichtiges Quarzrohr geschützten Thermoelement besteht. Hartmann & Braun in
Prankfurt a. M. 11.2.03. Nr. 156 008. Kl. 42.
Einrichtung zur Femübertragung von Bewegungen mittels Indnktorströme» bei
welcher durch die zu übertragende Bewegung zunächst eine Feder gespannt wird, welche sich
nach Erreichung eines bestimmten Betrages der Bewegung entspannt und dem Induktorankor
eine schnelle Bewegung erteilt, dadurch gekennzeichnet, daß die zu übertragende Bewegung
mittels eines Exzenters oder dgl. in eine hin- und hergehende Bewegung eines vor der Achse
des Induktorankers angeordneten Hebels umgewandelt wird, welcher mit dem zwischen zwei
Anschlägen drehbaren Induktoranker durch eine Feder in der Weise verbunden ist, daß diese
Feder bei der Bewegung des Hebels gespannt wird und in dessen Endlagen ohne Auslösung,
lediglich durch Umkehrung des von ihr auf den Anker ausgeübten Drehmomentes, eine plötz-
liche Drehung des Ankers von einem seiner Anschläge nach dem andern hervorbringt, wobei
em Gleichstromstoß von abwechselnd der einen und der anderen Richtung in die Fernleitung
gesendet wird. Gebr. Ruhstrat m Göttingen. 27. 3. 1903. Nr. 155 937. Kl. 74.
Elektrodynamometer mit flachen Spulen, die gemäß Fat. Nr. 135 717 in der Ruhelage
einander mit parallelen Windungsflächen sehr nahe gegenüberstehen und abstoßend wirken,
während der weitere Verlauf der Skala w^esentlich durch eine zw^eite feste, flache Spule bedingt
wird, die in gerader oder gebogener Form nahe hinter der ersteren oder seitwärts von ihr an-
geordnet ist und deren Windungszahl von der ersten festen Spule verschieden sein kann.
Hartmann & Braun m Frankfurt a. M. 31. 1. 1904. Nr. 156 456; Zus. z. Fat. Nr. 135 717. Kl. 21.
Vorrichtimg zum Kenntlichmachen von Trägerdnrchbiegiingeny gekennzeichnet
durch zwei oder mehr übereinander angeordnete, von einem beweglichen Körper abgedeckte
Reihen von Kugeln oder Walzen, welche durch den Druck infolge der Trägerdurchbiegung in-
einandergeschoben werden und so eine in beliebiger Weise meß- oder registrierbare Ver-
längerung der Kugel- oder Walzenreihe bewirken. M. Jüdel & Co. in Braunschweig. 5.2.1904.
Nr. 155 419. Kl. 42.
Wechselstrommeßgerät nach Ferrarissohem Prinzip, das als Amperemeter oder als
Voltmeter ausgebildet ist und bei dem das wirksame Drehmoment sich in gleicher Weise wie
der variable Strom beim Amperemeter oder die variable Spannung beim Voltmeter ändert, da-
durch gekennzeichnet, daß die Proportionalität zwischen Ausschlag und Belastung, bei einem
der Belastung proportionalen oder angenähert proportionalen wirksamen Feld, durch Änderung
des maßgeblichen Ankerwiderstandes hervorgerufen wird.
^) Fortan können hier nur Patentansprüche gebracht werden, da das Patentblatt jetzt
mir solche enthalt (vgl. D. Medi.-Ztg. 1906, 8. 241),
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72
Patentichau. — Patentliite.
D6QfeBCll6
MeehanlkT-Ztg.
Dieae Änderung kann entweder dadurch herbeigeführt werden, daß die Stärke des
Ankers in Richtung der Kraftlinien an der unter dem Einflüsse des motorischen Feldes stehen-
den Stelle mit zunehmden Ausschlag abnimmt, oder dadurch, daß die spezifischen Widerstände
der Metallteile, aus denen sich der Anker zusammensetzt, an der unter dem Einfluß des moto-
rischen Feldes stehenden Stelle mit zunehmenden Ausschlag zunehmen. E. Morck in Frankfurt
a. M. 6. 3. 1904. Nr. 166 623. Kl. 21.
Patentliste»
Bis zum 12. März 1906.
Klasse: Anmeldungen,
12* Seh. 23 459. Einrichtung zum Durchlichten
von Flüssigkeiten mit Quecksilberlicht be-
hufs Erzeugung einer chemischen Reaktion.
Schott & Gen., Jena. 2. 3. 05.
21. A. 12 717. Elektrizitätszähler. AUg.Elek-
trizitäts-Gesellschaft, Berlin. 5. 1. 06.
B. 37 976. Elektrische Vakuumdampflampe.
Ch. 0. Bastian, London. 29. 8. 04.
G. 21433 u. 22 261. Magnetische Entlastungs-
vorrichtungen für Meßinstrumente mit senk-
rechter Drehachse, insbesondere für Motor-
zähler. Th. Gruber, Lüdenscheid i. W.
2. 6. 05 u. 24. 7. 05.
82. S. 20843. Verfahren zur Herstellung beider-
seitig oft'ener Glashohlkörpor; Zus. z. Fat.
Nr. 164 442. P. Th. Sievert, Dresden.
10. 3 05.
42. A. 12 221. Vorrichtung zur Fixierung und
Einbettung von Objektiven zwecks Her-
stellung mikroskopischer Präparate. G.
Arndt, Erlangen. 22. 7. 05.
B. 38 285. Elektrisch betriebener Kreisel in
kardanischer Aufhängung. L. Schwartz-
kopff, Berlin. 15.10.04.
H. 33 544. Vorrichtung zur gleichmäßigen
Erwärmung eines Raumes. M. Hering,
Aachen. 8. 8. 04.
R. 20354. Panoramafernrohr für Untersee-
boote mit mehreren, den Horizont sektoren-
weise aufnehmenden Objektiven. F. Rehm,
Lichtenfels, Bay. 5. 11. 04.
Z. 4556. Gelenkdoppelfernrohr mit recht-
winklig zur Durchsichtsrichtung liegenden
Rohren. C. Zeiß, Jena. 25. 5. 05.
48. K. 28 867. Kartenausgebevorrichtung für
Totalisatoren o. dgl. Th. Kragl, Preßburg,
Ung. 3.2.05.
72. Seh. 23 165. Aus Kornspiegel, Visiermarke
und Zielfernrohr bestehende Visiervor-
richtung, besonders für Geschütze. F. A.
Schanz, Dresden -A. 9. 1. 05.
74. B. 38 607. Verfahren zur Femanzeige des
Unterschiedes der Einstellungen zweier an
verschiedenen Punkten befindlichen Zeiger-
instrumente. E. Bowlen, Charlottenburg.
26.11.04.
C. 1 1 645. Handgerät zum Ermitteln von Tem-
peraturerhöhungen. C. Cyon, St. Peters-
burg. 11.4.03.
P. 17 301. Kontaktvorrichtung für elektrische
Signalapparate. W. Pohl jr., Trautenau,
Böhmen. 2. 6. 05.
Srtaanngen»
12« Nr. 169514. Verfahren zum Absorbieren
von Gasen oder Dämpfen mittels Holzkohle.
J. De war, Cambridge, Engl. 26. 4. 05.
21. Nr. 170189. Röntgenröhre mit Wasser-
kühlung. H. Bauer, Berlin. 23. 2. 05.
30. Nr. 169 865. Apparat zum keimfreien Ab-
ziehen von sterilisierten Flüssigkeiten auf
sterilisierte evakuierte Kugelröhrchen oder
Glaskölbchen. E. Maynard, London. 17.6.04.
82. Nr. 169 958. Verfahren und Vorrichtung
zum Blasen von Quarzglasgegenständen.
J. F. Bottomley, Wallsend-on-Tyne, Engl.,
R. S. Hutton, Manchester, u. A. Paget,
North Cray, Kent, Engl. 14. 3. 05.
Nr. 170 234. Elektrischer Ofen zur Erzeugung
von Quarzglaszylindern. J. F. Bottomley,
Wallsend-on-Tyne, Engl, u. A. Paget, North
Cray, Kent, Engl. 1. 6. 05.
42, Nr. 17 004 u. 17 005. Kraft- und Arbeita-
messer für sich drehende Wellen u.* Zus.
dazu. M. Arndt, Aachen. 15. 3. 04 u. 16.8.04.
Nr. 170 238. Vorrichtung zum Auswechseln
von Fadensystemen in optischen Instru-
menten. A. We ige 1, Braunschweig. 9.7.05.
Nr. 170 306. Zylindrische Lehrbolzen und Lehr-
ringe, Toleranz- (Differenz-) Maße und zylin-
drische Gewindelehren mit einer konischen
Vorlehre mit oder ohne Teilung. Dolze
& Slotta, Coswig 1. S. 15. 7. 04.
48. Nr. 170 085. Verfahren zum Veredeln von
Aluminiumlegierungen durch Glühen und
Abschrecken. Zentralstelle ftlr wissen-
schaftlich - technische Untersuchun-
gen, Neubabelsberg. 20. 10. 03.
64. Nr. 170 057. Ge^ß mit doppelten, einen
luftleeren Hohlraum einschließenden Wan-
dungen. R. Burg er, Berlin. 1. 10. 03.
Fttr dl« R«<UktiOB TtrantworUloh: A. Blaiohke in Berlin W.
YtrUff TOB Jnllns Springer In Berlin N. — Dniek von Imll Drejer In Berlin SW.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instriixuentenkiuide
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 8. 15. AprU. 1906.
Nachdrack nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
von
Dr. B. KoUMhftttMr In Berlin.
{Fort»itm$mg,)
Nach demselben Grundgedanken sind die Tiefenmesser von Bamberg, Nielsen,
Cooper & Wigzell und Dobbie gebaut.
Fig. 18 (s. folgende S.) zeigt den in der Kaiserl. Marine gebräuchlichen Tiefen-
messer von Bamberg. Er besteht aus dem eigentlichen Meßrohr, einem sich bis zu einem
gewissen Grade nach oben verjüngenden, dickwandigen Glasrohr, das in einer Messing-
fasBong gehalten wird; oben schließt sich ein feines Röhrchen an, das an der Außenseite
wieder nach imten geführt ist und hier mit einer weiten Öffnung endet. Sinkt der Tiefen-
messer im Wasser unter, so wird die Luft im Glasrohr zusammengedrückt, das Wasser
dringt durch das feine Röhrchen ein und sammelt sich im unteren Teile des Meßrohres
an, wie die Pfeilchen in Fig, 18 anzeigen. Beim Einholen des Tiefenmessers kann das
einmal eingedrungene Wasser nicht entweichen, da die einzige Öffnung sich am oberen
Ende des Meßrohres befindet. Die Höhe des Wasserstandes in diesem Rohre ist daher
ein Maß für die erreichte größte Tiefe; an einer empirisch geteilten Skala auf dem Rohre
kann sie unmittelbar abgelesen werden. Nach dem Gebrauch wird der Tiefenmesser
durch ein unten befindliches Ventil entleert. Infolge der Verjüngung der Meßröhre ist
die Veijüngung des Maßstabes nicht so stark, wie bei den Farbröhren, sie ist bei den
großen Tiefen von 100 bis 200 m indessen immer noch sehr merklich.
Dasselbe gilt von dem Nielsen sehen Tiefenmesser^) {Fig. 19), der das
Sinkgewicht selbst enthält. Hier ist die von einem Schutzgehäuse h umgebene und
sich ebenfalls etwas verjüngende Meßröhre g oben zugeschmolzen und unten durch
ein Ventil i geschlossen. Stößt das Lot mit dem Teller p auf den Meeresboden auf,
80 wird infolge des Sinkgewichts h der Stift t gegen das Ventil % gedrückt; das Ventil
öffnet sich und das Wasser steigt in dem Meßrohre bis zu der der Tiefe entsprechenden
Höhe. Beim Emholen schließt sich das Ventil durch den nunmehr im Inneren
herrschenden Überdruck, und die erreichte Tiefe wird an der empirisch geteilten Skala
durch die Höhe der mit nach oben gebrachten Wassersäule bezeichnet. Dieser Tiefen-
messer liefert ungenaue Angaben, wenn der Lotkörper infolge der Fahrt des Schiffes
schief auf den Boden trifft, weil dann der Stift t nicht gegen das Ventil i drückt und
dieses nicht genau die der Tiefe entsprechende Wassermenge eintreten läßt.
Beim Apparat von Cooper & Wigzell^) wird das abgeschlossene Luftquantum
durch einen sich in einem Zylinder bewegenden Kolben zusammengedrückt, der durch
den Wasserdruck bewegt wird. Außer durch das Luftpolster wird die Bewegung dieses
Kolbens auch noch durch eine Spiralfeder reguliert. Der Kolben nimmt einen auf einer
Skala spielenden Zeiger mit, der beim Rückgang des Kolbens durch ein Gesperre fest-
gehalten wird und auf der der größten erreichten Tiefe entsprechenden Stelle der Skala
stehenbleibt. Die Veijüngung des Maßstabes ist bei diesem Apparat ebenso stark wie
bei den Farbröhren.
1) D. R. P. Kl. 42. Nr. 113 232. ~ ^) Engineering 6T. S. 45t 1899,
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74
fe. KohlBchütter, Ober die neutre Entwicklungr der nautischen Initnimente.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
SchmiiA B.
wird auch
SchniUC-a
Beim Tiefenmesser von Dobbie besteht das Meßrohr aus Messing, es ist sehr
genau gearbeitet und nach oben stark verjüngt. Oben ist es durch einen aufgeschraubten
Messingdeckel, unten durch ein Ventil geschlossen, das nach dem Prinzip des bekannten
Fahrrad- Ventils, jedoch in besserer und sichererer Ausführung gebaut ist. Beim Untersinken
der Röhre überwindet das Wasser den Gegendruck der im Inneren abgeschlossenen
Luft und dringt durch das Ventil ein; beim Aufholen wird es durch das Ventil zurück-
gehalten. Die Verjüngung des Messingrohres ist so gehalten, daß dadurch die Ver-
jüngung des Maßstabes gerade aufgehoben wird. Der Maßstab, an dem direkt Tiefen
abgelesen werden, ist daher ein linearer, er wird nach Abschraubung des oberen Deckels
in das Messingrohr eingetaucht und an der Grenze der Benetzung abgelesen. Der
Schififsführer taucht gewissermaßen einen reduzierten
Meterstab in ein der Tiefe nach entsprechend redu-
ziertes Modell des Meeres ein imd führt
die Lotung selbst im kleinen aus. Ob
sich die Gummiverschlüsse der Ventile
lange halten werden und nicht sehr oft
erneuert werden müssen, kann erst die
Erfahrung lehren.
Das Ziel des linearen Maßstabes
von dem Bathometer von Pry"tz und
Rungi), mit dem das Reichs-Marine-Amt kürzlich Ver-
suche angestellt hat, erreicht, jedoch auf einem ganz
anderen, sehr sinnreichen Wege; Fig. 20 m. 21 zeigen
dies Instrument.
Das Lot besteht aus dem mit einem Sinkge-
wicht beschwerten Lotkörper und dem Mantel, der
innerhalb enger, durch die Anschläge p gegebener
Grenzen an dem Lotkörper auf- und ab-
gleiten kann. Oben ist
der Mantel an einem
Hebel t befestigt, der
einen Messinghahn H
dreht, sobald der Mantel
über den Lotkörper
gleitet. Der Hahn H enthält eine
Luftkanmier h mit einer seitlichen
Durchbohrung. Im Lotkörper be-
finden sich nebeneinander zwei lange
Rohre von gleichblei-
bender lichter Weite,
das aus Messing beste-
hende Luftrohr l und
das aus Glas beste-
hende, von außen sicht-
bare und die Skala q
tragende Meßrohr m. Beide Rohre^
sind unten offen, so daß das Wasser
an die Öffnung herantreten kann;
oben stehen sie entweder mit der
Durchbohrung des Hahnes in Ver-
bindung oder sind offen.
Bevor das Lot ausgeworfen
wird , werden die beiden Halte-
federn / zurückgedrückt , so daß
der Mantel herabgleitet und dabei
den Hahn H so dreht, daß die
dem Luftrohr l kommuniziert und das Meßrohr m
füllt
SchnittSF.
Fig. \i
Lurtkammer h mit
(Fig. 20), Während des Sinkens des Lotes
Pig. 19.
oben offen ist
sich das Rohr m daher vollständig mit
1) Ann. d. Hydr. imo. 27. 8, 418. u. 515. 1899.
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Heft 8.
13. April 1906.
E. Kohlichütter, Nautische Initrumente. ~ Vereinsnachrichten.
75
Wasser, während die Luft im Rohre l und in der Kammer h durch den Wasserdruck
entsprechend der erreichten Tiefe zusammengedrückt wird. Stößt das Lot auf den
Meereshoden auf, so gleitet der Lotkörper infolge seines großen Gewichtes in dem
Mantel herunter, bis die Haltefedem / einschnappen. Dabei wird der Hahn H so gedreht,
daß das Meßrohr m mit der ein bestimmtes und stets
gleiches Volumen komprimierter Luft enthaltenden
Kammer i in Verbindung tritt {Fig. 21), Während des
nun folgenden Aufholens dehnt sich die Luft in der
Kammer aus, tritt in die Meßröhre m ein und drängt
das Wasser darin solange nach unten, bis sie wieder
unter dem Druck der umgebenden Atmosphäre steht.
Durch den Wasserstand im Meßrohr wird dann auf
der Skala die größte erreichte Tiefe angegeben.
Da nach dem Mariotteschen Gesetz Volumen
und Druck, d. i. in diesem FaUe die Wassertiefe, um-
gekehrt proportional sind, so wird die Luft nach dem
Aufholen aus der doppelten, dreifachen u. s. w. Tiefe
auch das doppelte , dreifache u. s. w. Volumen ein-
nehmen und das Wasser um das doppelte, dreifache
u. s. w. aus der Meßröhre vordrängen. Deshalb ist der
Maßstab auch bei diesem Tiefenmesser ein linearer.
Das Bathometer liefert sehr gute Tiefenan-
gaben, es hat aber den Nachteil, daß es nur bei ganz
langsamer Fahrt des Schiffes zu brauchen ist. Steigt
die Geschwindigkeit über 4 Seemeilen, so reicht das
Aufstoßen des Lotes auf den Grund nicht mehr aus,
um es in dem Mantel heruntergleiten zu lassen.
Alle diese verschiedenen Tiefenmesser, die
die Farbröhren ersetzen sollen, haben den gemein-
samen Nachteil, daß die Zuführungskanäle leicht ver-
schlicken. Kommt einmal Schmutz in eine Lotröhre,
so wird sie fortgeworfen und die Lotung mit einer
neuen wiederholt. Gefahr kann dadurch nicht ent-
stehen, da immer eine zu geringeTiefe gelotet werden
wird. Die anderen Tiefenmesser dagegen erfordern
in einem solchen Falle eine umständliche Reinigung.
Ein fernerer Vorteil ist, daß die Lotröhre nach dem
Gebrauch fortgeworfen wird, während die Tiefenmesser
entleert, mit Süßwasser ausgespült und sorgfältig be-
handelt imd aufbewahrt werden müssen.
In diesem Falle bewährt sich das amerika-
nische Prinzip, Gebrauchsgegenstände möglichst ein-
fach zu gestalten und fortzuwerfen, wenn sie ver-
braucht sind, anstatt auf eine mögliche Reparatur
und Wiederherstellung zu ^erneutem Gebrauch Rück-
sicht zu nehmen. ' Ftg. 20. pir. 21.
(Fcrtutmng folgt)
D. G. f. M. a. O. Abt. Berlin E. V.
Sitzung vom 3. April 1906. Vorsitzender:
Hr. W. Handke.
Hr. Prof. Dr. R. 8 Urin g spricht über die
wichtigsten Prinzipien und Brfolge der Motor-
luftschiffahrt. Redner glaubt, daß es für die
Aeronautik bei ihrem jetzigen Stande sehr
förderlichjWÄre, wenn sich^die Mechaniker mit
den einschlägigen Fragen mehr als bisher be-
faßten. Nach einem kurzen Überblick über die
Literatur und die Geschichte des lenkbaren
Luftschiffs erörtert der Vortragende eingehend
dessen wichtigste Bestandteile, die Ballon-
hülle, die Propellerschraube, den Motor, das
TraggerUst und das Steuer; zum Schluß werden
die bedeutendsten und erfolgreichsten Typen
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76
Vereinanachrichten. — Kleinere Mitteilungen. - Qlastechnisches.
Deutsche
Mecheniker-Ztg.
im Bilde vorgefahrt und erläutert. — An den
Vortrag schließt sich eine längere Besprechung.
Hr. A. Jackenkroll (017, Rtidersdorfer
Str. 26) wird aufgenommen; angemeldet hat
sich Hr. Willy Kießner (80 96, Glogauer
Btr. 19).
Hr. H. Dehmel zeigt eine praktische Vor-
richtung zum Abdrehen der Schleifsteine vor
(zu beziehen von Bluth & Cochius). Bl
Zweigrerein Hamburg- AI tona, Sit-
zung vom 3. April 1906. Vorsitzender: Hr.
Dr. H. Krüß.
Als Mitglied wird die Verwaltung des
Gewerbeschul Wesens aufgenommen.
Zur Vorbereitung des Sommerausfluges wird
eine Kommission eingesetzt und beschlossen,
die Hamburg-Amerika-Linie um die Erlaubnis
zu bitten, eines ihrer modernen Schiffe zu be-
sichtigen.
Hr. B. Gollmer halt einen Experimental-
vortrag über Ströme von hoher Spannung und
hoher Frequenz. Nach Erläuterung der Vor-
gänge beim Transformieren und der Wirkungs-
weise des Induktors, des Tesla- Transformators,
der Kondensatoren und des Kohärers führt der
Vortragende eine große Anzahl wohlgelungener
Versuche über Röntgen- und Kathodenstrahlen,
Übertragung von elektrischen Schwingungen,
Telegraphie ohne Draht und verwandte Er-
scheinungen vor. H. K.
Kleinere Mitteilungen.
Der Stereo - Palmos 9 x 12 cm und
der Minimum - Palmos 6x9 cm der
Firma Carl ZeiGs in Jena.
Die photographi chen Kameras der
Firma Carl Zeiß sind sämtlich aus Leicht-
metall hergestellt und vereinen Zuverlässig-
keit im Gebrauch mit großer Bequemlich-
keit in der Handhabung. Bisher sind der
Minimum - Palmos (9 X 12, 9 X 18 cw,
3^4 ^ 474 und 4x5 inches), eine Klapp-
kamera für kürzeste Freihandaufnahmen,
und der Universal-Palmos 9x12 cm be-
kannt geworden^).
Jetzt kündigt die Firma zwei weitere
Modelle, den Stereo-Palmos 9 X 12 cm und
den Minimum - Palmos 6 X 9 cm an, die
manchem Bedürfnis abhelfen und die Reihe
der Palmos-Modelle zu einem gewissen Ab-
schluß bringen.
Der Siereo-Palmos 9 x 1 2 cm ist ein
allseitig geschlossenes Kästchen, dessen
eine Wand aufklappbar ist und als Lauf-
») S. D. Meeh.'Ztg. 1905. S, ;il6
boden für den Objektivträger dient. Für
Stereo - Aufnahmen werden zwei Tessare
1/6,3 f = 84 mm beigegeben und in einer
Entfernung von 59,5 mm auf dem Ob-
jektivbrett montiert. Die Irisstellringe sind
gekuppelt, so daß die Irisöfbung fül* beide
Objektive gleichzeitig gestellt werden kann.
Das eine der Stereo-Objektive kann unter
Benutzung eines zweiten Objektivbrettchons
und nach Entfernung der Stereo-Zwischen-
wand als Objektiv für Panoramen 9X12 cm
benutzt werden.
Für Momentaufnahmen 9 X 12 cm mit
kleinerem Gesichtsfeld, also mit größeren
Figuren, z. B. für Porträts, Gruppen,
Straßenszenen u. dgl., ist die Benutzung
eines Tessars 1/6,3 f = 145 mm vorge-
sehen. Der Fokalschlitzverschluß gestattet
kürzeste Momentaufnahmen aus freier Hand
sowie beliebige Zeitaufnahmen auf dem
Stativ. Die Bedienung des Verschlusses
ist sehr einfach und die Zuverlässigkeit
läßt nichts zu wünschen übrig.
Den Stereo-Palmos kann man also außer-
ordentlich vielseitig benutzen, und dabei
steht er ganz in dem Dienst der modernen
Richtung, die die übertriebene Perspektive
und unnatürliche Plastik im Stereobilde zu
vermeiden und in jeder Beziehung die volle
Natürlichkeit zu erreichen sucht. Die
9 X 12-Stereogramme, mit geeigneten Ste-
reoskopen betrachtet, lassen das Bild in
der richtigen Perspektive und der lebens-
wahren Plastik erscheinen. Geeignet sind
speziell die Doppel- Veranten und überhaupt
Stereoskope, deren Gläser auf die Augen-
weite einstellbar und deren Brennweite
gleich der Brennweite der Aufnahmeobjek-
tive sind.
(Schluß folgt j
Slasteohnlsohes.
Die amerikanischen
PrQfungsbestimmnnsren fOr
Thermometer.
(Schluß.)
Die franzötüchen PrUfungsbestimmungen
stellen in bezug auf die Einhaltung bestimmter
Fehlergrenzen die höchsten Ansprüche, wobei
zweifellos der Einfluß des Bureau IntemaUofuU
des Poids et Meswres zur Geltung gekommen
ist. Ob aber außer den wegen ihrer Genauig-
keit berühmten Fabrikanten Baudin und
Tonnelot in Frankreich noch weitere Firmen
vorhanden sind, die den erhöhten Ansprüchen
genügen können, vermag der Ref. nicht zu
beurteilen, auf der Pariser Weltausstellung^ war
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Htft 8.
15. April 1906.
Gtastechnisches.
nicht viel davon zu sehen. Auch darf es wohl
bezweifelt werden, ob so enge Fehlergrenzen,
wie sie beispielsweise für die Halb-Pr&zisions-
thermometer zwischen 0 und 100 ^ nämlich nur
0,15^ vorgeschrieben werden, notwendig und
fflr die Industrie von Nutzen sind.
Für die Prüfung ärztlicher Thermometer
besteht eine Erschwernis in der Beigabe eines
Thermometers zur Prüfung der Identität des
Glases und der Beibringung eines Zeugnisses,
daß die eingereichten Thermometer aus der-
selben GlasBorte bestehen. Diese Umständlich-
keit fällt bei den deutschen Thermometern aus
dem Jenaer Normalglas weg, da sie durch den
eingeschmolzenen rotvioletten Streifen gekonn-
zeichnet sind.
Die englischen Prüfungsbestimmungeu
stecken die Fehlergrenzen namentlich für die
hochgradigen Thermometer viel weiter, nach
Ansicht des Ref. zum Teil zu weit, da sie über
die deutschen noch hinausgehen. Bei meteo-
rologischen und anderen Thermometern für
Temperaturen zwischen 12® und 212o F (— 10<*
und IOC* C) werden die Korrektionen nicht ge-
nauer als auf 0,10 F angegeben, während bei
den Prüfungen in der Physikalisch-Technischen
Reichsanstalt bei meteorologischen Thermo-
metern noch 0,02® C und bei den puderen
feineren Thermometern noch 0,01® C angegeben
werden.
Bei ärztlichen Thermometern sind nach den
englischen Bestimmungen sogar noch Fehler
bis 0,4® J^ (0,3 0 C) zugelassen, während bei uns
nur Fehler bis 0,1® C gestattet sind.
Bin Mangel besteht ferner darin, daß den
Prüfungen am National Fhyncal Laboratory die
Kewglasskala und nicht die Internationale
Wasserstoifskala zu Grunde gelegt ist.
Die amerikanischen Prüfungsbestimmungen
dürfen in vielen Hinsichten als vorzüglich be-
zeichnet werden, sie sind auch die jüngsten,
so daß bei ihnen alle Erfahrungen, die die an-
deren Institute im Laufe der vielen Jahre ge-
sammelt haben, und die neueren Fortschritte
der Thermometrie im vollen Maße benutzt
werden konnten. Sie unterscheiden sich
wesentlich von den übrigen dadurch, daß sie
außer den eigentlichen Prüfungsvorschriften
viele Anweisungen über die Herstellung und
den sachgemäßen Gebrauch der Thermometer
enthalteo, was für die amerikanischen Ver-
hältnisse als besonders nützlich anerkannt
werden muß.
Als Hauptvorzug der deutschen Thermo-
meter muß die Verwendung des Jenaer Glases
bezeichnet werden, das unter wissenschaft-
licher Kontrolle in stets gleicher Beschaffen-
heit hergestellt wird und den in anderen
Ländern verwendeten Glassorten vielfach über-
legen ist; nur das französische verre dur kommt
dem Jenaer Glase I6III an Güte nahe, während
es dem Jenaer Glas 591^1 nachsteht.
Was schließlich die Prüfungsgebühren an-
betrifft, so sind dieselben für einzelne Instru-
mente in den anderen Ländern durchweg
höher, am höchsten in England; zieht man aber
die in den anderen Ländern gewährten Rabatte
bei gleichzeitiger Prüfung einer größeren
Anzahl gleichartiger Thermometer in Betracht,
so kommen sie den deutschen nahe oder stellen
sich, z. ß. in Amerika für die ärztlichen Thermo-
meter, noch niedriger als bei uns.
Eine genaue Vergleichung der Prüfungsge-
bühren für die verschiedenen Länder unter-
einander läßt sich kaum durchführen, da z. B.
in Frankreich eine Grundtaxe erhoben wird,
zu der die Gebühren für die einzelnen Punkte
hinzutreten. Ferner gelten in England für ge-
wisse Thermometergattungen feste Gebühren,
was die Vergleichung erschwert.
Um aber doch einen Anhalt zu haben,
mögen umstehend noch zwei Zusammen-
stellungen folgen über die Gebühren ftlr ärzt-
liche Thermometer und für bessere Labora-
toriumsthermometer, wie sie für die verschie-
denen Länder gelten. Bei der Unurechnung in
Mark ist gerechnet 1 fr. = 0,80 !£., 1 «. = 1 !£.,
1 Dollar = i M.
In den unter Kontrolle der Reichsanstalt
stehenden Prüfungsanstalten in Ilmenau und
Gehlberg kostet die Prüfung eines Maximum-
thermometers 0,60 M. und diejenige eines Mi-
nuten-Maximumthermometers 0,80 M. In Frank-
reich ermäßigen sich die Gebühren um 0,60 If ,
0,45 !£., bezw. 0,30 Af., wenn kein Prüfungs-
schein verlangt wird. In Amerika werden für jede
Anzahl zwischen 8 und 12 Thermometern zusam-
men 8 Af. und für jede Anzahl zwischen 54 und
72 Stück zusammen 36 M. an Gebühren erhoben.
In Frankreich tritt noch eine Grundtaxe für
die vorläufige Prüfung, die Stempelung und
Bescheinigung von zusammen 0,64 M. hinzu,
dagegen werden Rabatte von 25 ®/o bei 5 In-
strumenten und von 50 ®/o bei 10 und mehr In-
strumenten bewilligt. In England werden Ra-
batte von 10 bis 25 ®/o bei 10 und mehr In-
strumenten gewahrt. In Amerika ermäßigen
sich die Gebühren auf etwa die Hälfte, sobald
6 oder mehr gleichartige Thermometer gleich-
zeitig eingereicht werden. Ganz genaue Ver-
gleiche der Gebühren sind, wie gesagt, nicht
möglich, da die Einzelbestimmungen z. B. über
die Temperaturintervalle, für welche obige Ge-
bühren gelten, bei den verschiedenen Ländern
nicht ganz gleich sind.
Im ganzen genommen geht aus den Rabatt-
^ewiUiriin^on der fremden Länder hervor, daß
die Regierungen bestrebt sind, die Massen-
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78
Glaitechnischei. ~ Büchonchau und Pniiliiten.
Dentteha
M»chanlker-Ztg.
fabrikation in ihren Staaten zu fördern, was
besonders den großen Fabrikanten zu gute
kommt, während bei uns die gleichen Preise
ohne Rücksicht auf die Anzahl die Möglichkeit
bieten, dafi auch die kleinen Fabrikanten
leistungsfähig bleiben.
DewUchiand
für das
Stück
Maximum- 0,70
Minuten- 1,00
Prüfungsgebühren für ärztliche Thermometer
(in Mark)
Frankreich England Amerika
einzeln bei 5 Stück bei 10 Stück einzeln mehr bis 8 Stück
1,44
1,56
1,08
1,17
0,72
0,78
1,00
2,00
0,90
1,80
1,00
1,00
12 bis 72 u.
54 Stück mehr
0,67 0,50
0,67 0,50
Prüfungsgebühren für bessere Laboratoriumsthermometer
(in Mark)
in Temperaturen
DeuUehiand
Frankreich
England
Amerika
zwischen
- 800 und
- 300
1,00
2,40
1,67
4,00
— 300 .
00
0,75
0.96
—
0,80
0« „
500
0,25
0,24
1 insgesamt
0,80
50° „
1000
0,50
0,60
5 M,
' zw. 00 u. 1000
0,80
1000 „
2000
0,75
0,96
0,75
2,00
2000 ,
3000 ,
3000
4000
1,00
1,00
1,36
2,00
1,00
1,33
von 2500 ab
1 c%t\
4000 ^
500»
1,50
2,40
1,67
1,20
TFufte.
VoUst&ndige OasanalyM mittels
DruokmeMiing.
Von A. Wohl.
Chem, Ber. 37. 8. 433. 2904.
Verf. verwendet Gaskolben mit Wasser-
mantel. Die äußere Wandung eines doppel-
wandigen, innen etwa 100 ccm fassenden Kolbens
hat zur Wasserfüllung einen Tubus, der mittels
Kork- oder Gummistopfens verschlossen wird.
Der Hals des Kolbens ist mit Hahn versehen
und endigt in ein Rohr von geringer Weite.
J.
BOohersohau u. Preislisten.
Dr. E. Vogel» Taschenbuch der praktischen
Photographie. Bearb. von Paul Hanneke.
13. u. 14. Auflage. (48. bis 50. Tausend).
80. VIII, 82 8. mit 122 Abb., 14 Tf. und
20 Bildvorlagen. Berlin, Gustav Schmidt
1905. Geb. in Leinw. 2,50 M.
Die neue Auflage des bekannten Taschen-
buches der Photographie von E.Vogel ist be-
arbeitet von dem Herausgeber der „Photo-
graphischen Mitteilungen''. Die dem Autor
durch seine langjährige Tätigkeit auf diesem
Gebiete zu Gebote stehenden Erfahrungen
haben es ihm ermöglicht, alle die vielen fort-
gesetzt auf dem Markte erscheinenden photo-
graphischen Neuheiten persönlich zu erproben,
und die hierdurch gewonnenen Ergebnisse sind
der Neuausgabe dieses Werkes sichtlich zu
gute gekommen. Dasselbe ist deshalb nicht
nur Anfängern in der photographischen Kunst
als erster Leitfaden zu empfehlen, sondern auch
fortgeschrittenen Amateuren, welche neue Ver-
fahren au der Hand eines erfahrenen Führers
versuchen wollen. Mk.
PrelsTerselclmisse a. dgl.
Ein Prospekt der A. - G. für Anilin-
fabrikation ist dieser Nummer beigefügt,
er enthält kurze Angaben über die unter
der Bezeichnung „Agfa" bekannten photo-
graphischen Artikel (Platten, Films, Kassette,
Entwickler, Verstärker und Abschwächer
u. 8. w.) dieser Gesellschaft; erschöpfende
Mitteilungen findet man in dem Agfa-Photo-
Handbuch, das in photographischen Hand-
lungen erhältlich ist (120 S., geb. in Leinen
0,30 M.).
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5ÄlW Pätenfchau. 79
15. April iwe.
Lötpaste für GuBeisen, gekennzeichnet durch eine Mischung von reinem, oxyd- und
oxydulfreiem Stahl- oder Eisonpulver mit Stearin- oder Paraffinöl, Borax und einem Zusatz von
Kampfer. B. Herzog in Brlach, N.-Öaterr. 6. 5. 1902. Nr. 154 519. Kl. 49.
Röntgenröhre» dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden, insbesondere die Antika-
thode, aus Tantalmetall besteht. Siemens & Halske in Berlin. 25. 11. 1903. Nr. 156 746. Kl. 21.
Thermometer für ärztliche Zwecke» dadurch gekennzeiclmet, daß das Thermometer-
glas am oberen Bnde mit einer Scheibe aus Durit o. dgl und in der Mitte mit einem ange-
schmolzenen Flansch versehen ist, zu dem Zwecke, das Thermometer gleichzeitig als Kolben
rar eine Spritze benutzen zu können. B. Günzerodt in Remda. 27. 9. 1903. Nr. 156 832. Kl. 30.
Hindemistaster mit einem mit dem einen Tastechenkel durch eine Reibungskupplung
lösbar verbundenen, gegen den andern Tastschenkel federnd beweglichen Stellschenkel, welcher
sich gegen einen auf dem zweiten Tastschenkel befindlichen Feineinstellungskogel anlehnt, da-
durch gekennzeichnet, daß der an beide Seiten der Kegelmutter mit seiner Spitze anlegbare
Steilschenkel durch eine Feder, die mit ihren beiden Enden durch die Ränder des Stellschenkels
zusammengehalten wird und mit geringem Spiel zwischen zwei an dem einen Tastschenkel an-
gebrachten Stiften liegt, in einer Mittelstellung zu diesem Tastschenkel gehalten wird, in die
er, wenn er selbst oder der mit ihm verbundene Tastschenkel nach der einen oder der anderen
Seite verstellt wird, zurückzukehren bestrebt ist. E. Köhler in Chemnitz. 21. 11. 1903.
Nr. 156 638. Kl. 42.
AbleseTorriohtimg lor Vermeidung parailaktischer Fehler bei Zeigermeßinstru-
menten o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß außer der Skala und dem Zeiger noch eine
zweite Skala oder ein zweiter Zeiger derart angeordnet ist, daß durch Einvisieren der drei
teils festen, teils beweglichen hintereinander liegenden Punkte die Lage des A.uges bestimmt
ist. G. Reimann in Berlin. 26. 11. 1903. Nr. 156 537. Kl. 42.
StellTorriohtimg für Entfernungsmesser mit in vertikaler Ebene kippbarem Fernrohr
und Anzeiger zur direkten Angabe der Entfernung eines mit dem Fernrohr anvisierten Gegen-
standes vom Fußpunkt einer gegebenen Höhe, gekennzeichnet durch einen Fernrohr und An-
zeigevorrichtung verbindenden, außerhalb der Schwingungsachse des Femrohres angeordneten
schwingenden Hebel, dessen Angriffspunkt am Femrohr gegebenenfalls mit Hilfe eines Gleit-
stttckes auf dem mit nach Höhen eingeteilter Skala versehenen Auslaufer verstellbar ist. The
Warner and Swasey Cy. in Cleveland, V. St. A. 28. 3. 1903. Nr. 156 685. Kl. 42.
Registrier- und Anzeigevorrichtung für Geschwindigkeitsmesser mit skalenartig
angeordneten Resonanzkörpem, welche der zu messenden Geschwindigkeit entsprechend in
Schwingung versetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß den einzelnen Resonanzkörpern
gegenüber elektrische Kontakte so angeordnet sind, daß nur diejenigen Resonanzkörper, die in ge-
nügend starke Schwingungen versetzt werden, einen Stromschluß bewirken, der eine Anzeige-
oder Registriervorrichtung einstellt. Hartmann ft Braun in Frankfurt a. M. 8. 10. 1903.
Nr. 156 640. Kl. 42.
Gleschwindigkeitsmesser» bei welchem die Bremswirkung von permanenten Magneten
auf einen metallenen Rotationskörper benutzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse des
metallenen Rotationskörpers mit der zu prüfenden Welle durch ein Differentialgetriebe ver-
bunden ist, dessen Umlaufrad somit infolge der Bremswirkung der Magnete auf den Rotations-
körper um einen gewissen Winkel verschwenkt wird, welcher mit Hilfe eines Zeigers abgelesen
werden kann und als Maß für die Geschwindigkeit dient. Hartmann & Braun in Frankfurt
a. M. 23. 4. 1904. Nr. 156 641. Kl. 42.
Längenmeßvorrichtung» dadurch gekennzeichnet, daß ein Meßrad auf einen kreis*
förmig gebogenen, mit Gewinde versehenen Stab aufgebracht ist, über den es sich als Schrauben-
mutter entlang bewegt. S. Hartmann und H. Fulde in Berlin. 21. 8. 1908. Nr. 157 240. Kl. 42.
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80
Patentliite.
Deutsehe
Meehanlkei^Ztg.
Patentliste.
Bis zum 26. März 1906.
Klasse: Anmeldmiireii,
21. B. 38 706. Verfahren zur Übertragung von
reollen optischen Bildern in die Ferne.
B. u. M. Bei in, Lyon. S. 12. 04.
B. 39 287. Röntgenröhre fttr starke Bean-
spruchung. H. Bauer, Berlin. 22.2.05.
B. 41938. Rohrsystem zur Verbindung von
Quecksilberdampflampen mit der Luftpumpe.
H. Boas, Berlin. 13. 1. 06.
H. 36 916. Elektrische Glühlampe, deren Glüh-
faden in Dampf von Quecksilber o. dgl. glüht.
R. Hopf elt, Berlin. 11. 11. 05.
S. 21 805. Schutzvorrichtung für Motorelektri-
zitätszahler, deren Anker vom gesamten Ver-
brauchsstrom durchflössen wird. Siemens-
Schuckert-Werke, Berlin. 30. 10.05.
Seh. 24 066. Verfahren zur Registrierung der
Zeit, während welcher ein bestimmter Maxi-
mal- oder Minimalstrom verbrauch stattfindet.
Schiersteiner Metallwerk, Berlin.
12. 7. 05.
42. B. 87 297. Vorrichtung zum Messen von
Druckunterschieden mittels zweier durch eine
längsverschiebbare Stange o. dgl. verbundener
Platten. B. F. Bendemann, Charlotten-
burg. 30. 5. 04.
B. 38 314. Gerät zum Nachbilden von Zeich-
nungen mit an Schienen mittels Schnurlaufs
gegenläufig bewegtem Fahr- und Zeichen-
ötift. E. Bronner, Eberbach a.N. 19.10.04.
B. 38 605. Verfahren und Vorrichtung zur Auf-
rechterhaltung des Gleichgewichts an sich
nicht stabiler Körper durch Anordnung eines
oder mehrerer Gyroskope. L. Brennau,
Woodlands, Engl. 26. 11. 04.
B. 39 982. Druckmesser für Gase, bei welchem
der zu messende Druck auf einen kreis-
förmig gebogenen, im Mittelpunkt drehbar
aufgehängten und teilweise in eine Flüssig-
keit eintauchenden Körper wirkt. E. L.
Berger, Halmstad, Schweden. 15.5.05.
G. 21 881. Vorrichtung zum Zurücktreiben des
Quecksilberfadens bei Maximalthermometern.
Grösche&Koch, Ilmenau, Thür. 27.6.05.
H. 32 949. Registrierender Geschwindigkeits-
und Entfernungsmesser mitPunktierregistrie-
rung und einem sich dauernd bewegenden
Schreibbande. H. Hartley u. V. Canova,
Birmingham, Engl. 7. 5. 04.
H. 35 347. Gyroskopkompaß mit mehreren je
mit verschiedenen Freiheitsgraden ausge-
statteten rotierenden Massen. Hartmann
& Braun, Prankfurt a. M. 15. 5. 05.
H. 36 980. Ziehfeder. B. Hunsemann, Tete-
kum b. Lüdinghausen i. W. 24. 1. 06.
74. M. 29 042. Einrichtung zur Fernübertragung
mittels strahlenempfindlicher elektrischer
Leiter. Th. Meyenburg, Berlin. 22. 1.06.
Erteflimgeiu
21. Nr. 170508. Drehspulen-Galvanometer mit
verstellbarem magnetischen Nebenschluß und
mit konstantem Widerstände des Dämpfungs-
kreises. Siemens &Halske, Berlin. 19.1.05.
Nr. 170510. Kontaktvorrichtung für periodisches
Offnen und Schließen eines Stromkreises
während ganz bestimmter einstellbarer Zeit-
bezw. Arbeitsperioden. Allg. Elektrizi-
täts-Gesellschaft, Berlin. 20.8.05.
Nr. 170 512. Rotierender Stromunterbrecher.
Fei ten&Guilleaume-Lahmey er werke,
Frankfurt a. M. 5. 8. 05.
Nr. 170 817. Quecksilberstrahl - Unterbrecher
für veränderliche Kontaktdauer. R. Bosse
& Co., Berlin. 10. 3.05.
Nr. 170 818. Verfahren zur Erhöhung der
Empfindlichkeit elektrischer Meß-, Anzeige-
und Regelungs Vorrichtungen; Zus. z. Pat.
Nr. 167 708. M. Kullmann, Berlin. 3.6.05.
Nr. 170873. Elektrische Vakuumröhrenlampo
mit einer als Beleuchtungsmittel dienenden
und sich teilweise verbrauchenden gas-
förmigen Füllung. Moore Electrical Cy.,
New-York. 11.4.05.
Nr. 170 874. Einrichtung zum Schutz von
Quarzglasgefäßen. W. C. Heraeus, Hanau.
19. 4. 05.
22. Nr. 170 788. Verfahren, um beliebige Gegen-
stände gegen die Einwirkung hoher Hitze-
grade und gegen chemische Agentien wider-
standsfähig zu machen. A. Kronstein,
Karlsruhe i. B. 4. I.Ol.
42. Nr. 170 367. Einrichtung an Reißfedern zur
Veränderung der Strichdicke während des
Ziehens. J. Knup, Wien. 25.2.05.
Nr. 170 370. Vorrichtung zur Bestimmung der
durch eine Welle übertragenen Arbeit H.
Föttinger, Stettin. 8. 11. 04.
Nr. 170 414. Photographischer Kurvenzeichner , •
Zus. z. Pat. Nr. 147145. Siemens &Halske,
Berlin. 12. 10. 04.
Nr. 170 415. Anmeßgerät für Brillen u. dgl.
A. Meyer, Aachen. 25. 2. 05.
Nr. 170444. Vorrichtung zur gewichtsanaly-
tischen Bestimmung der Fettsäure in Seifen
und Seifenlaugen. M. Pitsch u. G. Lotter-
hos, Berlin. 6. 4.04.
Nr. 170 598. Stangenzirkel zum Zeichnen von
Evolventen. P. L. Loh rke, Turin. 28.4.05.
Nr. 170 879. Vorrichtung zum Aufzeichnen der
Dichte von Flüssigkeiten. W. Mettin, Witt-
mar, Braunschweig. 27. 5. 05.
Nr. 170 880. Tellurium. G. Hering, Gries-
heim b. Darmstadt. 7. 10. 04.
Fflr die Redaktion TeruHwortlleh: A. BUsohke üi Berlin W.
Yerlaf Ten Jnllne Springer In Berlin N. — Dmek von Bmll Drojer In BwUn SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkimde
and
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WSO, An der Apostelkirche 6.
Heft 9.
1. MaL
1906.
Nachdrack nur mit Genehmisrnn^ der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
Ton
Dr. B. Koli]aohfltt«r in Berlin.
(ForlMtnmg.)
Die bisher besprochenen Tiefenmesser haben mit den Lotröhren den Übelstand
gemeinsam, daß sie zum Ablesen der Wassertiefe jedesmal eingeholt und wieder ge-
brauchsfertig gemacht werden müssen. Die folgenden Lotapparate ermöglichen dagegen,
ebenso wie derjenige des Seeflschers Jakobs (s. S. 63), ein dauerndes Ablesen der
Wassertiefe, da sie von dem lotenden Schiff auf dem Grunde nachgeschleppt werden.
Hier ist zunächst das Lot von H. Lippmann^) in Dover zu nennen, das Fig. 22
zeigt. In dem Luftrohr / ist der Länge nach ein Leitungsdraht x ausgespannt,
der mit einer isolierten Leitung verbunden ist, die längs des Lotdrahtes durch das
Wasser bis zum Schiff geführt und dort an den einen Pol einer elektrischen Batterie an-
geschlossen ist; der andere Pol ist mit dem Wasser verbunden. Sinkt das
I Lot nach dem Auswerfen zu Boden, so dringt Wasser durch die Öffnungen l
I j und m in das Rohr / ein und steigt darin unter Kompression der Luft in die
1 / Höbe; der Leitungsdraht x taucht infolgedessen um ein bestimmtes, der
^m^R erreichten Tiefe entsprechendes Stück in das Wasser ein. Dadurch wird
■HP f der Widerstand in dem Stromkreis vermindert, und zwar umsomehr, je
1 größer die Wassertiefe ist und ein je größeres Stück des Drahtes vom Wasser
bespült wird. Diese Verminderung wird mittels eines an Bord in den
Stromkreis eingeschalteten Hilfswiderstandes mit Gleitkontakt bestimmt, dessen
Bezifferung so angebracht ist, daß direkt Wassertiefen abgelesen werden.
Unsicherheiten können bei diesem Lot entstehen, wenn es nachgeschleppt
wird, weil die Benetzungsgrenze des Leitungsdrahtes x bei der stark geneigten
Lage, die das Lot alsdann annimmt, eine andere sein kann, als bei auf-
rechtem Lote.
Frei von diesem Übelstande ist das Lot des Kapitäns zur See a. D.
Mensing, bei dem der unten herrschende Druck durch eine Rohrleitung nach
dem Schiff übertragen und dort an einem Manometer abgelesen wird. Der
Lotkörper besteht aus einem flaschenartigen Windkessel, an dem vorn ein
langer Stiel mit zwei seitlichen zurückgebogenen Armen befestigt ist, die
in flossenartigen flachen Scheiben endigen (Fig. 23). Infolge seiner eigen-
artigen Gestalt ist dieses Lot mit einem Seehund, einer Ente oder einem
Tintenfisch verglichen worden. Es wird mittels einer starken Troß von
dem lotenden Schiffe auf dem Grunde nachgeschleppt. Dabei wirkt der auf-
pig. 22. gebogene hintere Teil wie ein Scherbrett und drückt die Ente fest auf den
Meeresboden. Die abgerundeten Formen der Unterseite schützen sie davor,
sich im Schlick oder hinter Steinen festzusetzen, und die seitlichen Arme verhindern ein
Umkippen des Kessels. Von dem Flaschenhals geht der Schlauch aus, der längs der Troß
bis zum Schiff emporgeführt ist und hier in einem Manometer endet, das infolge-
0 D. R. P. Nr. 109 197. Kl. 42.
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82
Deutsehe
E. KohlachUtter, Ober die neuere Entwicklung: der nautischen Instrumente. Meokuük«^Zte
deBsen den im Innern des Lotkörpers herrechenden Druck an Bord abzulesen gestattet.
Oben am Kessel mündet ein Rohr, das im Innern bis zum Boden herabgefühlt ist, und
durch das beim Untertauchen der Ente Wasser in den Windkessel eindringt. Dadurch
wird die im Lotkörper und der Leitung enthaltene Luft auf den der Wassertiefe ent-
sprechenden Druck komprimiert, den das Manometer fortdauernd anzeigt. Die Ein-
teilung der Manometerskala ist so gewählt, daß unmittelbar die Wassertiefe in Meter
Flg. 23.
abgelesen wird. Es ist möglich mit dem Mensingschen Lot ein lückenloses Boden-
profil der durchfahrenen Strecke mit allen klemen Hebungen und Senkungen des
Meeresbodens aufzunehmen, wodurch die Erfindung hauptsächlich für nautische Ver-
messungen geeignet erscheint.
Bei einer zweiten Ausführungsform kann ein Schiff
gleichzeitig zwei Lotlinien legen, indem es zwei senkrecht
stehende, durch starke Eisenbeschläge beschwerte Scher-
bretter P und P' {Fig. 24) hinter sich herschleppt. Diese
Bretter bleiben infolge ihrer Schwere auf dem Grunde und
tragen je einen Windkessel, der durch eine Schlauchleitung
mit je einem Manometer an Bord des Schiffes N verbunden
ist und ebenso wirkt wie der Kessel der Ente. Durch die
Ausbildung der Unterkanten der Bretter in der Form von
Schlittenkufen erzielt Mensing ein leichtes Gleiten über
den Grund. Die Schlepptrossen p und p* sind so an den
Brettern befestigt, daß infolge der Fahrt des Schiffes eine
seitwärts gerichtete Drachenwirkung entsteht und die Bretter
ausscheren, soweit als die zwischen ihnen ausgespannte
Troß l es gestattet. Die Länge der Troß l bestimmt also
den Abstand der beiden gleichzeitig zu legenden Lotlinien
voneinander, deren Tiefen fortgesetzt an den beiden Mano-
metern abgelesen werden können. Seitliche Stützen verhindern
das Umfallen der Scherbretter, und eine Alarmvorrichtung
tritt in Tätigkeit, wenn aus irgend einem Grunde zuviel Wasser in die Windkessel
eindringt.
Den Gedanken der pneumatischen Drucküberleitung vom Lotkörper zum Schiff
hat, unabhängig von Mensing, auch der Torpeder-Kapitänleutnant Gutt bei seinen von
der Maschinenfabrik Gyclop ausgeführten Loten verwertet. Die letzte Form dieser Lote
unterscheidet sich von dem Mensingschen nur dadurch, daß zum Unterschneiden statt
Fig. 24.
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yMiüM E. Kohlschatter, NautiMhe lutnimrate. - C. L • i fl , Ober Zi«lf«rnrohre. g3
Mai 1906.
der Ente ein Hargrave-Drache aoB festen Brettern dient, in den der Windkessel ein-
gebaut ist. Dadurch soll ein besseres und tieferes Untertauchen des Lotkörpers erzielt
werden.
Bei der ersten Form des Outtschen Lotes fehlte der Windkessel und das
untere Ende des Gummischlauches war mit einem Lippen ventil verschlossen. An Bord
gabelte sich der Schlauch in zwei Teile, von denen der eine zum Manometer, der an-
dere zu einer Luftpumpe führte. Wurde mit der Pumpe die Luft in dem Schlauche
komprimiert, so stieg der Druck darin, bis er die Größe des von außen auf das Lippen-
rentll wirkenden Wasserdrucks erreicht hatte. Die Luft, die dartiber hinaus in den
Schlauch gepumpt wurde, entwich durch das Lippenventil, so daß im Schlauch ein
größerer Druck als der Wasserdruck nicht hergestellt werden konnte. Das Manometer
leigte daher ständig diesen Druck an, solange durch langsames Pumpen für die voll-
ständige Füllung des Schlauches gesorgt wurde. Dabei zeigte die Skala des Mano-
meters nicht den Druck, sondern gleich die Wassertiefe in Meter an.
Die Lote mit pneumatischer Druckleitung sind verhältnismäßig schwer, aber
doch nur für geringe Tiefen zu verwenden, weil der Widerstand des Wassers, der beim
Schleppen auf die starke Troß und den Luftschlauch ausgeübt wird, so stark ist, daß die
Lotkörper nicht bis zu so großen Tiefen herabsteigen können, wie wenn das Lot an
einem dünnen Lotdraht hängt. Die Anwendbarkeit dieser Lote ist daher auf bestinunte
Gebiete beschränkt, imd auch hierfür sind sie bis jetzt noch nicht über das Versuchs-
stadium hinausgekonmien.
(Schluß fdgt)
Ober Zielfernrohre.
Einiges aber deren Zweck und Einrichtiing*
Von O. IMiu In Steglitz.
Das Zielfemrohr findet fast ausschließlich nur bei solchen Jagdwaffen, die eineui
Kugelschuß ermöglichen, also bei Jagdbüchsen, Anwendung; im Heereswesen hat es
sich bis jetzt bei Handfeuerwaffen nicht einzuführen vermocht, weil es, abgesehen
von dem verhältnismäßig hohen Preis, für militärische Zwecke nicht nur zu wenig Vorteil
bietet, sondern auch ein zu empfindliches Instrument ist. Der Zweck des Zielfemrohres
ist in erster Linie, dem Schützen an Stelle der üblichen, durch die sog. Kimme imd
Rom gegebenen Gewehrvisiemng ein volikommneres Hilfsmittel zum raschen und sicheren
Erfassen des Zieles zu geben. Bei dem gewöhnlichen Visier muß der Schütze gleich-
zeitig drei in verschiedenen Entfernungen liegende Punkte — Zielobjekt, Kom und
Kimme — deutlich sehen, was aber in Wirklichkeit so gut wie unmöglich ist, da sich
das Auge nur auf eine Distanz scharf einzustellen vermag. Man beobachtet vielmehr
die genannten drei Objekte beim Zielen nicht gleichzeitig, sondem das Auge stellt sich
rasch nacheinander auf die drei Punkte ein. Ein kurz- oder weitsichtiges Auge vermag
ohne Brille wegen des mehr oder weniger stark verminderten Akkomodationsvermögens
die schnelle Einstellung auf die drei Punkte nicht zu bewirken, und deshalb wird ein
Schütze mit kurzsichtigen oder weitsichtigen Augen auch stets eine geringere Treff-
sicherheit besitzen als ein Schütze mit normalen Augen. Diesem Mangel, welcher dem
gewöhnlichen Visier anhaftet, hilft das Zielfemrohr nun in vollkommenster Weise ab;
denn das Zielobjekt und das Visier liegen hierbei in einer einzigen Ebene, in der Bild-
ebene des Objektives, in welcher sich ja gleichzeitig das Fadenkreuz befindet. Man
hat also beim Zielfernrohr nur dessen Fadenkreuz oder dessen sonstwie gestalteten
Haltepunkt einfach auf das zu beschießende Objekt, das man gleichzeitig durch das
Femrohr noch vergrößert erblickt, zu bringen. Das Zielen oder Visieren durch ein
Zielfemrohr ist demnach identisch mit dem Visieren durch irgend ein zu Meßzwecken
dienendes Femrohr, z. B. Nivellierinstrament, Theodolit und dgl. Den bei Zielfemrohren
gebräuchlichen Haltepunkt bezeichnet man als Absehen oder Abkommen. Es gelangen
als solche die verschiedensten Ausführungsarten zur Anwendung; in den Fig, J, 2^ d,
4 und 5 sind die z. Z. gebräuchlichen Formen dargestellt, von denen jede gewisse
Vorzüge, aber auch Nachteile hat.
Das einfache Fadenkreuz {Fig. 1) ermöglicht ein sehr rasches Erfassen des
Zieles, läßt ein Verkanten des Gewehres sofort im Gelände oder Wald erkennen, hat
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C. L«ifi, Obw Zielf«rorobre.
DentMhe
Meelumiker-Ztg.
aber den Nachteil, daB es ale feines Kreuz in der Dämmerung und bei Mondlicht ^)
schwer oder gamicht zu erkennen ist und als zu dickes Kreuz aus Metallfäden kleinere
Ziele und selbst größere auf weitere Entfernungen mehr oder weniger verdeckt.
Der Faden mit Punkt (JFHg. 2) wird besonders gern zum Schießen auf flüchtiges
Wild vorgezogen; im übrigen hat dieses Abkommen dieselben Vorzüge und Nachteile
wie das vorige.
Der Horizontalfaden mit Zielstachel {Fig. 3) ist ein sehr gebräuchliches Ab-
kommen; als Haltepunkt gilt analog dem Korn der gewöhnlichen Visierung die oberste
Spitze des aus dünnem Stahldraht gefertigten Zielstachels. Der Schuß soll bei diesem
Abkommen also da sitzen, wo die Zielspitze hinzeigt. Vielfach erhält der Zielstachel
auch oben statt der Spitze eine runde Kuppe. Letztere ist für das Schießen bei
schlechtem Lichte günstiger als die Spitze, weil man die äußere Spitze in der Dämmerung
und bei Mondlicht doch nur schwer erkennen kann und man das Ziel dann leicht
überschießt.
Bei den drei freistehenden Balken {Fig, 4) bildet der ideelle Kreuzungspunkt, der
gleichzeitig in der Spitze des vertikalen Zielstachels liegt, das eigentliche Abkommen.
Dieses vom Verf. angegebene und der Firma R. Fueß geschützte Abkommen bietet
dem Jäger eine ganze Reihe von Vorteilen und ist gleich gut am Tage wie auch bei
Dämmerung und Mondlicht verwendbar. Es erlaubt auf feine Ziele ein sicheres Ab-
kommen, ohne das Wild zu verdecken, und bei vorgeschrittener Dämmerung und Mond-
licht kann ein Überschießen des Wildes nicht gut eintreten, weil die horizontalen Balken,
mit denen man einfach die Mitte des Wildkörpers deckt, einen sehr guten und sicheren
Anhalt für den richtigen Haltepunkt hinsichtlich der Höhe geben. Ein weiterer Vorteil
dieses Abkonmiens ist, daß es gleichzeitig auch ein recht nettes Hilfsmittel zum Be-
Fig. 1.
Flg. 2.
Flg. 8.
Flg. 4.
Flg 5.
stimmen der Entfernung des Wildes bietet Zu diesem Zweck wird das Abkommen
derart angefertigt, daß in dem Zwischenraum der unterbrochenen Horizontalfäden auf
100 m z. B. gerade das Bild eines breitstehenden Rehbocks (bezw. eines Rumpfes) Platz
findet. Erscheint nun z. B. dieser Zwischenraum doppelt so groß wie der Wildkörper
des Bockes, dann ist der Bock 200 m entfernt, bei 150 m füllt der Wildkörper des
Bockes zwei drittel des Zwischenraumes der beiden unterbrochenen Horizontalfaden
aus u. s. w. In gleicher Weise kann dieses Absehen natürlich auch für alle anderen
Wildarten eingerichtet werden. Der Zwischenraum der Horizontalfäden wird in diesem
Falle dann entsprechend der Wildart größer, das Meßverfahren bleibt dabei aber
genau dasselbe.
Das Absehen der Fig. 5, feines Kreuz mit 3 freistehenden Balken, D. R.
Q. M. 203 228, ist aus dem vorgenannten hervorgegangen. Der Kreuzungspunkt der
feinen Fäden fällt mit dem ideellen Kreuzungspunkt der drei freistehenden Balken zu-
sammen und bildet den eigentlichen Halte- oder Visierpunkt. Der Kreuzungspunkt ver-
deckt bei den Femrohren mit 3-maliger Vergrößerung auf 100 m nur etwa 3 cm, so
daß also dieses Abkommen selbst auf die kleinsten Ziele noch verwendbar ist. Auch
für die Dämmerung, bei Mondlicht und zum Schätzen von Entfernungen des Wildes
eignet sich dieses Abkommen genau ebenso gut wie das in Fig, 4 abgebildete. Ein
ganz ähnliches, von Et rieh angegebenes und von der Firma Carl Zeiß ausgeführtes
Abkommen ist bereits unter Nr. 202 020 als D. R. G. M. geschützt.
^) Alle jagdbaren Tiere treten bekanntlich meist erst zur Dämmerung oder gar bei
Nacht aus den Dickungen in die lichteren Hölzer und auf die Felder und Wiesen aus, so daß
während der für die Jagdauaübung wichtigsten Zeit Dämmerung oder Mondlicht herrscht.
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^j^A-Q. C. L«lfl, Ob«r »«Iflmirohr«. 85
Jedes auf einem (Gewehr 2U gebrauchende Zielfemrohr mu6 wegen des Bück-
stofies einen größeren Augenabstand vom Okular besitzen, als ein gewöhnliches
astronomisches oder terrestrisches Femrohr. Die s. Z. gebräuchlichen Zielfemrohre be-
sitzen Augenabstände, die zwischen 3,5 bis 18 em variieren. In der Praxis hat sich
am besten ein Augenabstand von ungefähr 8 cm bewährt. Dabei hat man noch die
Möglichkeit, ein den praktischen Bedürfnissen genügend großes Sehfeld zu erreichen,
ohne dafi bei diesem Abstand das Auge durch den Bückstoß gefährdet wird. Je kürzer
man den Augenabstand wählt, also je näher man die Austrittspupille an die Okular-
linse rückt, ein um so größeres Sehfeld kann man erreichen. Darin sind aber, wie
bereits erwähnt, einem Zielfemrohr infolge der Gefährdung des Auges gewisse Grenzen
gesetzt. Zu lange Augenabstände, wie man sie früher besonders viel bei Zielfemrohren
sah, sind, abgesehen von dem kleinen Sehfeld, das sie zur Folge haben, auch schon
deshalb unzweckmäßig, weil sie das rasche Auffinden des Zieles zu sehr erschweren.
Die z. Z. gebräuchlichen Zielfemrohre sind solche nach Art der terrestrischen
(Bildumkehrung durch Linsen), welche ich kurzweg als Linsen-Zielfemrohre bezeichnen
möchte; es werden aber auch bereits verschiedene Formen von Prismen-Zielfemrohren
(Bildumkehrung durch Prismen) verfertigt.
Den Strahlengang in einem Linsen-Zielfemrohr zeigt uns Fig 6] Ob ist eine
als Objektiv bezeichnete Sammellinse (konvexe Linse), deren Brennpunkt oder Bildebene
bei B liegt. An dieser Stelle entwirft die Linse Ob ein winzig kleines und umge-
kehrtes Bild eines anvisierten Gegenstandes. Genau in dieser Ebene befindet sich auch
das Absehen. Bild und Abkommen werden nun durch ein aus den ebenfalls konvexen
Linsen U und Oc kombiniertes System, das weiter nichts als ein schwach vergrößemdes
Mikroskop ist, betrachtet. Das Objektiv dieses schwach vergrößernden Mikroskopes ist
die Linse U, welche gleichzeitig die Umkehrung des Bildes B bewirkt und deshalb
auch als Uinkehrlinse oder Umkehrsystem bezeichnet wird. Das durch U umgekehrte
oder wieder aufgerichtete und bereits vergrößerte Bildchen wird von der Linse U in
der zweiten Bildebene Bg entworfen und dieses endlich durch die Augen- oder Okular-
linse Oc wie mit einer Lupe betrachtet.
^ LI Bf "" ■- V . ■■* ♦
Flg. 6.
Da auch in B^ ein Bild des Objektes entsteht, so könnte auch an dieser Stelle
das Absehen eingeführt werden. Das ist in der Tat auch schon häufiger bei Zielfem-
rohren, besonders älteren Ursprungs, geschehen; aus triftigen Gründen hat man dies
wohl aber neuerdings unterlassen. In diesem Falle kann nämlich unter Umständen eine
recht unangenehme Störung der Visierlinie eintreten. Befindet sich das Abkommen
bei By so hat an einem Zielfemrohr, welches vor Verändemngen der Visierlinie,
die durch das Einschießen festgelegt worden ist, infolge Rückstoßes bewahrt bleiben
soll, lediglich das Objektiv Ob und das Absehen in dem Rohr festzusitzen; alle übrigen
optischen TeUe könnten in ihren Fassungen schlottern, ohne daß dadurch eine Dejustierung
entstehen, bezw. ein Neueinschießen und nachträgliches Befestigen der Linsen U und
Oc nötig würde. Anders verhält es sich hingegen, wenn das Abkommen in B2 ein-
gesetzt ist. Jede Lockerung oder Lagenverändemng des Umkehrsystems U würde auch
eine Lagenveränderung des in B^ entworfenen Bildes bewirken; es würde also das in
jBg entworfene Bild nicht mehr die ursprüngliche Stellung zu dem mechanisch festen
Abkommen (in Bg) ^^^^^ ^^^ damit eine jeweilig veränderte Visierlinie gegeben sein.
Zielfemrohre, bei denen das Abkommen also bei B^ eingesetzt ist, sind auf keinen Fall
zu empfehlen. Denn eine neben dem Rückstoß des Gewehres nach allen möglichen
äußeren Einflüssen aufgesetzte optische Zieleinrichtung soll, soweit dies mit dem Zweck
des Hilfsmittels vereinbar ist, so einfach wie nur möglich sein.
(ScMuß folgt)
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86
Kleiner« Mitteilungen.
Dentsehe
Mechanilcer-Ztg.
Kleinere Mitteilungen.
Der Stereo - Palmos 9 x 12 cm und
der Minimum -Pal mos 6x9 cm der
Firma Carl Zeirs in Jena.
[(ScMuß.)
Der Minimum- Palmos 6 x 9 cm wird
dem bei kleinen Formaten naheliegenden
Wunsch gerecht, rasch Aufnahmen hinter-
einander machen zu können. Nach Auf-
richten der Spreizen ist das Objektiv auf
unendlich eingestellt, und auf nähere
Objekt wird das Objektiv - Tessar 1/6,3
f= 112 mm mit Hilfe seiner Spezialfassung A
verstellt. Die Kamera kann außer mit
Platten- oder Planfilmhalter mit Rollfilm-
kassette verwendet werden; die bequeme
Benutzung des Rollfilms für rasch aufein-
ander folgende Aufnahmen ist durch den
als Sicherheitsverschluß ausgebildeten Fokal-
verschluß gewährleistet; beim Aufziehen
des Verschlusses ist nämlich der Schlitz
geschlossen, so daß die dahinter liegende
empfindliche Platte nicht verdorben wird,
auch wenn der Kassettenschieber nicht ein-
geschoben ist. Dabei ist der Verschluß
auf die einfachste Weise zu
bedienen und mit allen Stell-
möglichkeiten ausgestattet. Die
Schlitzbreite kann in jeder
Aufzugslage beliebig verstellt
werden, man kann Zeitauf-
nahmen mit dem Verschluß
oder mit Hilfe des Objektiv-
deckels machen, und zum Ein-
stellen kann die ExponieröfFnung
sofort freigelegt werden. Der einzige von
außen zugängliche und hervorstehende Teil
des Mechanismus ist der Aufzugsknopf, mit
dem alle Einstellungen bewirkt werden.
Der Stereo-Palraos sowohl als auch der
Minimum-Palmos 6 < 9 können mit einem
Teleobjektiv ausgestattet und mit einem
beliebigen Kassettensystem benutzt werden,
wobei, Palmos-Kassetten und -Adapter vor-
ausgesetzt, die Fokusstellung nicht ge-
ändert wird.
Im besonderen ist für das Format
9 X 12 cm auf die im vorigen Jahre ein-
geführte und in Fachkreisen gut beurteilte
Zeiß-Packung für Flachfilms mit Tageslicht-
wechselung aufmerksam zu machen^). Diese
Packung gestattet strikte Einzelbehandlung
jeder Aufnahme, und ihr Adapter besitzt
eine Mattscheibe, die nach Entfernung der
Filmpackung automatisch in die Fokus-
ebene einspringt, beim Wiedereinschieben
einer neuen Packung aber aus der Fokus-
ebene nach rückwärts verschoben wird.
Für das Format 6 X 9 cm ist eine Doppel-
Filrapackung in Vorbereitung, die mit der
Bequemlichkeit der Einzelpackung den
Vorzug geringer Kosten verbindet, der in
Anbetracht des kleinen Bildformats be-
sonders wichtig wird.
Die Firma Carl Zeiß in Jena sendet
auf Verlangen den Interessenten ausführ-
liche illustrierte Prospekte und Kataloge
über die Apparate.
BolirfüttermitZahnkranz-Spannhfilse.
D.R.G.M.
Mitgeteilt von
W. Klußmann in Charlottenburg.
Das in beistehender Figur abgebildete,
von der Firma Schuchardt & Schütte
(Berlin C 2, Spandauer Str. 59/61) in den
Handel gebrachte selbstzentrierende Drei-
backenfutter ähnelt dem bekannten amerika-
nischen Beach- Bohrfutter. Der Übelstand,
daß letztere wenig fest klemmen, ist schon
vielfach empfunden und bei dem hier ab-
') S. D. Mtch.'Ztg. 1905. S. 146,
gebildeten in sinnreicher Weise vermieden.
In den mit Kordel versehenen Spannring
des Futters sind kegelradartige Zähne ein-
geschnitten, mit welchen die Zähne eines
Schlüssels zum Eingriff gebracht werden;
letzterer wird dazu mit seinem Zapfen in
eins der drei symmetrisch über den Um-
fang des Futters verteilten Löcher gesteckt.
Für das schnelle Öffnen und Schließen
sowie auch für leichte Arbeiten wird die
Festklemmung in der üblichen Weise mit
der Hand durch den Spannring bewirkt;
das Festspannen und das Lösen geschieht
mittels des beigegebenen Schlüssels. Die
Klemmung ist derart fest, daß ein Rutschen
des Bohrers vollständig ausgeschlossen ist.
Das Futter kostet für Spannweiten bis
5 oder 8 mm 20,50 M., für Spannweiten
bis 13 mm 33,50 M,
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H«n 0.
1. Mai 1906.
Kl«lik«r« MittttUuag«!!.
87
Verstellbarer Zelchenwlnkel
,,Slmploii'\
Enginetring 81. 8, 236, 1906.
Auf Veranlassung eines Zeichners hat die
Firma Simpson & Co. (Barrow-in-Furness,
1 Cavendish Street) die Herstellung einer sinn-
reichen und handlichen Form eines verstell-
baren Zeichen winkeis übernommen. Die Figur
zeigt denselben im Gebrauch an einer Reiß-
schiene oder an einem Lineal; der Zeichner
braucht dabei die Reißschiene nicht zu ver-
stellen oder umzulegen, wodurch er viel Zeit
spart, zumal da der Winkel ohne großen Zwang
zu verstellen ist. Die Teile desselben sind aus
durchsichtigem Zelluloid hergestellt.
Der an die Reißschiene zu legende Teil D
trägt den um einen Zapfen E drehbaren
Winkel C Letzterer hat rechtwinklig zuein-
ander stehende Schenkel, so daß also z. B. zu
der Linie A B sowohl parallele als auch recht-
winklige Linien gezogen werden können, ohne
den Stellwinkel umlegen oder verstellen zu
mOssen. Die Kanten der beiden Schenkel
von C sind parallel; mithin kann entweder die
äußere oder die innere benutzt werden, je
nachdem das Licht von links oder von rechts
kommt. Femer ist nur ein verstellbarer
Winkel notwendig statt der sonst üblichen
beiden Dreiecke von 45® und 60^ da der Winkel
mit Marken für 30^ 45® und 60« versehen ist,
auf welche die Kante von D eingestellt wird.
Bei geringer Preiserhöhung kann C mit jedem
notwendigen Winkel bezeichnet werden. En-
gineering schlägt vor, da der Stellwinkel aus
durchsichtigem Zelluloid hergestellt ist, auf der
Unterseite von D einen Strich einzuziehen und
mit diesem den Winkel nach der Teilung auf C
einzustellen, wodurch die Genauigkeit ganz
wesentlich erhöht wird; wenn nötig, wäre
Teil D etwas zu vergrößern. Der Apparat ist
sauber ausgeführt; er soll sich in einigen der
ersten Ingenieurbureaus von England gut be-
währt haben. Klßm.
Entwleklunsr der Elektrizitäte-
gewinnunsr an den NlagarafftUen.
Nachr. f. Handel u Ind. 1906, Nr. 16
nach The Iron Age.
Die Kraft des Niagarafalls wird nach allen
Richtungen verteilt, sie dient zu industriellen
und Transport-Zwecken in Buffalo, Lockport,
Rochester, Toronto und Syracuse und zum Be-
trieb eines Netzes elektrischer Bahnen im
Westen und Zentrum des Staates New- York.
Die Niagara Falls Cy. hat in ihren zwei
Kraftstationen auf der amerikanischen und in
der Station auf der kanadischen Seite die Ein-
richtung für Erzeugung von 155 000 FS voll-
endet und gibt jetzt Elektrizität von 90000 PS
ab. Die Niagara Falls Hydraulic Power
and Manufacturing Cy. ist mit ihren An-
lagen soweit fortgeschritten, daß sie bald von
den geplanten 250 000 FS 42 000 zu liefern im-
stande sein wird. Die Niagara, Lockport
and Ontario Power Cy., welche den Vertrieb
der von der Ontario Power Cy. erzeugten
Elektrizität besorgt, hat mit der New- York
Central Roilroad Cy. einen Vertrag ab-
geschlossen über Lieferung elektrischer Kraft
zum Betrieb der Nebenlinien dieser großen
Eisciibahngesellschaft; die Vorarbeiten zur Über-
führung der für diesen Zweck nötigen großen
Strommengen nach der Mitte des Staates
wurden mit großem Eifer betrieben, da kon-
traktmäßig die Elektrizität vom 1. März 1906
in Syracuse geliefert werden sollte. Die Leitung
für einen Strom von 60 000 Volt, die aus Alu-
miniumdraht bestehen und über eiserne Masten
geführt werden , mußte bis zum genannten
Tage fertiggestellt sein. Auch die Stromleitung
von den Niagarafällen nach Toronto nähert sich
schnell der Vollendung und bald wird dieser
Stadt die zum Betrieb ihrer Bahnen genügende
Kraft geliefert werden können.
Die Verlängerung des Kanals zur Ableitung
des Wassers vor den Fällen nach der Kraft-
station der Niagara Falls Hydraulic
Power and Manufacturing Cy. ist ihrer
Vollendung nahe, und man erwartet, schon
in allernächster Zeit den Sperrdamm zwischen
dem alten und neuen Kanal teil sprengen
zu können. Der neue Kanalteil wird aller-
dings erst später in Benutzung genommen
werden können, wenn die übrigen Erweite-
rungsbauten der Gesellschaft vollendet sind.
Der Bau des neuen Kanals hat bisher eine
Arbeit von zweijähriger Dauer beansprucht,
und man kann annehmen, daß erst in weiteren
zwei Jahren der Rest der für die Betriebs-
erweiterung nötigen Arbeiten bewältigt werden
wird. Die neue Kraftstation dieser Gesell-
schaft, die 800 m unterhalb der jetzigen liegt,
wird für die Erzeugung von 120000 FS ein-
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88
Kleiner« Mitteilungen. — Qlaitecliniscliee.
Meelumlker-Ztg.
gerichtet und soll die größte Station auf der
amerikanischen Seite werden.
78. Versammliing Deutscher Natur-
forscher und Ärzte in Stuttgart Tom
16. bis 22. September 1906.
Geschäftsführer der diesjährigen Natur-
forscherversammlung sind die Herren Ober-
medizinalrat Dr. y. Burckhardt und Prof.
Dr. V. Hell.
Die allgemeinen Sitzungen sollen Montag
den 17. und Freitag den 21. September
stattfinden; für Donnerstag den 20. Sep-
tember vormittags ist eine Gesamtsitzung
der beiden wissenschaftlichen Hauptgruppen
geplant, in welcher die Frage der Regene-
ration und Transplantation behandelt werden
soll. Am Nachmittag des 20. September
finden gemeinsame Sitzungen je der beiden
Hauptgruppen statt. Die Abteilungssitzungen
sollen am 17. nachmittags und am 18. und
19. vormittags und nachmittags^ ev. auch
noch am 21. nachmittags abgehalten werden.
Die Abteilungen der naturwissenschaft-
lichen Hauptgruppe sind unverändert ge-
blieben, so daß für die Präzisionsmechanik
hauptsächlich in Betracht kommen: 1. Mathe-
matik, Astronomie und Geodäsie; 2. Physik,
einschließlich Instrumentenkunde undwissen-
schaftliche Photographie; 3. Angewandte
Mathematik und Physik (Ingenieurwissen-
schaften , einschließlich Elektrotechnik) ;
4. Chemie, einschließlich Elektrochemie;
5. Angewandte Chemie und Nahrungsmittel-
untersuchung; 6. Geophysik, einschließlich
Meteorologie und Erdmagnetismus; 7. Ma-
thematischer und naturwissenschaftlicher
Unterricht.
Der Vorstand der Abteilung für Physik,
einschließlich Instrumentenkunde und
wissenschaftliche Photographie besteht aus
den Herren Prof. Dr. Koch (Techn. Hoch-
schule) und Prof. Rob. Lang (Real-
gynmasium) als Einführenden, sowie den
Herren Dr. K. Wildermuth, Oberreal-
lehrer, und Fr. Käser, Assistent an der
Techn. Hochschule, als Schriftführern.
Den späteren Mitteilungen über die
Versammlung, die im Juni zur Versendung
gelangen, soU bereits ein vorläufiges Pro-
gramm der Verhandlungen beigefügt werden;
Vorträge und Demonstrationen — nament-
lich solche, die größere Vorbereitungen in
Stuttgart erfordern — sind wenn möglich
bis zum 15. Mai bei Hm. Dr. K. R. Koci,
Professor an der Techn. Hochschule (Gann-
statt-Stuttgart, Taubenheimstraße 24), anzu-
melden. Vorträge, die erst später, ins-
besondere erst kura vor oder während der
Versammlung angemeldet werden, können
nur dann noch auf die Tagesordnung
kommen, wenn hierfür nach Erledigung der
früheren Anmeldungen Zeit bleibt; eine
Gewähr hierfür kann daher nicht über-
nommen werden.
Die allgemeine Gruppierung der Ver-
handlungen soll so stattfinden, daß Zu-
sammengehöriges tunlichst in derselben
Sitzung zur Besprechung gelangt; im übrigen
ist für die Reihenfolge der Vorträge die
Zeit ihrer Anmeldung maßgebend.
Ganz besonders erwünscht sind Vor-
träge über Gegenstände, welche sich zur
Besprechung in kombinierten Sitzungen
zweier oder mehrerer verwandter Abteilungen
eignen, da es dem universellen Charakter
der Gesellschaft Deutscher Naturforscher
und Ärzte, in welcher im Gegensatz zu
den zahlreichen alljährlich stattfindenden
Spezialkongreesen sämtliche Zweige der
Naturwissenschaften und Medizin vertreten
sind, entspricht, daß gerade solche, mehrere
Abteilungen interessierende Fragen zur
Verhandlung gelangen.
8lastechnEsohes.
Dewars Methode zur Erzeugung
hoher Vakua^).
Von Blythswood und H. B. Allen.
Fka. Mag, 10. 8. 497. 1906,
Dewars Methode zur Evakuierung von Ge-
fäßen ohne Anwendung einer Luftpumpe be-
steht darin, daß man den zu entleerenden
Raum mit einem abgeschlossenen Gefikß in
Verbindung setzt, welches Holzkohlenpulver
enthält, und dieses Gefäß in flüssige Luft
taucht. Die Holzkohle absorbiert dann die im
Innern des Apparates befindliche Luft. Man
kann auf diese Weise ein beliebig hohes
Vakuum erzielen, falls das Absorptionsgef&ß
groß genug gewählt ist, und darauf das letztere
von dem entleerten Gefäß abtrennen. Um die
an den Innenwänden des Apparates adhftrie-
rende Luft zu entfernen, muß man vor Beginn
der Operation die gesamte Vorrichtung erhitzen.
Die durch die Figur in etwa 6-facher Ver-
kleinerung dargestellte Röntgenröhre von
1150 ccm Inhalt wurde von den Verf. mit einem
Glaskolben von 200 eem Volumen verschmolzen,
der 65^ aus Kokosnußschalen hergestellte Kohle
enthielt. Der Verlauf der Evakuierung war
folgender:
11 Uhr 25 Min. Erhitzung der BntladungsrOhre
und desKohlenpulverkolbens be-
gonnen.
11 „ 85 „ Apparat zugeschmolzen.
1) 8. auch D. R P. Kl. 12. Nr. 169 618.
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H«ftO.
1. Mai t906.
QlattsclmischM.
89
11
50
12 . ~
12
11 Uhr 45 Min. Kohlenpulverkolben in flüssige
Luft getaucht.
Beginn der Entladung in der
Röntgenröhre.
Beide Elektroden derselben mit
samtartiger Giahschicht bedeckt.
Die Entladung fallt die ganze
Röhre an.
Auftreten der grünen Fluoreszenz.
Die Elektroden werfen Schatten
auf die Röhre, verursacht durch
die Kathodenstrahlen.
Beginn der X-Strahlen.
Entladungsröhre abgeschmolzen.
Als Ergebnis dieses Verfahrens wurde eine
etwas weiche Röntgenröhre erhalten. An flüs-
siger Luft werden 300 bis 400 g bei derartigen
Operationen verbraucht; um den Kohlenpulver-
kolben vollständig bedecken zu können, sind
600 bis 800 g hiervon erforderlich, die in einem
zylindrischen De war sehen Gefäß untergebracht
werden.
12
n
9
12
t
12
12
j»
30
12
i>
50
Will man ein sehr hohes Vakuum erzielen,
so empfiehlt es sich, zwei Absorptionskolben
mit Kohlenpulver an den Apparat anzuschmelzen.
Man taucht dann zunächst den einen Kolben
in die flüssige Luft; nachdem das Kohlen-
pulver darin sich mit der eingeschlossenen Luft
hinreichend gesättigt hat, schmilzt man ihn ab,
worauf man den zweiten Kolben zu gleicher
Verwendung in das De war sehe Gefäß mit der
flüssigen Luft bringt. Vorteilhaft ist es, den
Apparat vor der Operation eine hinlängliche
Zeit mit einer Trockenröhre zu verbinden, da
hierdurch die Absorptionskraft des Kohlen-
pulvers erhöht wird.
Das wirksamste Kohlenpulver für diesen
Zweck gewinnt man aus Kokosnußschalen, in-
dem man sie einige Stunden hindurch in einem
eisernen Topfe, der einen fest schließenden
Deckel mit kleinem Luftloche hat, erhitzt.
Das erhaltene Kohlenpulver muß unter Luft-
abschluß aufbewahrt werden, da es beim
Stehen an freier Luft einen großen Teil seiner
Absorptionskraft verliert.
Die nach dieser Methode hergestellten Va-
kuumröhren sind vor den mit den üblichen
Luftpumpen entleerten Röhren dadurch aus-
gezeichnet, daß sie frei von Quecksilberdämpfen
sind. Dieser Vorzug ist besonders wichtig bei
spektroskopischen Untersuchungen. Mk.
Nachtfrostwamer und Feuchtigkeits-
messer der Firma Gebrüder Herrmann
in Manebach.
D. R. G. M. Nr. 249 219.
Nach einem Proepdct
Der Apparat stellt sich als ein August-
sches Psychrometer dar, dessen beide Thermo-
meter zusammen auf einer Skala montiert sind.
Die GreAße der Thermometer sind nach aus-
wärts gebogen, damit seitlich von den Röhren
Platz für die Anbringung der Teilungen bleibt.
Links ist das trockene, rechts das feuchte
Thermometer angebracht. Das Gefäß des letz-
teren ist mit einem Baum wollschlauch über-
zogen, dessen Bnde in ein kleines, mit Wasser
gefülltes Gefäß taucht, das auf dem Fuß des
Halters für das Instrument plaziert ist. Die
Teilung für das trockene Thermometer befindet
sich links, die für das feuchte rechts,
während zwischen den beiden Röhren noch
eine Teilung angebracht ist, die die Bezeich-
nung „Grenzstände*' trägt. Bs sind dies die-
jenigen Temperaturen, auf welche das feuchte
Thermometer zurückgehen muß, wenn in der
folgenden Nacht Frost zu erwarten ist. Diese
Beobachtung gründet sich auf eine von dem
1897 verstorbenen Schweizer Meteorologen
Arthur Kamm ermann aufgefundene Regel
über die Voraus bestimmung des nächtlichen
Temperaturminimums ( Meteor oiogieehe Zeiteehrift
3. 8. 124. 1886), Nach dieser Regel ist für jede
Landschaft der Unterschied zwischen der An-
gabe des feuchten Thermometers zu einer be-
stimmten Tageszeit und der niedrigsten Tem-
peratur in der darauf folgenden Nacht eine
konstante Größe, die aber für verschiedene
Landschaften verschieden ausföllt.
Der Apparat wird zur Beobachtung im
Freien auf einen Pfahl aufgestellt, so daß er vor
direkter Bestrahlung durch die Sonne und vor
Regen geschützt ist. Sinkt dann das feuchte
Thermometer z. B. bei einer Lufttemperatur
von 15^ am trockenen Thermometer unter 8^
so ist Nachtfrost zu erwarten.
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90
OlastechnitchM. — BOeherschau.
Dentsehe
Mechanlker-Ztg.
Die Rückseite der Skala trägt eine Tabelle
zur Bestimmung der Feuchtigkeit der Luft.
Das Instrument ist für den Landwirt und
Gftrtner in erster Linie bestimmt und wird ihm
sicherlich, besonders im Frühjahr und Herbst,
gute Dienste leisten. Wb.
Über die Wirkung: ultravioletten
Liiehtes auf Glas.
Von P. Fischer.
Chem. Ber. 38, 8. 946. 1905.
Verf. benutzte eine Quarzquecksilberlampe
eigener Konstruktion, in deren Nähe er die Glas-
röhren brachte. Er ließ die Strahlen durch Luft-
oder Wasserstoffschicht wirken und arbeitete
mit ungekühlten und gekühlten Glasstücken.
In Anbetracht der niedrigen Spannung des
Lampenstroms und bei dem Grade der Gas-
leere der Quecksilberlampe hält Verf. die Ent-
stehung und Einwirkung von Kathoden- und
Röntgenstrahlen für ausgeschlossen.
Es wurden 8 Glasarten untersucht, von denen
gewöhnliches Thüringer Glas, Apparatenglas von
Greiner u. Co. (Stützerbach), Apparatenglas
von Bock & Fischer (Ilmenau) und Normal'
Thermometerglas von Schott & Gen. (Jena)
sich während 12 Stunden im Lichte der Queck-
sUberlampe lebhaft violett färbten, während
Jenaer Verbrennungsröhren, Jenaer Duraxglas,
deutsches und englisches Bleiglas keine Ver-
änderungen zeigten.
Die Analyse ergab, daß die ersten Gläser
Mangan enthielten, die zweiten nicht. Wie bei
den von Grookes in 4000 m Höhe im Sonnen-
licht geprüften Gläsern, die sich hier auch all-
mählich violett färbten, dürfte durch Einwirkung
der kurzwelligen ultravioletten Strahlen eine
Umwandlung von Perri- und Manganosilikat in
Ferro- und Manganisilikat allmählich erfolgen.
Das letztere ist violett und verleiht dem Glas
die Färbung. Durch Erhitzung bis zum Er-
weichen läßt sich die Färbung beseitigen und
durch Bestrahlung dann wieder hervorrufen.
Die Färbung der Röntgenröhren und Radium -
bromidröhrchen beruht auf ähnlicher Wirkung.
J.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
42. Nr. 272 785. Schwefelbestimmungsapparat,
dessen einzelne, ohne An- bezw. Einschmelzen
verschiedener Glasstücke herstellbare Teile
ohne fremdes Verbindungsmaterial gebrauchs-
bereit zusammengesetzt werden. H.v.Nostitz
und Jänkendorf, Bruckhausen a. Rh., u.
C. Gerhardt, Bonn. 27. 1. 06.
Nr. 273 184. Flächen thermometer zum Messen
heißer Platten mit um das Gefäß befind-
lichem Trichter als Schutzmittel gegen
äußere Wärmeeinflüsse. W. Niehls, Berlin.
22. 2. 06.
Nr. 272927. Bürette zur Kohlensäurebestim-
mung mit Gaszuleitungsrohr und Tuben zum
Anschluß an die Absorptionsvorrichtung
und die Sperrflüssigkeit. F. Hugershoff,
Leipzig. 19. 2. 06.
Nr. 273 118. Pipette mit Kolben zum Auf-
ziehen übelriechender Flüssigkeiten. H.
No ff ke, Berlin. 19.2.06.
Nr. 278 447. Doppelkugel-Pipette für gasana-
lytische Zwecke, bestehend aus zwei mitein-
ander verschmolzenen, unten in röhren-
förmige, miteinander kommunizierende Ver-
längerungen auslaufenden Glashohlkörpern
von annähernd kugliger Form, von denen
der eine sich innerhalb des größeren anderen
befindet. G. M. Schubert, Chemnitz.
31. 1. 06.
Nr. 273 608. Bürette bezw. Meßrohr, wobei
sich die Flüssigkeit selbsttätig einstellt, mit
zwischen der bekannten Skaleneinteilung
befindlicher besonderer Teilung und Be-
zeichnung. Ströhlein & Co., Düsseldorf.
21. 2. 06.
BOchepschau.
O.Lenedeky Illustrierte gewerbliche Materialien-
kunde. Zum Gebrauch in gewerblichen
Fortbild ungs- und Fachschulen, in Meister-
kursen und zur Selbstbelehrung. Aus B.
V olgers Bücherei für den Gewerbe- und
Handwerkerstand Bd. 5. kl.-S®. VIII, 678 8.
mit 152 Abb. Berlin, A. Goldschmidt 1905.
Geb. 4,00 M.
Das Buch behandelt in zwei großen
Gruppen die natürlichen und künstlichen Ma-
terialien und unterscheidet demgemäß zwischen
Rohstoff lehre und Technologie. Der erste Teil
trennt übersichtlich nach dem Ursprung die
Rohstoffe in mineralische, vegetabilische und
animalische, während für den zweiten Teil die
Trennung in chemische und mechanische Tech-
nologie gegeben war. Die wichtigsten Ma-
terialien sind in großer Vollständigkeit auf-
geführt und ihre Entstehung und Eigenart dem
engen Rahmen des Buches entsprechend
wiedergegeben. Die Darstellung wird durch
zahlreiche Abbildungen belebt, welche zum
größten Teil in Reproduktionen einfacher Hand-
skizzen bestehen, die durch ihre Schlichtheit
und durch die meist gewählte perspektivische
Darstellung an Deutlichkeit für ungeübte
Augen nichts zu wünschen übrig lassen. Bg
fragt sich nur, ob eine Trennung der Materialien-
kunde nach den hauptsächlichste^ Gewerbe-
gruppen nicht zweckmäßiger ist. Q-.
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H«ftft.
. Mai 190«.
t^tontachau. - l^atentliat«.
Öl
Yorriehtiing ztiin Befestigen toh Thermometern in Flaschen nach Pat. Nr. 155 050,
dadurch gekennzeichnet, daß der das Thermometer aufnehmende pilzförmige Körper nach unten
in eine nur die Kapillarröhre des Thermometers umschließende Metallröhre ausläuft, an den
Platten angeordnet sind, die mit entsprechenden Ausschnitten über Ansätze einer außen mit
Dichtungsmaterial belegten, oben erweiterten Metallhülse greifen, mit der die ganze Vorrichtung
im Flaschenhalse befestigt wird. B. Gregory in Berlin und R. Swiderski in Dresden.
7. 4. 1904. Nr. 157 010; Zus. z. Pat. Nr. 155050. Kl. 30.
Prismendoppelfemrohr, bei welchem die Okularrohre um die Achsen der zugehörigen
Objektivrohre drehbar angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß das eine der Objektivrohre
derart zwischen zwei mit dem anderen Objektivrohre starr verbundenen Brücken drehbar ge-
lagert ist, daß mit Hilfe einer auf der einen Brücke angeordneten Feststelivorrichtuug diese
Brücke an das drehbare Rohr gepreßt wird, zum Zwecke, eine Peststellung des drehbaren
Rohres in jeder beliebigen Stellung zu ermöglichen. H. Kollmorgen in Berlin. 11.7.1908.
Nr. 166 917. Kl. 42.
Taschenoptometer mit einem die Linse tragenden äußeren Rohr und einem in das-
selbe einschiebbaren, das Schauobjekt enthaltenden und mit Skalen versehenen inneren Rohr
zur Peststellung des Grades der Kurz- bezw. Übersichtigkoit, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Bestimmung der Kurzsichtigkeit das Auszugrohr umgekehrt in das die Linse tragende Rohr
eingeschoben und an den in entsprechender Richtung laufenden Skalen das Messungsergebnis
abgelesen werden kann, zum Zwecke, ein in zusammengeschobenem Zustande nur kurz ge-
staltetes und bequem unterzubringendes Handinstrument zu schaffen. F. Becker in Düssel-
dorf. 14.11.1903. Nr. 157 070. Kl. 42.
Bine Ausführungsform der durch Pat. Nr. 138205 geschützten Yorrichtang vor Fern-
fibertragiing toh Kompafisteliangen, bei welcher die Stromzuführung zum Hebel durch Pinne
und Rose erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung des Hebels mit der Rose mit
Hilfe metallischer Federn hergestellt wird, zu dem Zwecke, die in diesem Falle bei scharnier-
artiger Verbindung des Hebels mit der Rose eintretende unsichere Leitung zu vermeiden.
B. Freese in Delmenhorst b. Bremen. 26. 2. 1908. Nr. 156658; Zus. z. Pat. Nr. 138 205. Kl. 74.
Sender lür Weüentelegraphie, dadurch gekennzeichnet, daß der die elektro-
magnetischen Wellen ausstrahlende Sendekörper von einem Stoffe umgeben ist, dessen die
Wellenlange bestimmende Dielektrizitätskonstante einen größeren Wert als die Luft besitzt.
R. A. Fessenden in Manteo, V. St. A. 13. 8. 1902. Nr. 157 844. Kl. 2L
Apparat sor Bestimmung der magnetischen Eigenschaften von Eisenblechen in
Form einer Doppelspule, gekennzeichnet durch die Anordnung flacher Magnetisierungsspulen,
derart, daß ganze Blechtafeln durch dieselben hindurchgeschoben werden können, wobei die
Blechenden eine einzige Stoßstelie bilden. Siemens & Halske in Berlin. 7. 11. 1903
Nr. 157 494. Kl. 21.
Apparat snm Messen der Schärfe des Brennpunkies einer Röntgenröhre, be-
stehend aus einer in einem mittleren Loche mit Drahten oder anderen Körpern verschiedener
Größe besetzten oder mit Löchern oder Schlitzen verschiedener Lichtweite versehenen Blei-
acheibe, einem Rohr aus Holz oder dgl. auf der einen Scheibenseite und einem Metallrohr auf
der anderen Scheibenseite, in welchem nahe dessen äußerem Ende ein Leuchtschirm nebst Blei-
glasplatte angebracht sind. R. Seifert & Co. in Hamburg. 11. 3. 1904. Nr. 157 279. Kl. 21.
Patentllste.
Bis zum 9. April 1906.
Klasse: Anmeldungen.
21. B. 41 976. Einrichtung zum Ausgleich des
Bhiflnsses der Schwankungen der Spannung
oder der Wechselzahl auf die Zahlerkonstante
von BlektrizitätszÄhlern nach Ferraris-
schem Prinzip. 0. T. Blathy, Budapest.
19. 1. 06.
D. 16 599. Astatischer BlektrizitÄtszähler.
Deutsch - Russische Blektrizitftts-
zahler-Ges., Berlin. 8. 1. 06.
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Ö2
t^atentliate.
Detttseh«
M»ehMilk«r-Ztg.
H. 35 928. Verfahren zum Betriebe von Queck-
silberdampflampen. W. G. Heraeus, Hai^au.
15. 8. 06.
H. 86 423. Schaltungsaiiordnung für elek-
trische Meßinstrumente mit mehr als einem
Bpannungs - Meßbereich. Hartmann &
Braun, Frankfurt a. M. 2. 11. 05.
H. 36 447. Wattmeter nach dynamometrischem
Prinzip mit mehreren Meßbereichen. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a. M. 6. 11. 05.
H. 37 022. Meßgerät nach Ferrarisschem
Prinzip. Dieselben. 29.1.06.
K. 31 159. Isolationsprüfer; Zus. z. Patent
Nr. 162880. R. Krüger, BerUn. 12.1.06.
P. 17108. Verfahren zur Verbesserung der
Lichtfarbe von monochromatischen Licht-
bögen zwischen Blektroden, von denen nur
eine oder auch beide aus Material von
niederem Schmelzpunkt bestehen, z. B.
Quecksilberlicht. 6. Peritz, Berlin. 5.4.05.
St. 2937. Elektrisches Meßgerät mit zwei
Spulen. W. J. Still, Ealing, Engl. 2.12.04.
82. S. 19 940. Verfahren nebst Vorrichtung zur
Herstellung von Glashohlkörpern. P. Th.
Sievert, Dresden. 16. 8. 04.
42. B. 40 771. Verfahren zur Bestimmung von
Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen
u. dgl. H. Brearley, Sheffield, England.
24. 8. 05.
H. 32 689. Apparat zur Bestimmung von
Bogenhöhe, Sehne, Zentriwinkel und Radius.
H. Huber, Freiburg i. B. 24. 3. 04.
H. 36 539. Resonanzmeßgerät. Hartmann
& Braun, Prankfurt a. M. 20. 11, 05.
K. 29 184. Lagerung für Wasserwagen mit
Einstellung der Libelle parallel zu zwei auf-
einander senkrechten Ebenen durch zwei die
Libelle in diesen Ebenen verschiebende Stell-
schraubenpaare. J. F. Klingelfuß, Aarau,
Schweiz. 16. 3. 05.
L. 19 370. Temperaturregler mit Kontakt-
thermometer für die höchste und tiefste
Temperatur. M. Lwowitsch-Kostritza,
Wihia. 18.8.04.
M. 27 747. Geschwindigkeitsmesser mit Reib-
radgetriebe und Vergleichsuhrwerk. G.M e y e r,
Dresden. 27. 6. 05.
Seh. 23 333. Ölprüf Vorrichtung. F. Schmaltz,
Offenbach a. M. 6. 2. 05.
Ertelliuiren.
21. Nr. 171051. Radlumpräparat. H. Lieber,
New-York. 21.9.04.
Nr. 171 154. Heizvorrichtung für Quecksilber-
dampflampen und ähnliche Apparate. Allg.
Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 15.
10. 05.
Nr. 171 218. Elektrizitätsmeßgerät für Gleich-
strom. W. Meyerling, Ilmenau, Thür.
10. 11. 04.
Nr. 171230. Signaleinrichtung zum Anzeigen
des Durchschmelzens elektrischer Siche-
rungen. Siemens & Halske, Berlin.
14. 2. 05.
Nr. 171 309. Verfahren zur Herstellung kalt
leitender, aus geschmolzenen Körpern be-
stehender elektrischer Glüh- oder Heiz-
körper. 0. Prölich, Berlin. 20. 1. 05.
S2. Nr. 171 055. Vorrichtung zur Herstellung
von Hohlkörpern aus Glas mittels Aushebe-
verfahrens. G. H. Harvey, Glenfield
Borough, Pa., V. St. A. 28. 10. 03.
Nr. 171 057. Vorrichtung zum Absprengen von
Glasgegenständen. H. Fischer, Stolberg,
Rhld. 18.7.06.
42. Nr. 170 904. Selbstregistrierendes Metall-
oder Feder-Barometer mit einer durch ein
Uhrwerk bewegten Skala. A. Abraham,
Neuhaus a. Oste. 18. 9. 04.
Nr. 170 939. Untersatz für Meßinstrumente zur
Befestigung an Holz. J. Lukes, Libuschin,
Böhmen. 13. 10. 04.
Nr. 171 031. Messerführung für Mikrotome.
A. Becker, Göttingen. 28.4.04.
Nr. 171032. Linsenfassung für Projektions-
und Vergrößerungsapparate, bei der die
Einzellinsen von vorspringenden Klauen
einer Hülse getragen werden. Soci6t6
Romanet & Guilbert, Paris. 19. 3. 05.
Nr. 171 158. Glaslinse und Verfahren zur
Herstellung. J.L. Borsch jun., Phila-
delphia. 1.9.04.
Nr. 171 181. Apparat zur Prüfung von Schmier-
mitteln. J. Walther, Gleiwitz. 29.5.04.
Nr. 171248. Vorrichtung zur fortlaufenden
Aufzeichnung der Ergebnisse von Gasab-
sorptions- und Flüssigkeitsfällungsanalysen.
B. Stollberg, SoUstedt, Hohenstein. 3.9.04.
Nr. 171869. Sphärisch, chromatisch, astig-
matisch und komatisch korrigiertes Objektiv
aus vier verkitteten Linsen. C. P. Goerz,
Friedenau-Berlln. 11. 5. 04.
Nr. 171 493. Femrohr, Opernglas o. dgl. mit
Wechselokular und selbsttätiger Einstellung
desselben durch Druck auf einen Knopf
o. dgl. M. Mannesmann, Remscheid-
Bliedinghausen. 1. 10. 04.
Nr. 171 494. Astronomisches Unterrichtsmittel
zur VeranschaulichuDg der wechselnden Be-
lichtung und Beschattung der Erde durch
Sonne und Mond. R. M. Meili, Lucca,
North DacoU. 22. 8. 05.
49. Nr. 171 071. Verfahren zum Löten von Alu-
minium und aluminiumreicben Legierungen.
L. Fries, Zürich. 6. 10. 04.
Für die lUdAktloa ▼erantirortlicli: A.BUsohk« iB Berlin W.
YerUff TOB Jvllvs Springer la Berlin N. — Draok Ten Bmil Dreyer tn Beriln 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkiinde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 5.
Heft 10.
15. Mai.
1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente.
Vortrag,
gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905,
▼on
Dr. B. XolilMlifltt«r In Berlin.
(SeklußJ
Wichtiger noch als das Lot zur Bestimmung des Schififsortes bei Nebel und
unsichtigem Wetter sind die akiistischen Signale. Sie leiden jedoch daran, daß es
sehr schwer ist, die Richtung zu bestimmen, aus der sie herkommen; daher ist es nicht
zu verwundern, daß viele Apparate konstruiert worden sind, die dies ermöglichen sollen.
Brauchbare Resultate sind jedoch damit nicht erzielt worden, da die Hauptschwierigkeit
in der Eigenschaft der Nebelwände liegt, den Schall zu brechen, abzulenken, zurück-
zuwerfen oder zu dämpfen, die je nach den obwaltenden Umständen in verschiedenster
Weise zur Geltung kommt und durch kein Instrument zu beseitigen ist.
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Flg. 25.
Flg. 26.
Deshalb war schon von verschiedenen Seiten die Verwendung von Unterwasser-
Schallsignalen empfohlen worden, da man voraussetzen konnte, daß bei der Fort-
pflanzung der Schallwellen durch das Wasser verderbliche Ablenkungen und Re-
flexionen, wie sie an den Nebelbänken statthaben, nicht vorkommen würden. Aber
erst durch die Erfindung eines geeigneten Empfangs- und Hörapparats durch A. S.
Mundy und Elisha Gray, der durch M. Millet noch wesentlich verbessert und von der
Submarine Gable Co. in Boston hergestellt worden ist, gelang es, den Gedanken
nutzbringend in die Praxis einzuführen^).
Die Töne werden durch ungefähr 65 leg schwere Glocken mit metallisch hellem
Klange erzeugt, die an Feuerschiffen {Fig, 25) oder Bojen [Fig, 26) -) in verschiedenen
») Teehni$ehe Bundichau. 11. 8. 489. 1905. — 2) Hansa. 43. 1906. Nn 15.
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94
t, ItohUchatter, Ober die neuere Entwicklung der nautiechen Instrumente. MecSuSSw-Zte
Tiefen bis zu 15 m unter der Wasseroberfläche aufgehängt sind. Als Triebkraft für den
Klöppel kann Dampf, Elektrizität oder Preßluft verwendet werden. Jede Glocke hat ihr
bestimmtes Signal, das aus einer Anzahl von Schlägen in bestimmtem Bythmus besteht
und in bestimmten Zwischenräumen wiederholt wird. Danach kann ein Schiff, sobald
es ein Unterwassersignal wahrnimmt, sofort bestimmen, von welcher Glocke es ausgeht,
und seinen Kurs danach einrichten.
Der Empfangsapparat hat den großen Vorteil, daß er eine Durchbrechung des
Schiffsbodens nicht nötig macht. Jedes Schifif hat zwei davon, je einen an Steuerbord
und Backbord, die möglichst tief unter der Wasserlinie etwa 3 bis 4 m vom Vorsteven
entfernt innen an der Schififswand angebracht sind (s. Fig, 86). Sie bestehen aus einem
zylindrischen Gefäß aus Eisenblech {Fig. 27), das unter Einschaltung einer Gummidichtung
mit seiner offenen Seite an die Schififswand angeschraubt und mit Seewasser angefüllt
ist. In seinem Innern befindet sich ein Mikrophon, das die durch das Meerwasser und
die Schiffswand übertragenen Schallschwingungen aufnimmt und durch eine elektrische
Leitung an ein im Kommandoraum befindliches Telephon weitergibt. Hier hört der
wachthabende Offizier die Glockensignale, und je nachdem er den Backbord- oder den
Steuerbordempfänger auf das Telephon schaltet, kann er entscheiden, ob die Signale
von Backbord oder Steuerbord kommen. Bringt er das Schiff auf einen solchen Kurs,
daß die Signale in beiden Empfängern
gleich stark hörbar sind, so weiß er, daß
er das Feuerschiff oder die Boje, deren
Signale er vernimmt, recht voraus hat. Die
Unsicherheit in der Richtungsbestimmung
ist so gering, daß bei allen angestellten
Versuchen der Kurs innerhalb eines Striches,
d. i. 11®, richtig angegeben wurde. Daraus
geht auch hervor, daß man Ablenkungen
des Schalles im Wasser nicht zu befürchten
braucht.
Die Hörweite der Unterwassersignale
beträgt etwa 10 Seemeilen, und unter den
Kapitänen der Handelsmarine findet ihr
großer Nutzen für die Schiffahrt immer mehr
Anerkennung '). Ein Nachteil, der besonders
in den engen Fahrwassern der deutschen
Flußmündungen sich fühlbar macht, besteht
darin, daß zur Feststellung der Richtung,
aus der der Schall der Unterwasserglocken
kommt, das ganze Schiff auf diesen Kurs
gebracht werden muß. Vielleicht läßt sich dies aber ändern und ein Empfangsapparat
konstruieren, der auch ohne Drehung des Schiffes die Richtung der Unterwassersignale
bestimmt.
In den vorstehenden Ausführungen habe ich die verschiedenen Neukonstruktionen
von Tag- und Nachtfemrohren und von Marinegläsern nicht berücksichtigt, da sie nicht
zu den spezifisch nautischen Instrumenten gehören. Ich möchte daher nur kurz er-
wähnen, daß hier ebenso wie beim Landgebrauch die verschiedenen Arten von Prismen-
fernrohren sich immer mehr Bahn brechen, und schließlich auf eine Konstruktion des
Commanders Fiske-) hinweisen, die ein sicheres Imgesichtsfeldhalten des betrachteten
Gegenstandes auch bei stark bewegtem Schiff ermöglichen soll. Zu dem Zweck ist ein
rechteckiger, aufrecht stehender Rahmen auf einem festgeschraubten Stativ um eine ver-
tikale Achse drehbar montiert. In dem Rahmen ist ein gewöhnliches Marinefernrohr so ge-
lagert, daß es sich um eine am Okularende befindliche horizontale Achse dreht, wenn
das Objektivende zwischen zwei Gleitbacken auf und ab bewegt wird. Ein langer
Winkelhebel ist am Fernrohr befestigt, der das Gewicht des Rohres und des Objektiv-
kopfes ausbalanziert, und mit dem der Beobachter ohne großen Kraftaufwand das Objektiv
je nach Bedarf schnell heben oder senken kann. Während also das Okular an seinem
Platze in Augenhöhe stehen bleibt, wird das Objektiv entgegengesetzt den Bewegungen
des Schiffes auf und ab bewegt und dadurch die Richtung des Fernrohrs konstant er-
Flg. 27.
') Hansa 43. 8. 13 L 1906. — V Proc. JJ- S,,Naval Inst 29. 8. 699. 1908.
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Haft 10.
15. Mai 1006.
E. Kohlachfitter, Nautische Inatnimente. — C. Leifi, Obar Zialfamrolire.
95
halten« Der Zweck der Vorrichtung wird demnach erreicht durch die Anwendung des
von den Kometensuchern her bekannten Prinzips, das Okular in den Drehpunkt des
Femrohrs zu legen.
Die von der amerikanischen Marine mit dem Apparate angestellten Versuche
haben ein günstiges Resultat ergeben. Es waren Flaggensignale mit diesem Femrohr
noch gut zu erkennen, die mit in gewöhnlicher Weise gehaltenen, ebenso starken
Rohren nicht auszumachen waren. Indessen ist der Preis der Vorrichtung ein so hoher,
daß die dadurch erzielten Vorteile zu teuer erkauft erscheinen, und deshalb ist die
Fiske sehe Erfindung nicht eingeführt worden. Vielleicht regt sie aber zur Konstruktion
eines billigeren Apparates an, der denselben Zweck erfüllt.
Am Schlüsse meines Referates möchte ich nicht verfehlen, daran zu erinnern,
daß das auch vom Reichs-Marine- Amte stets auf das lebhafteste unterstützte Bestreben,
uns im Bau nautischer Instmmente vom Ausland ganz frei zu machen, bereits große
Erfolge aufzuweisen hat, und daß wir unsere früheren Lehrmeister, die Engländer, in
bezug auf die Güte der Instrumente vollkommen erreicht, in manchen Punkten bereits
übertroffen haben.
Wenn manche englische Firmen billiger zu liefem scheinen, so liegt das nur
an der geringeren Qualität. Gute Ware ist drüben ebenso teuer wie hier, und es ist
auf das lebhafteste zu bedauem, daß der Grundsatz, in erster Linie die heimische
Arbeit zu imterstützen, bei manchen Reedereien noch immer nicht zum Durchbmch
gekommen ist. Für die deutschen Fabrikanten nautischer Instrumente aber ist es nur
ein gutes Zeichen, daß das berüchtigte Wort „billig und schlecht'' auf sie keine An-
wendung findet.
Über Zielfemrohre.
Einiges über deren Zweck und Einrichtimg.
Von O. ZiMr» in Steglitz.
(S(Muß.J
Fig. 7 zeigt uns den Hauptschnitt durch ein Linsenzielfernrohr der Firma
R. Fueß, wie es aber in ganz ähnlicher Weise, d. h. ohne besonders wesentliche Unter-
schiede, von einer Reihe anderer deutscher Firmen, z. B. Voigtländer & Sohn,
Hacke, Riediger & Bischoff und Goerz, hergestellt wird. Das Absehen ist auf
einem schwalbenschwanzartigen Schlitten bei B^ befestigt und kann durch eine Schraube
mit geränderter Griffscheibe, der sogenannten Elevationsscheibe, in der Vertikalen
verstellt werden. Die ganze Stellvorrichtung (Elevationseinrichtung) dient also ebenso
wie die Stellvisiere der Kugelgewehre dazu, das Visier bezw. das Abkommen für die
verschiedenen Schußentfernungen einzustellen. Die hierzu erforderlichen Marken werden
durch Beschußproben mit dem bereits auf das Gewehr montierten Zielfemrohr fest-
gestellt und dann in die Elevationsscheibe eingraviert. (Vgl. auch Fig, 9.)
Plg. 7.
Die scharfe Einstellung auf das in B^ entworfene Bild und das dort befindliche
Absehen kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: entweder bringt man das
Umkehrsystem U und das Okularsystem Oe (beide das sogenannte terrestrische Okular
bildend) in eine gemeinsame Rohrfassung, welche in achsialer Richtung der Bildebene
jBj genähert und ^entfernt werden kann; oder man richtet nur das Umkehrsystem ver-
schiebbar ein, wie dies im vorliegenden Falle {Fig. 7) aus rein technischen Gründen
geschehen ist. Diese Art der Scharfstellung am Umkehrsystem besitzt nämlich gegen-
über der vorgenannten den Vorzug, daß die Feststellungsschraube S hierbei ihrer ge-
ringen Masse wegen nicht den manchmal bedeutenden Rückstoß auszuhalten hat und
deshalb Veränderungen in der Scharfeinstellung durch den Rückstoß, wie dies im ersten
Falle zuweilen passiert, ausgeschlossen bleiben.
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96
C. Leiß, Über Zielferarohre.
Deatflche
Mechaniker-Ztg.
Flg. 8.
Das Sehfeld des in Fig, 7 im Durchschnitt abgebildeten Zielfemrohres beträgt
bei einer ungefähr 3-fachen Vergrößerung und einem Augenabstand von etwa 8 cm
rd. Vl^j^^ d. h. man überblickt auf 100 m in linearer Ausdehnung 17 w.
Das erste vollkommene Prismen-Zielfemrohr hat die Firma Carl Zeiß auf den
Markt gebracht. Dieses ist (s. Fig» 8) so konstruiert, daß sich das Okular des Fem-
rohres nur wenig über der gewöhnlichen
Visierlinie des Gewehres befindet, das
Objektiv aber mehrere Zentimeter höher
liegt. Dadurch wird verhindert, daß das
Lauf-Ende des Gewehres etwa störend
den unteren Teil des Gesichtsfeldes be-
einträchtigen kann. Der Augenabstand
betrug bei diesem Zielfernrohr etwa 3,5
bis 4 cm. Das Sehfeld ist demzufolge
auch größer als bei einem Zielfernrohr
mit längerem Augenabstand, es beträgt
in diesem Falle bei einer nicht ganz
3-fachen Vergrößemng 22^0 (auf 100 m
22 m linear). Neuerdings fertigt die
Firma Zeiß auch noch ein gleichartiges
Prismen-Zielfernrohr mit rd. 7 cm Augen-
abstand bei einer 2-maligen Vergrößemng und einem Sehfeld von 21,8 7o a^^-
Ein Prismen-Zielfernrohr mit geradliniger Durchsicht, bei dem also Objektiv
und Okular in einer Achse liegen, fertigt neuerdings die Firma Hensoldt an. Die
innere Einrichtung dieses Zielfernrohres bezw. des bildumkehrenden Prismas ist ebenso
beschaffen, wie bei den Hensoldtschen Prismenperspektiven, natürlich ist der Augen-
abstand dem Zweck entsprechend ebenfalls größer.
Die Art der Befestigung eines Zielfemrohres auf einem Gewehr, und zwar auf
einer Repetierbüchse, zeigt Fig, 9. Die Befestigungsfüße a und c sind mit dem Stahl-
mantel des Zielfernrohres fest verlötet. ^ Das untere Ende des Fußes a ist hakenförmig
ausgebildet und greift mit seinem Haken in eine auf der Büchse befestigte Fußplatte h
ein, während sich der Fuß c mit einem zylindrischen Zapfen in die zugehörige Fuß-
platte d einsteckt und sodann durch den kleinen Querriegel e fest mit der Fußplatte
verbunden wird. Will man nun das Zielfemrohr vom Gewehr wieder abnehmen, so
dreht man zunächst mit der linken Hand den Riegel e um 180^ hemm, hebt das am
Okularteil mit der rechten Hand umfaßte Fernrohr aus der Fußplatte d heraus, worauf
sich auch sofort der vor-
dere hakenförmig eingrei-
fende Fuß a lockert, und
man kann nun das Fern-
rohr nur noch unter ge-
ringem Rückwärtsziehen
vom Gewehr abheben.
Die Manipulationen des
Aufsetzens und Abneh-
men s dauern nur wenige
Sekunden.
Die Befestigungs-
arten der Fernrohre sind
je nach dem Gewehrtypus
sehr mannigfacher Art, und es würde zu weit führen, nur die gebräuchlichsten zu
erläutern. Für den Mechaniker und Optiker ist dies auch weniger von Interesse, weil
die Fernrohrbefestigung nicht Sache des Mechanikers, sondem des Büchsenmachers ist.
Bei dem in Fig. 8 abgebildeten Zeiß sehen Prismen-Zielfernrohr ist die Be-
festigung am Gewehr durch eine einzige aufklemmbare Stütze bewirkt. Sehr häufig
werden aber diese Zielfernrohre auch mit Hilfe einer besonderen Stahlröhre, die auf
der Objektivseite des Prismengehäuses mit einem Plantsche angeschraubt ist, ganz
ähnlich wie die Linsenzielfernrohre (Fig. 9) montiert.
Fig."9.
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Heft 10.
15. Mai 1906.
Vereinsnachrichten. — Kleinere Mitteilungen.
97
Vereinsnachrichten.
Aumeldimg zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. O.:
Wilson-Maeulen Company; Mount
Vernon, New-York.
D. 6. f. M. u. O. Abt. Berlin E. V.
Sitzung vom 24. April 1906. Vorsitzender:
Hr. Regierungarat Dr. H. Stadthagen.
Hr. Marine-Baurat F. Peck spricht über
„Die Sicherung der Seeschiffahrt bei Tage,
Nacht und Nebel*". Der Vortragende schilderte
in sehr eingehender und lichtvoller Weise das
Wesen und die Wirksamkeit der Tonnen und
Baken, der Leuchttürme, Leuchtschiffe und
Leuchttonnen, sowie der akustischen Signale,
insbesondere der Unterwasser -Schallsignale;
die Darlegungen wurden durch eine überaus
große Zahl von Lichtbildern erläutert.
Aufgenommen wurde Hr. Willy Kießner;
Berlin SO 36, Glogauer Str. 16 ; angemeldet hat
sich Hr. Robert Kurtzke, Peinmechaniker der
Militartechnischen Akademie; Charlottenburg,
Fasanenstr. 87. Bl
Zwelgyereln Hamburg- AI tona. Sit-
zung vom 1. Mai 1906. Vorsitzender: Hr.
Dr. H. Krüß.
Unter den Eingängen findet sich eine Auf-
forderung der Gewerbekammer zur Teilnahme
an Vorträgen über das Genossenschaftswesen
und eine Mitteilung der Handelskammer Über
die Zulassung zusammenklappbarer Metermaße
zur amtlichen Stempelung in Frankreich.
Hr. August Dahm (Metallwarenfabrik in
Hamburg) wird als Mitglied aufgenommen. Auf
Vorschlag der Ausflugkommission wird be-
schlossen, die diesjährige Sommertour nach
Lübeck-Travemünde zu machen.
Hr. Carl Möller- Wedel hält einen Vortrag
über bildumkehrende Prismen, wie sie zu den
modernen Prismenfernrohren benuzt werden.
Unter Vorführung verschiedener Arten dieser
Prismen und Modelle ihrer Montierung hebt der
Vortragende den Binfluß der einzelnen Kon-
struktionen auf Helligkeit, Gesichtsfeld und
Leichtigkeit der Justierung hervor.
Hierauf macht Hr. A. Kittel unter Bezug-
nahme auf den Ausbruch des Vesuvs und das
Erdbeben in San Francisco einige Mitteilungen,
in welchen besonders die Verfolgung der mag-
netischen Störungen und der Bewegung der
Atmosphäre als wichtig für die Charakteri-
sierung der Erdbebenerscheinungen hingestellt
wird. -ff« •^•
Kleinere llitteiluiiaeii.
Torsionsmesser
Ton Denny and Johnson.
Engineering 79. 8. 440. 190S,
Auf den in der englischen Marine bereits
recht zahlreichen Schiffen mit Dampfturbinen
ist ein von Denny und Johnson konstruierter,
von der Fa. Kelvin & James White in Glasgow
gebauter Torsionsmesser in Gebrauch, welcher
es ermöglicht, die Torsion der Schraubenwelle
während der Fahrt des Schiffes in jedem Augen-
blick zu messen. Dies hat den Zweck, die von
der Maschine auf die Welle übertragene Kraft-
leistung zu ermitteln, was bei den Schiffen mit
Kolbenmaschinen durch Aufnahme eines Indi-
katordiagramms zu erfolgen pflegt, auf Turbinen-
schiffeu aber in anderer Weise ausgeführt werden
muß.
Die Einrichtung dieses Apparates ist in vor-
stehender Figur schematisch dargestellt, wobei
oben in der Mitte ein Durchschnitt des oberen
Teiles eingefügt ist. Auf die Schraubenwelle A
sind in passender Entfernung voneinander zwei
Bronzeräder B Bi aufgesetzt, von denen jedes
an seinem Umfange einen mit dem gleichen
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98
Kleinere Mitteilungen.
Deutsche
Mtehinlker-Ztg.
Pole nach auBen gerichteten permanenten Mag-
neten CCi trägt. Die Pole besitzen die Form
einer der Welle parallelen Messerschneide. Unter
jedem der Rad er befindet sich ein Induktor D A
aus weichem Eisen, der in gleichem Abstand von-
einander eine Anzahl isolierter Windungen mit
isolierten Zufahrungen enthalt. Bei jeder
Drehung der Welle werden die Magnete einmal
an den darunter befindlichen Induktoren vor-
übergeführt und erregen in derjenigen Windung
einen Strom, welche zur gleichen Zeit ge-
schlossen ist.
Auf dem Induktor D sind 6 parallele
Windungen im Abstände von 0,2 Zoll (= 5 mm)
voneinander angebracht, von denen je ein Ende
isoliert durch das Kabel E nach dem Schalt-
kasten führt und dort mit einem der 6 Kontakt-
knöpfe der oberen Skale F verbunden ist. Die
zweiten Enden der 6 Windungen sind mit einem
einzigen Draht verbunden, der gleichfalls im
Kabel E liegt und nach dem Zapfen des dreh-
baren Kontaktarmes G führt. Auf dem In-
duktor Dl befinden sieh 18 parallele Windungen
im Abstände von 0,03 ZöU = 0,5 mm vonein-
ander. Das eine Ende dieser Windungen ist
isoliert durch das Kabel Ei nach den Kontakt-
knöpfen der unteren Skale Fi geleitet, wahrend
das andere Ende durch eine gemeinsame gleich-
falls in dem Kabel Ei befindliche Leitung mit
dem Drehzapfen des Kontaktarmes Oi ver-
bunden ist. In jeden der beiden Stromkreise
ist je einer der beiden veränderlichen Wider-
stände des Schaltkastens eingefügt, welche es
ermöglichen, die Stromstärke in beiden Kreisen
beliebig zu vermindern und so einander gleich
zu machen.
Werden die beiden Kontaktarme auf die
obersten Knöpfe eingestellt, so sind von den
Induktorwindungen diejenigen beiden einge-
schaltet, welche an dem einen Ende der
Windungsreihen gelegen sind und über die
beide Magnete gleichzeitig hinweggehen, wenn
die Welle nicht tordiert ist. Vom Schaltkasten
aus sind die Stromkreise zu einem Telephon-
hörer H geleitet und auf diesem entgegen-
gesetzt aufgewickelt, so daß kein Ton zu ver-
nehmen ist, wenn in beiden Stromkreisen die
gleiche Stromstärke herrscht. Man reguliert
die Widerstände W Wi zunächst so, daß beim
Drehen der Welle ia unbelastetem Zustande das
Telephon nicht ertönt. Wird die Welle aber
belastet, so gehen die Magnete nicht mehr
gleichzeitig über die Windungen hinweg, welche
der Nullstellung der Kontaktarme entsprechen,
und das Telephon gibt deswegen einen Ton.
Man sucht dann durch Drehen der Kontaktarme
diejenigen Windungen auf, bei denen das
Telephon wieder verstummt, und ermittelt so
aus den Ablesungen der Skalen die Größe der Tor-
sion und damit die auf die Welle wirkende Kraft.
Dieser Apparat ist bereits auf 10 Schiffen
erprobt und hat hierbei befriedigende Resultate
ergeben. Die mittlere Genauigkeit einer Ab-
lesung desselben beträgt 99 7o* Auch auf einem
Schiffe mit Kolbenmaschinen hat er sich vor-
trefflich bewährt. Indem man auf den Umfang
der auf die Welle aufgesetzten Bronzeräder je
6 Magnete verteilte, war es sogar möglich, die
Ungleichförmigkeit der Drehung bis auf 1 %
genau zu bestimmen. Mk.
Ein neaes Verfahren zar photogra-
phischen Fixierung der Aufoeich-
nungen Ton Stimmgabeln, der Fall-
körper von Fallmaschlnen, Ton Mete-
orographen u. 8. w.
Von R. Nimführ. .
Ann. d, Physik 19. 8. 647. 1906.
Verf. hat ein Verfahren ausgearbeitet, das
nicht nur bei der Registrierung meteorologischer
Vorgänge anwendbar ist, sondern überall da,
wo Aufzeichnungen dauernd fixiert werden
sollen, sich empfehlen wird. Er benutzt zum
Beziehen der Registrier-Trommel oder -Platte
gewöhnliches photographisches Kopierpapier
(Zelloidinpapier) und berußt es über einer Pe-
troleumlampe möglichst gleichmäßig. In die
so erhaltene Rußschicht, die fast vollständig
lichtundurchlässig ist, kann nun die Aufzeichnung
durch das Registrierinstrument eingeschrieben
werden ; sie wird sich als feine weiße Linie mar-
kieren. Zur Fixierung setzt man die Trommel
zunächst noch einige Zeit dem Licht aus, bis
die Kurve dunkel geworden ist, wäscht unter
der Wasserleitung den Ruß mit einem Watte-
bausch vollständig ab, bringt die Kurve wie
jeden photographischen Abzug in ein Fixierbad
(wässerige Lösung von unterschwefligsaurem
Natron), wässert dann das Blatt und trocknet es.
Das Bild gibt dunkle Linien auf weißem
Grund; es machen sich selbst die feinsten
Linien bemerkbar. Das vorteilhafte Aussehen
ist wesentlich von der Güte der Rußschicht
abhängig; eine genügend starke und fehlerfreie
Schicht ist mit einiger Übung leicht zu er-
halten; man hat darauf zu achten, daß das
Papier nicht durch die Hitze der rußenden
Flamme leidet.
Bin radiotherapeutisches Institut in Ma-
drid soll unter Benutzung der radioaktiven
Mineralien des Guadarramagebirges gegründet
werden; zu diesem Zwecke hat sich eine Ge-
sellschaft unter der Firma Sociedad Bspa-
fiola del Radio y sus applicaciones ge-
bildet; Präsident ist der Vize, de la Vega,
Sekretär Hr. Jos 6 R. de Rivas.
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l5.*Ä\w6. PafütichÄU. 99
P a t
Vomohtnng zum Anzeis^en schwacher Ströme mittels der beim Durchgang des
Stroms durch die BerQhrungsfläche gewisser, in ihren Eigenschaften voneinander abweichender
Leiter (z. B. Quecksilber und verdünnte Schwefelsäure) auftretenden Änderung der Oberflächen-
spannung in dieser Berührungsfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Int&tigkeitsetzen
eines Anzeige- oder Registrierapparates erforderliche Bewegung nicht durch die genannte
Elektrokapillarwirkung unmittelbar, sondern durch eine von dieser ausgelöste Schwerkraft-
wirkung der Flüssigkeitsleiter hervorgebracht wird, indem entweder die Schwere der einen in
einem besonderen Behälter enthaltenen Flüssigkeit durch Verminderung der im stromlosen Zu-
stand ihr gerade das Gleichgewicht haltenden Oberflächenspannung zur Wirkung gelangt und
diese Flüssigkeit zum Ausfließen bringt oder das Gleichgewicht eines beide Flüssigkeiten ent-
haltenden fein ausbalanzierten Systems durch Veränderung der Gewichtsverteilung infolge der
bei Stromdurchgang eintretenden Verschiebung der Flüssigkeiten gestört wird. J. T. Arm-
strong und A. Orling in London. 29. 11. 1901. Nr. 157448. Kl. 21.
Eine zur einfachen und schnellen Bestimmung der Marschrichtung dienende Diopter-
bassole« gekennzeichnet durch die Vereinigung eines auf einer Magnetnadel befindlichen
Zeigers, einer damit konzentrischen drehbaren Zeigerplatte mit einem dem Zeiger kongruenten
Ausschnitt eines auf dem Gehäuse angebrachten, die Marschrichtung angebenden Pfeiles und
eines durch Ausschneiden von zwei gleich breiten Schlitzen in dem aufklappbaren Deckel der
Bussole gebildeten Diopters. C. J. Ritter v. B^zard in Neusohl. 25. 11. 1902. Nr. 157329. Kl. 42.
Selbstanfzeichneiider Winddrackmesser mit einem an einer Seite festen Gelenk-
parallelogramm, dessen die Windstoßfläche tragende Seite jener festen parallel ist, während
das Gegengewicht für die Stoßfläche an einer der anderen Seiten bezw. deren Verlängerung
starr befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiarmiger Hebel mit der am weitesten
von der Winddruckfläche abgebogenen senkrechten Seite des Parallelogramm es fest verbunden
ist, welcher an seinem in der Drehungsachse des Winddruckmessers gelegenen Ende die den
Registrierstift tragende Stange und an seinem anderen Bnde das Gegengewicht für diese trägt.
B. A. Sperber in Dresden. 31. 3. 1903. Nr. 157 347. Kl. 42.
Vorrichtung znm Messen and Aufzeichnen des Winddruckes» dadurch gekenn-
zeichnet, daß ein Meßkörper bezw. eine Meßfläche mit zwei Registriervorrichtungen derart ver-
bunden ist, daß die Komponenten der Windkraft voneinander unabhängige Bewegungen der
Meßfläcbe hervorbringen und infolgedessen einzeln aufgezeichnet werden, zum Zwecke, Größe
sowie Lage der Windkräfte gleichzeitig ermitteln zu können. Steinle & Härtung in Quedlin-
burg. 23. 11. 1902. Nr. 157 359. Kl. 42.
Elektrisch leitendes Schmiermittel aus Wollfett und Antimonbutter, gekennzeichnet
durch einen Zusatz von Chlorzink, zu dem Zweck, die Leitungsfähigkeit des Schmiermittels bei
veränderlicher Temperatur annähernd gleich hoch zu erhalten. Merlander& Co. in Antwerpen.
30. 7. 1903. Nr. 157 719. Kl. 21.
Bine Vorrichtung zur Einstellung von Motoramperestundenzählem» welche mittels
einer festen Obersetzung am Zählwerk unter Voraussetzung einer bestimmten Spannung richtig
in Wattstunden registrieren, für beliebige andere Spannung, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Blech den Polen des Magneten so genähert werden kann, daß es einen, je nach dem Abstände
von den Magnetpolen veränderlichen Teil des magnetischen Flusses in sich aufnimmt, zum
Zwecke, durch Regelung seines Abstandes die Antriebskraft und somit die Geschwindigkeit des
Zahlers verändern zu können. Allg. Blektrizitäts-Gesellschaft in Berlin. 12. 12.* 1902.
Nr. 157 527. Kl. 21.
Gewindeschneidstahl mit zwei oder mehreren Schneidzähnen, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die einzelnen Schneidzähne so weit voneinander entfernt zur Wirkung kommen,
daß mindestens ein Gewindegang zwischen je zwei Zähnen frei bleibt, wobei der eine zum
Schruppen dienende Zahn schmaler als der zum Fertigschneiden dienende sein kann. J. J.Till -
mann» in Neu-Cronenberg b. Opladen. 20. 11. 1903. Nr. 157 640. Kl. 49.
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100
Patenflitt«.
M aehAnlker-Ztg.
Patentliste.
Bis zum 23. April 1906.
Klasse: Anmeldinifeiu
21. B. 38458. Widerstandsanordnung. L.Bran-
des, Hannover. 8. 11. 04.
H. 35 339. Einrichtung zur Verhütung un-
zeitiger 8tromübergänge bei Quecksilber-
dampfapparaten mit mehreren positiven
Elektroden. P. C. Hewitt, New -York.
13. 5. 05.
H. 35956. Magnet fQr elektrische Meßgeräte.
J. Herman, Budapest. 19. 8. 05.
K. 29 221. Vakuum- Ventilröhre. Koch&Ster-
zel, Dresden. 21. 3. 05.
M. 27 523. Elektromagnetischer Selbstunter-
brecher. A. Maller, Hannover. 19. 5. 05.
R. 20498. Verfahren zur Bestimmung der
Röntgenlichtmenge. Reiniger, Gebbert
& Schall, Erlangen. 10. 12. 04.
R. 22011. Verfahren zur Bestimmung der
Röntgenlichtmenge; Zus. z. Anm. R. 20 498.
Dieselben. 8. 12. 05.
R. 21677. Quecksilberstrahlunterbrecher. C.
Ropiquet, Amiens. 23. 9. 05.
S. 21 950. Verfahren zur Eichung von Wechsel-
strommeßgeräten, insbesondere Zählern.
Siemens & Halske, Berlin. 25. 4. 04.
T. 10 831. Vorrichtung zum Anzeigen und
Messen elektrischer Schwingungen, insbe-
sondere als Empfänger für die Zwecke der
drahtlosen und der Telegraphie auf Drähten
verwendbar. D.W.Troy, New- York. 7.4.05.
88* B. 40363. Verfahren zur Herstellung von
Glasformen aus Graphit. J. J. Bronn u.
Ver. Fabriken f. Laboratoriumsbe-
darf, Wilmersdorf-Berlin. 30. 6. 05.
B. 40832. Verfahren und Vorrichtung zur Her-
stellung von Quarzglashohlkörpem aus einem
im Schmelzofen unmittelbar gewonnenen
Zylinder. J. F. Bottomley, Wallsend-on-
Tyne, u. A. Paget, North -Cray, Engl.
31. 5. 05.
F. 20 410. Verfahren zur Herstellung von
gläsernen Durchgangshähnen vor der Glas-
bläserlampe. F. Fischer & Röwer, Stüt-
zerbach i. Th. 18. 7. 05.
Seh. 24685. Glasblasemaschine fQr Handbe-
trieb, mit Einrichtung zur Erzeugung der
zum Blasen dienenden Preßluft. A. S ch i 1 1 e r ,
Berlin. 30. 8. 06.
42. B. 40955. Projektionsrahmen. C. Bara-
toff, Dresden-A. 20. 9. 05.
B. 42049. Vorrichtung zur Bestimmung der
Mengenverhältnisse eines Gasgemisches
durch Beobachtung der Längenänderung
einer Flamme. P. de Bruyn, Düsseldorf.
24. 1. 06.
C. 14 087. Vorrichtung, um das Ablesen von
Schiffslogs an verschiedenen Stellen des
Schiffes zu ermöglichen. L. Crawley, Los
Angeles, Kalifornien. 15. 11. 05.
F. 19 300. Verfahren zur volumetrischen Milch-
fettbestimmung durch alkalische Lösungen.
P. Funke & Co., Berlin. 15. 9. 04.
F. 19640. Röhrenfederthermometer. J. B.
Fournier, Paris. 24. 12. 04.
H. 34 147. Wärmemesser für hohe Tempera-
turen; Zus. z. Pat Nr. 156008. Hartmann
& Braun, Frankfurt a. M. 12. 11. 04.
H. 34 430. Vorrichtung zur Erzielung ellip-
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen
der Himmelskörper bei Planetarion u. s. w.
G. Hering, Griesheim b. Darmstadt 28.
12. 04.
H. 84 491. Anmeßgerät für Brillen u. dgl.
J. H. Haies, Newport - News, V. St. A.
10. 1. 05.
Ertellinifeii.
21. Nr. 171599. Elektrizitätszähler. H. Aron,
Charlottenburg. 16. 5. 05.
Nr. 171600. Selbstzeichnendes Wattmeter für
Wechselstrom. V. Ar cioni, Mailand. 8.9.05.
Nr. 171 674. Einrichtung zur Prüfung von
Magneten. Hartmann & Braun, Frank-
furt a. M. 31. 1. 05.
Nr. 171 841. Vorrichtung zur Erzeugung dia-
magnetischer Wirkungen. H. du Bois,
Beriin. 26. 4. 04.
Nr. 171870. Anordnung von Drehspulen für
Galvanoskope, Relais und andere mitzwischen
den Polen von Dauermagneten drehbaren
Spulen arbeitende Instrumente. W. Blut,
Berlin. 13. 8. 05.
42. Nr. 171812. Objekttisch für Mikroskope
mit durch Kurbelgetriebe gleichzeitig in
zwei senkrecht zueinander stehenden Rich-
tungen bewegbarem Objektträger. G. Adler,
Berlin. 15. 2. 05.
Nr. 171813. Unterseefernrohr mit einem oder
mehreren am Ende des Rohres angeordneten
drehbaren Spiegeln und Beleuchtung der
beobachteten Gegenstände durch Schein-
werfer. J. C. Zubli, Paris. 28. 4. 05.
Nr. 171 924. Vorrichtung zur Bestimmung der
Wassertiefe von einem in Fahrt begriffenen
Schiffe aus. van Sittart -Howard, Sid-
cup, Engl, u. A. E.H. Marescaux, London.
21. 5. 04.
Nr. 171925. Kreiselapparat. H. Anschütz-
Kaempfe, Kiel. 11. 4. 05.
Nr. 172 019. Maximalthermometer mit im
Quecksilber beweglichem stählernen Ab-
sperrstift. P. Z e i 8 e , Angelroda b. Flaue i. Th.
21. 10. 04.
Fttr dl« R^UktloB TerantworfcUeh: A. Blaiohk« In BwIIa W.
YtrUf TM Juli Vi Bprlagor la Btrlin N. — Draek Toa Imll Droytr la B«rlla 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft fttr Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, An der Apostelldrche 5.
Heft U. 1. Juni. 1906.
Nachdrack nur mit Genehmis^ans: der Redaktion gestattet*
Eine Schaltung von Oeneratoren zur Erzielong von 5000 Volt Oleiohspannung.
Von F. O. VnttlBff In Washington!).
In der Sitzung der American Association for the Advancement of Science in
Pittsburg im Jahre 1902 beschrieb Prof. Mol er eine Qeneratorenschaltung zur Er-
zeugung hochgespannten Gleichstromes, die er in der Gornell-Universität angewandt
hatte. Die Anordnung bestand aus 24 einander gleichen Crocker-Wheeler-Genera-
toren von je 500 Fott, die in Serie geschaltet waren und einen Höchststrom vo^i
0,2 Ampere lieferten; sie wurde vom Verfasser während mehrerer Monate benutzt
und diente als Grundlage für die Ausfuhrung der im folgenden beschriebenen Schaltung.
Die Erzeugung und Regelung von hochgespannten Strömen mittels mehrerer
einander gleicher Generatoren ist verhältnismäßig einfach. Doch ließen die durch
Riemenbruch und durch die Bürsten verursachten, verhängnisvollen Mißerfolge es ratsam
erscheinen, die Einrichtung so gedrungen wie möglich auf einem mit Laufrollen verr
sehenen Tische zu montieren, so daß sie von dem, welcher sie benutzt, gut überwacht
werden kann.
Eine Spannung von 1000 bis 2000 Volt genügt schon zu vielen Arbeiten über
Leitung in Gasen, und eine Spannung von über 5000 Volt ist nur selten erforderlich.
Andererseits macht die Isolation erst bei Spannungen von über 8000 Volt Schwierig-
kelten. Es tritt dann Oberflächenleitung über geölte, angestrichene oder lackierte Ober-
flächen und durch Schalter hindurch ein. Deshalb wurde eine Spannung von 5000 VoU
als die geeignetste gewählt, da sie einerseits zur Isolation keine besonderen Vorsichtsr
maßregeln erfordert, andererseits doch für die meisten Arbeiten genügend groß ist.
Einheiten von 500 Volt wurden gewählt, um bei einer möglichst kleinen
Anzahl von Generatoren doch das Funken am Kollektor und die Isolations-
schwierij^keiten nicht zu groß werden zu lassen, und zwar wurde das bekannte
zweipolige Modell des Crocker-Wheeler-Generators von 500 Volt mit Nebenschluß-
wickelung benutzt, da dasselbe sich von allen auf dem Markt befindlichen Maschinen
bei weitem am besten zu eignen schien. Die Kollektoren dieser Maschinen bestehen
aus 16 Segmenten, sind während des Betriebes leicht zugänglich und lassen sich
durch zeitweiliges Polieren leicht funkenfrei halten.
Wie die nachstehende Abbildung der Anordnung erkennen läßt, sind die
10 Generatoren zu fünf auf jeder Seite oben auf einem eigens zu diesem Zweck kon-
struierten Tische aus massivem Eichenholz angebracht. Der zweipferdige Antriebs-
motor (General Electric, Type C. A.) ist in der Mitte der einen Querseite des Tisches
montiert und durch Riemenkuppelung mit der Transmissionswelle verbunden, von der
aus jeder Generator durch einen besonderen Riemen angetrieben wird.
Die Generatoren sind unmittelbar auf den beiden lackierten Eichenplatten
montiert, aus welchen die obere Tischfläche zusammengesetzt ist, so daß ihre Gestelle
voneinander nur durch das Holz isoliert sind. Jedoch sind die Bürstenhalter und Feld-
klemmen gegen die Gestelle der Maschinen sorgfältig durch starke Glimmerbuchsen
isoliert. Drei Drähte verbinden jeden Generator mit dem nächsten: der eine schaltet
die Anker in Serie und die beiden anderen dienen zur Parallelschaltung der Felder.
1) Aus dem Miglischen Manuskript Übersetzt von Dr. ing. G. Schulze in Wartenberg
bei Weißensee. Vgl. auch Bvfü. Bwr. af Standards, WashingUm. 1. 8. 449 1904/05.
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102
P. O. Nutting, Ersi«luiig von sooo Volt Ol^ichtpannung.
Deutfch«
MechMilker-Ztg.
Diese Drähte sind überall mit starkwandigen, balbzöUigen Gummiröhren über-
zogen. An den Stellen, an denen sie über die Tischkante hinausragen, sind sie durch
^^-zöllige Hartgummiröhren von ^/g Zoll Wandstärke gestützt. Die Beanspruchung der
Isolation ist also sowohl zwischen den einzelnen Gestellen als auch zwischen Feld und
Anker gering. Während einer einjährigen starken Benutzung der Anlage wurde weder
ein Durchschlagen der Isolation noch irgend eine Spur von Undichtheit beobachtet.
Die Generatorfelder werden durch direkten Anschluß an einen Stromkreis von
120 VoU Spannung erregt, und zwar, wenn irgend möglich, durch einen anderen als
den, welcher den Antriebsmotor speist. Ein Tourenregler von weitem Regelungs-
bereich wird in Verbindung mit dem Antriebsmotor verwandt und gestattet eine
starke Veränderung der zu liefernden Spannung. Zwischen 3000 und 5000 Volt
kann die Spannung längere Zeit leicht auf 1 7o l^onstant erhalten werden.
Beträchtliche Schwierigkeiten bietet|[MieJ)Regulierung|^de8 Hochspannungskreises.
Die Anker haben jeder nur einen Widerstand von 250 Ohm, und der Höchst-
strom beträgt nur 0,22 Ampere; also muß ein Mindestwiderstand von 25000 Ohm stets
im Stromkreis verbleiben, während Arbeiten über Leitung in Gasen bei einem Strome
von ungefähr 1 Milliampere einen kontinuierlich veränderlichen Widerstand von
fünf Millionen Ohm bedingen. Bisher wurden dazu Röhren mit einer Lösung von Kad-
miumjodid in Amylalkohol benutzt. Dieser Flüssigkeitswiderstand soll jedoch durch
einen von Gebr. Ruhstrat verfertigten Rheostaten aus Draht und Graphit ersetzt werden.
Im folgenden sind die genaueren Einzelheiten der Anlage zusammengestellt:
Generatoren: Größe: V^ PS, 110 Watt; Spannung: 500 VoU. Höchst-
strom: 0,22 Ampere; Geschwindigkeit: 2500 Touren per Minute; Feld: 500 Ohm^
0,2 Ampere; Ankerwiderstand: 250 Ohm; Kollektor: 16 Segmente; Riemen-
scheibe: Breite 17^ Zoll, Durchmesser 2 Zoll; Größte Länge (Welle): 9^2 ^oU;
Größte Breite (Joch): ly^ Zoll.
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Htft 11.
1. Juni 190«.
P. O. Nutting, 9000 Volt Gl«ichipaimiuig. — Venini- u. P«raon«iuiachricht»ii.
103
Antriebsmotor: 2 P8, General Electric, Type C. A. ; 15 Ampere,
115 VoÜ; Geschwindigkeit: 1800 Touren per Minute; RiemenBcheibe: Breite
3V2 ^oll, DurchmeBser 4V2 ^oü.
Tisoh: Obere Flftche 26 X 32 Zoü; Fläche fttr einen Generator 8 X 10,5
Zoll] Riemen: Zwischen Motor und Transmission 3 Zoü, zwischen Transnüssion
und Generatoren 1 ZoU.
Die im vorstehenden beschriebene Generatorenschaltung hat den Zweck, die
Benutzung der Iftstigen Hochspannungsbatterien flir alle Arten von Arbeiten an Vakuum-
röhren, ja selbst für genaue Leitfähigkeitsmeesungen zu vermeiden. Mit dem kleinen
Hochspannungstransformator, wie er bei spektroskopischen Arbeiten mit Funken und
Plückerschen Röhren benutzt wird, soll sie jedoch nicht in Wettbewerb treten.
Washington, Bureau of Standards, Mai 1905.
Varaliis- und Papsaiieiiiiaohriohtaii.
Der 17. Deatsohe Meehanikertag
wird am 17. und 18« August d. J. in
Nürnberg stattfinden. Es ist beabsichtigt,
für Vortrüge und Erledigung geschüftlicher
Angelegenheiten nur einen Tag zu ver-
wenden, um recht viel Zeit zur Besichtigung
der Bayer. Jubilüums - Landesausstellung,
des Germanischen Museums und bedeuten-
der, für Nürnbergs Industrie charakteristi-
scher Fabriken zu gewinnen. — Genaueres
über die Tagesordnung wird eine der nächsten
Nummern bringen.
D. G. f. M. n. O. Abt. Berlin E, V.
Sitzung vom 8. Mai 1906. Vorsitzender: Hr.
W. Handke.
Hr. Ing. F. Kayser von der Fa. Biemens
& Halske (Wemerwerk) sprach über den
Oszillographen, ein Instrument, das zum Demon-
strieren oder pbotographischen Registrieren
dee zeitlichen Verlaufs von Wechselströmen
dient. Nachdem Vortragender das Prinzip der
Konstruktion erl&utert hatte, fahrte er mit dem
Instrument mehrere Experimente aus. — An
den Vortrag schloß sich eine l&ngere Be-
sprechung, in deren Verlauf der Vortragende
eine Reihe von Fragen beantwortete.
Hr. R. Kurtzke, Feinmechaniker der MilitAr-
tecbnischen Akademie, wurde aufgenommen.
Die Versammlung beschloß, daß im Laufe
der bevorstehenden Sommerferien wiederum
ein Ausflug veranstaltet werden solle, und
stellte dem Vorstande die erforderliches Mittel
zur Verfagung. Bl
Ernannt: Prof. Dr. Langevin zum Prof. der
allg. Physik an der EodU Municipale de Fkynque
et CMmie in Paris; Prof. Dr. K. Dieterici in
Hannover zum o. Prof. der Physik an der Uni-
versität Rostock; Dr. E. Ritter v. Schweidler,
Privatdozent der Physik an der Universität
Wien, zum ao. Prof.; Dr. C. A. Skinner zum
Prof. der Physik an der Universität von Ne-
braska in Lincoln; die Privatdozenten der
Chemie Dr. A« Lottermoser an der Techn.
Hochschule in Dresden, Dr. W. Dieckmann in
München und Dr. E. Mohr an der Universit&t
Heidelberg zu ao. Professoren; Prof. Dr. A.
Penck in Wien zum o. Prof. der Brdkunde und
Dir. des Geograph. Inst, der Universität Berlin;
Pater J. 6. Hagen» 8. J., gegenwartig Prof.
der Astronomie an der Georgetown-Universit&t,
U. 8. A., zum Direktor des Vatikanischen Ob-
servatoriums in Rom; Prof. Dr. T. Schwarz
zum Direktor der Benediktiner-Sternwarte in
Kremsmttnster; Dr. F. Ferro» Prof. an der
Universit&t Genua, zum Direktor der Staatlichen
Sternwarte in La Plata; Prof. Dr. H* Simon
zum Leiter der neu errichteten Abt. fOr ange-
wandte Elektrizit&tslehre beim Physikalischen
Institut der Universität Göttingen; der Astronom
F. W. Dyson» F. R. 8., erster Assistent an der
Sternwarte zu Greenwioh, zum Kgl. Astronomen
fQr Schottland und zum Prof. der praktischen
Astronomie an der Universit&t Bdinbourgh;
IL Km Morgan, vom U. S. Naval Observatory
in Washington, zum Prof. der Astronomie und
Dir. der Morrison Sternwarte in Glasgow,
Missouri; Prof. S. Newcomb» Astronom in
Washington, zum Ritter des preußischen Ordens
Pour le MMte für Wissenschaften und Künste;
E. T. Whittaker, F. R. S., zum Prof. der Astro-
nomie an der Universität Dublin und zum Kgl.
Astronomen in Irland; Dr. E. Anding» ao. Prof.
der Astronomie in München, zum Dir. der
Sternwarte in Gotha; von der Akademie der
Wissenschaften zu Berlin Prof. Dr. "W. Nernst
u. Prof. Dr. F. Drade zu ord. Mitgliedern,
Prof. H. Le Chatelier in Paris, E. Ch. Pickering
in Cambridge Mass., Prof. H. Bruns in Leipzig
u. Prof. H. V. Seeliger in München zu korre-
spondierenden Mitgliedern. — Dr. E. Aschkinafi,
Privatdozent für Physik und höhere Mathe-
matik an der Universit&t Berlin, und Dr. R. du
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104
Ver*lni- u. Penonennachrlchftii. — Kl«ifi«re AUttelluiif «n.
Dontioht
MechMilker-Ztc.
Bois-Reymond» Privatdoz. der Physiologie und
Abteil UDgsvorsteher am Physiolog. Institut der
Universität Berlin, zu Professoren.
Habilitiert: Dr. A. Byk an der Universität
Berlin für physikalische Chemie; Dr. W. J.
Müller an der Universität Basel für physikalische
Chemie; Dr. Mannheim für Chemie an der
Universität Bonn; Dr. K« Fredenhagen für
theoretische Physik an der Universität Leipzig.
Geh. Hofrat Dr. H. Weber, ord. Prof. der
Physik an der Techn. Hochschule in Braun-
schweig, und Prof. Dr. Y. Knorre» 1. Obser-
vator an der Kgl. Sternwarte in Berlin, traten
in den Ruhestand.
Verstorben: Dr. H. Jaeckle, Dozent der
Naturwissenschaften an der Königl. Akademie
in Posen und Vorsteher der chemischen Abt.
am Hygienischen Institut; Prof. R. Haaß, Leiter
der Chem.-techn. Versuchsanstalt der Techn.
Hochschule in Karlsruhe i. B.; A« St« Popow»
Prof. der Physik und Dir« des Blektrotechn.
Inst. Alexanders III. in Petersburg; Prof.
S. F. Langley» Sekretär der Smith aanian In-
atitHHan und Leiter des Nationalmuseums in
Washington; Prof. T. Bragnatelli, früher Prof.
der Chemie an der Universität Pavia; G« Brelaz»
Prof. der Chemie an der Universität Lausanne;
Dr. H, Lorbergy ao. Prof. der Physik an der
Universität Bonn.
Kleinere Mittellitnaeii.
Neue Laboratorlmnabrenner und Ihre
Anwendung: zum Erhitzen auf hohe
Temperaturen«
Von G. Meker.
J<mr. de Fhy». 4. 8. 348. 1905,
Eine verbesserte Form der Bunsenbrenner
für Laboratoriumszwecke hat Verf. in zwei ver-
schiedenen Ausführungen angegeben. Die eine
hiervon, welche zum einfachen Anschlüsse an
eine gewöhnliche Gasleitung eingerichtet ist,
ist in Fig. 1 abgebildet.
Diese zeigt eine doppelte Reihe von Ein-
strömungsöffnungen für den Eintritt der Luft,
um eine vollständige Verbrennung des Gases
zu ermöglichen. Das Brennerrohr ist nach
oben konisch erweitert, wodurch die Aus-
strömungsgeschwindigkeit des Gas- und Luft-
gemisches verringert und eine vollkommen
gleichmäßige Durchmischung desselben erzielt
wird. Auf das Brennrohr ist dann ein Ver-
schlußrohr G von 10 mm Höhe aufgesetzt, das
aus Nickelblech von 0,5 mm Stärke hergestellt
ist und die AusstrÖmungsöfTnung in kleine
Quadrate von 2 mm Seitenlänge zerlegt.
Infolge dieser Einrichtung tritt bei dem
neuen Brenner nicht der große blaue Konus
auf, wie ihn die gewöhnlichen Bunsenbrenner
im Innern der Flamme zeigen, sondern die aus
den Offnungen des Mundstückes 0 austretenden
kleinen Flämmchen vereinigen sich zu einer
großen gleichmäßigen Flanune, die in jedem
horizontalen Querschnitt überall die gleiche
Temperatur besitzt, wie sich durch Thermo-
elemente nachweisen läßt. Infolge der besseren
Ausnutzung der Heizkraft des Gases liefern
diese neuen Brenner eine um reichlich 100^
Fig. 1.
höhere Temperatur als die gewöhnlichen
Bunsenbrenner bei gleichem Verbrauch an Gas.
Die zweite, in Fig, 2 dargesteUte Form er-
fordert die Benutzung komprimierter Luft. Das
Gas tritt durch das untere Einströmungsrohr
des Brenners ein und mischt sich mit der durch
die Öffnungen c einströmenden Luft. In dieses
durch das Brennerrohr aufsteigende Luft- und
Gasgemisch wird dann durch die feinen Öff-
Fig. 2.
nungen des Querschnittes / die durch das obere
Zuleitungsrohr eintretende komprimierte Lul't
hineingepreßt. Die übrigen Teile sind wie bei
der ersten einfacheren Form ausgeführt.
Die Wirkung eines solchen Brenners mit
komprimierter Luft ist eine außerordentliche.
So war es beispielsweise möglich, bei An-
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Heft 11.
1. Jnnl 1»06.
Ktoiiitr« Alltt«ilaiig«i.
105
Wendung von Luft unter 1,5 üi^ Druck mit
diesem Brenner 50^ Platin in 10 bis 15 Minuten
zum Schmelzen zu bringen. Mk.
sB. O. B.*-Schraub0toek.
Engineering 81. 8. Ü26. 1906.
Der Schraubstock (vgl. Fig.) sitzt auf einer
Grundplatte, auf der er um einen Zapfen ge-
dreht und mittels Bolzen festgeschraubt werden
kann. Die Grundplatte tr> eine Teilung und
der Schraubstock einen Index, nach dem sich
jeder beliebige Winkel einstellen laßt. Die
Kanten der Grundplatte sowie der Zapfen und
die Grundfläche sind genau gerade und winkelig
zueinander. Die Backen drehen sich gleich-
falls um Zapfen, auf welche sie gesteckt sind,
imd es lassen sich daher spitz zulaufende
Gegenstande ebenso fest^klemmen^wie -parallele;
die Backen können aber auch so gestellt
werden, daß sie genau parallel spannen. Bine
V-Backe kann anstelle der einen geraden Backe
auf den Zapfen gesetzt werden, um auch runde
Gegenstände sicher zu halten. Die Backen
haben auswechselbare Spannflächen aus ge-
härtetem Stahl. Ein großes Loch durch die
Grundplatte gibt die Möglichkeit, Bohrer durch
den eingespannten Gegenstand frei hindurch-
gehen zu lassen. Der Mutterklotz läßt sich in
den Einkerbungen derart versetzen, daß trotz
der Kürze der Klemmsehraube große imd kleine
Gegenstände gehalten werden können.
Der Schraubstock wird von der Firma
Thomas A. Ashton Lim. in Sheffield in drei
Größen hergestellt; der größte hat 6"" (rd. 15 em)
breite Backen und eine Spannweite bis zu 14 ^
(rd. 85 em). Elßin.
Der Pendel-GeschwlndigkeltsmeMer,
ein Instrument
zur direkten MeMung und Anlkeloh-
nnng Ton Beschleuniiirungen.
Von F. W. Lanchester.
PAO. Mag. 10. 8. 260. 1905.
Zur Bestimmimg der Antriebsbeschleunigung
und der Bremswirkung bei Eisenbahnen und
Motorfahrzeugen hat Verf. das nebenstehend
dargestellte Instrument konstruiert. Das Prin-
zip desselben beruht darauf, daß ein Pendel,
dessen Schwingungsebene in der Bewegungs-
richtung liegt, bei jeder Bewegungsbeschleu-
nigung ausschlägt und daß die Tangente des
Ausschlagswinkels der Beschleunigung pro-
portional ist Hierbei ist vorausgesetzt, daß
das Pendelgewicht unmittelbar der Bewegung
des Fahrzeuges folgt, was durch möglichst ge-
ringe Länge des Pendels erreicht wird. Diese
beträgt bei dem Instrument IV« Zoll, also etwa
In der Figur bedeutet A das Pendelgewicht,
BO die messerschneidenförmige Auflage des
Pendels, D die Pendelverlängerung zur Über-
tragung der Bewegimg des Pendels auf die
Registriervorrichtung; E ist der Schreibstift-
hebel, ^der Schreibstift, Q- die Schreibtrommel,
H die Papierrolle, J die Vorrichtung zimi
Markieren der Zeit, L der keulenförmige
Bremskolben, der in einem mit zähem Öl ge-
füllten Zylinder sich vertikal bewegt imd durch
einen Hebel mit A in Verbindung steht,
N sind Nivellierschrauben, P das Uhrwerk.
Die Schreibvorrichtung trägt als Ordinate
die Tangente des Ausschlagswinkels des Pendels
auf, während durch das Uhrwerk die Schreib-
trommel gedreht und so die Zeit als Abszisse
aufgetragen wird. Durch die Bremsvorrichtung
wird die Bewegung des Pendels zu einer fast
vollständig gedämpften Schwingungsbewegung
und ist dadurch befähigt, alle Bewegungs-
änderungen des Fahrzeuges genau auf die
Schreibvorrichtung zu übertragen. Die Dia-
gramme geben beim Anfahren jeden neuen Im-
puls seiner Größe nach rasch wieder und zeigen
beim Bremsen in gleicher Weise die Wirkung,
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106
Ktoi&*r* MittaUungMi.
Deutsche
Mechaniker -Ztg.
welche beim jedesmaligen Anziehen der Bremse
eintritt. Mk,
Da« Metermafs In den Vereinigten
Staaten Ton Nordamerika >).
Von G. A. Bell.
Jaum. FrunkHn Inat 161. 8. 394. 1906.
Die Kommission für Münzen, Maße und Ge-
wichte des nordamerikaniscben Unterhauses
berAt einen Gesetzentwurf, wonach vom
1. Juli 1908 an für die Behörden das metrische
Maßsystem obligatorisch sein soll. Hierzu liegt
ein eingehender Bericht von Dr. G. A. Bell
vor, der im Märzheft des Nat Oeogr. Mag. aus-
führlich abgedruckt ist. Der Bericht weist auf
die Widersprüche hin, die sich bei dem in den
Vereinigten Staaten gebrauchten englischen
Maßsystem zeigen; diese Verwirrung sei noch
gesteigert worden durch die fakultative Zu-
lassung des metrischen Maßes. Da aber die
Vereinigten Staaten bereits ein dezimales
Münzsystem besitzen, so würden sich durch
Einführung des dezimalen Maßsystems sehr
wesentliche Brleichterungen erzielen lassen;
soweit dieses bereits in Gebrauch sei, hätten sich
keine Schwierigkeiten gezeigt, und es werde
sich daher auch seine allgemeine Einführung
ohne Anstoß vollziehen. — Für die Einführung
des Metermaßes ist auch die Metrologieal Society
eifrig t&tig, an deren Spitze Prof. S. New-
comb steht. Bl.
Die Aktien-Gesellschaft für Anilin-
Fabrikation, Berlin, legt von jetzt an jeder
Packung ihrer neuen Chromo-Isolar-Plaüen u.
-Films eine Gelbfolie gratis bei, um die Ver-
braucher in den Stand zu setzen, die hervor-
ragenden Eigenschaften dieses neuen orthochro-
matischen Negativmaterials ohne viele Umstände
auszunützen. Diese Gelbfilter sind genau für
die Chromo-Isolar-Fabrikate abgestimmt, also
auch nur für diese verwendbar; bezogen auf
das gleiche Negativmaterial ohne Gelbfilter be-
dingen sie eine sechsfach längere Expositions-
zeit. Die Chromo-Isolar- wie die Agfa-Taschen-
Films 9 X 12 und 8 X 10,5 cm werden neuer-
dings mit der Zusatzbezeichnung 0 T (ohne
Taschen) zu entsprechend niedrigerem Preise
auch zum SelbstnachfüUen in gebrauchte
Taschen geliefert.
Ein Fonds für wissenschaftliche
Zwecke von zurzeit 3 Millionen Mark ist
in Hamburg gegründet worden. Mit der
in den letzten Jahren mehrfach erörterten
Frage einer Hamburger Universität steht
») Vgl. D. Mech'Ztg. 1903. S. 20.
dieser Fonds nur insofern in Zusammen-
hang, als in den von den Beitragenden ge-
billigten Bestimmungen der Fall der Über-
gabe des Fonds an die Universität vorge-
sehen ist. Das soll unter gewissen Be-
dingungen geschehen, wenn der Fonds
durch weitere Zuwendungen angewachsen
sein wird und wenn dann auch die
staatlichen Organe Hamburgs erhebliche
Mittel zur Begründung einer Universität zu
bewilligen bereit sind. Es wird also der-
maleinst das Vorhandensein dieses Fonds
die Errichtung einer Universität bedeutend
erleichtem können.
Inzwischen sollen die Zinsen des wissen-
schaftlichen Fonds benutzt werden, um das
wissenschaftliche Leben in Hamburg zu
fördern, sei es durch Heranziehung vor-
züglicher Kräfte zur Abhaltung von Vor-
lesungen, sei es durch Ausstattimg wissen-
schaftlicher Expeditionen oder durch Unter-
stützung wissenschaftlicher Versuche und
literarischer Arbeiten wie auch durch Druck-
legung wissenschaftlicher Werke. Dabei
sollen aber alle diejenige Betätigungen aus-
geschlossen sein, für welche die Sorge dem
Staate obliegt.
Die Verwaltung des wissenschaftlichen
Fonds untersteht einem Kuratorium unter
der Leitung des Präses der Oberschul-
behörde, Hm. Senators Dr. von Melle,
welches aus Gelehrten und Kaufleuten ge-
bildet ist und dem auch der Vorsitzende
der D. G. f. M. u. 0., Hr. Dr. Krüß, an-
gehört. H. K.
Eine Allj^emeine deutsche geodätisch-
kulturtechnische Ausstellung wird in Königs-
berg (Pr.) aus Anlaß der 25. Hauptver-
sammlung des Deutschen Geometervereins in
der Zeit vom 8. bis 25. Juli d. J. veranstaltet
werden. Die Ausstellung soll den interessierten
landwirtschaftlichen und technischen Kreisen
die Mannigfaltigkeit der Aufgaben veran-
schaulichen, die den Landmessern und Kultur-
technikern obliegen, und die Hilfsmittel zur
Lösung dieser Aufgaben zur Darstellung
bringen.
Dem Ausstellungsausschuß gehören u. A.
an die Herren: Prof. Dr. Cohn, Observator an
der Sternwarte; Prof. Dr. Hahn; Heinrich,
Stadtgeometer; Prof. Dr. Klien, Dirigent der
Landwirtschaftlichen Versuchsstation ; Lohnes,
Vermessungsinspektor der Generalkommission;
Repkewitz, Landmesser; Prof. Dr. Stutzer,
Direktor des agrikulturchemischen Instituts
der Universität; Universitätsprofessor Dr.
Volkmann.
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Htft 11.
. Juni IVKM.
Kl«in«r« iIltt«Uuag«ii. — Qlast«clmiichM.
107
FOr die Feinmechanik sind folgende Gruppen
von Interesse:
I. A) Mathematische und optische Instru-
mente (von den Altesten, die nur noch ge-
schichtlichen Wert haben, bis zu den neuesten).
B) Meßgeratschaften und Werkzeuge. II. In-
Btromente und Geratschaften zum Kartieren
und Plachenberechnen. IV. Vervielfältigungs-
apparate und Reproduktionen. VI. Mineralien
Fossilien, Bodenproben und deren Analysen,
Wasseranalysen.
Die Ausstellung findet in den Ausstellungs-
räumen des Tiergartens zu Königsberg statt.
Über die Annahme der eingehenden An-
meldungen entscheidet die Ausstellungsleitung
und der zust&ndige Gruppen vorstand. Die
Anmeldescheine sind in doppelter Ausfertigung
an den Geschaftsleiter der Ausstellung, Hm.
Kommissionsrat Claaß (Königsberg i. Pr., Tier-
garten), einzusenden. Als Platzgebühr werden
erhoben: für je ein Quadratmeter Boden-
flftche im bedeckten Raum 10 M, im Freien
3 M'f für je ein Quadratmeter Wandfiäche 7 M,
Behörden, wissenschaftliche Institute, Gemeinde-
vertretungen sind von der Entrichtung einer
Platzmiete befreit, desgleichen Mitglieder des
Deutschen Geometervereins oder dessen Zweig-
vereine unter Zustimmung des Vorsitzenden des
Landmesservereins für Ost- und Westpreußen.
Terband der elektroteohnUiohen
Installationsflmieii in Deutschland.
Die 4. ordentliche Mitgliederversammlung
wurde in den Tagen vom 6. bis 9. Mai in
Dresden unter dem Vorsitz des Hm. Mon-
tanus (Prankfurt a. M.) abgehalten. Nach dem
Geschäftsbericht hat der Verband wiederum
ersprießliche Erfolge zu verzeichnen. Nach
Genehmigung der neuen Satzungen wurde ein
Ausschuß von 14 Mitgliedern gebildet, in
welchem alle Teile Deutschlands vertreten sind.
Femer wurde Über die heute oft noch nicht
geeignete Ausbildung des Monteurpersonals
eiogehend diskutiert und beschlossen, auf Grund
eines eingehenden Studiums entsprechende
Schritte zur Förderung dieser Angelegenheit
zu unternehmen. Auch wurde die von ver-
schiedenen Handelskammern in letzter Zeit be-
handelte Frage betreffend den Bigentums-
vorbehalt an Maschinen besprochen. Der
Ausschuß wurde beauftragt, ein Studium dieser,
die Interessen der Installationsfirmen eng be-
rührenden Frage zu unternehmen, um durch
geeignete Schritte der vielfach auftretenden
Schädigung beteiligter Kreise vorzubeugen.
Der n&chstj&hrige Verbandstag soll in Hamburg
abgehalten werden.
Qlastechnischi
Bestimmung Ton Molekulargewichten
In siedender kona&entrlerter Schwefel-
säure.
Von B. Beckmann.
Zeitachr. f. physik. Chem. öS. 8. 129. 1905.
Benutzt wurde der schon früher i) beschrie-
bene Apparat für direktes Heizen. Zur Br-
zielung der hier erforderlichen hohen Tem-
peratur wurde der Luftmantel noch mit Asbest-
deckel verschlossen und unten an den Öffnungen
neben dem mit Asbesthaube versehenen Siede-
rohr mit Asbestwolle verstopft. Wenn man auf
Beobachtung des Siederohrs verzichten kann,
empfiehlt sich Ausfüllung des Luftmantels mit
Asbest- oder Glaswolle. So ausgerüstet ist der
Apparat auch für Temperaturen über 830^ be-
nutzbar und erfordert nicht die Anwendung
eines Dampfmantels.
^ Das Kühlrohr ist für diese Versuche am
unteren Teile mit warzenförmiger Erweiterung
versehen worden, damit hier das etwa zuerst
übergehende Wasser aufgefangen wird und
nicht direkt in die Schwefelsäure zurücktropfen
kann. In dieser Höhlung mischt sich das Wasser
mit bereits dort vorhandener heißer Schwefel-
säure.
Als Thermometer wurde ein nicht variables
Instrument benutzt, dessen Skale nur 4 in
hundertel geteilte Grade umfaßte.
Das Trockenrohr, welches das Bindringen
der Luftfeuchtigkeit verhindem soll, ist mittels
S-förmig gewundenen Biegerohrs mit dem Kühl-
rohr verbunden. J.
Zur Anwendung der Dampfstrom-
methode fftr die Bestimmung Ton
Molekulargewichten bei höheren
Temperaturen.
Von B. Beckmann.
ZeUaehr. f. phyaik. Chem. 53. 8. 137. 1905.
Verf. hat den vor etwa 3 Jahren von ihm
beschriebenen ^) Dampfstromapparat weiter ver-
bessert und zwar bildeten Konstruktionen von
G. Walter^) und A. Smits*) Anlaß dazu.
Die neueste Form, die Verf. seinem Apparat
gegeben, hat neben dem Thermometertubus nur
noch ein Ansatzrohr; Binfüli- und Druckaus-
gleichsrohr sind in Fortfall gekommen. Die
umstehende Fig. 1 zeigt den Apparat in V^
der natürlichen Grüße.
1) Diese ZäUekr. 1904. 8. 238 u. 250. —
2) Ebenda 1905. 8. 67. — 3) Ebenda 1905. 8. 149
— *) Chemiaeh WeMlad 1. 8. 32. 1904.
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108
QlastcchiiiichM.
Deataehd
Mechaniker-Ztg.
Das Siederohr A ist mit Dampfentwickler G
verschmolzen ; DampfzuleitungsrohrD vermittelt
den Dampfzuiluß des Lösungsmittels von O
nach A> Kühlrohr K ist in den Tubus S ein-
geschliffen und trägt am Schliff drei Bohrungen,
Flg. i.
welche Rückfluß zum Dampfentwickler und
Druckausgleich ermöglichen. Neu eingefügt
ist das Verbindungsrohr V, das zum direkten
Druckausgleich von O zum Kühlrohr und durch
dieses zur Atmosphäre dient. Rohr E ver-
mittelt, wie an dem früheren Apparat, den Rück-
fluß des Lösungsmittels aus dem Kühler nach
dem Dampfentwickler. Der Kühler ist mit An-
^mß
Flg. 2.
satz M versehen worden, mit dem der Schlauch
des Gummiballs 0 verbunden wird ; x und y, die
den Kühler JV^ bedienenden Wasserschläuche, sind
so befestigt, daß der Kühler ohne Behinderung
gedreht werden kann. Wulst W ist am Kühl-
rohr angebracht, damit bei hohen Temperaturen
Teile von Kondeusationswasser sich hier mit
heißem Lösungsmittel mischen können und nicht
unvermischt in das Dampfentwicklungsrohr ge-
langen. Das Thermometer T mit der Ablese-
vorrichtimg U ist mittels Schliffstücks Q bei 8
in den oberen Teil des Siederohrs eingeschliffen.
Der Apparat muß vom Glasbläser sehr gut
gektlhlt werden, da er bis über 200^ verwendet
werden soll. Bei sehr hohen Temperaturen be-
nutzt man zum Schutze den schon früher be-
schriebenen Luftmantel.
Bine zweite Modifikation des Dampfstrom-
apparates dient dem Verf. zur Verwendung be-
sonders hoch siedender Flüssigkeiten, wie kon-
zentrierte Schwefelsäure. Ein vor 3 Jahren von
Eijkmann angegebener Apparat, an dem das
Siederohr mit einem unten offenen Mantelrohr
verschmolzen ist und so in den Dampfentwickler
eingesetzt wird, hat ihm zur Richtschnur ge-
dient.
In Fig. 2 ist dieser Stromapparat mit Dampf-
glocke abgebildet.
Dampfentwickler E ist oben mit weitem
Schliff Q versehen, durch den das Thermometer
eingeführt wird. Durch ihn läßt sich auch
Siederohr A, das von Glockenrohr Q umgeben
wird, einsetzen. Am Boden des Dampfen t-
wicklers sind Ösen angeschmolzen, an denen
Asbeatschleifen befestigt werden. Auf diesen
ruht Dampfglocke Q und kommt somit nicht
unmittelbar mit dem Boden von E in Berührung.
Kühlrohr K mit Kühler N hat auch den vorher
erwähnten warzenförmigen Ansatz W und ist
außerdem zum Einsetzen eines Trockenrohrs mit
Tubus M versehen. Um zu verhüten, daß zu
viel Kondensat in das Siederohr gelange und
die Konzentration dort wesentlich ändere, sind
bei F Asbestfäden um das Thermometer gelegt,
welche die Flüssigkeit an die Wandung des
Dampfentwicklers und in diesen zurück leiten.
Zum Ablesen des Flüssigkeitsstands im Siede-
rohr ist in das Thermometer unten eine Milli-
meterskale eingesetzt. Die Lösungssubstanz
wird durch das Kühlerrohr mittels langen Glas-
löffels eingeführt.
Verf. hat bei der Benutzung^ seiner ver-
schiedenen Apparate dieser Art gefunden, daß
der Apparat für direktes Heizen sicherer
funktioniert als die Dampfstromapparate — auch
als der zuletzt beschriebene, der nach den bis-
herigen Erfahrungen verbessert worden ist
J.
Gebrauohsmaster.
Klasse :
12. Nr. 275 958. Schwefelwasserstoff - Entwick-
luDgsapparat, dadurch gekennzeichnet, daß
das Schwefeleisen in besonderen Einsatz-
gefäßen untergebracht wird, welche die
einwirkende Säure zu einer raschen Zirku-
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Heft 11.
U Jnnl 190«.
Glaal^ehnliehM. ~ Büchenchau.
109
lation um die Substanz zwingen. W.
Schmidt & Co., Luisenthal i.Th. 14.3.06.
Nr. 276010. Trichter zur Filtration unter
Druck, welcher von einem angeschmolzenen,
einen Hohlraum bildenden zweiten Trichter
umgeben ist. R. Kühne!, Berlin. 12.2.06.
42. Nr. 274 012. Vakuum - Barometer zur Kon-
trolle des Vakuums bei Kondensations-
Dampfmaschinen. G. A. Schnitze, Char-
lottenburg. 28. 2. 06.
Nr. 2740 35. Differentialthermometer nach L e s 1 i e
mit herabh&ngendem Gef^ mit verstellbarer
Vorrichtung zur Aufnahme bezw. Anbringung
und Sicherung des die zu untersuchende
Flüssigkeit enthaltenden Gefäßes. W. N i e h 1 s
Ww., Berlin. 14. 12. 05.
Nr. 274 069. Zentrifugenglas mit ange-
schliffenem, stehendem Auffangglaschen mit
Kappe, angeschmolzenen Glashäkchen und
eingeschliffenem Verschlußstab. H. Rohr-
beck, vorm. J.F.Luhme&Co.,BerIin. 15. 2.06.
Nr. 274139. Viskosimeter, dessen ganze Röhre
von einem Kühlmantel vollständig um-
schlossen ist, durch welchen der Hahn des
Viskosimeters nach außen hindurchgeht.
H. GeißUr Nachf. F. Müller, Bonn.
19. 2. 06.
Nr. 274 504. Automatische Bürette, direkt mit
dem Flüssigkeitsbehälter verbunden und
durch einfache Neigung desselben automatisch
fOllbar. Bausch & Lomb Optical Co.,
Frankfurt a. M. 9. 3. 06.
Nr. 274534. Kegelförmiger, am zugespitzten
Ende geschlossener Giasbehälter zur Prüfung
der Milch auf Schmutzgehalt. H. Fried-
länder, Hamburg. 12.2.06.
Nr. 275 376. Zentrifugengläschen für die Milch-
eiterprobe. P. Hugershoff, Leipzig. 19. 3. 06.
Nr. 275 419. Flaschengasometer nach Dr. Reck-
leben und Dr. Lockemann, bestehend
aus zwei mit dem Boden aufeinander ge-
stellten Flaschen, welche ihrerseits wieder
in einem eisernen Gestell ruhen und durch
Hähne und Schlauch miteinander kommuni-
zieren. 0. Peßler, Leipzig. 22. 1.06.
Nr. 275 902. Apparat zur Bestimmung des
kohlensauren Kalks in der Ackererde, be-
stehend aus einem mit hinterlegter Skala,
mit zwei Glashähnen und Glasfuß versehenen
Glasgefäß und einer mit diesem zu ver-
bindenden Entwicklungsflasche. St. Dab-
kiewicz, Breslau. 13. 3. 06.
Nr. 275 906. Butyrometer, in welchem die
Oberfläche der Fettschicht eine konvexe
Form hat. A. Bernstein, Berlin. 22.3.06.
Nr. 276 234. Aus zwei verschieden großen, auf
ein Schreibwerk einwirkenden Schwimmern
bestehendeVorrichtung zur ununterbrochenen
Aufzeichnung der Dichte von Flüssigkeiten.
W. Mettin, Wittmar, Braunschw. 26. 5. 05.
Nr. 276533. Rahmprüfer mit Doppelskala.
A. Sichler, Leipzig. 12. 2. 06.
Nr. 276 599. Mit einem von den Enden nach
der Mitte heller werdenden Anstrich ver-
sehenes Unterlagbrett für Thermometer.
F. R. Kirchner, liversgohofen. 3. 3. 06.
BOohepsohau.
E. Ziegler, Feldbuch für die Feldmeßübungen
an technischen Lehranstalten; mit einem
Anhang: Ausgeführte Musterbeispiele. 8^.
128 S. mit 6 Taf. Hannover, Gebr. Jänecke
1905. Geb. 2,20 M.
— , Anweisung zur Führung des Peldbuches
nebst kurzgefaßten Regeln für den Fold-
dienst beim Feldmessen, Winkelmessen, Kreis-
kurvenabstecken, Nivellieren, Peilen und
Tachymetrieren, sowie einer Anleitung zum
Gebrauch, zur Prüfung und Berichtigung der
erforderlichen Feldmeßinstrumente u. s. w. 8°.
144 8. mit Fig. Ebenda 1905. Geb. 3,80 If.
Von diesen beiden Werkchen bestimmt
der Verf. das erste „für die Feldmeßübungen
an technischen Lehranstalten und für die in
der Ausbildung begriffenen Techniker zum
Feldgebrauch", das zweite »für die Feldmeß-
übungen an technischen Lehranstalten und zum
Gebrauch für Behörden und praktisch tätige
Techniker"; im zweiten ist die Berichtigung
und der Gebrauch einer Anzahl geodätischer
Gerätschaften und Instrumente gelehrt und im
ersten sind die dabei zu benützenden Feld-
auBweise mit Vordrucken fertiger Messungen
zusammengestellt nebst einigen Tabellen Diese
sind: die vierstelligen natürlichen goniometri-
sehen Zahlen der Winkel von 10' zu 10', eine
Tabelle zum Abstecken von Kreisbögen durch
rechtwinklige Koordinaten von der Tangente
aus mit runden Abszissenabschnitten für 80 ver-
schiedene Halbmesser zwischen 10 und 3000,
endlich eine 5-stellige Arcustafel. Der Grund
dieser Zusammenstellung ist nicht einleuchtend.
Auf eine Verwendung gemessener Horizontal-
winkel für trigonometrische Bestimmung der
Lage von Punkten wird nicht eingegangen,
ebensowenig auf trigonometrische oder baro-
metrische Höhenmessung. In der Tachymetrie
ist neben „Kreistachymetern*' die Benützung
des Wagner- Fenn eischen Tachymeters vor-
ausgesetzt, während in der Anweisung auch
die zwei Puller-Breithauptschen „Schnell-
messer" eingehend besprochen werden. Die
Anweisung sollte vielfach besser durchgearbeitet
sein; für die Bedürfnisse der technischen Hoch-
schulen reicht das Werkchen jedenfalls nicht
aus. Hammer.
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HO
Bttchendiau. — Pattntichau.
M»clualkw-Ztg.
O. T. Zwiedineck» Arbeiterschutz und Arbeiter-
venlichenmg. 78. BBi^dchen von «Natur- und
GeiBteewelt*. 8<>. 197 B. Leipzig und Berlin,
B. G. Teubner ld06. Geb. 1,35 M.
Das Buch bringt eine Fülle lehrreicher
und in teressanter Betrachtungen über die mannig-
fachen sozialen Probleme, die wir unter dem
Namen Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung
zusammenfassen. Der größte Vorzug des Buches
ist die klare Darstellung und die scharfe be-
griiniche Fassung der Probleme; der Verfasser
ezzelliert geradezu in der Methodik der Unter-
suchungen und versteht es, den vielgestaltigen
Btoff überall einheitlich darzustellen.
Im ersten Teile, den „allgemeinen Grund-
lagen", hebt der Verf. unzweideutig hervor,
daß die Frage des Arbeiterschutzes vor allem
ein wirtschaftliches Problem sei, bei dessen
Lösung in allererster Linie die Frage der öko-
nomischen Zweckmäßigkeit stehen müsse. Der-
selbe Gedanke tritt uns auch bei der Behand-
lung der Arbeiterversicherung entgegen; hier
wie dort handle es sich „um den Prozeß, sach-
liche kapitalistische Produktionsenergie in
menschliche Arbeitsenergie zurückzuverwan-
deln.«
Bei Betrachtung der einzelnen Probleme
aber, wie Arbeitszeitschutz, allgemeiner hygie-
nischer Schutz, Lohnschutz, bleibt der Verf.
nicht ganz konsequent, sondern trftgt Gesichts-
punkte hinein, die er seinem oben zitierten
Ausspruche zufolge ausschließen wollte. Auf
der anderen Beite zeigt sich aber auch bei ihm,
wie der Theoretiker bei der doktrinftren Be-
handlung solcher volkswirtschaftlichen Fragen
leicht zu falschen Bchlußfolgerungen kommt,
die den Tatsachen nicht entsprechen. Bs wird
namUch immer das individuelle Interesse des
Unternehmers dem Interesse der Allgemeinheit
gegenübergestellt, ohne dabei gebührend hervor-
zuheben, daß die Blüte einer Industrie doch
gerade so sehr im Interesse der Allgemeinheit
und auch des Arbeiters wie des Unternehmers
selbst liegt.
Der Verf. verfällt hier in den Fehler der
meisten seiner nationalökonomischen Kollegen :
die Jetzigen Verhältnisse vom Gesichtspunkt
eines angenommenen Idealzustandes zu be-
urteilen. Für den Industriellen und den sozial-
politischen Praktiker aber kommt allein der
Standpunkt in Betracht: eine Industrie nur so-
weit zu belasten, daß sie rentabel und kon-
kurrenzfähig bleibt. Wenn auch unsere Arbeiter
erst einmal gelernt haben werden, den Bedürf-
nissen unserer nationalen Industrie mehr Ver-
ständnis entgegenzubringen, und nicht, wie
jetzt häufig genug, Forderungen zu stellen,
deren Gewährung den Ruin der Industrie be-
deuten würde, dann wird sich auch ein fried-
liches Zusammenarbeiten ergeben, zu dem die
Arbeitgeber gern die Hand reichen.
Abgesehen aber von solchen Auffassungen
bietet das Büchlein auch für die Fachgenossen
genug des Interessanten und Wissenswerten,
um es recht warm empfehlen zu können.
Dr. K. Q. Frank.
atentsoh
Elektrizitätszähler nach Ferrarisschem Prinzip, bei dem ein oder mehrere Neben-
schlußmagnete mit einem oder mehreren Hauptschlußmagneten zusammenwiriLon und bei dem
eine Phasenverschiebung von 90^ zwischen den beiden Feldern dadurch erzielt wird, daß der
eine Strom in zwei Komponenten zerlegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die
Hauptstrommagnete aus den beiden Teilen eines Differentialmagneten gebildet werden, dessen
einer mit schwacher Selbstinduktion behafteter Teil von der einen Komponente und dessen
anderer mit hoher Selbstinduktion versehener Teil von der anderen Komponente in entgegen-
gesetzter Richtung erregt wird« und zwar derart, daß die gegenseitige Induktion der beiden
Hauptstromfelder verhältnismäßig klein ist Cie. pour la Fabrication des Compteurs et
Matöriel d'Usines ä gaz in Paris. 18.2. 1903. Nr. 157 677. Kl. 21.
Bin nur unter bestimmten Verhältnissen richtig zeigendes Meßgerät, dadurch gekenn-
zeichnet, daß, nachdem durch eine bekannte Vergleichsgröße die richtigen Verhältnisse fest-
gestellt sind, eine Binrichtung in Tätigkeit gesetzt wird, die das Meßgerät auf die zu messende
unbekannte Größe umschaltet und gleichzeitig eine Festhaltevorrichtung auslöst, die den
messenden Teil des Meßgerätes nach einem solchen Zeitraum festhält, daß dieser Teil gerade
noch Zeit genug findet, um sich in die richtige Ruhelage einzustellen. Hartmann & Braun in
Frankfurt a. M. 14.6.1904. Nr. 157803. Kl. 21.
Elektrisches Ventil, gekennzeichnet durch ein Entladungsrohr mit einer heißen
Metallverbindung als Kathode und einer kalten, aus einem beliebigen Metall bestehenden Anode.
A. Wehnelt in Briangen. 15.1. 1904. Nr. 157 845. Kl. 21.
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H«fl 11.
I. Janl 1906.
PatMitscliau. — PattntUati.
111
Verfahren, mn Glashohlkörper au swei Teilen mit kreiaiörmigen Rändern zn-
sammenzüachmelzen, dadurch gekennzeichnet, daß die mit den Rändern aneinander gelegten
Teile, während sie anf die Erweichungstemperatur erhitzt werden, um die Achse der Ränder
gemeinsam und mit so großer Geschwindigkeit gedreht werden, daB die Fliehkraft die Ränder
verhindert^ sich bei der Erweichung zusammenzuziehen.
AusfUhrungsform des im obigen Ausspruch gekennzeichneten Verfahrens, bei der die
zusammenzuschmelzenden Teile mit erweiterten Rändern aneinander gelegt werden oder die
Geschwindigkeit der Drehung so geregelt wird, daß sich die erweichten Ränder erweitern, damit
infolge des zum Verschmelzen angewendeten achsialen Drucks die Ränder sich umbiegen und
flanschartig aneinander legen und dadurch trotz etwaiger Unebenheiten ihrer ursprQnglichen
Stirnflächen ringsum eine dichte Bchmelznaht erzielt wird. Schott ft Gen. in Jena. 10. 5. 1904.
Nr. 1&78S8. Kl. 82.
Verfahren znm Entfemiingsmessen Tom Standort aas mit parallel Teraehiebbaren^
Femrohr, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherung der Parallelverschiebung des Femrohres
durch Einstellung geeigneter Vorrichtungen, und zwar bei Vertikalverschiebungen durch eine
empfindliche Libelle, bei Horizontalverschiebungen durch eine sehr empfindliche Magnetnadel,
ein Versicherungsfemrohr oder ähnliches, deren Verbindung mit dem Fernrohr während der Ver-
Bcbiebang unverändert bleibt, vom Beobachter bewirkt wird.
Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach diesem Anspruch, dadurch gekenn-
zeichnet, daß neben dem im Femrohr befindlichen Diaphragma ein oder mehrere Mikrometer
angebracht sind. G. ButenschOn in Altona-Bahrenfeld. 22.7. 1908. Nr. 157106. Kl. 42.
Kolbenquecksilberluftpumpe mit selbsttätiger Steuerung des zur Vorpumpe und zur
Atmosphäre fobrenden Hahnes durch ein bewegliches Gefäß, das abwecbselnd mit Quecksilber
gefallt und geleert wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr, welches von diesem Gefäß aus-
geht, durch einen mit Absperrhähnen versehenen Regulator unmittelbar mit der Vorpumpe ver-
bunden ist, zum Zweck der Vermeidung des Eindringens schädlicher Luft durch die Haupt-
pumpe hindurch in den zu entleerenden Raum. R. Burger in Berlin. 9. 2. 1902. Nr. 157487. Kl 42.
Vorriehtnng zur Erzengang einer von Gasblasen unterbrochenen Flüssigkeits-
säale beim gleichzeitigen Durchströmen von Gas und Flüssigkeit durch eine Röhre mit einer
oder mehreren S- oder schleifenförmigen Biegungen derselben nach oben, dadurch gekenn-
zeichnet, daß diejenigen Stellen, die einen nach oben führenden mit einem nach unten führenden
Röhrenteil verbinden, verengt sind. W.Emmerich in Göttingen. 10.7.1903. Nr. 157388. Kl. 42.
Registriervorriehtnng iflr Geschwindigkeitsmesser mit in Sehwingnngen an ver-
setzenden elastischen Körpern (Federn oder dgl), dadurch gekennzeichnet, daß die Körper
zwischen einer Lichtquelle und einer lichtempfindlichen Fläche derart gelagert sind, daß die
Körper, wenn in Schwingungen versetzt, den von der Lichtquelle ausgehenden Lichtstrahlen ein
periodisches Bestrahlen einer lichtempfindlichen Fläche ermöglichen, dagegen, wenn sich die
Körper in Ruhe befinden, ein Bestrahlen der Fläche verhindern. F. Lux in Ludwigshafen a. Rh.
3. 9. 1908. Nr. 157 606. Kl. 42.
Patentllsto.
Bis znm 7. Mai 1906.
Klasse: Anmeldnagen.
17. K. 80680. Flüssigkeit zur Übertragung
tiefer Temperaturen. Königswarter
& Bbell, Linden b. Hannover. 18. 11. 05.
21. A. 12798. Blektrizitätozähler, welcher den
über eine bestimmte Energie hinaus statt-
findenden Verbrauch anzeigt. Allgemeine
Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin.
29.1.06.
B. 41214. Verfahren zur Aufbewahrung von
RadiumemanatioD. F. Bergeil, Berlin.
21. 10. 06.
B. 41 252. Elektrischer Meßapparat. F. B e c Ic ,
Brüssel. 26.10.05.
C. 18889. Wechselstromzähler. F. Conrad,
Bdgewood, Park, und W. fil Bradshaw,
Wilkinsburg V. St A. 11. 11. 04.
D. 15 454. Einrichtung zur staubsicheren Ab-
dichtung aus dem Gehäuse hervortretender,
schwingbar beweglicher Teile an elektrlBChen
Apparaten. Deutsche Telephonwerke,
BerUn. 15.12.04.
D. 16070. Verfahren zur Herstellung von
dünnen Fäden für elektrische Glühlampen
aus schwer schmelzbaren Metallen. J. Lux,
Wien. 11.9.05.
H. 36 678. Vakuumdampflampe mit Glühfaden
in Bügelform. R. Hopfelt, BerUn. 9. 12. 05.
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112
l^atmtllBte.
S. 20867. Röntgenröhre. Siemens AHalske,
Berlin. 14. 8. 05.
V. 6118. Eingekapselte Influenzmaschine. W.
Volkmann, Berlin. 28. 7. 05.
S2. B. 41 029. Verfahren zur Erzeugung von
Gegenständen aus geschmolzenem Quarz.
J. Bredel, Höchst a. M. 30. 9. 05.
48. B. 10907. Zirkel mit einem durch eine zwischen
den Zirkelkopfbacken gelagerte Scheibe in
der Mittellinie der Zirkelöffnung gehaltenen
Griff. J. Eichmüller, Nürnberg. 22.5.05.
J. 7482. Vorrichtung zur Heizwertbestimmung
ständig strömender Wärmegase. H. Jun-
kers, Aachen. 1. 9. 03.
L. 19 944. Geschwindigkeitsmesser, bei wel-
chem ein permanenter Magnet durch einen
von der zu messenden Geschwindigkeit ge-
drehten Anker abwechselnd magnetisch ge-
öffnet und geschlossen wird. F. Lux, Lud-
wigshafen a. Rh. 13. 8. 04.
L. 20 302. Meßband. L. Lepoirc, Dieppe,
Frankr. 23. 11. 04.
L. 22 037. Vorrichtung zur Dreiteilung eines
beliebigen Winkels in gleiche Teile. St. Luc-
zak, Ostrowo b. Großendorf. 10. 1. 06.
Af. 27 101. Vorrichtung bei registrierenden
Geschwindigkeitsmessern mit Zentrifugal-
regulator zur Unterscheidung zwischen Vor-
und Rücklauf. G. W. Malm inen, Helsing-
fors, Finland. 11. 3. 05.
N. 8021. Registriervorrichtung. M. Neu-
marck, Kattowitz, O.-Schl. 28. 9. 05.
S. 18 784. Flackerphotometer. J. F. Sim-
mauce u. J. Abady, London. 24. 11.03.
S. 20 523. Verfahren zur Fettbestimmung in
Milch. A. Sichler, Leipzig. 13.8.04.
Seh. 22 437. Apparat zum Erkennen unter-
irdischer Wasserläufe. A. Schmid, Bern.
2. 8. 04.
Seh. <21 249. Zirkel mit einer in glatter Führung
feststellbaren Einsatznadel; Zus. z. Fat.
Nr. 151478. G. Bchoenner, Nürnberg.
21. 8. 05.
Bch. 25183. Federnde Binsatzbefestigung an
Zirkeln. Derselbe. 23. 2. 06.
St. 8522. Meßvorrichtung zur Bestimmung der
relativen Größe von Flächen. F. M. Stead-
man, Rochester, V. St. A. 12. 11. ü3.
St. 9780. Vorrichtung zur Bestimmung des
Kohlensäuregehaltes in Gasgemischen.
Ströhlein & Co., Düsseldorf. 14. 9. 05.
V. 5427. Kartenlupe für freibändigen Gebrauch
im Dunkeln. „Mikrophotoskop'', Deut-
sche Kartenlupen-Ges., Berlin. 25.2.04.
W. 22 925. Geschwindigkeitsmesser mit einem
in einer kreisenden Flüssigkeit befindlichen
und von ihr gegen die Wirkung einer Feder
verdrehten Körper. H. Werner, Kiel.
4. 11. 04.
65. F. 19 898. Vorrichtung zum Aufzeichnen
von Schiffsgesehwindigkeiten mit im Schiffs-
körper in einem WasserzufOhningsrohr an-
gebrachten Propeller für die Meßvorrichtung.
W. Ch. Forbes, Melbourne, Austr. 2.8.05.
72. D. 16 436. Vorrichtung zum Messen des
beim Abfeuern einer Patrone entstehenden
Gasdrucks. Deutsche Waffen- und Mu-
nitions-Fabriken, Berlin. 13. 11. 05.
74. 0. 5005. Vorrichtung zum Anzeigen der
Überschreitung einer bestimmten Temperatur-
grenze. P. Gry wall, Düsseldorf. 3.11.05.
Erteilnngem
24. Nr. 172 116. Zündvorrichtung für Queck-
silberdampflampen und ähnliche Apparate.
AUg.Elektrizitäts- Gesellschaft, Berlin.
15. 10. 05.
Nr. 172 164. In luftleere oder mit indifferenten
Gasen gefüllte Röhren eingeschlossener
Dfaht widerstand aus Material mit hohem
Temperaturkoeffizienten. Phy sikalisch-
technisches Laboratorium, Meiningen.
3. 2. 05.
Nr. 172 166. Elektrizitätszähler zur Regi-
strierung der Differenz aus einer eine fest-
gesetzte elektrische Größe übersteigenden,
veränderlichen elektrischen Größe und der
festgesetzten Größe. Hartmann & Braun,
Frankfurt a. M. 11.1.05.
Nr. 172 318. Einrichtung zum Betriebe elek-
trischer Dampflampen. Ch. 0. Bastian,
London. 7. 1. 04.
Nr. 172 334. Als Stromsicherung, Quecksilber-
dampflampe oder zum Heizen benutzbare
Vorrichtung. H. Schagen, Aachen. 4. 7. 05.
82. Nr. 172 466. Verfahren zur Herstellung von
Hohlkörpern aus Quarzglas. W. C. Heraeus,
Hanau a. M. 27. 10. 04.
42. Nr. 172129. Entfernungsmesser. V. Sa-
poretti, Mailand. 29.6.04.
Nr. 172131. Fem- oder Operngläser mit Papp-
rohren und metallenen Fassungsringen.
Sociötö Picard & Cie., Paris. 27.6.05.
Nr. 172 196. Hyperbolischer Reflektor mit vor-
geschalteter Linse. Sociötö Besnard,
Maris & Antoine, Paris. 15.2.05.
Nr. 172 197. Vorrichtung zur Aufzeichnung der
Lichtstärke unter verschiedenen Neigungs-
winkeln mit Hilfe eines Selenphotometera.
B. Monas ch, Berlin. 25.7.05.
Nr. 172 416. Einrichtung zur Erzeugung von
Resonanzschwingungen fester elastischer
Körper zu Frequenzmessungen. Hartmann
& Braun, Frankfurt a. M. 14. 11.05.
Pur die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke In Berlin W.
Verlag von JoUns Springer In Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt 2sur Zeitschrift für Instnimentenkande
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirclie 6.
Heft 12.
15. Juni.
1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet«
Eine neue Blendeneinriclitang für Satzobjektive.
Yon A. H^UBttBB In Manchen.
In einem Aufsätze „Lichtstärke und Blendenbezeichnung photographischer Ob-
jektive" in Liesegangs Photogr. Alm. 26. S. 46. 1906 habe ich unter anderem
darauf hingewiesen, daß es möglich ist, eine einfache Objektivfassung für Satzkombi-
nationen zu konstruieren, deren Blendenskala über das jeweilige Öffnungsverhältnis der
Kombination unmittelbar Aufschluß gibt und deshalb den Gebrauch einer besonderen
Blendentabelle überflüssig macht.
Zur Erläuterung der tatsächlich recht bequemen Einrichtung diene Fig. 1,
welche das Fassungsrohrstück eines Satzobjektivs darstellt. Es ist auf dem entsprechend
breit gehaltenen Gewindeansatz des Objektivtubus für den Irisstellring a ein zweiter
Einstellring b soweit aufgeschraubt, *daß zwischen beiden ein kleiner Zwischenraum zur
freien Bewegung der beiden Ringe gegeneinander verbleibt. Der Einstellring h trägt
auf der dem Irisstellring a zugewandten Seite eine Skala mit den Blendenziffern (Be-
lichtungswerten), auf der anderen Seite eine Marke, welche die Einstellung des Ringes
auf eine an dem Rohrkörper angebrachte Teilung mit der Bezeichnung der verschiedenen
Satzkombinationen gestattet. Auf letztere Teilung wird der Stellring b bei jeder neuen
Kombination eingestellt und im übrigen die rela-
tive Öffnung wie bei jedem gewöhnlichen Objektiv
an der Skala abgelesen. Über die Irisblende selbst
ist im erwähnten Aufsatze nichts weiter ausgeführt,
deshalb soll an dieser Stelle eine Beschreibung der
Konstruktion gegeben werden.
Da bei der neuen Objektivfassung die Vor-
aussetzung gemacht ist, daß eine Blendenskala für
alle möglichen Satzkombinationen zutreffend ist,
müssen die Intervalle der gemeinsamen Skala an einer
beliebigen Stelle denen an jeder anderen Stelle ähn-
lich sein. Das ist offenbar nur dann der Fall, wenn die Teilstriche, welche jeweils^die
Hälfte, daß Viertel, Achtel u. s. w. der vollen Öffnung angeben, gleiche Abstände von-
einander haben. Wir haben also unsere Blendenskala nach äquidistanten Werten zu
teilen und die Bewegung der Lamellen der Iris in der Weise zu regeln, daß jede
Blendenöffnung die Hälfte der vorhergehenden beträgt.
Ist MqBq (Fig^2) der Radius der größten Blendenöffnung, dann ist jeder
weitere Radius der V2= Teil des vorhergehenden, die Blende mit dem Radius
MqB^ mithin der^*^^ = 128^ TeU der größten Öffnung mit dem Radius M^B^ und
M^B^ = -Ifo^o • ^ 2^. Wir untersuchen nunmehr die Bewegung einer der beliebig vielen
Lamellen, aus welchen die Irisblende zusammengesetzt ist, und gehen dabei von der
größten Öffnung aus.
Die einen Ringsektor bildende, in der Figur hervorgehobene Lamelle mit dem
Zentrum M^ und dem inneren Radius M^Bq ist um den Punkt D drehbar. Bei der
Drehung beschreibt das Zentrum Mq den Kreisbogen Mq M^ M^ M^ imd
der beliebige Punkt F (wir nennen ihn den „Führungspimkt") den Bogen Fq F^ F^
F>j. Der Mittelpunkt beider Kreisbögen ist das Rotationszentrum D. Wird
also auf die halbe Öflhung mit dem Radius M^B^ abgeblendet, so ist das Zentrum Mq
pig. 1.
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114
A. Neumann, Bl«i<Uii«liulchtuiic fOr Sataobjtktiv«.
_ Ifechanlker-Ztg.
auf seiner Bahn bis zu einer Lage M^ gekommen, welche dadurch charakterisiert ist,
daß der Kreis um den Punkt Mj^ mit dem Radius M^ B^ (neue Lage der Lamelle) den
Kreis um M^ mit dem Radius M^B^ = MqBq : V~2 (halbe Öffnung) berührt. Punkt ifj
wird wie die folgenden Punkte il/g ^3 • . . i/7 am einfachsten durch Ausprobieren
gefunden. Wir machen dann M^F^, M2F2 ^i^i der Reihe nach gleich
MqFq imd erhalten die verschiedenen Lagen des Führungspunktes, welche zu den ge-
wünschten Blendenöffnungen gehören.
Bei der gewöhnlichen Art der Irisblenden liegt über den Lamellen ein Stellring
(Kreisring) mit radial geführten Schlitzen, in welchen die Führungspunkte der einzelnen
Lamellen zu laufen gezwungen sind. Man erhielte also hier die zugehörigen Teil-
striche, indem man die Punkte Fq F^ F2 F^ vom Mittelpunkt Mq aus auf die
Peripherie des äußeren Kreises (Objektivtubus) projiziert. Die Teilstriche hätten jedoch
keineswegs gleiche Abstände, sondern näherten sich mit der Abnahme des Blenden-
durchmessers. Werden indessen statt der radialen Schlitze anders gestaltete Kurven
eingeführt, so lassen sich für die Teilstriche beliebige Lagen erzielen.
Wir haben bei Fig, 9 die Teilstriche Nq N^ N2 - - ^ . N^ unserer Bedingung
entsprechend in gleichen Abständen angenommen und konstruieren nunmehr die
Führungskurven. Denken wir
uns die Marke am Stellring bei
der größten BlendenöfChung mit
Nq zusammenfallend, so liegt
der zugehörige Führungspunkt
Fq rechts vom Radius A^Nq.
Wird der Stellring mit der
Marke bis i^i (halbe Öffnung)
und weiter bis N^ (Viertel-Öff-
nung) bewegt, dann sehen wir
auf der Skizze in beiden Fällen
den Führungspunkt auf dem
Radius liegen, während er in
der Stellung der Marke zwischen
Nj^ und N2 den zugehörigen
Radius etwas überholt und bei
Weiterdrehung der Marke auf
^g, N^ u. s. w. immer mehr
hinter demselben zurückbleibt.
Die Beträge, um welche
die Punkte F von der jeweiligen
Lage des durch die Marke be-
zeichneten Radius abweichen,
können wir auf die Anfangslage
dieses Radius, also auf MqNq
in der Weise übertragen, daß wir um M^ die durch F^ F2 . . . . F^ gehenden
Kreisbogen ziehen und auf diesen die Punkte Pi Pg P^ der Reihe nach
bestimmen. Dabei ist N^F^ = N^P^, N2F2 = N0P2, N^F^ = N^P^, Legt
man dann auf die Lamelle mit dem Drehpunkt D und Führungspunkt F einen Kreisring
mit der ausgefrästen Führungskurve Pq Pi P2 P7 f ür den Punkt F, so wird
in dieser die Lamelle zwangläufig geführt und es gehören dann zu Drehungswinkeln,
die eine arithmetische Reihe bilden, Blendenöffnungen, die in geometrischer Progression
aufeinander folgen.
Damit auch die übrigen Lamellen dieselbe Bewegung ausführen, legt man
zwischen diese und den Kreisring mit der Führungskurve Pq Pi P2 A ehien
zweiten Ring, welcher ebenso beschaffen sein kann wie die bis jetzt üblichen (mit
radialem Schlitz für jeden Führungspunkt) oder man bringt diese Schlitze, um die
Reibung zu vermmdern, üi schräger Richtung an. Der Effekt ist in beiden Fällen der
gleiche; wenn die Bewegung einer Lamelle in der verlangten Weise geregelt ist, dann
ist selbstverständlich die Form der Schlitze, solange sie nur alle unter sich kongruent
sind, äquidistant und homozentrisch liegen, vom kinematischen Standpunkt aus gieichg^tig^.
Flg. 2.
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fi«ft u.
15. Janl 190«.
Vereins- und Perionennaehiicbten. — Kleinere Mitteilungen.
115
Vereins- und P#ps#n#ii-
nachpichtan.
Auljerenonmien in den Hptv. der D. G.
f.M. U.O. ist
WÜBon-Maeulen Company; Moant
Vernon, New- York.
KollektiTausstellnng der D. 6. f. M.
u. O. Im Kaiserin FrledrIch-HanM fflr
das ärztliche Fortbildungswesen«
Da ein AuBsteller sich außer Stande
sieht, den von ihm belegten Platz mit In-
strumenten zu besetzen, so sind noch
0,75 qm unter den in dieser Zeitschrift
1906. S. 221 bekannt gemachten Bedin-
gungen zu vergeben.
Der Ausschuß
W. Haensch«
Regierungsrat Dr. H. Homann ist am
31. Mai zu Neuenahr, wo er sich zum Kur-
gebrauche aufhielt, im Alter von 46 Jahren
einem Grehimschlage erlegen. Homann s
Lebensarbeit gehörte der Präzisionsmechanik
und dem Eichwesen; ein Schüler von Wil-
helm Foerster und Leopold Loewen-
herz, hat er auf beiden Gebieten sich
schon jung betätigt, gehörte er doch seit
seinem 22. Lebensjahre der Normal-
Eichungs-Kommission als Beamter an, in
den letzten 6 Jahren als Mitglied; es sei
femer daran erinnert, daß er längere Zeit
an der Bamberg sehen Werkstatt eine
hervorragende Stellung einnahm, besonders
nach dem Tode von Carl Bamberg; außer-
dem war er vielfach literarisch auf dem Ge-
biete der Astronomie und Physik tätig. Als
Mensch war Homann gleich ausgezeichnet
durch liebenswtirdiges Wesen und durch
stete energische Hilfsbereitschaft. Unserer
Gesellschaft gehörte Homann bis zum
Jahre 1905 an, wo ein Leiden ihn zwang,
sich zurückzuziehen. Seine zahlreichen
Freunde und Mitarbeiter werden des im
besten Mannesalter Dahingegangenen stets
mit Hochachtung, in Liebe und Wehmut
gedenken.
Kl#in#ra HittailHngan.
Schlelfstelnregier.
D. R. G. M. Nr. 153 029 u. 153 030.
Der Apparat dient zum Abdrehen von
Sand- und Schmirgelsteinen, um bei den-
selben eine gleichmäßige Schleifüäche zu
erzielen; er besteht in der Hauptsache aus
einem um seine Achse drehbaren, an einem
Stiele befestigten Zylinder (s. Fig)^ dessen
Mantelfläche mit Zähnen besetzt ist.
Um beim Abdrehen des Steines eine
glatte Fläche zu erzielen, ist es erforder-
lich, die Zähne kreuz imd quer zu stellen,
wie sie geliefert werden. Stehen die
Zähne in einher Richtung parallel zur
Achse, dann erhält der Stein eine gröbere
oder gekerbte Schleiffläche. Für die be-
queme Handhabung des Apparates ist es
zu empfehlen, auf dem Troge vor dem
Stein eine Führungsschiene anzubringen,
an der man den Schleifsteinregler, gestützt
auf den in der Figur links unten sichtbaren
Zapfen, hin und her gleiten lassen kann,
indem man denselben am Stielende hebt
und ziemlich fest gegen den Stein drückt.
Der Preis des Sehleifsteinreglers ein-
schließlich 1000 Stück Ersatzzähne beträgt
5,50 M, 1000 Stück Ersatzzähne kosten
2,00 M\ der Apparat ist zu beziehen von
Hrn. Alexander Cochius in Berlin S 42,
Ritterstr. 113. Bl
Aktino-Photometer von G. Heyde
In Dresden«
^ack einem Frotpekt.
Das Aktloo - Photometer ist ein Instrument
zur Ermittlung der Bxpositlonszeiten. Die Ein-
richtung besteht im wesentlichen darin, daß
ein blauer Glaskeil vor einem Diaphragma ver-
schiebbar angeordnet ist. Um die richtige Bz-
positionszeit zu finden, wird eine Scbattenpartie
des aufzunehmenden Objekts durch das Dia-
phragma angesehen und der Farbglaskeil so
lange verschoben, bis die Einzelheiten un-
deutlich zu werden beginnen.
Die Versuchsstation der Lehr* und Versuchs-
anstalt fttr Photographie in München urteilt
darüber: „Hey des Aktino-Photometer, dessen
eigenartige und sinnreiche Konstruktion den
Verhältnissen der Praxis in einer Weise Rechnung
trägt, wie dies bei keinem der bisher im Handel
befindlichen Expositionsmesser der Fall war,
darf als ein äußerst handliches Hilfsinstrument
bezeichnet werden, bei dessen sinngemäßer
Anwendung Fehlresultate mit großer Sicherheit
ausgeschlossen sind.**
Das Aktinometer kostet 15 M, in Wildleder-
beutel 16 M, Hr.
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116
GlastechnUchM.
Dentoehe
MechMüker-Zti^.
Qlastochnlschas.
Queeksilber-Kontsktthermometer
von F. Schönfeld für Temperaturen
bis 5500 c
D. R. Q.M. Nr. 268919.
Mitgeteilt von M. Bornhäuser in Ilmenau.
In der Technik besteht ein starkes Bedürf-
nis nach hochgradigen Kontaktthermometern;
denn in vielen Betrieben, bei Glüh- und
Schmelzprozessen, ist die Einhaltung einer be-
stimmten oberen oder unteren Temperatur-
grenze Bedingung für ein vollwertiges Produkt.
Hierfür eignen sich freilich die elektrischen
Temperaturmesser in Verbindung mit registrie-
renden oder femmeldenden Einrichtungen ganz
ausgezeichnet, leider aber steht ihr hoher Preis
der allgemeinen Einführung entgegen. Daher
hat die Glastechnik seit langem sich bemüht,
für diesen Zweck geeignete Kontaktthermo-
meter herzustellen. 8o einfach nun bei nied*
rigen Temperaturen die Herstellung solcher
Thermometer ist, so viel Schwierigkeiten be-
reitet sie bei hohen Temperaturen; denn diese
bedingen einmal ein Glas, dessen Erweichungs-
punkt möglichst hoch über der zu messenden
Temperatur liegt, und zweitens muB der in der
Kapillare herrschende Gasdruck so hoch sein,
daß das Quecksilber darin bei der höchsten zu
messenden Temperatur nicht zum Sieden kommen
kann, in einem Thermometer bis 550^ C also
etwa 25 Äim.
Das Einschmelzen der Platindrahte in die
Kapillare erfordert bei hohen Temperaturen
und dem im Thermometer herrschenden hohen
Druck ganz besondere Sorgfalt, denn die ge-
ringste Undichtigkeit hat ein Abblasen des
Gases zur Folge, wodurch das Thermometer
unbrauchbar wird. Das für die höchsten Tem-
peraturen überhaupt verwendbare Glas laßt ein
derartiges, bei allen Temperaturen zuverlässig
dichtes Einschmelzen von Platindrahten nicht
zu, und man ist daher gezwungen, derartige
Thermometer aus mehreren aneinandergesetzten
GlasBorten von verschiedenem Schmelzpunkt
und Ausdehnungskoeffizienten herzustellen.
Dieses Verfahren ist möglich, da bei hoch-
gradigen Thermometern immer nur der unterste
Teil der zu messenden Höchsttemperatur aus-
gesetzt wird, und es ist auch schon angewendet
worden. Aber wahrend man bisher bis zu
6 verschiedene Glassorten benutzen mußte, ist es
Hm. F. Schönfeld in Ilmenau gelungen, durch
besondere Verfahren dasselbe mit nur 2 oder
3 Glassorten zu erreichen, wodurch seine Kon-
takt-Thermometer in bezug auf thermische
Hysteresis sehr hohen Anforderungen genügen.
Nach den Erfolgen Schön fei ds ist zu hoffen,
daß es auch gelingen wird, Kontaktthermo-
meter herzustellen, deren unterster Teil aus
Quarzglas besteht, so daß dann das QuecksUber-
Kontaktthermometer bis zu Temperaturen von
etwa 700^ C anwendbar wäre, ein Erfolg, den
die thermischen Industrien wohl zu wtlrdigen
wissen werden.
Bin Dlirerentlal-Ar&o-Pyknometer.
Von H. Rebenstorff.
ZeiUehr, f. phi/$, u. ehem. ünterr. 17. 8, 339. 1904.
Verf. hat das bekannte Arao-Pyknometer
nach Einhorn mit Anhangegewichten versehen
und dadurch in seinem Anwendungsbereich er-
weitert. Das Instrument gibt ohne Anhange-
gewicht die Dichte von 1,9 bis 2,0 an, mit Ge-
wicht 0,1 die Dichte von 1,8 bis 1,9. Die übrigen
3 Gewichte sind mit 0,2, 0,4 und 0,8 bezeichnet
und können einzeln oder in Zusammenstellung
zur Messung im ganzen Umfange von der
kleinsten Dichte einer Flüssigkeit bis 2,0 dienen.
Verf. erwähnt das E in hornsche Instrument
nicht und scheint von dessen weit verbreiteter
Anwendung keine Kenntnis zu haben. Das
Instrument steht unter Musterschutz. «7.
Ein Plezometer neoen Systems.
Von A. Buchanan.
Compt rend. 139. 8. 238. 1901.
Das Instrument findet Verwendung zur
Messung der Kompressibilität des Wassers, im
besonderen des Meerwassers und zwar in größeren
Meerestiefen.
Das Plezometer (vgl. Fig.) besteht aus einem
zylindrischen Gefäß mit unten angeblasener
Kugel C. Die Röhre B ist durch Kautschuk-
stopfen D geführt und reicht mit dem ausge-
zogenen Ende f in den Kugelansatz
C\ Stopfen D wird bei der Messung
fest verschnürt.
Zur Ausführung des Versuchs
wird zunächst C größtenteils mit
Quecksilber gefüllt und dann da-
rüber A mit dem zu untersuchen-
den , vorher entlüfteten Wasser.
Rohr B wird dann so eingesetzt,
daß bei einem von der Meeres-
temperatur (in den oberen Schich-
ten) nicht wesentlich abweichen-
den Wärmegrad das Quecksilber
im engen Rohr B etwa bis e sich
einstellt. Dann wird das Ple-
zometer in diejenige Meerestiefe ge-
bracht, in welcher der gewünschte
Wasserdruck herrscht. Das in B eindringende
Meerwasser drückt dabei das Quecksilber im
Röhrchen B zurück, tritt in C und schließlich
von dort aufsteigend in A ein, wo es sich mit
dem zu prüfenden Wasser vereinigt. Nach dem
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Heft 13.
IS. Janl 1906.
GlaatochniichM«
117
Herausnehmen wird das Instrument wieder auf
die Einstellungstemperatur gebracht und nun
das Quecksilber in B bei & abgelesen. Aus
Volumen A, dem Inhalt des Röhrchens B bis e
und e', Druck und Temperatur des Meeres in
der gemessenen Tiefe, ferner aus Volumen und
Dicht« von Wasser und Quecksilber läßt sich
die Kompressibilität des im Instrument befind-
lichen Wassers berechnen. «7.
Einflu«0 von Radiomstrahlen auf
Chlorknallsra«.
Von W. P. Jorisson und W. E. Ringer.
Chem. Ber. 38, 8, 899. 1905.
Da zu erwarten war, daß die Einwirkung
der Radiumstrahlen auf ChlorknaUgas nur ge-
ring sein wllrde, haben die Verf. Apparat und
Gasgemisch so empfindlich wie möglich ge-
macht. Es wurde im Wesentlichen die An-
ordnung von Bunsen und Roscoe^) benutzt
(8. Fig.).
Das Gasgemisch wurde elektrolytisch im
Get&ß A dargestellt, dessen Elektroden C aus
Graphit bestehen, und aus Glocke B durch die
Waschapparate D und E geleitet. Bei F ist
mittels Glasschliffs der übrige Teil des Apparats
angefügt
t
In das Insolationsgefäß H ist das dünn-
wandige Röhrchen J eingeschmolzen, das zur
Aufnahme des Radiumbromids dient. G ist ein
Dreiweghahn, K ein 2 mm weites Robr von
75 em Länge, L eine Waschflasche, mit welcher
durch Bohr M die Druckausgleichflasche N
verbunden wird; S und N befinden sich in
einem Thermostaten.
Das Gasgemisch wurde zunächst mittels
Dreiweghahns Q in Kalilauge geleitet, darauf
mehrere Tage durch den Apparat, an welchen
Flasche iV noch nicht angeschlossen worden
war. Das Bohr K wurde, mit Millimeterteilung
versehen, als Manometer benutzt.
Die Einwirkung des unbedeckten Radium-
bromidröhrchens betrug während 172 Stunden
300 mm am Horizontalmanometer, des mit
schwarzem Papier bedeckten Röhrchens in
193 Stunden 164 mm bei der Temperatur 25®.
J.
Eine neue Form der Absorptionsröhre.
Von E. Ph. Perman.
Chem. News 93. 8. 213. 1906.
Bei der Absorption von Chlor, Ammoniak
oder andern Gasen entstehen oft dadurch
Schwierigkeiten, daß der Dampf sich kon-
densiert oder das entwickelte Gas zu schnell
absorbiert wird. Die Folge davon ist, daß
etwas von der absorbierenden Flüssigkeit in
die Bntwicklungsflasche zurückgetrieben wird,
was bei Benutzung der hier abgebildeten neuen
Absorptionsröhre nicht eintritt. Geeignete Ab-
messungen sind: für C etwa 25 mm Durch-
messer und etwa 90 mm Länge; für B und D
etwa 32 mm Durchmesser. Die absorbierende
Flüssigkeit muß so hoch eingefüllt werden,
daß sie die enge Röhre bei E gerade schließt.
A wird mit der Bntwicklungsflasche durch
Gummi, Kork oder dgl. verbunden, während am
anderen Ende bei F eine Sicherheitsröhre,
gefüllt mit Glaskügelchen, die mit der absor-
bierenden Flüssigkeit befeuchtet sind, ange-
bracht wird. Wh.
Zolltarif-Entscheidnngen fttr die
Verelnisrten Staaten von Nordamerika.
Als geschliffene und bemalte Glaswaren sind
nach § 100 des Tarifs mit 60 7o ^^ Wertes zu
verzollen:
Thermometer aus Glas, mit durch Einwirkung
von Säure oder durch Untermalen der Rück-
seite mattierter Oberfläche, deren Kanten in
einer Breite von V82 ^^ (^3 mm) oder mehr
abgeschliffen sind;
Halbfertige Injektionsspritzen, bei denen auf
der Außenseite der Röhre Teilgrade einge-
schliflfen, sowie der Kolbenkopf, die innere
Fläche der Röhre und die anderen Teile zu
anderen Zwecken als zum Einpassen eines
Stöpsels geschliffen sind.
1) Ostwalds Klassiker Nr. 34 u. 38.
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118
Bücherschau u. Pr«iBliBt«a. — Patentichau.
Dentsohe
Meehaniker-Ztg.
BOcherschav u. Ppaislisten.
C. Luegetp Lexikon der gesamten Technik und
ihrer Hilfs Wissenschaften. 2. neu bearbeitete
Auflage. Band 3. 8°. 796 8. mit vielen Abb.
Stuttgart U.Leipzig, Deutsche Verlags-
anstalt. 25,00 M., Einbanddecke 3,00 M.
Der vorliegende Band dieses Werkes,
dessen hoher Wert bei Besprechung der früheren
Bände hervorgehoben wurde, umfaßt „Dolomif
bis »Feuerturm ". Unter den zahlreichen für
den Mechaniker wichtigen Artikeln seien fol-
gende besonders erwähnt: Drehbank, Drucklaft-
werkzeuge. Eisen u. s. w., Elastizität, Elektri-
zität u. 8 w., Energie, Erdmessung, Federbaro-
meter, Fehlertheorie, Femrohr, Feuchtigkeits-
messer. Dem Bande ist ein vervollständigtes
Verzeichnis der Mitarbeiter beigegeben, das
eine große Zahl angesehener Namen aufweist.
Bl
L. Dreasel, Elementares Lehrbuch der Physik
nach den neuesten Anschauungen für höhere
Schulen und zum Selbstunterricht. 3. verm.
und umgearb. Aufl. 2 Bde. gr.-S®. XV., X.,
1063 S. m. 655 Fig. Freiburg, Herder 1905.
16,00 If., in Leinw. 17,60 M.
Prei0Yerseicliiil00e a« dgh
Otto Himmler (Berlin N 24, Oranienburger
Str. 65). Mikroskope. 8^. 79 S. mit 23 Illustr.
Eine sehr ausführliche und schön ausge-
stattete Preisliste nebst Beschreibung und Ge-
brauchsanweisung über die Mikroskope und
Nebenapparate der Firma.
Georg Schmager (Leipzig, Nikolaikirchhof).
Physikalische imd chemische Lehrmittel
unter Berücksichtigung des Lehrplans für
Volksschulen der Stadt Leipzig. 8^. 22 S.
Oebräder Mittelstraß, Hoflieferanten. (Magde-
burg, Breiteweg 88). Das Skioptikon und
seine Nebenapparate. 8^. 48 S. mit vielen
Illustr.
Die Broschüre gibt auf Grund 30-jähriger
Erfahrung eine Beschreibung und Gebrauchs-
anweisung für die Skriptikons der Firma.
Altstädtische Optische Industrie-Anstalt
Nitsche & Günther (Rathenow Pr.). 1. Bn-
Gee-Pincenez-Normale. 8^. 39 S. mit zahl-
reichen Illustr. 2. Uni -Bifo- Gläser. 16^.
20 S. mit vielen Illustr.
Dem Pincenez-Bystem der Firma liegt der
Gedanke zu Grunde, den Kneifer nicht als
fertiges Ganzes zu verkaufen, sondern ihn aus
seinen einzelnen Teilen so zusammenzustellen,
wie es die Gesichtsform des Trägers erfordert.
Die Firma liefert daher diese einzelnen Teile
in den verschiedensten Abmessungen und
Formen, die in der Broschüre aufgeführt und
abgebildet sind; dem Verkäufer wird eine aus-
führliche Anweisung gegeben, wie er die
Auswahl zu treffen hat.
Uni-Blfo-GIäser sind Brillengläser, bei denen
der obere Teil zum Sehen in die Feme und
der untere zum Sehen in der Nähe bestimmt
ist; sie bestehen aus einem Stück und sind
aufs genaueste zentriert. Der Firma Nitsche
& Günther ist von der Londoner Uni-
Bifocal Cy. Lim. die Generalvertretung für
Deutschland übertragen worden.
Galvanometer» dadurch gekennzeichnet, daß die Polschuhe zweier Magnete von
gleichem Querschnitt und 'gleicher Größe und demzufolge gleicher magnetischer Stärke kon-
zentrisch zueinander angeordnet sind, so daß ein gleichförmiges doppeltes magnetisches Feld
entsteht, in welchem sich zwei Seiten eines drehbaren Ankers bewegen, der aus einer auf einen
Rahmen von V-förmiger Gestalt gewickelten Spule besteht. J. Richard in Paris. 3.7.1904.
Nr. 157 936. Kl. 21.
Vorrichtnng cor Herstellung von Glashohlkörpem in der Weise, daß eine auf einer
Unterlage ausgebreitete Glasschicht während der Umformung längs der Grundlinien des herzu-
stellenden Körpers an einem tragenden Gestell o. dgl. durch einen mehrteiligen, innen genuteten
Rahmen mit radial verschiebbaren Teilen gehalten und später freigegeben wird, gekennzeichnet
durch einen mehrteiligen Greiferring, dessen radial verschiebbare Teile den auf der Unterlage
vorläufig zusammengelegten, mit Glas gefüllten Rahmen beim Schließen in sich imd mit dem
Traggestell zusammenhalten, beim öffnen die Rahmenteile mitnehmen und nach Abrücken vom
Glaskörper selbsttätig freigeben.
Ausführungsform der Vorrichtung nach obigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet,
daß das Auseinanderziehen der Rahmenteile beim Öffnen des Greiferringes durch am Rand an-
geordnete Hebel mit Sperrhaken erfolgt, welche letzteren, wenn der Greiferring geschlossen wird,
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H«ftll
15. Juni 190«.
Patentschau. — PatentÜste.
iid
in eine Nut des Rahmens eingreifen und beim öffnen des Ringes die Rahmenteile so lange mit-
nehmen, bis sie durch Anstoßen an einen am Gestell angeordneten Anschlag aus der Nut aus-
gehoben werden. P. Th. Sievert in Dresden. 16. 12. 1903. Nr. 167 847. Kl. 32.
Windmitielkrafi-Zeichner zum fortlaufenden Aufzeichnen der auf Flachen und Körper
wirkenden mittleren Windkrafte unter Berücksichtigung ihrer Richtung, Druck- und Saug-
wirkung, dadurch gekennzeichnet, daß dio den Wind auffangenden Meßkörper, ohne ihre Lage
SU der Windrichtung verändern zu müssen, an einer lotrechten Pendelstange derart aufgehängt
sind, daß die entstehenden drehenden und radialen Pendelbewegungen gleichzeitig auf zwei
getrennte ZeichensUfte übertragen werden.
Apparat nach obigem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der
drehenden Bewegungen dadurch erfolgt, daß die Zeichenstifte mit einer Scharniersechseckseite
darch die Drehungen des Pendelendes mit einem Triebrade geradlinig verschoben werden.
A. Fromm in Graudenz. 20. 2. 1908. Nr. 157 550. Kl. 42.
€rewmdebotirer, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewinde auf einer ein- oder mehr-
gängigen Schraubenlinie von gewisser Breite und von erheblich größerer Steigung als die des
Gewindes fortgenommen ist, zum Zwecke, in den einzelnen Querschnitten des Bohrers die
Anzahl der schneidenden Kanten zu verringern. W. Rum p in Peine. 23. 2. 1904. Nr. 157 863. KI. 49.
Vorriehtnng zur Fernanzeige des zeitlichen Verlaufes von Flüssigkeitsbewegungen»
dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitung ein unter gleichbleibendem Druck stehender, mit
Überlanfheber versehener Flüssigkeitssack eingeschaltet ist, in welchen die zwecks dauernd
richtiger Angabe in bekannter Weise kegelförmig ausgebildete Tauchglocke eines pneumatischen
Wasserstandzeigers eintaucht, der die Anzahl und Zeitdauer der Binzelfüllungen aufzeichnet.
F. Lorenzen in Priedrichstadt a. d. Eider. 6. 8. 1902. Nr. 157 645. Kl. 74.
Rotierendes elektrisches Meßgerät, bei welchem dadurch bestinunte Rotations-
geechwindigkeiten erzielt werden, daß der eingeleiteten elektrischen Leistung durch eine auf
beliebige Weise erzeugte Gegenleistung das Gleichgewicht gehalten wird, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die auf einen beweglichen Teil eingeführte elektrische Leistung durch ein
Planetengetriebe auf einen anderen beweglichen Teil, auf welchen die Gegenleistung erzeugt
wird, übergeführt wird, wobei der auf das Planetenrad ausgeübte Druck entgegen einer Feder-
kraft eme Ablenkung des Planetenrades erzeugt, welche als Maß für die von dem Meßgerät zu
summierende Größe dient. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 9. 6. 1904. Nr. 157 804. KL 21.
Verfahren zur Eliminiemng des Einflusses der Periodenzahl bei Wechaelatrom-
mefigeräten nach Ferrarisschem Prinzip, dadurch gekennzeichnet, daß auf einen Anker ein
Feld zusammenwirkt mit zwei von der Periodenzahl abhängigen Feldern, wobei diese entgegen-
gesetzte Wirkung und ihre Spulen ungleiches Verhältnis der Reaktanz zum Ohmseben Wider-
stand haben. E. Morck in Frankfurt a. M. 6. 3. 1904. Nr. 158008. Kl. 21.
Klasse:
Patentllste.
Bis zum 28. Mai 1906.
AnMeldimgeii.
12. Bch. 22268. Gefäß zur Absorption von
Gasen durch Flüssigkeiten. G. Lüttgen,
Berlin- Haiensee. 24. 6. 04.
21. F. 19780. Instrument zum Messen der
Wellenlänge elektrischer Wellen. J. A.
Fleming, London. 7. 2. 05.
G. 22397. Kombinierter Zeit-Verbrauchs- und
Belastungsmesser für elektrische Energie.
Th. Gruber, Lüdenscheid. 15. 1. 06.
H. 35 830. Verfahren zur Herstellung von
Spulen für elektrische Zwecke. R. Hop-
felt, Berlin. 28.17. 05.
0. 4870. Taschendynamomaschine für Hand-
betrieb. A. B. Oliva u. St. Consigliere,
Genua. 24. 5. 05.
42. A. 12134. Kreiselapparat. H. Anschütz-
Kaempfe, Kiel. 17.6.05.
B. 36 072. Entfernungsmesser mit zwei an
den Enden einer kurzen Basis angeordneten
Reflektoren und einem dem oder den Oku-
laren vorgelagerten Prismensystem. A.
Barr, Glasgow, u. W. Btroud, Leeds, Engl.
31. 12. 03.
B. 41420. Schiebelehre. A. Bergmann,
Velbert. 10.11.05.
C. 12 503. Vorrichtung zur Bestimmung der
Himmelsrichtungen. J. J. T. Chabot, Deger-
loch, Württ 18. 2. 04.
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12Ö
t^atendkto.
D«iit8oh«
C. 18 632. Reduktionszirkel für gleichzeitige
mehrfaclie Reduktion. L. Cotö, St. Hya-
cintlie, Canada. 18. 5. 05.
H. 35 366. Stativ zur Aufnahme und allseitigen
Bewegung von Röntgenröhren u. dgl. mit
einem an der Stativstange angeordneten,
drehbaren Gelenkviereck. C. H a h n , Braun-
Bchweig. 19. 5. 05.
K. 28 414. Im Querschnitt halbkreisförmiges
Prftparatenglas. Deutsche Lehrmittel-
Gesellschaft, Berlin. 23. 11. 04.
K. 80050. Schublehre, bei welcher ein
Schneckengewinde des Mikrometerrades in
eine Verzahnung des Maßstabes eingreift.
F. Krämer, Amberg. 31. 7. 05.
N. 7944. Vorrichtung zum Messen der in einem
Behalter enthaltenden Flttssigkeitsmenge
mit Hilfe einer die Flttssigkeitshöhe an-
zeigenden, mit ihrer Mündung verstellbaren
Röhre. R. Neumann, Wien. 24. 7. 05.
0. 4703. Doppelfemrohr. Optische Werk-
statte Cassel, Cassel. 1. 12. 04.
R. 21488. Panoramafemrohr mit drehbarem
Eintritts- und Aufrichtereflektor. Rath.
Opt. Ind.-Anstalt vorm. B. Busch,
Rathenow. 9. 8. 05.
R. 21979. Nullzirkel nach dem Zweifeder-
system. B. O.Richter&Co., Chemnitz i. Sa.
4. 12. 05.
Seh. 24 248. Feineinstellvorrichtung fttr Bin-
satznadeln an Zirkeln. G. Schoenner,
Nürnberg. 21. 8. 05.
Z. 4529. Koinzidenzentfemungsmesser mit
einem aus zwei Teilen zusammengekitteten
Scheideprisma, dessen Kittschicht den ge-
meinsamen Brennpunkt der beiden Objektive
enthalt und mit der sich anschließenden
Scheideflache in derselben Ebene liegt.
C. Zeiß, Jena. 29.4.05.
Z. 4614. Entfernungsmesser, bestehend aus
zwei Femrohren mit gemeinsamem Okular
und gerader, zur Standlinie senkrechter
Grenzlinie zwischen den beiden Bildem und
aus einer Vorrichtung zur Verschiebung des
einen Bildes in der Richtung der Standlinie.
C. Zeiß, Jena. 1.8.05.
72. St. 10012. Als Femrohr zu verwendendes
Bajonett. F. W. Stillwell, Scranton,
V. St A. 17. 1. 06.
ErteUvageiu
12. Nr. 172 681. Einrichtung zum Durchlichten
von Flüssigkeiten mit Quecksilberlicht behufs
Erzeugung einer chemischen Reaktion.
Schott & Gen., Jena. 3. 3. 05.
Nr. 172682. Quecksilberkatbode für die Elek-
trolyse von Salzlösungen. A. Sindig-
Larsen, Christiania. 31.7.04.
81. Nr. 172 515. Anordnung zur isolierenden
Verbindung zweier Metallteile für elektrische
Zwecke. M. Meirowsky, Cöln - Bhrenf eld.
7. 2. 04.
Nr. 172 607. Elektrische Meßbrücke zur Be-
stimmung des Obergangswiderstandes einer
Brdableitung unter Benutzung zweier Hilfs-
ableitungen. A. Christensen, Maribo,
Danem. 7. 5. 04.
Nr. 172686. Einrichtung an Thermoelementen
zur Sicherung der Verbindungsstellen der
Elektroden. W. B. Haskel, Boston, V.St A.
28.10.04.
Nr. 172 775. Verfahren, Uhren, Zeitzahler und
ahnliche Apparate durch einen Elektromotor
anzutreiben. Schiersteiner Metallwerk,
Berlin. 1.12.05.
Nr. 172 777. Blektrizitatszahler für Eichzwecke.
Isaria-Zahler-Werke, München. 28.12.05.
Nr. 172 878. Spannungssucher. F.E.Smith,
San Francisco. 2. 7. 05.
Nr. 173119. Phasenanzeiger mit an gewissen
Stellen der Skala erhöhter Empfindlichkeit.
P. M. Lincoln, Niagara Falls, New- York.
2. 7. Ol.
42. Nr. 172589. Wetteranzeiger. R. Marti,
Solothum, Schweiz. 2. 8. 05.
Nr. 172624. Panorama -Doppelfemrohr. Ra-
thenower Opt. Industrie-Anstalt vorm.
E. Busch, Rathenow. 16. 3. 05.
Nr. 172 626. ölprobiermaschine. P. Wendt,
Grünberg i. Schi. 25. 1. 05.
Nr. 172 914. Vorrichtung zur farbigen Be-
leuchtung von Stereoskopbildern bei der
Betrachtung derselben durch ein Stereoskop.
H. Kloppe, Berlin. 5. 2. 05.
Nr. 172 915. Metallthermometer mit einer aus
zwei verschiedenen Metallen hergestellten
Spirale. F. Kaeferle, Hannover. 19. 7. 05.
Nr. 173107. Bntfemungsmesser mit senk-
rechter Basis. E. Heyber, Schloß Peru-
schen, G. Gossa u. M. Gossa, Breslau.
27. 10. 08.
Nr. 173 022. Aus Blech gezogene Prismen-
stühle für Prismenfernrohre. W. Schöne-
wolf, Friedenau-Berlin. 11. 2. 05.
Nr. 173 109. Bilderwechselvorrichtung für Pro-
jektionsapparate u. dgl. mit gleichzeitiger
Einschaltung des einen und Ausschaltung^
des andem. Bildhalters. C. Huysinga,
München. 3. 4. 04.
67. Nr. 172811. Verfahren zum Schleifen von
Linsen mit zwei Brennpunkten mit Hilfe
einer zwei Schleifzonen verschiedener
Krünumung besitzenden Schleifscheibe. B.
Mayer, Baltimore, V. St. A. 19. 10.04.
74. Nr. 173 1 52. Zeitsignalapparat. 0. Schutt,
Hannover. 15. 6. 04.
Für die Redaktion Terantwortllch: A. Blaschkein Berlin W.
Verlas Ton Jnlini Springer in Berlin N. — Dmok Ton Bmil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt 2sur Zeitschrift für Instnimentenkande
nnd
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblati der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der ApoBtelkirche 6.
Heft 13. 1. Juli. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet«
Einladung
zum
17. Deutschen Mechanikertag-
am 17. und 18. August 1906
in Nürnberg.
Nach sechsjähriger Pause kehrt der Deutsche Mechanikertag wieder im Süden
Deutschlands ein, und zwar ist die Wahl auf „das Schatzkästlein Deutschlands'', auf
Nürnberg, gefallen. Dort wird gerade jetzt die lOO-jährige Zugehörigkeit der Stadt
zur Krone Bayerns durch eine glänzende Ausstellung gefeiert, die zeigt, welch' hohe
Stufe in der Technik, den Künsten, dem Unterrichtswesen Bayern einnimmt, daß es im
besonderen den Glanz, in dem schon vor 100 Jahren die Präzisionsmechanik dort er-
strahlte, zu wahren und zu mehren gewußt hat. Und so laden wir unsere Fachgenossen
und die Freunde unserer Kunst herzlich ein, in diesem Jahre recht zahlreich in Nürn-
berg sich einzufinden, um über eine Reihe von Fragen zu beraten, die für die Fein-
mechanik und unsere Deutsche Gesellschaft für Mechanik und Optik von größtem In-
teresse sind, sowie um Nürnbergs und seiner Jubiläumsausstellung Schätze zu be-
sichtigen. Wir hoffen, daß auch in diesem Jahre unserem Rufe zahlreich Folge gegeben
werden wird, heuer um so mehr, als sicherlich die Stadt an sich und doppelt in Ver-
bindung mit der großartigen Ausstellung ihre Anziehungskraft ausüben wird.
Der Vorstand hat geglaubt, die Eigenart Nürnbergs dadurch berücksichtigen
zu sollen, daß er die Verhandlungen auf einen Vormittag zusammendrängte (vgl. die
beifolgende Zeiteinteilung) und so 1 Y2 Tage für den Besuch der Ausstellung sowie die
Besichtigung von Museen und Fabriken unter sachkundiger Führung frei machte.
Der Preis für die Teilnehmerkarte (Herren oder Damen) beträgt 8,(X) Jf ; darin
ist einbegriffen: zweitägiger Eintritt in die Ausstellung, einmaliger Eintritt in das Gewerbe-
museum, einmaliger Eintritt in das Germanische Museum, das trockene Gedeck für das
Festessen, Festzeichen und Führer durch Nürnberg.
Anmeldungen sind, spätestens bis zum 11. August, zu richten an Hrn. Kommerzien-
rat Gg. Schoenner (Nürnberg, Gartenstr. 7).
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Dr. H. Kr aß, Vorsitzender. Prof. Dr. A. Westphal, stell v. Vorsitzender. W. Handke, Schatzmeister.
Prof. Dr. L. Ambronn. M. Bekel. M. Bieler. Dir. Prof. A. Böttcher. R. Brunn6e.
Prof. Dr. 8. Czapski. Dir. Prof. Dr. F. Göpel. W. Haensch. G. Heyde. Dr. D. Kaempfer.
R. Kleemann. Prof. Dr. St. Lindeck. Baurat B. Pensky. W. Petzoid. L. Bchopper.
F. Sokol. Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen.
Der Ortsausschuß zu Nürnberg.
Kommerzienrat Gg. Schoenner.
P. Bock, Kgl. Prof. u. Vorstand der mecbaniscben Abt. der Industrieschule. P.A. Kapeller,
Kgl. Rektor der Industrieschule. G. Klünder, Ingenieur, von Kramer, Kgl. Oberbaurat u.
Dir. des Bayer. Gewerbemuseums. Dr.-Ing. J. MöUinger. F. Nerz, techn. Dir. der Siemens-
Schuckert- Werke. Prof. Dr. F. Zicker mann.
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122 Einladung cum 17. Dtutachen Mechanlktrtag. MA<^K^k^.Z
MechanlkT-Ztg.
Zeiteinteilung.
Donnerstag, den 16. August 1906, abends von 8 Uhr an:
Begrüßung der Teilnehmer und ihrer Damen
im Hotel „Goldener Adler".
Abgabe der Teilnehmerkarten, Festzeicben und Führer durch Nürnberg.
Freitag, den 17. August 1906.
9 Uhr vormittags:
Sitzung
im grofien Vortragssaale des Bayer. Gewerbemuseums.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht, erstattet vom Vorsitzenden.
2. Hr. Dr. F. Kalkner (von der Firma Siemens-Schuckert-Werke, Nürnberg):
Zweck, Konstruktion und Wirkungsweise der Elektrizitätszähler und der neueren
Tarifapparate.
3. Hr. Prof. Dr. L. Ambronn: Stand der Arbeiten zur Herausgabe einer Geschichte der
mechanischen Kunst.
4. Hr. Prof. Dr. S. Czapski: Die Abbe-Stiftung.
5. Wiederholter Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge (vgl. § 17
der Satzungen und Deutsche Mech.-Ztg. 1905. S. 247).
6. Hr. A. Blaschke: Die wichtigsten Patente des letzten Jahres.
7. Ctoschäftliche Angelegenheiten.
a) Wahlen zum Vorstände gemäß § 10 der Satzungen.
d) Wahl zweier Kassenrevisoren.
e) Festsetzung betr. den 18. Deutschen Mechanikertag.
8. Hauptversammlung der Fraunhofer-Stiftung.
Während der Sitzung besichtigen die Damen unter ortskundiger Führung die
Sehenswürdigkeiten der Stadt. Treffpunkt: Hauptportal der St. Lorenzkirche, 9 Uhr.
IV2 Uhr mittags:
Mittagessen im Restaurant Kultur-Verein.
3 Uhr nachmittags:
Besichtigung der Ausstellung.
7 Uhr abends:
Zusammenkunft in der Hauptrestauration der Aufstellung.
Samstag, den 18. August.
9 Uhr vormittags:
Besichtigung der Siemens- SehucJcert-Werke mit Damen,
oder „ der Metallwarenfabrik vorm Oebr. Bing X-ff. mit Damen,
oder „ der Bleistiftfabrik Joh, Faber A.'0. ohne Damen.
Die Teilnehmer werden ersucht, sogleich bei der Anmeldung Mitteilung zu
machen, für welche Besichtigung sie sich entschließen.
2 bis 4^2 Uhr nachmittags:
Besuch des Bayer. Oewerbemuseums,
oder „ „ Germanischen Museums.
5 Uhr nachmittags:
Festessen in der Hauptrestauration der Bayer. Jubiläums-Landes-Ausstellung.
Sonntag, den 19. August:
Besichtigung der Stadt, der Museen usw.
Wegen Unterkunft wolle man sich an den Wohnungsausschuß des Verkehrsvereins
(Hauptbahnhof Nürnberg) wenden.
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H«A 18.
1. Juli 1906.
K. Sieg 1, N«UM Prinzip einer elektrischen Priiciaioneuhr.
123
Brgftnsung zu dem Aufsatze:
Neues Prinzip einer elektrisclien Präzisionsuhr*).
Von Dr. ;
in Innsbruck.
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b ^^ e i
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zil I Uz: I
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Fig. 1.
Das in meiner Dissertation behandelte Selenpendel hat noch eine wesentliche
Vervollkommnung erfahren. Es hat sich gezeigt, daß etwaige Schwankungen der Licht-
quelle, der Spannung der Batterie oder des Widerstandes der Selenzelle auf die
Schwingungsdauer des Pendels dann den geringsten Einfluß haben, wenn die An-
regung 1. nicht am unteren Ende des letzteren, sondern in seinem Aufhängepunkte
erfolgt, 2. nicht in einer kleinen Verrückung des Aufhtogepunktes, sondern in einer
reinen Drehung desselben besteht. Die erste Bedin-
gung läßt sich dadurch realisieren, daß der Elektro-
magnet nicht direkt (wie früher) auf das Normalpendel
wirkt, sondern auf ein zweites, das den Impuls erst
mittels seiner Aufhängung auf das erste überträgt.
Damit der Aufhängepunkt des Normalpendels gemäß
der zweiten Bedingung eine reine Drehung ausführt,
könnte man dasselbe mittels einer isochronischen
Feder an einer Schneide befestigen in der Art, daß
das obere, festgeklemmte Ende der Feder mit der
Kante der Schneide in eine Linie zu liegen kommt,
der Drehpunkt des Pendels also genau in dieser Linie
sich befindet. Die Schneide wäre mit dem zweiten
Pendel verbunden ; letzteres könnte auf diese Weise
durch eine reine Drehung des Aufhängepunktes auf
das Normalpendel Energie übertragen. Dabei ginge
aber das Normalpendel bei jeder Schwingung eine
kurze Zeit auf Messeraufhängung, mit welcher sich
bekanntlich keine solche Präzision erreichen läßt wie
mit der reinen Federaufhängung. Außerdem ist in
diesem Falle die Reibung bedeutend größer, so daß
Lichtquelle, Selenzelle und Batterie viel stärker sein
müssen als bei der alten Konstruktion.
Diese Nachteile lassen sich auf folgende
Weise umgehen: Das Normalpendel P hängt an
einer isochronischen Feder jP, deren oberes Ende in
ein Metallstück M eingeklemmt ist, das an vier
Federn ab c d hängt, von welchen sich immer je
zwei rechtwinklig überkreuzen {Fig. i). Das Metall-
Stück muß dabei so weit zwischen die vier Federn
hineinragen, daß seine untere Fläche, an welcher
der freie Teil der isochronischen Feder beginnt, ge-
nau mit der Halbierungslinie der genannten vier
Federn zusammenfällt. Versetzt man jetzt das Pendel
in Schwingung, so vollführt sein Aufhängepunkt eine
reine Drehung um die genannte Halbierungslinie.
Der bewegliche Teil der Federkreuzaufhängung ist
nun mit einem zweiten Pendel P' verbunden, auf
welches der Elektromagnet wirkt. Bei der rechtsseitigen Elongation von P' legt sich der
an demselben befindliche Anker A' an den Elektromagneten E an {Fig, 8), natürlich unter
Zwischenschaltung einer unmagnetisierbaren Schicht zur Vermeidung des remanenten
Magnetismus. Hört der Elektromagnet zu wirken auf, so wird das Pendel durch eine
Feder nach links gezogen, bis es sich an einen auf dieser Seite befindlichen Anschlag Ä
anlegt. Die Belichtung der Selenzellen geschieht auf folgende Weise: Das Normal-
pendel P besitzt über seiner Linse einen Blechansatz B (Fig. 2)\ an der Pendel-
stange P* befindet sich ebenfalls ein Blechansatz B'. Erteilt man nun dem Normal-
p«ndel eine Elongation nach links, so wird der in einem festen Schirm J befindliche
(punktiert gezeichnete) Spalt zum Teil frei. Dadurch tritt Belichtung der Selenzelle
Flg 2.
M D. Meek.'Zig. 1904. 8. 81.
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124
K. Sieg 1| Bl«ktriache Prädeionsuhr. — Venlna- und Peraonennachrichten.
DevftMlM
MeehMüker-Ztg.
ein, und der Elektromagnet beginnt zu wirken. P bewegt sich deshalb nach rechts,
und sein Anker bleibt an dem Elektromagneten rahig liegen. Die Belichtung dauert
fort, und P, das sich inzwischen nach rechts bewegt, bekommt dadurch einen Impuls
nach rechts. Sobald es seinen rechtsseitigen Umkehrpunkt zu erreichen beginnt, tritt
Verdunklung der Selenzelle ein, und der Elektromagnet läßt P* los. Dieses legt sich
wieder an seinen linksseitigen Anschlag imd erteilt dadurch P, das inzwischen nach
links schwingt, einen Impuls nach links. Die Verdunklung dauert an, bis P in die
Nähe seines linksseitigen Umkehrpunktes kommt. Jetzt wiederholt sich das ganze Spiel
von neuem.
Das Normalpendel P, das wie früher ein Sekundenpendel ist, schwingt bei dieser
Art der Anregung vollständig frei, und der Antrieb erfolgt nicht nur durch den Trägheits-
strom der Selenzelle, sondern es wird zugleich der ganze Belichtungsstrom ausgenützt,
was sich bei der früheren Konstruktion nicht hatte erreichen lassen. Außer der Selen-
zelle, welche das Pendel in Gang erhält, wird wie früher eine zweite Zelle belichtet,
welche die Zeigerwerke betätigt. Die Ainplituden der beiden Pendel sind sehr klein;
nur der größeren Deutlichkeit halber sind sie übertrieben groß gezeichnet.
Innsbruck, Mai 1905.
Verains- und Pf
Mitgliederyerzeiohnie.
Bis zum 30. Juni d. J. sind folgende Ver-
änderungen im neuen Mitgliederverzeichnis
bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
August Dahm; Metallwarenfabrik;
Hamburg 5, Lindenstr. 14. H.-A.
W. Hofmann; Spezialfabrik für Schnitte
und Stanzenbau; Leipzig - Lindenau,
Queckstr. 15. Lpz.
Willy Kießner; Mechaniker und Op-
tiker; Spez.: Kinematographen und
Zubehör; Berlin SO 36, Glogauer
Straße 19. Berl.
Robert Kurtzke; Feinmechaniker der
Militärtechnischen Akademie ; Char-
. lottenburg 2, Fasanenstr. 87. Berl.
Wilson-Maeulen Company; Mount
Vemon, New-York. Hptv.
B. Ausgeschieden:
H. Dähnhardt; Einbeck.
Eduard Kramer; Halle.
Ernst Plank; Nürnberg.
C. Änderungen der Adressen:
Otto Bohne Naehf, (Inh.: Louis
Kurth u. Otto Kohlmann).
C. Stührmann; Hamburg 30, Bis-
marckstr. 145.
D. Berichtigung:
Auf 8, 1 Zeile 14 v. u. ist für W. Sar-
torius zu setzen: R. Brunn^e.
Verein Deutscher Glaslnstramenten-
Fabrlkanlen.
Laut Beschluß der Vorstandssitzung vom
^ 13. Juni findet die diesjährige Hauptver-
sammlung am 13. August in Frauenwald
statt. Die Mitglieder werden gebeten, An-
träge hierzu bis zum 15. Juli behn Vorstand
einzureichen. Das Programm wird mit der
Einladung s. Z. übersandt und in dieser
Zeitschrift veröffentlicht werden.
Hr. WUhelm PetKold, der I. Vor-
sitzende des Zweigvereins Leipzig, feierte
am 18. Juni sein 25-jährige8 Geschäfts-
jubiläum.
Nach Beendigung seiner Lehrzeit arbeitete
Hr. Petzold in den Instituten von Breit-
haupt & Sohn, G. & S. Merz und Dr.
Stöhrer & Sohn. Am 18. Juni 1881 er-
richtete er in Leipzig seine Werkstatt;
1884 wurde der Physiologe Prof. Dr. C.
Ludwig auf des jungen strebsamen und
tüchtigen Mechanikers Unternehmen auf-
merksam und übertrug ihm die Konstruktion
seiner hervorragenden wissenschaftlichen
Apparate; im Zusammenarbeiten mit
Ludwig und seinen Schülern wurden viele
neue physiologische Apparate gebaut. Im
Jahre 1900 siedelte Hr. Petzold auf sein
eigenes Grundstück (Leipzig-Kleinzschocher,
Schönauer Weg 6) über. Heut darf Hr.
Petzold seine Werkstatt als eine der ersten
seines Faches bezeichnen; auf allen Aus-
stellungen, die er beschickte, errang er
höchste Auszeichnungen.
Der Jubilar wurde durch sehr viele
Beglückwünschungen und Geschenke er-
freut. Er vereinigte am 23. Juni zahlreiche
Verwandte, Freunde und Kollegen mit ihren
Damen im Etablissement Reichsverweser
um sich, um die Jubelfeier festlich zu be-
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H«A18.
1. Jiül 1900.
Kl«ia«r« lllttoiliia(«n.
125
gehen. An eine Festtafel schlofi sich ein
gemütliches Tftnschen, das alle Beteiligten
in heiterster Laune bis zur frühen Morgen-
stunde zusammenhielt.
Kl#lnara HittellHngan.
Apparat snr Bestlmiiiiiiiir de« mecha-
nischen W&rmeäqnivalent«.
Von H. Rubens.
Verh. d. Fky$. G€$. 8. 8. 77. 1906.
Mit dem Apparate soll im physilcalischen
ÜboDgslaboratorium das mechanische Wärme-
äquivalent bestimmt werden.
Die 60 cm lange, 4,5 cm weite, mit
Maschinenöl gefällte Messingröhre E E
c=n
(s. Fig.) bildet das Kalorimetergefäß, mittels
dessen die Wärmemenge gemessen wird, die
durch Betätigung des Apparates aus mecha-
nischer Arbeit eraeugt wird. An den Bnden
ist B B von zwei Kappen abgeschlossen, durch
welche die Thermometer a und 6 in das Innere
des Kalorimetergefäßes hineinragen. Dieses
ist, um es gegen Wärmeabgabe an die Atmo-
sphäre zu schätzen, von der durch die Kappen T T
verschlossenen Messinghülle P P umgeben ; die
Ebonitringe 8 8 und die Gummiringe G Q er-
halten das Kalorimetergefäß in fester Lage in
Beziehung auf die Schutzhülle. In das Innere
des Kalorimeters ist ein Einblick gewährt durch
je acht 4 X 2 cm große Fenster F F^ welche
sich sowohl in der Umhüllung wie auch in der
Wandung des Kalorimeters befinden.
Bin zylinderförmiges, 4 kg schweres Blei-
gewicht U füllt die untere Hälfte des Kalori-
metergefäßes aus. Dreht man nun mittels der
an der horizontalen Achse Q Q befindlichen
Doppelkurbel das Kalorimetergefäß samt Schutz-
hülle um 180 ^ so wird das Bleigewicht nach
oben geführt und sinkt darauf in dem im Kalori-
metergefäß befindlichen Öl langsam nach unten.
Hierbei wird die bei der Hebung des Blei-
gewichtes geleistete Arbeit durch Reibung am
öle in Wärme übergeführt. Der Betrag der
Wärme sowohl wie derjenige der Arbeit ist
leicht zu ermitteln. Die Arbeit ist das Produkt
aus dem Gewicht U multipliziert mit der
Strecke, um welche dasselbe bei einer Drehung
des Apparates gehoben wird. Die Wärme-
menge ergibt sich als Produkt der durch die
Thermometer a und b angezeigten Temperatur-
erhöhung des Kalorimeters und der Wärme-
kapazität desselben, welche letztere durch Be-
stimmung von Masse und spezifischer Wärme
des 01s, des Bleies, des Messings und des
Glases leicht festzustellen ist. Der Quotient
aus der geleisteten Arbeit dividiert durch die
erhaltene Wärmemenge ist dann das gesuchte
Wärmeäquivalent.
Zur Erzielung einigermaßen genauer Werte
muß man natürlich eine größere Anzahl von
Drehungen am Apparate hintereinander aus-
führen. Um hierbei die für kalorimetrische
Messungen erforderlichen Bedingungen in bezug
auf die Außen- und Innentemperatur des
Apparates herstellen zu können, ist das Thermo-
meter d zur Messung der äußeren Lufttemperatur
angebracht und das Thermometer c zur
Temperaturmessung im Luftmantel zwischen
dem Kalorimeter und der Schutzhülle. In
diesem Zwischenraum befinden sich 36 Kork-
würfel von zusammen 7 g Gewicht, welche bei
jeder Drehung mitgenonunen werden und durch
ihr Herabfallen die Luft gut durchmischen, so
daß das Thermometer e wirklich die Mittel-
temperatur des Luftmantels angibt.
Diu-ch 50 Drehungen, die eine Zeit von
etwa 3 Minuten in Anspruch nehmen, steigt die
Temperatur des Kalorimeters um etwa ein viertel
Grad. Eine Versuchsreihe von 450 Drehungen
dauert nicht ganz eine halbe Stunde und ergibt
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126
KlaiiMr« Mltt«Uuiigtii.
DeutMhe
Meehanlker-Ztg.
bei Beachtung der erforderlichen Vorsichts-
maßregehi Werte, die selten um 2 7o ^^^
Mittelwerte abweichen. Zehn vom Verf. mit-
geteilte Versuchsreihen wichen im Mittel nur
um 0,94 7o ^^^ ^^^ zu 424,8 kgm berechneten
Mittelwerte des mechanischen Wärmeäquivalents
ab. Begnügt man sich im Unterrichte mit
Versuchsreihen von 100 bis 200 Drehungen,
welche 10 bis 20 Minuten erfordern, so erreicht
man noch eine Genauigkeit von 3 7o- ^^'
Ein neuer Parallehichraubstock.
Von Oskar Jeidel in Berlin.
Nachdem der Parallelschraubstock sich all-
gemeine Anerkennung erworben hat, sind die
Fabrikanten eifrig bemüht, ihn zu vervoll-
kommnen, und zwar in erster Linie, eine genau
parallele Führung der Backenflächen zu sichern.
Eine genaue Führung ist aber nicht ganz
leicht zu erreichen, denn die geradlinige Ver-
schiebung der beweglichen Backe führt an
sich zu einer weniger stabilen Bauart, als die
einfachere drehende Bewegung beim Zangen-
schraubstock. Um dem entgegenzuwirken,
hat man die Parallelschraubstöcke zunächst
sehr kräftig gebaut, wodurch sie sehr massiv
und schwer werden. Neuerdings wird ein
Parallelschraubstock , Globus" von der Firma
Oskar Jeidel (Berlin NO 18, Landsberger
Platz 5) auf den Markt gebracht, bei dem im
Gegensatz hierzu eine genaue Führung in be-
merkenswert einfacher Weise erreicht worden
ist; die Abbildung zeigt die Konstruktion, wobei,
um die Führung sichtbar zu machen, das Schutz-
blech abgenonmien ist, das Feilspäne und
sonstige Unreinheiten von dem Gewinde der
Spindel fernhält. Die bewegliche Vorderbacke
wird, wie gewöhnlich, von der Spindel und
einer darunterliegenden Führuugsttange ge-
führt; aber diese gehen erstens in ungewöhnlich
langen, glatten Bohrungen des Schraubstock-
körpers und zweitens wird ihr hinteres Ende
noch besonders geführt, indem ein an der
unteren Führungsstange befestigtes Querstück,
das dem hinteren Ende der Spindel als Lager
dient, an einer festen Führungsstange entlang
gleitet, die vorne am Schraubstockkörper und
hinten an einer besonderen Stütze befestigt
ist. Man erkennt, daß dieser Führung ver-
schiedene wesentliche Vorteile entspringen.
Die Bauart gestattet die Anwendung einfacher,
glatter, runder Führungsstangen aus Stahl,
die erheblich zuverlässiger und doch viel
leichter sind, als prismatische und ähnliche
Stangen. Weil die Bauart an sich stabil ist,
können Schraubstockkörper und -backen leichter
ausgeführt werden als sonst, und dadurch wird
es möglich, den ganzen Schraubstock, ohne die
Kosten nennenswert zu erhöhen, aus härtbarem
Stahl herzustellen. Im Spanngebiet unter den
Backen beanspruchen die Führungsteile weniger
Raum als bei anderen Konstruktionen, und
daher ist dieser Schraubstock von der Seite
leicht zugänglich. Durch die sichere Führung
ist es ferner ohne weiteres möglich, auf größere
Spannweiten zu gehen.
Mattbad fttr Messing, Neusilber und
andere ztnkbaltlge Legrterungen.
Teehn. Zentralbl 16. 8. 163, 1906 nach Bra$9- WoM,
Das Mattbad erzeugt einen seidenartigen,
kristallinischen, stumpfen Glanz, so daß störende
Lichtreflexe vermieden werden.
Das für alle zinkhaltigen Legie-
rungen verwendbare Mattbad be-
steht aus einer Mischung von 4,5 l
Salpetersäure (Scheidewasser) von
38 Grad und 4,5 l Schwefelsäure
(Vitriolöl), die mit schwefelsaurem
Zink (Zinkvitriol) gesättigt ist; es
werden etwa 170^ Zink gebraucht.
Um vollständige Sättigung zu er-
zielen, muß man das Bad wie folgt herstellen. In
einen Stein topf, der zur Kühlung in kaltes Wasser
gestellt ist, gießt man die Salpetersäure von
88 Grad und löst darin so viel metallisches
Zink, daß die Lösung vollständig gesättigt ist,
wobei man das Zink (auch Zinkblechabfälle) in
kleinen Stücken zugibt. Das Zink darf nicht
mit einem Male hinzugefügt werden, da sonst
die Erwärmung eine zu starke wird und die
Lösung überkocht. Auch muß man darauf
achten, daß kein ungelöstes Zink in dem Gefäß
zurückbleibt, da dadurch die Wirkung des
Bades beeinträchtigt wird. Den durch die
Hitze verdunsteten Teil der Säure ergänzt man
durch Hinzufügen von neuer Säure. Dann
gießt man, unter stetem Umrühren mittels
eines Holzlöffels, nach und nach die Schwefel-
säure hinzu. Die Lösung wird hierdurch zu-
nächst milchig und erhält infolge des Aus-
scheidens von fein verteiltem Zinkvitriol eine
sahnenartige Konsistenz. Vor der Benutzung
läßt man das Bad dann einige Zeit (über Nacht)
stehen.
Das Bad wird heiß angewendet, und zwar
stellt man am besten den Steintopf in heißes
Wasser. Die zu mattierenden Gegenstände
werden in der gewöhnlichen Weise poliert und
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Heft IS.
>. Juli 1906.
ia«in«r« MlttcUungui.
127
gereinigt and so lange in das vorher gut um-
gerührte Bad getaucht, bis die gewünschte
Mattierung erreicht ist, was man sich aus-
probieren muß. Die Einwirkung der Säuren
ist zuerst eine intensive, nimmt aber nach
einigen Sekunden ab. Da die Gegenstände in
dem Bad eine dunkle Farbe annehmen, müssen
sie, nachdem sie gut abgespült sind, noch
kurze Zeit in ein gewöhnliches Glanzbad ge-
bracht werden, durch welches die dunkle
Schicht entfernt wird.
Nimmt man anstatt der gleichen Mengen
von beiden Säuren mehr Salpetersäure, so wird
die Oberfläche rauher, durch mehr Schwefel-
säure wird sie feiner. Der Gehalt des Bades
an Zink braucht nicht ergänzt zu werden, da
bereits bei dem Ätzen von den Gegenständen
genüg^end Zink in die Lösung übergeht. Mit
der Zeit wird aber so viel Kupfer gelöst, daß
durch den Kupfergehalt das Bad unwirksam
wird; es muß dann fortgegossen werden.
Versagt ein neues Bad zunächst seine
Wirkung, so gibt man etwas Wasser zu, aber
nicht zu viel; wenn möglich soll man Wasser
überhaupt ganz vermeiden.
Wie bei anderen Beizen ist auch hier viel
Sorgfalt und Erfahrung notwendig. Am ge-
eignetsten für das Mattieren sind stark zink-
haltige Messingsorten. BJßm.
Ausstellunff auf der
78. Versammlung Deutscher Natur-
forscher und Ärzte,
Stuttgart, 16. bis 22. September 1906.
Mit der Natiurforecherversammlung wird auch
in diesem Jahre wieder eine Ausstellung ver-
bunden sein. Sie soll naturwissenschaftliche
und^. medizinisch-chirurgische Gegenstände so-
wie chemisch - pharmazeutische Präparate und
naturwissenschaftliche Lehrmittel, und zwar
in erster Linie Neuheiten der letzten Jahre auf
diesen Gebieten, umfassen. Die Ausstellung
findet im Landesgewerbemuseum statt und wird
an Werktagen von 9 bis 5, am Sonntag (16. Sep-
tember) von 11 bis 4 Uhr geöffnet sein. Es
wird eine Platzmiete von 6 If für das Quadrat-
meter (einerlei ob Boden-, Wand- oder Tisch-
fläche) erhoben. Tische werden vom Landes-
gewerbemuseum gestellt werden, ebenso, soweit
angängig, Schränke, wofern die Aussteller, die
ihre Erzeugnisse unter Verschluß auszustellen
wünschen, nicht ihre eigenen Schränke, Glas-
kästen u. s. w. benutzen. Der Ausstellungs-
raum ist zum Teil mit Zuleitung von elek-
trischer Kraft (Gleichstrom, Wechselstrom) ver-
sehen. Die Herstellung des Ausstellungskata-
loges erfolgt durch die Firma Rudolf Mosse
(Stuttgart) in einer Auflage von 3000; dieser
Katalog wird sämtlichen Teilnehmern an der
Versammlung kostenfrei übergeben. Die Firma
Rudolf Mosse hat die Verpflichtung über-
nommen, in dem Katalog die Aussteller mit
Namen, Wohnort und Wohnung, sowie das Ver-
zeichnis der ausgestellten Gegenstände ohne
besondere Berechnung abzudrucken. Alle
weiteren Angaben, wie Geschichte der aus-
stellenden Firmen, Empfehlungen, Preisangaben
und sonstige Bemerkungen, die seitens der
Aussteller gewünscht werden, werden zu
verhältnismäßig billigen Sätzen aufgenommen.
Schlußtermin für die Anmeldung ist der 15. Juli.
Wegen der genaueren Bestimmungen und
etwaiger Anmeldungen zur Ausstellung wolle
man sich an den Vorsitzenden des Ausstollungs-
ausschusses, Hrn. Oberstudienrat Professor Dr.
Lampert (Stuttgart, Archivstr. 3) wenden.
RechtsTerfolgang im Auriande.
Für die im folgenden genannten Länder
wurden dem Handelsvertragsverein von
vertrauenswürdigen Seiten Namen zuverlässiger
Rechtsanwälte mitgeteilt.
Ägypten, Argentinien, Belgien, Bosnien und
Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, China, Däne-
mark, Finland, Frankreich, Griechenland, Groß-
britannien, Italien, Japan, Kanada, Kapkolonie,
Marokko, Mexiko, Neusüdwales, Niederlande,
Nikaragua, Norwegen, Österreich, Ostasien, Para-
guay, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden,
Schweiz, Serbien, Türkei, Ungarn, Uruguay,
Venezuela, Vereinigte Staaten.
Unsere Mitglieder wollen sich im Bedarfs-
fälle an den Handelsvertragsverein (Berlin W 9,
Köthener Str. 28/29) wenden unter Bezugnahme
darauf, daß die D. G. f. M. u. 0. dem Vereine
als Mitglied angehört; dieser übernimmt bei
Nennung der betreffenden Adressen natürlich
keinerlei Verpflichtung.
Unter der Firma Einkaufsvereinigung
für elektrische Bedarfsartikel, E.G. m.b.H.
wurde ein neues Unternehmen mit dem Sitz in
Frankfurt a. M. gegründet, welches im Zu-
sammenschluß mit dem bestehenden Verband
der elektrotechnischen Installationsfirmen in
Deutschland die Interessen der deutscheu
elektrotechnischen Installationsbranche ver-
treten soll. Gegenstand des Unternehmens ist
die wirtschaftliche Förderung seiner Mitglieder
durch Einkauf von elektrotechnischen Bedarfs-
artikeln im großen und durch Abgabe der-
selben an Mitglieder im einzelnen. Zu Vor-
standsmitgliedern wurden bestellt die Herren:
Aug. Berghausen, Cöln a. Rh., Gg. Mon-
tanus in Fa. Schäfer & Montanus, Frank-
furt a. M., und Max Wild in Fa. Max Wild
& Co., Stuttgart.
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128
Olatt^ehidschM.
M»öhMilkT-Ztg.
all
Einige Bemerlcungen ttber Kataloge.
Beim Blättern in Katalogen von Olaa-
instrumentenfabriken, die meist vorsüglich
ausgestattet und mit vielen Illustrationen
versehen waren, sind mir Mängel aufge-
fallen, von denen ich einige öfter vor-
kommende hier kurz erwähnen möchte.
Geräte zur Bestimmung des spezifischen
Gewichts von Flüssigkeiten werden vielfach
als Picno- oder auch Piknometer bezeichnet,
während dieses aus dem griechischen stam-
mende Wort Pj/inometer (wörtlich Dichte-
messer) zu schreiben ist.
Zwei bekannte Aräometer sind öfter
nach B^aume bezw/ nach Twaddei ge-
nannt, ihre Urheber schrieben sich jedoch
Baume und TwaddZe. Der ebenso be-
kannte Schwimmkörper zur Bestimmung
der Dichte von Flüssigkeiten stammt nicht
von Reinmann, sondern von Retmann, die
Mostwage nicht von Oechsele, sondern von
OechtfZe, das Laktobutyrometer nicht von
Stocles, sondern von StoÄ;es; der Gas-
brenner nicht von Flet^cÄer, sondern von
FletcAer. Mostwagen soll man übrigens
nicht Gleuco-, sondemGleu J;ome ter schreiben ,
(ebenso, nicht Micro-, sondern Mikroskop),
und die Ölwagen sind keine Elaio-, sondern
Elaiometer.
Salleron hat seinen nach ihm bezeich-
neten Apparat Alambic (nicht Alembic) ge-
nannt, weil er Franzose war; wir Deutsche
werden aber verständlicher und ebenso
richtig von einem Salleronschen „De-
stillierapparat" sprechen. Ebenso sollte man
den von Coquillon angegebenen Apparat
zur Bestimmung der Grubengase als solchen,
nicht aber mit dem sprachwidrigen, etwa
wie „Wärmemeter" gebildeten, Worte
Grisoumeter bezeichnen ^).
Unter den Temperaturmessem finden
sich alle möglichen Arten von Maxima- und
Minima - Thermometern, auch solche mit
Teilung auf der Minimaskale oder sogar ganz
unverständliche „ Thermometer maxima ** .
Es muß aber, und zwar sowohl in der
Einzahl, wie in der Mehrzahl, Maximum-
und Minimum-Thermometer heifien; doch ist
auch Maximal und MinimaZ-Thermometer
zulässig. Die zur Bestimmung der
Feuchtigkeit dienenden Thermometer sind
i) Auch die aus dem englischen abemommene
Wortbildung „holosteric* im Sinne von »ganz
fesf halte ich für inkorrekt, da im griechischen
aierikoi nicht vorkommt. Die mit dem Worte
bezeichnete Art von Barometern müßte holo-
stereoid oder auch holosterisch genannt werden.
nicht Psychro-, sondern Psychrometer-Ther-
mometer (ähnlich auch nicht Kalori-, sondern
nur Kalorimeter-Thermometer).
Ferner gibt es Volumeter, Volumometer
und Volumenometer, dagegen merkwürdiger-
weise kein Voluminometer. Letzteres ist
aber die einzig richtige Bezeichnung der
in Frage kommenden Instrumente, da be-
kanntlich für die Bildung der aus dem
lateinischen abgeleiteten Wörter die Stamm-,
nicht die Nominativform maßgebend ist.
Allerdings fallen die Mißbildungen in erster
Linie denjenigen zur Last, welche die be-
treffenden Apparate angegeben und so be-
nannt haben.
Daß das Wort Meter, sowie alle mit
Meter zusammengesetzten Bezeichnungen
von Instrumenten, wie Thermo-, Baro-,
Vapori- und andere -meter, nicht männ-
lichen, sondern ^sächlichen Geschlechts dnd,
es mithin das Thermo-, das Barometer
heißt, ist bekannt.
Als Bezeichnung für Kubikzentimeter
wird in der Regel immer noch ec oder c. c.
gebraucht, obwohl die in Deutschland
amtlich vorgeschriebene Abkürzung ccm ist ^)
und außer dieser höchstens noch das sonst
in wissenschaftlichen Werken gebräuchliche
cm^ in Frage kommen könnte. Da wir
gerade bei metrischen Maßen sind, so sei
noch darauf hingewiesen, daß es nur
Oramm gibt und daß man deshalb auf
Geräte nicht Gramme oder gar Grammen
schreiben darf.
Vielfach werden „geeichte" Gteräte auf-
geführt. Leider wird dieses Wort in ganz
verschiedenem Sinne gebraucht, indem man
sowohl die nachprüfende Tätigkeit speziell
einer ^icAun^^-Behörde, wie (üejenige
einer beliebigen kontrollierenden Instanz,
ferner die Ermittelung des Raumgehalts
und endlich auch die Justierung eines
Geräts als „ eichen "" zu bezeichnen pflegt.
Es wäre sehr zu wünschen, daß in dieser
Beziehung strenger verfahren würde. Man
sollte als „ geeichte ** Geräte lediglich die
von einer ^icAun^^-Behörde gestempelten
bezeichnen, die von andern Behörden kon-
trolierten und mit einem Zeichen ver-
sehenen vielleicht „amtlich geprüft "" und
die Tätigkeit bei der Abgrenzimg des
Raumes „Justieren" nennen. Ebenso müßte
man zwischen „Eich"- und „Prüfungs-
scheinen" unterscheiden. Wenn manche
Firmen für einzelne Instrumente Prüfungs-
scheine selbst ausstellen, so ist hiergegen
^) Vgl. diese ZeiUekr. 1892. 8. 41 u. Lan-
dolt - Börnstein Phy8.-chem. Tab. 8. Aufl. 8. 802,
3. Aufl. 8. 636.
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Hefl 18.
1. Joli 1906.
Glasttchniichw.
199
selbstverständlich nichts einzuwenden; doch
sollte streng darauf gehalten werden, dafi
diese Scheine in ihrer Ausstattung und
Einrichtung nicht den Anschein amtlicher
erwecken können. Sr.
Eine neue Form Ton Pyknometern,
Von R. V. Stanford.
Fhil Mag, (6). 10. S. 269, 1906^
Eine fttr genaue Einstellung sehr bequeme
Form von Pyknometern gibt nachstehende
Figur wieder. Dieses Pyknometer läßt sich leicht
vor dem Oasgeblftse für alle Größen mit einem
Inhalte von 1 eem an aufwärts herstellen.
Man fallt dasselbe mit der Flüssigkeit, deren
Dichte bestimmt werden soll, indem man onB
ein Rohr oder einen Schlauch befestigt, das
Ende hiervon in das Gefäß mit der Flüssigkeit
An
^ 7
BT
n
eintaucht und darauf von A aus ansaugt. Nach
Einsetzen des Pyknometers in den Thermostaten
befestigt man auf B den Aufsatz CD. Dieser
besteht aus dem Glasrohr D von 5 mm äußerem
Durchmesser, in welches das engere Glasrohr C
mittels eines Gummiringes luftdicht eingesetzt
ist.
Sobald das Pyknometer mit seinem Inhalt
die Temperatur des Thermostaten angenommen
hat, schließt man mit dem Finger die Öffnung E
an dem engen Glasrohr C und drückt dieses
so weit in D hinein, bis sich der Meniskus der
Flüssigkeit im Pyknometer auf die Marke a
einstellt.
Vor den sonst üblichen Formen hat dieses
neue Pyknometer nicht nur den Vorzug einer
bequemeren Einstellung, sondern ist ihnen auch
dadurch überlegen, daß der aus dem Tempe-
raturbad hervorragende Teil bei ihm auf ein
möglichst geringes Maß reduziert wird. Mk.
Apparat zur Darstellung
de« Knallffa«e0.
Von N. Teclu.
Jimm. f, prakt Chem. 69. 8. 362 nach Chem.
ZentraXbl 8. IL 8. 9. 1904.
Eine graduierte Flasche ist anstatt des
Halses mit Hahn versehen und hat seitlich
zwei Hähne, den einen zum Einlassen der Gase,
den anderen zur Verbindung der Druckflasche
mittels langen Gummischlauchs. J.
Gebrauchsmuster.
Klasse :
12. Nr. 278 359. Vakuumdestillationsgerät mit
Quecksilberdichtungen. Fr. Bleckmann,
Berlin. 17.4.06.
42. Nr. 276 902. Zur Bestimmung des Arsens
in Eisen und anderen Erzen dienende Vor-
richtung, bestehend aus einem Destillier-
kolben mit angeblasenem, durch einen ge-
schliffenen Stopfen zu verschließendem
Trichter, sowie mit einem am freistehenden,
stopfenartigen Ende geschliffenen Rohr zur
luftdichten Verbindung mit einem Kühler.
Ströhlein & Co., Düsseldorf. 3.4.06.
Nr. 276903. Skale für arztliche Thermometer
und ahnliche Instrumente, mit dunklem
Band und mehrfarbigen, verschieden langen
Teilstrichen. F. R. Kirchner, Ilvers-
gehofen. 4. 4. 06.
Nr. 276 951. Thermometerskala aus Celluloid,
bei welcher die Skala und Bilder zwecks
Aufnahme von Farbe herausgepreßt sind.
Derselbe. 8.3.06.
Nr. 277 009. Niveauskala für Orsatapparate.
F. Hugershoff, Leipzig. 9. 4. 06.
Nr. 277 010. Gasabsorptionsgef&ß für Orsatr
apparate mit Sicherheitszwischenraum
zwischen dem eigentlichen Absorptioos- und
dem Niveaugef&ß. Derselbe. 9. 4. 06.
Nr. 277 120. Gasanalysenapparat zur schnellen
Untersuchung komplizierter Gasgemische,
mit einer Explosionsbürette, mit zwei Ab-
sorptionsgefäßen und Manometer C. Ger-
hardt, Bonn. 22.3.06.
Nr. 277 334. Titrierbürette mit Absorptions-
aufsatz. G. Müller, Iknenau. 20. 4. 06.
Nr. 278131. Aräometer mit in den Stengel
eingeschmolzener Glasröhrenskala zum
Spindeln sehr heißer Flüssigkeiten. Der-
selbe. 20.4.06.
Nr. 278 251. Thermometer mit doppelter Skala.
H. Beckmann, Hagen i. W. 19. 4. 06.
Nr. 279 046. Thermometorhülse mit Desinfek-
tion sbehälter. Meyerhof & Cie., Cassel.
23. 4. 06.
Nr. 279140. Kaltethermometer mit Pentan-
band als Übertragungsmittel. G.A. Schnitze,
Chariottenburg. 14. 4. 06.
Nr. 279 162. Flüssigkeitsthermometer mit Ein-
richtung zur graphischen Darstellung der
Temperaturunterschiede. J. Sczuka, Ra-
tibor-Proschowitz. 9. 5. 06.
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130
BOehwicAau.
D«vtBoh«
M6clumlker-Ztg.
Bfflohepsohau.
H. Löschner, Über Sonnenuhren. Beitrilge zu
ihrer Geschichte und Konstruktion nebst Auf-
stellung einer Fehlertheorie. gr.-8^ 155 8.
mit 59 Abb. Graz, Leuschner& Lubensky
1906. 5 M., 2. Aufl. (s. u.) ebenda 1906.
A* Sonchon» La construction des cadrans so-
laires, ses principes, sa pratique, pröcöd6e
d'une histoire de la gnomonique. 8^. VIII,
52 8. m. 2 Taf. Paris, Gauthier-Villars
1905. 2,50 M.
„Zwei Schriften über Sonnenuhren in unserer
Zeit der immer allgemeinem Zugänglichkeit
feinerer Taschenuhren, der immer genauer
werdenden Zeitverteilung von Zeitzentralen aus
an Öffentliche Uhren, der immer größer wer-
denden Ansprüche an „genau" richtige Zeit in-
folge des Schnellverkehrs ?^ so fragt mancher
Leser. Nun, wir in Buropa oder in Mittel-,
West- und Nordeuropa sind freilich aber die
Hauptzeit der Gnomonik hinaus; unter den
Gründen dafür spielt für einen großen Teil
unteres Kontinents auch der eine bedeutsame
Rolle, daß im ganzen die Sonnenuhr nur mit
großen Unterbrechungen .geht". Aber auch
bei uns gibt sie, selbst wenn sie nur ge-
legentlich benutzbar und richtig konstruiert
ist, bei jeder Ablesung die „absolute*' Orts-
zeit im Gegensatz zu den „relativen'' An-
gaben auch feiner Rftderuhren; und für an-
dere Länder tritt sie Überhaupt mehr in ihr Recht.
Erst vor kurzem ist in der Zeitachr. f. InsttMe. 23.
8. 207. 1903 von Maurer berichtet worden,
wie er 20 meteorologische Stationen in Afrika,
wo mit Werkuhren meist wenig geholfen ist,
mit bequem transportabeln und leicht aufstell-
baren Sonnenuhren, von Meißner ausgeführt,
ausrüsten ließ; vgl. auch das Ref von Maurer
über Cozzas Sonnenuhr für mittlere Zeit
(ebenda 23. 8. 375. 1903) u. s. f. Und in
anderer Beziehung: warum sollen auch wir den
oft sehr schönen Schmuck an Gebäuden auf-
geben, mit dessen Hilfe unsere Vorfahren die
Zeit maßen? Wie es ferner auch heute noch
mit Genauigkeit der Zeitangaben durch Räder-
uhren oft genug trotz aller Kontrolle beschaffen
ist, davon weiß jeder nach eigenen Erfahrungen,
selbst in Städten, zu erzählen und davon spricht
auch z. B. die Tabelle bei Lö sehn er 8. 38
mit den Zeiten nach den Bahnuhren der beiden
Bahnhofshallen von Graz.
Man kann es nur begrüßen, daß in den beiden
Ländern, in denen die wohl eingehendsten
Werke über Gnomonik erschienen sind (Sonn -
dorfer, Wien 1864; MoUet, 7. Aufl., Paris 1884),
neue Schriften über Sonnenuhren erscheinen,
die ich in dieser Zeitschr. auch besonders des-
halb kurz anzeige, weil sie beide eine histo-
rische Einleitung enthalten, die auch für die
allgemeine Instrumentenkunde von Interesse ist
Löschners hübsche Schrift ist umfassender
angelegt; der I. historische Abschnitt ist recht
anziehend und gut illustriert; der II. Teil ent-
hält eine eingehende Untersuchung der Fehler
von Sonnenuhren, der UI. einiges über Her-
stellung des Zifferblatts bei deklinierenden
Morgen- und Abenduhren, der IV. alles über
Herstellung einer Vertikaluhr in Graz, wozu
der letzte Abschnitt noch Notizen über geo-
dätische und direkte Meridianbestimmung ge-
ringerer Genauigkeit bringt. — Seit Absendung
des vorliegenden Referats ist die Schrift von
Lös ebner in 2., z.T. umgearbeiteter und be-
trächtlich erweiterter Auflage erschienen, Graz
1906.
Souchons Heft gibt eine kürzere und weit
populärer gehaltene Notiz, die aber besonders
historisch von Interesse ist (z. B. Sonnenuhr
im Hospiz von Tonnerre, Yonne, vom Bene-
diktiner Ferouillat 1786 eingerichtet). Warum
erwähnt der Verf. (wieübrigens auch Löschner)
nicht auch die kleinen eigenartigen Taschen-
sonnenuhren, die im Süden Frankreichs, be-
sonders in den Landes, immer noch als „moiUre
de$ bergen" auf dem Land im Gebrauch sind?
Hammer,
L. Davidy Ratgeber für Anfänger im Photo-
graphieren und für Fortgeschrittene. 33. bi«
35. verb. Aufl. (97. bis 105. Tausend).
kl.-8o. VIII, 260 S. mit 90 Fig. u. 20 Taf.
Halle a. 8., Wilhelm Knapp 1906. Geb.
1,50 M.
Im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift
wurde die 23. Auflage des Werkchens von
David besprochen, welche das 69. Tausend
mit umfaßte; nunmehr ist dasselbe in mehr
als 100000 Exemplaren verbreitet, ein Beweis
für die große Beliebtheit, welche dieser Rat-
geber sich in allen Amateurkreisen erworben hat.
Die neue Auflage ist um ein Kapitel über
die Photographie in natürlichen Farben be-
reichert, worin das gegenwärtig übliche Ver-
fahren der Dreifarbenphotographie geschildert
wird, welches darin besteht, daß man auf die-
selbe Platte nacheinander drei Aufnahmen des
Gegenstandes macht und dabei zwischen Ob-
jektiv und Platte je ein blaues, ein grünes und
ein orangefarbenes Lichtfilter einschaltet. Auch
dieser Abschnitt zeichnet sich wie alle übrigen
Teile des Buches durch Knappheit in der Form
wie durch Klarheit im Ausdruck aus, so daß
dies Buch sich zu seinen bisherigen vielen
Freunden noch weitere in großer Zahl voraus-
sichtlich erwerben wird. ML
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LiSlSblL Pauntichau. iSl
Verfahren znrYergrößening des wirksamen Drehmomentes bei Eiekirizitäiszählem
nach Ferrarissohem Prinsip mit einem zweischenkligen Elektromagneten mit Nebenschluß-
wiekelungen und zwei Polansätzen auf jedem Schenkel, an deren Enden durch den Neben-
schluBatrom gleichnamige Pole und durch die auf den Polansätzen gelegte Haupt- und Sekundär-
Wickelung je zwei ungleichnamige Pole und so zwei Momente auf die Scheibe erzeugt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß durch Annäherung der vier wirksamen Polansätze bezw. Ver-
einigung derselben zu einer einzigen Gruppe durch Wechselwirkung je eines Polansatzes des
einen Schenkels mit je einem Polansatz des anderen Schenkels noch ein weiteres zusätzliches
Moment auf die Scheibe ohne irgend welchen Mehraufwand an Strom oder Material erzeugt
wird. Danubia, A.-6. für Gaswerk-Beleuchtungs- und Meßapparate, in Straßburg i.(E.
7.5.1903. Nr. 158144. Kl. 21.
Fliissigkeitskompaß mit mehreren, durch einen Mantel im Innern des Gehäuses
gebildeten Räumen, von denen der äußere teilweise mit Luft gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß in diesem Raum ein Druckventil und ein Saugventil angeordnet ist, zum Zwecke, bei
Temperaturunterschieden einen Ausgleich mit der Außenluft herbeizuftthren. C. Bamberg in
Friedenau. 5.8.1908. Nr. 158060. Kl. 42.
Spannungsmesser für Gase nach Patent Nr. 99 193, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden Flüssigkeitsbehälter oben durch ein Rohr verbunden werden, das von dem einen ge-
schlossenen Behälter abzweigend in den anderen gegen die Atmosphäre offenen Behälter mit
einer Verlängerung so tief eingeführt ist, daß es bis zum Eintritt einer bestimmten maximalen
Gasspannung durch die Meßflüssigkeit abgesperrt bleibt, sodann entweder bei Unterdruck-
messung Außenluft eintreten oder bei Überdruckmessung gespanntes Gas austreten läßt.
M. Arndt in Aachen. 17. 12. 1903. Nr. 157 986; Zus. z. Pat. Nr. 99193. Kl. 42.
Vorrichtung sum Schleifen von Profilen und Fazetten aus Stein, Metall, Glas u. dgU,
dadurch gekennzeichnet, daß an die auf das Werkstück einwirkende, am Umfang entsprechend
profilierte, umlaufende Bcheibe aus Weichmetall oder einer weichen Metallegierung eine gegen
den Scheibenumfang stetig oder zeitweise angedrückte, das zu schleifende Profil aufweisende
Mutterwalze aus harter Masse angepreßt ist, zu dem Zwecke, die durch die Bchleifarbeit ent-
•tehenden Veränderungen des Profils der Schleifscheibe zu beseitigen. R. Kling er in Gumpolds-
kirehen, Nieder-Österr. 6.5.1904. Nr. 158824. Kl. 67.
Prismendoppelfemrohr mit in einem vom Femrohrgehäuse getrennten Prismenstuhl
Bitzenden Porroprismen und mit Objektiven von grofser relativer Öffnung, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die zweckmäßigerweise die Okulare tragenden Prismenstühle in die nach dem
Okularende zu offenen kapselartigen Erweiterungen des Femrohrgehäuses vom Okularende her
eingesetzt sind, zum Zwecke der Brzielung großer Stabilität bei bequemen Bearbeitungs-
bedingnngen für die Prismenauflagerflächen. C. P. Goerz in Friedenau. 14. 10. 1902.
Nr. 158881. Kl. 49.
Rechenschieber» dadurch gekennzeichnet, daß die Bchieberzunge an beiden Enden
über das Schieberlineal greifende Zeigerarme trägt, mittels welcher die Schieberzunge gegen
die Teilung des Schieberlineals, die in bekannter Weise in mehrere parallel übereinander liegende
AbBchnitte zerlegt ist, eingestellt werden kann, wobei die Wahl des jeweils für das Resultat
ZQ wählenden Abschnittes mit Hilfe von Kennziffern bewirkt wird, die auf den Zeigerarmen
ond einem Reiter neben den einzelnen Abschnitten der Teilungen aufgetragen sind. F. J.
Anderson m Waterford, Irl. 23.5. 1903. Nr. 158 452. Kl. 42.
Vorrichtung zur Erzielung einer erhöhten Einsiellungsdauer für in ihrer Dreh-
bewegung gedämpfte Achsen, insbesondere Zeigerachsen von Mefsgeräten, bei Anlagen von
stark sohwuikendem Betrieb, gekennzeichnet durch die Einschaltung einer Übersetzung zwischen
Orebachse und Dämpfungsvorrichtung, durch welche die Zeitdauer der Einstellung den Betriebs
Schwankungen gegenüber relativ groß gemacht wird. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M.
26.4.1904. Nr. 158 817. Kl, 21.
Prismenstuhl, dadurch gekennzeichnet, daß die Prismenträger (Prismenbrillen) gegen-
einander in Richtung der optischen Achsen der Prismen verschoben werden, während die
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132
Pat«otachau. — Pat«ntlitt«.
Meehiilkw-Ztg.
Prismen in ihrer endgültigen Lage durch drei Preßfedern und drei diesen gegenüberstehende
Anschlage festgehalten werden, wobei zum Zwecke der Einführbarkeit der Prismen einer der
Anschläge oder eine der Preßfedern lösbar sein muß. L. Bünger in Schmargendorf. 16. 6. 1908.
Nr. 158 668. Kl. 42.
Patentllste.
Bis zum 11. Juni 1906.
Klasse: Amnelduigeii«
21. B. 42 872. Einrichtung an Wechselstrom-
zählem nach Ferrarisschem Prinzip. 0. T.
Bläthy, Budapest. 28. 2. 06.
M. 27 496. Röntgenröhre mit Kühlung der
Antikathode; Zus. z. Pat. Nr. 113 430. C. H.
P. Müller, Hamburg. 16. 5. 05.
Seh. 21046. Verfahren und Vorrichtung zur
Erzeugung hoher Temperaturen durch ge-
meinsame Anwendung chemischer und elek-
trischer Energie. R. Schnabel, Dresden-
Striesen. 20. 10. 03.
Seh. 24832. Quecksilberlampe für Kipp-
zündung. Bchott&Gen., Jena. 27. 12. 05.
T. 10 478. Elektrischer Dampfapparat nach
Art der Cooper - Hewittschen Quecksilber-
lampe für Wechselstrom. P. H. Thomas,
Montclair, V. Bt. A. 14. 6. 05.
W. 25 384. Vorrichtung zum Auffinden schad-
hafter Isolationsstellen an Leitungsdrähten.
S. W. Wardwell, Providence, V. St. A.
14.3.06.
82. B. 40900. Verfahren, metallene Zubehör-
teile an Quarzglasgegenständen zu be-
festigen. J. F. Bottomley, Wallsend-on-
Tyne, und A. Paget, North -Cray, Engl.
12.9.05.
B. 41388. Mundstückwechselvorrichtung an
Glasblaserpfeifen. M.Beck, Dresden-Löbtau.
10. 11. 05.
D. 16 797. Glasblasemascbine. Dresdener
Chem. Laboratorium Lingner, Dresden.
3. 3. 06.
K. 29 554. Glasblasemaschine. E. Kögler
u. G. Hegenbart, Außig a. E. 11. 5. 05.
T. 10514. Maschine zur selbsttätigen Her-
stellung von Glashohlkörpem. Toledo
GlasB Cy., Toledo, V. St. A. 30. 6. 05.
42. E. 9998. Tiefenmeßvorrichtung mit einer
an einer Stange befestigten, am Meeres-
grunde laufenden Rolle o. dgl. S. Earle,
Washington. 27.4.04.
F. 21 045. Vorrichtung zum fortlaufenden
Aufzeichnen von Kurven, die nur allmählich
ihre Richtung ändern, insbesondere von
Kompaßbewegungen. W. Ch. Forbes, Mel-
bourne, Victoria, Austr. 2. 3. 05.
H. 37 249. Verfahren und Vorrichtung zur
Messung von Lichtstärken mit Hilfe einer
Selenzelle. K. Ho ecken, Neunkirchen,
Bez. Trier. 22. 3. 06.
67. G. 22 276. Auflager für zu schleifende
Glasscheiben. F. A. Grosse, Bischofswerda
i. S. 18. 12. 05.
P. 17 328. Vorrichtung zum gleichzeitigen
beiderseitigen Schleifen oder Polieren von
Glasplatten zwischen in entgegengesetzter
Richtung sich drehenden Schleif- oder Polier-
seheiben. Pressed Pritm Plate Glass Cy.,
Morgantown, West-Virgmia, V. Bt. A. 8. 6. 05.
BrteiluBgeii.
21. Nr. 173 788. Röntgenröhre für starke Be-
anspruchung. H.Bauer, Berlin. 23.2.05.
82. Nr. 173 205. Verfahren und Herstellung
beiderseitig offener Glashohlkörper; Zus. z.
Pat. Nr. 164 442. P. Th. Sievert, Dresden.
11. 3. 05.
42. Nr. 172 625. Vorrichtung zum dauernden
Analysieren von Gasen mittels fester Ab-
sorptionskörper, bei welcher zwischen zwei
Gasmessern ein Absorptionsgefäß einge-
schaltet ist. A. Bayer, Brunn. 3. 8. 04.
Nr. 173 083. Apparat zum Anzeigen der Vor-
zeichen der trigonometrischen Funktionen.
H. Dimmler, Ilmenau, Thür. 29.8.05.
Nr. 173 263. Vorrichtung zur Fixierung und
Einbettung von Objekten zwecks Herstellung
mikroskopischer Präparate. G. Arndt, Er-
langen. 23. 7. 05.
Nr. 173440. Gelenkdoppelfemrohr mit recht-
winklig zur Durchsieh tsrichtung liegenden
Rohren. C. Zeiß, Jena. 26.5.05.
Nr. 173 551. Panoramafemrohr für Unteraee-
böte mit mehreren den Horizont sektoren-
weise aufnehmenden Objektiven. F. Rehm ,
Lichtenfels, Bay. 6. 11. 04.
Nr. 173 656. Verfahren zur Übertragung der
Resonanzstelle bei einer Reihe von Resonanz-
körpern auf ein Registrier- oder Anzeige-
instrument. Hartmann & Braun, Frank-
furt a. M.-Bockenheim. 24. 10. 05.
67. Nr. 172 544. Facettenschleifmaschine für
Glastafeln, bei welcher der Glasträger als
Wagen ausgebildet ist und das Glas durch
eine Druckrolle gegen den Schleifstein ge-
drückt wird. N.WiedererÄ Co., Fürth i.B.
6. 7. 05.
74. Nr. 172925. Vorrichtung zum Anzeigen
von plötzlichen Temperaturunterschieden
und von Höchsttemperaturen. G.Schodde,
Beriin. 2. 12. 04.
FUr die RedAktlon T«rantwortlich : A. BUschke in Berlin W.
Verlag Ton Julias Springer In Berlin N. » Dmck Ton Emil Dreyer in Berlin 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Bedaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 5.
Heft 14. 15. Juli. 1906.
Nachdruck nur mit 6enelimlg:ung der Redaktion gestattet«
Fositions-Lamellemnikrometer.
Mitteilung aus der R. Fueßschen Werkstätte.
Von O. Zieifa In Steglitz-Berlin.
Nach Angaben des Herrn Prof. Dr. E. Becker in Strafiburg hat die Firma R. Fueß
das in nachstehender Abbildung dargestellte Poeitions - Lamellenmikrometer für die
Straßburger Sternwarte ausgeführt. Derartige Mikrometer finden dort vorzugsweise mit
Vorteil Anwendung, wo es sich um die Ortsbestimmung schwacher Objekte (kleiner
Planeten, Kometen und Nebelflecke) handelt, welche eine künstliche Beleuchtung des
Gesichtsfeldes nicht vertragen. Die üblichen feinen Spinnfäden sind deshalb durch
Metalldrähte oder Lamellen ersetzt, die so dick oder breit sein müssen, daß sie sich
von dem dunklen Himmelsgrund noch deutlich genug abheben, um den Durchgang
durch die Mitte der beiden Lamellen oder Drähte mit Sicherheit zu bestimmen^).
Das Mikrometer M (s. Fig.) ist auf einem Teilkreis K befestigt, welcher mittels
eines Flansches a mit dem Okularende des Refraktors verbimden ist. In die zentrale
Bohrung dieses Flansches ist die Alhidade
(Nonienkreis) N fest eingeschraubt. Am
Teilkreis K befinden sich 7 kleine speichen-
artig angeordnete Griffe g, sein silberner
Limbus ist in 10' geteilt und bestreicht
zwei kurze Nonien, die 1 ' direkt abzulesen
gestatten. Eine Teilung von 10' wurde
wegen der rascheren und bequemeren Ab-
lesung auf 1' gewählt, was bei gröberer
Einteilung infolge des dann längeren Nonius
nicht möglich gewesen wäre. Die beiden
Ableselupen (Steinheil-Lupen) haben ein
tunlichst großes Sehfeld und erleichtern
damit auch noch das schnelle Ablesen merk-
lich. Zur Feinstellung dient nach erfolgter
Klemmung des Kreises K durch die Klemm-
schraube Tc die Mikrometerschraube l mit der Gegenfeder h.
Das Mikrometer M hat die Aufgabe, den gegenseitigen Abstand der beiden
in der Figur deutlich sichtbaren Lamellen je nach Bedarf schnell zu variieren und
zwar symmetrisch zum ideellen Mittelpunkt der beiden Lamellen bezw. zur Drehungs-
achse des Teilkreises. Die symmetrische Gegeneinanderbewegung der Lamellen wird
dadurch erzielt, daß die Mikrometerschraube mit einem Rechts- und einem Links-
gewinde versehen ist, deren Muttergewinde mit je einem besonderen, im Mikrometer-
kasten gleitenden Schieber oder Schlitten in Verbindung stehen; jeder dieser Schlitten
trägt eine der beiden Lamellen. Die Steigung der Schraube des Rechtsgewindes
beträgt 1 mm und die des Linksgewindes 0,5 mm. Eine Umdrehung der Schrauben-
spindel bewirkt demnach eine Gesamtverschiebung der Lamellen von 1 wrw, und da
die Schraubentrommel s m 100 Teile geteilt ist, so kann auf 0,01 mm eingestellt und
1) Näheres hierüber s. unter E. Becker, Mikrometer und Mikrometermessungen in
Valentinera Handwörterbuch der Astronomie 3^ 1, 8. Pf.
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184
C. L«ifi, Poaitionv-Lamalleiunlkroin^tM-. — V«r«lii«- und PTsoiwnnachrichton.
Dentaehe
Mechanlker^Ztg.
abgelesen werden. Die vollen Umdrehungen der Schraube werden an einer kurzen,
etwa 2 bis 3 mm langen Skala bei a abgelesen.
In*der Figur ist der Deutlichkeit halber das Beobachtungsokular fortgelassen.
Die Schiebehülse fftr dasselbe wird in das Gewinde o einer besonderen, fest auf dem
Mikrometerkasten sitzenden blatte p, die auch gleichzeitig das Diaphragma enthält,
eingeschraubt.
17. Deutscher Mechanikertag.
Gleichzeitig mit diesem Hefte geht die
Einladung zum 17. Mechanikertage unseren
Mitgliedern nochmals zu; es wird darauf
aufmerksam gemacht, dafi es dem Orts-
ausschuß höchst erwünscht ist, wenn die
Anmeldungen spätestens bis zum 11. August
erfolgen; ein Anmeldeformular liegt jeder
Einladung bei.
ZwelgTcreln Ilmenau.
Verein Deutscher Glaslnstrumenten-
Fabrilcanten.
Wir machen hiermit die ergebenste Mit-
teilung, dafi die diesjährige
16. Hauptversammlung
am 13. August, vormittags 10 Uhr,
im Gasthof zum König von Preufien zu
Frauen wald stattfindet, wozu die verehrl.
Mitglieder unter Hinweis auf die nach-
stehende Tagesordnung freundlichst ein-
geladen werden.
Im Hinblick auf die sich immer schwie-
riger gestaltenden Verhältnisse unserer In-
dustrie, welche das Zusammenhalten aller
ihrer Freunde und der Kollegen fordern,
ist rege Beteiligung sehr erwünscht.
Der Vorstand.
M. Bieler. Kommerzienrat Dr. R. Küchler.
Gust. Müller. Dur. Prof. A. Böttcher.
Ed. Herrmann. Eug. Schilling.
Prof. Dr. H. F. Wiebe.
Frauenwald ist 3,5 km von der Bahnstation
Rennsteig (Eisenbahn Ilmenau -Schleusingen)
entfernt und bequem zu erreichen.
Wegen Vermittlung von Logis wende man
sich an die Herren F. A. KUhnlenz und Gust
Deckert in Frauen wald.
Den Herren Teilnehmern bietet sich günstige
Gelegenheit zur Weiterreise nach Nürnberg
zum Besuch des Mechanikertags.
Tagesordnung.
1. Begrüßung ^der Teilnehmer und Er-
stattung des Jahresberichts durch den
Vorsitzenden.
2. Kassenbericht; Bericht der Revisoren.
3. Hr. Eduard Herrmann: Vorschläge
zur Beseitigung der Mißstände in der
Thermometerindustrie.
4. Hr. EichungsinspektorDr.Barczynski:
Über die Anfertigung prüfungs- und
eichfähiger Glasinstrumente in der
Thüringer Hausindustrie.
6. Hr. Prof. Dr. H. F. Wiebe: Die aus-
ländischen Thermometerprüfungsbe-
stimmungen.
6. Hr. Regierungsrat Dr. J. Domke: Über
den Einfluß der Oberflächenspannung
auf die Angaben der Aräometer.
7. Bericht über die beabsichtigte Er-
höhung der Einfuhrzölle seitens Spa-
niens und die dagegen getroffenen
Maßnahmen.
8. Entgegennahme von Anträgen aus der
Versammlung.
9. Bestimmung des Orts der nächstjäh-
rigen Hauptversammlung.
Hierauf gemeinsames Mittagessen und
geselliges Beisammensein.
D. G. f. M. u. O. Abt. Berlin £. V.
Sommerausflug mit Damen vom 3.7.1906.
Das diesjährige Bommervergntigen wies eine
außerordentlich zahlreiche Beteiligung auf:
etwa 100 Personen hatten dem Rufe des be-
währten HHH-Komltös Folge geleistet. Es war
ein sehr glücklicher Gedanke, den Ausflug auf
einen Nachmittag zu beschränken, so daß
mancher teilnehmen konnte, dem ein voller
Tag nicht zur Verfügung steht. Ziel war dies-
mal Tegel. Nach einem Spaziergang in dem
schönen Schloßpark^ nahm man im Kaiser-
pavillon den Kaffee ein; hierauf folgte ein
Preisschießen der Herren und Damen, und daran
schloß sich eine Dampferrundfahrt über den
Tegeler See und auf der Havel nach Heiligen-
see und zurück. Am Abend vereinigte ein so-
lennes Mahl die Teilnehmer, wobei mehrfach
Gelegenheit genommen wurde, dem Danke
gegen das Komit6, und besonders dessen Vor-
sitzenden, Ausdruck zu geben. Bl
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Heft 14.
15. Jüli 1906.
P«non«ooachricht«n. — Kleinere MitteUung«!!
135
Prof. Dr. P« Drude ist am 5. Juli un-
erwartet auB dem Leben geschieden; in
ihm verlor die physikalische Wissenschaft
einen ihrer bedeutendsten Gelehrten, die
deutsche Prilzisionsmechanik und spezieil
die Deutsche Gesellschaft für Mechanik und
Optik einen ihrer wohlwollendsten Förderer.
Ernannt: Prof. B. K* Emerson in Amherat
zum Chef-Geologen des Geological Survey in
Massachusetts; Dr. R. Bell, Dir. des Geologieal
Survey in Montreal, zum Chef-Geologen von Ca-
nada; Dr. N. A. Kent zum Prof. der Physik
an der Universität Boston; Prof. Dr. J. Precht,
Dozent der Physik an der Technischen Hoch-
schule in Hannover, zum o. Prof.; Dr. A. Ha-
genbach, ao. Prof in Aachen, zum o. Prof.
der Physik an der Universität Basel; Dr. H.
A. Bnmstead zum o. Prof. der Physik; Dr. B.
B. Boltwood und Dr. F. Wheeler zu Assist.-
Prof. der Physik an der Yale-Universitftt in
New-Haven; Dr. F. Gnthnick in Bothkamp
zum Observator an der königl. Sternwarte in
Berlin; Dr. F. E.Rofi zum Dir. des Internatio-
nalen Polhöhen-Observatoriums in Gaithersburg
(Maryland); Dr. W. Lob, Privatdozent für phy-
sikalische Chemie an der Universität Bonn, und
Dr. M. Rndolphi, Privatdozent für Physik in
Darmstadt, zu Titularprofessoren ; Privatdozent
Dr. A. Stock unter gleichzeitiger Verleihung
des Charakters eines Professors zum Abteilungs-
vorsteher am Chem. Institut der Universität
Berlin.
Berufen: Dr. A. de Quervain, Privatdozent
für Meteorologie in Straßburg, an die Meteoro-
logische Zentralanstalt in Zürich; Dr. R.
Schencky Privatdozent für Chemie, als etats-
mäßiger Professor fQr physikalische Chemie an
die Techn. Hochschule in Aachen ; ao. Prof. Dr.
E. T. Drygalski in Berlin als o. Prof. der Geo-
graphie an die Universität in München.
Habilitiert: Dr. Y. Konrad für Meteorologie
an der Universität Wien.
Aus dem Amte schieden : Dr. J. M. Feirce,
Prof. der Mathematik und Astronomie an der
Harvard-Universität, und Prof. C. W. Fritchett,
Dir. der Morrison- Sternwarte in Glasgow, Mass.
Yeraiorben: H. Schnaufi, Fachschriftsteller
der Photographie, in Dresden; Prof. Dr. A. Em-
merUng, Dozent der Agrikulturchemie an der
Universität Kiel; Dr. F. M. Karlinski, Dir.
der Sternwarte und Prof. der Astronomie in
Krakau; Prof. J. M. Feirce, Prof. der Astro-
nomie in Cambridge, Mass.; Prof. F. Curie»
Entdecker des Radiums, infolge eines Unfalls;
R. L. Bischoffsheim, Gründer der Sternwarte
in Nizza, Mitglied und ständiger Sekretär der
Akademie der Wissenschaften in Paris.
Klelnopo Mltteilungon.
Über einen neuen Kitt für pliysi«
kaiische Zweclie.
Von B. Walter.
Ann. d. Phy: 18. S. 860, 1905,
Von der New-York-Hamburger Gummi-
waren-Kompagnie wird ein Stoff von pech-
schwarzer Farbe und großer Klebkraft her-
gestellt, den Verf. als Pizeln bezeichnet und
zum Kitten für physikalische Zwecke empfiehlt.
Das Pizeln schmilzt bei etwa 80 ^ zeigt aber
doch bei gewöhnlicher Temperatur noch ge-
nügende Festigkeit und Klebkraft, um selbst
schwerere Apparate bei verhältnismäßig kleinen
Klebflächen fest miteinander zu verbinden.
Femer ist es auch bei Zimmertemperatur noch
genügend plastisch, so daß es selbst bei Stoffen
von ungleichem Ausdehnungskoeffizienten keine
Neigung zum Abspringen zeigt, also einen aus-
gezeichneten Kitt für Metall auf Glas darstellt.
In Wasser ist das Pizeln nicht löslich, in Alkohol
erst nach tagelangem Verweilen und auch
dann nur spurenweise. Man kann es daher
mit Vorteil als Kittsubstanz für Gefäße ver-
wenden, die wässerige und alkoholische Lösungen
aufnehmen sollen. In Benzin und in Terpentin-
öl ist es dagegen leicht löslich, so daß damit
beschmierte Gegenstände sich auch wieder
reinigen lassen. Beim Gebrauche zum Kitten
wird es ebenso verwandt wie Siegellack.
Mit dem bekannten ChatterUm Compound ist
das Pizeln nicht identisch, wenn es ihm auch
sehr ähnlich ist. Mk,
Glas mit Metali zu verkLitten.
MetaUarh. 32. 8. 53, 1906,
In einem irdenen Gefäß schmilzt man vor-
sichtig über kleiner Flamme 160 g fein pulveri-
siertes Kolophonium, 40 g Wachs und 80 g
Bnglischrot, setzt dann 20 g venetianischen
Terpentin zu und rührt die Masse bis zum Br-
kalten um. Der Kitt und die Metallfiäche
werden vor dem Auftragen erwärmt, letztere
nur handwarm; nachdem der Kitt gut gleich-
mäßig verlaufen ist, drückt man das Glas
darauf und läßt erkalten. Für den gleichen
Zweck wird auch folgendes, gut haltbares Ge-
misch empfohlen. 1 kg Leim und 62 y Ammoniak-
harz werden gekocht, bis sie sich gut gelöst
haben, und dann 62 g Salpetersäure hinzu-
gefügt. Der erstgenannte Kitt verbindet auch
Glas mit Glas. Kl/Jm.
SekLFoplion.
ZeiUchr. d, Ver. DeuUch. Ing. 5(K S. 468. 1906
nach The Engineer 1906.
Das Sekrophon ist eine Art Schallregler,
welcher, auf ein Mikrophon gesetzt, den Schall-
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136
Kl«in«r« MitteUungeii.
Deotsche
Mechaniker-Ztg.
wellen den richtigen Weg anweist und dadurch
die Übertragung der Laute wesentlich verstärkt.
Der Apparat besteht aus dem Mundstück B
(s. JF^.)f d^ ^^^ ^uie aus zwei Teilen zusammen-
gesetzte Kapsel CD aufgeschraubt ist; der an
letzterer befestigte Ring E wird in die Schall-
Öffnung des Mikrophons gesetzt und muß dieser
entsprechend gestaltet sein. Zwischen B und C,
C und D, D und E ist Drahtgaze gespannt.
F ist ein Hartgummikegel, der durch eine
Schraube auf der Gaze zwischen C und D be-
festigt ist; seine Spitze
ist gegen das Mundstück
gerichtet. Durch die Boh-
rungen in B und D. die
Drahtgaze und den Hart-
gummikegel soll eine Re-
gelung der Schallwellen
erreicht werden. Für
schwerhörige Personen
erleichtert das Sekro-
phou die Verständigung
wesentlich, auch soll es
eine schlechte Übertragung ohne Leitungs-
anderun g erheblich verbessern. Man soll
mittels des Sokrophons noch gut hören,
wenn der in das Telephon Sprechende seine
Stimme so dämpft, daß man sie direkt in 1 m
Entfernung kaum noch vernimmt.
Der Apparat wird von der Secrophon
Company (London BC, Coleman-Str. 10) her-
gestellt. Klßm,
Verfahren zur Verzlnkunsr Ton Elsen
und Stahl.
Metaüarb. 32. 8, 75. 1906.
Das von Sherard Cowper Coles er-
fundene und nach seinem Namen als Sherar-
disation bezeichnete Verzinkungs verfahren hat
den Vorzug, daß Eisen und Stahl bereits bei
einer Temperatur mit einem Zinküberzug ver-
sehen werden kann, die mehr als 100^ C unter
dem Schmelzpunkt des Zinks liegt.
Die zu überziehenden Gegenstände, deren
Oberfläche durch Säure oder Sandstrahlgebläse
gereinigt ist, werden in eine fest verschließbare
Trommel gebracht, welche Zinkstaub (nicht zu
verwechseln mit Zinkoxyd!) enthält Die
Trommel erhitzt man dann mehrere Stunden
auf 260^ bis 350^ C und läßt sie langsam ab-
kühlen. Die Gegenstände haben hiernach einen
dünnen, homogenen Zinküberzug erhalten,
dessen Dicke von der Temperatur und der
Dauer der Erhitzung abhängig ist. Gegenüber
den üblichen Tauchverfahren hat die neue
Methode, abgesehen von der niedrigeren Tem-
peratur, den Vorzug, daß kleine und leicht zer-
brechliche Stücke weniger leicht beschädigt
werden; auch wird das Zink viel mehr ausge-
nutzt. Da Zinkstaub unter gewöhnlichen Ver-
hältnissen nicht schmilzt, sondern eine sehr
hohe Temperatur und einen außerordentlich
hohen Druck erfordert, ist die Gefahr des
Schmelzens bei einer etwaigen Überhitzung
ausgeschlossen. Vorteilhaft für die Verzinkung
ist es, die Trommel luftdicht zu verschließen
und die Luft vorher auszutreiben, um der
Bildung von Zinkoxyd vorzubeugen. Wenn
die Entfernung der Luft nicht möglich ist, soll
man etwa 3 % ^^^^ feinen Kohlenstaub hinzu-
fügen. Den zu großen Oxydgehalt des Zink-
staubs erkennt man daran, daß der erhaltene
Überzug zwar einen schönen metallischen Glanz
besitzt, aber eine duukle Färbung zeigt. Ein
Fettüberzug verhindert die Verzinkung nicht,
scheint sie sogar noch zu verbessern. Die
Innen Wandung der Trommel soll mit Graphit
überzogen werden, um zu vermeiden, daß sich
auch an dieser Zink ansetzt. Die Erhitzung
kann in Gas- oder Koksöfen erfolgen.
Der Preis des Zinkstaubs, welcher etwa 81
bis 85 % metallisches Zink enthält, ist etwas
geringer als der Preis von Zink in Barren oder
Stangen. Das Verfahren soll sich in einer
großen Anzahl von Betrieben praktisch bewährt
haben. Klfim.
In die Niederlande sollen als Fabrikwerk-
zeuge gemäß einer Entscheidung des nieder-
ländischen Finanzministers vom 14. Mai d. J.
bei der Einfuhr zot^rei gelassen werden:
a) die verschiedenen Arten von Motoren (mit
Ausnahme der ftlr Motorwagen und Fahrräder
bestimmten); 6) Dynamos; c) Werkzeuge, die
ihrer Einrichtung entsprechend durch mecha-
nische Kraft getrieben werden sollen; d) Meß-,
Registrier-, Sicherheits- und andere ähnliche
Instrumente, die zu den angegebenen Werk-
zeugen gehören und gleichzeitig mit ihnen ein-
geführt werden.
Durch Gesetz vom 6. April 1906 wird der
Präsident der Yereinigten Staaten von
Amerika ermächtigt, die Konsulargebührcn
für die Beglaubigung der Fakturen, die bisher
gleichmäßig 2,50 Dollar betrugen, nach Belieben
festzusetzen; es soll ein nach dem Werte der
Sendungen abgestufter Gebührentarif einge-
führt werden.
Ein Institut für Meeresf orschnng in Paris
wird vom Fürsten Albert von Monaco er-
richtet werden.
Die Jahresversammlung der Astronomischen
Gesellschaft findet vom 12. bis 15. September
in Jena statt.
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Heft 14.
\b. Juli i9(m.
Glastochnlsctret.
137
81
IS.
Chemiiche Vorlesungsrervuche.
Von J. Lan g in Cöln.
Zeiischr. f. d. phys. u. ehem. ünterr.
IS. 8.202, 1905,
Verfasser wendet den in nachstehender
Figur abgebildeten Kühler zu verschiedenen
lehrreichen Versuchen an. Wie leicht ersicht-
lich, wird das Ktihlrohr C von dem Kühlbecher D
umgeben, es trägt oben und unten Ansatz-
röhren, ist unten bei 6 offen und wird oben
bei e durch einen Stopfen verschlosseu.
Bei der Darstellung von Schwefeltrioxyd
wird das obere Ansatzrohr mit einer Kugel-
röhre verbunden, in welcher Schwefel im
Sauerstoffstrom verbrennt und die Umwandlung
von SO 2 in SO, durch Einwirkung von
glühendem Platinasbest auf ein Gemisch von
SO 2 und 0 herbeigeführt wird. Mit dem unteren
Ansatzrohr wird ein Aspirator verbunden. Im
Kühlrohr setzt sich SO, ab, während der
Aspirator die überschüssigen schwefligsauren
und schwefelsauren Dämpfe entfernt. Man
kann dann in einen bei h angefügten Probier-
zyliuder die im Kühlrohr angesetzte SO, mittels
Durchstoßens von e aus befördern.
Mit Benutzung von flüssiger Luft im Kühl-
mantel D kann man Chlor, Schwefelkohlenstoff,
schweflige Säure, Kohlensäure, Äthylen, Azetylen
und Cyan leicht verflüssigen und in festen
Zustand bringen. Für solche Falle schlägt Ver-
fasser vor, den Mantel von C doppel wandig
und in der Zwischenwand luftleer zu machen,
also als Weinholdsches Gefäß auszuführen
(in der Figur durch Punktierung angedeutet).
Ferner kann mit Hilfe des Kühlers die Ver-
brennung von Wasserstoff in Luft oder Sauer-
stoff und die Umkehrung der Flamme gezeigt
werden.
Zur Verbrennung des Phosphors in Sauer-
stoff und zum Nachweis der dabei statt-
findenden Gewichtszunahme des Phosphors und
Volumenabnahme des Sauerstoffs bringt Ver-
fasser einen Apparat in Vorschlag, welcher
aus einem langhalsigen Rundkolben und einer
zylindrischen, graduierten und unten kugel-
förmig erweiterten Sammelglocke besteht.
In den Rundkolben wird Phosphor auf einem
Schälchen auf Asbestunterlage gebracht. Ein
langes, durch den Hals geführtes, bis über das
Phosphorschälchen reichendes Rohr ist über
dem Kolben umgebogen und mit dem Ausgaugs-
rohr der graduierten Glocke verbunden.
Die ganze Vorrichtung wird nach Einbringen
des Phosphors mit Sauerstoff gefüllt, die gra-
duierte Röhre nur bis zum Beginn der Ein-
teilung über der kugelförmigen Erweiterung.
Den Phosphor entzündet man, indem man den
Rundkolbcn in heißes Wasser einsetzt. Die
Gewichtszunahme des Phosphors nach Um-
wandlung in Pentoxyd wird durch Wägung des
Rundkolbeus vor und nach der Verbrennung
und die Abnahme des Sauerstoffs durch Ab-
lesung des Absperrwassers an der graduierten
Glocke ermittelt.
Die Flammenumkehr bei Phosphorwasserstoff
zeigt Verfasser durch Benutzung zweier Sammel-
zylinder, von denen er den einen mit Sauerstoff,
den anderen mit Phosphorwasserstoff füllt.
Nach der Füllung tritt die Selbstentzündung
im Sauerstoff ein, wenn man Blasen von
Phosphorwasserstoff in den Sauerstoffzylinder,
und die umgekehrte Selbstentzündung, wenn
man Sauerstoffblasen in den Phosphorwasserstoff
steigen läßt. J.
Quarzglas,
Von A. L. Day u. E. S. Shepherd.
Science '43. S. 670. 1906.
Geschmolzener Quarz hat drei für den Che-
miker und Physiker sehr wertvolle Eigen-
schaften: sein Ausdehnungskoeffizient für die
Wärme ist kleiner als ein Zehntel von dem-
jenigen des gewöhnlichen Glases, er kann bis
10000 C erhitzt werden, ohne zu erweichen,
und endlich läßt er die ultravioletten Strahlen
ungehindert durch. Die Herstellung des Quarz-
glases bietet aber viele technische Schwierig-
keiten, selbst in kleinen Mengen im Labora-
torium. Der Quarz hat keine scharfe Schmelz-
temperatur, vielmehr erweicht er sehr all-
mählich und wird selbst im reinen Zustande
niemals dünnflüssig, sogar nicht bei der Tem-
peratur des elektrischen Lichtbogens. Ferner
beginnt schon bei Platiuschmelze der Quarz
schnell zu verdampfen, während er noch viel
zu zähe ist, um die eingeschlossenen Gasblasen
entweichen zu lassen. Wenn man Bruchstücke
von Quarz in der Luft im elektrischen Ofen
schmilzt, so sieht die erhaltene Masse nach dem
Erkalten wie Meerschaum oder Bimsstein aus;
sie ist ganz undurchsichtig, schmutzig und un-
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188
OlaitachnlschM. ~ Bflch«raehau.
M»cluaük6r-Ztg.
brauchbar für mechaniBche od er optische Zwecke.
Es ist nicht gelungen, auf diese Weise ein
klares Produkt zu erzielen. Nur durch be-
sondere Behandlung euizelner Krystalle, die
man in der Knallgasflamme zusammenschmolz
und dann ausblies, hat man die jetzt gebräuch-
lichen Quarzgeräte erhalten. Auch hat man in
Jena durch ein besonderes Verfahren kleine
Scheiben von Quarzglas hergestellt, die fdr
kloine Linsen geeignet waren. Allein diese
Methoden genügen nicht, und man kann das
technische Problem nicht eher als RelOst be-
trachten, als bis wir imstande sind, aus einer
größeren Masse zuf&lliger Bruchstücke ein
klares Glas zu erschmelzen.
Nach mehrfachen Versuchen ist dies den
Verf. gelungen, wobei die Hauptschwierigkeit
darin lag, die eingeschlossene Luft zu entfernen,
was durch Anwendung hoher Drucke möglich
wurde.
Die Versuche wurden in einem großen
Bombenofen unter einem Druck von 500 pawnds
komprimierter Luft ausgeführt. Die Hitze
wurde durch Wechselstrom erzeugt, der die
Wände einer dünnen Graphitbüchse, in welcher
der Quarz enthalten war, durchlief.
Die Anfangstemperatur betrug 2000^ oder
mehr, wobei kein Druck angewendet wurde,
um genügend Quarzdampf zu erzeugen, der
die Luft zwischen den einzelnen Quarzkömem
austreiben sollte. Dann wurd e Druck (wenigstens
500 poundi) gegeben, die Temperatur auf etwa
1800^ erniedrigt und dem Quarz Zeit gelassen,
zu einer kompakten Masse zusammenzufließen,
ohne daß er vom Graphit angegriffen wurde.
Auf diese Weise haben die Verf. Platten
von Quarzglas hergestellt von 3 X 6 X V2 ^oü
(etwa 100 qcm Flache und 13 mm Dicke). Die
Platten waren fast ganz frei von Blasen und
nur stellenweise etwas fleckig durch frei-
gewordenes Silizium. Die vorhandenen Blasen
waren sehr klein, nicht größer als 0,5 mm im
Durchmesser, und nicht zo zahlreich, daß sie
den Gebrauch des Quarzglases für Linsen,
Spiegel und andere optische Zwecke gehindert
hätten. Es kamen nicht mehr als 2 oder
3 Blasen im Kubikcentimeter vor, und auch
diese ließen sich bei etwas mehr Erfahrung
wohl noch vermeiden. Geringe Beimengungen
von anderen Oxyden machen das Quarzglas
undurchsichtig und fast schwarz, schon 0,3 7o
Verunreinigung genügen dazu. Es ist daher
durchaus nötig, nur ganz reines Material zu
verwenden, es braucht aber nicht klar zu sein,
wolkiger Quarz kann sehr gut benutzt werden.
Die Verf. glauben, daß es bei Verwendung
eines größeren Ofens als des ihrigen zweifellos
gelingen wird, Quarzglas in noch größeren
Dimensionen herzustellen. Wb.
Bfflohopsohau.
0. Bechstein. Instrumente zur Messung der
Temperatur für technische Zwecke. 8^ 64 S.
mit 61 Abb. Hannover, Gebr. Jan ecke 1905.
Broschiert 1,80 Jf.
Die als Sonderabdruck aus der ^.Deutschen
Techniker - Zeitung" erschienene Schrift ist
lediglich für technische Kreise bestimmt und
gibt eine Übersicht über die zur Temperatur-
messung gebräuchlichen Methoden und die
dabei in Betracht kommenden Instrumente.
Nach einer kurzen Hinweisung auf die Luft-
und Gasthermometer werden die verschiedenen
Flüssigkei tsthermometer unter Berücksichtigung
der Maximum- und Minimumthermometer be-
schrieben. Weitere Kapitel beschäftigen sich
mit den Tonpyrometem, Metall- und Graphit-
pyrometern, den verschiedenen andern Arten
Pyrometern, als Schmelzpyrometer, Thalpotasi-
meter, Knallpyrometer, Segerkegel u. s. w.
Ausführlich beschrieben sind auch die optischen
und elektrischen Pyrometer. Endlich werden
einige Femthermometer geschildert und in
einem Schlußwort Winke für die Handhabung
der Temperaturmesser gegeben.
Auf einige Irrtümer sei hier hingewiesen.
Die Thermometer aus Borosilikatglas 59 ^^^
lassen sich nicht bis 667^ C benutzen, wie man
nach einer Bemerkung auf 8. 9 annehmen
müßte, vielmehr liegt ihre Brauchbarkeits-
grenze etwas über 500^; Thermometer für
höhere Temperaturen sollte man ausschießlich
aus dem Jenaer Verbrennungsröhrenglas her-
stellen. Ferner sind die Meßbereiche der an-
deren Flüssigkeitsthermometer nicht ganz
richtig angegeben. Für Alkoholthermometer
liegt der Meßbereich zwischen — 80^ und 4- 60^
für Toluolthermometer zwischen — 100® und
•f 100^ Petrolätherthermometer lassen sich bis
etwa — 150® gebrauchen, Pentanthermometer
bis— 200®. Sodann werden für die Schmelzpunkte
von Silber, Gold, Platin, Iridium jetzt andere
Werte angenommen, als auf 8. 21 angegeben
sind. Thalpotasimeter, d. h. Dampfdruckthermo-
meter, wird mit Th am Anfang geschrieben,
der Physiker Pouillet schreibt seinen Namen
mit doppeltem L
Abgesehen hiervon, wird das Heftchen, das
sich im ganzen mehr als eine Zusammen-
stellung aus Katalogen und Prospekten^ denn
als eine kritische Arbeit darstellt, in vielen
Fällen dem Techniker von Nutzen sein, weshalb
wir ihm eine weite Verbreitung in allen be-
teiligten Kreisen wünschen. Wb.
F. Neamann» Die Metalldreherei. 5. vollst
neubearb. Aufl., hrsg. v. G. Lukasiewicz.
Lex -8®. Vin, 224 S. m. 520 Fig. Leipzig,
B. F. Voigt 1906. 8,00 1£, geb. 9,50 i£.
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iwlS/lW Pauntachau. 139
Vorriehtang snm Auswählen eines bestimmten Apparates ans einer Orappe von
Signalapparaten, die an einer beiderseits geerdeten Doppelleitung liegen, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Binschaltmagnete eines jeden Apparates zwei Wicklungen tragen, die den
verschiedenen Leitungszweigen angehören und deren Windungszahlen verschieden sind, so daß
am Geber eine derartige Stromverteilung in den Zweigen hergestellt werden kann, daß alle
Magnete bis auf einen erregt werden und ihre Anker anziehen, und das Zurückführen der
Apparate in die Anfangslage dadurch geschieht, daß der Stromkreis durch die beiden Leitungen
oder durch nur eine Leitung und Erde geschlossen wird. A. Pieper in Berlin. 1. 11. 1903.
Nr. 158 652. Kl. 74.
Vorrichtxmg zur Übertragung von Signalen nach dem Pat. Nr. 153 563, dadurch ge-
kennzeichnet, daß das eingestellte Sigpial (Signalscheibe o. dgl.) bis zur nächsten Siegnalabgabe
durch eine Sperre, Bremse oder ähnliche Vorrichtung festgehalten wird, deren Wirkung während
der Dauer der Signalgabe aufgehoben wird durch einen Elektromagneten mit drei Wicklungen,
die zwischen zwei Phasen geschaltet sind oder durch drei Blektromagnete mit je einer Wicklung,
deren Wicklungen in Stern- oder Dreieckform an die Leitungen angeschaltet sind. A. Pieper
in Berlin. 24. 11. 1908. Nr. 158 653; Zus. z. Pat. Nr. 153 563. Kl. 74.
Elektrizitätszähler, bei welchem durch den zu messenden Strom ein Solenoid erregt
wird, dessen Ankerbewegungen auf eine Hülse übertragen werden, die auf einem in gleichmäßig
schwingender Bewegung befindlichen Hebelarm verschiebbar angeordnet ist und die wiederum
ihre Bewegung auf ein mit Zählvorrichtung verbundenes Sperrwerk überträgt, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Bewegung des schwingenden Hebels durch ein Solenoid erfolgt, dessen
Wicklung in verschiedene nebeneinander befindliche Abteilungen geteilt ist, die durch den
Solenoidkem selbsttätig nacheinander so geschaltet werden, daß der letztere in die Spule hinein
gezogen und wieder zurückgestoßen wird. 0. Rasch in Schleusendorf b. Bromberg. 22. 4. 1904.
Nr. 158 702. Kl. 21.
Anordnong der Torsionsfedern bei elektrischen Anzeigevorrichtungen und Mersinstm-
menten mit stromdnrchflossenem beweglichem System, bei welchem die Federn lediglich die
Stromzuführung zu dem beweglichen System bewirken, dadurch gekennzeichnet, daß die Be-
festigungsstelle desjenigen Endes der Feder, an welchem die Stromzuführung von außen erfolgt,
derart drehbar angeordnet ist, daß zum Zwecke der Aufhebung oder Veränderung der Torsion
während der Benutzung des Instrumentes die Feder entsprechend ihrem jeweiligen Torsions-
zustande mittels eines Handgriffes leicht nachgedreht werden kann. Siemens & Halske in
Berlin. 22.11.1903. Nr. 158801. Kl. 21.
Verfahren znr Herstellung von Gegenständen aus Quarzglas, dadurch gekenn-
zeichnet, daß man hochkieselsäurehaUige Stoffe in Quarzwolle überführt, diese in Formen ein-
preßt und zum Schmelzen bringt. J. Bredel in Höchst a. M. 22. 3. 1904. Nr. 159 361. Kl. 32.
Präzisionsbalkenwage mit Spitzenlagerongen , dadurch gekennzeichnet , daß,
während der Wagebalken durch zwei Spitzen auf ebenen Platten gelagert ist, die Wagschalen
nur von je einer Spitze und einer ebenen Platte getragen werden. P. de Knegt in Rotterdam.
17. 6. 1904. Nr. 159 400. Kl. 42.
Qnecksilberluftpumpe mit selbsttätiger elektromagnetischer Steuerung, bei welcher
das Emporsteigen des Quecksilbers mittels Druckwassers oder Druckluft erfolgt, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Umsteuerungshahn für den Zu- und Austritt des Druckmittels mit Hilfe
von Elektromagneten bewegt wird, wobei der Schluß und die Unterbrechung des Stromkreises
ftlr denjenigen Elektromagneten, der den Eintritt des Druckmittels in das Rohr bewirkt, durch
eine Kontakteinrichtung erfolgt, die von der übrigen Einrichtung unabhängig in bestimmt ein-
stellbaren Zeiträumen mittels einer beliebigen Zeitmeßeinrichtung in Tätigkeit gesetzt wird,
wogegen der Schluß und die Unterbrechung des Stromkreises für den anderen Elektromagneten,
der den Austritt des Druckmittels bewirkt, durch das Quecksilber der Pumpe selbst vorge-
nommen werden. P. Bergsöe und C. V. Schon in Kopenhagen. 17. 10. 1903. Nr. 159 099. KI. 42.
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140
PaUntUste. — firtotkatten der Redaktion.
üentsehe
Meehaiükw-Ztg.
Patentliste»
Bis zum 2. Juli 1906.
Klasse: Amneldugem
17. P. 14 729. Vorrichtung zur Verflüssigung
von Gasen. R. P. Pictet, Wilmersdorf-
Berlin. 12. 12. 02.
21. B. 41 210. Röntgenröhre. H. Bauer, Berlin.
18. 4. 05.
G. 22 485. Verfahren und Vorrichtung zur Ver-
anschaulichung des Verlaufes elektrischer
Schwingungen. Ganz & Comp., Raübor.
31.1.06.
G. 22 821. Wechselstrom - Meßinstrument. H.
Grohmaun, Braunschweig. 29.3.06.
L. 21763. Quecksilber -Dampflampe. 0. D.
Lucas, London. 14. 11. 05.
S. 20 763. Vorrichtung zum Betriebe von Rönt-
genröhren mit Wechselstrom. R. Seifert
& Co., Hamburg. 14. 7. 04.
Seh. 24 569. Einrichtung an Vakuumglasge-
fäßen mit Stromeinführungsdrähten zur Ent-
lastung dieser Drähte von mechanischer
Beanspruchung. Schott & Gen., Jena.
6. 11.05.
V. 6227. Elektrisches Meßinstrument nach Art
eines Motorelektrizitätszählers. T. W. Var-
ley, New-York. 18.10.05.
32. M. 29 087. Aus Ober- und Unterhafen be-
stehender Glasschmelzofen. J. A. Miller
& Co., Berlin. 2.2.06.
42. B. 39 987. Wägegläschen für Flüssigkeiten.
K.Buschmann, Dresden. 16.5.05.
B. 41 961. Quecksilberluftpumpe nach Spren-
gel. A. Beuteil, Santiago de Chile. 18.1.06.
C. 13 722. Abblendevorrichtung für optische
Pyrometer. Cy. p. la Fabrication des
Compteurs et Mat^riel d'UsinesaGaz
u. Ch. F6ry, Paris. 22. 6. 05.
H. 35 179. Schreibvorrichtung für Registrier-
zwecke. Hartmann & Braun, Frankfurt
a. M. 14. 4. 05.
ErtoUiuigeii«
21. Nr. 173 783. Verfahren zur Übertragung von
reellen optischen Bildern in die Ferne. E. u.
M. Bolin, Lyon, Frankr. 9. 12. 04.
Nr. 174 105. Rohrsystem zur Verbindung von
Quecksilberdampflampen mit der Luftpumpe.
H. Boas, Berlin. 14.1.06.
Nr. 174 248. Meßgerät nach Ferrarisschem
Prinzip. Hartmann&Braun, Frankfurta.M
30. 1. 05.
Nr. 174 434. Elektrisches Meßgerät mit zwei
Spulen. W. J. Still, Ealing, Engl. 13. 2. 04
Nr. 174 545. Wattmeter nach dynamometri
schem Prinzip mit mehreren Meßbereichen
Hartmann & Braun, Frankfurt a. M
7. 11. 05.
Nr. 174 546. Astatischer Elektrizitätszähler.
Deutsch -Russische Elektrizitätazäh-
1er- Ges. m. b. H., Berlin. 4. 1. 06.
82« Nr. 174 509. Verfahren und Vorrichtung zur
Herstellung von Quarzglas-Hohlkörpern aus
einem im Schmelzofen unmittelbar gewonne-
nen Zylinder. J. F. Bottomley, Wallsend-
on-Tyne, u. A. Paget, North Cray, Engl.
1.6.05.
Nr. 174 510. Glasblasemaschine für Handbe-
trieb, mit Einrichtung zur Erzeug^ung der
zum Blasen dienenden Preßluft A. Schiller,
Berlin. 81.8.05.
42. Nr. 173 797. Gerät zum Nachbilden von
Zeichnungen mit an Schienen mittels Schnur-
laufs gegenläufig bewegtem Fahr- und
Zeichenstift. E. Brenner, Eberbach a. N.
20. 10. 04.
Nr. 173 799. Vorrichtung zur gleichmäßigen
Erwärmung eines Raumes. M. Hering,
Aachen. 9. 8. 04.
Nr. 173 851. Elektrisch betriebener Kreisel in
kardanischer Aufhängung. L. Schwarz-
kopf, Berlin. 16. 10. 04.
Nr. 178956. Schiffskompaß mit oberem, die
Ausdehnung der Flüssigkeit ermöglichenden
Luftbehälter. Neufeldt & Kuhnke, Kiel,
u. B. Freese, Delmenhorst. 17. 6. 05.
Nr. 173 957. Verfahren zur Analyse von Gas-
gemischen. C. Zeiß, Jena. 9.8.04.
Nr. 174111. Gyroskopkompaß mit mehreren
je mit verschiedenen Freiheitsgraden aus-
gestatteten rotierenden Massen. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a. M. 16.5.05.
Nr. 174 194. Vorrichtung zum Zurücktreiben
des Queckailberfadens bei Maxi mal therm o-
metem. Grösche & Koch, Ilmenau.
28. 6. 05.
Nr. 174 335. Lagerung für Wasserwagen mit
Einstellung der Libelle parallel zu zwei auf-
einander senkrechten Ebenen durch zwei
die Libelle in diesen Ebenen verschiebende
Stellschraubenpaare. J. F. Klingelfuß,
Aarau, Schweiz. 17. 3. 05.
Nr. 174 606. Verfahren zur Bestimmung von
Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen
u. dgl. H. Brearley, Sheffield, Engl
25. 8. 06.
Nr. 174 643. Ölprüfvorrichtung. F. 8 c h m al tz ,
Offenbach a. M. 7. 2. 05.
Bpieffkasten der Redaktion.
Wer fertigt die sog. I mm isch sehen Metall-
thermometer au, die die Temperatur mittels
eines mit Alkohol gefüllten, gebogenen Rohres
anzeigen?
FQr die Redaktion verantwortlich: A. Blasehke in Berlin W.
Verlag von Julius Springer in Berlin N. — Dmck von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnuuentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Bedaktion: A. Blaachke, Berlin WdO, An der AposteUdrche 5.
Heft 15. 1. August. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigims: der Redaktion gestattet.
Ziuii 17. Dentschen Mechanikertage.
Am 17. und 18. Angast werden sich die Mitglieder der D. G. f. M. n. 0. sowie
die Freunde der Pr&zisionstechnik zum siebzehnten Male versammeln, und zwar in
Nürnberg.
Nürnberg ist für dieses Jahr die Stadt der Kongresse; halten doch nicht
weniger als achtzig Vereinigungen aller Art heuer ihre Tagung in den Mauern der
berühmten Pegnitzstadt ab.
Es muß also wohl der alten Noris zur gegenwärtigen Zeit eine ganz besondere
Anziehungskraft innewohnen.
Zwar lockt Nürnberg jedes Jahr zahllose Reisende aus aller Herren Länder
herbei, welche das eigenartige Städtebild von altertümlicher Schönheit, die berühmten
Kirchen und Museen bewundem. In diesem Sommer aber kommt ein weiterer Reiz hinzu,
die musterhaft organisierte und originell durchgeführte Bayerische Landesausstellung.
Nürnberg ist nicht dabei stehen geblieben, das Alte zu erhalten und zu
sammeln; es ist stets mit der Zeit fortgeschritten und hat sich heute zu einer
der mäditigsten Zentralen deutschen Gewerbfleißes entwickelt. Aus der Herstellung
jenes berühmten Nürnberger Tandes, von dem man schon im Mittelalter sagte, daß er
durch alle Lande gehe, sind Industrien emporgewachsen, die auch jetzt noch den
Weltmarkt versorgen und für das Stadtbild Nürnbergs nicht minder charakteristisch sind
als seine Burg, seine Kirchen, seine Patrizierhäuser.
Diese Eigenart Nürnbergs gibt dem Programm des Mechanikertages, das unsere
Leser auf S. 121 dieser Zeitsehriß veröffentlicht fanden, das Gepräge.
Für die Beratung der recht umfangreichen Tagesordnung ist nur ein Vormittag
angesetzt, um so Zeit zu gewinnen für die vielen Besichtigungen, die alle unter sach-
verständiger Führung stattfinden werden.
Unsere Fachgenossen werden ihr Interesse zunächst der Ausstellung, und zwar
den Abteilungen für Industrie, für Handwerk und für Kunstgewerbe, zuwenden, welche
einen vorzüglichen Überblick über den Stand der Technik und des Gewerbes in Bayern
gewähren; aber auch die Ausstellungen der bildenden Künste, der Königl. Staatsregierung
und der Stadt Nürnberg bieten so viel des Anregenden und Sehenswerten, daß keiner
ohne Befriedigung scheiden wird.
Femer ist in das Programm der Tagung die Besichtigung einiger bedeutender,
für Nürnbergs Gewerbe charakteristischer Fabriken aufgenommen, einer Fabrik für Elek-
trotechnik, einer Bleistift- und einer Metallwarenfabrik. Alsdann werden die Museen be-
sucht werden, das Germanische Nationalmuseum, jene Sammelstätte für alles, was schön
und wichtig ist aus Deutschlands großer Vergangenheit, und das Gewerbemuseum,
das, nicht nur ein Museum, sondern vor allem eine technische Prüfungs- und Unter-
suchungsanstalt, der Gegenwart und Zukunft der Industrie dient.
Diese Aufzählung wird unsere Freunde überzeugen, daß der Nürnberger Mecha-
nikertag so vieles bringt, daß er jedem etwas bringen wird, und wird sie hoffentlich
veranlassen, durch recht zahlreiches Erscheinen zu dem Gelingen des Tages bei-
zutragen.
Die vielfachen Veranstaltungen, die diesmal mit dem Mechanikertage verbunden
liDd, machen die Vorbereitungen besonders umfangreich und zeitraubend. Diejenigen
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142
Ph7s.-T«chn. Reicht antt alt, Privat« PraftiDgaach«in« für Th«rmom«t«r.
Deatsehe
Mechanlker-Ztg.
Fabriken, die die Liebenswürdigkeit haben, ihre Betriebe dem Mechanikertag zu ötfoen,
haben ein sehr berechtigtes Interesse daran, aber die Zahl der Besucher schon einige
Tage vor der Versammlung und nicht erst während dieser unterrichtet zu werden. Des-
wegen hat der Ortsausschuß den dringendsten Wunsch, daß die Anmeldungen spätestens
bis zum IL August an ihn gelangen (Adresse: Hr. Kommerzienrat Gg. Schoenner,
Nürnberg, Oartenstraße 7).
Nürnberg, den 24. Juli 1906. Ka.
Über private FrufongsBoheiiie für Thermometer.
(Mitteilung aus der Physikalisch-Technischen Beichsanstalt.)
Bereits vor Jahren wurde in einer Mitteilung des Deutschen Beichsanzeigers
auf den Unfug hingewiesen, der leider in ziemlich ausgedehntem Maße mit privaten
Prüfungsscheinyen für ärztliche Thermometer getrieben wurd, und auf die Wertlosigkeit
solcher Scheine aufmerksam gemacht. Seit einigen Jahren hat sich dieser Unfug teil-
weise auch auf Normalthermometer ausgedehnt. So ist der Physikalisch-Technischen
Beichsanstalt u. a. neuerdings ein Apparat zur Prüfung eingesandt worden, dem als
Hilfsinstrumente zwei mit privaten Prüfungsscheinen versehene Thermometer beigegeben
waren. Eine Nachprüfung der letzteren ergab, daß die in den Scheinen aufgeführten
Korrektionen durchweg nicht stimmten und daß bei dem einen Thermometer sogar für eine
Stelle noch eine Korrektion angegeben war, wo eine genaue Ablesung sich überhaupt
nicht ausführen ließ, weil die Skalenstelle schon unter der Mitte der am oberen Ende
der Kapillare angeblasenen Erweiterung lag.
Nachstehend sind die beiden Prüfungsergebnisse zusammengestellt; hierin be-
deuten die Zahlen unter a die in der Beichsanstalt ermittelten, diejenigen unter b die
auf den privaten Prüfungsscheinen angegebenen Korrektionen.
Ablesung
a
No. 367
b
a-b
a
No. 393
b
a— b
0^
— 0,020
0,000
— 0,020
— 0,020
0,000
- 0,020
10
— 0,10
0,00
— 0,10
— 0,10
-0,06
-0,05
20
— 0,01
+ 0,05
— 0,06
-0,04
0,00
— 0,04
30
-0,14
0,00
-0,14
— 0,12
0,00
-0.12
40
-0,04
0,00
-0,04
-0,09
0,00
— 0,09
50
— 0,07
0,00
— 0,07
-7
0,00
— 7
Man sieht, daß die Unterschiede bei beiden Thermometern bis über 0,1^ gehen,
obwohl die Korrektionen in den privaten Prüfungsscheinen .in hundertstel Grad an-
gegeben sind und obwohl für die Prüfungen mit dem in Bede stehenden Apparat auch
noch hundertstel Grad in Betracht kommen. Wollte gar jemand mit dem letzteren
Thermometer die Temperatur öO^ messen, so würde er einen Fehler von 7^ begehen können.
Einem zweiten ebensolchen, etwas später eingesandten Apparat waren gleich-
falls zwei mit privaten Prüfungsscheinen versehene Thermometer beigegeben, von denen
das eine im Quecksilber des Gefäßes imd der Kapillare so viel Luft enthielt, daß die
getrennten Quecksilberfäden trotz vielfacher Bemühungen durch einfache Mittel sich
nicht wieder vereinigen ließen, so daß dieses Instrument zu genauen Temperaturbestim-
mungen überhaupt nicht benutzbar ist. Das andere Thermometer zeigte bei der Ver-
gleichung mit den Normalen der Beichsanstalt Abweichungen bis zu 0,06^ gegen die
Angaben im privaten Prüfungsschein, also immerhin noch weit mehr, als die Genauig-
keitsgrenze bei den in zehntel Grad geteilten Thermometern beträgt.
Es erhellt aus diesen beiden Fällen wiederum zur Genüge, wie wenig Verlaß
derartigen privaten Prüfungsscheinen zukommt, die meistens gar nicht die Besultate einer
wirklich ausgeführten Prüfung darstellen, sondern nur den Befund bei der Justierung
des Thermometers an einem Punkt angeben, wobei dann seitens des Fabrikanten an-
genommen wird, daß die übrigen Punkte nach der Teilung der Skala richtig sind und
daher mit 0,00 angegeben werden können. Die Bezeichnung dieser Scheine als »Prü-
füngsscheine'' ist denmach ganz unrichtig imd geeignet, falsche Vorstellungen bei dem
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1 iUffa8t^906 E. Martiny, Ein n«uMi R«chMiv«rfUirtn fOr RtchMiatftb«. 143
kaufenden Publikum zu erwecken. Übrigens rühren die Unterschriften unter den pri-
vaten Prüfungsscheinen meist nicht einmal von fachkundigen Leuten her, sondern sehr
oft von Buchhaltern oder anderen kaufmännischen Angestellten der Finnen, die solche
Thermometer vertreiben. In einem Falle ist sogar seitens der Reichsanstalt festgestellt
worden, daß die Unterschrift vollständig fingiert war, das heifit, dafi der Name erfunden,
der größeren Glaubwürdigkeit wegen aber mit einem vorgesetzten Dr. versehen war.
Die Reichsanstalt kann daher nicht dringend genug empfehlen, zu allen Unter-
suchungen, bei denen eine genaue Temperaturbestimmung erforderlich ist, nur solche
Thermometer zu benutzen, die mit amtlichen Prüfungsscheinen versehen sind, da die
privaten Prüfungsscheine, wie aus obigen Darlegungen von neuem unwiderleglich her-
vorgeht, meistens keinerlei Wert besitzen.
Ein neues Beohenverfahren für Beohenstäbe.
Von Dr. B. WUsUay In Groß-Lichterfelde.
Der Rechenstab hat, seit er zum ständigen und unentbehrlichen Begleiter des
Ingenieurs geworden, im Laufe der Jahre eine Reihe von Veränderungen erfahren,
deren Zweck entweder ist, das Gebiet seiner Anwendbarkeit zu erweitem, oder aber seine
Handhabung innerhalb dieses Gebiets zu vereinfachen. Zur ersten Gruppe gehört
die Anbringung der Sinus-, Tangens- und Logarithmenteilung (meist auf der Unter-
seite des Schiebers) sowie des Hillimetermafistabes, zur zweiten z. B. der Teilstrich
für TT sowie neuerdings die Anbringung einer von 1 bis 1000 laufenden und der logarith-
mischen Teilung auf der Vorderseite des Stabes.
Man wird über den Wert dieser Verbesserungen ganz verschieden denken,
je nachdem, ob man aus dem Rechenstab ohne besondere Rücksicht auf den Preis
ein AUerweltsgerät machen will, oder ob man bestrebt ist, nur das unbedingt Er-
forderliche , das aber gut und billig zu liefern. Auch hier gibt es eine goldene
Mittelstrafie, breit genug, um die Wünsche der verschiedenen Rechner hinreichend zu
berücksicht^en. Der Maschinenbauer und Elektrotechniker beispielsweise wird im all-
gemeinen auf die Sinus- und Tangensteilung verzichten können; er braucht sie
meist so selten, dafi ihm, wenn er sie wirklich einmal anwenden möchte, die Übung
fehlt, und andererseits ist, wo er sie häufig gebrauchen könnte, z. B. für den cos q> der
Wechselstrom-Phasenverschiebung, die Ungenauigkeit gar zu grofi. Mit der Loga-
rithmenteilung endlich steht es nicht viel anders; sie ist zwar wegen ihrer Gleich-
mäßigkeit recht genau und kann außerdem als Mafistab benutzt werden. Aber auch
ihrer kann man gern entraten, wenn es gelingt, diejenigen Rechnungen, für die
man sie unentbehrlich glaubt, mit gleicher Bequemlichkeit auf der gewöhnlichen Rechen-
teilung auszuführen. Dies erreicht man nun tatsächlich mit einem einzigen Strich
für die weitaus gröfite Gruppe unter diesen Rechnungen, nämlich für die Berechnung
der Potenzen mit beliebigen ganzen oder gebrochenen, auch unbekannten Exponenten.
Die erforderliche kleine Hilfseinrichtung läfit sich an jedem Rechenstab anbringen, der
eine von 1 bis 10 oder von 1 bis 100 laufende Rechenteilung, eine im gleichen
Sinne laufende Millimeterteilung und einen Läufer besitzt, und zwar folgendermafien.
Man stellt den Einstellfaden (bezw. die ihn ersetzende Strichmarke) des Läufers
auf Strich 1 der Rechenteilung und reiBt auf der über der Millimeterteilung gleitenden
Seite des Läufers auf dem Metall einen mit dem Teilstrich 0 des Mafistabes zusammen-
fallenden Strich an (fortan kurz mit „Rifi** bezeichnet). Bei den üblichen Rechen-
stäben von 250 mm Länge, welche über der Rechenteilung von 1 Ms 10 noch eine
von 1 bis 100 laufende tragen, verfährt man genauer, wenn man den Faden auf
Strich 10 der oberen Teilung einstellt und den Teilstrich 12ö mm anreifit.
Um nun mit dieser Einrichtung zu rechnen, stellt man die Basis der betreffen-
den Potenz (Form a; = a'*/"; Wurzeln sind als Potenzen mit gebrochenem Exponenten
m/n •.— *-
zu behandeln: a =Va^) auf der Rechenteilung ein und liest auf der Millimeter-
teilung am Rifi ab, multipliziert diese Zahl mit dem Exponenten, stellt den Rifi auf
die 80 gefundene Zahl ein und findet das Endergebnis unter dem Faden auf der
Rechenteilung.
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144 E. Martiny, Ein nouts Rtch«iiverfaliren ftlr Rechenstab«. MecSuSkäit«
7Ve__ «/, «/«
Beispiel^): a;=K 1,5; a: = K 1,5 = 1,5 .
1,5 — 44 mm ; 44 mm • ^^^ = 6, 14 mm.
6,14 mm - 1,058 = x.
Meist wird die Basis oder der herauBkommende Potenzwert oder beide mehr
als eine Stelle vor dem Komma haben. Dann darf man aber nicht etwa die Basis
oder das Produkt, auf welches der Riß einzustellen ist, so lange mit 10, 100 u. s. f.
dividieren, bis nur noch eine Stelle vor dem Komma übrig bliebe, sondern man hat
sich den Rechenstab nach rechts verlängert und auf dieser Verlängerung die Rechen-
teilung 1 bis 10 immer wieder, jetzt der Reihe nach mit der Bedeutung 10 bis 100,
100 bis 1000 u. s. w. aufgetragen zu denken. Dies macht man, indem man von der Basis
die erste Ziffer abstreicht, auf diese den Faden einstellt, am Riß abliest und zu der
so gefundenen Zahl soviel mal die Länge der Rechenteilung in Millimeter hinzufGgt,
wie Ziffern zwischen der abgestrichenen ersten Ziffer und dem Komma stehen.
Nachdem diese Summe mit dem Exponenten multipliziert worden, dividiert man das
Produkt durch die Länge der Rechenteilung und erhält einen gemischten Bruch;
auf dessen Zähler wiM der Riß eingestellt, am Faden abgelesen und der so erhaltenen
Zahl soviel Stellen hinzugefügt, wie die ganze Zahl des gemischten Bruches angibt.
Beispiel: o; = 4800*'«.
4 • 800 -j^. 170,4 mm + 3 • 250 mm = 920,4 mm.
920,4 mm • 1,6 = 1472 mm.
1472 mm : 250 = 5222/250.
222 mm ~l,lb; 5 bedeutet: 5 Stellen mehr, also x = 775 000.
Bei echten Dezimalbrüchen ist in sinngemäßer Anwendung dieser Regel, wenn
die erste Ziffer der Basis an erster, zweiter, dritter u. s. w. Stelle hinter dem Komma
steht, entsprechend 1-mal, 2-mal, 3-mal u. s.w. die ganze Länge der Rechenteilung abzu-
ziehen und nach dem Ablesen des Ergebnisses für jede volle oder angefangene
Länge der Rechenteilung das Komma um eine Stelle nach links, wenn das Ergebnis
negativ, dagegen nach rechts, wenn es positiv ist, zu setzen.
9
Beispiel: a;==K 0,00512 *
5,12 ^ 177,2 mm; 3. Stelle nach dem Komma = —3 • 250 mm.
-0,00512 = -750 + 177,2 mm = -572,8 mm.
572,8 mm : 9 = —63,6 mm = —250 + 186,4 mm.
+ 186,4 mm = 5,57; -250 bedeutet: 1 Stelle weniger, also x = 0,557.
Bei Potenzen mit einer unbekannten im Exponenten (Form a* = b), welche man
sonst durch logarithmische Auflösung (x = ^-^) berechnet , hat man hier nur
zu b und a die zugehörige Millimeterzahl am Riß abzulesen, nötigenfalls um die der
Stelle entsprechenden Teilungslängen zu vergrößern oder zu verkleinem und die
zu b gehörige durch die zu a gehörige Millimeterzahl zu dividieren. Der Quotient,
der in der gewöhnlichen Weise mit Schieber und Läufer auf der Rechenteilung erhalten
wird, ergibt ohne weiteres den Wert von x.
Beispiel: 234 = 0,0067*
2 • 34 -: 92,3 + 2 • 250 mm = +592,3 mm.
0,0067 :-: 206,5 -3 • 250 mm = -543,5 mm.
X = -|-592,3/-543,5 = -1,09.
Als Beispiele für Fälle, wo das geschilderte Verfahren zur Anwendung kommt,
seien hier nur die bekannte Zinseszinsformel i=c . (l + ^)**, die Steinmetzsche
Formel (S=Vvi2 83^ aus der Wechselstromtechnik, die Formel für die polytrope
Zustandsänderung p - v^ = Const. aus der Wärmemechanik in Erinnerung gebracht.
Aber auch für die Berechnung der gewöhnlichen 3. Wurzel verdient dieses Verfahren
vor den beiden anderen hierfür gebräuchlichen 2) den Vorzug, weil sich dabei
leichter ablesen läßt und zur Vermeidung von Stellen fehlem keine besondere Über-
^) Diesem und den nachfolgenden Beispielen ist ein Rechenstab mit einer Teilung von
2&0 mm Gesamtlänge zu gründe gelegt; das Zeichen ~ bedeutet Übergang von der Rechen-
teilung auf die Millimeterteilung oder umgekehrt.
2) Vgl. u. a.: Anleitung zum Gebrauch des Rechenstabes von A. W. Faber in Stein
bei Nürnberg.
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Heft 15.
I. Aognst 190«.
V«r«lntnachrichten ~ Kleinere Mitteilungen.
145
legong notwendig ist. Die Rechengenauigkeit ist hinreichend groß, da das End-
ergebnis nur um etwa 1 ^/^ im mehr oder minder unrichtig ist.
Ich habe dieses meines Wissens bisher nicht angewandte Verfahren aus dem
Grunde ausführlich beschrieben, um die Werkstätten, die sich mit der Hersteilung
von Rechenstaben befassen, nicht nur auf . die dadurch gebotene Möglichkeit hinzu-
weisen, einen billigeren und doch recht leistungsfähigen Stab zu liefern, sondern
auch um sie in die Lage zu versetzen, nach Maßgabe eigener Überlegungen dem etwas
unvollkommenen Riß die zweckmäßigste Ausgestaltimg (in der Form eines an den
Läufer angelöteten Zeigers, einer Fadenmarke o. dgl.) zu geben. Hierbei empfiehlt
es sich, an den Millimeterteilungen die Gentimeterteilimgen nicht oberhalb, sondern
unterhalb der Nute anzubringen, in welcher der Läufer gleitet, weil bei der bisherigen
Anordnung die Zififem an der Ablesestelle verdeckt und überhaupt nach und nach
durch den Läufer abgeschliffen und unleserlich werden.
Vepelnsnaohpiohten.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Dr. Max Edelmann jun.; Erdmag-
netische und physikalische Meßinstrumente;
Meteorologische , physiologische , elektro-
medizinische u. s. w. Apparate; Ablesefem-
rohre; Elektrotechnische Apparate; Voll-
ständige Einrichtungen von magnetischen
Observatorien; München, Nymphenburger
Str. 82.
Kleinere ■Ittellungen.
Ein elektrlaeher Femseher.
Von Pr. Lux.
Bayer, Ind.- i«. Gw^-Bl 38. 8. IB. 1906.
Die Erfindung von Fr. Lux ist wieder ein
Versuch, das noch immer ungelöste Problem
dee elektrischen Fernsehers seiner Verwirk-
lichung naher zu bringen. Ob dieser Versuch
zum Ziele fuhren wird, ist noch nicht abzusehen,
vorläufig kann von einer praktischen Ver-
wirklichung nicht die Bede sein.
Die bisherigen Konstruktionen von Fern-
sehern kranken nach Ansicht des Erfinders
daran, daß sie das zu übertragende Bild in
viele einzelne Teile zerlegen, der Reihe nach
übertragen und dem Auge vorführen. Lux hat
sich dagegen das Ziel gesteckt, das Bild auf
einmal zu übertragen; natürlich muß zu diesem
Zweck, da ein anderes Mittel nicht zu Gebote
steht, auch hier die Selenzelle zu Hilfe ge-
nommen werden, deren elektrischer Widerstand
von dem Grad der Belichtung abhängig ist.
Das Prinzip des Apparates beruht auf der
Benutzung von abgestimmten Federn, welche
auf einen Wechselstrom von bestimmter Peri-
odenzahl ansprechen, ein Prinzip, das ja auch
bei den bekannten Frequenzmessern benutzt ist.
Eine derartige Feder ist in Fig. 1 dar-
gestellt; die Feder a schwingt in einem von
dem betreffenden Strom durchflössen en Sole-
noid e imd kommt nur dann in Schwingung,
wenn ihre Schwingungszahl mit der Perioden-
zahl des Wechselstroms übereinstimmt. Bei f
ist die Feder umgebogen, so daß sie von oben
gesehen, eine breitere Fläche darbietet. Der-
artige verschieden abgestimmte Federn sind,
wie Fig. 2 zeigt, in mehreren Reihen neben-
einander angeordnet, so daß, da die Köpfe der
Federn geschwärzt sind, dunkle Linien auf
weißem Hintergrund entstehen. Schwingt nur
eine Feder, so entsteht eine weiße Lücke in
der schwarzen Linie, und auf diese Weise wird
dadurch, daß eine Anzahl Federn ruht und die
andern schwingen, ein schraffiertes, allerdings
etwas unvollkommenes Bild erzeugt Das
1
C(\^^^
w
y^VVv<->.
l/
\'
\{
\V-^
'A
%
d
^
/
Fig. 2.
Fehlende wird von dem Auge ergänzt Je mehr
Federn vorhanden sind und je enger sie an-
einander stehen, desto besser wird natürlich
das Bild. Dieser eben beschriebene Apparat
stellt also den Empfänger dar. Der Sender
besteht aus einem entsprechenden Tableau von
Selenzellen, so daß jede Feder f des Em-
pfängers einer Selenzelle des Senders ent-
spricht. Jede Selenzelle steht wieder mit je
einem Wechselstromerzeuger in Verbindung,
von denen jeder eine andere Periodenzahl be-
sitzt. Da sich die Wechselströme übereinander
lagern lassen, wobei jede Feder nur auf den-
jenigen Strom anspricht, auf den sie abge-
stimmt ist, so ist nur ein Verbindungsdraht
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146
ia«iiiere MittsUungen.
Deutsche
Mechantker-Ztg.
zwiflcheD Bmpfängor und Sender nötig. Das
zu übertragende Bild wird mit einer Sammel-
linse auf die Fl&che, welche die Selenzellen
enthalt, entworfen. Die dadurch belichteten
.Zellen werden dann leitend und lassen den
ihnen entsprechenden Wechselstrom nach dem
Empfänger übergehen, wahrend die unbe-
lichteten ^ einen solchen Widerstand besitzen,
daß kein Strom hindurchgeht und also auch die
ihnen entsprechenden Federn in Ruhe bleiben.
Bei einer großen Anzahl von Federn muß man
noch etwas kompliziertere Mittel anwenden, um
zu verhindern, daß auf einen bestimmten Wechsel-
strom auch die Federn mit doppelter Schwin-
g^ngszahl ansprechen ; man muß dann die Federn
in mehrere Stromkreise einordnen, die nach-
einander durch synchron laufende Motoren ein-
geschaltet werden. W^ Jl
XJnlTereal-Bohrsohablonen-Parallel-
eohraubetock.
D. R. G. M.
WeUmarki 20. 8. 438. 1906.
Zur Herstellung exakter Bohrungen bedient
man sich bei der Fabrikation von Massenar-
tikeln allgemein der Bohrlehren, deren An-
schaffung jedoch teuer ist und die außerdem
nur für einen bestimmten Zweck Verwendung
finden können. Der untenstehend abgebildete,
von der Firma Arthur Kayser (Berlin SW 68)
in den Handel gebrachte Parallelschraubstock,
der in Amerika bereits vielfach im Gebrauch
ist, soll diese Bohrlehren ersetzen. Er ist wie
ein gewöhnlicher Parallelechraubstock einge-
richtet und kann nach Abnahme der Nebenteile
auch als solcher benutzt werden. Seine feste
Backe hat eine Anzahl Löcher, in welche die
mit einem Flansch versehene Stütze für die
Schablone gesteckt werden kann. Letztere ist
auf dem Plansch verstellbar und trägt die als
Bohrerführung dienende Düse, welche genau
die Größe des zu benutzenden Bohrers besitzt;
sie kann bequem durch eine andere mit größerer
oder kleinerer Öffnung ersetzt werden. Seitlich
befinden sich an der festen Backe vertikal und
horizontal verstellbare Anschlage, gegen die
das einzuspannende Arbeitsstück gelegt wird.
Benutzt man eine Schablone mit mehreren
Bohrlöchern, so kann man leicht Löcher, die
einen bestimnten Abstand voneinander haben
sollen, bei einmaligem Einspannen des Gegen-
standes in den Schraubstock bohren. Das Ein-
stellen der Bohrschablone nimmt nur wenig
Zeit in Anspruch, und man hat bei dem Schraub-
stock den Vorteil, daß das eingespannte Ar-
beitsstück unverrückbar festsitzt.
Der Schraubstock wird für 115, 180 und
240 mm größte Spannweite hergestellt.
Elßm.
Über einen Sauentofferzeusrer mit
SellMtlLompreesion und einen
Sauerstoffazetylenbrenner.
Von A. d*Arsonval.
Phil Mag. 4. 8. 190. 1905.
In dem Apparat (s. Fig.) wird Sauerstoff
erzeugt und im Augenblick seiner Entstehung
durch den eigenen Druck komprimiert Zur
Herstellung des Sauerstoffes dienen die im Mittel-
rohr des Apparates befindlichen Zylinder von
30 mm Durchmesser und 55 mm Höhe, welche
aus Kaliumchlorat, einer inaktiven Masse und
geringer Beimengung eines leicht brennbaren
Stoffes bestehen.
'^«
>. '•■
Vor der Einführung dieser Zylinder in das
Rohr entzündet man den untersten, worauf man
dieselben im Innern des Apparates der Reihe
nach bei festem Verschluß des Mundstückes
abbrennen läßt. Jeder Zylinder braucht zu
seinem Abbrand zwei Minuten und entwickelt
hierbei 18 l Sauerstoff. Der Druck des Gases
nach Vollendung der Entwicklung betragt
20 Ätm. Die Apparate werden in verschiedenen
Größen bis zu einer Leistung von 2 cbm Sauer-
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Heft 15.
1. August 1906.
Kleinere Mitteiluns^en.
147
Stoff von der C^«- Fran^aise de TAc^tylöne
dissous hergestellt.
Von derselben Gesellschaft wird auch ein
Gldhlichtbrenner geliefert, bei dem ein kleiner
Gltthzylinder von 15 mm Höhe und 5 bis 6 mm
Durchmesser, aus seltenen Erden hergestellt,
durch eine Flamme aus Sauerstoff und Azetylen
zur bellen Weißglut erhitzt wird. Der Brenner
zur Erzeugung der Flamme entspricht in seiner
Konstruktion dem Knallgasgeblase, nur daß
ihm anstatt des Wasserstoffes Azetylen zu-
geführt wird. Bei Verbrauch von 50 l Azetylen
in der Stunde gibt dieser Brenner eine Hellig-
keit von rd. 1600 HK, er erscheint daher bei
Projektionsapparaten, zur Bühnenbeleuchtung
u. dgl. als Ersatz für Bogenlampen wohlge-
eignet. Mk.
Einfuhr ftntlleher, physikalischer,
optischer und sonstlsrer wissenschaft-
licher Instrumente nach Brasilien.
Der Wert der Einfuhr chirurgischer und
zahnärztlicher Instrumente nach Brasilien be-
trug in den Jahren 1902 bis 1904 an Bord vor
der Ausschiffung (alles in Tausend Mark): 981,
1233 bezw. 1277. Der Anteil Deutschlands
wuchs in denselben Jahren von 232 auf 284,
der Frankreichs von 279 auf 337 und der der
Vereinigten Staaten von 324 auf 496, während
Großbritannien mit 126 bis 182 ziemlich stationär
blieb. Am Import mathematischer, physikalischer
und sonstiger wissenschaftlicher Instrumente
waren beteiligt: Frankreich mit 228 bis 269,
Deutschland mit 125 bis 187, England mit 107
bis 137 und die Vereinigten Staaten mit 30 bis 85.
Auf die bedeutendsten Häfen verteilte sich
die Einfuhr in beiden Klassen 1904 wie folgt:
Rio de Janeiro und Santos nahmen zusammen
70 bezw. 60 ^/o, die Amazonashäfen 13 bis 14 %
Bahia und Pemambuco 8 bis 11 %, die Sttd-
häfen Rio Grande und Porto Alegre von chirur-
gischen Instrumenten nur 4 ^/o, von sonstigen
wissenschaftlichen Apparaten 8^0 ^u^* Letzteres
erklärt sich dadurch, daß besonders in ärzt-
lichen und zahnärztlichen Instrumenten von
Rio aus noch ein beträchtlicher KUstenhandel,
insbesondere nach den Südstaaten, stattfindet,
während die Amazonasstaaten ihren Bedarf
tunlichst direkt aus den Importländern beziehen.
Binzehi aufgeführt sind in der Statistik
nur die optischen Instrumente, von denen ins-
geeamt für 160 bis 174 allein aus Frankreich
für 105 bis 116 kamen. Der deutsche Anteil
ging von 40 auf 30 zurück^), während England
und die Vereinigten Staaten ihre kleine Sen-
dungen verdoppelten. Frankreich hat in Waren
dieser Klassen seit langem eine feste Position;
*) Unser Export nach Südamerika geht wohl
aber vielfach über Frankreich. Die Bed.
zahnärztliche Instrumente kommen zum größten
Teile aus den Verein igt ea Staaten, die auch in
wissenschaftlichen Instrumenten ihre Einfuhr
neuerdings sehr vergrößert haben.
Die Waren beider Klassen unterliegen mit
wenigen Ausnahmen, wie Operngläser, Brillen,
Stereoskope, nur Zöllen auf der Grundlage von
15% des Wertes, wovon indessen nunmehr
35 % in Gold zu zahlen sind. Eine National-
industrie besteht bis jetzt nur insoweit, als das
eingeführte Material zu einfacheren Instru-
menten zusammengesetzt wird. Der Import
dürfte daher auch weiterhin zunehmen, und es
wird aus verschiedenen Teilen des Landes ge-
meldet, daß der Anteil Deutschlands — etwa
mit Ausnahme der zahnärztlichen Instrumente
— bei entsprechenden Anstrengungen gegen-
über dem französischen und nordamerikanischen
Wettbewerb ausdehnungsfähig ist. Das Ge-
schäft in diesen Artikeln liegt zum großen Teil
in den Händen portugiesischer oder brasilia-
nischer Detaillisten, die aus alter Gewohnheit
mit Vorliebe aus Frankreich beziehen und nur
durch Vorlegung geeigneter Muster zum Eingehen
neuer Verbindungen bewogen werden können.
Für die Universitäten Spaniens sollen durch
die dortige Regierung wissenschaftliche Instru-
mente im Werte von 160000 M beschafft werden.
Elektrotechnische Lehr« und Unter«
•uchungs-Anstalt des Physikalischen
Vereins zu Frankfurt am Main,
Die Lehranstalt bezweckt Leuten, welche
eine Lehrzeit in einer mechanischen Werkstatt
vollendet haben und bereits als Gehilfen in
Werkstätten, maschinellen Betrieben oder auf
Montage tätig gewesen sind, ein^ theoretische
Ergänzung ihrer Ausbildung zu geben, welche
sie in Verbindung mit praktischen Fertigkeiten
in den Stand setzen soll, als Mechaniker, Werk-
meister, Assistenten, Monteure, Revisoren in
elektrotechnischen Werkstätten, Laboratorien,
Anlagen oderlnstallationsgeachäftcn eine zweck-
entsprechende Tätigkeit zu entwickeln oder
kleinere elektrotechnische Geschäfte selbständig
zu betreiben.
Für solche, die längere Zeit auf ihre theo-
retische Ausbildung verwenden und insbe-
sondere solche, die sich für Tätigkeit im Meß-
raum vorbereiten wollen, bietet das Labora-
torium der Elektrotechnischen Untersuchungs-
anstalt des Physikalischen Vereins Gelegenheit
zu weiterer Ausbildung.
Der Kursus über Anlage von Blitzableitern
findet in diesem Jahre von 24. bis 29. Septem-
ber statt.
Aufnahmegesuche und Anfragen sind an
Hm. Dr. C. D6guisne, Stiftstraße 32, zu richten.
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148
iUeinare Mittallungan. — Glattechnisches.
Dentseha
MechMüker-Ztg.
Technikum Ilmenau. Die Zahl der Ab-
solventen, welche die Anstalt im Schuljahr
1905/06 verlassen haben, betrug 164; sie haben
erfreulicherweise sämtlich nach kurzer Zeit Be-
schäftigung in der Industrie gefunden. Am
Technikum Ilmenau werden Ingenieure, Tech-
niker und Werkmeister in Maschinenbau und
Elektrotechnik ausgebildet. Bin neu erbautes
Maschinenlaboratorium dient zur praktischen
Unterattttzung des Unterrichts. Ferner ist Ge-
legenheit zu praktischer Werkstattausbildung
in der eigenen umfangreichen Fabrik vorhanden.
Qlasteohnisohes.
Neue Orsat-Apparate für die
technische Gasanalyse«
Von C. Hahn.
ZeiUchr. d. Ver. Deutach, Ing. SO. 8, 212. 1906,
Verf. hat zwei einfache Apparate für die
Bestimmung von Wasserstoff (jBT), Methan
(CiTJ, schwere Kohlenwasserstoffe (CzS^^
Flg. 1.
Pig. 2.
Ca Ha
8. w. 8KW}, Kohlenoxyd (CO),
Kohlensäure (CO2), Sauerstoff (0) und Stick-
stoff (JVl konstruiert, die vor den andern be-
kannten Konstruktionen drei Vorteile besitzen.
Erstens wirkt bei den bekannten Orsat-
Apparaten die langsame Absorption von CO,
0 und 8KW störend, die öfter nicht quanti-
tativ erfolgt, wegen der schlechten Berührung
des Gases mit der Absorptionsflüssigkeit. Zur
Vermeidung dieses Übelstandes kommen nun
zwei Pipetten in Betracht, die eine innige
Mischung des Gases mit der Flüssigkeit er-
möglichen; erstens die Konstruktion von E.
Hank US ^) {Fig. i), zweitens die von C. Heinz
in Aachen {Fig. 2). Bei ersterer tritt das
Gas bei a in das Gefäß und geht durch ein
nach unten spitz zulaufendes Glasrohr nach &,
1) Öaterr. Chem.-Zig. 47. 8. 81 1899.
wo es in einem Trichterchen verteilt wird, um
so eine möglichst innige Mischung mit der
Flüssigkeit einzugehen. Zur Rückführung des
Gases wird der Hahn der Pipette um 180®
gedreht. Fig. 2 zeigt eine noch bessere
Konstruktion. Nachdem das Gas das Rohr c d
durchströmt hat, tritt es bei d durch eine In-
jektorspitze in ein spiralförmig nach oben ge-
richtetes Schlangenrohr, in dem eine innige
und lange Berührung mit der Absorptions-
flüssigkeit erfolgt. Das Rohr ist durch einen
Ansatz bei d nach unten geöffnet, wodurch die
frischere Lösung fortwährend nach oben ge-
hebert wird. Auch in diesem Falle muß man
bei der Rückführung des Gases den Hahn um
180® drehen, so daß die Stellung erhalten wird,
welche e in Fig. 2 zeigt. Die Gefäße mit
Schlangenrohr wirken so schnell, daß der CO-
Gehalt im Leuchtgas, 7 bis 8 cem in 100 eem,
nach zweimaligem Durchleiten und der Sauer-
stoff der Luft in 100 ecm nach dreimaligom
Durchleiten vollständig entfernt wird. Die
Absorptionsgefäße sind mit Marken versehen,
bis zu denen die Flüssigkeit angesaugt wird.
1 * i i X I V
£3
c-^
Fig. 3.
Zweitens haben viele der bis jetzt bekannten
Apparate das Meßgefäß nicht an der richtigen
Stelle. In Fig. 3 ist die fehlerhafte Anordnung
und durch das punktiert gezeichnete Meßgefäß
gleichzeitig ihre Berichtigung dargestellt. Es
muß hinter den Absorptionsgefäßen ab ed ein-
geschaltet werden, damit nicht das in der
Röhre / g befindliche Gas mit in das Ver-
brennungsgefäß e für C H4 gelangt und mit-
verbrennt. Verf. hat durch direkte Versuche
mit Leuchtgas festgestellt, daß das in f g be-
findliche Gas, mit Luft verbrannt, eine Volumen-
abnahme von 1,5 cem ergab, wodurch ein Fehler
von 6 0/0 verursacht wurde.
Ein dritter Übelstand bei vielen Apparaten
liegt in der schwerfälligen Bauart. Die neuen
Apparate sind so hergestellt, daß alle Teile
leicht auseinandernehmbar sind, so daß bei
einer Ausbesserung niemals das ganze Gerät,
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Htfll5.
1. Aagnrt 1906.
QlasttchiilicliMi.
149
sondern nur der betreffende Teil eingesandt zu
werden braucht.
Der Verf. beschreibt dann die praktische
AusfOhruDg der Analyse mit einem verbesserten
Apparat und beschreibt auch noch einige Ver-
einfachungen des Apparats, wenn Gase mit
weniger Binzelbestandteilen als das Leuchtgas
zur Bestimmung gelangen, z. B. solche, die
kein Methan enthalten. Die verbesserten
Apparate werden geliefert von Corn. Heinz
(Aachen, Vincenzstr. 15). Wb.
Über ein Glannanometer naeh dem
PriDzIp der Bourdonschen Spirale.
Von B. Ladenburg u. B. Lehmann.
Ber. d. Dmtich. Phytik. Oe$. 4. 8. 20. 1906.
Zur Messung des Drucks von Gasen, die
Quecksilber und die meisten Metalle angreifen,
wie z. B. Ozon, haben die Verf. ein Manometer
aus Glas nach Art der Bourdontchen Spirale
angewendet.
Bine ganz dünne flache Glasröhre ist in der
Form gebogen, wie es die beistehenden Ab*
bildungen zeigen. Fig. 1 stellt ein solches In-
strument dar, das zu Beobachtungen mittels
Mikroskops geeignet ist. Das Bnde des flachen
Rohres ist zu einer Zeigerspitze A ausgezogen,
B ist ein dfinner mit dem Manometer ver-
blasener Glasstab, dessen Bndpankt als Null-
Die Empfindlichkeit des Instruments laBI
sich durch Anwendung einer Spiegelablesung
bedeutend vergrößern. Fig. 2 und B aeigen
die Modelle zweier solcher Übertragungen, die
sich noch auf verschiedene andere Weisen
ausfahren lassen. Die in Fig. 2 abgebildete
Form ergibt eine Drehung des Spiegels von
etwa 60<^ fQr die Druckdifferenz von 760 mm,
gestattet also bei einem Skalenabstand von 1 m
Druckdifferenzen von V20 ^^^ Vao ^"^^ nach-
zuweisen.
Die Herstellung des Instruments hat der
Glasblaser Hr. Bitter (Charlottenburg, Pesta-
lozzistraße 88) übernommen. Wb.
Fl«. 1.
Fig. 2.
Fig. 8.
Eine Modifikation
des Victor Meyerachen Apparats zur
Beatlmmuns: der Dampfdlehten.
Von B. J. Harrington.
Am. Joum. of Seienee. 20. 8. 225. 1905.
Der Apparat zur Bestimmung der Dampf-
dichten von Victor Meyer leidet an dem
Übelstand, daß er sehr hoch und zerbrechlich
ist, namentlich in den HAnden unerfahrener
Bzperimentatoreu. Verf. hat nun zwei abge-
änderte Formen ersonnen, die diese Übel-
st&nde nicht zeigen und sich in seinem eigenen
Laboratorium gut bew&hrt haben.
marke dient. Zur besseren Beobachtung mittels
Mikroskops werden beide Buden umgebogen
und zu Spitzen ausgezogen. Manometer und
Milu-oskop mfissen auf derselben Grundplatte
befestigt sein, um parallaktische Fehler zu ver-
meiden. Der Ausschlag des beweglichen
Schenkels betragt je nach der Gttte des Mano-
meters 2 bis 4 mm für eine Druckdifferenz von
760 mm. Da die Bahn des beobachteten
Punktes keine gerade ist, so ist der gemessene
Ausschlag dem Drucke nicht vollkommen pro-
portional. Das Instrument muß daher vor dem
Crebrauch geeicht werden, doch sind die Ab-
weichungen, die bei Vernachlässigung dieser
Fehlerquelle entstehen, nicht größer als 3 mm
Quecksilberdruck. Auch die Temperatur be-
einflußt die Angaben, doch können Unterschiede
bis 3 oder 4<^ vernachlässigt werden.
Bei der ersten Form {Fig. 1) ist der Be-
hälter horizontal statt vertikal gelegt und
die lange Röhre des Meyer sehen Apparats ist
in mehrfachen KrOmmungen gebogen, so daß
Flg. 2.
der Apparat nur wenig Raum einnimmt und
stabiler ist. An Stelle des langen äußeren
Zylinders, der gewöhnlich angewendet wird,
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lÖO
GlastechnitchMi. — Bflchtnchnu u. PrdsUsten.
braucht Verf. ein Gef&ß aus verzinn tdm Bisen
oder Kupfer.
Hei der zweiten Form (Flg. 2) ist der Be*
hslter d d yertikal angecA-dnet, indem man an-
nahm^ daß in diesem Falle der Dampf weniger
in die AblauMbre gelangen würde, als beim
Gebrauch der horizontalen Form.
• Verf. hat eine Reihe vergleichender Be-
stimmungen der Dampfdichte mehrerer Sub-
stanzen mit dem M eye rechen Apparat und mit
den beiden von ihm abgeänderten Apparaten
gemacht und vorzügliche Übereinstimmung ge-
funden. Wbn
Zu dem Aufsatze
Quecksilber- Kontaktthermometer
bis 560» C
auf 5. 116 dieser Zeitsekrift macht die Firma
W. Niehls (Berlin SW 48, Friedrichstr. 244)
darauf aufäierksam, daß sie seit vielen Jahren
Kontaktthermometer bis 575^ herstellt; eines
der ersten, das bis 550 o reicht und einen
Kontakt bei 525^ trftgt, stammt aus dem
Jahre 1894 und ist von der Phys. -Techn.
Reichsanstalt mit Prüfungsschein 5523 ver-
sehen. Bei diesen hod^gradigen Kontakt-
thermometern Ist besonders hervorzuheben,
daß sie aus einer Glassorte bestehen.
BQohepsohau u. Ppeislisten.
W. Giickes 11. £• Jurthe» Rechenbuch für
Metallarbeiterklassen an gewerblichen Fort-
bildungs- und Fachschulen. 1. Teil. Unter
Mitwirkung von H. Neuschftfer herausge-
geben. S^. 80 S. m. Fig. Frankfurt a. M.,
F. B. Auffarth 1906. 0,75 M.
R. Krause» Kurzer Leitfaden der Elektrotechnik
f. Unterricht und Praxis in allgemein ver-
standlicher Darstellung. 8^ VIII, 179 8.
ro. 180 Fig. Berlin, J. Springer 1905. In
Leinw. 4,00 if.
K. Karmasch, Handbuch der mechanischen
Technologie. In 5. Aufl. hrsg. v. B. Hartig.
6. neubearb. und erweit. Aufl., hrsg. v. H.
Fischer. 16. und 17. Lfg., bearbeitet v. E.
Müller u. A. Haußner. 3. Bd. S^. 8. 1457
bis 1702 m. Fig. u. 1 lit. Taf. Berlin, W, & 8.
Loewenthal 1905. 8,00 M.
PreiaTermelehnisae m. dgh
Ludw. Löwe & Co. A.-G. Berlin, Katalog der
Werkzeugmaschinen, 8pezial-Werkzeug- und
Werkstatt -Ausrüstungen. kl.-8<». XII, 359 8.
mit zahlreichen Abbildungen.
Der Katalog gibt eine erschöpfende Über-
sicht über die vielseitige Fabrikation dieser
Weltfirma auf dem Gebiet der Werkzeug-
maschinen und Werkzeuge. Die überaus zweck-
mILßige Anordnung des Ganzen wird dem
Kaufer viel Fragen und Unsicherheiten ersparen.
DMftMht
MteluBiker-Zts
Aus der großen Zahl der Werkzeugmaschinen
seien nur diejenigen hervorgehoben, welche
einschneidende Verbesserungen zeigen. Die
Firma liefert jetzt eämtUehe Leit- und Zug-
spindelbftnke mit selbsttätiger Auslösung der
Längsbewegung. Die HinterdrehbUnke be-
dürfen keiner auswechselbaren Kurvenscheiben
mehr zur Veränderung der Hubhöhen, dieselbe
geschieht viehnehr in schnellster Weise mittels
8chraubeuspindeL Bei dem gleichen Maschinen-
typ können jetzt mit den beigegebenen Radem
40 Zahne — gegen 26 früher — geschnitten
werden. Unter den Prfismaschinen sind solche
mit selbsttätigem Vertikalvorechub bemerkens-
wert. Von großem Interesse sind femer die
im Katalog enthaltenen Mitteilungen über die
Ersparnisse beim Rund£-&sen. Danach betragt
der Zeitgewinn bei Benutzung dieser noch
ziemlich neuen Bearbeitungsweise gegenüber
der Arbeitszeit auf der Drehbank 40 bis 80 %.
Bndlich mag noch erwähnt werden, daß für
jede Maschine der Energieverbrauch in Pferde-
starken angegeben ist Die Ausstattung des
Katalogs ist musterhaft. G,
6. Heyde (Dresden-A., Friedenstr. 18), Preis-
liste II. Vermessungsinstrumente. 8^ 70 8.
mit zahlreichen Illustr. 1906.
Die erste Auflage dieser vortrefflichen
Preisliste (1904) ist in der Zeitechr.f. InOrkde^^d.
8. 309. 1904 ausführlich besprochen worden;
auf die neue, ergänzte und erweiterte Ausgabe,
in der alle in der Zwischenzeit erfolgten Ver-
vollkommnungen und Verbesserungen einzelner
Instrumente berücksichtigt worden sind, sei
auch an dieser 8telle aufinerksam gemacht.
G. Rüdenberg Jon. (Hannover und Wien),
Katalog über Photographie und Optik.
qu.-8o. 140 8. mit vielen niustr. 4. Aufl. 1906.
Ein viel und schön illustriertes Preisver-
zeichnis über photographische Apparate und
Utensilien, die von der Firma in sehr reich-
haltiger Weise geführt werden.
Ludw. Trappy G. Weicholdts Nachfolger,
(Glashütte i. 8.), Prospekt über billigere
Prazisions-8ekundenpendeluhren.
Die Uhren sind für 8-tagige Gangzeit be-
rechnet und tragen Gefäß - Quecksilberpendel.
Das Werk ist, wie bei feineren Uhren üblich,
getrennt vom Gehäuse auf einem gußeisernen
8tuhl an der Wand befestigt. Der Preis von
450 M für eine gute Pendeluhr ist nicht hoch
zu nennen. Angaben über die Gangleistungen
sind leider nicht gemacht. Bei den hervor-
ragenden Leistungen der Firma auf dem Gebiet
feinster Furnituren wie Triebe, Rader u. s. w. ist
indes anzunehmen, daß die Uhren hohen An-
forderungen an Genauigkeit genügen. Q-,
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1. August IQOaw
^atontachau. — PatoatÜii«.
151
P • t
Apparat sam Messen und fortlaufenden Aufzeichnen des Winddruckes mittels
einer horizontal geführten, an einem Gestänge beweglichen Stoßplatte unter Oberwindung eines
hinter ihr angebrachten Widerstandes, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung des 6e-
Btftnges in die Auf- und Abbewegung einer Leitstange umgesetzt wird, die mit einem unteren
Hohlkolben in die Quecksilberfttllung eines Gefäßes taucht, wahrend ein mit der Xteitstange
verbundener Schreibstift diese Tauchbewegung auf einer unter dem Gefäß angebrachten Ile-
gistriertrommel fortlaufend aufzeichnet, zum Zwecke, die Stoßplatte ungleicHm&ßig beein-
Aussende Widerst&nde, wie Federn o. dgl, zu vermeiden. C. Gaab in Mannheim. 28. 12. 1902.
Nr. 168824. Kl. 42.
Yerlahren zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes ron Dampf» Luft oder Gasen«
dadurch gekennzeichnet, daß als Maß für den Feuchtigkeitsgehalt- der durch Vergleich der
Kapazität eines in dem zu untersuchenden Dampf, Luft oder Gas befindlichen Kondensators johit
der Kapazität eines oder mehrerer außerhalb desselben befindlicher Kondensatoren ermittelte
Dielektrizitatskoeffizienf des Dampfes u. s. w. dient. R. Schmidt und F. Dohne, in Berlin.
21.4.1903. Nr. 168106. Kl. 42. ./
Yisierfemrohry bei welchem in der hinteren Brennebene des O.bjektiva mehrere
Punkte festgelegt sind, deren Höheulage in bezug auf die optische Achse des Fernrohres den
fOr verschiedene Entfernungen erforderlichen Brhöhungswinkeln des Geschützrohres entspricht,
dadurch gekennzeichnet, daß außer der mehrere Funkte aufweisenden Visiermarke am Femrohr
eine zweite Visiermarke derart angeordnet ist, daß beim Binstellen der einen Visiermarke in
das Gesichtsfeld die andere aus dem Gesichtsfeld verschwindet. F. Krupp in Bssen, Ruhr.
2.2.1904. Nr. 158 786. Kl. 72.
Spiralbohrer mit unter konstantem Winkel verlaufender Spiralnilt, dadurch gekenn-
zeichnet, daß neben dieser Spiralnut eine zweite, von der Spitze nach dem Schaft des Bohrers
sich allmählich verbreiternde Nut vorgesehen ist, die das Abftlhren der Spftne erleichtert. The
Pratt & Whitney Cy. in Hartford, V. St. A. 27. 1. 1904. Nr. 169 437.- Kl. 49.
Frequenzmesser mit einem aus verschieden abgestimmten Federzungen bestehenden
Zungenkamm, dadurch gekennzeichnet, daß der Kamm oder die Zungen einzeln von einer Spule
derart umschlossen sind, daß die Zungen seitlich zur magnetischen Mittellinie liegen. F. Lux
in Ludwigshafen a. Rh. 5. 12. 1903. Nr. 159 728. Kl. 21. . ,
Patentliste.
Bis zum 16. Juli 1906.
K lasse : AiuneldungeD«
4. K. 30 474. Brenner zur Erzeugung von Blau-
flammen hoher Temperatur. K. Küppers,
Aachen. 9. 10. 05.
L. 22 867. Bunsenbrenner, der im Kopf mit
einem Einbau von Kanalchen versehen ist.
L. Loewenstein, Wien. 22.3.06.
12. P. 16741. Verfahren und Apparat zum Bin-
leiten elektrischer Lichtbögen zwischen Blek-
troden mit verhältnismäßig großem Abstand.
A. J. Petersson, Albi, Schweden, und
AktieselskabetDetNorskeKoaelstof«'
kompagni, Christiania. 20. 12. 04.
21. B. 89992. Verfahren zur Herstellung von
Induktionsspulen mit nebeneinander liegen-
den, abwechselnd entgegengesetzt gewun-
denen Spulenscheiben. Braun« A Bock-
mann, Mannheim. 17. 5.^ 05. ■ i
B. 48027. BlQktrizit&tszfthler für verschle-
denen Einheitspreis; Zus. z. Pat Nr. 142945.
A. Baumann, Zürich. 8.5.06.
F. 19 924. Stromunterbr^echer. -M. L e vy , Berlin.
8.3.05.
L. 21 614. Voltameter nach Art, eines, Aräo-
meters mit beweglicher Elektrode. B.
Loewenherz, Charlottenburg. 7.10. 05.
Seh. 24 833! Quecksilberdanipflampe mit Kipp-
zündung. Schott & Gen., Jena. 27. 12. 05.
32. F. 20848. Haltevorrichtuujg für zu ver-
schmelzende Glas waren. F. Faeh.U^g,
Berlin. 2. 11.05.
42. B. 41511. Farbzuführung für den Registrier-
Stift von empfindlichen Meßgeräten. ' P.
Braun & Co., Berlin. 'l7i 11. 05.'
B. 42 221. Ablesevorrichtung für Büretten und
Simliche Meßinetrumente. W. Brendler,
Zittau. 12.2.06.
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152
Ktantllai«.
fi«lttMk«
G. 18681. Verfahren und Vorrichtung zur
Aufhebung der ablenkend auf die durch das
Brdmagnetfeld oder eine andere Kraft fest-
gelegte Richtung eines Magneten oder
Magnetsystems wirkenden Binflüsse durch
eine aufRttckdrehung des Magneten wirkende
Kompensationseinrichtung. H. Gehrcke,
Berün. 31.7.08.
H. 88889. Wärmeregler mit Kontaktthermo-
meter. P. Hensel & Co., London. 18.7.04.
H. 86449. Vorrichtung zur Brzielung ellip-
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen
der Himmelskörper bei Tellurien u. s. w.; Zus.
z. Anm. H. 84 480. O. Hering, Griesheim
b. Darmstadt. 29. 5. 05.
L. 21415. Apparat zur Analyse von Gasge-
mischen durch Diffusion. L. Löwenstein,
Aachen. 12. 8. 05.
L. 21 780. Optisches Untersuchungsinstrument
mit gebrochener optischer Achse und einem
dem Objektivprisma vorgelagerten Prisma
zum BinfOhren in Höhlungen. L. & H. Loe-
wenstein, Berlin. 17. 11. 05.
M. 28 886. FestigkeitsprUfer, insbesondere zur
Prüfung von Papier, mit einem am einen
Bnde des eingespannten Probestückes wirk-
samen Flüssigkeitsbehftlter. W. Meyer,
Düsseldorf. 9.10.05.
M. 29 014. Blektrisches Log mit einer in einer
wasserdichten Umhüllung befindlichen Strom-
schlußvorrichtung. A. Mensing, Berlin.
24. 1. 06.
N. 7999. Doppelfemrohr mit Vorrichtung zum
Wechseln der Okulare und der Auszugs-
langen durch Verschiebung der Objektive
gegen die feststehenden Okulare. F. Nie-
meyer, Braunschweig. 5. 9. 05.
R. 22404. Mikrometer-Bchraublehre. 0. Bil-
hauer, Neustadt a. Orla, u. P. Rückert,
Gera (Reuß). a 3. 06.
Seh. 24608. Meßinstrument, nach Art der
Mikrometer, mit einem mechanischen Über-
setzungsgetriebe. Gh. Scheibenstock fils,
La Chaux-de-Fonds, Schweiz. 11. 11. 05.
V. 5999. Vorrichtung zur selbsttätigen und
ununterbrochenen Feststellung der geogra-
phischen Koordinaten des SchifTorts, be-
stehend aus einem mittels Kugelgelenkes
aufgehängten Grestell, welches ein in kar-
danischen Ringen gelagertes, elektrisch an-
getriebenes Gyroskop tragt F. Vanzini,
Bologna, Italien. 8. 5. 05.
74. S. 91 568. Schallempfänger und Übertrager
für unterseeische Signalgebung. Bub ma-
rine Signal Cy., Watervüle, V. St A.
5. 9. 05.
Seh. 22 851. Blektrischer Femwasserstands-
melder. A. Schumann, Düsseldorf. 11.7.04.
ErteflugeB.
21. Nr. 174 744. Verfahren zur Bichung von
Wechselstrom - Meßgeraten, insbesondere
Zfiiilem. Siemens & Halske, Berlin.
29. 11. 05.
Nr. 174 788. Vakuumventilröhre. Koch
& Sterz el, Dresden. 22.3.05.
Nr. 174 874. Motorelektrizitätszähler nach dem
Siemens - Prinzip. Siemens-Schuckert-
Werke, Berlin. 12.5.04.
Nr. 174 949. Verfahren zur Bestimmung der
Röntgenlichtmenge. Reiniger, Gebbert
& Schall, Erlangen. 11. 12. 04.
Nr. 174952. Verfahren zur Bestimmung der
Röntgenlichtmenge; Zus. z. Pat Nr. 174 949.
Dieselben. 9.12.05.
Nr. 175032. Elektrizitatszähler. Allg. Blek-
trizitats-Gesellschaft, Berlin. 28. 1. 06.
82. Nr. 174 748. Vorrichtung zum Gießen von
Glas unmittelbar vom Schmelzofen. P. Th.
Sievert, Dresden. 12. 8. 05.
Nr. 174793. Verfahren zur Herstellung von
gläsernen Durchgangshahnen vor der Glas-
blaserlampe. F. Fischer & Roewer,
Stützerbach, Thür. 14. 7. 05.
42. Nr. 174752. Temperaturregler mit Kontakt-
thermometer für die höchste und tiefste
Temperatur. M. Lwowitch - Kostritza,
Wihia. 19. 8. 04.
Nr. 174 753. Vorrichtung zur Heizwertbe-
stimmung standig strömender Warmegase.
H. Junkers, Aachen. 2.9.03.
Nr. 174 754. Resonanzmeßgerät Hart mann
& Braun, Frankfurt a. M. 21. 11. 05.
Nr. 174 800. Vorrichtung zur Bestimmung der
Mengenverhältnisse einesGasgemisches durch
Beobachtung der Läugenänderung einer
Flamme. P. de Bruyn, Düsseldorf. 25. 1. 06.
Nr. 174915. Zirkel mit einer in glatter Führung
feststellbarer Binsatznadel; Zus. z. Pat Nr.
151478. G.Schoenner, Nürnberg. 22.&05.
Nr. 174 917. Federnde Binsatzbefestigung an
Zirkeln. Derselbe. 24.2.06«
Nr. 174959. Vorrichtung zur Brzielung ellip-
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen
der Himmelskörper bei Planetarien u. s. w.
G.Hering, Griesheim b. Darmstadt 29.12.04.
72. Nr. 174968. Vorrichtung zum Messen des
beim Abfeuern einer Patrone entstehenden
Gasdrucks. Deutsche Waffen« und Mu*
nitionsfabriken, Berlin. 14. 11. 05.
74. Nr. 174 969. Handgertlt zum Ermitteln von
Temperaturerhöhungen. C. Cyon, St. Peters-
burg. 12. 4. 03.
FHT die BtdAkUon T«rmiiiworÜieh: A.Bl«8elikelii Berlin W.
Verlag Ton Jaline Springer In Berlin N. -» Dmek Ton Bmil Dreyer in Berlin BW,
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Deutsche Mechanlkep-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der AposteUdrclie 5.
Heft 16. 15. Ausrust. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigimg der Redaktion gestuttet.
Lehrplan und^ Ausrüstong der E. Württ. FachBchule
für Feinmechanik, ührmaoherei und Elektromeolianik in Schwenningen a. N.
Von Prof. Dr. F. CNIpel in Schwenniogen.
Ein günstiger Zufall fügte ee, daß im Jahre 1900, kurze Zeit nach der Eröffnung
der K. Fachschule für Feinmechanik in Schwenningen a. N., der 1 1 . Deutsche Mechaniker-
tag in Stuttgart stattfand und damit für den Verfasser dieser Mitteilung eine selbst-
verstÄndliche Veranlassung vorlag, der damaligen Versammlung durch einen Vortrag
Einrichtung und Ziele der neuen Fachschule vorzuführen. In den seither verflossenen
6 Jahren sind der Lehrplan und die Ausrüstung der Anstalt wesentlich erweitert und
vervollkommnet worden, so daß eine Mitteilung über die jetzige Organisation der Schule
manchem Fachmann willkommen sein dürfte. Dabei liegt es nahe, für den Leserkreis
dieser Zeitschrift besonders eingehend die Ausbildung der Fein- und Elektromechaniher
zu behandeln und die Uhrmacherausbildung nur zu streifen, umsomehr, als die Zahl der
ersteren auch verhältnismäßig groß ist: im abgelaufenen Schuljahr wurden von 69 Schülern
allein 58 in der Fein- und Elektromechanik und nur 11 in der Uhrmacherei ausgebildet.
Der Lehrplan der Schule ist auf vier Jahreskurse verteilt. Davon dienen drei
einheitlich organisierte Kurse der eigentlichen Lehrlingsausbildung, während ein vierter
sog. Fortbildungskurs ältere Gehilfen aufnimmt. Das Eintrittsalter in den I. Lehrkurs
ist an sich fast unbeschränkt, insofern als nur die Zurücklegung des 14. Lebensjahres
Vorschrift ist. Weitaus die meisten Zöglinge treten unmittelbar nach dem Verlassen
der Schule ein. Sie haben ihre Vorbildung etwa zur Hälfte in der Volksschule, zur
Hälfte in höheren Schulen genossen; von letzteren ist durchschnittlich wieder die Hälfte
im Besitz der Berechtigung zum Einjährigen-Dienst. Somit schwankt das Eintrittsalter
mit wenigen Ausnahmen zwischen 14 und 16 Jahren. Eine Prüfung in den Elementar-
fächern (Rechnen, Aufsatz und Lesen) geht der Aufnahme voraus, unter Beschränkung
auf diejenigen Angemeldeten, welche die Berechtigung zum Einjährigen-Dienst nicht
haben. Sämtliche Kurse beginnen am 1. Mai. Da jedoch die höheren Schulen Würt-
tembergs ihre Abschlußprüfungen erst Ende Juli abhalten, ist den Schülern mit Ein-
jährigen-Zeugnis der Eintritt bis zum 15. September, dem Ablauf der Sommerferien der
Fachschule, zugestanden. Junge Leute, welche ihre Ausbildung anderwärts begonnen
haben, können — ebenfalls nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung — je nach ihrem
Bildungsstand sogleich in den II. oder III. Lehrkurs eintreten. Der Eintritt in den
Fortbildungskurs steht vor allen solchen Gehilfen offön, welche nach ordnungsmäßig
zurückgelegter Lehrzeit und Bestehen der gesetzlich vorgeschriebenen Gehilfenprüfung
muidestens zwei Jahre als Gehilfe in ihrem Beruf tätig waren und einige Fertigkeit im
Fachzeichnen haben. Beim Übergang aus einem Lehrkurs in den andern sind prak-
tische und theoretische Promotionsprüfungen zu bestehen. Der III. Lehrkurs endet mit
einer Abschlußprüfung, welcher auf Grund § 129 Abs. 4 der Reichsgewerbeordnung
vom K. Württ. Ministerium des Innern die Wirkung der Oehilfenprüfung beigelegt
worden ist. Die Abschlußprüfung des Fortbildungskurses ist der Meisterprüfung gleich-
gestellt worden. Schüler, welche aus irgend einem Grunde die Gehilfenprüfung nicht
abgelegt haben, können dies beim Eintritt in den Fortbildungskurs durch eine der
Gehilfenprüfung gleichgestellte Ergänzungsprüfung nachholen. Endlich können in alle
Kurse ältere Leute als Gäste eintreten und am vollen Unterricht teilnehmen oder auch
als Ztihörer einzelne Fächer besuchen.
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164 '• Qöpel, K. Württ. Pachschul« für F«iiun«chaiiik in SchwenniagM a. N. MechanSe^Zt«.
Der Besuch der Schule konzentriert sich auf die drei Lehrkurse. Die Frequenz
des Fortbildungskurses ist leider schwach. Es macht sich die Erfahrung geltend, daß
ältere Gehilfen, welche einmal in gutem Verdienst stehen, ihr Einkommen ungern auf
ein Jahr missen wollen, obwohl der Besuch des Kurses keine hohen Opfer fordert. Das
Schulgeld für jeden Jahreskurs beträgt für Reichsdeutsche nur 25 M. Dafür wird vom
Staat das gesamte Werkzeug und Material gestellt und die Unfallfürsorge bei der Be-
rufsgenossenschaft und bei dem Allgemeinen Deutschen Versicherungsverein in Stutt-
gart übernommen. Außerdem gewährt die Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel
an Württemberger nach Umständen nennenswerte Beihilfen.
Der Unterricht vereinigt die prahtische und theoretische Ausbildung. Die
wöchentliche Gesamtstundenzahl beträgt in jedem Kurs im Sommer 60, im Winter
54 Stunden. Der praktischen Unterweisung wird die meiste Zeit gewidmet, im Mittel
aller Kurse etwa zwei Drittel der Ausbildungszeit.
Zunächst möge der theoretische Lehrplan erläutert werden.
Im I. Lehrkurs beherrschen Mathematik, Physik und Zeichnen den Stundenplan.
Der ganze Lehrstoff ist selbstverständlich so gewählt, daß ein Schüler mit normaler
Volksschulbildung sicher folgen kann. Der Unterricht in Mathematik umfaßt allein
5 Wochenstunden. Er beginnt mit einer kurzen Wiederholung des Zahlenrechnens und
wendet sich dann sofort, getrennt vorschreitend, der Algebra und der Geometrie zu.
In der Algebra ist das Ziel die Beherrschung der Gleichungen ersten und zweiten
Grades mit mehreren Unbekannten, die Reihen und ihre Anwendung auf Zinseszins- und
Rentenrechnung; das Rechnen mit Logarithmen wird ebenfalls geübt. Dieses Ziel
wird im I. Lehrkurs nicht erreicht, da auch für die zwei höheren Kurse Mathematik-
Unterricht vorgesehen ist. Während sich in der zur Verfügung stehenden Zeit eine
lückenlose Ausbildung in der Algebra erzielen läßt, ist in der Geometrie im Interesse
einer nötigen Beschränkung eine gewisse Stoffauswahl nicht zu lungehen. So tritt
namentlich in der Planimetrie eine Abkürzung der Dreieckkonstruktionen ein, natürlich
ohne Außerachtlassung der praktisch wichtigen Aufgaben. In der Trigonometrie und
Stereometrie, deren Unterricht wie der Ausbau der Algebra in das n. bezw. III. Schuljahr
fällt, beschränkt sich der mitgeteilte Stoff ebenfalls auf das praktisch Notwendige. Die
Trigonometrie wird im II. Lehrkurs möglichst bald abgeschlossen, um für die bequeme
Behandlung der anderen wissenschaftlichen Fächer, wie Physik und Elektrotechnik, zur
Hand zu sein. Die Übungen in der Mathematik beginnen sofort mit dem Anfang des
I. Kurses. Die hier behandelten Aufgaben lehnen sich eng an die Praxis des Fein-
mechanikers an. Die Übungen werden tunlichst in Form des Einzelunterrichts abge-
halten; das hat den Vorteil, daß sich begabte und fleißige Schüler besonders rasch
entfalten können und dadurch auch andere zu größerem Eifer anspornen. Die erle-
digten Aufgaben werden in sorgfältiger Form in Reinhefte eingetragen. Zur Fest-
stellung des Ausbildimgsstandes und zur Gewöhnung an die zukünftigen schriftlichen
Prüfungsarbeiten werden in größeren Zwischenräumen Klassenarbeiten geschrieben. Es
ist nattlrlich, daß die rein mathematischen Fächer den meisten Zöglingen viel Mühe
machen, namentlich denen mit Volksschulbildung. Trotzdem beobachtet man bei solchen
Schülern nicht selten bessere Erfolge als bei Schülern mit höherer Vorbildung, die
vieles „schon gehabt haben*.
Dem Zeichenunterricht sind 9 Wocheqstunden im Sonuner, 7 im Winter vor-
behalten; je drei Stunden sind dem Freihandzeichnen, die übrigen dem geometrischen
Zeichnen gewidmet. Das letztere beginnt mit dem elementaren Linearzeichnen, um
möglichst bald zum Projektionszeichnen nach Holzmodellen überzugehen. Nur bei be-
sonders begabten Schülern ist es möglich, das Projektionszeichnen schon im ersten
Jahr ganz abzuschließen; meist muß der Beginn des II. Kurses zu Hilfe genommen
werden, um in den Grundlagen für das Fachzeichnen genügende Sicherheit zu erzielen.
Eine ausführliche Darlegung über den Unterricht im Zeichnen von Hauptlehrer Winkler
findet der Leser im Anhang zum Jahresbericht der Fachschule auf das Schuljahr 1903/04.
Es ist selbstverständlich, daß auch das Freihandzeichnen dem Zweck der Schule eng
angepaßt ist. Sein Zweck ist das flotte Skizzieren nach Werkzeugen und Apparaten in
geometrischer und prospektivischer Anordnung, in schwarz und in farbiger Ausführung,
letzteres als Vorübung zum „Anlegen" der Fachzeichnungen. Auch im II. Kurs sind
noch 2 Woehenstunden dem Freihandzeichnen vorbehalten. Für die Uhrmacher ist die
Einführung in die Elemente des kunstgewerblichen Zeichnens nicht außer acht gelassen.
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15. AnS»«M906. '* Q^pel, K. WOrtt. Fachtchul« für F«inm»chanlk In SchwraninffM a. H. 155
Für Pbysik war im ursprünglichen Lehrplan nur eine WocheuBtunde vorgesehen.
Da von vornherein feststand, daß diese Zeit nicht ausreichend sei, wurde der Physik-
unterricht auf je 2 Wochenstunden im I. und IL Kurs ausgedehnt. Auch das ist keines-
wegs zu viel. Die Behandlung der Grundzüge der Physik in der jetzt vorhandenen
Zeit wird nur dadurch möglich, dafi die Elektrizitätslehre dem Unterricht in der Elektro-
technik mit zuflQlt. Die Hauptaufgabe des Pbysikunterrichts ist das Vertrautwerden mit
den wichtigsten Instrumenten und Apparaten und den Grundsätzen ihrer Wirkungsweise.
Durch das sehr kurz und präzis abgefaßte Lehrbuch von Kleiber-Karsten „Physik
far Techniken" wird der Unterricht wesentlich unterstützt. Durch Vorführung wichtiger
Versuche wird den Schülern auch die Handhabung der Apparate geläufig gemacht. Im
ersten Schuljahr wird ausschließlich physikalische Mechanik getrieben, weil dieser Teil
für das Wissen des zukünftigen Feinmechanikers eine besonders wichtige Grundlage
bildet. Der Unterricht schließt mit den einfachen Maschinen und der Lehre von der
Reibung. Die Schüler werden angehalten, etwa vorgetragene Ergänzungen des im
Lehrbuch gebotenen Stoffes zu notieren. Typische Aufgaben, welche möglichst mit der
Werkstattpraxis Zusammenhang haben, werden gemeinsam gelöst.
In engstem Zusammenhang mit dem Werkstattunterricht steht femer Technologie
und Werkzeugkmide. In einer Wochenstunde des I. Kurses werden zunächst die wich-
tigsten Materialien, Metalle imd andere RohstofTe besprochen. Eine faksimilierte Aus-
arbeitung der Materialienkunde wird den Schülern nach der mündlichen Behandlung
der einzelnen Abschnitte zur Verfügung gestellt, aber mit der Verpflichtung, den ge-
botenen Stoff in ein Heft einzutragen. Das hat sich als wünschenswert ergeben, einmal
um die Schüler mit Fachausdrücken schriftlich besser vertraut zu machen, und dann,
um ihnen an einem Beispiel zu zeigen, wie sie in Zukunft eigene Niederschriften des
Unterrichtsstoffes zu gestalten haben. Die Vorbildung der meisten Zöglinge würde im
ersten Jahr noch nicht ausreichend sein, den Lehrstoff selbst schriftlich und logisch zu-
verarbeiten; das ist auch später nur in bescheidenem Umfange zu erreichen. Der Ma-
terialienkunde, welche durch eine Sammlung der wichtigsten Rohstoffe und Halbfabrikate
besonders fruchtbar gemacht wird, folgt etwa zu Beginn des Wintersemesters die Be-
sprechung der Bearbeitung der Metalle und Legierungen auf Grund der Gießbarkeit
und der Geschmeidigkeit. Die erforderlichen Werkzeuge werden eingehend besprochen
und aus einem für den Unterricht besonders zusammengestellten „Normal Werkzeug*' vor-
geführt. Die Fortsetzung der Technologie ist dann dem II. Kurs vorbehalten.
Im ersten Schuljahr beginnt noch die geschäftliche Ausbildung des Mechanikers
mit 1 Wochenstünde „Kaufmännischem Unterricht^, in welchem wesentlich gewerb-
licher Briefwechsel und Behandlung des schriftlichen Verkehrs mit Post und Eisenbahn
gelehrt werden. Üble Erfahrungen mit der Schreibgewandtheit der Zöglinge haben endlich
noch die Einführung einer besonderen Unterrichtsstunde in Schön- und Rechtschreiben
veranlaßt. Auch dieser Unterricht wird nach Kräften für die eigentliche Fachausbildung
nutzbar gemacht durch Übungen nach einem speziell zusammengestellten Wörter-
verzeichnis, welches die wichtigsten Fachausdrücke, spezifische Arbeitsbezeichnungen
und unentbehrliche Fremdwörter aus dem Wortschatz der Feinmechanik enthält. Mit
der Einführung freierer, mehr kaufmännischer Formen in die notwendig etwas starre
Schulschrift an Hand eines besonderen Lehrheftes sind gute Erfahrungen gemacht worden.
Im Jahresmittel umfaßt demnach der theoretische Unterricht im I. Lehrkurs
18 Wochenstunden. Es mag erwähnt werden, daß dieser Unterricht in allen Kursen
mit wenigen Ausnahmen in den ersten Vormittagsstunden erledigt wird und daß im
ersten Jahr Mechaniker und Uhrmacher noch gemeinsam theoretisch unterrichtet werden.
Ist der Unterricht infolgedessen noch mehr allgemeiner Art, so liegt im II. Lehrkurs
der Schwerpunkt im eigentlichen Fachunterricht. Die Anzahl der theoretischen Wochen-
Btunden beträgt jetzt 20.
Zahlenmäßig beherrscht das Zeichnen auch im II. Kurs den Lehrplan mit 8
bezw. 6 Stunden technischem Fachzeichnen und 2 Stunden Freihandzeichnen, bezüglich
deren Handhabung auf das oben Gesagte verwiesen wird. Ebenso wurde bereits erwähnt,
daß auch der Unterricht in Mathematik und Physik mit je 2 Wochenstunden im II. Kurs
Fortsetzung findet. In der Physik werden jetzt Akustik, Optik und Wärmelehre ähnlich
der Mechanik behandelt und finden nun nach dem etwas trockenen Physikstoff des
I. Kurses besonders lebhaftes Interesse.
Weitergeführt werden auch Technologie und kaufmännischer Unterricht mit je
1 Wochenstunde. Die Technologie beendet die Besprechung der Bearbeitung der Ma-
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156
Vw^nenachrichten. — Kleinar« Mitteilungen.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
terialien durch Trennungs-, Zusammenfügungs- und Verschönerungsarbeiten bo zeitig,
daß nach einer Vorführung der wichtigsten Mechanismen noch die typischen Werkzeug-
maschinen kurz behandelt werden können. Der kaufmännische Unterricht vermittelt
die einfachsten volkswirtschaftlichen Kenntnisse und behandelt dann die wichtigsten
Fragen der gewerblichen Gesetzgebung einschließlich Arbeiterversicherung. Es liegt in
der Absicht der Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel, diesen Unterricht
allmählich noch mehr nach der staatsbürgerlichen Seite auszubauen.
Außerdem treten aber noch zwei neue, wichtige Fächer für die Feinmechaniker
hinzu: Elektrotechnik und Mechanik mit je 2 Wochenstunden. Wie oben bereits be-
merkt, fällt dem Unterricht in der Elektrotechnik auch die Einführung in die allgemeine
Elektrizitätslehre zu. Auch dieser allgemeine Teil läßt sich durch Vorführung zahl-
reicher Anwendungen für den eigentlichen Elektrotechnikunterricht nutzbar machen,
dessen Hauptaufgabe wie in der Physik das Bekanntmachen mit den wichtigsten Appa-
raten und Instrumenten bildet, unter gleichzeitiger Vorführung von Versuchen. In der
Mechanik wird zunächst der Lehrstoff des I. Lehrkurses wiederholt, gleichzeitig aber
werden eingehend die einfachen Maschinen unter Berücksichtigung der Widerstände,
sowie die übrigen Hauptsätze aus der Statik und Dynamik der festen Körper behandelt.
Aus der Mechanik der flüssigen und gasförmigen Körper wird eine Auswahl der Haupt-
sätze besprochen. Die zahlreichen Übungsaufgaben werden wie in der Mathematik in
Beinhefte eingetragen. Weiter wird zur besseren Übersicht eine Formelsammlung an-
gelegt. Im Winter wird ferner eine der beiden Stunden zur Einführung in die Festig-
keitslehre verwendet.
Der theoretische Fachunterricht für Uhrmacher umfaßt im IL Kurs: Uhren-
konstruktionslehre (4 St.), Technologie und Werkzeugkunde (1 St.) und Fachzeichnen
(6 bezw. 4 St.), von den Mechanikern getrennt. Die Uhrmacher nehmen aber außer-
dem an den meisten allgemeinen Fächern teil.
(Schluß folgt)
Vereinsnaohpiohten.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. H. C. Kröplin; Feinmechanische
Werkstatt, Fabrikation von Barometern und
Sphärometem; Bützow, Mecklenburg.
Kleinere Mltteliungen.
über die Messung der Intensität der
Röntgenstrahlen.
Von B. Walter.
Verh. d. 1. Böntgenkonffr. Berün 1905.
Sonderabdruck, 7 S.
Auf dem im Frühjahr 1905 zu Berlin ab-
gehaltenen 1. Röntgenkongreß hat Verf. die
verschiedenen Methoden besprochen, nach denen
die Wirkung der Röntgenstrahlen quantitativ
gemessen werden kann. Als praktisch bisher
bewährt führte er das Verfahren von Holz-
knecht an, nach dem man neben die durch
Röntgenstrahlen zu behandelnde Körperstelle
einen Reagenskörper legt, der durch die Ein-
wirkung der Strahlen gefärbt wird, und die
diesem allmählich zu teil werdende Färbung
mit einer aus unveränderlichen Farben her-
gestellten Vergleichsskala vergleicht, um mit
der Bestrahlung aufzuhören, sobald die Farbe
des Reagenskörpers eine bestimmte Nummer
dieser Skala erreicht hat.
Diese Methode ist insofern nicht ganz voll-
kommen, als in der Vergleichsskale mehrere
der aufeinander folgenden Farbenstufen keinen
Unterschied erkennen lassen. Verf. empfiehlt
daher außer dem Holzknechtsohen Verfahren
auch noch die Milliamperemethode von Gaiffe
zu verwenden. Diese besteht darin, daß man
den durch die Röhre hindurchgehenden Strom
mittels eines Amperemeters nach Deprez-
d'Arsonval mißt. Dann sind die Angaben
des Instrumentes in Verbindung mit der Ex-
positionsdauer ein Maß für die Stärke der Be-
strahlung. Man hat aber außerdem noch die
Härte der Röhre in Betracht zu ziehen, da die
Wirkung einer harten Röhre erheblich stärker
ist als die einer weichen. Ist nun die Härte
der Röhre bestimmt, so ist durch Stromstärke
und Belichtungsdauer ihre Wirkung eindeutig
bestimmt.
Die Milliamperemethode stellt dem Holz-
knecht sehen Verfahren gegenüber eine Ver-
feinerung dar, wenn sie auch weniger einfach
ist. Um den Übergang von dem einen Ver-
fahren zu dem anderen zu erleichtern, gibt
Verf. in einer Tabelle Vergleichswerte beider
Methoden wieder. Mit einer Röntgenröhre von
der Härte 7 seiner Skale erhielt er bei 20 cm Ab-
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Heft 16.
l5.AagnBt 1906.
Kl«ln«r« Mittelungen. — Glatt«chni8chM.
157
stand zwischen Fokus und Reagenskörper mit
einem Strome von 1 Milliampere nach einer
Bestrahlungszeit von 8, 12, 16, 20 Minuten die
Farbe des Holzknechtschen ReagenzkÖrpere
gleich 3,5, 4,5, 5 bis 8, 10. Dabei ist die An-
gabe fOr 16 Minuten Beetrahlungszeit deswegen
ansicher, weil die betreffenden Nummern der
Holzknechtschen Vergleichsskale nicht von-
einander zu unterscheiden waren. Mk.
XJltramlkroskopIsche Untersuchongen
Aber Steinsalzfftrbiiii£ren.
Von H. Siedentopf.
Verh. d. Bewtfeh, Phytik. ö«. 7. 8, 268. 190S.
Steinsalz kommt in einigen seltenen Varie-
täten in gef&rbtem Zustande vor. Meistens be-
sitzen diese eine blaue Färbung, doch treten
bei ihnen auch alle anderen Farben des Spek-
trums auf. Es ist schon früher gelungen, der-
artige Färbungen auf künstlichem Wege an
farblosen Steinsalzkrystallen hervorzurufen, und
zwar durch Bestrahlung mit Kathodenstrahlen,
mit radioaktiven Bmanationen, ultraviolettem
Licht und Röntgenstrahlen sowie durch Ein-
wirkung elektrischer Funken.
Verf. hat diese Färbung nach folgender
Methode erzielt. Er erhitzte die Steinsalzkri-
stalle zunächst im Vakuum auf 600^, um sie
vollkommen wasserfrei zu machen. Darauf ließ
er in die Präparatenröhre mit den Kristallen
etwa 1 eem reines metallisches Natrium oder
Kalium hineindeetillieren und erhitzte schlieBlich
die Präparatenröhre in einem elektrischen Ofen
etwa eine halbe Stunde lang auf 680^ bei An-
wendung von Natrium und auf 590^ bei An-
wendung von Kalium. Die Metalle destillierten
dann in das Innere der Kristalle hinein und
letztere erschienen nach dem Erkalten in der
Regel gelb, braun oder grün gefärbt, zum Teil
auch bereits blau. Bei nachträglichem Erhitzen
an freier Flamme wurden sie mit steigender
Temperatur blau, dann violettrot, wieder
gelblich und endlich farblos. Das Farblos-
werden der Kristalle findet erst in der Nähe
der Siedetemperatur der Alkalimetalle statt,
da diese dann aus den Kristallen heraus ver-
dampfen.
Zum Zwecke der ultramikroskopischen
Untersuchung werden die gefärbten Steinsalz-
kristalle an zwei anstoßenden Flächen poliert
und die polierten Flächen durch aufgekittete
Deckgläschen dauerhaft gemacht. Die Unter-
suchung mit dem Ultramikroskop ergab, daß
die Färbungen nicht durch gleichmäßig ver-
teilte Lösung der Metallteilchen hervorgerufen
werden, sondern daß die Metalle wie ein Pig-
ment in einzelnen, gesonderten, färbenden
Teilchen im Bteinsabs eingebettet sind. Die
Metalle sind als ultramikroskopische, meist
nadel- oder blättchenförmige, zum Teil ploo-
chroitische KristäUchen ausgeschieden, deren
Durchmesser nach keiner Richtung 0,4 ^ über-
schreitet. Diese KristäUchen sitzen auf den
freien Kanten und Ecken des ultramikro-
skopischen Spaltengefüges im Innern des
Steinsalzes, und so ist es möglich, die sonst
unsichtbar bleibende Struktur desselben mittels
des Ultramikroskopes zu erkennen. Letzteres
bewährt sich also als ein Mittel zur Erforschung
des elementaren Aufbaues der festen Körper.
Mk.
Das Technikam Mittweida ist ein unter
Staatsaufsicht stehendes, höheres technisches
Institut zur Ausbildung von Elektro- und Ma-
schinen-Ingenieuren, Technikern und Werk-
meistern, welches alljährlich rd. 3000 Besucher
zählt. Das Wintersemester beginnt am 16. Ok-
tober, und es finden die Aufnahmen für den
am 25. September beginnenden unentgeltlichen
Vorunterricht von Anfang September an wochen-
täglich statt. Ausführliches Programm mit Be-
richt wird kostenlos vom Sekretariat des Tech-
nikums Mittweida (Königreich Sachsen) abge-
geben. In den mit der Anstalt verbundenen
rd. 3000 qm Grundfläche umfassenden Lehr-
Fabrikwerkstätten finden Volontäre zur prak-
tischen Ausbildung Aufnahme. Auf allen bisher
beschickten Ausstellungen erhielten das Tech-
nikum Mittweida und seine Werkstätten her-
vorragende Auszeichnungen.
Glastechniftches.
Über eine neue Form eines
Vakuumhahnes.
Von S. R. Milner.
Phü Mag. 0. 8. 78. 1903.
Über einen nicht durchlassenden
Glasbahn.
Von A. P. Chattock.
Ebenda 11. 8. 379. 1906.
Bei Glashähnen ist gewöhnlich durch das Ab-
dichtuDgsmittel wohl das Innere des Apparates
von der Atmosphäre abgeschlossen, aber nicht
die beiden durch den Hahn miteinander ver-
bundenen Teile gegeneinander; denn die Schliff-
fläche bildet augenscheinlich gerade den Weg,
auf dem ein Ausgleich der verschiedenen Drucke
stattfindet.
Bei dem von Milner (Universität in
Sheffield) angegebenen Hahn (s. Fig. 1) ist nun
die Abdichtung durch Quecksilber eine voll-
ständige. Allerdings ist der Hahn dadurch
etwas kompliziert geworden; auch muß er in
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168
GlattochniachM.
MeehMüker-Ztg.
der schrägen Stellung, wie sie die Figur zeigt,
benutzt werden. Das Gehäuse ist mit x, das
hohle Küken mit y, das Quecksilber mit »ti,
ms« nia bezeichnet; A und B sind die Rohre,
welche zu den beiden durch den Hahn zu ver-
bindenden Apparatteilen führen; C ist eine
Falle zum Auffangen von überschüssigem
Quecksilber aus m^ In der Figur ist A mit jB
verbunden; wird das Küken um 1800 gedreht,
so schließt das Quecksilber ntj die kleine
Öffnung im Küken ab. Ist nun in dem mit A
verbundenen Raum ein Vakuum hergestellt,
so lastet der volle Atmosphären druck auf dem
Küken und preßt es in das Gehäuse; bei der
Wahl des Konuswinkels wird man hierauf
Rücksicht rehmen müssen. Der Hahn hielt in
einem vom Verf. angeführten Beispiel das
Vakuum sehr gut.
Fig. 1.
Chattock zeigt nun, daß es unter Ab-
änderung der Miln ersehen Idee möglich ist,
einen einfachen Hahn zu konstruieren, der den
Durchgang von Gas in jeder Richtung ver-
hindert, unter der Bedingung, daß der gewöhn-
liche Gebrauch von Fett zuläBsig ist; ohne Fett
erfüllt der Hahn den genannten Zweck nicht
besser, als ein gewöhnlicher Hahn mit schräger
Bohrung. Die Anwendung von Fett freilich
ist nicht immer ratsam; bei gemeinsamer An*
Wendung von Fett und Quecksilber tritt leicht
ein Verschmieren ein.
Fig. 2 gibt den
Chattockschen Hahn
im Schnitt, das Queck-
silber ist schwarz an-
gedeutet. Seine An-
ordnung soll besonders
den folgenden Übel-
stand vermeiden. Die
Kanten des Bohr-
loches im Küken räumen beim Drehen be-
kanntlich das Schmierfett leicht fort und graben
Flg. 2.
80 einen feinen Kanal, der den Gasen den
Durchtritt gestattet. Wenn man das Küken
um 180^ dreht, so werden die Löcher a a durch
Quecksilber verschlossen und somit auch die
feinen Poren in dem Schmiermittel.
Verf. setzt dabei voraus, daß keine direkte
Verbindung zwischen den beiden Ansatzrohren
auf dem Mantel des Küken durch das Fett
hindurch stattfindet. Als einzigen Übelstand
gibt er an, daß beim schnellen Oflfnen das
Quecksilber leicht herausgeschleudert wird;
durch vorsichtiges öffnen läßt sich dies aber
auch bequem vermeiden.
Verschiedene dieser von Baird& Tutlock
hergestellte Chattockschen Hähne sind im
Laboratorium des Verf. (Universität in Bristol)
zur Zufriedenheit in Gebrauch gewesen.
Elßm,
OebrauohsmuBter«
Klasse:
21. Nr. 282 507. Röntgenröhre für Dauerbetrieb,
bei welcher die in der Antikathode ent-
wickelte Wärme durch Vermittlung einer
pulverisierten Substanz an eine Metallröhre
von großer Oberfläche abgegeben und nach
außen geleitet wird. Allgem. Elektri-
zitäts-Gesellschaft, Berlin. 2. 6. 06.
42. Nr. 281 831. Kolben zur volumetrischen
Bestimmung des Fettsäuregehalts in Seife
und Fett mit Vorrichtimg zur Niveauver-
änderung des Inhalts. C. Matthaei, Han-
nover. 21. 5. 06.
Nr. 281486. Gasbehälter für Laboratorien,
mit zwei in Höhenlage gegeneinander ver-
stellbaren tubulierten Glasflaschen. B.
Gundelach, Gehlberg. 2. 6. OG.
Nr. 281 939. Heberpipette, bestehend aus einem
Sammelgefäß mit Heber und Blase- bezw.
Saugrohr. H. J. Reiff, Wetzlar. 29.5.06.
Nr. 282 687. Gasbehälter zur Aufnahme von
Gasen ohne Verlust über Quecksilber, mit
einem mit Doppelwänden versehenen, zur
Aufnahme der Quecksilberfüllung dienenden
Gefäß und einem an der Gasauffangglocke
angeschmolzenen Glasstab zur Führung der-
selben im Ständer. E. Gundelach, Gehl-
berg, Thüringen. 2. 6. 06.
Nr. 282 794. Fieberthermometer mit Aluminium-
skala mit farbiger Auflage. Schwarz
& Co., Roda b. Ilmenau. 8. 6. 06.
Nr. 282 797. Thermometerskalaplatte mit als
Abziehbilder aufgebrachten und eingebrann-
ten Skalen und Bezeichnungen. R. Werner,
Ilmenau, Thür. 11. 6.06.
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SÄ^tSm PaUnticUü. 160
IS.AiigiiBt 1906.
Kompensationseinrichtnng für Torsionspendel^ deren Pendolgewicht aus einem
wagerecht gelagerten Queratah und darauf verschiebbaren, einen größeren Ausdehnungs-
koeffizienten als der Stab besitzenden Gewichten besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der
Querstab an seinen Enden mit die Aufwärtabewegung der Gewichte begrenzenden Anschlägen
versehen und zwischen den Gewichten eine Feder angeordnet ist, welche die Gewichte gegen
die Anschläge drtlckt, ihnen jedoch gestattet, sich auf dem Querstab gegeneinander auszudehnen.
J. V. In wagen in Chicago. 22. 1. 1904. Nr. 169 824. Kl. 83.
Kompaßy dadurch gekennzeichnet, daß senkrecht zur Rose aus magnetisiertem Stahl
and weichem Bisen zusammengesetzte Magnetringe augeordnet sind. F. Wilke in Stettin.
6.11.1903. Nr. 169 666. Kl. 42.
Masehine zum Schleifen optischer Flächen, bei welcher eine der Schleifscheiben
feststeht oder sich langsam um ihre Achse dreht, während die andere Scheibe eine Epizykloiden-
bewegung um die geometrische Achse der ersten macht, dadurch gekennzeichnet, daß die eine
Epizykloidenbewegung ausführende Scheibe mit einer stehenden Welle zcntrisch oder exzentrisch
verbunden werden kann, welche in der exzentrischen Nabe einer behufs Drehung um ihre geo-
metrische Achse in einem Rahmen der Maschine geführten Riemscheibe frei drehbar gelagert
ist und am oberen Endo ein festgelagertes Zahnrad trägt, das mittels eineis Bügels beständig
mit einem im Maschinenrahmen in der Achse der Riemscheibe festgelagerten Zahnrad in Eingriff
gehalten wird. L. Rameau in Paris. 3 9. 1903. Nr. 159 603. Kl. 67.
Wechselstrommeßgerät naeh Ferrarissehem Prinsip, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bleche des geblätterten magnetischen Kreises des Nebenschlußfeldes von dem Kraftfluß des
Nebenschlusses senkrecht zu ihrer breiten Nebenfläche durchsetzt werden, zum Zwecke, bei in-
duktiver Belastung richtige Angaben des Instrumentes zu erzielen. E. Morck in Frankfurt a. M.
6.3.1904. Nr. 160498. Kl. 21.
Einrichtang zur Zündung yon Qaecksilberdampflampen and ähnlichen Apparaten
durch Unterbrechung des Kontaktes zwischen einer der Elektroden und einer in der Nähe der-
selben angeordneten Hilfselektrode, dadurch gekennzeichnet, daß diese Hilfsclektrode und die
zugehörige Hauptelektrode gänzlich oder wenigstens an den kontaktbildenden Teilen fest und
unverdampfbar sind, so daß ihre gegenseitige Lage durch die in der Lampe stattfindeuden
Verdampfungsvorgänge nicht geändert wird und die Trennungsbewegung auch in horizontaler
Richtung und daher mit geringem Kraftaufwand erfolgen kann. General Electric Cy. iu
Shenectady, V. St A. 11.3.1903. Nr. 160241. KL 2L
Feldmeßinsirnment für Horizontal- und Vertikalmessnngen mit einem festen and
einem an einem Gradbogen sich bewegenden Diopterlineal, dadurch gekennzeichnet, daß das
feste Lineal und der Gradbogen aus zwei durch Scharniere verbundenen Hälften bestehen, um
nach Drehung der beiden Hälften um 90^ das Instrument auch zum Messen von HOhenwinkeln
verwenden zu können. W. Resnikoff in St. Petersburg. 25. 8. 1903. Nr. 160 695. Kl. 42.
Taschcnteleskop in Form eines flachen Behälters znr Aufnahme der Linsen, dadurch
gekennzeichnet, daß die an besonderen Gleitstücken drehbar angeordneten Linsen in der Weise
in dem Behälter übereinander verschiebbar gelagert sind, daß sie zum Gebrauch nach entgegen-
gesetzten Richtungen aus den in dem Behälter angeordneten Fächern herausgezogen werden,
wobei der von den entsprechenden Linsen und ihren Gleitstücken in dem Behälter freigelassene
Baum zur Aufnahme eines Kompasses, von Ergänzungslinsen o. dgl. benutzt werden kann.
J. W. H. Harvey in Wandworth-Common, Engl. 1. 4. 1904. Nr. 160590. Kl. 42.
Apparat sur Gasanalyse mittels Absorption^ bei dem der Meßraum für das zu ana-
lysierende Gasvolumen im geeigneten Augenblicke durch eine auf- und abbewegte Flüssigkeit
Abgesperrt wird, dadurch gekenuzeichnet, daß in die auf- und abbewegte Sperrflüssigkeit ein
mit dem Meßgefäß leitend verbundenes Röhrchen eintaucht, dessen untere Mündung in dem
Augenblick freigegeben wird, wo die in dem Meßraum steigende Sperrflüssigkeit den Nullpunkt
erreicht ,Ados*' Feuerungstechnische Gesellschaft m. b. H. in Aachen. 6. 1. 1904.
Nr. 160 288. KL 42.
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160
^atentschau. — PatentÜst«.
t>«at0ch«
Meehanlkei^Ztg.
Getreideprober mit Federwage und mit auswechselbarer Tcilunj^ für die im Getreide-
handel vorkommenden Beschaffenheitsbestimmungen, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Füll-
trichter eine mit Führungsplatte und Zeiger versehene Schraubenfeder angeordnet ist und daß
das Getreide nach Herausziehen eines Schiebers auf die Schraubenfeder wirkt und dieser Druck
durch den Zeiger auf der Teilung angezeigt wird. R. Korant in Posen. 31. 3. 1904.
Nr. 160&41. Kl. 42.
Patentliftte»
Bis zum 23. JuU 1906.
Klasse : Anmeldnngen.
21. B. 40463. Anode für Röntgenröhren. H.
Bauer & Co., Berlin. 13. 7. 05.
K. 28 628. Einrichtung zur Bmpfindlichkeits-
Steigerung elektrischer Anzeige- und Re-
gulierangsgeräte. M. Kall mann, Berlin.
27. 12. 04.
80« T. 9848. Verfahren zur Herstellung eines
Glas-Ersatzes. M. J. R. T. Rancilhac de
C h a z e 11 e s, Abbeville, Frankr. 17. 8. 04.
42. A. 12067. Richtungsanzeiger für Kompasse
mit einer senkrecht geteilten, in Lagern
des Kompaßgehäuses drehbar angeordneten
Welle, welche an dem einen Ende mit einem
Fernrohr und an dem anderen Ende mit
mit einem für gewöhnlich in derselben senk-
rechten Ebene wie das Fernrohr gehaltenen
Zeiger versehen ist. H. P. Arbecam,
Boston, V. St. A. 19. 5. 05.
A. 12 154. Verfahren und Vorrichtung zur
selbsttätigen Korrektur der Lage der Rota-
tionsachse des Schwungkörpers von Kreisel-
apparaten. H. Anscbütz-Kaempfe, Kiel.
28. 6. 05.
A. 12 374. Verfahren zur Herbeiführung einer
der Größe der Erddrehung an jedem be-
liebigen Punkte der Erdoberfläche gleich-
kommenden Präzession eines Kreiselappa-
rates. Derselbe. 9. 9. 05.
F. 20 216. Zielmarke aus Glas. J. F. Friö,
Vinohrady-Prag, Böhmen. 18. 5. 05.
T. 10 713. Einstellverfahren für photographische
Apparate mit Hilfe eines Entfernungsmessers,
bei welchem zwei Bilder des anvisierten
Gegenstandes zur Deckung gebracht werden.
W. Thorner, Berlin. 10. 10. 05.
V. 6344. Vorrichtung zur Bestimmung des
Feuchtigkeitsgehaltes von gespanntem
Wasserdampf. Verein Chem. Fabriken,
Mannheim. 6 1. 06.
Z. 4681. Tripelspiegel. C. Zeiß,Jena. 7.11.05.
Z. 4783. Gelenkdoppelfemrohr mit Halter.
Derselbe. 5.2.06.
67. B. 42435. Verfahren und Vorrichtung zur
Bestimmung der Belichtungsdauer bei photo-
graphischen Aufnahmen. F. Blanc, Chan-
tilly, Frankr. 6. 3. 06.
65. Nr. 175 181. Vorrichtung zum Aufzeichnen
von SchifFsgeschwindigkeiten mit im Schiffs-
körper in einem Wasserzuführungsrohr an-
gebrachtem Propeller für die Meßvorrichtung.
W. Ch. Forbes, Melbourne, Victoria, Austr.
3. 3. 05.
67. A. 13 027. Vorrichtung zum Schleifen der
Fazetten an Glas, insbesondere Brillen-
gläsern; Zus. z. Pat Nr. 144 511. Nitsche
& Günther, Rathenow. 31.3.06.
74. Seh. 23 920. Elektrisches Fernthermometer.
Schaf fer & Budenberg, Magdeburg-
Buckau. 7. 6. 05.
Erteilnngen.
21. Nr. 175 122. Wechselstromzähler. F.Conrad,
Edgewood Park, u. W. M. Bradshaw,
Wilkinsburg, V. St. A. 12. 11. 04.
Nr. 175 123. Verstellbare Vorrichtung zur
Regelung der Phasendifferenz bei Wechsel-
stromzählern. Dieselben. 28. 5. 05.
Nr. 175124. Elektrischer Meßapparat. F.
Beck, Brüssel. 27. 10. 05.
Nr. 175126. Elektrizitätszähler, welcher den
über eine bestimmte Energie hinaus statt-
findenden Verbrauch anzeigt. All gem.
Elektrizitäts - Gesellschaft, Berlin.
30. 1. 05.
42. Nr. 175 146. Kartenlupe für freihändigen Ge-
brauch im Dunkeln. „Mikrophotoskop**
Deutsche Kart eniupen- Gesellschaft,
Berlin. 26. 2. 04.
Nr. 175 235. Geschwindigkeitsmesser, bei
welchem ein permanenter Magnet durch
einen von der zu messenden Geschwindig^-
keit gedrehten Anker abwechselnd mag^-
netisch geöffnet und geschlossen wird. F.
Lux, Ludwigshafen a. Rh. 18. 4. 04.
Nr. 175 238. Vorrichtung, um das Ablesen von
Schiffslogs an verschiedenen Stellen des
Schiffes zu ermöglichen. L. Crawl ey, Lob
Angeles, Calif. 16. 11.05.
74. Nr. 175 272. Vorrichtung zum Anzeigen
der Überschreitung einer bestimmten Tem-
peraturgrenze. P. Orywall, Düsseldorf.
4. 11. 05.
Für die Rad&kUon verantwortlich: A. Blaachkein Berlin W.
Verlag Yon J alias Springer in Berlin N. — Druck Yon Emil Dreyer in BerllA SW.
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Deutsehe Meehanlker-Zeltung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkurche 5.
Heft 17. 1. September. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung: der Redaktion g^estattet.
Der 17. Deutsche Mechanikertag
Nürnberg, am 17. und 18. August.
Der diesjährige Mechanikertag hat die Hoffnungen, die man auf ihn gesetzt
hatte, in reichstem Maße erfüllt. Wenn man auch erwarten durfte, daß die altehr-
würdige Noris mit ihren Kirchen, Bauwerken, ihrer Burg, ihren Brunnen und ihren
Patrizierhäusem manchen Fachgenossen anlocken wtirde, daß die Aussicht, auch des
modernen Nürnhergs Fabriken und Institute genauer kennen zu lernen, als dies sonst
dem Fremden möglich ist, daß insbesondere die prächtige Jubiläumsausstellung viele
zam Besuche des Mechanikertags bewegen würde, so war man doch auf das angenehmste
überrascht, als sich bereits am Begrüßungsabend zeigte, daß der 17. Mechanikertag zu
den besuchtesten zu rechnen sei: gegen 90 Teilnehmer, darunter an 20 Vertreter von
Behörden, wies er auf.
Die Verhandlungen, die den Vormittag des 17. August ausfüllten, nahmen einen
höchst angeregten und glatten Verlauf. An den ersten Punkt der Tagesordnung, den
üblichen Jahresbericht, schloß sich eine lebhafte Debatte sozialpolitischen Inhalts, Hr.
Dr. Max Edelmann aus München führte nämlich Klage über die dortige Handwerks-
kammer, die versuche, den Mechanikern die Zahl der Lehrlinge über Gebühr zu be-
schränken, und unser Gewerbe sogar schlechter zu stellen, als Bäcker und Schneider;
maa habe sich in München zusammengeschlossen, um diese Absichten der Handwerks-
kammer zu vereiteln. Von Seiten des Vorsitzenden wurde den Münchener Fachge-
nossen die kräftigste Unterstützung seitens der D. G. zugesagt; dieses Beispiel zeige
wieder, wie falsch es sei, nicht rechtzeitigen Anschluß an die D. G. zu nehmen, die
diese Fragen bereits seit Einführung der neuen Gewerbeordnung behandle und sie
gegenüber anderen Kammern zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß gebracht
habe. Die Besprechung dieser Angelegenheit brachte manche interessante Mitteilung,
so daß in Göttingen eine Fachschule und Lehrwerkstatt in kurzem eröffnet werden wird,
daß die Firma Hartmann & Braun eine Lehrwerkstatt eingerichtet hat, daß der Phy-
sikalische Verein in Frankfurt a. M. eine Dauerausstellung präzisionsmechanischer In-
strumente in seinem neuen prächtigen Hause plant.
Hierauf folgte ein außerordentlich übersichtlicher und klarer ExperimentalvoT'
trag von Hrn. Dr. Kalkner über die Konstruktion der Elektrizitätszähler und Tarif-
apparate, auf den in dieser Zeitschrift ausführlich zurückgekommen werden wird.
In Sachen der Albe Stiftung, über die Hr. Prof. Dr. L. Ambro nn anstelle des
erkrankten Prof. Dr. Czapski berichtet, wurde beschlossen, die vorhandenen und noch
zu sammelnden Gelder der Fraunhofer-Stiftung als Abbe-Fonds anzugliedern, aus dessen
Zinsen anter dem Namen Abbe-Stipendium Unterstützungen an Mechanikergehilfen ver-
liehen werden sollen.
Der Antrag des Vorstandes auf Erhöhung des Beitrages von 8 auf 10 M, für
solche Mitglieder, die keinem Zweigverein angehören, wurde nach kurzer Debatte ge-
nehmigt; die Erhöhung ist somit gemäß § 17 der Satzungen endgiltig angenommen,
da zwei aufeinanderfolgende Mechanikertage ihr zugestimmt haben.
Unter den übrigen geschäftlichen Angelegenheiten sind hier nur noch die Vor-
siandswahlen zu erwähnen, aus denen folgende Herren hervorgingen: Prof. Dr. L. Am-
bronn, Prof. Dr. Czapski, Prof. Dr. Göpel, W. Handke, Prof. Hartmann, G. Heyde,
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162 P. QSpel, K. WOrtt. Fachschule für P«lnm«chanik in Schwennlngen a. N. Mechan]ke^^tf,
Dr. Kaempfer, Dr. H. Krüß, Kommerzienrat Gg. Schoenner, Regierungsrat Dr.
Stadthagen.
Zeit und Ort des näctisten Mechanikertages zu bestlmmeD, wurde dem Vor-
stande überlassen; aus der Mitte der Versammlung wurden folgende Städte genannt:
Aachen, Göln, Eisenach, Hannover.
Aber die Sitzung war diesmal beinahe die Nebensache am Mechanikertage;
mindestens gleiche Wichtigkeit kam den Besichtigungen zu, vor allem der sachlich und
äußerlich hochinteressanten Ausstellung, die den altberühmten Ruf bayerischer Kunst
und bayerischen Gewerbes aufs neue bekräftigte. Am zweiten Tage wurden von den
Teilnehmern nach Wahl die Siemens-Schuckert -Werke, die Bingsche Metallwarenfabrik
oder die Job. Fabersche Bleistiftfabrik, sodann das Germanische oder das Gewerbe-
Museum besucht; wie fesselnd und belehrend das dort Gebotene gewesen ist, kann man
daraus ersehen, daß jeder behauptete, daß die Auswahl, die er getroffen, die richtigste
gewesen sei.
Wenn somit der Mechanikertag wiederum als vorzüglich gelungen bezeichnet
werden darf, so ist das gewiß zum Teil der glücklichen Wahl des Ortes zuzuschreiben.
Aber das würde bei weitem nicht genügt haben, wenn sich nicht der Ortsausschuß, der
sich in der Hauptsache aus Vertretern der Firmen Gg. Schoenner und Siemens-
Schuckert -Werke zusammensetzte, in so hervorragender Weise seiner Aufgabe ge-
wachsen erwiesen hätte; die Gesamtanordnung vereinigte geschickte Ausnutzung der
Zeit mit kluger Rücksichtnahme auf die Bequemlichkeit der Teilnehmer, denen keine
zu großen Anstrengungen zugemutet wurden; auch in allen Einzelheiten zeigte sich
eine ungewöhnliche Sorgfalt und Geschicklichkeit. Den Herren des Ortsausschusses hat
daher die D. Q. f. M. u. O. zu danken für das treffliche Gelingen des 17. Mechanikertages.
Lehrplan und Ausrüstung der E. Württ. Fachschule
für Feinmechanik, ührmacherei und Elektromechanik in Schwenningen a. N.
Von Prof. Dr. F. Göpel in Schwenningen.
(Schluß^
Im HI. Lehrkurs tritt der theoretische Unterricht quantitativ noch mehr gegen
die praktische Tätigkeit zurück; er umfaßt nur noch 13 Wochenstunden. Wie vorher
sind 8 bezw. 6 Stunden dem technischen Fachzeichnen vorbehalten, 2 Stunden Mathe-
matik dienen in Form von Übungen vorwiegend der Repetition, ebenso je 1 Wochen-
stunde Physik und Technologie im Wintersemester. Dagegen erfolgt in 2 Stunden
Elektrotechnik der weitere Ausbau der Kenntnisse, namentlich in der Starkstromtechnik.
Der Unterricht hierin wird in besonders wirksamer Weise durch folgende Einrichtung
ergänzt. Im Wintersemester besuchen die Feinmechaniker des III. Kurses gruppenweise
(3 bis 4 Mann) je SVg Stunden wöchentlich das Elektrizitätswerk der Gemeinde Schw^en-
ningen, um den gesamten Betrieb eines solchen Werkes eingehend kennen zu lernen.
Die Anlage ist vor 4 Jahren von Siemens & Halske erbaut worden und liefert nach
einer jetzt in Ausführung begriffenen Erweiterung 900 PS Gleichstrom von 220 Volt
für Kraft und Beleuchtung. Außerdem ist das Werk durch eine Hochspannungsanlage
mit dem rd. 8 km entfernten Wasserwerk der Gemeinde verbunden, um in wasserarmen
Zeiten die Turbinen des Wasserwerks zu unterstützen und umgekehrt bei Wasserüber-
fluß Strom von einer Dynamoanlage im Wasserwerk zu entnehmen. Die Einführung in
den Betrieb erfolgt nicht in Form von Besichtigungen und Erklärungen allein, sondern
auch durch Teilnahme an allen vorkommenden Arbeiten unter Anleitung und Aufsicht
der Werkbeamten. Hierzu ist der Unterricht in 4 Stationen geteilt: Heizung, Maschinen,
Schaltung, Akkumulatoren. Obwohl die Teilnahme an dieser Betriebslehre freiwillig
ist, läßt selten ein Schüler diese Gelegenheit zur Vertiefung der elektrotechnischen
Kenntnisse unbenutzt. — In 1 Stunde kaufmännischen Unterrichts wird Wechselkunde
und gewerbliche Buch- und Rechnungsführung eingeübt. Die Uhrmacher des III. Kurses
nehmen an dem Unterricht in Mathematik, Physik, Technologie und Buchführung eben-
falls teil, ergänzen ihr Fachwissen aber noch in elektrischen Uhren und Uhren für be-
sondere Zwecke (2 St.), sowie im Fachzeichnen (6 bezw. 4 St.).
Der theoretische Unterricht im Fortbildungskurs , welchem vor allem die Auf-
gabe zufällt, ältere Gehilfen für die Meisterprüfung vorzubereiten, muß als Hauptziel
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1. ßep^iber 1906. F. Göpel, K. Württ. Pachschul« ftlr Poinmechanik in Schwraning» a. N. 163
verfolgen, die Schüler zur Selbständigkeit in fachlicher und geschäftlicher Beziehung zu
erziehen. Der Lehrplan muß außerdem Gelegenheit geben, das Fachwissen noch zu
ergänzen, namentlich bei Schülern, welche vorher noch keinen theoretischen Fachunter-
richt genossen haben. Um die vor aUem wichtige Werkstattätigkeit nicht zu sehr zu
kürzen, wurde der theoretische Unterricht auf folgende Wissenszweige beschränkt. Zu-
nächst war zu berücksichtigen, daß den eintretenden Gehilfen in der Mathematik meist
nur spärliche Kenntnisse zur Verfügung stehen, und deshalb sind 2 Wochenstunden der
Einführung in die Elemente der Mathematik vorbehalten. Je eine Stunde entfällt auf
den Unterricht in Materialienkunde, Technologie der Werkzeugmaschinen und Klein-
motoren, allgemeine Instrumentenkunde und Blitzableiterwesen; 2 Stunden nimmt die
Schwachstromtechnik und elektrische Instrumentenkunde in Anspruch, während die
Unterweisung in der Starkstromtechnik gemeinsam mit dem III. Kurs im Elektrizitäts-
werk erfolgt; 8 bezw. 6 Stunden wird gezeichnet und konstruiert, und endlich werden
in 4 zusammenhängenden Wochenstunden praktische Versuche mit einfachen mecha-
nischen und elektrischen Apparaten von den Schülern selbst vorgenommen, um die Ele-
mente der Beobachtungstechnik kennen zu lernen. Endlich sind 3 Wochenstunden der
geschäftlichen Ausbildung zugewiesen; davpn dienen 2 Stunden der gewerblichen Buch-
und Rechnungsführung, Wechselkunde und Gewerbegesetzgebung, 1 Stunde der Kalku-
lation und dem Entwerfen einfachster Werkstattanlagen. Den Teilnehmern am Fort-
bildungskurs ist es im übrigen gern gestattet, auch noch an einigen anderen Unter-
richtsfächern der jüngeren Kurse teilzunehmen. Endlich ist den Schülern Gelegenheit
geboten, Unterricht in Stenographie zu nehmen, wie auch von der Schule gern Zeit
gegeben wird, gelegentliche Sprachkurse in Französisch und Englisch an der Kauf-
männischen Fortbildungsschule zu besuchen.
Ohne Zusammenhang mit dem eigentlichen Lehrplan, aber von großer Bedeu-
tung fQr die Berührung der Fachschule mit weiteren technischen Kreisen sind die
öffentlichen Vorträge, welche alljährlich an mehreren Winterabenden abgehalten werden
und stets sehr zahlreich besucht sind, nicht am wenigsten von den Uhrmachern und
Mechanikern der großen Schwenninger Fabriken. So wurden in den ersten 6 Schul-
jahren folgende größere Vortragsreihen, meist mit Demonstrationen, abgehalten: Tech-
nologie der Metalle, Wärmelehre, Grundgesetze der Optik, die Mechanismen, das Pendel
und die Pendelgesetze, Abriß der Geschichte der Uhrmacherkunst.
Wenden wir uns jetzt dem praktischen Unterricht zu, so ist zunächst voraus-
zuschicken, daß ein so scharf umgrenzter Lehrplan, wie ihn der theoretische Unterricht
fordert, für den Werkstattunterricht nicht durchführbar ist. Die Entwicklung der Hand-
fertigkeit ist in viel augenfälligerer Weise als die wissenschaftliche Ausbildung bei den
einzelnen Schülern verschieden, und so ergibt sich von selbst die Notwendigkeit, die
Werkstattunterweisung der praktischen Begabung des Zöglings — natürlich unter Fest-
haltung einer bestimmten Disposition — im einzelnen besonders anzupassen. Das ist
um so eher möglich, da die Werkstattausbildung an und für sich fast ausnahmslos durch
Einzelunterricht zu geschehen hat. Dabei ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß —
namentlich zu Beginn der Ausbildung — gewisse elementare Handgriffe und Arbeits-
verfahren oder auch Werkzeuge und Maschinen einer größeren Zahl von Schülern
gleichzeitig erklärt werden oder daß zur Besichtigung besonders selten vorkommender
Arbeiten die Schüler abteilungsweise zusammengerufen werden.
Vor allem ist die Schule bestrebt, die äußeren Arbeitsverhältnisse möglichst
ähnlich deiyenigen einer vielseitig beschäftigten Privat Werkstatt zu gestalten. Der Aus-
bildungsgang entspricht etwa den Anforderungen, welche von Herrn W. Handke in
Berlin in einem Vortrag vor dem 12. Deutschen Mechanikertag niedergelegt worden
sind. Auch bei solchen Schülern, welche sich später der Elektrotechnik widmen wollen,
bevorzugt die Lehrlingsausbildung der Fachschule möglichst nur Aufgaben aus der
eigentlichen Feinmechanik, deren Lösung die Schüler in den meisten Fällen auch vor-
teilhaft für die Elektromechanik vorbereitet. Die Schüler sind freilich manchmal schwer
zu überzeugen, daß der Schritt vom Feinmechaniker zum Elektromechaniker bequemer
and rationeller ist als umgekehrt, und auch bei den Angehörigen begegnet man hie
und da Mißtrauen, wenn nicht alles „elektrisch^ ist, was die jungen Leute unter die
Finger bekommen.
Das erste Ziel, welches die Werkstatt zu erreichen sucht, ist Fertigkeit in der
Herstellung aller gebräuchlichen Werkzeuge. Damit deckt sich der Grundsatz der Fach-
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164 F. Göpel, K. Württ. Fachichule für Feinmechanik In Schwonningen a. N. MecSanlSer-Ztg.
schule, daß im ersten Lehrjahre und meist auch in der ersten Hälfte des zweiten Jahres
möglichst nur Stahl und Eisen (auch durch Schmieden!) zur Bearbeitung kommen. Da-
her beginnen die Schüler mit wenigen, durch die Raumverhältnisse bedingten Aus-
nahmen ihre praktische Ausbildung unter Leitung eines speziell ausgebildeten Werk-
zeugmechanikers und treten dann mit Beginn des zweiten Lehrjahres in die eigentlichen
Feinmechaniker -Werkstätten über, wenn nicht bei einzelnen der Wunsch vorliegt, sich
ganz der Werkzeugmechanik zu widmen. Mit dieser Beschränkung der Anfangsaus-
bildung sind gute Erfahrungen gemacht worden. Die hergestellten Werkzeuge bilden
zugleich den Ersatz für abgenutzte und abgängige Stücke der Werkstattausrüstung.
Dem weiteren Gang der Ausbildung liegt eine möglichst sorgfältige Beurteilung der be-
sonderen praktischen Fähigkeiten der einzelnen Schüler zu Grunde, denn schon sehr
früh zeigt sich, nach welcher Richtung die Handfertigkeit die meisten Erfolge verspricht,
ob Sinn für wirklich feines, exaktes Arbeiten vorhanden ist oder ob die Hauptstärke des
Schülers im quantitativen Schaffen liegt. Diese besonderen Anlagen bedingen dann auch
die Neigung zu der oder jener Spezialrichtung.
Die zur Verteilung kommenden praktischen Arbeiten sind so vielseitig wie mög-
lich. Da die beiden älteren Lehrkurse und die Schüler des Fortbildungskurses gemein-
sam in den Werkstätten arbeiten, so gesellt sich zu der Unterweisung auch die An-
regung, welche die Beobachtung der Arbeiten anderer gibt. Je vielseitiger daher die
Arbeiten sind, desto größer ist der Nutzen für die Gesamtheit der Schüler.
Möglichst früh werden auch die Schüler daran gewöhnt, nach Zeichnung zu
arbeiten. Die Prüfungsordnung verlangt bereits bei der Gehilfenprüfung, daß die für
die praktische Prüfungsarbeit nötige Werkzeichnung vom Schüler selbst hergestellt ist.
Besondere Aufmerksamkeit wird auch dem Tempo der Arbeit gewidmet, damit
sich die Schüler beim Eintritt ins Leben den Anforderungen an schnelles Arbeiten an-
passen können. Da nur wenige größere Maschinen mit .Kraftantrieb versehen sind,
wird der Schüler zu einer größeren Entfaltung seiner Körperkräfte gezwungen als in
Werkstätten mit ausschließlichem Kraftantrieb. Damit wird auch die zeltlich geringere
Beanspruchung mit Werkstattarbeit in physischer Beziehung wieder wettgemacht. Zu-
dem empfinden es die jungen Feinmechaniker als wesentliche Erleichterung, wenn sie
später in der Praxis nur Maschinen mit Kraftantrieb haben.
Auf größte Pünktlichkeit im Erscheinen in der Werkstatt wird großer Wert ge-
legt. Der Eintritt in die Schule wird durch eine Arbeiterkontrolluhr registriert. Über-
haupt wird die Disziplin in der Werkstatt ebenso streng gehandhabt wie im Hörsaal,
aber auf die Ausbildung eines ungezwungenen und vertrauensvollen Verkehrs zwischen
Lehrer und Schüler Wert gelegt.
Über die Werkstattarbeiten und das verwendete Material hat jeder Schüler Buch
zu führen. Ebenso wird die Materialienausgabe abwechselnd von den älteren Lehr-
lingen in kontrollierbarer Weise verwaltet; teurere Materialien befinden sich unter Ver-
schluß der Meister. Es ist selbstverständlich, daß die Werkzeuge und Maschinen von
den Schülern selbst in gutem Zustand zu erhalten sind. Ebenso liegt, wie in jedem
Privatbetrieb, den Schülern der Lehrkurse das Reinigen der Maschinen und Arbeits-
plätze ob.
Eine gedrängte Beschreibung der Ausrüstung der Fachschule soll zum Schluß
noch den Nachweis liefern, daß die Unterrichtsmittel sehr vollständig sind. Das gilt
vor allem zunächst von den Werkstätten. Für die Mechaniker stehen deren drei mit
zusammen rd. 300 gm Grundfläche zur Verfügung, während die Uhrmacher nur eine
Werkstatt von etwa 100 qm Größe mit 14 Arbeitsplätzen haben. Die Mechanikerwerk-
stätten enthalten 56 vollständig ausgerüstete Plätze außer sehr reichlichem allgemeinen
Werkzeug. Während die Schule bei der Eröifnung den bescheidenen Bestand von
8 Werkzeugmaschinen und 10 Ubrmacherdrehstühlen aufwies, ist die Zahl der ersteren
dank der Fürsorge der K. Zentralstelle für Gewerbe und Handel in 6 Jahren auf
50 gestiegen. Hierzu kommen noch 14 Uhrmacherdrehstühle. Die größeren Maschinen
sind mit elektrischem Einzel- bezw. Gruppenantrieb versehen und hierzu 6 Motoren mit
zusammen 8 PS vorhanden. Nachfolgende Werkzeugmaschinen sind in den Mechaniker-
werkstätten in möglichst gleichartiger Zusammenstellung verteilt:
18 einfache Drehbänke (Spitzenhöhe 60 bis 155 mm)] 4 Vorgelege-Drehbänke
(Spitzenhöhe 125 bis 190 wm); 2 Leitspindel-Drehbänke (Spitzenhöhe 100 und 200 mm,
in der Kröpfung 300 mm); 2 Patronen-Drehbänke System Auerbach (Spitzenhöhe 110
und 130 mm)\ 1 Patronen-Drehbank mit fliegender Spindel (Spitzenhöhe 125 mm)\
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Htft 17.
k faptember 190e.
V«r»iaS" uad FweoaumaehsiehtMi.
165
1 PitÜer-Drehbank (Spitzenhöhe 90 mm); 2 Hobelmaschinen (550 und 1500 mm Hobel-
IftDg^e); i Shapingmaschine (150 mm Hobellänge); 1 Horizontal-Fräflmaschine; 1 UniTeraal-
Schleifmaschine; 1 Hinterdrehbank; 1 Sftidenpresse (470 X 470 mm StanzengrOfie);
4 Bohrmaschinen (bis zn 23 mm Lochdorchmesser); 2 Hebelblecfaseheren; 1 Kaitsäge;
2 Schleifsteine; 1 Komparator-LftDgenteUmaschine (1,50 m Länge).
Hierzu tritt eine vollständige Schmiedeeinrichtong mit Härteofen und die Ausi-
rüstong fth* Modellschreinerei.
Die Uhrmacherwerkstatt hat 4 einfache Drehbänke (60 bis 105 mm Spitzen-
höhe), 14 Drehstühle, femer Zahnradfräsmaschine, Wälzmaschine, Bohr-Präsmaschine
und Schleifstein. Die Spezialmaschinen dieser Werkstatt stehen auch den Mechanikem
zur Verffigung. Jede Werkstatt untersteht der Leitung eines Lehrmeisters.
Durch die Tätigkeit der Werkstatt und durch Anschaffungen aus Etatnüttehi
haben sich allmählich ansehnliche und wertvolle Lehrmittelsammlungen fth* den theo«
retischen Unterricht gebildet, welche für alle Unterrichtszweige in Anspruch genenunen
werden. Für das Fach- und Freihandzeichnen ist eine besondere Modellsammlung aiN
gelegt, welcher allmählich passende Duplikate der Lehrmittel zugeführt werden. Dafi
für Materialkunde und Technologie gleichfalls SpezialSammlungen vorhanden sind, wurde
oben schon erwähnt. Zur Vervielfältigung von Zeichnungen und zur Herst^lung von
Diapositiven für den großen Zeifischen Projektionsapparat des Physikzimmers sind
gleichfalls alle Einrichtungen vorhanden. Durch Gewährung ausreichender Etatmittel
ist dafür gesorgt, daß die mannigfaltigen Sammlungen stetig ergänzt werden, wie auch
alljährlich zur Anschaffung neuer Spezialmaschinen von der K. Zentralstelle für Ge-
werbe und Handel bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt werden.
Todesanzeige.
Am 10. August verstarb zu Gassei unser
langjähriges Mitglied
Hr. Eduard Andrö»
Inhaber und Begründer der gleichnamigen
Pbrma.
Die Deutsche Gesellschaft wird des Da-
hingegangenen, der eine Zierde unseres
Standes gewesen ist, stets in Liebe und
Achtung gedenken.
Der Vorstand.
Anmeldungen ssur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. WaldemarHensoldt,i.Fa. M.Hen-
6oldt & Söhne, Wetzlarer Optische Werke;
Wetzlar.
Hr. A. v. Walentynowicz; Optiker
und Mechaniker; Königsberg i. Pr., Stein-
damm 136.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f.M:u.O. ist:
Hr. Dr. Max Edelmann jun.; Erdmag-
netische und physikalische Meßinstrumente;
Meteorologische , physiologische , elektro-
medisinische u. s. w. Apparate; Ablesefem-
rohre; Elektrotechnische Apparate; Voll-
ständige Einrichtungen von magnetischen
Observatorien; München, Nymphenburger
Str. 82.
Den Mitgliedern bei der Physikalisch-
Technischen Reichsanstalt Prof. Dr. H. F.
WIebe und Prof. Dr. Myllue ist der Cha-
rakter als Geheimer Regierungsrat verliehen
worden.
Am 11. August feierte unser Vorstands-
mitglied Hr. Louis Schopper in Leipzig
sein 2ö -jähriges Geschäftsjubiläum. Die
Firma wurde in ganz kleinem Umfang 1. J.
1881 in der Stern wartenstr. 43 gegründet;
schon 1886 konnte sie nach der Thomasius-
straße 24 in größere Räume übersiedeln
und heute befindet sich die Fabrik, in der
rd. 100 Arbeiter beschäftigt werden, auf
dem ausgedehnten Grundstücke Amdtstr. 27.
Die Werkstatt ist eine der ersten auf dem
Gebiete der Apparate zur Prüfung von Pa-
pier, Garn, Tuch und Zement sowie der
Getreideprober; ihre Apparate finden sich
nicht nur in den deutschen Zentralstellen,
die dieses Gebiet der Industrie zu über-
wachen und zu fördern haben, sondern sie
sind über alle Teile der zivilisierten Welt
verbreitet. Die Instrumente sind zum größ-
ten Teil Erfindungen und eigene Konstruk-
tionen des Firmeninhabers und vielfach
durch hohe Auszeichnungen bedacht.
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166
Vtrvint- und P«raoiiiiiiutchricht«n. — KMnM« Mltt«iliiiif«ii.
Deatsoht
MechanlkerZtg.
Die Feier des Jubiläums fand zunächst
am Vormittag' des 11. August im Kreise der
Angestellten statt. Nach einem Chorgesang
sangeskundiger Mitarbeiter des Hauses und
einem von dem Lehrling 0. Härtel ge-
sprochenen Prolog überbrachte Herr Ober-
meister £. Föhring die Gifickwünsche des
gesamten Personals und übergab dem Ju-
bilar zugleich in deren Namen eine präch-
tige bronzene Votivtafel.
Unter den zahlreichen Gratulanten be-
fand sich die D. G. f. M. u. O., eine Ab-
ordnung ihres Leipziger Zweigvereins mit
Herrn G. Schmager an der Spitze, der
Loge „ Eiche ^ und viele persönliche Freunde.
Seinem herzlichen Dank für die ihm in so
reichem Maße gewordenen Ehrungen lieh
Herr Louis Schopper seinem Personal
gegenüber in der Stiftung eines Jubiläums-
fonds in Höhe von 10000 M. Ausdruck.
Am Nachmittag vereinigte der Jubilar
seine Mitarbeiter und Freunde zu einem
fröhlichen Feste im Zoologischen Garten,
das die Teilnehmer bis in die Morgenstunden
zusammenhielt.
Ernannt: Prof. Dr. F. R. F. Groner in
Bern zum ao. Prof. fdr theoretische und ma-
thematische Physik an der Universität Basel;
Dr. L« A. Bauer zum Direktor der Abteilung
für Erdmagnetismus an dem Carnegie-Institut
in Washington.
Verstorben: Dr. A. Ledebur, Geh. Berg-
rät, 0. Prof. der Eisenhüttenkunde, Salinen-
kunde und mechanisch-metallurgischen Tech-
nologie an der Bergakademie in Preiberg Sa.;
Dr. Th. Poleck, früher o. Prof. der Chemie
und Pharmakologie an der Universität Breslau.
Habilitiert: Dr. A. de Quervain (bisher
in Straßburg), Assistent der eidgenössischen
Meteorologischen Zentralstation, für Meteoro-
logie und Geophysik an der Universität Zürich.
Bemfen: Dr. A. Marcuse für Astronomie
und mathematische Geographie an die neue
Handelshochschule in Berlin; Dr. A. Binz
(Bonn) für Chemie und Technologie ebendort-
hin; Dr. F« A. Schulze, Privatdozent der
Physik an der Universität Marburg, als Prof.
an die Technische Hochschule in Danzig.
Kleinere Mitteilungen.
GraTlerapparat „Matador^.
D.R.G.M. 234694.
- Für die Bezeichnung von Werkzeugen,
Instrumenten u. s. w., sei es zur Identifi-
zierung bei der Inventur, sei es, um die-
selben beim Auseinandernehmen und Zu-
sammensetzen wiederzuerkennen, dürfte der
beistehend abgebildete Gravlorapparat „Ma-
tador" ein willkommenes Hilfsmittel sein.
Der Apparat besteht aus einem Uhr-
werk und einem durch dasselbe angetrie-
benen Zentrifugalhammer, de:sen Klöppel
bei jeder Umdrehung auf den Gravier-
meißel schlägt; letzterer schnellt dadurch
vor und wird dann durch, eine Feder in
seine Ruhelage zurückgebracht. Durch
eine Blattfeder, deren Nase in die Speichen
eines Zahnrades greift, wird das Ulirwerk
gehemmt. Man nimmt den Apparat in die
rechte Hand und fährt, während man mit
dem Daumen auf die Hemmfeder drückt
und dadurch das Uhrwerk in Gang setzt,
mit der Spitze des Graviermeißels über
den zu gravierenden Gegenstand langsam
hinweg, gerade so als wenn man mit
einem Bleistift schreibt; läßt man die Feder
los, so steht das Werk sofort still. Das
Uhrwerk läuft etwa eine Minute.
Der Gravierapparat kostet 6,50 M\
er ist von Hm. Alexander Gochius
(Berlins 42, Ritterstraße 113) zu beziehen.
Klßm.
Untersuchungen fiber WärmeUolatlon,
beeondera In bezug auf die fttr
Konstruktion Ton Heizapparaten
gebrftuoUlohen Materialien.
Von R. 8. Hutton und J. R. Beard.
2Van#. Fait. £foe. 1. AuguH 1906.
Die Verf. haben eine Reihe von Wärme-
schutzmitteln untersucht, indem sie sowohl ihre
thermische Leitfähigkeit bei 100^, als auch
ihre Isolierfähigkeit bei Glühtemperaturen er-
mittelten.
Die Materialien wurden durch ein Sieb mit
600 Maschen auf das qem ausgesiebt und zur
Bestimmung ihrer Leitfähigkeit in 8,6 mm dicker
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Ittft 17.
t. Septwabw 190e.
■liiiMr« MltteUnafan.
167
Schicht zwischen swei MoflsingpUtten Ton
11,4 cm Durchmesser und 13 e» Dicke gebracht
Auf die obere Platte wurde ein durch Wasser-
dampf erhitzter Heizkörper gesetzt, so daß ihre
Temperatur, welche an einem Thermometer
abgelesen werden konnte, nahezu 100® betrug.
Durch das Isoliermaterial strömte die Warme
dann in die untere Platte, deren Temperatur
ein anderes Thermometer anzeigte. Bin drittes
Thermometer, welches vor Bestrahlung durch
den Apparat geschützt war, zeigte die Luft-
temperatur an. Die Beobachtungen ergaben
folgende Leitfähigkeiten:
Sand 0,00060
Karborundum 0,00060
Quarz 0,00086
Feuerfeste Ziegel . 0,00038
Retortengraphit 0,00040
Kalk 0,00029
Magnesia (geschmolzen) 0,00047
, V. Fattinson, schwach kal-
ziniert 0,00016
Kieselgur (Infusorienerde) .... 0,(X)018
Zur Bestimmung der Qfite dieser Materialien
all W&rmeschutsmittel diente der hi der Figur
£
,i.^.L^.i^—;-v.i^^.:.
TT
■ ■|^ia9«fi«i«ii
Z)
w
f
dargestellte Apparat Ä B bedeutet hierin ein
von einer elektrisch geheizten Nickelspirale
umwickeltes Rohr aus unglasiertem Porzellan.
Dieses Bohr wird durch die Asbestringe D D'
in der Mitte eines Bisenkörpers gehalten,
dessen Innenraum bis an das Porzellanrohr
vollständig mit dem zu untersuchenden Isolier-
material C ausgefQllt ist. Der Bisenkörper ist
wiederam von einem Wassermantel WW um-
geben, durch den ständig w&hrend der Versuche
kaltes Wasser geleitet wird, um die durch das
Isoliermaterial hindurchströmende Wärme abzu-
führen. Im Innern des Porzellanrohrs ist das
thermoelektrische Pyrometer 7 angebracht
Bei der Prflfüng von Kieselgur und Mag-
nesia wurden zunächst der Heizspirale
l&O Waä an elektrischer Bnergie zwei Stunden
hindurch zugefQhrt, und darauf dieser Betrag
auf 100 WaU ermaßigt. Bei Sand, Karborundum
tmd feuerfesten Ziegeln betrug die zugefOhrte
Bnergie üi den ersten zwei Stunden 300 WaU^
in den darauf folgenden beiden Stunden
850 WtAt, und wurde schlieBneh mi 200 WaU
erniedrigt
Auch hierbei aeigte die Kieselgur sich
simtliehen Materialien als Wftrmeschutzmittel
weit überlegen. Trotzdem bei ihrer Prüfung
•Isktrisehen Ofen nur halb so viel Bnergie
zugeführt wurde wie beim Sand, erreichte der
Ofen eine um fast 800® höhere Temperatur.
Die Temperaturen, welche der Ofen w&hrend
der einzelnen Versuche annahm, sind im Ori-
ginal durch ein Diagramm ersichtlich gemacht.
Mk.
Bin Telephonrelalfl.
Von J. Trowbridge.
Am. Jawm. cf Sekttee 21. 8. 339. 1906.
In der Geschichte des Telegraphenwesens
hat in Irilherer Zeit die Konstruktion von Re-
lais einen hervorragenden Platz eingenommen,
doch hat in neuerer Zeit mit der Verbesserung
der Leitungen und Instrumente das telegra-
phische Relais seine praktische Bedeutung fast
ganz eingebüßt. Auf dem Gebiete des Tele-
phonwesens hingegen fordert das entsprechende
Problem noch heute ein unvermindertes Inter-
esse. Die Aufgabe. 'ist aber in diesem Falle
ungemein viel schwieriger su lösen, weil das
Telephon die ganze Mannigfaltigkeit der
menschlichen Sprache übertragen soll, w&hrend
es sich beim Telegraphen nur um die Über-
mittlung eines einzigen Klopfzeichens handelt
Die bisherigen Versuche, ein Telephoorelais
zu konstruieren, bestanden darin, daß man
einen Mikrophonkontakt auf die vibrierende
Platte des Telephons wirken ließ oder die Be-
wegung der letzteren durch einen Hebel zu
vergrößern suchte. In beiden Fftllen scheiterte
der Versuch daran, daß die geringen Schwin-
gungsbewegungen der Membran durch den
Obertragungsmechanismus gehemmt wurden.
An Stelle der mechanisch^ Übertragung
verwendet Verf. bei seinem Telephonrelais die
elektromagnetische Bnergie zur Verstärkung
der unmerklich geringen Schwingungen der
Telephonmembran. Er leitet die durch das
Relais su verstärkenden Telephonströme (s. J^l^.)
durch die von den beiden Membranen A und B
getragene Drahtspule C, welche sich samt ihrem
gebl&tterten Bisenkerne zwischen den Polen N
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Iß8
Kl«ln«r« MitteUiiOffw. — Qlaitecbnitchet.
Mechaniker-Zls:.
und £f eines gleichmäßig ausgebildeten Magnet-
feldes befindet. Die Membran A ist mit ihrem
Rande an die Messiugkapsel DE befestigt,
welche ihrerseits durch einen Mikrophonkontakt
auf den. Telephonhörer T wirkt. Das starke
Magnetfeld zwischen den Polen N8 wird
durch die schwachen, in der Spule C fließen-
den Telephonströme merklich beeinflußt und
wirkt durch das Hin- und Herschwingen der
Spule C auf die Membranen A und jB. Die
Schwingungen der Membran A werden wie-
derum, durch die Kapsel D^ mittels des Mikro-
phonkontaktes auf den Hörer T übertragen und
rufen in diesem ein lautes, artikuliertes Sprechen
hervor. j^j^,
78. Versammlung Deutscher Natur-
forscher und Ärzte
Stuttgart, 16. bis 22.- September 1906.
Im Anschluß an die Mitteilung auf S. 88
ydiuer Zeiitchr. seien diejenigen Vortrage auf-
gezahlt, die für die Mechanik voraussichtlich
von Interesse sind..
1. AM. Mathematik, Agtranomie und Geodäsie,
Dffcncourt (Paris): 3ur Vaetrolabe ä prieme
(inetmment Claude - Drieneaurt) et ses rUuUats
dane la determination de Vheure et de la latitude.
Hammer (Stuttgart): Demonstration einiger
geodätischer und topographischer Instrumente:
a) des GuiUaume- Carpenterschen Drahtbasis-
meßapparats mit Invardrahten (Referat mit
praktischer Vorführung); b) des Hammer-
Pennelschen selbstrechnenden T.achymeter-
Theodolits.
2. Abt. Fhyeik, eineehUeßHch Inetrumentenkunde
und uneeeneehaftliche Photographie.
Bruger (Prankfurt a. M.): Über ein re-
gistrierendes elektrisches Widerstandsthermo-
meter, welches auch für graphische Aufzeich-
nung von Fiebertemperaturen verwendbar ist.
Fischer (München): Erfahrungen über Her-
stellung tiefster Temperaturen und Messungen
auf diesem Gebiet. Looser (Essen): a) Vor-
führung eines Taupunktapparates; b) Einige
Versuche über strahlende Wärme. Meyer
(Preiburg i. Br.): Spektralanalyse des Eigen-
lichtes von Radiumbromidkrystallen nach Ver-
suchen von F.Himstedt und G. Meyer. Steffens
(Hamburg): Über ein achsenloses Haarhygro-
meter. .
d. Abt Angewandte Mathematik undPJ^ysik.
Hornauer(Cannstatt): Über Oszillographen
(zum selbsttätigen Aufzeichnen raäch ver-
laufender Bewegungen, speziell elektrischer
Ströme).
5a. Abt. Angewandte^Chemie und Nahrung*-
mitt^oreehung,
Pfungst (Prankfurt): Über die Verwen-
dung von überhitztem Wasserdampf in che-
mischen Laboratorien, mit Demonstration der
zur Überhitzung dienenden Apparate nach
Pfui^ts System.
12.' Abt Mathematieeher und natunoieBen-
BchafIMeher Unterrieht
Müller-Uri (Braunschweig): Einige neue
physikalische Demonstrationsapparate.
Der Versammiungsbeitrag ist: a) für Mit-
glieder der Gesellschaft Deutscher Natur-
forscher und Ärzte 15 If., b) für Mitglieder der
Gesellschaft, die den Betrag für die „Verhand-
lungen"* bereits an den Schatzmeister bezahlt
haben 9 if., c) für Teilnehmer 20 if., d) für
dieselben, falls sie auch die „Verhandlungen"
zu beziehen wünschen 26 if., e) für Damen
6 if. Bei Entnahme der Karten für das Fest-
mahl erhöhen sich diese Beträge um je 5 if.
Genaueres enthält das ausführliche Pro-
gramm, das von der Geschäftsstelle der Ver-
sammlung (Stuttgart, Rathaus) zu beziehen ist.
Die Firma Strasser & Rohde (Glashütte)
erhielt auf der 3. Deutschen Kunstgewerbe-
Ausstellung m. Dresden für hervorragende Lei-
stung auf dem Gebiete der Präzisions-Pendel-
uhren und der Feinmechanik die Goldene Me-
daille.
Glastechniftohes.
über eine Modifikation des Beck-
mannschen Siedeapparates.
Von E. Rupp.
Zeiteehr. /. phyeik. Chem- 69. 8. 693. 1905.
Um die Lösungsmittelmenge nicht allein
durch Volumenmessung, sondern auch durch
direkte Wägung, wie beim Landsberger-
schen und Landsberger - Lehn ersehen
Apparat ermitteln zu können, hat der Verf.
eine kleine Modifikation an dem B eck mann -
sehen Siedeapparat angebracht, die in der
Hauptsache darin besteht, daß das „Siederohr**
aus der Verschmelzung mit dem „Siedemantel'
losgelöst ist.
Die beistehende Figur läßt leicht erkennen,
wie dies erreicht wurde. Das mit seitlichem
Tubus für die Substanzeinfüllung und einer
Schliffmanschette für das Thermometer ver-
sehene Siederohr ist mittels Schliffs in den
Siedemantel einsetzbar und kommuniziert durch
eine weite Lochbohrung und ein an das SchlifF-
stück des Siedemantels angeschmolzeitea Ver-
bindungsrohr mit dem senkrecht stehenden
Lüftkühler. Im letzteren befindet sich durch
einen Kork verschiebbar festgehalten der Innen-
kühler für Wässer. Je nachdem -man nun das
konisch angeschliffene. Ende des Innenkühlecs
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Hell 17.
1. 8eptemb«r 1806.
Glas technisch es.
169
auf dem Luftkühler aufstehen läßt oder nur
1 bis 2 mm hochschiebt, hat man es in der
Hand, sämtliches Kondensat wieder in das
Siederohr zurückzufahren oder in den Siede-
mantel hinabfließen zu lassen.
In die Schlifiläche des Siederohres ist eine
Rille eingefalzt, welche durch entsprechende
Drehung des letzteren dem Kahler gegenüber-
gestellt werden kann, so daß der Siedemantel
in direkte Verbindung mit dem Kühler gesetzt
ist, wodurch bei einem etwaigen Nachsieden
im Siedemantel ein Zurücksteigen der Dämpfe
in das Siederohr verhindert wird.
Wegen der Ausführung einer Bestimmung
von Molekulargrößen mit diesem Apparat muß
auf die Originalabhandlung verwiesen werden.
Das Anfertigungsrecht für den Apparat hat
die Firma Franz Hugersho ff (Leipzig, Caro-
ünenstr. 13) übernommen. Wb.
Über eine Methode, Meerwasser für
bakteriologische XJntersuchung^en
zu entnehmen.
Von P. Portier und J. Richard.
Campt rcnd. 142. S. 1109. 1906.
Der Apparat besteht aus einer zylindrischen
Glasröhre A (s. Fig. 1) von 86 cm Länge und
16 mm Durchmesser, deren Wände stark genug
sind, um Drucken von 600 Atmosphären und
mehr zu widerstehen. Die Röhre ist unten
in eine kurze Kapillare ba ausgezogen und
setzt sich oben in ein langes, dreimal umge-
bogenes Kapillarrohr edefgh fort ^).
1) In der Abbildung sind der Deutlichkeit
wegen die einzelnen Schenkel weiter von-
einander entfernt gezeichnet, die tatsächliche
Lage der Röhren ist in Mg. 1 oben angegeben ;
Es wird nun ein Tropfen Wasser in das
Rohr A eingeführt, letzteres dann vor der
Lampe bei a geschlossen und die lange Ka-
pillare mit einer Quecksilberluftpumpe ver-
bunden. Sobald das Vakuum erreicht ist,
schließt man die Kapillare bei h vor der Lampe.
Die von Luft befreite Röhre wird darauf in
einer Autoklave bei 120^ sterilisiert und ist
zum Gebrauch fertig. Sie wird in einer me-
tallischen Hülse mittels Kupferdrähten so be-
festigt, daß die Spitze g h nach oben gekehrt
ist und aus der Hülse herausragt {Fig. 3).
Fig. 1.
Flg. 2.
Flg. S.
Der am Senkblei in einem Rahmen angebrachte
Apparat wird dann in dieser Lage in die ge-
wünschte Tiefe gelassen ; durch eine Bewegung
an der Leine wird die Metallhülse zum Um-
kippen gebracht, wobei die Kapillare fh gegen
ein unten am Rahmen befestigtes Messer
schlägt und bei g durchbricht; das Meerwasser
tritt nunmehr ein und füllt den leeren Apparat
vollkommen aus. Man zieht das Instrument in
die Höhe, wobei, je näher es der Oberfläche
kommt, desto mehr der Druck im Rohr nach-
läßt und seine Wiedererwärmung zunimmt, so
daß etwas Wasser austritt. Der ausfließende
die Zerbrechlichkeit und das Volumen des
Apparats werden durch diese Anordnung ver-
mindert.
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170
Glastechnisches. — BUcherschau.
Deutscht
Mechaiiik«r-ZtK.
WasBerstrahl verhindert jede Verunreinigung
der Flüssigkeit im Rohr durch das umgebende
Meerwasser.
Sobald der Apparat an Bord ist, macht
man mit einer Feile einen Strich bei a» bricht
die Spitze ab, zieht sie durch die Flamme und
setzt die Röhre auf einen kleinen sterilisierten
Apparat, wie er im unteren Teil der Fig. 2 ab-
gebildet ist. Nun wird auch bei d mit der
Feile ein Strich gemacht und die Kapillar-
röhre an dieser Stelle abgebrochen, wodurch
der mehrfach gekrümmte Teil defgh entfernt
wird. Das Ende d zieht man dann ebenfalls
durch die Flamme und setzt ein kleines mit
Watte gefülltes Röhrchen auf, das gleichfalls
sterilisiert ist. Wird jetzt der Quetschhahn
bei a geöffnet, so kann man unter dem Schutz
der kleinen Glocke C die Flüssigkeit aus der
Röhre A in eine Reihe von Kulturröhrchen T
einlassen, ohne irgend eine Verunreinigung
befürchten zu müssen. Die durch die Röhre m
in A eintretende Luft wird bei der Filtration
durch die Watte sterilisiert.
Die Verf. haben die vorstehend beschriebene
Anordnung des Apparats getroffen, nachdem
sie durch zahlreiche Versuche bei ihren Fahrten
auf der Yacht „Princesse Alice'' an ihrem ersten
primitiven Apparat mehrfache Modifikationen
angebracht haben. In der jetzigen Form läßt
sich der Apparat zur Entnahme von Wasser
aus sehr großen Tiefen gebrauchen, ohne
irgend welche Gefahr der Verunreinigung.
Wb.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
12. Nr. 284 648. Heizvorrichtung für Destillier-
röhren an Fraktionskolben, dargestellt durch
ein kurzes, weites Absteigrohr und Durch-
leitungsrohr für die Heizflüssigkeit. F. Hu-
gershoff, Leipzig. 6. 7. 06.
21. Nr. 283 666. Röntgenröhre mit versenkter
Antikathode. M. Ehrhardt, Berlin. 22. 4. 05.
42. Nr. 238 180. Konisches Glasrohr mit Kugel,
mit Hahn in Parallelschaltung, zum Messen
der hindurchströmenden Flüssigkeit. H.
Rabe, Berlin. 5. 12. 04.
Nr. 280 819. Gftrungs-Saccharimeter zur quan-
titativen Untersuchung des Urins auf Zucker-
gehalt, mit einem Abschluß durch Glashahn.
A. Küchler & Söhne, Ilmenau. 8. 5. 06.
Nr. 280 790. Apparat zur Bestimmung des
Schwefels in Eisen u. dgl , aus einem mit
Trichter versehenen Lösungskolben, der durch
einen mit einem Rohr verbundenen Hohl-
stopfen verschlossen wird. Ströhlein &
Co., Düsseldorf. 16. 5. 06.
Nr. 283 410. Gasanalysator, dessen Absauge-
vorrichtung als letztes Glied des Gefäßsystems
hinter dem Sperrwassergefäß angeordnet ist.
A. Primaresi, Magdeburg. 13. 6. 06.
Nr. 283 488. Abgekürzter Kompressionsdruck-
messer zur genauen Messung sehr kleiner
Partialdrucke von Dämpfen und Gasen. W.
Burger, Pankow-Berlin. 17. 4. 06.
64« Nr. 283252. Ein Vakuum einschließender,
mit Gummidichtung versehener Verschluß-
stöpsel für Gefäße. R. Burger & Co.,
Berlin. 11. 6. 06.
BOchepftohau.
Technolexikon des Vereins Deutscher la-
genieure«
An diesem 1901 begonnenen allgemeinen
technischen Wörterbuche für Übersetzungs-
zwecke (in den drei Sprachen Deutsch, Englisch
und Französisch) arbeiten jetzt rund 2000 in-
und ausländische Firmen und Einzelpersonen
mit; die Zahl der gesammelten Wortzettel be-
trägt über 3000000. Die Alphabetisierungs-
arbeiten sind so weit vorgeschritten, daß die
Drucklegung Anfang 1907 beginnen wird.
Druck und Verlag sind der Firma J. J.
Weber in Leipzig übertragen worden.
C. Stecherty Zeit- und Breitenbestimmungen
durch die Methoden gleicher Zenitdistanzen.
(Aus dem Archiv der Deutschen Seewarte.)
8«>. 64 S. mit 8 Fig. u. 4 Taf. Hamburg,
Hammerich & Lesser 1905.
Die dargestellten Methoden eignen sich
sehr gut zur Benutzung in den weiteren Kreisen
der astronomischen Liebhaber, Uhrmacher u. s. w.,
denn es sind erstens die Anforderungen, welche
an die instrumentelle Ausrüstung gestellt
werden, äußerst gering (es gehört eigentlich
nur ein Fernrohr mit Niveau dazu); zweitens
ist die ganze Handhabung des Instrumentes
bei der Beobachtung ungemein einfach und
drittens läßt die Berechnung der Beobachtungen
an Kürze und Durchsichtigkeit kaum etwas zu
wünschen übrig; auch die Darstellung ist den
Vorkenntnissen dieses Leserkreises angepaßt.
Das Buch enthält ausgedehnte Verzeich-
nisse von Sternpaaren (für Zeitbestimmungen)
und kürzt durch Berechnung von Hilfsgrößen,
Grenzenaugaben und sonstige Tafeln die
unvermeidlichen Vorbereitungsrechnungen mög-
lichst ab.
Die im 3. Abschnitt vorgeschlagene Methode
der Zeitbestimmung durch Beobachtung in
einem festen Höhenparallel ist von besonderem
Interesse. Diese Methode ist empfehlenswert,
wenn der Beobachtungsort nicht gewechselt
wird. Die Handhabung des Instrumentes ist
besonders einfach, die Ergebnisse stehen den
Meridianbeobachtungen in keiner Weise nach
und die Berechnung ist kürzer.
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SjSberlMe. P«fntschau. l7l
1. September ItfOa.
Verfahren zar Messung der Geschwindigkeit und des Ungleichförmigkeitsgrades
einer sich drehenden Welle, dadurch gekenDzeichDet, daß der elektrische Widerstand eines mit
der zu prüfenden Welle umlaufenden druckveränderlichen Widerstandes gemessen wird, dessen
Kontaktflächen durch die Schleuderkraft zusammengedrückt werden. H. Heimann in Berlin.
7. 5. 1904. Nr. 160 6S3. Kl. 42.
Rotierender Quecksilberunterbrecher mit EinStellvorrichtung für den Anlauf des
zwischen den Polen eines in dem Stromkreise der primären Spule liegenden Elektromagneten
(oder Solenoides) rotierenden Bisenkörpers, dadurch gekennzeichnet, daß der Eisenkörper in
seiner der Stromschlußstellung des rotierenden Teiles des Unterbrechers entsprechenden Lage
durch eine bei der Inbetriebsetzung dos Unterbrechers elektromagnetisch oder mechanisch aus-
löabare Sperrvorrichtung festgehalten wird. W. A. Hirschman in Pankow-Berlin. 10.11.1904.
Nr. 160 991. Kl. 21.
Libelle mit einer auf Stützen frei gelagerten Teilung, dadurch gekennzeichnet, daß
die Teilung durch eine einzige Bewegungsschraube verstellt wird, so daß weder unmittelbar
noch mittelbar Materialspannungen auf die Libellenröhre übertragen werden. F. Zwicky in
Winterthur, Schweiz. 11.9.1903. Nr. 160 696. Kl. 42.
Eine weitere Ansbildung des in Fat. Nr. 160 355 geschützten Verfahrens zur Messung
elektrischer Ströme nach der Kompensationsmethode, dadurch gekennzeichnet, daß für die
zur Herstellung der Differenz von elektromotorischen Kräften benutzten Normalelemente, die in
ihrer chemischen Zusammensetzung gleich oder voneinander verschieden sein können, die Pro-
dukte aus elektromotorischer Kraft und Temperaturkoefßzienten einander gleich sind. R. 0.
Heinrich in Berlin. 30. 11. 1904. Nr. 161 245; Zus. z. Pat. Nr. 160 355. Kl. 21.
Verfahren znr Herstellung von Glasgefäßen mit Bruchnähien, dadurch gekenn-
zeichnet, daß das Gefäß in einer ringförmigen Zone seines Umfangs erhitzt wird, worauf durch
einen Druck senkrecht zur Ebene der Ringzone die erweichte Wandung zum Ausbauchen
gebracht und die Ausbauchung durch Anpressen gegen einen metallenen Flansch (Ring o. dgl.)
in eine aus zwei verschmolzenen Wandteilen bestehende Ringrippe verwandelt wird, von der
Eigenschaft, daß das Gefäß unmittelbar vor dem Ringe, oder bei Anwendung von zwei Ringen
zwischen denselben, glatt und ohne Splitter abgebrochen worden kann. P. Hart mann in Berlin.
5.6.1904. Nr. 160 792. Kl. 32.
Elektromagnetanordnung für polarisierte Relais» bei welcher zwei in die Linien-
leitung eingeschaltete Elektromagnetpaare kreuzförmig um einen gemeinsamen, einen ausbalan-
zierten Hebel bildenden Anker angeordnet sind, der in seiner Ruhelage durch eine magnetische,
mittels eines Ortsstromes oder mittels Dauermagnete au den Elektromagneten hergestellte
Ruhekraft festgehalten und nur durch einen Linienstrom bestimmter Richtung zum Ausschlag
gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Anker ein Btahlmagnet benutzt wird, dessen
Pole die Enden des Ankers bilden, zu dem Zwecke, die Anbringung der magnetischen Ruhekraft
an beiden Elektromagnetpaaren zu ermöglichen und auch bei Herstellung der magnetischen
Ruhekraft an nur einem Elektromagnetpaare die den Ausschlag und Rückschlag des Ankers be-
wirkenden Kräfte zu verstärken. L. Cerebotani in Mtlnchen und A. Silbermann in Berlin.
8.7.1903. Nr. 161420. Kl. 21.
Elektromagnetisches Relais , dadurch gekennzeichnet, daß der beim Anziehen
zunächst einen zweiten Stromkreis schließende Anker beim Weiteran ziehen den ursprünglich
wirksamen Stromkreis wieder unterbricht.
2. Ausführungsform des Relais nach Anspruch 1, bei welcher der Relaisanker zunächst
einen Arbeitskontakt schließt und infolgedessen selbsttätig weiter angezogen wird, wobei dann
Ruhekontakte des zuerst geschlossenen Stromkreises geöffnet werden. R. Stock & Co. in
BerUn. 8. 9. 1904. Nr. 161 421. Kl. 21.
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172
Patantlbte.
Devtaohe
MdchMüker-Ztg.
Patentliste.
Bis zum 13. August 1906.
Klasse: Anmelduffen.
21. C. 18 877. Empfangerapparat für dieFÖm-
ttb ertragung von Bildern und ähnlichen
Flachendarstellungen mit Hilfe einer durch das
Original verschieden stark belichteten Selen-
zelle. H. Garbonnelle, Uccle, Belg. 19. 8. 05.
F. 19 367. Einrichtung zur Fernttbertragung
von bildlichen Darstellungen wie Photogra-
phien, Gemälden u. dgl. E. Fortong, Berlin.
3. 10. 04.
I. 9138. Induktions -Wechselstromzahler mit
getrenntem Haupt- und Nebenschlußmagnet;
Zus. z. Anm. 1. 8858. Isaria-Zähler-Werke,
München. 19. 5. 06.
M. 28 663. Verfahren zur Messung des Phasen-
Unterschiedes elektrischer Wechselströme
und Spannungen. B. Monasch, Langfuhr
b. Danzig. 1. 12. 05.
N. 7958. Quecksilberrelais. A.v. Nikiforoff,
Warschau. 29. 7. 05.
R. 22 653. Galvanometer. J. Richard, Paris.
25. 4. 06.
Seh. 24 691. Vorrichtung zur Femübertragung
bildlicher Darstellungen unter Auflösung und
Zusammensetzung des Bildes in parallele
Punktreihen. M. Bchönau, Blase witz.
28. 11. 05.
S. 22 396. Vorrichtung zum selbsttätigen Auf-
zeichnen des Verlaufs mehrerer physika-
lischer Vorgänge. Siemens & Halske,
Berlin. 28. 11. 03.
T. 1 1 055. Kontaktvorrichtung an elektrischen
oder magnetischen Meßinstrumenten, Relais
0. dgl. S. G. Tripp, Wilmersdorf - Berlin.
3. 3. 06.
42. F. 21731. Vorrichtung zum Anzeigen des
von einem Schiff zurückgelegten Weges.
J. u. K. Frey, Nürnberg. 5. 5. 06.
H. 34 774. Einrichtung zur Bestimmung der
Refraktion von Augen. W. Härtert, Göt-
tiogen. 23. 2. 05.
K. 30 293. Verfahren und Vorrichtung zum
Messen der Verdrehung einer Welle, elasti-
schen Kupplung o. dgl. mittels elektrischer
Ströme. G. Killat, Wilhelmshaven. 7.9.05.
L. 21325. Tachymeter zur unmittelbaren Be-
stimmung der Horizontaldistanz und des re-
lativen Höhenunterschiedes mit Hilfe eines
mit der Pernrohrachse fest verbundenen
Armes. W. Läska, Lemberg, und R. u.
A. Rost, Wien. 17. 7. 05.
R. 2270. Verfahren zum Dichten der Schau-
feln des Kreiselrades von Quecksilber- Va-
kuumpumpen. Radium Elektrizitäts-
Gesellschaft, Wipperfürth, Rheinpr. 3.5.06.
R. 22 171. Schwingende Quecksilberluftpumpe.
U. V. Reden, Franzburg b. Gehrden b. Han-
nover. 9. 11. 05.
Seh. 23 500. Kopfgelenk für Zirkel. G. S c b o e n-
ner, Nürnberg. 11. 3. 05.
S. 20 297. Vorrichtung zum Bestimmen der
Rauchstarke. H. Silbermann, Königsberg
i. Pr. 23. IL 04.
S. 21 081. Projektionsapparat mit mineralhal-
tigen Bogenlichtkohlen. Sautter, Harle&
Cie., Paris. 5. 5. 05.
St. 9646. Vorrichtung zum Bestimmen des
Feuchtigkeitsgehaltes der Luft. 0. Steffens,
Hamburg. 11. 7. 05.
ü. 2750. Kupplungsvorrichtung für von Uhr-
werken angetriebene Registriertrommeln.
G. Uli vi, Florenz. 8. 4. 05.
W. 24 146. Bildumkehrendes Prismensystem.
M. Hensoldt & Söhne, Wetzlar. 13.4.05.
W. 24 728. Antriebsvorrichtung für im luft-
verdünnten Räume durch Drehung des Ge-
häuses in Umdrehung versetzte Gyroskope.
P. Winand, Cöln. 7. 11. 05.
Z. 4804. Ramsdensches Okular mit einem zu-
sammengesetzten Augenlinsensystem, in dem
eine chromatisch korrigierende Kittflache
ihre konkave Seite der Feldlinse zukehrt.
C. Zeiß, Jena. 19. 2. 06.
47. F. 21 108. Mutter für Bewegungsschrauben.
0. Fomm, Chemnitz. 5. 1. 06.
72. N. 7709. Zielfemrohr für Gewehre und Ge-
schütze. F. Neuber, Wiener Neustadt, u.
W. V. Preiß, Baden. 23. 2. 05.
0. 4851. Zielferurohrbefestigung, die ein Vor-
wärtsgleiten des Femrohres beim Schuß ge-
stattet. Optische Werke, Cassel. 28. 4. 05.
74. J. 8674. Beleuchtungsvorrichtung für Meß-
instrumente, insbesondere Geschwindigkeits-
messer. C. Junghans, Schramberg, Würt-
temberg. 22. 9. 05.
N. 7880. Vorrichtung zur elektrischen Fern-
übertragung der Kompaßstellungen. Neu-
feldt&Kuhnke, Kiel, u. B. Freeso, Del-
menhorst. 7. 6. 05.
ErMIiiBgen.
21. Nr. 175 443. Ferraris - Meßgerät. Isaria-
Zähler-Werke, München. 27. 11. Ol.
Nr. 175448. Isoliermittel für elektrische Zwecke.
J. Fuchs, Charlottenburg. 10. 8. 05.
82. Nr. 175 385. Verfahren zur Herstellung von
blasen freiem Quarzglas. W. C. Heraeua,
Hanau. 27. 10. 04.
42. Nr. 175 854. Wärmemesser für hohe Tempe-
raturen; Zus. z. Pat. Nr. 156 008. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a.M. 13. 11. 04.
Nr. 175 355. Röhrenfederthermometer. J. B.
Fournier, Paris. 25. 12. 04.
Fttr die RedAkUon Terantworüich: A. Blaschkeln Berlin W.
Verlag von Jnllai Springer In Berlin N. — Druck von Bmll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik«
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6.
Heft 18.
15. September.
1906.
Nachdruck nur oiit Genehmigons: der Redaktion gestattet.
Einspannfutter fmr die Drehbank.
Von O. B«iohtl In Berlin.
Für mechanische Werkstätten eignet sich das nachstehend beschriebene Einspann-
futter zur Bedrehung rechtwinklig zu den Hauptflächen gelegener Begrenzungsflächen.
Es bietet den Vorteil, daß die Ausrichtung leicht und sicher zu bewirken und korrekte
Arbeit in unbeschränkter Menge zu erzielen ist.
Meine Erfah- ^^ »•
Hingen mit solchen
Futtern reichen zurück
bis zum Jahre 1867.
Pur meine frühere Präs-
maschine hatte ich mir
zwei solcher Futter zur
Einspannung beliebig
langer Stäbe (Maßstäbe)
innerhalb der Grenzen
der Maschine hergestellt
und mit ausgezeichne-
ten Erfolgen benutzt.
Nach Aufgeben
meiner Werkstatt hatte
ich das Bedürfnis, auf
der Drehbank kleinere
Stücke schnell und ge-
nau rechtwinklig bear-
beiten zu können, und
so übertrug ich die
bewährte Konstruktion
auf die Drehbank. Das
für meine Drehbank von
950 mm Wangenlänge und 140 mm Spitzenhöhe
hergestellte Futter F {Fig. 1) hat die Form eines U
in folgenden Abmessungen (im Lichten) : Länge 95 mm,
Breite 90 mm und Tiefe 50 mm. Ich kann darin
Stacke bis zu etwa 270 mm Länge, die dann aus
dem U an beiden Seiten überragen, rechtwinklig
bedrehen. Das gilt für alle Materialien, die in
mechanischen Werkstätten zu bearbeiten sind.
Das Futter ist frei von allen Schrauben-
löchern und Schrauben; nur die glatten Seiten wände
88 dienen zum Richten und Festspannen der Werk-
stücke unter Vermittelung kleiner Spannstücke wie 7,
von denen, je nach der Dicke der Arbeitsstücke,
solche von passender Größe zur Anwendung konmien. Bei solchen Werkstücken, welche
fflr die Befestigung nur wenig Raum lassen, benutze ich so^nnannte Parallelkeile, d. h.
1 F
^ i
P
' F
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174 C. Reichel, EintpannfVitter für die Drehbank. MecSanJlkS^tg
Keile von gleicher Neigung, die in entgegengesetzter Richtung zu prismatischen Stücken
von rechteckigem Längsschnitt sich ergänzen. Ich besitze zwei gleiche aufeinander
folgende Reihen von je 4 Stück aus hartem Holz und zwei Reihen von je 4 Stück aus
Gußeisen von größerer Dicke, so daß ich sehr verschieden große Lücken damit aus-
füllen kann.
Das aus Gußeisen gearbeitete Futter ist, wie aus der Fig, 1 ersichtlich, mit
sehr starken Seitenwänden versehen, also gegen Biegung und Federung durchaus ge-
schützt. Da die darin bearbeiteten Stücke jede strenge Nachprüfung aushalten sollen,
so habe ich auf seine Herstellung alle Sorgfalt verwendet und mir ein Fundamental-
werkzeug geschaffen, dem eine weite Anwendungsfähigkeit eigen ist.
Die Herstellung geschah in folgender Weise. Das rohe Gußstück aus dichtem
weichem Eisen wurde zuerst mit dem Muttergewinde für die Drehbankspindel versehen.
Die bei Anfertigung von Futtern für die Drehbank in mechanischen Werkstätten viel-
fach geübte Einschneidung des Gewindes mit dem Handgewindestahl genügt hier nicht,
das Gewinde entbehrt dann nämlich der hinreichenden Genauigkeit; dagegen liefert der
in den Support gespannte Einzahnstahl unter Anwendung einer schwindelfreien Patronen-
führung ein korrektes Gewinde, das den eben gedrehten Ansatz zur zwangfreien
Deckung mit dem laufenden Spindelansatz bringt, eine Bedingung, von der die dauernde
Brauchbarkeit des Futters abhängt.
Die Vorarbeit für die drei inneren Flächen O und 88 besteht im Ebendrehen
von Q bis zur Berührung von 88 und dem hohlzylindrischen Andrehen der letzteren
bis 6^, so weit, daß reine Metallflächen zum Vorschein kommen. Für die weitere Vor-
arbeit durch Drehen sind die Außenwände des Futters mittels einer in den Support
oder die Vorlage eingespannten Bohrvorrichtung so anzubohren, daß durch zwei gegen-
überliegende Anbohrungen je eine Rotationsachse geschaffen wird, die gestattet, daß
zwischen Spitzen die dem Reitstock zugekehrte Fläche, desgleichen aber auch die
beiden Flächen 88 teilweise eben gedreht werden können, bis sie die im Anfang er-
wähnten hohlzylindrischen Anbohrungen berühren. Damit die Ebendrehungen so weit
als möglich geschehen können, müssen die Anbohrungen der Grundfläche Q nahe liegen.
Besondere Sorgfalt ist darauf zu verwenden, daß die Anbohrungen nach einer
guten Kreisteilung geschehen, damit die sich kreuzenden Rotationsachsen rechtwinklig
zueinander liegende Flächen liefern. Es bleibt noch die Bedrohung der äußeren
schrägen Strebeflächen übrig, die deswegen von Bedeutung ist, weil dadurch das Futter
in das indifferente Gleichgewicht gebracht werden kann. Fällt der Schwerpunkt eines
Putters von erheblichem Gewicht (hier 4,5 leg) nicht mit der Spindelachse zusammen,
so tritt bei schneller Rotation leicht eine unangenehme pendelnde Bewegung der Dreh-
bank ein. Zu den in Anwendung gekommenen Rotationsachsen sind nun noch zwei
sich kreuzende zu schaffen durch Anbohrung einer jeden schrägen Fläche, und zwar so,
daß je eine Anbohrung einer gegenüberliegenden kurzen Außenfläche mit dieser eine
Rotationsachse bildet, die rechtwinklig durch die schräge Fläche geht.
Nach Beendigung der Dreharbeiten folgt die weitere Bearbeitung der drei
Flächen Q und 88. Die bei der Bedrohung roh gebliebenen Flächenteile, die vom
Stichel nicht erreicht werden können, werden zunächst mit der Feile so nahe als mög-
lich in die Fortsetzung der Andrehungen gebracht. Diese Arbeit reicht aber für die
Fertigstellung der Flächen keineswegs aus, da mit dem unvollkommenen Werkzeug,
der Feile, ebene Flächen nicht zu erzielen sind.
Eine ausgezeichnete Methode, ebene Flächen herzustellen, wkd im Fein-
maschinenbau fast durchweg angewendet, ist aber in mechanischen Werkstätten wenig
bekannt und nicht genügend gewürdigt, nämlich die Methode des Schabens, die darin
besteht, daß die über der zu erzielenden Ebene liegenden Teilchen durch eine scharfe
Kante abgeschabt werden. Die Feile stellt zwar eine Anzahl miteinander fest ver-
bundener Schaber in ihren Zähnen dar, aber sie deckt dem Arbeiter die zu beschabende
Stelle vollständig zu und nimmt leicht Teile weg, die stehen bleiben müssen, während
der einfache Schaber nur das entfernt, was überschüssig ist; er arbeitet viel sicherer
und feiner als die Feile. Eine ausführliche Beschreibung der Schabemethode zu geben,
würde hier zu weit führen, es sei nur angedeutet, daß an Hilfsstücken erforderlich sind zwei
eben geschabte Normalplatten von der Größe der Flächen 88^ ein genau gerades kurzes
Lineal zur Orientierung über die Gestalt der zu beschabenden Flächen und eine kleine
Aufsatzlibelle mit ebener Sohle, wie die in der Figur mit L angedeutete, außerdem
eine ebene Richtplatte mit drei Stellschrauben. Die Drehbank, für welche das Futter
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LS. 8e"tomW 190g. ^^ ^jJ''^_!^L ^»»•P*^^«»' ^J^^ Drehbaok. 175
bestimmt ist, maß annähernd nach der Libelle horizontal ausgerichtet sein. Vor der
Beschabung der Flächen ist es notwendig, die Hohlkanten zwischen 0 und 88 mit
einer Messerfeile zu unterfeilen, damit die Normalplatten bei Prüfung der Flächen sich
vollkommen frei anschließen können.
Es wird am zweckmäßigsten sein, zunächst die Grundfläche O zu schaben;
ihre Lage ist durch die Libelle vorzuprüfen. Das Futter wird mit seiner Ansatzfläche
auf die horizontale Richtplatte gestellt und unter der auf Q stehenden Libelle in zwei
rechtwinklig sich kreuzenden Lagen umgesetzt. Der halbe Unterschied in den Aus-
schlägen, welche die Libelle beim Umsetzen ergibt, ist durch Schaben an der Fläche
zu beseitigen. Hier müssen Lineal, Libelle und Normalplatte angewendet werden zur
Erkennung dessen, was durch Schaben zu beseitigen ist, bis schließlich die Ebene in
genau paralleler Lage zur Ansatzfläche erreicht ist.
Für die Beschabung der Flächen 88 ist das Futter auf die Drehbank zu
schrauben. Eine dieser Flächen wird in der Querrichtung zur Spindel nach der Li-
belle L durch leichtes Klopfen am Futter horizontal gerichtet, dann auf ihr die Libelle
um 90^ umgesetzt, also parallel der Spindelachse gestellt, und der Blasenstand notiert.
In dem Futter wird nun mittels des Spannstücks T eine der erwähnten Normalplatten
gegen die eben untersuchte Fläche 8 so geklemmt, daß sie nach zwei Richtungen über
diese hinausragt, um der Libelle Raum zur Aufstellung zu lassen, wenn ihre Fläche
durch Drehung der Spindel nach oben gerichtet worden ist. Da nun die Hervor-
ragungen der Platte die Fortsetzung der Fläche 8 bilden, so gibt die Libelle an ihrer
Skale an, in welchem Sinne und um wie viel die Lage der Fläche gegen die Spindel-
achse zu verändern ist. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Unterschied der beiden
Libellenausschläge gleich ist der doppelten Abweichung der Flächenlage zur Spindel-
achse. Sind in beiden Lagen der Fläche die Ausschläge der Libelle gleich groß in
gleichem Sinne, so ist die Fläche parallel der Spindel. Um zu diesem Ziel zu ge-
langen, müssen Libelle, Lineal, Probefläche und Schaber zusammenarbeiten.
Es ist Wert darauf zu legen, daß die Flächen 88 nicht allein parallel zur
Spindel liegen, sondern daß sie auch in der Querrichtung zur Spindel untereinander
parallel werden^ damit die Anwendung der erwähnten Parallelkeile möglich ist. Bei
sorgfältiger Arbeit werden die vorgearbeiteten Flächen nur geringe Abweichungen von
der korrekten Lage zeigen, die Schabearbeit wird daher vorzugsweise die Erzielung
ebener Flächen anzustreben haben.
Die Anwendungsfähigkeit des Futters ist eine vielseitige. In der Figur 1 ist die
Bearbeitung einer Platte P zur rechtwinkligen Bedrehung ihrer Begrenzungsflächen an-
gedeutet. Die der Ebene am nächsten kommende rohe Begrenzungsfläche (vorausgesetzt
ist, daß beide Grundflächen schon parallel gedreht sind) wird gegen 0 gelehnt, die Platte
gegen 8 durch T befestigt und die herausragende Fläche bedreht, dann P umgespannt
und die zweite rohe Fläche der eben bearbeiteten parallel gedreht. Die dritte Fläche soll
nun rechtwinkhg zu den eben fertig gewordenen gedreht werden. Unter leichter Ein-
spannung, die noch eine Drehung zuläßt, wird P so nach der Libelle ausgerichtet, daß die
beiden bedrehten Begrenzungsflächen parallel der Spindel werden. Die vierte Fläche
darf hierbei die Grundfläche nicht berühren, wie die Figur 1 es andeutet, andern-
falls würde eine Drehung der Platte nicht stattfinden können. Klopfen mit einem
kleinen Holzhammer bringt leicht die Platte nach der Libelle in die richtige Lage, in
der dann durch Nachziehen der Spannschraube die Feststellung zu bewirken ist. Für
die vierte Fläche genügt die Anlage der eben bedrehten dritten gegen G. Alle Be-
grenzungsflächen sind nun untereinander und zu den Hauptflächen rechtwinklig.
Nicht nur Körper von quadratischem oder rechteckigem Querschnitt, sondern
auch solche prismatische Körper, deren Grundflächen von drei oder mehr Linien be-
grenzt sind, können in dem Futter bearbeitet werden, wenn ihre Länge geringer ist,
als die Entfernung der Flächen 88 voneinander. Die Stücke sind dann, wenn die Winkel
aneinander stoßender Flächen bestimmt sind, nach entsprechenden Schablonen mit einer
Grundfläche gegen eine Fläche 8 zu spannen.
Soll die Platte P an einer ihrer Grundflächen eine zylindrische Aussparung er-
halten, so kann sie durch geeignete Zwischenlagen aus Holz oder Metall in die passende
Lage gebracht werden. Ich besitze eine große Zahl sehr verschiedener Stücke aus
hartem Holz von rechteckigem Querschnitt, die sich zu solchen Zwischenlagen eignen.
In den meisten Fällen genügt für die Befestigung im Futter ein Spannstück T, nur bei
großen, schweren Stücken sind zwei solcher nötig.
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176
C. Reichel, EinspannAittar fUr die Drehbank.
Deatseh«
Mechanlker-Ztg.
Als bis jetzt kleinstes Stück habe ich einen Körper bedreht von 10 X 1^ ^^
und einer Dicke von 8 mm; es steht aber nichts im Wege, noch weit unter diese Di-
mensionen zu gehen. Hier ist ein direktes Einspannen mit T nicht möglich. Da die
zu bedrehende Fläche über der Vorderfläche des Futters um so viel hervorragen muß,
daß der Stichel die letztere nicht berühren kann, so ist für den parallelen Anschluß
des Stückes an O ein Zwischenstück Z (Fig. 2) erforderlich, außerdem zur Befestigung
ein kräftiges oblonges Stück U^y dessen Länge mindestens dem größten Durchmesser
von T gleich sein muß, mit einer der Unterlegplatte U {Fig. 1) gleichen Einsenkung in
seiner Mitte. U^ ist an seiner Auflagefläche gegen Z und F^ in der Mitte ausgespart,
damit es sich unzweifelhaft sicher den festzuspannenden Stücken anschließen kann.
Ungleiche Dicken von Z und F^ sind durch ein geeignetes Stück Z^ zu gleichen
zu ergänzen.
Ich habe für solche Fälle in langen Jahren Abschnitte parallel gedrehter oder
gefräster Stücke gesammelt, ebenso auch Holzklötze der verschiedensten Dimensionen,
und habe daher immer Hilfsstücke zur Verfügung. Geringe Unterschiede gleiche ich
durch dünne Blechstücke oder Kartenblätter aus.
Hat man eine größere Anzahl gleicher Stücke zu bedrehen, so kann man sie
leicht zugleich einspannen, ohne eine Verschiebung gegeneinander besorgen zu müssen.
Hat man sich einmal eine der Normalplatten F (Fig. 1) an ihren Begrenzungs-
flächen nach dem beschriebenen Ausrichtverfahren mit der Libelle rechtwinklig bedreht,
so kann diese benutzt werden zur Ausrichtung aller Werkstücke, indem eine ihrer Be-
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grenzungsflächen gegen 0 und das zu richtende Stück mit einer schon bedrehten
Fläche gegen die parallel der Spindelachse laufende Fläche gelegt wird; das mehr Zeit
kostende Ausrichtverfahren mit der Libelle, welches nur ein Fundamentalstück wie F
liefern soll, ist dann entbehrlich.
Da das Einspannen von Werketücken das indifferente Gleichgewicht des Futters
stört, so ist es zweckmäßig, in die kurzen, der Spindel parallelen Außenwände zylin-
drische Stangen zu schrauben, auf denen Ausgleichsgewichte in passender Entfernung
von der Achse festgeklemmt werden können.
Ein Vergleich meines Futters mit dem in dieser Zeitschrift 1896. 8. 13 be-
schriebenen dürfte das meinige wohl vorteilhafter in der Anwendung erscheinen lassen,
besonders in der Schnelligkeit und Sicherheit der Einspannung. Dort sind Überwürfe
und Schrauben der verschiedensten Dimensionen nötig, die, den Stücken entsprechend,
in den Löchern zu versetzen sind, außerdem aber stets noch Unterstützungsstücke für
die Überwürfe von der Dicke der Werkstücke. Selten genügt auch da die Anwendung
eines Überwurfs, der elastisch bei der Anspannung durch die Schraube sich biegend,
nicht hinreichende Befestigung bietet. Ich selbst habe lange Jahre ein im Prinzip ähn-
liches Futter benutzt (vgl. Zeitschr. f. InstrJcde. 12. S.220. 1892)', ich hatte mir dieses
Futter schon im Jahre 1862 hergestellt, die beiden Spannfutter für die Fräsmaschine
1867. Letztere hatte ich zuerst mit Klemmschrauben versehen, die durch eine der
Seitenwände 8 geführt die Futter zu Schraubzwingen machten. Ein Nachteil der Klemm-
schrauben aber bestand darin, daß die Stücke bei der Anspannung verschoben wurden.
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Heu 18.
15. September I»06.
Vereinsnachrichten. — Kleiner« Mitteilung^en.
177
also die ihnen vorher angewiesene Lage nicht beibehielten. Nach Erfindung der Spann-
stücke T fiel dieser Nachteil fort; Überwürfe sind aber nicht ganz frei davon.
Die Grundidee der Futter aus dieser Zeitschr, 1896 und meinem vom Jahre
1862 fand ich schon in der mechanischen Werkstatt von Pistor & Martins bei meinem
Eintritt im Jahre 1850 vor. Es waren dort zwei Futter aus Buchsbaumholz vorhanden,
das eine von quadratischem, das andere von rhombischem Querschnitt von 120^; jedes
war ungefähr löO mm lang und in der Mitte an zwei aneinanderstoßenden Flächen mit
dem Drehbankgewinde versehen. Das erstere diente zur Bedrehung der Spiegelstühle
für nautische Instrumente, das zweite zur Bedrehung der Winkelstücke für Kompaß-
stativköpfe. Drei dieser Winkelstücke von je 120^ waren an der ünterfläche einer ko-
nischen Hülse durch Schrauben befestigt und bildeten die Scharnierteile für die höl-
zernen Stativfüße. Die Winkelstücke wurden mit Siegellack an den Futtern befestigt.
Ein Umkitten der Stücke nach Bedrehung einer Fläche brauchte nicht vorgenommen
zu werden, sondern nur ein Uraschrauben des Futters auf der Spindel. Die Fehler-
quellen dieser Futter lagen nur in dem veränderlichen Material und der Aufklttung.
Ich selbst habe erfahren, daß die bedrehten Stücke in ihren Winkeln merkbare Ab-
weichungen zeigten. Metallfutter würden jedenfalls dauernd korrekte Arbeit geliefert
haben in der Voraussetzung, daß sie genau ausgeführt worden wären.
Anfsrenommen in den Hptv. der D. O.
f.M. u. O. ist:
Hr. H. G. Kröplin; Feinmechanische
Werkstatt, Fabrikation von Barometern und
Sphärometem; Bützow, Mecklenburg.
Zwelsrereln Ilmenau.
Verein Deutscher Glasinstrumenten-
Fabrikanten. E. V.
Mit dem Patentanwalt Hm. M. Thier
in Erfurt ist vom Verein Deutscher Glas-
instrumenten - Fabrikanten ein Abkommen
getroffen worden, ihm die alleinige Ver-
tretung in Patent- und Musterschutz - An-
gelegenheiten zu übertragen, da er über
die nötige Kenntnis der Branche verfügt.
Wir bitten unsere Mitglieder in allen
vorkommenden Fällen, auch bei Einholung
derartiger Auskünfte, sich der Vertretung
des Genannten zu bedienen, weil sie ge-
wissenhafter, sachgemäßer Vertretung und
großen Entgegenkommens sicher sind.
Der Vorstand.
M. Bieler, Vorsitzender.
Kleinere Mitteilungen.
Das neue physikalische Institut
der Universität Leipzig
und Geschichtliches.
Von 0. Wiener.
Fhys. Zätschr. 7, S, L 1906,
Bei der am 8. Juli 1905 stattgehabten Bin-
weihong des neuen physikalischen Instituts
der Universität Leipzig wurde aber die ge-
schichtliche Entwicklung dieses Instituts von
dem Direktor desselben, Prof. Dr. 0. Wiener,
berichtet. Entstanden ist dasselbe aus physi-
kalischen Privatsammlungen von Leipziger Do-
zenten des 18. Jahrhunderts, die vom sächsischen
Staate angekauft wurden. Erst im Beginn des
19. Jahrhunderts, von 1809 ab, zahlte der Staat
jahrlich 150 Taler zur Erhaltung und Ver-
mehrung der Apparate; dies geschah auf Antrag
von Prof. Weiß, dem späteren Berliner Mine-
ralogen, dessen Nachfolger Gilbert, der erste
Herausgeber der Annalen der Physik, wurde.
Aber weder unter diesem nach unter seinem
Nachfolger Brandes existierte ein eigentliches
Institut, welches Hörsaal und Sammlung in
einem Gebäude umfaßt hätte. Ein solches kam
erst 1835 unter Fe ebner zu stände und wurde
in dem damals neu erbauten, Augustinum ge-
nannten Universitätsgebäude untergebracht.
Hier lehrten sodann nach einander Wilhelm
Weber und Hankel. Zu des letzteren Zeit,
im 7. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, stieg die
Zahl der Studierenden an der Leipziger Uni-
versität, welche bis dahin unter 1000 geblieben
war, sehr rasch auf mehr als 2000. Dies gab
Veranlassung zur Errichtung eines besonderen
Gebäudes für das Institut, in welchem außer
einem größeren Hörsaal auch genügend Platz
für physikalische Arbeiten geschaffen wurde,
da 600 qm an Laboratoriumsräumen zur Ver-
fügung standen.
Der weitere Anstieg der Besuchsziffer
Leipzigs hat nunmehr zur Errichtung eines
neuen Institutsgebäudes geführt, das 2000 qm
Fläche für Laboratoriumsräume lunfaßt, nur
400 qm weniger als das Züricher Institut,
welches das größte seiner Art ist. Sämtliche
Räume umschließen einen das Gebäude
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178
Klaioen Mitt«Uung«ii. — GlastechniacbM.
Deotach»
MeehaflJker-ZtK.
bis zum Dach durchsetzenden Lichthof,
der auch heizbar ist und für Arbeiten, die
größeren Raum beanspruchen, gute Dienste zu
leisten verspricht. In diesen Lichthof können
Wagen, mit Pferden bespannt, direkt hinein-
fahren, wodurch ein ungestörtes Abladen und
Auspacken größerer Maschinen ermöglicht wird.
Die Heizung der Laboratoriumsrflume erfolgt
durch Niederdruckdampf; die Heizkörper sind
aber in den Laboratorien nicht, wie sonst
flblich, in der Nahe der Fenster, sondern im
Innern der Zimmer angebracht; besondere Ver-
suche hatten n&mlich gezeigt, daß hierdurch
eine gleichförmigere Temperatur der Räume
erzielt wird.
Zur Beleuchtung wurde aus Rücksicht auf
die Billigkeit des Betriebes Gasglühlicht ge-
wählt, doch sind Hörsäle und Praktikumsäle
mit Bogenlampen ausgestattet.
Die instrumentellen Hilfsmittel des Instituts
sind wesentlich vermehrt worden. Als solche
seien u. a. erwähnt: ein Luftkompressor fQr
10 Ätm., eine dreipferdige fahrbare Dampf-
maschine, eine zweistufige Kohlensäurekälte-
maschine, verschiedene elektrische Dynamo-
maschinen und Motoren, darunter zwei Gleich-
strommaschinen der Siemens- Schuckert-
Werke fOr je 5000 Volty im ganzen also 10000
Vdt bei 0,1 Ändere maximaler Stromstärke,
ferner eine Hochdruckinfluenzmaschine nach
Töpler-Hempel-Lehmann, welche in einen
Kessel für 4 Atm. Überdruck eingebaut ist und
einen Strom von 0,1 Milliampere bei 210000 Volt
Spannung liefert, endlich auch ein Ultramikroskop
nach Siedentopf und Zsigmondy. Mk.
Besuch der Fortbildungsschulen.
Das Kammergericht hat in einer Strafsache
dahin entschieden, daß auf Grund der Gewerbe-
ordnung ein Lehrling nur gezwungen werden
kann, die Fortbildungsschule in der Gemeinde
zu besuchen, in der er beschäftigt wird; die
Fortbildungsschule seines Wohnortes braucht
er dann nicht zu besuchen, wenn er in einer
anderen Gemeinde tätig ist. Dies Urteil ist
besonders für solche Orte wichtig, wo Lehr-
linge aus den Vororten arbeiten, und umge-
kehrt, viele Werkstätten in den Vororten liegen,
deren Lehrlinge im Hauptorte wohnen.
Made in Oermany muß sich, worauf der
preußische Minister für Handel und Gewerbe
im „Ministerialblatt d. Handels- u. Gewerbe-
verwalf aufmerksam macht, auch auf den
deutschen Waren, die nach Transvaal einge-
führt werden sollen, aufgebracht sein; wegen
mangelnder Bescheinigung des Ursprungs-
landes haben wiederholt Beschlagnahmen statt-
gefunden.
Giastechnisohes.
Ein Apparat znr Messung der Durch-
dringungsst&rke und der Quantitfit
der Röntgenstrahlen und zur
photometrischen Bestimmung ihrer
Dauerwirkung.
Von G. Contremoulins.
Compt rend. 141. 8. 26. 1905,
Bereits im Jahre 1902 (Campt rend. 1S4.
8, 649) hat Verf. einen Apparat angegeben, um
die Durchdringungsfähigkeit und die Menge
von Röntgenstrahlen zu messen. Der neuer-
dings beschriebene Apparat, welcher nach dem
gleichen Prinzip konstruiert ist, besteht aus
zwei Teilen: 1. dem Metroradioskop, welches
die Durchdringungsschärfe und die Menge der
Röntgenstrahlen zu messen gestattet; 2. dem
Radiophotometer, welches die Gesamtwirkung
bei dauernder Bestrahlung auf photographischem
Wege bestimmt.
w^
Das Metroradioskop ist ein Photometer für
Röntgenstrahlen, welches auf der Vergleichung
von drei leuchtenden Flächen C, P und Q be-
ruht, deren Helligkeit gleich gemacht wird.
Die Fläche C ist ein Stück eines Bariumplatin-
cyanürschirmes, das von einem Bündel der zu
messenden Röntgenstrahlen bestrahlt wird und
vor dem sich, zwischen Schirm und Auge des
Beobachters, eine farblose, 70 % der Strahlung
absorbierende Glasscheibe befindet Zur
Messung der Durchdringungsfähigkeit der
Strahlen dient die Fläche P, welche von einem
Stück des gleichen Pluoreszenzschirmes ge-
bildet wird. Hinter der Fläche P ist eine dreh-
bare Scheibe so angebracht, daß nacheinander
8 in diese Scheibe eingesetzte Sektoren in den
Gang der auf P auffallenden Röntgenstrahlen
eingeschaltet werden können. Diese Sektoren
bestehen aus dünnen Schichten elektrolytisch
niedergeschlagenen Silbers, deren Stärke arith-
metisch von 0,02 bis 0,16 mm ansteigt, so daß
sie eine achtstufigo Skale zur Messung der
Durchdringungschärfe bilden. Zur Ausführung
der Messung kann man nun entweder die
Scheibe soweit drehen, bis die Flächen C und P
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H#ft 18. .
1&. September ItfOH.
GlaetechoUcbM. -> Palentiehau.
179
gleiche Helligkoit besitzen, oder mn:\ kanu die
Röntgenröhre soweit regulieren, bid tttr eine
bestimmte Stellung der Scheibe diese Gleichheit
eintritt. Die Flftche Q bildet ein totabreflek-
tiefendes Prisma, das von einer Lichtquelle mit
photometrisch bestimmter Helligkeit bestrahlt
wird. Verf. hat hierzu eine Azetylenlampe von
Föry gewählt. Um dem Lichte dieser Lampe
den gleichen Farbenton wie dem Fluoreszenz-
schirm zu geben, ist in dem Gang der Licht-
strahlen eine 20 mm dicke Schicht einer dO-pro-
zentigen Kupfersulfatlösung SC eingeschaltet.
Vor dieser Schicht ist überdies eine optische
Vorrichtung angebracht, welche die auf Q
fallende Strahlung beliebig abzuschwächen ge-
stattet und mit einem die Größe dieser Ab-
schwftchung angebenden Index versehen ist.
Hat man nun durch Einstellung der optischen
Vorrichtung die Helligkeit der Flächen C und Q
gleich gemacht, so bildet die Angabe des Index
derselben ein Maß für die Menge der auf C
fallenden Strahlung.
Das Radiophotometer wird gebildet von
zwei Reihen elektrolytisch hergestellter Silber-
schichten, deren Dicken bei der einen Reihe
in arithmetischer, bei der anderen in geome-
trischer Progression anwachsen. Mit dieser
radiophotometrischen Skale bedeckt man eine
photographische Platte von gleicher Art wie
diejenige, welche bei dem Strablungsversuche
benutzt wurde, und setzt sie eine bestimmte
Zeit hindurch der Wirkung der Röntgenröhre
aus, deren Intensität und Strahlungsmenge man
mit dem Radioskop bestimmt hat. Darauf
werden beide photographische Platten unter
den gleichen Umständen entwickelt und aus
dem Vergleich der benutzten Platte mit der
mittels des Radiophotometers erhaltenen Skale
wird auf die Dauerwirkung der Strahlung ge-
schlossen. Mk,
Glashohlkörper aus zwei Teilen und Verfahren zu dessen Herstellung, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Anschlußrandstreifen des einen Teils von dem des andern Teils um-
schlossen ist und der eine Randstreifen mit Erhöhungen in Vertiefungen des andern greift, so
daß beide Teile untrennbar verbunden sind.
Verfahren zur Herstellung des Glashohlkörpers nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der Randstreifen des einen Teils mit Vertiefungen ausgestattet wird, der andere
Randstreifen vor oder nach dem Ineinanderstecken der Teile an den Stellen, die den Ver-
tiefungen des ersten entsprechen, durch Erhitzen erweicht wird und schließlich die erweichten
Teile in die Vertiefungen des ersten Streifens gedrückt werden. Schott & Gen. in Jena.
3.8.1904. Nr. 160890. Kl. 32.
Fernrohr mit einer Yergröfierongsziffer, die Eins nahe liegt» dadurch gekenn-
zeichnet, daß bei Einräumung eines großen Gesichtsfeldes, aber Anwendung eines Okulars von
gewöhnlicher Art und gewöhnlichen Abmessungen ein anomaler Strahlengang im Sinne einer
Verlegung der Bintrittspupille vor das Objektiv herbeigeführt und dadurch trotz des gewöhn-
lichen Okulars das große Gesichtsfeld übersehbar gemacht ist, während zugleich durch eine dem
anomalen Strahlengang entsprechende Korrektion des Objektivs die Bildschärfe bis zum Rande
des großen Gesichtsfeldes ausgedehnt ist. C. Zeiß in Jena. 8. 7. 1903. Nr. 160 847. Kl. 42.
Verfahren zur maschinellen Erzeugung von Hohlkörpern aus Glas» durch Ein-
saugung des geschmolzenen Glases aus einem Behälter in die Vorform und Aufblasen der vor-
geformten Glasmasse, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorform zwecks guten Ausfüllens mit
der Glasmasse mit dem einen offenen Ende unmittelbar mit der Glasschmelze in Berührung
gebracht und daß zugleich vom andern Ende her die Luft abgesaugt wird. The Toledo
Glaas Cy. in Toledo, Ohio, V. St. A. 18. 9. 1902. Nr. 161 344. Kl. 32.
Verfahren zor Herstellung optischer Gitterpolarisatoren» dadurch gekennzeichnet,
daß auf oder in einem durchsichtigen Träger mikroskopische oder submikroskopische Teilchen
eines undurchsichtigen Körpers parallel oder nahezu parallel angeordnet werden.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die mikroskopischen oder submikroskopischen Teilchen durch elektrische Zerstäubung auf eine
der bekannten Arten, beispielsweise durch Kathodenzerstäubung oder Flaschenentladung, auf
dem durchsichtigen Träger festgelegt werden. F. Braun in Straßburg i. B. 19. 1. 1904.
Nr. 161 686. Kl. 42.
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180
Patenticbau. — Patentliste.
üentach«
M»eh>nlkT-Ztg.
Vorrichtung zur Yermehruag des Luftinhaltes einer za hart gewordenen Röntgen-
röhre» dadurch gekennzeichnet, daß in einer mit der Hauptröhre in direkter Verbindung
stehenden Nebenröhre eine Hilfskathode angebracht ist, mit welcher Qlimmer o. dgl. verbunden
ist, der ein gewisses Quantum Gas abgibt, sobald an dieser Hilfskathode Kathodenstrahlen ent-
wickelt werden. C. H. P. Müller in Hamburg. 16. 2. 1901. Nr. 161514. Kl. 21.
Verfahren zum Verbinden Ton Wärmemessern mit Flaschen o. dgl. durch Ein-
schmelzen, dadurch gekennzeichnet, daß ein der Fiaschenform entsprechend gebogenes Thermo-
moterrohr in die Form der zu blasenden Flasche eingesetzt und beim Blasen der Flasche mit
verschmolzen wird, wobei das Quecksilber oder Weingeist aufnehmende vordickte Ende inmitten
des Flaschenbodens in den Hohlraum der Flasche hineinreicht. G. Schroth in Coswig L S.,
und M. Siodla in Dresden. 17. 9. 1903. Nr. 161314. Kl. 32.
Als Einzel- oder Doppelfemrohr verwendbares Fernglas aus zwei Rohren» dadurch
gekennzeichnet, daß die Binzelfernrohre durch lösbare Zwischenglieder sowohl nebeneinander
zur Erreichung eines großen Gesichtsfeldes als auch voreinander zur Erzielung starker Ver-
größerung verbunden werden können. 0. Zeh in Meiuingen. 21. 8. 1904. Nr. 161652. Kl. 42.
Registrierapparat für empfindliche Mefsgeräte, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zeiger oder ein diesen ersetzender Vorsprung an dem Meßgerät sich der Drehung eines peri-
odisch über das Ausschlagsgebiet des Zeigers geführten Armes entgegengestellt und dadurch
ein Niederdrücken des Schreibstiftes herbeiführt, wobei der fOr diesen Zweck nötige Widerstand
des Vorsprunges durch Aufdrücken desselben an eine feste Unterlage erzeugt wird. P. Braun
& Co. in Berlin. 1. 12. 1904. Nr. 161429. Kl. 42.
Zeigerthermometel: mit selbsttätiger Korrektion der Zeigerstellnngnach Fat. Nr. 148 857,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rechen zur Deckung der Zeigerwelle um eine feste Achse
drehbar ist und von der Thermometerfeder aus durch ein Hebelwerk, dem eine von der Aus-
gleichfeder beeinflußte Stützung gegeben ist, bewegt wird, so daß der Ausgleich der Bewegung
der beiden Federn außerhalb des Zeigerwerkes erfolgt und der Rechen bereits die fertige Re-
sultante der beiden Federbewegungen erhalt. Steinle & Härtung in Quedlinburg. 19. 5. 1904.
Nr. 161857; Zus. z. Fat. Nr. 148 857. Kl. 42.
Patentliste.
Bis zum 80. August 1906.
Klasse: Anmeldungen.
21. G. 22 240. Verfahren zur Messung der
Dämpfung elektrischer Schwingungskreise
mittels eines Vergleichskreises. Gesell-
schaft für drahtlose Telegraphie,
Berlin. 11. 12. 05.
K. 30 208. Relais mit einer flachen Draht-
spule ohne Eisenkern in dem Kraftlinien-
felde permanenter Magnete; Zus. z. Fat.
Nr. 160 445. Kapsch & Söhne, Wien.
23. 8. 05.
K. 30651. Elektrischer Leiter. W. & G. Keß-
ler, Berlin. 5. 8. 05.
L. 22 276. Kathodenstrahlenrelais. R. v. L i e b e n ,
Wien. 9. 1. 05.
82. H. 37 221. Verfahren zum Erschmelzen von
Quarzglas aus ßergkristall u. dgl. W. C.
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42. B. 42 280. Gerät zum Nachbilden von Zeich-
nungen mit an Schienen mittels Schnur-
laufs gegenläufig bewegtem Fahr- und
Zeichenstift; Zus. z. Fat. Nr. 173 797. E.
Bronner, Eberbach a. N. 16. 2. 06.
D. 15 837. Nullenzirkel. A. Dau, Charlotten-
burg. 27. 4. 05.
P. 18 067. Zum Aufstecken an Reißfedern
geeignete Vorrichtung zur Brmöglichung
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laufenden Magneten und von diesen durch
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tretender Verschlußklappe. P. Porschke,
Berlin. 8. 11. 05.
ErtelluBgen«
Fehlen.
Ftlr die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke In Berlin W.
Verlag von Jallai Springer In Berlin N. — Drnck von Bmll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Meehanlker-Zeltxing,
Beiblatt zur Zeitschrift; für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 19. 1. Oktober. 1906.
Nmchdriick nur mit Genehaiis:iuig der Redaktion gestattet.
Zalmräder-Übersetzongen.
Von Ing. Bioh. 8««iiiAiiii In Charlottenburg.
Bei der Verwendung von Zahnrädern herrscht vielfach Unklarheit darüber,
welche Übersetzungsverhältnisse zu wählen sind und welche man gegebenenfalls be-
vorzugen soll. Zweck dieser Zeilen ist die Beantwortung der Frage nach der geringsten
Anzahl der Zähne und der billigsten Übersetzung. Es wird im folgenden die theoretische
Ableitung der kleinsten Summe der Zähnezahlen und der billigsten Übersetzung ge-
geben werden.
Das Übersetzungsverhältnis ist ein Bruch, dessen Zähler als das Produkt aus
den Zähnezahlen der treibenden und dessen Nenner als das Produkt aus den Zähne-
zahlen der getriebenen Räder anzusehen ist. Heißt n die Umdrehzahl der ersten,
n^ die Umdrehzahl der letzten Achse und nennt man a b c . . , die Halbmesser,
Z^ Z^ Zq . , . die Zähnezahlen der treibenden, ebenso a^ b^ c^ , , . die Halbmesser
sowie Z2 Z^ Zq , . . die Zähnezahlen der getriebenen Räder, so ist das Übersetzungs-
verhältnis gegeben durch die Gleichung
!L = ^ JLA. • • • = ^1 -^3 Ä .
Wi «1 &! ri . . . - Z2 Z^ ' Z^
Für eine Räderkette von (k -h 1) Achsen, also h Räderpaaren, in der jedes
treibende Rad p und jedes getriebene Rad w Zähne besitzt, wo w die größte und p
die kleinste Zähnezahl sein möge, welche man praktisch noch ausftihrt, gilt daher auch
die Gleichung
n ^ Z, Z, Z, ^ /u;v*
n, Z^ Z, Z, [p)
In dieser Gleichung bedeutet k die um 1 verminderte Anzahl der Achsen, also
eine ganze Zahl, und es ist Z^ = Zj = ^5 . . . < w, ferner Z^ = Z^ = Zq , . . S P-
Die theoretische Ableitung zur Bestimmung der Minimalwerte der Zähne- und
Paarzahlen wurde von den Professoren Young und Reuleaux gegeben.
Young suchte theoretisch das günstigste Verhältnis zwischen den Zähnezahlen
der treibenden und den Zähnezahlen der getriebenen Räder festzustellen und setzte
es variabel, gleich x. Alsdann ist
w
x= -,
P
und daraus folgt die Zähnezahl eines jeden getriebenen Rades
W = P ' Xy
da jedes treibende die Zähnezahl p besitzt. Somit hat die ganze Räderkette eine
Gesamtzähnezahl von
kiv + kp — kp (1 + x).
Hier ist vorausgesetzt, daß die erste und die letzte Achse nur je ein Rad enthält.
Ist das Übersetzungsverhältnis konstant = y, wie es auch fast immer verlangt
wird, werden also keine unrunden, sondern nur kreisrunde Räder verwendet, so läßt
sich setzen , .j,
_ * _ /^\ — ^
^ \pl ny
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182
R. Seemann, Zahnräder-Obenetzungen.
Deutsche
Mecfaantker-Ztg.
Daraus erh< man, indem man zu den Logarithmen übergeht,
In© = Mnx und i ■* z-^'
^ Inrc
Für die Gesamtsumme der Zähnezahlen fanden wir den Ausdruck
Jcp (1 -h X).
Setzt man den Wert f ür i = z-^ hier ein und nennt die Zähnezahl-
Ino;
Summe y, so erhält man die Gleichung
1) j/ =^ . i (1-hx) =i?lD5p . -^— ?.
Diese Gesamtsumme der Zähnezahlen soll ein Minimum werden, das heißt, es
1 -{- X
ist zu bestimmen, ob die Kurve von der Gleichung y = pln^
Tangente hat.
Ina;
eine horizontale
dy _
Wir setzen also den Diflferentialquotienten ^^ = 0
0 =
{^^"^(^1^)1
dx
und erhalten nach x differenziert, da y) und p konstant sind,
p ' In^) • Ina; dx— p - Iny (1 + x)
dx
und hieraus den Wert
2)
(\nxY
1 + a;
Ina: = .
X
Durch diese Gleichung der unbestimmten Analysis (transcendente Gleichung)
ist ganz allgemein die Minimalsumme der Zähnezahlen bestimmt. Die Lösung derselben
geschieht zweckmäßig auf graphischem Wege, indem man jede der beiden Seiten der
1 + n;
Gleichung, sowohl Ina; als auch , über x als Kurve aufträgt, dann ergibt jeder
X
Schnittpunkt der beiden Kurven eine Wurzel der Gleichung.
I
II
III
w
X =
p
In X
1 + x
^=lnx
(In xY
X
^cti
1
0
CO
0
CO
2
4
1,5
0,405
6,18
0,164
15.2
2
0,693
4,32
0,48
6,25
1.5
3
2,5
0,917
3,82
0,84
4,17.
3
1.10
3,64
1,21
3.31
1,33
2,66
3.5
1,255
3,59
1,57
2 87
4
1,385
3,61
1,94
2.58
1,25
2,5
5
1,61
3,73
2,59
2,82
1,2
2,4
6
1,795
3,90
3,22
2,17
1,166
2,33
7
1,946
4,10
3,95
2,125
1,14
2.28
8
2,08
4,33
4,33
2,07
1,125
2,25
9
2,2
4.55
4,84
2,065
1,11
2,22
10
2,303
4,79
5,29
2,08
1,10
2,20
15
2,71
5,90
7,34
2,18
20
3,0
7,0
9,0
2,33
30
3,41
9.1
11,62
2,67
50
3,92
13,0
15,37
3,80
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Heft 19.
1. Oktober 1906.
R. Seemann, Zahnrftder-Übertetzungen.
183
Die vorstehende Tabelle enthält die zum Auftragen nötigen Kurvenpunkte.
In derselben sind für x fortlaufende Zahlen angenommen, der In derselben und die
i+x
Werte berechnet.
X
Die beiden Kurven I und II in Fig. 1 schneiden sich beim Wert x = 3,59.
Für diesen Wert wird auch die Gleichung 2) erfüllt, wie man auch durch Probieren
finden kann.
Dieses Young'sche Theorem enthält ein für die Praxis wichtiges Resultat,
welches in Worten wiederholt zu werden verdient; es lautet:
Bei jeder Zahnräder-Übersetzung erhält man die kleinste Summe der Zähne-
zahlen, wenn man das Verhältnis der Zähnezahlen zweier ineinander greifender
Räder wie 1 zu 3ß9 wählt
Weitere Ausbildung hat dieses Theorem durch Reulea\ix erfahren. Derselbe
untersuchte, ob außer dem Minimum für die Summe der Zähnezahlen auch noch für
die Paarzahl j/' = j/ • i, d. i. die Summe der Zähnezahlen
mal der Achsenzahl, ein relatives Minimum existiert. Nach
dem Vorigen ist
^=^^^^(l^) ^^ *=E
1
\nx
3) y' = y^h=p' (Iny)^ (^^) = p • F • (1 + rc).
Fig. 1.
Diese Gleichung nach x differenziert und gleich 0 gesetzt, ergibt
(Inxf dx-- {1 -^ x) ^^^^^ dx
0 = "^
(Ina?)^
und hieraus folgt:
4) M. = 2('-±^).
(1 + 5C\
1 mit I in Fig, 1 ergibt eine Wurzel der
Gleichung beim Wert o; = 9,19.
Dieses zweite Resultat ist für die Technik ebenfalls sehr wichtig und interessant;
in Worten ausgesprochen heißt dasselbe:
Bei jeder Zahnräder-Übersetzung erhält man das kleinste Produkt aics Zähne-
zahlen und Radachsen, wenn das Verhältnis der Zähnezahlen ineinander greifender
Räder wie 1 zu 9,19 gewählt tvird, das heißt:, i)ie billigste Räderübersetzung erhält
man durch Verwendung von Rädern, deren Übersetzungsverhältnis 1 zu 9 beträgt.
Ein Beispiel möge die Richtigkeit dieser Ableitungen zeigen. Ist das Über-
n 1 1
Setzungsverhältnis — = = 070: 373". 3.3.3.3 ^^^^ Zahnräder auszuführen
und wählt man das Verhältnis aller Einzelübersetzungen 1 zu 3 und die kleinste
Zähnezahl p = 10, so ist w = 30.
Zur Ausführung der geforderten Gesamtübersetzung sind dann 9 Achsen und
16 Räder nötig.
n _1010-1010'1010'10'10
n, 30-30-30-30-30-30-30-30"
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184
R. Seemann, Zahnrader-Übenetsungen.
DentsdiB
Mechanlker-Ztg.
Die Summe der Zahnezahlen ist y = 8 • 30 + 8 • 10 = 320 und * = 8.
Wählt man dagegen für die geforderte Qesaratübersetzung das Verhältnis aller
Einzelübersetzungen 1 zu 9, für p wieder 10 und w = 90, dann erhält man 5 Achsen
und 8 Räder
n _ 10- 10- 10- 10.
ni'*90-90-90.90'
deren Zähnezahlsumme j/ = 4 • 90 -h 4 • 10 = 400 ist, A = 4. Die Paarzahl y' = y h
bei der Übersetzung 1 zu 3 wird 8-320 = 2560; bei der Übersetzung I zu 9 wird
sie 4 • 400 = 1600 betragen.
Bei der ersten Übersetzung braucht man 16 Räder und 9 Achsen, während bei
der letzteren nur 8 Räder und 5 Achsen nötig sind. Es ist wohl klar, daß letztere
Anordnung unter gleichen Gesichtspunkten wie die erstere betrachtet, die billigere Aus-
führung darstellt. Jedes andere Verhältnis der Zähnezahlen als 1 zu 3,59 gibt eine
größere Qesamtzähnezahl, und jedes andere Verhältnis als 1 zu 9,19 gibt eine größere
Paarzahl.
Um festzustellen, ob die Minimalwerte der beiden Gleichungen
flach oder spitz verlaufen, sind in Fig, 2 nach der Tabelle die
Kurven dieser Gleichungen aufgetragen worden, wobei der Ein-
Fig. 2.
fachheit halber Ingp == 1 und ^ "= 1 angenommen ist. Unter dieser Voraussetzung
zeigen die Kurven deutlich die Richtung, nach der man sich noch Abweichungen
vom Übersetzungsverhältnis gestatten darf. Die Aufzeichnung derselben hat insofern
praktisches Interesse, als man hierdurch einen größeren Überblick erhält und sofort
ersieht, welches Übersetzungsverhältnis man zweckmäßig wählen muß, um billige und
brauchbare Rädervorgelege zu erhalten.
Aus dem Verlauf der Kurven lassen sich folgende Schlüsse ziehen : Die Minimal-
paarzahl ist bedeutend kleiner, als die Minimalzähnezahl. Für x— e = 2,718 schneiden
sich die beiden Kurven; für diesen Punkt gilt, daß die Zähnezahl gleich der Paarzahl ist.
Geht man auf beiden Kurven nach links, so wächst sowohl die Gesamtzähnezahl, als
auch die Paarzahl sehr rasch, für a; = 1 sind beide cxd. Daraus folgt, je kleiner das
Verhältnis der zusammenarbeitenden Räder, um so größer wird die Zähnezahlsumme und
die Paarzahl. Auf der rechten Seite dagegen zeigen beide Kurven einen flachen Ver-
lauf, das heißt: die Zähne- und Paarzahl ändert sich innerhalb gewisser Grenzen wenig
und es gilt für die Praxis das Minimum der Zähnezahlsumme auch noch für
Übersetzungen, die zwischen 1 / 2ß und 1 / 5,6 liegen, das Minimum der Paarzahl,
Produkt au^ Zähnezahl mal Achsenzahl, auch noch für Übersetzungen zwischen
1/6 und 1/16.
Billige Zahnrädervorgelege fangen also bereits bei einem Übersetzungs-
verhältnis 1/6 an.
Diese Resultate mögen ausgedehnte Anwendung finden und zur Konstruktion
konkurrenzfähiger Zahnräder-Übersetzungen führen.
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H«fll9.
1. Oktober 1906.
Verelnsaacbrichten. — Kleinere Mitteilungen.
185
Vei
Aufsrenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. 0. sind die Herren :
Waldemar Hensoldt, i. Fa. M. Hen-
soldt k Söhne, Wetzlarer Optische Werke;
Wetzlar.
A. V. Walentynowicz; Optiker und
Mechaniker ; Königsberg i. Pr. , Stein-
damm 136.
MitgliederverzeiolmiB.
In der Zeit vom 1. Juli bis 30. Sep-
tember d. J. sind folgende Veränderungen
bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
Dr. Max Edelmann jr.; Erdmagne-
tische und physikalische Meßinstrumente;
Meteorologische , physiologische , elektro-
medizinische Apparate ; Ablesefernrohre ;
Elektrotechnische Apparate; Vollständige
Einrichtungen von magnetischen Observato-
rien; Manchen, Nymphenburger8tr.82. Hptv.
Waldemar Hensoldt, i. Fa. M. Hen-
soldt & Söhne, Wetzlarer Optische Werke;
Wetzlar. Hptv.
H. C. Kröplin; Feinmechanische Werk-
statt, Fabrikation von Barometern und
Sphärometern; Bützow, Mecklenburg. Hptv.
Friedrich Schönfeld; Fabrikant von
Glasinstrumenten; Ilmenau, Thür. Um.
Prof. Dr. Hermann Th. Simon; o. Prof.
an der Universität; Göttingen, Nicolaus-
berger Weg 20. Gttg.
A. V. Walentynowicz; Optiker und
Mechaniker; Königsberg i. Pr. , Stein-
damm 136. Hptv.
B. Ausgeschieden:
C. Haase; Berlin.
Cpt. A. Mensing; Berlin.
C. Schneider, Oberweißbach.
C. Änderungen in den Adressen:
Prof. O. Behrendsen; Göttingen,
Stemstr. 7.
Dr. K. G. Frank; Cöln (Rhein), Schil-
lingstr, 10.
D. O. i. M. u. O. Abt. Berlin E« V«
Sitzung vom 18. September 1906. Vor-
sitzender Hr. W. Handke.
Der Vorsitzende berichtet, nach einigen
Begrüßungsworten anläßlich des Wieder-
beginuR der Sitzungsperiode, tlber den 17. Me-
chanikertag in Nürnberg, wobei er besonders
die Verdienste des Ortsausschusses hervor-
hebt, über die Bayerische Jubiläumsausstellung
und über die Bleistiftfabrik von Job. Faber;
im Anschluß daran sprechen Hr. Blaschke
über den Besuch in der Metallwarenfabrik Gebr.
Bing und Hr. v. Liechtenstein über die
Siemens-Schuckert- Werke in Nürnberg und das
Gormanische Nationalmuseum.
Zur Aufnahme hat sich gemeldet: Hr. Otto
Daefler, i. Fa. C. Ossyra; Werkstatt für Mo-
delle und Holzmaßstäbe; Berlin N20, Wiesen-
Str. 25. Bl
Kleinere Mitteilungen.
Tinol, eine neue Lötmasse»
Von M. Corsepius.
Verhandl. d. Ver. $. Beßrd. d. Qnoerbfl.
So. S, ^5r. 1906.
Die Firma Küppers Metallwerke in
Bonn stellt eine durch Patent geschützte Masse
für Weichlötung, Tinol genannt, her, bei der das
Weichlot (Legierung aus Zinn und Blei) als feines
Pulver mit dem die Oxydation verhindernden
bezw. das Oxyd lösenden Mittel (Chlorammonium
oder Chlorzink) zu einer salbenartigen Paste
mittels indifferenter flüssiger Stoffe (z. B. Gly-
zerin, hochsiedender Kohlenwasserstoffe oder
Alkohole, Vaseline, öle und Fette) vermischt
ist; durch Zusatz eines ohne Rückstand ver-
brennenden oder beim Löten verschwindenden
Mittels, etwa Zellulose, wird mehr oder weniger
starke Konsistenz erreicht. Das Weichlot wird
dadurch pulverisiert, daß das geschmolzene
Metall vor einer Düse durch Preßluft oder
Dampf zerstäubt wird, ein Verfahren, das zur
Herstellung des Metallpulvers für Bleistaub-
akkumulatoren der Blektrizitäts-Gesell-
schaft Gelnhausen früher patentiert
wurde. Besonders beachtenswert für die Aus-
wahl der Bestandteile des Tinols sind ihre
Schmelz- bezw. Siedetemperaturen. Das Löt-
zmn schmilzt bei 180 <^ bis 200^*; wählt man das
Desoxydationsmittel nun so, daß es erst bei
einer höheren Temperatur siedet (z. B. Glyzerin
bei 290^), so wird eine Oxydation des Lotes,
da bei der oben angegebenen Herstellungsart
jedes Lotteilchen von Paste umgeben ist, bis
zum Schmelzen und während desselben ver-
hindert, weil ein Luftzutritt nicht stattfinden
kann.
Bin Vorzug des Tinols gegenüber der üb-
lichen Zinnlötung ist, daß Infolge der Pasten-
form, die das Lot fein verteilt enthält, das
Löten kleiner Gegenstände ebenso bequem ist
wie das Löten großer. Die Paste kann in jeder
beliebigen Menge auf die Lötstelle aufgestrichen
oder mittels Pinsels aufgetragen werden, und
man kann dann entweder den Gegpnstand
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186
Kleinere Mitteilungen.
Deiiische
Mechaptker-Ztg.
mittels Lötkolbens oder einer Flamme erhitzen
oder bei Massen lötungen die Erwärmung in
einem Warme- oder Lötofen stattfinden lassen.
Für die Verwendung in der Elektrotechnik
dürfte sich das Tinol besonders gut eignen.
Nach den „Sicherheitsvorschriften für die Er-
richtung elektrischer Starke tromanlagen" wird
verlangt, daß zur Herstellung von Lötungen
ein säurefreies Flußmittel Verwendung findet,
damit die Lötstellen nicht nachträglich ange-
griffen werden; man benutzt daher gewöhn-
liche Harze, die jedoch einen klebrigen Rück-
stand hinterlassen und somit wenig geeignet
sind, während dem Tinol dieser Übelstand nicht
anhaftet
Verf. erörtert dann einige Lötversuche an
Drähten mit gewöhnlichem Stangenlot und mit
Tinol. Er verglich zur Beurteilung der Güte
der Lötstellen (entsprechend den genannten
„Sicherheitsvorschriften") den Widerstand von
Drähten ohne Lötstellen mit gleich langen, nach
beiden Methoden gelöteten Drähten und kam
zu dem Ergebnis, „daß die Stücke mit Löt-
stellen beaer leiteten, als die fortlaufende unge-
lötete Leitung". Verf. hat hier augenscheinlich
übersehen, daß die Leitung an der Lötstelle
infolge des Lotes und des Zusammenfügens
der zu verlötenden Stellen durch Drillen (er
spricht von Würgelötstellen) einen größeren
Querschnitt erhalten hat und daß hauptsächlich
dadurch der Widerstand ein geringerer ge-
worden ist. Auch die Erhitzung bei der Lötung
könnte Einfluß auf den Widerstand haben, da
der Draht dadurch weicher wird; jedoch sind
Resultate zu erhalten, müßten Drähte senk-
recht oder schräg zur Drahtachse durchschnitten
und dann mit der Schnittfläche direkt auf-
einander gelötet werden, so daß der Draht wie
ein ungelöteter erscheint. Es würden sich dann
wohl nur sehr geringe Unterschiede zwischen
den verschiedenen Arten der Lötung und
zwischen diesen und dem fortlaufenden Draht
zeigen. Bei derartig angestellten Versuchen
müßte natürlich auch das überflüssige Lot
jedesmal gleich weit entfernt werden, da auch
Lötungen mit Stangenzinn, wenn auch viel-
leicht schwieriger, sauber ausgeführt werden
können. Die vom Verf. angestellten Versuche
entsprechen zwar der wirklichen Anwendungs-
weise in der Elektrotechnik beim Verbinden
von Leitungen, können aber zum Vergleich
mit ununterbrochenem Draht nicht dienen.
Durch einen gleichen Irrtum sind die Resul-
tate der Zerreißversuche an Lötstellen (Wickel-
löUieüen) entstanden; es zeigte sich nämlich,
„daß sämtliche Drähte im zusammenhängenden
Draht und nicht in der Lötstelle gerissen
waren.** Der Querschnitt der Wickellötstellcn
war eben größer.
ünstreitbar ist aber das Tinol in der An-
wendung wesentlich bequemer als die Be-
nutzung von Stangenzinn. Klßm.
Bördel maschlne
der Firma Oskar Becker in Aue i. Sa.
Mitgeteilt von Dr. K. G. Frank in Cöln.
Die Maschine dient dem Zweck, aus Blechen
kreisrunde Scheiben zu schneiden und diese
die ermittelten Unterschiede von 5 bis 6%
zwischen dem Widerstand der fortlaufenden
Leitung und der mit Lötstelle versehenen hier-
durch nicht zu erklären. Auch hat Verf. teil-
weise für seine Versuche verseilte Drähte und
Litzen benutzt, die natürlich viel von dem Lot
aufsaugen und dadurch ihren Leitungsquer
schnitt wesentlich ändern. Um vergleichbare
I mit einem Bord zu versehen. Sie soll natürlich
nicht die Stanze ersetzen, wohl aber das
unrationelle Holzfutter, auf dem noch vielfach
ein Rand oder Bord „gedrückt** wird. Vor dem
Stanzen wie vor dem Drückverfahren hat das
Bördeln mit dieser Maschine den Vorteil, daß
man ohne weiteres Durchmesser der Scheibe
und Bordhöhe verändern kann; außerdem kann
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Bart 19.
1. Okiober itfOS.
Kleinere Mitteilungen.
187
man aber auch stärkere Bleche (bis 4 ittfii auf
kleineren Maschinen) bearbeiten. Solche Ma-
schinen werden deshalb überall da von Vorteil
Bein, wo Gehäuse und Kappen für Meßinstru-
mente , Böden und Deckel für Metallgef&ße
nicht in so großer Anzahl herzustellen sind,
daß Stanzen lohnt; femer käme in Betracht
die Herstellung von Blenden für große Fem-
rohre, das Ausschneiden von runden Scheiben
aus Eisen- und Messingblech überhaupt. Kurz-
um die Verwendung einer solchen Maschine
wird in Werkstätten, die nicht in Massenfabri-
kation herstellen, ebenso mannigfach wie lohnend
sein. Die Einrichtung der Maschine ist so
einfach, daß ein Blick auf die Abbildung zu^
Erklärung genügt.
Bearbeitung und Verwendung: Ton
Hart- und WelchsrummK
Gummietg, 1905. S. 138,
Zur Erwärmung zwecks Bugen$ und FormeiM
von Gegenständen aus Hartgummi bedient man
sich eines flachen Blechkastens, der völlig ge-
schlossen ist und in dem heißer Wasserdampf
zirkuliert; man kann auch siedendes Wasser ver-
wenden, in weichem Falle der Kasten natürlich
Öffnungen für Einfüllen des Wassers und Abzug
des Dampfes haben muß. Bei gehöriger Vorsicht
kann man auch eine Metallplatte gleichmäßig
durch Gas erwärmen, und zwar indem man ein
Gasrohr in S-Form biegt und auf der der Platte zu-
gekehrten Seite mit vielen kleinen Löchern ver-
sieht. Die Hartgummi gegenstände werden nun
auf den Kasten oder die Platte gelegt, mit
Tuch oder Filz bedeckt, nach Erweichen bei
etwa 100® C schnell in die gewünschte Form
gebracht und im kalten Wasser abgekühlt.
Beim Biegen komplizierter Teile ist es zweck-
mäßig, durch eine Filzplatte denjenigen Teil
gegen Erwärmung zu schützen, der nicht ge-
bogen werden soll oder schon gebogen ist
Für eine Anzahl medizinischer Bedarfsartikel
geschieht die Herstellung zweckmäßig derart,
daß man die bis zum Biegen fertig gestellten
Stücke Hartgummi in kochendes Wasser wirft
und sie dann nach Erweichen in vorgewärmten
Metallformen preßt und noch in diesen Formen
in kaltem Wasser abkühlt.
Beim Befestigen von Oummiiiberzügen auf
Metallen ist zu beachten, daß die Haftintensität
des vulkanisierten Gummis — also der Art,
die fast ausschließlich in den Handel kommt,
— auf solchen Metalien am größten ist, die
sich am leichtesten mit Schwefel verbinden.
Deshalb ist Kupfer dasjenige Metall, das sich
am festesten mit Gummi verbindet. Selbst auf
einer flachen, verhältnismäßig glatten Kupfer-
fläche haften die Gummiüberzüge durch Auf-
vulkanisieren so fest, daß sie nur durch Ab-
stemmen in kleinen Stücken losgetrennt werden
können; direkt auf Kupfer in dünnen Lagen
aufgelegte Weichgummischichten kann man
nur durch Abschneiden in kleinen Fetzen ent-
fernen. Freilich muß die Metalloberfläche völlig
entfettet und trocken sein. Es empflehlt sich
demnach, andere Metalle, z. B. Zink, Zinn, Blei,
Eisen, wenn große, glatte Flächen überzogen
werden sollen, mit einem Kupferniedcrschlag
zu versehen, um eine gute Haftung zu erhalten.
Dieses . Auf vulkanisieren*" von Gummi auf
Metall erfordert allerdings einen speziellen Ofen,
und man übergibt deshalb am besten die zu
überziehenden Gegenstände einem Gummiwerk.
Ein anderes Verfahren gestattet schon eher,
das Überziehen selbst zu besorgen.
Man bedient sich dazu eines besonderen
Kittes, Almeidin genannt, der durch Erhitzen
dünnflüssig gemacht wird. Die Metallteile
werden ebenfalls stark angewärmt, die heiße
Lösung gleichmäßig aufgestrichen und dann
der Gummi fest aufgepreßt. Nach dem Erkalten
haftet der Gummi sehr fest auf der Metallober-
fläche, denn Almeidin ist ein ausgezeichneter
Kitt, dem auch nach dem Erkalten eine ge-
wisse Elastizität verbleibt. Dieser Kitt kann
von jeder Gummifabrik bezogen werden.
Dr Karl ö. Frank.
Neuer Zolltarif In Spanien.
Der neue Zolltarif vom 23. März 1906 ist
revidiert und in der revidierten Gestalt, in der
er am 1. Juli in Kraft getreten ist, veröffent-
licht. Von besonderem Interesse sind folgende
Positionen (in Fesetaa = 0,80 If für 100 kg)
jetzt früher
Glas, Kristall und Halbkristall,
weder gefärbt u. s. w. . . . 40
Desgleichen, gefärbt u. s. w. . 65
Aluminium und dessen Legie-
rungen, verarbeitet, zu an-
deren Gegenständen als zum
häuslichen Gebrauch ... 4
Alle sonstigen gewöhnlichen
Metalle und deren Legie-
rungen, verarbeitet ....
Optische Apparate und Instru-
mente für Sternkunde u. s. w.
Apparate für Telegraphen und
Fernsprecher, Elektrizitäts-
zähler u. s. w
65
10
45
76
8
75
15
2,50
Entscheidungen der Zollbehörden.
Im Australischea Bund zahlen Umschalter-
taft'ln aus Marmor mit Amperemetem, Volt-
metern, Wattstundenmessern imd Synchrouisier-
apparat, vollständig, als elektrische Maschinen
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188
Klainar« Blitteilimg«ii. — Gla«t«chnisches.
DentBche
Mechanlker-Ztg.
and Apparate, 12,5 % ^^^^ Wertes als Bin-
gaDgszolL
In Chile sind Retorten mit 25 v. H. des
Werts zu verzollen und dabei gemäß Nr. 571
mit 2,50 PeaoB für l kg einschließlich der in-
neren Umhüllung zu bewerten.
Die Einfuhr Rußlands aus Deutschland
an wissenschaftlichen Instrumenten ist i. J. 1905
auf 2 789000 Bubd (rd. 6 000000 M) zurückge-
gangen gegenüber 8156000 Ri4(ef(rd.67000001f)
i. J. 1904.
Qlastechnisches.
Abdampfschalen mit Notizrand.
CKem.'Ztg. SO. S. 715. 1906.
Die Neuheit an der Abdampfschale, die in
allen Größen und Formen hergestellt werden
kann, besteht in der Anbringung eines An-
satzes mit mattierter Oberflache, auf der sich
mit einem harten Blei- oder Tintenstift Notizen
GesehKchGeschUlzt.
schreiben lassen. Hierdurch werden Verwechse-
lungen vermieden, gegen die einfaches Numerie-
ren nur wenig nützt. Auch kann man auf dem
Ansatz Bemerkungen machen, die sich auf den
Verlauf der Analyse beziehen. Die Notizen
lassen sich leicht wieder abwischen, werden
aber nicht von selbst unkenntlich, da sie mit
dem Dampf nicht in unmittelbare Berührung
kommen. Diese Abdampfschalen werden von der
Firma Gustav Müller in Ilmenau vertrieben.
Poröse Körper als Durchwege f Qr Oase.
Poröser Kontakt.
Von K. Frytz.
Ann. d. Fhy». 18. S. 617. 1905.
Um beim Arbeiten mit der Quecksilber-
luftpumpe die Gase vor Verunreinigungen oder
mangelhafter Dichtung zu sichern, hat man
ein ganz zuverlässiges Mittel, nämlich die
Verbindungen durch Zusammenschmelzen der
Glasröhren herzustellen. Dieses Verfahren
kann jedoch dann nicht angewendet werden,
wenn es sich um zwei schon verschlossene Be-
halter, die nicht vor der Verbindung geöffnet
werden dürfen, handelt, wenn man eine Ver-
bindung zeitweilig unterbrechen muß, oder
wenn man mit Röhren aus verschiedenen
Materialien arbeitet, z. B. Glas und Quarz. In
solchen Fallen verwendet der Verf mit Vorteil
die gegenseitige Berührung zwischen zwei
porösen Körpern unter Quecksilber. Die Poren
müssen so eng sein, daß das Quecksilber nicht
bei dem Überdruck einer Atmosph&re hinein-
dringt; im übrigen wird man sie möglichst weit
wählen. Am geeignetsten hat sich Schamotte
erwiesen, wie sie zu den Deckeln der Ver-
brennungsöfen verwendet wird.
Das Prinzip des Verfahrens ist aus Fig. 1
ersichtlich. Unterhalb der trichterförmigen Er-
weiterung des Rohres r ist ein Schamotte-
Stöpsel mittels Siegellacks festgekittet; in die
Erweiterung wird Quecksilber gegossen. Das
Rohr r'f das unten durch einen gleichen, ein
wenig aus dem Rohre hervorragenden Stöpsel
verschlossen ist, wird in das Quecksilber des
Trichters herabgeführt und oben mit der Luft-
pumpe verbunden. Das Quecksilber dringt
^
^
r^
Fl«. 1.
Flg. 2.
Flg. 8.
nach dem Auspumpen nicht hinein; wenn man
aber die beiden Stöpsel gegeneinander preßt,
so wird eine Gasverbindung zwischen den
beiden Röhren r und r' hergestellt , was sich
dadurch zeigt, daß das Quecksilber in r empor-
steigt. Die Gasverbindung ist völlig zuver-
lässig; sie wird hergestellt, sobald die beiden
Stöpsel gegeneinander gedrückt werden,,» und
augenblicklich unterbrochen, sobald sie getrennt
werden.
Verf. beschreibt dann eine Reihe von An-
wendungen poröser Stöpsel und erl&utert die-
selben durch Abbildungen. So gelang es dem
Verf., in Gemeinschaft mit Hm. Th. Thor-
kelsson, durch Verwendung des porösen
Kontakts aus Gasen von mehreren islandischen
heißen Quellen Argon und Helium zu isolieren.
Auch zur Herstellung eines Barometers ver-
wendete der Verf. die porösen Stöpsel, wie aus
Fig 2 ersichtlich ist. Der eine Schenkel eines
gebogenen Rohres ist unterhalb einer Er-
weiterung durch einen Schamottestöpsel ge-
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Heft 10.
Oktober 1906.
GlastechoUches.
189
schlössen, der andere ist mit einem Quecksilber-
gefäB in Verbindung. Gießt man Quecksilber
in die Erweiterung, so kann man das Rohr
mittels der Quecksilberpumpe evakuieren,
eventuell unter Erwärmung des größten Teiles
des Rohres. Nach dem Auspumpen läßt man
das Quecksilber aus dem Behälter in das Rohr
hinüberfließen. Die ganz mit Quecksilber ge-
füllte Erweiterung wird mit Leder verbunden,
um ein Abfließen des Quecksilbers zu ver-
hindern. Das Barometer hat den Vorteil, daß
es zu jeder Zeit leicht aufs neue durch den
Stöpsel evakuiert werden kann.
Eine Anwendung des porösen Stöpsels, die
namentlich viel von Glasbläsern gebraucht
werden kann zum genauen Abmessen einer
gegebenen Menge von Quecksilber, zeigt Fig, 3,
Ein Glasrohr wird an einem Ende zu einer
feinen Spitze ausgezogen, das andeod Ende
wird mittels eines Stf^psels von Gips ge-
schlossen. Stockt man die Spitze in Queck-
silber, während ein über das andere Ende ge-
schobener Schlauch mit der Wasserluftpumpe
verbunden wird, so steigt das Quecksilber in
das Rohr hinauf, bis es vom Gipsstöpsel zurück-
gehalten wird. Das Rohr wird aus dem Gefäß
emporgehoben, während das Vakuum in den
Poren des Gipses noch vorhanden ist; nachher
kann oben Luft eintreten, ohne daß das Queck-
silber ausfließt. Durch einen angemessenen
Überdruck wird die ganze Menge ausgetrieben.
Diese Vorrichtung dürfte z. B. auch beim Ju-
stieren von chemischen Meßgeräten Verwendung
finden können. Wb,
Eine einfache Form
Ton rotierenden Elektroden für
elektrolytlache Analysen.
Von F. Mollwo Perkin.
Chem. NewB 93. S. 283. 1906.
Einen einfachen Apparat für elektrolytische
Analysen, der in jedem Laboratorium hergestellt
werden kann, zeigt nachstehende Figur. Die
beiden Elektroden werden von zwei 1 mm
starken Platindrähten gebildet, welche in einem
mit Abflußhahn versehenen Glasgefäß ange-
ordnet sind. Die Kathode ist an einer dreh-
baren Achse befestigt, so daß sie während der
Analyse in Rotation versetzt werden kann.
Die Form des Gefäßes ist für den Fall sehr
bequem, wenn es erforderlich ist, den Metall-
niederschlag nach beendeter Analyse auszu-
wasehen, ohne den Strom zu unterbrechen.
Man braucht dann nur den Hahn zu öffnen
und von oben destilliertes Wasser nachzugießen.
Für die Analyse von manchen Metallen hält
es Verf. für empfehlenswert, die Platindrähte
mit dem Sandgebläse zu behandeln, um auf der
rauhen Oberfläche ein besseres Haften des
Metallniederschlages zu erzielen ; doch ist dies
für eine sehr große Anzahl von Metallen nicht
erforderlich. Mit Rücksicht auf den hohen
Preis des Platins macht Verf. darauf auf-
merksam, daß man in vielen Fällen, z. B. bei
der elektrolytischen Füllung von Kupfer, Zink
oder Eisen, das Platin ohne Nachteil durch
^^ Nickel ersetzen kann; man muß
dann allerdings nach jeder Ana-
lyse die Nickelelektroden wägen,
um etwaige Gew ich td Verluste
festzustellen, was bei Platin-
elektroden in der Regel nicht
nötig ist. Immerhin ist auch
Platin nicht so unangreifbar,
wie dies sonst allgemein ange-
nommen wird. Nicht nur ist es
in Königswasser löslich, sondern
es wird auch bei elektroche-
mischen Reaktionen vielfach an-
gegriffen , 80 beispielsweise,
wenn es als Anode in einer
CyankalilÖsung verwandt wird.
Dem gegenüber weist Verf. da-
rauf hin, daß neuerdings von der
Firma Johnson, Matthey & Co. Iridium von
99 7o Reinheit geliefert wird. Dieses Metall
ist so hart wie Stahl und kann in Königswasser
gekocht werden, ohne irgendwie angegriffen
zu werden, auch geschmolzenes Blei wirkt
nicht darauf ein; es läßt sich allerdings nicht
zu Draht ziehen, sondern kann nur in heißem
Zustande zu Platten ausgewalzt werden.
Oebrauchsniuater.
Klasse :
12. Nr. 285 969. Kochkolben mit exzentrisch
angebrachtem Hals. W. v. Bolton, Char-
lottenburg. 19. 7. 06.
Nr. 286 439. Trichter mit ein Sieb enthalten-
dem Oberteil. E.Schneider, Berlin. 7.7.06.
21. Nr. 286 599. Vakuumglasgefäß mit Knöpfen
neben den Einführungsdrähten. Schott &
Gen., Jena. 6. 11. 05.
Nr. 287 059 u. 287 060. Schutzhüllen für Rönt-
genröhren u. dgl. Apparate, mit im Innern
angeordneten Rippen und mit aus einem
Stück hergestelltem Rohr (Tubus, Stutzen).
H. Traun & Söhne, vorm. Harburger
Gummikamm -Co., Harburg. 14. 8. 06.
80. Nr. 286 934. Gärkolben, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der offene Schenkel des gra-
duierten Rohres mittels Stopfens verschlossen
ist. F. Hugershoff, Leipzig. 4. 8. 06.
Nr. 286 774. Ölzerstäuber, bestehend aus einem
Glasgefäß mit aufgesteckten Zubehörteilen
aus Metall. Selzer & Co., Cassel. 11.5.06.
42« Nr. 284 941. Kaliapparat mit drei konzen-
trischen Absorptionsgefäßon. J. Rothe,
Groß-Lichterfelde. 26. 6. 06.
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190
GlaittchnischM. ~~ BQcherschau.
Nr. 285 171. Bürette mit angeblasenem Kolben
und seitlichem Ablaßhahn. F.Hugershoff,
Leipzig. 12. 7. 06.
Nr. 286 053. Apparat zur Bestimmung der
flüchtigen Saure im Wein, bestehend aus
einem schlanken Kochgefäß, einem Sicher-
heitsschutznetz und einer Aufhängevorrich-
tung. H. Boetticher, Geisenheim a. Rh.
4. 7. 06.
Nr. 286 311. Sicherhoitspipette mit Überlauf-
sack und Absperrhahn. H. Kappeller,
Wien. 28. 7. 06.
Nr. 286 313. Fieberthermometer mit zum unter
die Zunge Stecken geformtem Queckailber-
behälter. C. Horbach, Biebrich a. Rh.
30. 7. 06.
Nr. 286 627. Für arztliche Thermometer die-
nendes Etui mit zwei an einem Ende be-
findlichen, nach verschiedenen Richtungen
aufklappbaren Deckelteilchen. 0. Baum-
gärtner, Leipzig-SchOnefeld. 10. 7. 06.
Nr. 286 632. Vorrichtung zum schnellen Füllen
und Entleeren von Pyknometern durch
Saugen oder Blasen. F. Hugershoff,
Leipzig. 16. 7. 06.
Nr. 286 864. Apparat zum direkten Ablesen
des Stärkegehalts und Trockensubstanzge-
halts in Kartoffelproben, dadurch gekenn-
zeichnet, daß an einem in eine Spindel mit
Skala auslaufenden Senkkörper ein Gefäß
zur Aufnahme der Kartoffeln angebracht ist.
H. v. der Heide, Duisburg. 12. 4. 06.
BQchepschau.
W. Yolkmann» Der Aufbau physikalischer
Apparate aus selbständigen Apparatenteilen
(Physikalischer Baukasten). gr.-8o. VIII, 98 S.
mit 110 Fig. Berlin, Julius Springer 1905.
2,00 M.
Dieses kleine Werk sollte kein Physik-
lehrer versäumen sich anzuschaffen; ein jeder
wird darin neue Hilfsmittel für die Ausge-
staltung des Experimentalunterrichtes finden.
Der Verf., Assistent für Physik an der
Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, hat die
Möglichkeit dargelegt, die für physikalische
Vorlesungen erforderlichen Demonstrations-
apparate vor den Augen der Zuhörer während
der Vorlesung selbst aus den einzelnen Appa-
ratenteilen aufzubauen. Die Vorteile dieses
Verfahrens in didaktischer Beziehung sind un-
mittelbar einleuchtend. Während der Hörer
sich sonst mit dem äußeren Anblick der fertigen
Apparate begnügen muß und sein Verständnis
für die Bedeutung der einzelnen Apparatenteile
ein oberflächliches bleibt, kann der Lehrer beim
Aufbau des Apparates während des Unter-
richtes den Zweck jedes einzelnen Teiles er-
Deataeh«
Medumlker-ZtR.
klären und seinen Zusammenhang mit den
übrigen Teilen des Apparates und die Art seiner
Wirkung darlegen.
Als Mittel zu dieser Ausgestaltung des
physikalischen Unterrichtes dient dem Verf.
das Bunsenstativ nebst seinen Zubehörteilen,
den Muffen, Klemmen u. s. w. Gemeinsam mit
der Firma Georg Beck & Cie. in Berlin-
Rummelsburg hat er diese Apparatenelemente
konstruktiv durchgebildet, so daß der Aufbau
von Apparaten der kompliziertesten und mannig-
faltigsten Art mittels derselben möglich ist.
Durch saubere Bearbeitung der bisher meist
in sehr roher Ausführung hergestellten Buusen-
stative und ihrer Zubehörteile werden die aus
ihnen aufgebauten Instrumente zur genauen
Justierung und zur Ausführung von Messungen
geeignet.
Die.Stäbe der Stative bestehen aus genau
kreisrund gezogenen^ harten Eisen und bei
eisenfreien Stativen aus gezogenem Messing.
Der Fuß der Stative hat drei Ausläufer, von
denen einer flacher gehalten ist als die beiden
anderen, so daß er unter den gleichartigen
Fuß eines zweiten Statives geschoben und
somit zwei oder mehrere Stative bis zur Be-
rührung ihrer Mittelstücke aneinander gerückt
werden können. Die Muffen und Klemmen
werden an ihren Klemmflächen ausgefräst.
Hierdurch wird erreicht, daß die Achsen der
durch die Teile zusammengehaltenen Stücke
sich genau senkrecht kreuzen. Um bei ein-
seitiger Belastung der Stative die erforderliche
Stabilität zu erhalten, bringt Verf. auf hori-
zontalen Achsen verschiebbare Ausgleich-
gewichte an. Außer den bisher üblichen Zu-
behörteilen zum Bunsenstativ verwendet Verf.
noch eine große Reihe neu von ihm konstru-
ierter, so z. B. eine Vorrichtung zur Parallel-
verschiebung mit Zahntrieb, eine Zentrier-
klemme mit zwei beweglichen Backen, die ein
genaues Ausrichten auf den Stiel als Um-
drehungsachse erlaubt, eine drehbare Achse,
welche nach einem einfachen Teilkreis um
jeden Winkel gedreht und festgestellt werden
kann, u. a. m. Durch geschickte Verwendung
all dieser einzelnen Apparatenteile gelingt es
dem Verf., fast sämtliche beim Unterricht in
der Mechanik und Optik üblichen Instrumente
zusammenzusetzen .
Wünschenswert wäre es, wenn die Fabri-
kanten von Laboratoriumseinrichtungen, die
vom Verf. gegebenen Anregungen beachten
würden und mehr Sorgfalt auf die präzise Aus-
führung der Laboratoriumsgegenstände ver-
wenden wollten. Auch von den Neukonstruk-
tionen sind manche für den Lab Oratoriums-
gebrauch geeignet und würden beim Arbeiten
treffliche Dienste leisten. Mk.
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LOktobeMWe. Pafntechau. 191
Patentschau.
Anzeige- oder Meßvorrichtung für Zeigerinstrumente mit einem dem Zeiger
mittels Motors naehgestellten Kontakt, dadurch gekennzeichnet, daß der Weg, welchen der
Kontakt beschreibt, von dem Weg des Zeigers bezw. des an ihm befestigten Kontaktstückes
venchieden ist, nm die Angaben des Zeigers vergrößern oder verkleinern zu können. J. M.
Boyle in New-York, 19. 11. 1902. Nr. 161927. KI. 42.
Vorriohtong zum Mattieren und Durchbrechen von Glas und glasierten Gegen-
standen unter Benutzung der Zentrifugalkraft als Schleudermittel für die Schleifkömer, dadurch
gekennzeichnet, daß innerhalb eines geschlossenen Behälters eine schnell umlaufende Bürsten-
scheibe angeordnet ist, welche die in den Behalter zurückfallenden Schleifkörner an dem Um-
fange des Behalters entlang führt und an einer zur Auflage des Werkstückes dienenden Stelle
des Behalters gegen das Werkstück schleudert F. Hugershoff in Leipzig. 18. 2. 1904.
Nr. 159605. Kl. 67.
Elektrolytischer Elektrizitätszähler» bestehend aus einer drehbar aufgehängten
Meßzelle, die infolge der durch den Stromdurchgang bewirkten Schwerpunktsveranderung eine
Drehbewegung macht und dadurch ein Zahlwerk antreibt, dadurch gekennzeichnet, daß bei
jeder Drehbewegung die in einem höher gelegenen Teil der Meßzelle niedergeschlagene Meß-
flQssigkeit (z. B. Quecksilber) wieder nach der tiefer gelegenen Anode zurückfließt, zum Zwecke,
den Anfangszustand fortlaufend wieder herzustellen und so ein dauerndes Arbeiten zu ermög-
lichen. J. Busch in Pmneberg. 23. 3. 1904. Nr. 159 914. Kl. 21.
RelaiSy dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Bmpfindlichkeit die Wickelung
eines gewöhnlichen Relais mit einem Galvauometer hintereinander geschaltet ist, derartig, daß
eich die Wirkungen beider auf die Relaiszunge unter gleichzeitiger Benutzung der Qalvanometer-
dämpfung addieren. H. Mosler in Charlottenburg. 27, 7. 1904. Nr. 159 849. Kl. 21.
Röntgenröhre mit einer aus einer Hilfskathode bestehenden yakunm-Regnlier«
▼orrichlung, dadurch gekennzeichnet, daß der negative Pol in dauernder leitender Verbindung
steht mit der weiter als die Kathode von der Antikathode entfernten Hilfskathode und mit dem
zwischen dieser und der Kathode angeordnetem Umschalter, um die bei Unterbrechung der
Stromleitung zur Kathode und bei Wiederherstellung derselben entstehenden Funken zu ver-
meiden. M. Ehrhardt in Berlin. 12. 3. 1904. Nr. 159 916. Kl. 21.
Verfahren zur Vergleichung der relativen Helligkeit yon Arbeitsplätaen n. s« w. mit
der Helligkeit des jeweils herrschenden Himmelslichts^ dadurch gekennzeichnet, daß ein
Teil des Himmelslichts auf ein Vergleichsfeld projiziert wird, das über einem das Licht des
Arbeitsplatzes direkt empfangenden Vergleichsfelde so angeordnet ist, daß beide gleichzeitig
beobachtet werden können. F. Schmidt & Haensch in Berlin. 22. 4. 1904. Nr. 169 633. Kl. 42.
Feineinstellvorriehtung für Einsatznadeln an Zirkeln» bei welcher die Einsatz-
nadel mittels einer am Zirkelschenkel drehbar gelagerten, mit einer spiralförmigen Nut ver-
sehenen Scheibe verstellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der in die Stellscheibe eingreifende
Teil der Eiusatznadel als ein flacher, winklig abgebogener Arm ausgeführt ist, der durch einen
ßchlitz zwischen den beiden Lappen des Zirkelschenkels hindurchtritt, so daß er die Einsatz-
nadel gegen Verdrehung sichert. G. Schoenner m Nürnberg. 25. 3. 1904. Nr. 159 949. Kl. 42.
Regelungsvorrichtung für elektrische Heizungen» bei welcher der thermostatische
Teil ans einer U-förmigen, teilweise mit Quecksilber gefüllten und mit elektrischen Kontakten
versehenen Röhre besteht, über deren einem Schenkel ein bestimmtes, bei Wärmeänderungen
die Quecksilbersäide verschiebendes Gasvolumen abgesperrt ist, dadurch gekennzeichnet, daß
das U-förmige Rohr zum Zwecke des Einstellens der Vorrichtung auf gewünschte Temperaturen
rnn eine horizontale Achse gedreht werden kann, wodurch die Druckhöhe der Quecksilbersäule
vergrößert oder verringert wird. C. Regaud in Lyon, Rhone. 7. 2. 1902. Nr. 159 267. Kl. 42.
Vorrichtung für Elektrizitätszähler mit Doppeltarif, bei welchen zwei Zählwerke
abwechselnd durch zwei Relais angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Relaiaspulen in Reihe geschaltet sind, wobei je nach Stellung der Umschaltuhr bald das eine
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192
Patentschau. — PatcntUste.
Dantsehe
Maehanlkw-Ztg.
bald das andere Relais unwirksam gemacht wird. Siemens-Schuckert-Werke in Berlin
20. 4. 1904. Nr. 160 091. Kl. 21.
Verfahren zur Messung elekirischer Ströme nach der Kompensationsmethode»
bestehend in der direkten Kompensation des Spannungsabfalles an einem von einem Strom
durchflossenen Widerstand gegen die Differenz der elektromotorischen Kräfte zweier Normal-
clemente gleicher chemischer Zusammensetzung, aber mit verschiedener Konzentration der
Lösungen. R. 0. Heinrich in Berlin. 24. 7. 1904. Nr. 160 355. Kl, 21.
Einrichtung zur Ausübung einer beliebigen unter zahlreichen möglichen Fem-
^irkungen durch Kombinationen von kurzen und langen oder positiven und negativen
Stromstößen, z. B. zur Feststellung eines beliebigen Punktes des Umfanges einer Trommel,
oder zur Einschaltung eines ganz bestimmten Stromkreises für Telegraphie-, Femsprech- oder
Signalzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß einzelne, abwechselnd mit einer Stromquelle ver-
bundene und mit der Stromquelle im Sinne der benutzten Stromstoßkombinationen zu ver-
bindende Kontaktfelder reihenweise so angeordnet sind, daß die erste Reihe so viel Kontakt-
felder aufweist wie herzustellende Femwirkungen vorhanden sind, die zweite Reihe dagegen
nur halb so viele Kon taktf eider aufweist, wie die erste, die dritte Reihe wieder nur halb so
viele wie die zweite u. s. w., bis die letzte Reihe nur zwei Kontaktfelder aufweist, wobei dann
über den einzelnen Reihen von Kontaktfeldorn Schleifkontakte geführt werden, die die Ein-
schaltung der betreffenden Leitung o. dgl. in geeigneter Weise bewirken, sobald die Schleif-
kontakte sämtlich mit unter Strom stehenden Kontaktfedern in Berührung kommen. G. Rei-
mann und G. Grabe seh m Berlin. 9. 11. 1901. Nr. 160143. Kl. 21.
Patentliste.
Bis zum 13. September 1906.
Klasse: Anmeldungen«
21« P. 17041. Verfahren zur elektrolytischen
Aufnahme und Wiedergabe von Lauten.
J. Palla, Prag. 17. 3. 06.
S. 22 436. Verfahren zum feinstufigen Schalten
von Widerstanden. Siemens- Schuckert-
Werke, Berlin. 9. 3. 06.
Efieiliugeii«
12. Nr. 175 793. Gefäß zur Absorption von
Gasen durch Flüssigkeiten. G. Lüttgen,
Berlin-Halensee. 25. 6. 04.
21. Nr. 176003. Röntgenröhre mit Kühlung
der Antikathode; Zus. z. Pat. Nr. 113 430.
C. H. F. Müller, Hamburg. 17. 5. 05.
Nr. 176008. Röntgenröhre. Siemens&Halake,
Berlin. 15. 3. 05.
Nr. 176403. Instrument zum Messen der Wellen-
länge elektrischer Wellen J. A. Fleming,
London. 8. 2. 05.
80« Nr. 176 243. Vorrichtung zur Aufbewahrung
und Benutzung leicht zersetzlicher chemischer
Flüssigkeiten in Form einer Liegeflasche.
K. zum Tobel, Ravensburg, Württembg.
30. 7. 04.
32. Nr. 175867. Verfahren zur Erzeugung von
Gegenständen aus geschmolzenem Quarz.
J. Bredel, Höchst a. M. 1. 10. 05.
Nr. 176 093. Glasblasemaschine. Dresdener
Chem. Laboratorium Llngner, Dresden.
4. 3. 06.
42. Nr. 175 891. Mit Nonienteilung versehenes
Meßinstrument, dessen rotierende Skalen-
scheibe mit einem Tastarm versehen ist.
G. Favre- Jacot & Cie., Le Locle, Schweiz.
9. 7. 05.
Nr. 175 901. Kreiselapparat. H. Anschütz-
Kaempfe, Kiel. 18. 6. 05.
Nr. 176 281. Hahn, dessen Küken so lange
durch einen Schwimmer gesperrt wird, bis
die Flüssigkeit aus einem Meßgefäß aus-
gelaufen ist. R. Pawlikowski, Görlitz.
25. 8. 05.
Nr. 176 441. Zirkel mit Zwiesel- oder Stell-
schraube. E. 0. Richter & Co., Chemnitz.
10. 9. 05.
67. Nr. 175 967. Photometer, bei dem der licht-
empfindliche Streifen auf der Grundplatte
gehalten und der die Skala tragende Deckel
an der Grundplatte angelenkt ist. H.Hils-
dorf, Bingen a. Rh. 26. 9. 05.
Nr. 176 320. Vorrichtung an photographischen
Objektiven zum Ausschalten von Licht-
strahlen durch Filter von ungleichmäßiger,
stetig oder unstetig sich ändernder Absorp-
tionsfähigkeit. Ch. L. A. ßrasseur, Berlin.
9. 6. 05.
Nr. 176319. Photometrisches Verfahren, bei
dem die Lichtmessung durch Vergleichimg
von durch Einwirkung von Licht und von
Entwicklern auf stark lichtempfindlichen
Schichten entstehenden Färbungen mit fest-
gelegten Farben geschieht. B. Mertens,
Groß-Lichterfelde. 3. 11. 03.
72. Nr. 176 103. Als Femrohr zu verwendendes
Bajonett. F.W. Stillwell, Scranton, Penns.,
V. St. A. 18. 1. 06.
Far die Redaktion Terantwortlich: A. Blaschke in Berlin W.
Verlag tob Joliaa Springer In BerUn N. — DrackTon Bmil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechanlkep-Zeltung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 20.
15. Oktober.
1906.
Nachdruck nur mit Genehmig^ung der Redaktion gestattet.
Üniversal-Femrolirträger mit Horizontal-, Vertikal- und Kippbewegung.
Von lüg. Alfred Sohfitse in Fraokfart a. M.
Die Mehrzahl der zur Zeit bekannten Fernrohrträger leidet an dem Übelstande,
nur für je ein Fernrohr von gegebenem Durchmesser verwendbar zu sein. Es liegt auf
der Hand, daß Laboratorien, Lehrinstitute u. s. w., die oft mit sehr beschränkten Mitteln
zu arbeiten gezwungen sind, nicht in die Lage
kommen, mehrere komplett montierte Fernrohre an-
zuschaffen, da die Ausgaben für den mit dem
Fernrohre verbundenen Träger den Anschaffunge-
preis wesentlich erhöhen. Es dürfte daher im all-
gemeinen Interesse liegen, auf einen Universal - Fern-
rohrträger mit Skalenhalter {Fig. 1 u. 2) hinzuweisen,
der für Femrohre verschiedener Dimensionen Ver-
wendung finden kann und bei gefälliger Form den
Vorzug einfachster Handhabung besitzt.
In einem hufeisenförmigen Fuß /*,
der gleichzeitig griffartig ausgebildet ist und
so einen bequemen Transport des Apparates
gestattet, ist senkrecht verschiebbar eine
hohle Säule r angeordnet. Ein im Innern
dieser befindlicher, schwer beweglicher
langer Kolben g kann mittels einer am
unteren Ende der Säule angebrachten Feinbewegungs-
schraube m und einer als Gegenkraft im Innern der
Säule befestigten Spiralfeder e in achsialer Richtung
bewegt werden. Auf diesem Kolben und mit ihm
fest verbunden ist der eigentliche Fernrohrlrilger
montiert. Die Säule r selbst kann ziemlich ihrer
ganzen Länge nach im Fuße f verschoben und durch
eine Rohrschelle s mit Flügelhebel h festgestellt
werden. Durch diese Anordnung ist eine für viele
Zwecke benötigte vertikale Grobeinstellung in ver-
hältnismäßig weiten Grenzen erzielt worden. Die
feinere Höhenbewegung ist, wie aus vorstehendem
bereits entnommen werden kann, durch Verstellung
des Kolbens im Innern der Säule gegeben. Als ein
konstruktiver Vorzug dieses Apparates ist besonders
hervorzuheben, daß diejenigen mechanischen Teile,
die die Höhenbewegung hervorbringen, gleichzeitig
Organe der Vertikalbewegung sind. Ein in belie-
biger Höhe auf der Säule verstellbarer Anschlagring a sorgt bei gleichbleibender
Höhe für die Möglichkeit einer seitlichen Drehung des Fernrohres um unbegrenzte
Winkelbeträge, insofern er der durch Öffnen der Führungsschelle s gelösten, nunmehr
drehbaren Säule als feste Auflage dient. Die Horizontal-Feinverstellung wird auch hier
Fig. 1.
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194
A. S|ch;atz«, Univ«nal-I^eriirohrtrftg«r.
DantBcha
Meclunikar-Ztg.
wieder durch den Kolben bewirkt, und zwar so, daß eine durch die längliche Aus-
sparung im Mantel der Säule hervorragende Nase des Kolbens von einer auf dem
Röhrenmantel angeordneten Feinstellschraube c beeinflußt wird, die die Feindrehung
des Kolbens um einen Winkelbetrag von rd. 30^ erlaubt. Als Gegenkraft dient hier
ebenfalls die Spiralfeder e für die Höhenbewegung. Das Fernrohr i lagert in einem
ovalen Gußkörper o, dessen untere zapfenförmige Verlängerung mit dem Kolben fest
verbunden ist, während die obere in
eine zylindrische Säule t von gleichem
Durchmesser wie die Trägersäule r
übergeht. Beid^ Säulen, die Träger-
säule wie die obere, dienen zur Auf-
nahme des Skalenhalters u, der für
den Universal - Femrohrträger als
Universal-Skalenhalter ausgebildet ist
und über und unter dem Femrohre
in beliebiger Höhe angebracht werden
kann. Die Auswechselbarkeit des
Fernrohres wird dadurch erzielt, daß
alle Femrohre ein schellenartig ge-
formtes Achsenstück d gleicher Di-
mensionierung erhalten, das leicht
in das ovale Gußstück o des Fern-
rohrträgers eingebracht werden kann.
Durch einen Flügelhebel läßt sich
die eingesetzte Fernrohrachse mit
einem Mitnehmerhebel n kuppeln,
den eine am ovalen Gußkörper an-
gebrachte feingängige Schraube k,
nebst gegenüber liegender Feder-
büchse b als Gegenkraft, derart be-
einflußt, daß eine genügend große
mikrometrische Kippbewegung des
Fernrohres erreicht wird. Durch
Lösen des Flügelhebels ist die Kipp-
bewegung in verhältnismäßig weiten,
durch die Form des ovalen Guß-
körpers bedingten Grenzen freige-
geben. Die bequeme Auswechsel-
barkeit der schellenartigen Achsen-
stücke gestaltet ohne weiteres, Fern-
rohre von etwa 20 bis 45 mm Durch-
messer in dem Universal-Fernrohr-
träger zu verwenden.
Hinsichtlich seiner mechani-
schen Ausfühmng bietet dieser Ap-
parat eine wesentliche Neuerung
gegenüber anderen Präzisionsinstru-
menten, insofern als bei ihm zum
ersten Mal mit der traditionellen
Gepflogenheit gebrochen wird, das
Äußere der Apparate durch winklig
aufeinander stoßende Flächen imd
demzufolge scharfe Kanten hervor-
zuheben. Bei dem Universal -Fernrohrstativ sind diese [streng vermieden worden,
wie im allgemeinen vorwiegend die runde resp. die ovale Form zur Geltung kommt.
Blanke Stellen, die nach längerem Gebrauch an den hervorragenden Kanten entstehen,
werden an derartig gearbeiteten Apparaten natürlich weit weniger zu fürchten sein,
als bei Instrumenten alter Formgebung.
Vom Universal-Skalenhalter u soll hier nur kurz erwähnt werden, daß sich
dessen Klemmvorrichtung zum möglichst raschen und bequemen, wenn erforderlich auch
tVVK^tiXV ,^fe5^^
126
Fig. 2.
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Heft 20.
13. Oktober 1906.
A. Schatz«, Univ«nal-P«rnrohrträg«r. — Vareina- u. Penoneimachrichtaii.
195
ganz eioseitigen Feätspannen von Skalen mit rechteckigem, flachrundem oder T- förmigem
Querschnitt eignet. Die Klemmbacken v
stehen in jeder Öffnungsweite parallel.
Die Schelle des Skalenhalters, mit der
er auf dem Stativrohr festgeklemmt wird,
ist derartig konstruiert, daß sie sich
nach Lösen des Flügelhebels l selbsttätig
öffnet und so dem lästigen Ankleben
der Schelle am Rohre, bedingt durch
Oxydation des Metallzylinders, vorge-
beugt wird.
Um für verschiedene Zwecke die
Skale auch getrennt vom Femrohrträger
verwenden zu können, ist für den Uni-
versal-Skalenhalter allein ein einfacher
Ständer, bestehend aus einem schweren
Fuß mit vertikalem Stativrohr, geschaffen
worden {Fig, 3), der eine vielseitige Be-
nutzung des Skalenhalters gestattet.
Vorstehend beschriebene Apparate
werden von der Firma Hartmann &
Braun in Frankfurt a. M. hergestellt und
in den Handel gebracht.
Fig. 3.
Todesanzeige.
Nach kurzer, schwerer Krankheit ver-
schied am 3. Oktober im 57. Lebensjahre
infolge einer Lungenentzündung unser ge-
treues Mitglied
Hr. Fedor SokoK
Treu bis in den Tod!, das ruft der
Vorstand unserem Vorstandsmitgliede nach,
das müssen alle Fachgenossen von ihm
sagen, die sein Interesse für unsere Ver-
einigung seit 1879 zu jeder Zeit wahr-
nehmen konnten.
Mit seltenem Geschick hat sich der
Entschlafene noch bis vor wenigen Tagen
in amtlicher Eigenschaft fachlich betätigt,
und durch seine gewinnende, versöhnliche
Art hat er der Berliner Mechanik und
Optik große Dienste geleistet. Als er die
Früchte seiner Arbeit in Ruhe hätte ge-
nießen dürfen, bat der Entschlafene seine
Muße in selbstlosester Weise der Gesamt-
heit zum Opfer gebracht und eine Reihe
von Ehrenämtern, u. a. das eines Beauf-
tragten der Handwerkskammer, auf sich
genommen.
Mit Fedor Sokol haben wir einen
guten Kameraden, einen Freund verloren,
dem wir stets ein ehrendes Andenken be-
wahren werden.
Der Vorstaid dir Miteiluig BirliR
i. A.
W. Handko.
D. G. f. M. u. O. ZweigTerein Ham-
burg-Altona. Sitzung vom 2. Oktober
1906. Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß.
Nach Erledigung einiger geschäftlicher An-
gelegenheiten berichtet der Vorsitzende
über den Verlauf des 17. Deutschen Mecha-
nikertages in Nürnberg. Eine größere Anzahl
von Behörden hatte Abgeordnete zur Ver-
sammlung gesandt, welche durch die Wahl
des Ortes sehr stark besucht war. Die Be-
sichtigung verschiedener Fabriken, des Bayer.
Gewerbemuseums und des Germanischen Mu-
seums sowie der Landesausstellung bot außer-
ordentlich viel Anregung und Belehrung.
Durch die freundliche Fürsorge des Ortsaus-
schusses verliefen auch die geselligen Zu-
sammenkünfte in vorzüglicher Weise. Die Ver-
handlungen selbst brachten die Arbeiten der
Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik
ein gutes Stück weiter.
Hr. Dr. Krüß sprach sodann über das Ge-
nossenschaftswesen, wobei er im wesentlichen
Bericht erstattete über die von Hr. Rat Dr.
Hampke vor 3 Jahren und von Hr. Verbands-
direktor KorthauB im Mai d. J. über diesen
Gegenstand hier gehaltenen Vorträge. Bs
wurde dabei betont, daß für die Feinmechanik
hauptsächlich eine Einkaufsgenossenschaft,
vielleicht auch eine Kreditgenossenschaft in
Frage kommen könne, um die kleinen Betriebe
konkurrenzfähig mit den größeren kapital-
kräftigeren zu erhalten. Bei der hierauf fol-
genden^Besprechung wird hervorgehoben, daß
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196
Vereins- u. Persoii«onachricht«ii, — Kleiner« Mitteilungen.
DeDtsehe
Mechaniker-Ztg.
die Bedürfnisse der Feinmechanilc an Roh-
material so sehr verschiedenartig seien, daß
ein großes Lager und infolgedessen ein großes
Kapital fttr eine Einkaufsgenossenschaft er-
forderlich sein würde. H. K
Hr. Th. Ludewlgr, Prokurist der Firma
Carl Bamberg, hat den Kronen-Orden
IV. Kl. erhalten.
Die Firma C. P. Goerz hat auf der
Ausstellung, die mit der Wanderversamm-
lung des Deutschen Photographenvereins
zu Breslau verbunden war, die Ooldene
Medaille, Hr. C. Richter auf der Inter-
nationalen Ausstellung für Meereskunde in
Marseille den Orand Prix erhalten
Kleinere Mitteilungen.
Verstellbare
Wandarm- und Zugrpendellampen
der Firma Wagner & Weller
in Leutzsch bei Leipzig.
Mitgeteilt von Dr. Karl G. Frank in Cöln.
Diese Lampen lösen in glücklicher
Weise das Problem der Werkstattbeleuch-
tung, sowohl für den Arbeitsplatz, wie für
Drehbank, Fräsmaschine u. e. w. Gerade
in feinmechanischen Werkstätten ist es ja
besonders für Arbeiten an der Drehbank
nötig, schnell den Ort und die Strahlungs-
richtung der Lichtquelle zu verändern, da
häufig Bohren, Drehen, Gewindeschneiden,
Abstechen und sonstige Manipulationen an
einem Stück auszuführen sind und jede
dieser eine Verstellung der Lampe er-
fordert. Außerdem genügt bei der üblichen
Anordnung, daß die Drehbank gleich hinter
dem Arbeitsplatz steht, eine solche Pendel-
lampe für beide. Bei einem Ausschwenken
von 60^ gegen die Vertikale und einer
Pendellänge von rd. 2,60 m beträgt näm-
lich der Durchmesser des horizontalen Ver-
stellungskreises etwa 1,35 m, welches Maß
sich bei Hinzurechnung der seitlichen
Drehung der Lampe selbst auf etwa 1,5 m
erhöht.
Die Pendel bestehen im wesentlichen
aus zwei ineinander verschiebbaren Rohren,
deren äußeres mittels eines Friktions-
gelenkes an der Decke oder der Wand
befestigt wird. Unmittelbar über der Lampe
sind zwei Friktionsgelenke ,r vorgesehen,
von denen das untere eine Verstellung der
Lampe gegen die Rohrachse, das obere
eine Drehung der Lampe um die Rohr-
achse zuläßt.
Rostschutzmi t tel •
ZeiUchr. d. Ver. Deutsch. Ingen. 50. S. 1424. 1906
nach Papiermarkt 1906. Heft 4.
Von der American Society for Teating Ma-
terial sind seit etwa 11 Jahren mehr als 50
verschiedene Rostschutzmittel untersucht wor-
den; sie gaben aber sämtlich keine zufrieden-
stellenden Resultate, selbst bei dreimaligem
Auftragen bot kein einziger Anstrich einen
genügenden Schutz. Innerhalb eines Jahres
zeigten sich doch schon Roststellen; der An-
strich wurde teilweise vom Stahl direkt ab-
gehoben, was zu dem Schlüsse führte, daß nicht
etwa eine mangelhafte Ausführung des
Anstrichs, sondern vielmehr die Durch-
lässigkeit desselben die ^'chuld trug
und daß so der Sauerstoff oder die
Feuchtigkeit der Luft durch den An-
strich hindurch mit der Metallober-
fläche in Verbindung treten konnte.
Dr. Dudley hat nun gefunden,
daß Papier, speziell Pergamentpapier,
das geeignetste Material ist, welches
Luft und Feuchtigkeit nicht durchläßt.
Die untersuchten Arten Pergament-
papier haben sich zwar bewährt, sind aber zu
wenig schmiegsam ; er hat daher Paraffinpapier
genommen und auf Grund 4-jähriger Versuche
bei der genannten Gesellschaft festgestellt,
daß dieses einen sicheren Rostschutz bildet,
obwohl die damit geschützten Bisen- und
Stahlsorten der Wirkung von Rauch, schäd-
lichen Gasen , Säuredämpfen , Feuchtigkeit
u. s. w. ausgesetzt waren.
Das Verfahren ist folgendes. Die Bisen-
stücke werden mittels Drahtbürste oder durch
andere Mittel zunächst von dem vorhandenen
Rost befreit, darauf mit Schutzfarbe bestrichen,
dann mit dem in Streifen von passender Breite
geschnittenen Paraffinpapier umwickelt und
endlich noch mit einem äußeren Anstrich von
beliebiger Farbe versehen. Derart geschützte
Eisengerüste, die ins Meer versenkt wurden,
waren nach 2 Jahren nirgends angerostet;
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Httfl 20.
15. Oktober 1906.
Kltiner« Mittailungcn. — Glastechnisches.
197
auch die aus dem Wasser herausragenden
Teile waren ebenfalls vollkommen rostfrei.
JSJßm.
Zollamtliche Behandlung von Preis«
llaten u.8.w. Im sQdafrikanlschen Zoll-
Tereln.
MitÜgn, d, Handelsveriragwereins.
Aus Anlaß von Beschwerden über die An-
ordnung der Zollverwaltung, wonach auch mit
der Post eingehende Preislisten mit 2 Penee für
das Pfund und einer Anmeldegebühr von 6 Fenee
für das Paket belegt werden sollten, hat die
Zollbehörde in Johannesburg nunmehr ent-
schieden, daß Preislisten, Kataloge u. s. w., die
mit der Post als Drucksachen ankommen, zoll-
frei zugelassen werden, wenn sie weniger als
ein halbes englisches Pfimd wiegen. Druck-
sachen, die ein halbes englisches Pfund oder
mehr wiegen, unterliegen dem Zoll von 2 Fence
für das Pfund und einer Abfertigungsgebühr
von 6 Fence für jedes Paket. (1 engl. Pf. = 450^)
Die neue Bestimmung ist am 26. Juli d. J.
in Transvaal in Kraft getreten, und in der Kap-
kolonie sollen die Zollbehörden angewiesen
sein, nach denselben Grundsätzen zu verfahren.
Es ist anzunehmen, daß sich die Zollbehörden
der verschiedenen Kolonien, die dem Zollverein
angehören, ins Einvernehmen gesetzt haben
und demnach eine gleiche Maßnahme f(lr ganz
Briüsch-Südafrika in Kraft getreten ist.
Für deutsche Versender empfiehlt es sich,
Kataloge und sonstige Reklamedrucksachen,
die mehr als 25 g wiegen, wenn irgend mög-
lich, in zwei oder mehreren Paketen, von
denen keines mehr als 225 g wiegt, nach Bri-
tisch-Südwestafrika zu versenden. Erscheint
dies nicht tunlich, so sollten schwerere Druck-
sachen nur auf Wunsch gesandt oder es sollte
den Empfängern mitgeteilt werden, daß der
verauslagte Zoll vergütet w^ird, da andernfalls
zu erwarten ist, daß die Annahme in den
meisten Fällen verweigert werden wird.
Mit Bezug auf Drucksachen, die Güter-
sendungen beigepackt werden, wird darauf hin-
gewiesen, daß es zweckmäßig ist, die Druck-
sachen mit Angabe des Gewichts in den Rech-
nungen aufzuführen, da sonst von den Zoll-
behörden beim Vorfinden von nicht deklarierten
Druchsachen in Warensendungen der Versuch
einer ZoUhinterziehimg angenommen werden
kann.
Deutflehlandfl Einfahr nach Orors«
britannlen.
Zu der englischen Handelsstatistik für 1904
ist kürzlich ein Ergänzungsband erschienen, in
dem u. a. zum ersten Mal dargestellt ist, wie-
viel von der großbritannischen Einfuhr der ein-
zelnen Ursprungsländer nach Abzug der Wieder-
ausfuhr im Lande zurückgeblieben ist und mit-
hin als für den einheimischen Verbrauch be-
stimmt betrachtet werden kann. Nach dieser
Quelle gingen aus Deutschland im Jahre 1904
in den Verbrauch Großbritanniens über an
Elektrischen Apparaten für 6,1 Millionen Mark,
außerdem an Wissenschaftlichen Instrumenten
und Apparaten für 3,7 Millionen Mark. Der Ver-
brauch an Glasapparaten ist nicht aufgeführt.
Qlasteohnisohes.
Zwei Manometer hoher Empfindlich-
keit für geringe Drucke
und eine Oaswage.
Von B. Grimsehl in Hamburg.
Zeitechr.f. d.phy s.u. ehem. UnUrr. 18. S.198. 1905.
Das nachstehend (Fig, 1) abgebildete Mano-
meter ist mit zw«i Flassigkeiten gefüllt, die
sich nicht mischen, nicht chemisch aufeinander
einwirken und sich in der Dichte nur wenig
unterscheiden. Die Trennungsfläche liegt, wie
aus der Figur zu ersehen, im unteren Teile
des bis zur Erweiterung längeren Schenkels
und dient als Ablesungsmarke. Ist der Unter-
schied der Dichte 0,1, beispielsweise Öl und
gefärbtes Wasser, so wird die Druckdifferenz
über beiden FlUssigkeitsoberflächen in den er-
weiterten Teilen von der Trennungsfläche mit
der zehnfachen Empfindlichkeit gegenüber den
Angaben eines einfachen Wassermanometers
angezeigt. Man hat es in der Hand, durch
Wahl anderer Manometer flüssigkeiten, welche
in der Dichte noch mehr sich einander nähern
die Empfindlichkeit zu steigern.
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198
Qla«t«chnl«che8. — Buchen cbau.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Eine wesentlich größere Empfindlichkeit
zeigt das in (Fig. J2) abgebildete Modell, das in
seiner Form an das Lippmannsche Kapillar-
elektrometer erinnert. Der Apparat ist in der
Verbindungsröhre und bis zur Mitte der kurzen
weiten Schenkel mit gefärbtem Wasser gefüllt.
Die den Druck anzeigende Marke wird von
einer m&ßig großen Luftblase gebildet, die
ohne Schwierigkeit in die Mitte des horiontalen
Rohrs sich bringen läßt. Man bringt durch
Neigen die Füllung des einen Gefäßes
teilweise in das andere und läßt dann wieder
zurückfließen, wobei man Luft in das
höher liegende Qefäß einbläst; unter den so
sich bildenden Blasen wählt man eine ge-
eignete aus und entfernt die übrigen durch
zweckmäßiges Neigen. Wirkt in einem der
kurzen weiten Schenkel ein Überdruck, so wird
die Luftblase um die Strecke DV2d^ i) wandern,
wenn D und d die Durchmesser der weiten
Schenkel und des engen Verbindungsrohrs sind.
Beträgt beispielsweise die^ Weite der ersten
30 mm, die der Verbindungsröhre 3 mm, so
entspricht 1 mm Wasserdruck dem Fortschreiten
der Luftblase um' 50 mm.
Fig. 2.
Verfasser wendet nun das zuletzt be-
schriebene Manometer zur Messung der Gas-
dichte in sinnreicher Weise an und nennt
diesen erweiterten Apparat eine Gaswage.
Er versieht ein langes vertikales Druckrohr
unten mit Dreiweghahn und schließt durch
diesen Gasometer und Manometer an. Er läßt
zunächst Gas durch die Röhre strömen und
verbindet dann mit dem Manometer.
Ist die Länge des Druckrohrs /, die Dichte
der Luft «, die des zu bestimmenden Gases t^,
so ist der vom Manometer angezeigte Skalen-
teil a = Z {»—»i) D^ßd\ wenn, wie vorher an-
genommen, D und d die Durchmesser der
weiten Schenkel und des horizontalen Skaleu-
rohrs sind.
Wählt man das Druckrohr über dem Drei-
weghahn 2 m lang, so ist / = 2000, und es
*) Die Formeln sind vom Verfasser nicht
aufgestellt, sondern es ist nur je ein Zahlen-
beispiel mitgeteilt worden.
wird a = 100 000 («— «i), wenn man i> = 30 und
(2 = 3 mm annimmt.
Man beobachtet also die Dichtedifferenz
mittels des Manometers so, daß 1 mm Ver-
schiebung der Indexblase der Einheit der
fünften Dezimale entspricht. Die Dichte der Luft
zu 0,00129 angenommen, würde Wasserstoffgas
mit der Dichte 0,00009 durch 120 mm Ver-
schiebung gemessen werden.
Verfasser erwähnt noch, daß, wenn das
Druckrohr mit geeigneter Heizeinrichtung um-
geben wird, auch Dampfdichten mit dieser
Gaswage bestimmt werden können. J.
Schlaucluohutz aus kflostllchein Rors-
haar.
D. R. G. M. Nr. 261 332.
Die Firma C. Desaga in Heidelberg bringt
unter der Bezeichnung „Serpentinette"* elaeti-
sehe Schlauch Überzüge in den Handel, die als
Ersatz für die zur Verhinderung des Umknickens
meist verwendeten Metallspiralen dienen sollen.
Die neuen Schlauchüberzüge sind aus starkem
künstlichen Roßhaar, das aus kolloidaler Zellu-
lose gewonnen wird, hergestellt und gegen die
Laboratoriumsluft widerstandsfähig. Auch kön-
nen sie Feuchtigkeit vertragen und gewinnen
nach dem Trocknen ihre alte Elastizität wieder.
Wb.
BQohepschau.
€• Friedheiaiy Leitfaden für die quantitative
chemische Analyse unter Berücksichtigung
von Maßanalyse, Gasanalyse, Elektrolyse.
6. gänzlich umgearb. Aufl. von C. F. Ram-
melsbergs Leitfaden für die quantitative
Analyse. (Der ümarbeitg. 2. Aufl.) XVI,
80. 648 S. mit 40 Fig. u. 2 Tab. Beriin,
C. Habel 1905. Geb. in Leinw. 14,00 M.
G. Eichhorn^ Entwickelungsgang der draht-
losen Telegraphie. Lex.-80. 26 S. mit 20 Illu-
strationen (Nr. 59 der Sammlung populärer
Schriften, hrsg. v. der Gesellschaft Urania.)
Berlin, H. Paetel 1904. 1,00 M.
K. Weidlich, Wann und warum sehen wir
Farben? Ein Beitrag zur Farbenlehre. Lex.-8o.
44 S. mit Fig. Leipzig, J. J. Weber
1904. 2,00 M,
E« Glinzer» Otto Jessen. Lebensbild des am
28. März 1904 verstorbenen Direktors der
I. Handwerkerschule zu Berlin. gr.-8^ 32 8.
mit 2 eingedruckten Bildnissen. Leipzig,
Seemann & Co. 1904. 0,80 M.
R. Vater» Dampf und Dampfmaschine. 8^.
VI, 138 S. mit 44 Abbildgn. 1905.
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l5.oltob«iVK)«. P«fni.ch«ü. 199
Patentschau.
Vorriohtimg sam Dämpfen der Beweg^ungen des Quecksilbers in Apparaten bei
&afeeren Ersohfitteningen, bestehend in der gleichzeitigen Bedeckung des Quecksilbers mit
einem oder mehreren, die Oberfläche fast ganz bedeckenden Schwimmern, sowie einer die Wan-
dungen benetzenden Flüssigkeit, so daB in dem engen Kaum zwischen den Wandungen des
Schwimmers und des Beh<ers eine widerstandsfähige, flüssige Schicht gebildet ist, welche sich
dem Durchtritt des Quecksilbers unter der Stoß Wirkung widersetzt. J. H. Johns ton in
Paris, 3. 9. 1903. Nr. 160017. Kl. 42.
Vorriohtong zur Femübertragung Ton Zeigerstellungen mittels mehrerer Selen-
zellen, die durch einen Ausschnitt einer mit dem Zeiger beweglichen Blende eine wechselnde
Belichtung erfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Selenzellen über abgestufte Widerstände
parallel zueinander in den Stromkreis einer Stromquelle konstanter Spannung eingeschaltet
sind, derart, daß sie bei der Belichtung Ströme verschiedener St&rke durchlassen, welche einem
als Empfänger dienenden Galvanometer eine entsprechende Einstellung erteilen. F. Lux jun.
in Ludwigshafen a. Rh. 7. 6. 1901. Nr. 160 097. Kl. 74.
Verfahren zur Herstellung von Barometern und Thermometern mit gemeinsamem
Vakaumranm, dadurch gekennzeichnet, daß beide an einem Ende ineinander übergehende Rohre
in umgekehrter Lage durch das eine Rohr hindurch mit Quecksilber gefüllt werden, dann ein
Eisenkern in das Barometer eingeführt und dieser durch Zugabe weiteren Quecksilbers bis zur
Verbindungsstelle der beiden Rohre geführt wird, wobei der Überschuß an Quecksilber durch
das Thermometerrohr abfließt, worauf dann die Kugel des Thermometers verschlossen und das
Instrument aufrecht gestellt wird, so daß die beiden Quecksilbersäulen sich an der Verbindungs-
stelle teilen und der Eisenkern, ein wenig von Quecksilber bedeckt, nahe an der Oberfläche der
Quecksilbersäule in dem Barometerrohr schwimmt. W. K. L. Dickson in London. 24. 5. 1903.
Nr. 159 591. Kl. 42.
Resonanzmeßgerät für Umlaufgeschwindigkeiten» dessen Resonanzkörper in einer
der zu messenden Geschwindigkeit entsprechenden Aufeinanderfolge magnetische Anstöße er-
halten, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetischen Stöße durch Drehen eines sternförmigen
Eisenankers im Streufelde permanenter Magnete bezw. durch Drehen der Magnete oder deren
Polansätze hervorgebracht werden. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 15. 7. 1904.
Nr. 161859. Kl. 42.
Magneiprüfer» dadurch gekennzeichnet, daß ein Wechselstrom- oder Gleichstrom-
Meßinstrument in Verbindung gebracht wird mit einem für die Entnahme von Wechsel- oder
Gleichstrom eingerichteten Anker beliebiger Art (Ringanker, Trommelanker, Doppel-T- Anker
u. s. w.), der zwischen den Polen der zu prüfenden Magnete oder zwischen eisernen, für die An-
bringung der zu prüfenden Magnete eingerichteten Polechuhen gedreht werden kann und der
entweder allein oder in Verbindung mit einem Zueatzapparat, z. B. mit einer Drosselspule, eine
so große Selbstinduktion besitzt, daß nach Überschreitung einer gewiesen Umdrehungsgeschwin-
digkeit unter Einwirkung des zu prüfenden Magneten ein von weiterer Geschwindigkeitszunahme
unabhängiger konstanter Strom entsteht, zu dem Zwecke, in der Ablenkung des Meßinstruments
ein Maß für die Kraftlinienzahl zu erhalten, die der zu prüfende Magnet in den Ankerkreisen
erzeugt R. Krüger in Berün. 11. 12. 1904. Nr. 162 067. Kl. 12.
Verfahren com Aufbau der Sekundärspulen von Funkeninduktoren oder Trans-
formatoren, gekennzeichnet durch die Verwendung einzelner Elemente, deren jedes aus einer
mit vorspringendem Rand versehenen Isolationsscheibe und zwei gegeneinander isoliert darauf
gewickelten Drahtscheiben besteht, derart, daß beim Zusammenlegen mehrerer Elemente der
vorspringende Flansch des vorhergehenden in die Höhlung des folgenden hineinpaßt, so daß
darch den Aufbau ein Gebilde entsteht, das gegen seitliche Verschiebung gesichert ist. H.Boas
in Berlm. 3. 1. 1905. Nr. 162 116. Kl. 21.
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200
Patantliat«. — l>ruckf«hl«rb«richtiguog.
DantBch«
M«ehaalkw-Ztg.
Patentllste.
Bis zum 28. September 1906.
Klasse: Aiimeldan^en.
21. A. 11 896. Registrierendes Kapillarelektro-
meter. J. T. Armstrong u. A. Orling,
London. 23. 3. 05.
B. 42 600. Verfahren und Einrichtung zur
Messung elektrischer Ströme durch Elektro-
lyse. Ch. 0. Bastian u. G. Calvert,
London. 22. 3. 06.
C. 14 114. Anordnung zum Schutz der Magnete
elektrischer Gleichstrommeßapparate gegen
KurzschluB. Cie. p. la Fabr. d. Comp-
teurs et Matöriel d'Usines a Gaz, Paris.
25. 11. 05.
F. 20053. Verfahren zum Betrieb von Rönt-
genröhren mit hochgespanntem Wechsel-
strom. M. Lovy, Berlin. 10. 4. 05.
K. 31098. Verfahren zur elektrischen Fern-
übertragung von Bildern und graphischen
Darstellungen, bei welcher Selenzellen im
Geber verwendet werden. A. Korn, Man-
chen. 11. 1. 06.
S. 22 689. Wattstundenzfthler. H. Seidel,
Wien. 26. 4. 06.
89. C. 13 700. Metallisch elastischer Stoff, be-
stehend aus der innigen Vereinigung von
Kautschuk und feinen Metallsp&nen. J. P.
Crane, Chicago. 18. 6. 05.
42. G. 21 715. Vorrichtung zur unmittelbaren
Darstellung der Verdrehung von Wellen auf
elektrischem Wege. L. GOmbol, Bremen.
12. 8. 05.
H. 37 670. Selenphotometer. L. Hau b, Mainz.
19. 4. 06.
M. 27 745. Rogistrierkompaß. E. J. M. L.
Moisson, Paris. 24. 6. 05.
Seh. 23 995. Einrichtung zur Messung von
Druckunterschieden zwecks Bestimmung der
Geschwindigkeit von Schiffen und strömen-
dem Wasser, des Druckes von Gasen oder
Flüssigkeiten u. s. w. mittels der Durch
biegung von Membranen. G. A. Schnitze,
Charlottenburg, u. A. Koepsel, Charlotten-
burg. 28. 6. 05.
W. 24 592. Projektionsapparat mit einer Gas-
glühlichtlampe, deren Strahlen, ohne durch
einen Kondensator gesammelt zu werden,
direkt auf das Projektionsbild fallen. A.
Wünsche, Leipzig. 16. 10. 05.
W. 25 630. Schreibvorrichtung für registrie-
rende Meßinstrumente. A. Wagner, Lang-
fuhr b. Danzig. 28. 4. 06.
Erteflnniren.
21. Nr. 176 836. Elektrisches Meßinstrument,
bei welchem der Stand einer unter dem Ein-
fluß eines magnetischen Feldes imd des zu
messenden Stromes bewegten Flüssigkeits-
Bäule das Maß angibt. AUg. Elektrizitats-
gesellschaft, Berlin. 30. 3. 06.
Nr. 176 843. Elektrisches Meßinstrument nach
Art eines Motorelektrizitatszählers. Th. W.
Varley, New- York. 19. 10. 05.
Nr. 176 847. Einrichtung an Vakuumglasge-
f&ßen mit Stromeinführungsdrähten zur Ent-
lastung dieser Dr&hte von mechanischer
Beanspruchung. Schott & Gen., Jena.
7. 11. 05.
Nr. 177 257. Optische Spannungs- und Iso-
lationsanzeigevorrichtung. M. Kall mann,
Berlin. 24. 1. 06.
Nr. 177 258. Verfahren zur Herstellung einer
Isolation auf metallischen Leitern. E. Ber-
noaud, Meißen. 5. 12. 03.
82. Nr. 176 509. Glasblasemaschine. E Kögler
u. G. Hegenbart, Außig (Elbe), Böhm.
12. 6. 05.
Nr. 176 512. Verfahren, metallene Zubehör-
teile auf Quarzglasgegenstftnden zu be-
festigen. J. F. Bottomley, Wallsend-on-
Tyne, u. A. Paget, North Cray, Kent, Engl.
13. 9. 05.
Nr. 176 959. Maschine zur selbsttätigen Her-
stellung von Glashohlkörpern. TheToledo
Glass Cy., Toledo, Ohio, V. St. A. 1. 7. 05.
Nr. 177180. Abstich an Wannenöfen zum
Schmelzen von Glas und ahnlich schmelz-
baren Stoffen. C. Reim, Odessa. 80.6.05.
42. Nr. 176 531. Vorrichtung zum fortlaufenden
Aufzeichnen von Kurven, die nur allmählich
ihre Richtung ändern, insbesondere von
Kompaßbewegungen. W. Ch. Forbes, Mel-
bourne, Austr. 3. 3. 05.
Nr. 176 582. Schreibvorrichtung für Registrier-
zwecke. Hartmann So Braun, Frankfurt
a. M.-Bockenheim. 15. 4. 05.
Nr. 176 764. Vorrichtung zur Bestimmung der
Himmelsrichtungen als Kompaßersatz. J. J.
T. Chabot, Degerloch, Württ. 14. 2. 04.
Nr. 177065. Verfahren und Vorrichtung zur
Messung von Lichtstärken mit Hilfe einer
Selenzelle. K. Hoecken, Darmstadt. 23. 3. 06.
Nr. 177 230. Festigkeitsprüfer, insbesondere
zur Prüfung von Papier, mit einem an einem
Ende des eingespannten Probestücks wirk-
samen Flüssigkeitsbehälter. W. Meyer,
Düsseldorf. 10. 10. 05.
Dpuckfehlerhorichtigung.
In dem Artikel C. Reichel, Einspann-
futter f&r die Drehbank, muß es auf S, 174,
Z. 28 statt Anbohrungen heißen: Andre-
hungen.
Für die RedakUon yerantwortUch: A.BlaBchk«ln Berlin W.
Yerlag toh Jalins Springer In Berlin N. » Druck Ton Bmll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkimde
und
Orgran für die gresamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optilc
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der AposteUdrche 5.
Heft 21. 1. November. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung: der Redaktion gestattet.
Spektrograph.
Von Dr. K. 9i^gl in Innsbruck.
Ein großer Teil der modernen Probleme der Spektralanalyse beschäftigt sich
mit den Veränderungen, welche an den Spektrallinien eines leuchtenden Gases oder
Dampfes auftreten bei Änderung von Druck und Temperatur oder unter dem Einflüsse
elektrischer und magnetischer Kräfte. Diese verschiedenen Effekte (Dopplereffekt,
Zeemaneffekt u. a.) lassen sich am genauesten auf photographischem Wege studieren,
wozu allerdings ein Spektrograph mit großer Dispersion und Lichtstärke erforderlich ist.
Zar Untersuchung von Fluoreszenzspektren, Flammenspektren der Alkalien u. dgl. ist
oft eine besonders große Empfindlichkeit im grünen Teil des Spektrums erwünscht.
Diese Bedingungen erfüllt der von mir konstruierte Spektrograph. Derselbe besitzt
zwei Prismen aus Thalliumflint, dem schwersten Jenaer Normalglase, mit den Brechungs-
winkeln von je 60^. Die optischen Konstanten der Prismen sind: Brechungsexponent
für die 1>-Linie nj, = 1,8049, der Einfallswinkel vd =^ 25,4, Variation von n C—F = 0,03168,
C—D - 0,00884, D—F = 0,02284. Die Prismen stehen für F im Minimum der
Ablenkung. Das Kollimatorobjektiv hat eine Brennweite von 20 cm und besteht
aus einem sphärisch und chromatisch genau korrigierten System von drei Linsen. Das
Kameraobjektiv ist ebenso wie die Prismen aus Thalliumflint gearbeitet, wodurch man
erreicht, daß das Spektrum in einer zur Mittelrichtung des Strahlenfächers geneigten
Ebene erscheint, und so die Verwendung von gekrümmten Films vermeidet^). Der
Spektrograph besitzt zwei Kameraobjektive von 25 und 50 cm Brennweite, welche sich
einzeln und zusammen verwenden lassen. Diese Einrichtung bietet den Vorteil, daß
man mit dem Apparate drei verschiedene Dispersionen und Lichtstärken herstellen kann.
Die Maximaldispersion von A — L beträgt 15 cm. Ersetzt man die photographische
Kassette durch ein Mikroskop mit Miicrometerteilung, so läßt sich der Apparat auch für
visuelle Beobachtungen, z. B. zur Bestimmung der Verbreiterung von Spektrallinien,
sehr gut verwenden. Wegen seiner großen Lichtstärke eignet sich dieser Spektrograph
zur spektralanalytischen Untersuchung lichtschwacher Objekte, ferner wegen der großen
Empfindlichkeit im Grün zum Studium des Polarlichtes u. dgl. Er ist zu diesem letzteren
Zwecke leicht zerlegbar und in dem zwischen Kameraobjekt und Kassette befindlichen
Teile mit einem Auszuge versehen, welcher zusammengeschoben sehr wenig Platz be-
ansprucht. Dadurch läßt sich der ganze Apparat in einem leicht transportablen Kasten
mit Handgriff unterbringen, was ihn zu einem praktischen Reiseinstrument macht. Die
Herstellung des Spektrographen hat die Firma Spindler & Hoyer in Göttingen über-
nommen, welche ihn mit vorzüglicher Optik ausstattet. Verfasser hat denselben im
Institute des Hrn. Geheimrat Riecke in Qöttingen konstruiert, welcher in zuvorkom-
mendster Weise die dazu nötigen Hilfsmittel zur Verfügung stellte. Ferner hat
Hr. Prof. J. Stark dem Verfasser bei seinen spektralanalylischen Arbeiten viele prak-
tische Winke und Ratschläge erteilt. Beiden Herren sei an dieser Stelle für ihre
Liebenswürdigkeit der wärmste Dank ausgesprochen.
Innsbruck, im Juni 1906.
^) J. Hartmann, Über ein neues Kameraobjektiv für Spektrographen. ZeiUehr. f.
ImMcde, 24. 8. 267, 1904,
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202
V«r«liis- u. ^anoii«nnacliricht«n. — Klainar« MlttaUungan.
Deatoehe
Mechanlker-Ztg.
Vereins- und Persenen-
neohriohten.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Dr. Max Pauly; WissenBchaft-
licher Mitarbeiter bei Carl Zeiß; Jena,
BotzBtr. 9.
Dr. A. Broslnaky ist zum Reg^erungs-
rat und Mitglied der Kais. Normal-Eichungs-
KonmüBsion ernannt worden.
Die Firma W. A. Hirsohmann in Berlin
hat auf der Mailänder WeltauBstellung für
die in der Abteilung des Preußischen Kriegs-
ministeriums und des Deutschen Roten
Kreuzes ausgestellten Röntgenapparate und
Hilfsutensilien den Orand Prix erhalten.
Am 82. August d. J. starb im Alter von
47 Jahren Carl Reinhertz» Prof. der Geodäsie
an der Technischen Hochschule Hannover.
Reinhertz, ein Schüler von Helm er t, habi-
litierte sich 1888 in Bonn, wurde von dort 1892
nach Poppeldorf und von da 1899 als Nach-
folger von W. Jordan nach Hannover berufen.
Rein her tz Arbeiten befaßten sich besonders
mit Untersuchungen von Instrumenten und
Meßverfahren (vgl. u. a. Zeitsehr. f. Instrkde. 7.
8. 163, 189 u. 40:i. 1887; 10. 8. 309 u. 347.
1890); Reinhertz war außerdem seit seiner
Übersiedelung nach Hannover Redakteur der
Zeitschrift fOr Vermessungswesen.
Habilitiert: Dr. H. Happel an der Uni-
versität Tübingen für physikalische Chemie;
Dr. F. Henle in Btraßburg und Dr. W. Prandtl
in München für Chemie; Dr. M. Koch an der
Universität Wien für org. Chemie.
Ernannt: Prof. Dr. H. Rubens zum o. Prof.
der Physik an der Universität Berlin als Nach-
folger von P. Drude; Prof. Dr. M. Le Blanc
zum 0. Prof. an der Universität Leipzig als
Nachfolger von Prof. Dr. W. Ostwald; Prof.
Dr. M. Bodenstein in Leipzig zum Nachfolger
von Prof. Dr. Jahn als Abteilungsvorsteher am
Phys.-Chem. Institut in Berlin; Dr. A. Sommer-
feld» Prof. an der Technischen Hochschule in
Aachen, zum o. Prof. der theoretischen Physik
in München; Privatdozent Dr. Th. Godlewski
zum ao. Prof. für allgem. u. techn. Physik an
der Technischen Hochschule in Lemberg; Prof.
R« Geigel an der forstl. Hochschule zu Aschaffen-
burg zum 0. Prof. der Physik u. Geodäsie; Dr.
J. T« Rood zum Professor der Mathematik und
Physik am Ursinus College, Collegeville Pa.;
Dr. R. Rosemann» ao. Prof. der Chemie an
der Universität Münster i. W., zum o. Prof.;
Prof. A. Pictet zum Prof. der Chemie an der
Universität Genf; Dr. W. Koch zum Prof.
der physikalischen Chemie an der Universität
Chicago; Privatdozent der Chemie Dr. A.
Windaus in Freiburg i. B. zum ao. Prof.;
Prof. Dr. F. Haber in Karlsruhe zum o. Prof.
für physikalische Elektrochemie an der dortigen
Technischen Hochschule; Dr. KunckeU, Privat-
dozent für Chemie an der Universität Rostock,
zum Prof.; Prof. Dr. £• Anding, München, zum
Direktor der Sternwarte in Gotha; Prof. Dr.
J. Stein S. J. in Katwyk zum Observator an
der vatikanischen Sternwarte in Rom; Privat-
dozent Dr. E. Grofimann in Kiel zum Ob-
servator für Erdmessung bei der Akademie
der Wissenschaften in München; der Prof. der
medizinischen Chemie Dr. E. Ludwig in Wien
zum wirklichen, und der ao. Prof. für Chemie
Dr. J. Herzig in Wien, zum korrespondierenden
Mitglied der Kais. Akademie der Wissenschaften.
Verstorben: Prof. G. A. Ray et» Direktor
der Sternwarte Bordeaux -Fioirac u. Prof. der
physikalischen Astronomie an der Universität
Bordeaux; Dr. E. A. Kehrer» ao. Prof. der
analytischen Chemie an der Technischen Hoch-
schule in Stuttgart; Dr. E. Lauber» Chemiker
in Leipzig; Prof. Dr. H. Jahn» Prof. der Chemie
und Abteilungsvorsteher am Physikalisch-Che-
mischen Institut der Universität Berlin; J. F.
Bessert» Astronom der Sternwarte in Paris;
Hofrat Dr. L. Boltzmann» Prof. der mathemat.
Physik an der Universität Wien.
Kleinere Mitteilungen.
Der ünlversalzirkel Ton Pllaatneek.
Von A. Buchholtz in Riga.
Der PilsatneekscheUniversalzirkel ist
in erster Linie zum gleichzeitigen Auftragen
der Abszissen und Ordinaten eines recht-
winkligenKoordinatensystems bestimmt. Wie
aus nebenstehenden Figuren ersichtlich, stellt
das Instrument einen dreischenkligen Zirkel
vor, dessen Schenkel sich in zwei zuein-
ander senkrecht stehenden Ebenen bewegen
und dessen drei Spitzen A, B und G bei
jeder beliebigen Lage der Schenkel ein bei
A rechtwinkliges Dreieck bilden. Letzteres
wird dadurch erreicht, dafi der Schenkel C
entsprechend seiner Ablenkung derartig ver-
längerbar ist, daß seine Länge in jeglicher
Lage der Hypotenuse eines rechtwinkligen
Dreiecks entspricht, dessen konstante Ka-
thete der Schenkel A bildet. Zu diesem
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HeA 31.
1. NoTember 1906.
Kltiatr« Afittoilungtn.
203
Zweck ist der verlängerbare Schenkel als
zylindrische Büchse konstruiert, welche einer
Stange F als Führung dient, deren unteres
Ende als Zirkelspitze ausgebildet ist, wäh-
rend das obere mittels einer Spiralfeder
S mit einem an der Stange befestigten
Stift P g^gen einen am Schenkel A ange-
brachten Arm D von bestimmter Form ge-
drückt wird. Dieser Arm ist außerdem mit
einer Längen- und Winkelmefiskala versehen.
Das Instrument dient, wie bereits bemerkt,
hauptsächlich zum Auftragen von orthogo-
nalen Koordinaten, doch ermöglicht seine
Konstruktion auch noch die schnelle und
bequeme Lösung folgender Aufgaben: 1) Zie-
hen von geraden Linien, 2) Errichten und
Fallen von Perpendikeln, 3) Konstruieren
von Winkeln beliebiger Größe, 4) Beschrei-
ben von Kreisen, 5) Messen von geraden
Linien. Um eine Gerade zwischen 2 Punkten
zu ziehen, stellt man den Zirkel so auf,
daß seine Spitzen A und B sich in den
betreffenden Punkten befinden, während der
ein wenig abgeschobene dritte Schenkel C
zur Fixierung des Instruments in dieser Lage
dient. Durch Heranschieben der mit einem
Blei- resp. Kreidestift versehenen Spitze B
an die Spitze A erhält man die gewünschte
Linie ohne Zuhilfenahme eines Lineals.
Wenn man eine Senkrechte auf einer Linie
zu errichten hat, so stelle man J. und C
auf diese Linie, und zwar die Spitze A in
den Punkt, durch welchen die Senkrechte
gehen soll; dann ist diese Aufgabe augen-
scheinlich auf die vorhergehende zurück-
geführt. Zum Konstruieren von Winkeln
bringt man zunächst die auf dem Gelenke
des Schenkels B befindlichen Striche R
durch Drehen dieses Schenkels zum Ein-
spielen. Hierauf stellt man den verlänger-
baren Schenkel C nach der auf dem Arm
D befindlichen Winkelskala auf die ent-
sprechende Teilung ein, wobei man den
gewünschten Winkel zwischen den Zirkel-
spitzen, und zwar bei B, erhält. Winkel
bis 50^ zeichnet man direkt, alle übrigen
als Ergänzungswinkel. Zum Beschreiben
von Kreisen lassen sich bei zugeklapptem
Schenkel C die beiden anderen Schenkel
wie jeder andere Zirkel benutzen. Zum
Messen von Geraden befindet sich auf dem
Arm D eine Skala, deren Teilung den Ab-
stand der Spitzen A und C in Centimeter
angibt.
Der Erfinder führt sein Instrument in
zwei Modellen aus: einem großen, dessen
Schenkel aus Holz bestehen und das für
den Gebrauch an Wandtafeln bestinmit ist,
und einem kleinen aus Metall ftbr den Ge-
brauch auf Papier. Beide Modelle sind so
eingerichtet, daß die Spitze B bei Bedarf
mit einem Kreide- resp. Bleistift versehen
werden kann.
Der Zirkel ist in Deutschland unter
Nr. 169 767 patentiert, außerdem auch in
den Vereinigten Staaten und der Schweiz;
er ist zu beziehen von dem Erfinder
J. Pilsatneek, Riga, Gr. Newastraße 9.
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204
Kleinere Mitteilungen.
Deutsche
Mechanlker-Ztc.
Neuere Blechscheren.
D.R.G.M. 236 244.
Mitgeteilt von W. Klußmaun in Charlotten-
burg.
Da der Körper der Hebelscheren in der
Regel aus Grauguß hergestellt wird, ist es
notwendig, um dieselben gegen Bruch bei
2U starkör Beanspruchung zu sichern, den
Körper möglichst massiv zu machen; da-
durch werden die Scheren sehr schwer
und sind mithin nicht gut transportabel.
Die Schraubstockfabrik und Gesenk-
Bchmiederei von Perd. Peddinghaus in
Gevelsberg (Westfalen) stellt nebenstehende
Ausführungsart der Scheren her, die ver-
schiedene Vorteile haben. Fig. 1 zeigt eine
Schere, deren Körper im Gesenk ge-
schmiedet ist. Als Material wird bestes
Schmiedeeisen verwendet, so daß dadurch
das Gewicht wesentlich vermindert werden
konnte, ohne die Leistungsfähigkeit und
Haltbarkeit zu beeinträchtigen. Das Ge-
samtgewicht beträgt etwa 6 kg bei 120 mm
Fig. 1.
PIg. 2.
Messerlänge; die Schere kann also bequem
außerhalb der Werkstatt auf Montage mit-
genommen werden. Da die Schneide des
Obermessers nicht geradlinig, sondern ge-
bogen ist, wird ein ziehender Schnitt bei
gtinstigem Schnittwinkel erzielt, wodurch
sich die Leistungsfähigkeit der Schere
wesentlich erhöht; auch ist dadurch die
Möglichkeit gegeben, Kurven zu schneiden.
Ferner ist in die Führungsbacke des Ober-
messers ein gehärteter Gußstahlring ein-
gesetzt, durch welchen rundes oder kan-
tiges Material geschoben und mit dem fasso-
nierten Obermesser abgeschnitten werden
kann. Bei Verwendung eines Stollmaßes
können Drähte und Bleche auf bestimmte
Länge geschnitten werden. Das Unter-
messer ist nachstellbar, damit die Schneiden
stets dicht zusammenarbeiten, um gratfreie
Schnittflächen zu liefern. Die Hebelüber-
setzung ist eine äußerst günstige. Die
Schere kann sowohl in den Schraubstock
gespannt als auch in einen Holzklotz ge-
trieben oder in den Ambos gesteckt werden.
In der Ausführung von Fig. 2 läßt
sich die Schere auch auf einem Block
oder Tisch festschrauben. Der Körper be-
steht aus schmiedbarem Temperstahlguß.
Modell 1 und 2 sind für Blech bis 4 mm
und Draht bis 9 mm bestimmt. Ein drittes
Modell ist ebenso wie Fig. 2 ausgeführt,
nur ist es wesentlich stärker gehalten und
kann für Blech bis 5 mm oder Draht bis
13 mm gebraucht werden. Die Scheren
werden entweder mit festem oder mit ab-
nehmbarem Hebel, so daß sie für den Trans-
port besser geeignet sind, hergestellt.
Die Preise der Modelle 1 und 2 nur für
Blech betragen 25 M, für Blech und Draht
27,50 M, für das Modell 3 42 bezw. 45 M;
für abnehmbaren Hebel werden 3 M, für
Stellmaß 2 M berechnet; ein Paar Ersatz-
messer kostet 9 bezw. 16 M.
Neues Stativ zu Handspektroskopen
der Firma Carl Zeiß in Jena.
Von F. Löwe.
Photogr. Chronik 13. 8. 380. 1906.
Das nachstehend abgebildete Handspektro-
skop ist so kontruiert, daß Reagenzgläser da-
vor angebracht werden können parallel dem
senkrecht gestellten
Spalte des Spektro-
skopes. Die metallene
Tischplatte T, welche
von dem hölzernen
Griff G^ getragen wird,
ist sowohl mit dem
Spektroskop wie mit
dem Reagenzglas in
feste Verbindung ge-
bracht. Durch das
Winkelstück W drückt
man das Spektroskop
in sein mit Kork ausge-
kleidetes Lager, stellt
den Spalt senkrecht
und zieht dann die
Klemmschraube K fest
an, während das Re-
agenzglas von oben
oder von der Seite her
in seinem Halter H
geschoben und hier von
der Feder F fest-
gehalten wird. Der
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• Hefl 21.
Novomb«r 1906.
Klaintr« lttttottuns«n.
205
Reagenzglashalter kann auch kleine Ku-
Veiten, Farbgläaer oder Emulsionsfarbfilter
in sich aufnehmen. Der Reflektor S» der von
einem Silberspiegel, einer Milchglasscheibe
oder einem Kartonblatt gebildet wird, soll das
Vergleichsprisma beleuchten, falls das Spektro
skop ein solches besitzt. Hat es dagegen eine
Wellenlangenskale, so wird diese von der Licht-
quelle direkt beleuchtet. Bei Benutzung einer
künstlichen Lichtquelle bringt man diese in
die Verlängerung der Bpektroskopachse. Wenn
man aber mit Tageslicht arbeitet, zieht man
den Handgriff von der Säule des Stativs ab
und beobachtet gegen den hellen Himmel.
SchnellflxierBalz der Aktien - Gesell-
schaft fOr Anilinfabrikation
in Berlin.
„Agfa^'-Schnellfixiersalz fixiert in erster Linie
bedeutend schneller als alle seither bekannten
PIxiermittel, nächstdem aber wird bei fort-
schreitender Ausnutzung des Bades seine Wirk-
samkeit nur wenig verlangsamt. Man braucht
z. B. bei frischen Bädern mit Schueiifixiersalz
nur die Hälfte, bei ausgenutzten Bädern gegen
das Ende ihrer Wirksamkeit nur noch etwa ein
Viertel der Fixierdauer, die ein gleich stark be-
nutztes Hyposulfitbad 1:4 Wasser erfordert. Es
Bind Büchsen für 400, 1000 und 2000 ccm so-
wie Glasröhren für 100 eem Scbnellfixierbad im
Handel. ^Agfa" • Schnellfixiersalz ergibt ein
saures Schnellfixierbad. Das Präparat ist zum
D. R. P. angemeldet.
Lehrverbftitnis zwisclien Vater und
Solin.
Bin Urteil von weittragender Bedeutung
hat das Oberlandesgericht in Breslau am
20. April d. J. gefällt. Der Angeklagte hatte
keinen ordnungsmäßigen schriftlichen Lehrver-
trag mit seinem Sohne abgeschlosson; er war
daher der Übertretung des § 150, 4 a B. G. 0.
für schuldig befunden worden. In den Gründen
heiBt es: Die Revision der Königl. Staatsan-
waltschaft ist für begründet zu erachten. § 126 b
der R. G. 0. bestimmt, daß der Lehrvertrag
binnen 4 Wochen nach Beginn der Lehre
schriftlich abzuschließen ist. Wie die Motive
dieser Vorschrift ergeben, sollte das Erforder-
nis der Schriftlichkeit dazu dienen, um in
allen Fällen die aus dem Lehrvertrage dem
Lehrherrn erwachsende Verpflichtung und Ver-
antwortlichkeit schärfer zu bestimmen. Eine
Ausnahme für das Lehrverhältnis zwischen
Vater und Sohn ist nicht gemacht. Notwendige
Voraussetzung ffür die Anwendung der ge-
dachten Vorschrift ist es selbstverständlich,
»daß von den Beteiligten die Begründung eines
Lehrverhältnisses im gewerblichen Sinne wirk-
lich gewollt ist. Von einem solchen Lehrver-
hältnis kann nicht die Rede sein, wenn der
Vater das Kind nur aushilfsweise in seinem
Gewerbe beschäftigt, ohne daß die Absicht
vorliegt, das Kind als Lehrling in dem Hand-
werke dauernd zu beschäftigen und auszu-
bilden. So liegt aber der Fall hier nicht.
Denn nach den von der Strafkammer ge-
troffenen Feststellungen will der Angeklagte
seinen Sohn als gewerblichen Lehrling be-
handelt wissen, er hat ihn als solchen zur
Lehrlingsrolle der Innung angemeldet und mit
ihm sogar einen schriftlichen Lehrvertrag ab-
geschlossen, der allerdings wegen der Vor-
schrift der §§ 107 »), 181 ^) B. G. B. der Rechts-
gültigkeit entbehrt. Bin solches Verhältnis
ist, wie schon das Oberlandesgericht Naumburg
in dem Urteil vom 15. November 1902 zu-
treffend angenommen hat, nicht lediglich an-
zusehen als eine fortgesetzte Ausübimg der
elterlichen Gewalt und der durch sie ge-
gebenen Befugnis, den Sohn zu erziehen, zu
beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu be-
stimmen. (§ 1631 B. G. B.) Diese Befugnisse
geben zwar dem Vater das Recht zu be-
stimmen, ob und welchen Beruf sein Sohn
ergreifen soll, und ob er eventuell die Aus-
bildung einem Dritten übertragen will. Aber
innerhalb des gewählten Berufes kfuin der
Vater nicht durch seine elterliche Gewalt die
Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen
ausschließen. Was von anderen gegen diese
Auffassung angeführt wird, ist nicht über-
zeugend. Hätte das Gesetz für den Hand-
werker, der seinen Sohn als Lehrling annimmt,
eine Ausnahme von dem Erfordernis des
schriftlichen Lehrvertrags aufstellen wollen, so
hätte es dies zum Ausdruck bringen müssen.
Das Gesetz macht aber keinen Unterschied,
und es ist auch weder aus dem Wesen der
elterlichen Gewalt noch aus der Natur und
dem Zweck dos Lehr Verhältnisses ein hin-
reichender Grund dafür zu entnehmen, daß die
für jeden Lehrherrn gültige Vorschrift dann
^) Der Minderjährige bedarf zu einer Willens-
erklärung, durch die er nicht lediglich einen
rechtlichen Vorteil erlangt, der Einwilligung
seines gesetzlichen Vertreters.
2) Ein Vertreter kann, soweit nicht ein
anderes ihm gestattet ist, im Namen des Ver-
tretenen mit sich im eigenen Namen oder als
Vertreter eines Dritten ein Rechtsgeschäft
nicht vornehmen, es sei denn, daß das Rechts-
geschäft ausschließlich in der Erfüllung einer
Verbindlichkeit besteht.
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206
Kl«lB«r« MitteüiiiitMi. — Ql«it«chnischM.
DeotMhe
Mech«nlker-Ztg.
nicht anwendbar sein sollte, wenn der anzu-
meldende Lehrling der Sohn des Meisters ist»
Winke für die Ausführ nach China.
Der Bericht amerikanischer Spezialagenten,
welche nach China entsandt wurden, um die
dortigen Marktverhaltnisse und die Aussichten
fUr den Absatz amerikanischer Waren zu stu-
dieren, wurde seitens der Regierung der Ver-
einigten Staaten von Amerika in einem Heft
mit dem Titel Trade wiih China veröffentlicht.
Das Heft enthält unter anderem verschiedene
auch fOr die deutschen Exporteure beachtens-
werte Winke fOr die Ausfuhr nach China. Die
Drucksache liegt in den nächsten 4 Wochen
im Reichsamt des Innern (Berlin W, Wilhelm-
straBe 74, Zimmer 174) für Interessenten zur
Binsichtnahme aus.
Freie Fortblldangskurse für Arbeiter
In Charlottenburg.
Die Kurse werden von der sozialwissen-
schaftlichen Abteilung der Wildenschaft der
Technischen Hochschule veranstaltet; im Winter
1906/07 sollen in der Qemeindeschule 8 zu
Charlottenburg (Schloßstr. 2) abends von 8 bis
10 Uhr folgende Kurse abgehalten werden :
Deutsch (1 Ober-, 2 Mittel-, 1 Unterkursus
Freitag); Rechnen (Ober-, Mittel-, und Uuter-
kursus; Dienstag); Gewerbliche Buchführung
(Montag); Algebra oder Rechnen mit Buch-
staben (Donnerstag); Geometrie (Donnerstag);
Ausgewählte Kapital aus der Mechanik (Freitag);
Ausgewählte Kapitel aus der Physik (Diens-
tag); Übungen im Zeichnen (Geometrisches
Zeichnen, Bauzeichnen, Maschinenzeichnen, Frei-
handzeichnen; Montag); Arbeiterversicherung
(Donnerstag); Gewerbekrankheiten und Ge-
werbehygiene (Montag); Allgemeine Übungen,
nach Wunsch der Hörer, an allen Bchulabenden.
Neben den Kursen finden Exkursionen und
Exkursionsvorträge, Museumsftlhrungen und ge-
meinschaftliche Theaterbesuche zu ermäßigten
Preisen statt Die Teilnehmergebühr beträgt
pro Kursus (29. Okiober 1906 bis 15. März 1907)
60 iyi, für sonstige Veranstaltungen je 10 Pf,
Programme sind bei Dipl. Ing. AI fons Finkei-
st ein (Charlottenburg, Wilmersdorfer Btr. 106)
erhältlich.
Die Firma Ernst Leitz in Wetzlar hat vom
15. V. M. an, nachdem sie sich durch eine Ab-
stimmung des Einverständnisses der (Gehilfen-
schaft versichert hatte, den Achtstundentag in
sämtlichen Abteilungen eingeführt. Da jedoch
die hieraus folgende Verkürzung der bisherigen
Arbeitädauer die Leistungsfähigkeit weder des
Werkes noch der darin Beschäftigten beein-
trächtigen soll, sind Vorkehrungen getroffen,
um eine möglichst vollkommene Ausnützung
der neuen Arbeitszeit zu ermöglichen; hierzu
gehören u. a. die Aufhebung der bisherigen
Frühstücks- und Vesperpausen , sowie eine
strenge Ausschließung des Alkohols. Die Neu-
einrichtung ist unter Beibehaltung der bis-
herigen Akkordsätze zunächst probeweise für
die Dauer eines Jahres vorgesehen. Es sei
noch bemerkt, daB die genannte Firma bereits
vor langen Jahren eine Invaliden-, Witwen-
und Waisenkasse, sowie eine Unterstützungs-
kasse eingerichtet und beide Kassen mit be-
trächtlichen Zuwendungen ausgestattet hat;
ebenso hat sie die Begründung eigener Wohu-
stätten für ihr Personal von jeher dadurch
erfolgreich gefördert, daß sie Darlehen für
diesen Zweck zur Verfügung stellte.
Qlasteohnieohi
Aufsatz ffir Bakterlenfliter bei kleinen
FlfiBsigkeitsmengen.
Von Reiser.
Chem.'Zig. 30. 8. 686, 1906.
Über die Filterkerze F wird ein Röhrchen A
mit Glasansati und Gummischlauch so gesetzt,
daß nur ein kapillarer Zwischenraum bleibt.
Wird nun an dem Schlauch gesaugt, bis die
ganze Filterkerze von Flüssigkeit umgeben ist,
und der Quetschhahn geschlossen, so geht die
Filtration ungestört bis zum letzten Tropfen
weiter. Wenn dieser Aufsatz nicht^benutst
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H«ft 21.
1. November ItXM.
OlaftechnlschM.
207
wird, vielmehr die Kerze aus der zu filtrie-
renden Flüssigkeit herausragt, so vereitelt die
mit durchgezogene Luft die Verminderung des
Luftdrucks, wodurch die Filtration sehr ver-
zögert wird.
Unten an der Röhre ist ein Bürstenkranz JBT
angebracht, der beim Heben und Senken die
Filterkerze vom Bakterienschlamm reinigt.
ROntgenrOhre
mit automatischer Regulierung.
Von O. Berlemont.
Campt rend. 142. 8, 1189. 1906.
Verf. hat eine Röntgenröhre, welche mittels
Osmose durch die Antikathode eine Regulierung
ihrer Harte gestattet, in der Weise konstruiert,
daß er an die Antikathode ein nach außen ge-
richtetes Platinrohr anschmilzt, welches gegen
die äußere Atmosphäre durch einen Hahn ab-
geschlossen ist und in einer feuchte Baumwolle
enthaltenden Erweiterung endigt.
Wenn die RöntgenrOlire zu hart geworden
ist, öffnet man den Hahn auf eine oder zwei
Sekunden, dann wird die von der zutretenden
Luft aus der Baumwolle mitgefOhrte Feuchtig-
keit an dem rotglühenden Bleche der Anti-
kathode dissoziiert und der auf diese Weise
entstehende Wasserstoff dringt durch das
glühende Blech in das Innere der Röntgen-
röhre. Man kann durch eine jede solche
Operation die Härte der Röhre so weit er-
niedrigen, daß die ihr entsprechende Funken-
strecke um 2 bis 8 cm vermindert wird.
Diese Einrichtung hat überdies den Vorteil,
daß vermöge der in der Kapillare enthaltenen
geringen Dampfmenge die Härte der Röhre
eine hinreichende Zeit konstant erhalten wird,
wenn es sich um eine Radiographie oder Radio-
therapie von längerer Dauer handelt. Mk.
Neue Glaehähne mit grofaem Dureh*
laCi.
D. R. P. Nr. 174793.
Chem.'Zig. SO. 8. 733. 1906.
Das Küken des Hahnes besteht aus drei
miteinander verschmolzenen Teilen, in deren
mittlerem sich der Durchgangskanal befindet.
Die Ansatzstellen^der Röhren am Hahngehäuse
sind kreisrund und haben den gleichen Durch-
messer wie das Zu- und Abflußrohr. Auf diese
Weise sind Verengungen vermieden, wie sie
sich bei der sonst üblichen Herstellungsweise
im Durchgangskanal des Kükens leicht bilden.
Derartige Hähne werden von der Firma Fritz
Fischer & Röwer in Btützerbach i. Th. her-
gestellt; sie dürften als Ersatz für Tonhähne
vielfach Verwendung finden. Wb.
Neuer Gaeentwlcklungaapparat,
Von B. Steiger.
Che$H.'Zig. SO. 8. 836. 1906.
In der 89. Jahresversammlung der schweize-
rischen naturforschenden Gesellschaft zu St.
Gallen hat Herr Prof. Dr. Steiger einen Gas->
entwicklungsapparat vorgeführt, dem ein
neues Prinzip zu Grunde liegt, nämlich das
der Säurezirkulation. Dies
wird, wie nebenstehende Ab-
bildung erkennen läßt, da-
durch erreicht, daß in das
mit Zink oder Schwefeleisen
beschickte linke Gefaßt) ein
Trichterrohr eingesetzt ist.
Die von den aufsteigenden
Gasblasen mitgerissene
schwere Salzlösung fällt oben
in den Trichter, wird durch
das Rohr auf den Boden der
Woulfschen Flasche gelei-
tet, wo sie sich schlieren-
förmig ausbreitet und be-
wirkt, daß die spezifisch leich-
tere Säure in das linke Gefäß
Jllllif J ■. von unten eindringt und hier
wk J f das Zink oder Schwefeleisen
My-^ \\ angreift Die Zirkulation der
Säure bietet zwei Vorteile:
einerseits eine gesteigerte
Gasentwicklung und anderer-
seits eine sehr gute Ausnut-
zung der Säure.
Weitere Vorteile des Ap-
parats sind große Leistungs-
fähigkeit und Lebensdauer infolge großer
Säurekapazität sowie leichte und bequeme
Handhabung. Der Apparat ist zu Gunsten
der Firma C. Desaga in Heidelberg unter
Musterschutz gestellt worden. Wh.
^) In der Abbildung ist die Füllung mit
Zink und Schwefeleisen nicht besonders ge-
kennzeichnet worden, um das Aufsteigen der
tiasblasen deutlich zu machen.
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208
GlmtttchnitcbM.
Denteehe
Mechantker-Ztg.
Exflikkator.
D.R. G.M. Nr. 278 413.
Von C. N alenz.
Chem.'Ztg. 30. 8. €96. 1906.
In dem Deckel des Exsikkators ist, ähnlich
wie bei einigen anderen Ausführungen, ein
Hahn angebracht, um beim Erkalten der ein-
geisetzten Substanzen den Luftzutritt regulieren
zu können. Bei dem hier abgebildeten Apparat
besteht der Hahn in einem Hohlstopfen mit
Griff, der nur wenig über den Deckelknopf
o
hervorragt. Der Eintritt der Luft erfolgt durch
zwei in halber Höhe des Deckelknopfes ange-
brachte Bohrungen, denen zwei Löcher im
Stopfen entsprechen. Durch diese Anordnung
ist der Hahn vor Zerstörung durch Abstoßen
geschützt und hindert auch nicht beim Ab-
nehmen des Deckels. D^r Apparat wird von
der Firma Ströhlein&Co. in Düsseldorf her-
gestellt. Wb.
Neuer LaboimtoriumBausguriBi.
Von Dr. H. Gockel.
Chem.'Zig. SO. 8. 766. 1906.
Um das lastige Schräghalten langer Glas-
gegenstände beim Reinigen unter dem Wasser-
k — 425—-^
Tischhöhe angebracht, einen bis auf den Boden
reichenden kegelförmigen Unterteil besitzt, so
daß ein Bespritzen der Umgebung und Bruch
weniger leicht eintreten.
Die Neuerung scheint uns außerordentlich
praktisch, zumal auch noch an der Rückwand
ein kleiner Balkon angebracht ist, der das Auf-
stellen und Auflegen von Chemikalienflaschen,
Bürsten und sonstigen Gegenständen, die man
beim Reinigen benötigt, gestattet. Der Ausguß
ist unter D.R. G.M. Nr. 279 873 geschützt und
von dein Firmen Dr. Heinrich Göckel (Berlin
NW6, Luisenstr. 21) und Deutsche Ten- und
Steinzeugwerke, A. G. (Charlottenburg) zu
beziehen. Wb.
Die böhmischen Glasfabriken haben be-
schlossen, vom I.Januar 1907 ab die Glaspreise
zu erhöhen, und zwar für farbloses Glas um
5 o/o, für gefärbtes um 10 %.
A
o
\n
o
..t
hahn der Ausgußbecken zu vermeiden, hat Verf.
ein Becken aus Steinzeug konstruiert, das, in
Oebraucbsmuster.
Klasse:
4. Nr. 288 300. Gasgebläselampe mit schräg
nach oben gerichteter Regelungsschraube.
J. Prigge, Lechhausen. 12. 6. 06.
80. Nr. 288 251. Verschließbares Standgefftß mit
ala Mischgefäß dienendem Stülpdeckel, ver-
bunden mit Misch- u. Auftragspatel. J. F.
Schwarzlose Söhne, Berlin. 10. 8. 06.
Nr. 288 542. Luftdicht schließendes Augen-
tropfglas mit Überhängglocke. F. Mollen-
köpf, Stuttgart. 2. 8. 06.
42. Nr. 288 522. Schwingende Quecksilberluft-
pumpe, deren Quecksilberbehälter zu einem
kreisförmigen Rohr ausgebildet ist U. v.
Reden, Franzburg b. Gehrden, Hann.
12. 1. 06.
Nr. 288 596. Thermometer und Thermometer-
hülse mit Einrichtung zum Herabbringen
des Quecksilberfadens in Maximumthermo-
metem durch Zentrifugalkraft. A. Küchler
& Söhne, Ilmenau. 17. 8. 06.
Nr. 288 788. Abmeßvorrichtung mit einem Hohl-
raum im Stopfen des Glashahns, der eine
bestimmte Flüssigkeitsmenge aufnimmt und
bei einfacher Umdrehung abgibt. C. Witz-
mann, Stützerbach i. Th. 7. 8. 06.
64. Nr. 287 617. Saugheber mit Überlaufs-
schenkelverbindung von verjüngtem Quer-
schnitt, für tropfenweisen Zulauf. A. Kirch-
ner, Werdau i. S. 7. 8. 06.
Nr. 287 898. Trichter mit graduierter Eintei-
lung und Einrichtung zum Öffnen und
Schließen, femer passend zu verschieden
weiten Flaschenhälsen. H. 0. Thörner,
Finsterwalde. 5. 7. 06.
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Heft 21.
, November 1906.
BQcherschau.
209
Bflohersoha u.
F. Kohlrauschy Lehrbuch der praktischen
Physik. 10 verm. Aufl. des Leitf. der prakt.
Physik. Gr.-8°. XX VIII, 656 S. mit zahlreichen
Fig. Leipzig und Berlin, B. G. Teubner
1905. Geb. in Leinw. 9,00 M.
Von dem Leitfaden der praktischen Physik
hat bald nach dem im Jahre 1901 erfolgten Er-
scheinen der 9. Auflage eine neue Ausgabe, das
23. bis 27. Tausend, herausgegeben werden
können, die den Titel „Lehrbuch der praktischen
Physik* erhalten hat. Diese Abänderung wurde
vorgenommen, weil gleichzeitig mit der 9. Auflage
eine kleinere Ausgabe des Werkes erschien,
welche, dem ursprtUiglichen Zwecke des Uuches
entsprechend, als Leitfaden zum Gebrauche bei
physikalischen Übungen fQr Anfänger dienen
sollte. Im Gegensatze hierzu nimmt das Lehr-
buch vorwiegend Rücksicht auf alle physi
kaiischen Arbeiten, weiche wissenschaftlichen
Zwecken dienen. Daß nun von dem Lehrbuch
schon nach so kurzer Zeit eine neue Auflage
hat erscheinen können, trotzdem ihm in der
kleinen Form des Leitfadens eine Konkurrenz
geschaffen wurde, ist ein Beweis dafür, wie
sehr dieses Werk den Bedürfnissen weiter
Kreise, sowohl rein wissenschaftlicher als auch
technischer Interessenten, entgegenkommt.
Bei Abfassung der neuen Auflage ist den in
den letzten Jahren fast auf allen Gebieten der
Physik erfolgten Fortschritten vollauf Rechnung
getragen, infolgedessen hat sich auch die Seiten-
zahl um etwa ein Zwölftel vermeiirt. Es sind
einerseits in die meisten Abschnitte zahlreiche
kleine Einfügungen eingeschoben, andererseits
sind aber auch ganze Abschnitte neu hinzu-
gekommen. 6o ist in die einleitende Abteilung
„Allgemeines über Messungen"" ein Abschnitt
eingefügt, in der eine von Helmert ange-
gebene Methode beschrieben wird, welche es
ermöglicht, die Beobachtungsfehler auf sämt-
liche beobachteten Größen zu verteilen, während
nach den bisher üblichen Methoden die Fehler-
verteilung nur auf eine einzige willkürlich ge-
wählte Größe erfolgte. Weitere neu hinzuge-
kommene Abschnitte betreffen die spezifische
Wärme in Gasen, die Diffusion, das astatische
Torsionsmagnetometer und Messungen an
ionisierten Gasen. Umfangreiche Ergänzungen
haben u. a. erfahren die Abschnitte über elek-
trische Wellen, über Drehstrommessungen, über
Kapillarreibung, über optische Pyrometer und
über Quadrantelektrometer.
Kleinere Einfügungen weist auch die Ab-
teilung über Licht und Wärmestrahlung in
großer Zahl auf; so z. B. das Stufenspektro-
skop von Michelson, das Glasplattenspektro-
skop von Lummer und Gehrcke, eine Figur
zum Beweise dafür, daß ein Linsensystem gleich
wie eine einfache Linse zwei Brennpunkte und
zwei Hauptpunkte besitzt, u. a. m. Der Ab-
schnitt über Photometrie läßt noch einige Er-
gänzungen wünschenswert erscheinen. Auf
£f. 330 ist von Flackererscheinungen die Rede,
es ist aber nirgends eins der vielen Flimmer-
photometer angeführt, welche gerade neuer-
dings in zahlreichen Ausführungen in tech-
nischen Kreisen Verwendung gefunden haben.
Auch das Ulbricht sehe Photometer, welches
gestattet, durch eine einzige Messung die mitt-
lere sphärische Helligkeit einer Lichtquelle zu
bestimmen, hätte wohl \ erdient, erwähnt zu
werden. Es fehlt endlich auch eine Angabe
über die üblichen Methoden, wie man aus den
in verschiedenen Richtungen gemessenen Inten-
sitäten einer Lichtquelle die mittlere sphärische
oder hemisphärische Helligkeit erhält; eine
Anweisung hierüber dürfte auch in der kleinen
Ausgabe des Leitfadens willkommen sein
Die zahlreichen neu hinzugekommenen Fi-
guren sind vorzüglich ausgeführt. Trotz des
Eingehens auf alle Einzelheiten der betreffenden
Apparate sind die schematischen Darstellungen
klar und übersichtlich. Wünschenswert wäre
es, wenn die Verlagsbuchhandlung die aus den
älteren Auflagen übernommenen Figuren durch
neue ersetzen ließe, um sie der modernen Kon-
vention etwas mehr anzupassen. Beispielsweise
könnten alsdann in der Abteilung über Elektri-
zität die Galvanometer durch das in der tech-
nischen Literatur allgemein gebräuchliche
Symbol bezeichnet und auch die Kreuzung
stromführender Drähte in den Figuren in üb-
licher Weise angedeutet werden.
Das alphabetische Verzeichnis ist nicht ganz
konsequent ausgeführt: einige Apparate sind
zweimal darin angegeben, einmal nach ihrer
sachlichen Bezeichnung und außerdem nach
ihrem Konstrukteur; es wäre wünschenswert,
daß dies "für alle wichtigeren Apparate ge-
schähe. Namentlich neuere Apparate, bei denen
sich noch keine feststehende sachliche Be-
zeichnung allgemein eingebürgert hat, sind
schwer aufzufinden, wenn sie nicht unter dem
Namen des Autors stehen, der sie zuerst be-
schrieben .Vielleicht würde es sich empfehlen,
außer dem Sachregister ein Verzeichnis alier
angeführten Autoren beizufügen, wie dieses
sonst in wissenschaftlichen Werken vielfach zu
finden ist.
Selbstverständlich wird durch die vor-
stehenden Bemerkungen der Wert dieses Buches
in keiner Weise beeinträchtigt, zumal dessen
Bedeutung sich seit Jahrzehnten der Aner-
kennung von aller Welt erfreut. Seit vielen
Jahren ist dieses Werk jedem, der sich mit
physikalischen Arbeiten zu beschäftigen hat,
ein treuer und stet» zuverlässiger Ratgeber ge-
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210
Patantschau.
wesen und sein Wert hat sich mit jeder neuen
Aullage fortgesetzt gesteigert. Auch diese
letzte Auflage ist wiederum ein Beleg hierfür.
Es ist geradezu erstaunlich, was für eine Fülle
mannigfaltigen Materials dasselbe auf verhält-
Dcntoehr
Mechanlker-Ztg.
nismäßig knappem Räume in handlicher und
leicht verständlicher Form darbietet. Sicherlich
hat es weder in der deutschen noch in einer
anderen wissenschaftlichen Literatur in seiner
Art seinesgleichen. Mk.
G h a u.
Spritzflasche mit in Erweiterungen des Lnftein- und des Flttssigkeitsaiistrittsrohres
vorgesehenen Rückschlagventilen aus säure- und laugebeständigen Stoffen, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der Körper des im Lufteintrittsrohr angeordneten Ventils mit einem Stab oder
einem zugeschmolzenen Bohr ausgerüstet ist, das bei geschlossenem Ventil aus dem Einblasrohr
herausragt, damit mittels eines auf das freie Ende des Rohres ausgeübten Druckes das Ventil
geöffnet werden kann. Th. Meyer in Gelsenkirchen-Bulmke. 19. 3. 1904. Nr. 16208$. Kl. 42.
Thermoelektrischer Ofen mit innen heizbarem Hohlkörper, dessen AuBenfläche mit
einer die Elektrizität nicht leitenden und die Thermoelemente tragenden Schicht überzogen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmezuleitung zu den Thermoelementen durch Heizbleche er-
folgt, die auf die isolierende Schicht flach aufgepreßt sind und in Bruchteilen ihres eigenen
wärmeleitenden Querschnittes je mit den zu erwärmenden Stellen des zugehörigen Thermo-
elementes in geeigneter Verbindung stehen. A. Heil in Frankfurt a. M. 13. 11. 1903.
Nr. 163 171. Kl. 21.
Elektrolytischer Zähler, bestehend aus einem Quecksilbervoltametcr in Parallelschal-
tung zu einem konstanten Widerstand, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Elektroden in
gleicher Höhe und in äußerst geringem gegenseitigen Abstand angeordnet sind. F. Becker in
Friedenau-Berlin. 16. 7. 1904. Nr. 162 468. Kl. 21.
Röntgenröhre mit im Inneren angebrachter Blende, dadurch gekennzeichnet, daß
die letztere entweder die von der Antikathode ausgehenden, weniger durchdringungsfähigen
Röntgenstrahlen absorbiert bezw. in durchdringungsfähigere transformiert, oder nur oder vor-
wiegend Sekundär-, Tertiär- u. s. w. Strahlen nach außen treten läßt, zum Zwecke, ROntgen-
strahlengemische zu erhalten, bei welchen die durchdringungsfähigeren Strahlen vorherrschen.
„Polyphos« Elektrizitätsges. m. b. H. in München. 6. 10. 1904. Nr. 162 369. Kl. 21.
Femrohraufsatz für Landgeschütze» dadurch gekennzeichnet, daß das Femrohr von
derjenigen Art ist, die bei beliebiger Drehung des Eintrittsreflektors längs des Horizonts ohne
Richtungsänderung der Okularachse aufrechte Bilder liefert. C. P. Goerz in Friedenau-Berlin.
22. 7. 1902. Nr. 162 953. Kl. 72. '
Einrichtnng zur Erzeugung von variierenden Strömen oder Wechselströmen
hoher Frequenz durch die Anwendung eines elektrischen Lichtbogens oder Ersatz desselben
von solchen Eigenschaften, daß das Verhältnis zwischen einer Änderung in dem den Lichtbogen
durchfließenden Strom zur entsprechenden Änderung, die die Potentialdifferenz zwischen den
Endpunkten des betreffenden Lichtbogens erleidet, eine negative Größe ist, in Verbindung mit
einer Elektrizitätsquelle in solcher Weise, daß der betreffende Lichtbogen einen Teil des Strom-
kreises, in welchem die variierenden oder wechselnden Ströme erzeugt werden, ausmacht, da-
durch gekennzeichnet, daß der Lichtbogen oder Ersatz desselben in einer Atmosphäre von
Wasserstoff oder Wasserstoffverbindungen angeordnet ist. W. P o u 1 s e n in Kopenhagen. 12. 7. 1903.
Nr. 162 945. Kl. 21.
Elektrischer Gas- oder Dampfapparat nach Art der Hewittsohen Lampe, welcher
durch einen FlUssigkeitsstrom von Elektrode zu Elektrode infolge Kippens angelassen wird, da-
durchjgekennzeichnet, daß zur Verhütung des Durchbrennens der Einschmelzdrähte der untere
Elektrodenbehälter eine solche Form hat, daß in ihm, auch wenn der Apparat gekippt wird,
stets etwas von der leitenden Flüssigkeit verbleibt. St. B. Flichtner in Englewood, V. St. A.
24. 2. 1904. Nr. 163 106. Kl. 21.
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1. NoTtSbe; 1906. ^ __ _ Pafnuchau. ^ 211
Opernglas mit IKngsverschiebbaren und an! die Aagenenifernnng durch Verschiebang
der Rohre gegeneinander einstellbaren Okularen, dadurch gekeunzoichnet, daß zwecks Längs-
verschiebung eine auf einer Querachse zwischen den Rohren angeordnete Kurbelscheibe mit
einer Schubstange an einem an der Innenseite des Objektiv man tels gelagerten, die hinteren Enden
des Okulars erfassenden QuerstQck angreift, welches mit der Schubstauge zwischen zwei paral-
lelen, zur Einstellung auf die Augenentfernung dienenden verstellbaren breiten Seitenfttbrungen
angeordnet ist. L. Ch. M. B albreck in Paris. 23.12.1903. Nr. 162163. Kl. 42.
Geschwindigiceitsmesser mit zwei verschieden schweren Flüssigkeiten in einem sioh
drehenden Geiäfs, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringraum, in welchem die schwerere Flüssig-
keit bei Zunahme der Geschwindigkeit emporsteigt, kegelförmig und unten weiter als oben ist,
um die einer gewissen Geschwindigkeitszunahme entsprechende Steighöhe der leichteren Flüssig-
keit an allen Stellen der Skala nahezu gleich zu machen. J. T. F. Conti in Paris. 3. 7. 1904.
Nr. 161 905. Kl. 42.
Apparat zum Filtrieren unter Laftabschlaß» dadurch gekennzeichnet, daß ein doppel-
seitiger Stopfen, auf dessen beide Seiten Flaschen luftdicht aufgesetzt werden können, mit einem
Filter und einem Rohr versehen ist, zu dem Zwecke, die in die eine der Flaschen eingebrachte
Flüssigkeit nach dem Umkehren des Apparates durch das Filter in die andere Flasche fließen
zu lassen. P. Dinglinger in Mewe, Westpreußen. 28. 8. 1904. Nr. 162 821. Kl. 12.
Bequem tragbares Elektrizitätsmeßgerät» dadurch gekennzeichnet, daß in einem
uhrgebäuseähnlichen metallischen Gehäuse auf einer isolierenden Platine ein Solenoid, das Zeiger-
lager mit dem Zeiger und ein Federhaus mit Feder angeordnet sind, von denen das letztere
das Aufwickeln eines aus dem Gehäuse herausgeführten Leitungsdrahtes bewirkt, wobei die
zweite Kontaktspitze durch einen den Aufhängekopf des Gehäuses durchquerenden Metallstift
gebildet wird, welcher mittels des Aufhängekopfes und einer durch diesen geführten Schraube
in der Ruhelage gesichert ist, wobei die Einwirkung auf den unabhängig von dem Solenoid iso-
lierten, in dem Gehäuse angeordneten Zeiger mittels eines an der Spule auswechselbar ange-
ordneten Solenoides bewirkt wird. P. u. H. Bourgeois in Damprichard, Doubs, Frankr.
20. 1. 1905. Nr. 162881. Kl. 21.
1. Verfahren zum Entfärben von Glasmasse zur Erzielung eines schönen weißen Glases
im Hafen oder in der Wanne durch Anwendung von Titan in beliebiger Form, eventuell unter
Zusatz eines Reduktionsmittels.
2. Verfahren zum Entfärben von Glasmasse durch bekannte Entfärbungsmittel in Ge-
meinschaft mit Titanverbindungen. J. Kersten in Fichtenau b. Rahnsdorf, Post Erkner.
20. 2. 1903. Nr. 162 607. Kl. 32.
Entfernungsmesser für zweiäugige Beobachtung, gekennzeichnet durch zwei Doppel-
femrohre, deren totale Plastik im Werte oder im Vorzeichen oder in beiden verschieden ist,
und die so vereinigt sind, daß der Beobachter die beiden Raumbilder, die die Doppelfernrohre
von jedem Objektpunkt entwerfen, gleichzeitig oder nacheinander durch zweiäugiges Sehen
wahrnehmen kann, in Verbindung mit einer mikrometrischen Einrichtung, um von den vier
Systemen von Strahlenbüscheln, die die beiden Doppelfernrohre durchlaufen, eins oder mehrere
abzulenken, bis die beiden Raumbilder als gleich fern erkannt werden, damit aus der dann er-
reichten Anzeige der Mikrometerskala die Entfernung des Objektpunktes entnommen werden
kann. C. Zeiß in Jena. 6. 8. 1903. Nr. 162471. Kl. 42.
Entfernungsmesser» bei welchem zwei Bilder eines Gegenstandes mit Hilfe zweier an
den Enden eines Grundrohres angeordneter Reflektoren und verschiebbarer Prismen in einem
mit vorgeschaltetem Trennungsprisma versehenen Okular zur Deckung gebracht werden, da-
durch gekennzeichnet, daß das von dem einen Ende des Grundrohres ausgehende Bild durch die
eine Hälfte eines Objektivs und das zugehörige verschiebbare Prisma direkt zu dem mit seiner
Trennungskante im Brennpunkt des Objektivs liegenden Trennungsprisma gelangt, während das
von dem anderen Ende ausgehende Bild mit Hilfe eines Umkehrprismas durch die andere Hälfte
des Objektivs und das zugehörige verschiebbare Prisma auf das Trennungsprisma fällt, wodurch
das zur Eindeckung und Besichtigung der Bilder dienende optische System eng aneinander ge-
gliedert wird, um das aus zwei oder drei Teilen bestehende Grundrohr in eine handliche Form
zusammenfalten zu können. A. Barr in Glasgow und W. Stroud in Leeds, Engl. 19. 6. 1903.
Nr. 162887. Kl. 42.
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212
Patanttchau.
Patontliata.
Deutsch«
Meohanlktf-Ztg.
Prismenfemrohr» Feldsiecher o. dgl. mit vor der ersten Fläche des Prismen-
Systems angeordneter Hillslinae, dadurch gekennzeichnet, daB die letztere eine konkave oder
bikonkave Linse ist, zu dem Zwecke, die wirksame Öffnung des Objektivs und damit die Lichtr
stärke des Glases zu vergrößern. J. Aitcbison in London. 24. 2. 1903. Nr. 162 786. KL 42.
Verfahren zar Feststeliang der Farbenwerte» dadurch gekennzeichnet, daß die far-
bige Fläche unter Vorschaltung eines Bot-, Grün- und Blaufilters mit einer gleichmäßig abge-
stuften Grauskala bezüglich der Helligkeit verglichen wird, wobei durch die erlangten Zahlen-
werte für den Rot , Grün- und Blauwert ein Maß für die Farbe gewonnen wird. B. Detlefsen
in Wismar. 28. 5. 1904. Nr. 162 838. Kl. 42.
Doppelfemrohr mit Einstellung aaf den Augenabstand durch gegenseitige Ver-
sehiebung der Einzeliemrohre, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger, an dem die beiden
Fernrohre geradegeführt sind (oder der mit dem einen Fernrohr starr verbunden ist, und an
dem das andere geradegeführt ist), zur Sicherung gegen Verbiegen als Mantel des Doppelfem-
rohrs mit Öffnungen an den Objektivenden und für die Okularrohre gestaltet ist. C. Zeiß in
Jena. 8. 6. 1904. Nr. 162839. Kl. 42.
Prismendoppelfernrohry dadurch gekennzeichnet, daß die eintretenden Lichtstrahlen
die Zwischenräume von einer Augenachse zur anderen, und zwar zwischen den Prismen senk-
recht zu den Augenachsen ein oder mehrere Male durchlaufen, zum Zwecke der Verkürzung
und zur Brzielung leichterer Bauart des Instruments. Optische Werke Cassel in CasseL
13. 11. 1903. Nr. 162 952. Kl. 42.
Patentltote.
Bis zum 11. Oktober 1906.
Klasse: Anmeldangeii«
21. B. 48474. Quecksilberfritter. H.Boas, Berlin.
22. 6. 06.
S. 21177. Telephonograph. M. San dri, Genua,
Ital. 26. 5. 05.
W. 26023. Bifilarelektrometer. Th.Wulf, Val-
kenburg, Hell. 14. 7. 06.
42. C. 14171. Nivellierinstrument mit pendelnd
aufgehängtem Femrohr. J. Cerutti, Gre-
noble, Frankr. 18. 12. 05.
R. 21837. Verfahren zur Aufzeichnung von
Schallschwingungen mittels des elektrischen
Stromes. L. Rosenthal, Frankfurt a. M.
28. 10. 05.
Seh. 25068. Vorrichtung zum Messen der
Wärmemenge, welche in einem Heizkörper
einer durchströmenden Flüssigkeit entnom-
men ist. H.Schuhmacher, Berlin. 6.2.06.
W. 25174. Dämmcnmgsfernrohr. C. Wald-
stein, Wien. 9. 2. 06.
48. L. 19 955. Verfahren zur Herstellung einer
auf kaltem Wege gießbaren Metallmasse be-
hufs Erzeugung von Metallgegenständen
o. dgl. KüppersMetallwerke,Bonna.Rh.
16. 1. 04.
Ertelliuigen.
21. Nr. 177 665. Wechselstrom - Meßinstrument.
H. Grohmann, Braunschweig. 30. 3. 06.
Nr. 177 666. Röntgenröhre. H.Bauer, Berlin.
19. 4. 05.
42. Nr. 177 266. Sphärisch, chromatisch und ko-
matisch korrigiertes photographisches Dop-
pelobjektiv mit anastigmatischer Bildfeld-
dehnung. F. Coblitz, Regen im Bayer.
Wald. 8. 6. 04.
Nr. 177 583. Vorrichtung zur Erzielung ellip
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen
der Himmelskörper bei Tellurien u. s. w.;
Zus. z. Fat. Nr. 174 959. G.Hering, Gries-
heim b. Darmstadt. 80. 5. 05.
Nr. 177 627. Mikrometer-Schraublehre. 0. Bil-
hauer, Neustadt a. Orla, u. P. Rückert,
Gera, Reuß. 4. 3. 06.
Nr. 177 630. Doppelfernrohr mit Vorrichtung
zum Wechseln der Okulare und der Aus-
zugslängen durch Verschiebung der Objek-
tive gegen die feststehenden Okulare. F.
Niemeyer, Braunschweig. 6. 9. 05.
Nr. 177 929. Vorrichtung zum Anzeigen des
Kohlensäuregehaltes von Rauchgasen durch
Absorption. A. Schlatter u. L. Deutsch,
Budapest. 20. 12. 04.
Nr. 177 995. Abblendevorrichtung für optische
Pyrometer. Cy. p. l. Fabrication des
Compteurs etMatöriel d'UsinesaGaz
u. Ch. F6ry, Paris. 23. 6. 05.
72. Nr. 178008. Zielfernrohrbefestigung, die ein
Vorwärtsgleiten des Fernrohres beim Schuß
gestattet. OptischeWerke Cassel, Cassel.
29. 4. 05.
74. Nr. 177 946. Vorrichtung zur elektrischen
Fernübertragung von Kompaßstellungen.
Neufeldt & Kuhnke, Kiel, u. B. Freese,
Delmenhorst. 8. 6. 05.
Fflr die RedakUon TenuitwortUch: A. BUtchk« in Berlin W.
Verlag Ton Jnlim Springer in Berlin N. — Dniek Ton Smil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitsohrift f tLr Instnimentenkuude
und
Orgran für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der AposteUdrche 6.
Heft 22. 15. November. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmigung: der Redaktion gestattet.
Beschreibung eines Deviationsmodelles.
Von Prof. Dr. Xu W*b«r In Kiel.
Der Zweck dieses Apparates ist es, die Gesetze der Deviation auf eisernen
Schiffen an einem kleineren, im Übungssaale aufzustellenden Schiffsmodelle zu studieren,
d. h. die vorhandene, durch permanente und temporäre Magnete willkürlich hergestellte
Deviation ihrem Betrage nach zu ermitteln, sodann eine Kompensation nach den
üblichen Methoden vorzunehmen, eventuell den verbleibenden Rest der Deviation fest-
zustellen und die zugehörige Steuertabelle zu entwerfen, und schließlich zur Demon-
stration bei Entwicklung der Deviationsformeln zu dienen. Hierzu ist ein die Rolle des
Schiffes spielender, einen Kompaß tragender Körper erforderlich, der in verschiedene
Kurse gedreht und um gewisse Winkel gekrängt werden kann und mit Vorrichtungen
versehen ist, welche eine Besttickung mit Magnetstäben, weichem Eisen und Kompen-
sation smagneten gestatten.
Ein solches Modell ist bereits früher in ausgezeichneter Form von Herrn
G. v. Neumayer ^) konstruiert worden. Ein ähnliches Modell habe ich bei Herrn
H. Heustreu in Kiel ausführen lassen, wobei jedoch eine die ganze Anwendung
wesentlich beeinflussende Änderung vorgenommen ist. Ich habe dasselbe auf dem
Mechanikertag in Kiel 1905 vorgezeigt^) und lasse die genaue Beschreibung hier folgen.
Daß die hier vorgenommene Änderung in allen Fällen der Benutzung eine
Verbesserung gegenüber dem Neumayerschen Modelle sei, kann nicht behauptet
werden. Sie hat einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Veranlaßt ist dieselbe
durch den Wunsch, die Ablesungen des Kompasses mit der Genauigkeit der Spiegel-
ablesungen machen zu können und zugleich die Änderungen der Kompaßstellung etwas
weiter für Demonstrationszwecke sichtbar zu machen. Aus diesem Grunde ist die
Kompaßnadel nicht auf dem Schiffskörper selbst angebracht, sondern wird von einem
an der Drehung und Krängung des Schiffes nicht teilnehmenden, im Raum festliegenden
Gestelle getragen. Hierdurch wurde es dann sogleich ermöglicht, die Nadel am Kokon-
faden aufzuhängen und mit Spiegelablesung zu versehen. Die Skale blieb natürlich
ebenfalls im Räume fest, während alle Eisenteile und Magnete auf dem Schiffskörper
montiert wurden. Als Bedingung mußte hierbei gelten, die Mitte der Nadel genau in
die Umdrehungsachse des Schiffskörpers und zugleich in die Krängungsachse zu bringen.
Das macht die erste Justierung des Apparates etwas umständlicher, als bei dem Neu-
mayerschen Modelle. Der Einfluß eines hierbei etwa noch verbleibenden kleinen
Fehlers ist übrigens von derselben Art, wie ihn eine Differenz zwischen der magnetischen
Mitte der Kompaßmagnete und der Spitze der Pinne zur Folge hat. Mit der räumlich
festen Aufstellung der Skalen ist nun weiter bedingt, daß die Ablesung der Nadel nicht,
wie es in der Praxis und ebenso bei dem Neumayerschen Modell der Fall ist, den
sogenannten Kompaßkurs ^ ergibt, sondern vielmehr unmittelbar die Deviation d. Für
Demonstrationszwecke ist dies ein erheblicher Vorteil. Man kann z. B. unmittelbar den
Unterschied der halbkreis- und viertelkreisförmigen Deviation sichtbar machen, indem
der Schiffskörper gedreht wird, und sieht dabei den Flanmaenzeiger auf der Skale einen
bezw. zwei Hin- und Hergänge ausführen. Für die Berechnungen ist es dagegen
^) Archiv der deuUehen Seewarte 7. Nr. 3. 1884, und Deutsche Seewarte, Der Kompaß
an Bord. Anhang 8. 2,
2) Diese ZeHeehrift 1905. 8. 238.
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214
L. W«bar, BMchreibung elnM D«viationtmod«ilM.
D«utaeh«
MecluttikT-Ztf .
siemlich unwesentlich, ob man aus dem beobachteten Kompaßkurs J^ und dem ge-
steuerten Schififskurse C die Deviation 3 mittels <J = C— ^ oder ob man aus dem
direkt beobachteten 3 und dem am Apparate abgelesenen Kurse C den Kompaßkurs ^
mittelst r = C - <J berechnet. Einen gewissen konstruktiven Vorteil bietet die von
mir benutzte Anbringung der Nadel dadurch, daß mehr Platz unter und neben der-
selben für die am Schiffskörper befestigten Kompensationsmagnete und Thomsonschen
Kugeln entsteht, wie dies aus der weiteren Beschreibung ersichtlich sein wird.
Der Apparat steht auf der kreisförmigen Pla,tte A des festgefügten und er-
schütterungsfrei aufzustellenden Bockes B. In die Platte A sind drei Messingplatten C
eingelegt, von denen eine gekörnt ist, die beiden anderen mit radialer Rinne versehen
sind, zur Aufnahme der Fuß-
schrauben D des Apparates.
Das aus Bronze gegossene
ringförmige Orundstück E wird
mit Hilfe des zentralen federn-
den Zapfens F und der drei
Fußschrauben D auf der Platte
A festgehalten, so daß ein
Umkippen des oben stark seit-
lich ausladenden Apparates ver-
hindert wird. Def Ring E zeigt
^ auf seiner Außenfläche auf ver-
silbertem Orunde zwei Marken
01 und (?2, von denen 0^
genau quer zu dem mit E fest
verbundenen und also im Räume
unverändert fest bleibenden, aus
Mahagoni gearbeiteten, 1 «n
langen Rahmen H steht, wäh-
rend 02 ^^ ^^^ entfernt ist;
diese zweite Marke O2 ist nur
deswegen erforderlich, weil bei
gewissen Stellungen der sogleich
zu beschreibenden drehbaren
Teile die Marke O^ verdeckt
wird. Mit E konzentrisch und
konisch eingeschliffen dreht
sich die Scheibe J. Dieselbe
ist an ihrer äußeren zylindrischen
Fläche mit Teilung in ganze
Orade versehen, die an den
Marken O^ oder 02 al^gelesen
wird. In diese Scheibe J
ist das obere Ende des
Zapfens F eingelasseQ , so
daß hierdurch zugleich der
Ring E und die Scheibe J mit
den an ihnen befestigten Rahmenstücken gegen Umkippen geschützt werden. Mit
der Scheibe J fest verschraubt ist das aus Mahagoni hergestellte Winkelstücli: K. Das-
selbe ist etwas kürzer als der Rahmen H und läßt sich zusammen mit der Scheibe J
durch letzteren hindurch in jeden beliebigen Kurs leicht und sanft einstellen; der
Kurs wird dabei an den Marken 0 abgelesen. In dem Winkelstück K hängt der durch
ein starkes Mahagonibrett L dargestellte Schiffskörper. Diese Aufhängung geschieht
durch zwei hohle Achsen M, um welche sich die Messingarme N drehen; letztere
sind an L befestigt. Bei der der Krängung des SchifTes entsprechenden Drehung um
die Achse M schnappen zwei federnde Stifte in die von 5^ zu 5^ gesetzten Löcher
zweier messingener Kreisbogen 0. (Der eine dieser Bogen ist in der Zeichnung per-
spektivisch verdeckt und ragt nur wenig hinter dem Winkelstück K hervor.)
Um den ganzen SchifTskörper mit seinen darauf befestigten Eisenteilen senkrecht
zu heben , entsprechend einer Tieferlegung des Kompasses an Bord , ist in den
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15. N^wnber 1006. ^* W«b«r, BMChrwibung «Iiim D«viatioii«]nod«UM. 215
Messingarmen N 10 cm unterhalb der Achse M ein zweites Paar von Bohrungen vor-
gesehen, so daß man den Schiffskörper um 10 cm heben kann, wenn man die von
außen herausnehmbaren Hohlachsen M lüftet und nun die unteren Bohrlöcher tiber
die Drehungsachsen schiebt. Diese Vorrichtung ist übrigens in der Regel entbehrlich.
An den Schiffskörper L lassen sich nun nach Belieben eiserne und stählerne
Gegenstände befestigen, z. B. zwei eiserne Platten P, von denen die eine angesteckt,
die andere sichtbar auf dem Bocke liegt, oder eiserne Stäbe und Magnete Q. Zur Be-
festigung dienen kleine, beliebig einzuschraubende Messinghülsen mit Klammern jB. In
der Mitte des Schiffskörpers, und zwar bei Krängung Null genau in die vertikale Um-
drehungsachse des Modelles fallend, sitzt mit Bajonettverschluß das leicht abnehmbare
Mesaingrohr 8. Dasselbe trägt in federnden Hülsen verschiebbar zwei Paar kleine
kompensierende Magnete t und einen gleichfalls mit Hülse verschiebbaren Doppelarm u,
auf^welchem zwei Thomsonsche Kugeln v aus weichem Eisen sitzen und nach der
Mitte zu verschiebbar sind. Zur Kompensation der Krängungsdeviation wird ein vertikaler
Magnet im Innern des Rohres 8 verschoben. Man sieht davon in der Figur nur den
durch einen Schlitz nach außen gehenden Knopf w.
Anstelle des Kompasses tritt das Magnetometer a. Dasselbe ruht auf drei zur
Vertikalstellung der Magnetometerachse erforderlichen Stellschrauben auf der Oberfläche
des Rahmens H und wird durch einen hier befindlichen Schlitz von oben in den
Rahmen gesetzt. Der Schlitz ist so weit, daß eine seitliche Versclüebung des Magneto-
meters zwecks genauer Zentrierung in die Umdrehungsachse des ganzen Apparates er-
folgen kann. Zu diesem Behufe ist eine Mesaingplatte mit gekörnten Löchern für die
drei Stellschrauben auf der Oberfläche von H verschiebbar. Um auch die Höhe des
Magnetometers derart justieren zu können, daß die Magnetmitte in die Achse MM fällt,
ist das ganze Magnetometer in einer Hülse vertikal verschiebbar. Es besteht nämlich
aus dem unteren starken Kupfergehäuse b und dem mit letzterem durch ein Messingrohr
verbundenen oberen Spiegelgehäuse. Das Messingrohr ist in der mit den drei Stell-
schrauben versehenen Hülse verschiebbar. In dem unteren, zwecks Dämpfung massiv
kupfernen Gehäuse schwebt in einer rautenförmigen Aussparung der ebenso geformte,
hochkant gestellte kleine Magnet. Die Mitte desselben ist durchlocht und die Stirn-
flächen des Gehäuses b sind mit Glimmer geschlossen, um so eine Visierrichtung durch
die hohlen Achsen M und das Loch des Magneten zu schaffen. Mit dem in c schwebenden
Spiegel ist der Magnet durch einen sorgfältig gerade gezogenen, dünnen Aluminiumstab
verbunden. Der letztere wird bei der Zusammensetzung von oben eingeführt und in
die hohe Kante des Magneten geschraubt. Die Aufhängung des Magnet- und Spiegel-
systems geschieht durch einen Kokonfaden, der in bequemer Weise am oberen, mit
Zentrierscheibe versehenen Torsionskopf befestigt wird.
Je nachdem eine Skalenablesung mit Femrohr oder mit Flammenzeiger ge-
wünscht wird, verschließt man das Spiegelgehäuse mit Planglas oder mit Konvexlinse
und befestigt an der Außenseite des feststehenden Rahmens H entweder eine kreis-
förmig gebogene transparente Skale d mit Tischchen / und Schlitzlampe e oder die (in
der Figur unten auf dem Bock liegende) Skale mit Fernrohr.
Zur Aufstellung des ganzen Apparates setzt man zuerst den Bock auf einen
festen Steinpfeiler oder guten Fußboden derart, daß der feste Rahmen senkrecht zum
magnetischen Meridian liegt. Wenn alsdann Spiegel und Magnet genau parallel gestellt
werden, so spielt der Flammenzeiger auf die Mitte der Skale ein. Sollte eine andere
Aufstellung des festen Rahmens H der Lokalität besser entsprechen, so kann auch jede
andere Richtung gewählt werden, indem man das Spiegelgehäuse gegen das Kupfer-
gehäuse und zugleich den Spiegel gegen den Magneten dreht. Die Kursablesung,
welche auf die zuerst beschriebene Aufstellung durch Bezeichnung der Hauptkurs-
richtungen zugepaßt ist, muß dann natürlich entsprechend abgeändert werden. Nun-
mehr richtet man mittels der Fußschrauben C die Hauptdrehungsachse genau vertikal,
was durch Visieren des für die Kompensationsmagnete bestimmten Trägers 8 nach
einem Fadenlote mit genügender Genauigkeit ausführbar ist. Etwas umständlicher ist
die Justierung des Magnetometers. Die Achse des Magnetometers wird mittels der
Stellschrauben genau vertikal gestellt; sodann wird durch Zentrierung des Torsions-
kopfes der Magnet mit seinem Gehäuse zentriert; darauf schiebt man das Magnetometer
in seiner Hülse so tief, daß die Magnetmitte in die Höhe der Achse M kommt, und
durch Verschiebung der auf der Oberseite von H liegenden Grundplatte so weit, daß die
Magnetmitte genau in die Achse M und zugleich in die vertikale Umdrehungsachse des
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216
L. W«bery Beschreibung einet Deviationiinodellet. — Vereinsnachrichten.
Deutsche
Mechanikei^Ztg.
Modelies fällt. Ist dies erreicht, so muß man durch die Hohlachse M und das Loch
des Magneten hindurchsehen können imd zu gleicher Zeit muß das Rohr 8 genau in
der Richtung des messingenen Magnetometerrohres liegen (natürlich bei nicht gekr&ngtem
Schiffskörper).
Ist diese einmalige Einstellimg des Magneten genau bewerkstelligt, so läßt sich
das Modell in derselben Weise wie das Neumayer sehe zur Demonstration der
Deviationsgesetze verwenden, imd die Einstellungen des Magneten sind dabei auch für
etwas femer stehende Zuhörer sichtbar zu machen. Die zur Erläuterung vorzuführenden
Versuche sind in klassischer Form von Hrn. v. Neumayer in seinem für alle Zeiten vor-
bildlichen „Leitfaden für den populären Unterricht in der Deviationslehre ^') beschrieben,
so daß ein weiteres Eingehen auf dieselben hier überflüssig wäre. Die durch die oben
beschriebene Konstruktion für die 28 Neumayer sehen Experimente erforderlichen und
sich von selbst ergebenden Abänderungen bestehen im wesentlichen darin, daß die
direkt beobachtete Größe in dem einen Falle die Deviation, in dem anderen der
Kompaßkurs ist, die in der oben angegebenen einfachen Weise mittels des abzu-
lesenden magnetischen Kurses wechselsweise auseinander zu entnehmen sind.
Geht man zu weiteren Studien über, etwa zu der grundlegenden Aufgabe, die
funktionelle Beziehung zwischen Kompaßkurs und Deviation durch Berechnung der
fünf Deviationsko§ffizienten zu bestinmien und hieraus die Steuertabelle zu entwerfen,
so ist das Verfahren bei beiden Modellen dasselbe, da die der Rechnung zugrunde
zu legenden Beobachtungsdaten in beiden Fällen dieselben sind. Der durch die Spiegel-
ablesung hier für die Genauigkeit der Rechnungen zu erzielende Vorteil steht und fällt
übrigens, wie hier nochmals hervorgehoben werden möge, mit der auf die Zentrierung
des Magneten verwendeten Sorgfalt. Denn eine ungenügende Zentrierung würde zwar
die meisten der 28 Experimente nicht wesentlich stören, wohl aber bei der Berechnung
der Deviationskoeffizienten sehr merkliche Abweichungen zwischen Beobachtung und
Rechnung ergeben, da eine rechnerische Berücksichtigung einer solchen Exzentrizität
als ausgeschlossen gelten dürfte.
Der HauptTorstand der
D. G. f. M. u. O.
setzt sich, nachdem die in § 11 Abs. 1
vorgeschriebenen Wahlen stattgefunden
haben, in folgender Weise zusammen:
Vorsitzender: Dr. H. Krüß;
Stellvertretender Vorsitzender: Prof.
Dr. S. Gzapski;
Schatzmeister: W. Handke;
sowie femer:
a) Gewählt vom 17, Mechanikertage 1906:
Prof. Dr. L. Ambronn,
Prof. Dr. F. Göpel,
Prof. E. Hartmann,
G. Heyde,
Dr. D. Kaempfer,
Kommerzienrat Gg. Schoenner,
Regierungsrat Dr. H. Stadthagen,
sowie die 3 oben Genannten.
b) Vertreter der Zweigvereine:
Berlin: W. Haensch, Baurat B.
Pensky, (2 weitere Mandate sind
zur Zeit nicht besetzt);
Göttingen: W. Sartorius;
Halle: R. Kleemann;
Hamburg -Altona: M. Bekel;
Ilmenau: M. Bieler, Prof. A.Böttcher;
Leipzig: L. Schopper.
c) Der BedaJcteur der Zeitschrift für
Instrumentenhunde :
Prof. Dr. St. Lindeck.
Dr. H. Kruß,
Vorsitzender.
D« G. f. M. Q. O. Zwelgrereln Halle.
Sitzung vom 6. Oktober 1906. Vorsitzender:
Hr. R. Kleemann.
Die erste Sitzung nach den Ferien
wurde vom Vorsitzenden unter be-
grüßenden Worten mit der Bitte, den Vereins-
eitzungen mehr Aufmerksamkeit schenken zu
wollen, eröffnet. Derselbe berichtet noch, daß
im vergangenen Sommer ein gemeinschaftlicher
Ausflug nach Wörlitz sowie eine Kremserpartie
nach Burgliebenau und Merseburg ausgeführt
seien und daß die Teihiehmer voll befriedigt
waren; indes hätte auch hier die Beteiligung
') Archiv der Deutgehen Seewarte 6. Nr. 2. 1883.
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15.
Heft 22.
November 1906.
Vereiiunachiichten.
217
zn wünschen Qbrig gelassen. Sodann berichtet
Hr. Unbekannt über den 17. Deutschen Me-
chanikertag in Nürnberg in ausführlicher Weise,
ebenso über einen Qang durch die Bleistift-
fabrik von Job. Paber, wobei derselbe den
ganzen Werdegang des Bleistiftes vorführte.
Ferner legte er ein paar Bnixantos- Gläser vor.
Weiter führte Hr. Unbekannt eine Anzahl
Crookesscher Röhren vor, in welchen ver-
schiedenartige Mineralien (Kalkarten) in Form
von Blumen, Käfern, Schmetterlingen etc. ein-
gefügt waren, die unter BinfluB der Kathoden-
strahlen zum Aufleuchten gebracht wurden.
Hr. Mäder stiftete dem Verein ein ge-
schmackvoll aus einer Wagenkapsel gefertigtes
Schreibzeug, wofür ihm der Dank des Vor-
sitzenden abgestattet wurde.
Hr. Lehrer Otto wurde als Mitglied an-
gemeldet.
Hr. Baumgartel lenk t die Aufmerksamkeit
auf das Sägen starker Eisenplatteii mittels
schnell rotierender Eisenplatten. Bei Krupp
in Essen werden zur Zeit Panzerplatten von
15 cm Stärke und 3 m Breite glatt durch-
schnitten Bs entspann sich hierüber eine lang
anhaltende, interessante^, Debatte. Bs wurde
betont, daß auch die Wissenschaft dafür noch
keine Erklärung gefunden habe, daß man
mittels ganz weichen Eisens den harten Stahl
bearbeiten könne, ohne die Scheibe wesentlich
abzunutzen. Hr. Baumgartel erbietet sich in
seiner Werkstatt einmal einen Versuch anzu-
stellen. Sodann wurde noch mitgeteilt, daß
die Härte des Tantal so bedeutend sei, daß ein
Blech von 1 mm Stärke während dreier Tage
und Nächte mit einem Diamantbohrer bearbeitet
worden sei und nach dieser Zeit nur eine ganz
geringfügige Vertiefung gezeigt habe.
Da weitere Eingänge nicht erfolgt waren,
schloß der Vorsitzende um %12 Uhr die
sehr angeregt verlaufene Sitzung. B. Kl.
ZwelgTereln Göttlngen. Sitzung
vom 16. Oktober 1906. Vorsitzender: Hr. Prof.
Dr. Ambronn.
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit
der Mitteilung, daß Hr. R. Brunn 6e ilun ein
Schreiben gesandt habe, in welchem er sein
Amt als 1. Vorsitzender niederlegt und auch
eine eventuelle Wiederwahl nicht mehr an-
nehmen zu können erklärt. Dieses Schreiben
wird verlesen und alsdann zur Vorstandswahl
geschritten, zu welcher statutengemäß einge-
laden worden war. Durch Stimmzettel wurden
gewählt als i. For^ttveruierHr. Ernst Ruh strat,
als 2 VorMgender Hr. Prof. Dr. Ambronn, als
Koi^enwart Hr. W. Sartorius, als Sehriftwart
Hr. Prof. Behrendsen. Mit Ausnahme des
Letztgenfumten, der verreist ist nehmen die
Genannten die Wahl an. — Zum Vertreter des
Zweigvereins in dem Hauptvorstand wird Hr.
W. Sartorius gewählt, der ebenfalls die Wahl
annimmt. — Hierauf macht Hr. Prof. Ambronn
Mitteilungen über den Verlauf des 17. Mecha-
nikertages, die Bayer. Landesausstellung und
den Besuch bei einigen hervorragenden Fa-
briken in Nürnberg. B.
Abt.Berlln RV. Sitzung vom 30. Ok-
tober 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Dr. Br. Glatzel spricht über: Neuere
mikroskopische Untersuchungsmethoden. Abbe
und Helmholtz haben gezeigt, daß die Grenze
des Auflösungsvermögens beim Mikroskop er-
reicht wird, wenn die aufzulösenden Streifen
um die halbe Wellenlänge des verwendeten
Lichtes voneinander abstehen, weil dann
Beugungserscheinungen auftreten, die das Bild
verfälschen; dies wird an Drahtgittem demon-
striert. Die Firma Carl Zeiß hat daher Mikro-
skope konstruiert, bei denen sie ultraviolettes
Licht mittels Kadmiums oder Magnesiums als
Beleuchtung verwendet; dadurch wird die Auf-
lösungsfähigkeit erhöht; das Okular dieser
Mikroskope ist ein sog. fluoreszierendes und
wird nach der Binstellung des Objektes
durch eine photographische Kammer ersetzt
Siedentopf, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei
Carl Zeiß, und Zsigmondy haben es erreicht,
daß man noch kleinere Partikelchen, z. B. das
im Rubinglase fein verteilte Gold, wenigstens
indirekt erkennt, indem die durch jene Teilchen
hervorgerufenen Beugungserscheinungen im
Gesichtsfelde sichtbar gemacht werden. Braun
in Straßburg hat gezeigt, daß man noch fest-
zustellen vermag, ob an der beobachteten
Stelle Struktur vorhanden ist oder nicht. Der
Vortragende schloß seinen durch viele Licht-
bilder und Demonstrationen erläuterten Vortrag
mit einem Dank an die Firmen Franz Schmidt
& Haensch und Carl Zeiß für das ihm zur
Verfügung gestellte Demonstrationsmaterial.
Nachdem Hr. Handke dem Vortragenden
gedankt, widmet er dem jüngst verstorbenen
Mitglied F. Sokol warme Worte des Ge-
denkens; die Anwesenden erheben sich von
ihren Plätzen.
Aufgenommen wird: Hr. Otto Daefler, in
Firma C. Ossyra; Werkstatt für Modelle und
Holzmaßstäbe; Berlin N 20, Wiesenstr. 25.
^ Bl
ZwelgTereln Hamburg-AItona. Sit-
zung vom 6. November 1906. Vorsitzender:
Hr. Dr. H. Krüß.
Der Vorsitzende teilt den Inhalt einiger
Zuschriften der Hamburgischen Gewerbe-
kammer mit.
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218
Büchenchau u. Pr«isUst«n. — Patentlist«.
Ooutsclio
Machtntkw-Ztg.
Hierauf halt Hr. Bmil Gollmann einen
sehr interessanten Vortrag über das Bisenbahn-
sicherungswesen, wobei er die Einrichtung der
Blockstationen eingehend beschreibt unter
Vorfahrung eines sehr lehrreichen Modells
und Anwendung der einzelnen Konstruktionen
auf ein- und zweigleisige Bahnen; hierauf folgt
die Schilderung der isolierten Gleisstrecke und
des durch die Durchbiegung der Schienen
bewirkten Kontaktes sowie der Weichen-
sicherung. H. K.
BOohersohau u. Prsislisten.
Prel«YerEelcli]if«Be n. dgl.
C. P. Goerz, Friedenau- Berlin. Photo -Ob-
jektive und -Apparate, Hand -Doppelfern-
rohre und Zielfernrohre. 8^ 111 S. mit 70 Fig.
und zahlreichen Bildtafeln.
Der Katalog ist eine sebr ausführliche
Darlegung alles dessen, was an den Objektiven,
Kameras u. s. w. wesentlich und wissenswert
ist; er beschränkt sich nicht darauf, eine
trockene Aufz&hlung der Gegenstande nebst
Preisangaben zu geben, sondern bietet, wie
dies bei modernen Katalogen ja immer mehr
Brauch wird, dem Rat Suchenden genaue,
tabellarisch zusammengefaßte Daten über die
Bigenschaften der Erzeugnisse und klare An-
weisungen für eine zweckmäßige Wahl. —
Außer den bekannten Objektiven der Firma,
von denen nicht weniger als 200000 Stück bis
jetzt geliefert worden sind (Doppel-Anastigmate,
Lynkeioskope, Paraplanat, Choroskop und Tele-
objektiv) enthalt der Katalog noch Angaben
über folgende pbotographische Gegenstande:
Prismen und Spiegel, Farbenfilter, Lupen, Ka-
meras (darunter das interessante Stereo-Binocle,
das Kamera, Theaterglas und Fernrohr zugleich
ist), Momentverschlüsse, Vergrößerungsapparate.
Daran schließen sich Stereoskope, die Tri^der-
Binocles (von denen bis jetzt 100000 Stück ge-
liefert wurden) und schließlich Zielfernrohre.
Die Ausstattung des Katalogs verdient die
größte Anerkennung, besonders erwähnt seien
die sehr zahlreichen Reproduktionen von Bildern,
die mit Go er zschen Objektiven hergestellt sind;
diese Tafeln geben nicht nur eine Anschauung
davon, wie Vorzügliches sich mit den Objek-
tiven leisten läßt, sondern sie gewahren auch
— nur als Bilder betrachtet — einen so schönen
ästhetischen Genuß, daß man immer wieder
gern zu dem Kataloge greifen wird.
Pateiitllsto.
Bis zum 29. Oktober 1906.
Klasse: AnmeldMgeii.
21. A. 12 590. Meßgerat für Widerstände und
Kapazitäten. Allg. Elektrizitats-Gesell-
Schaft, Berlin. 20. 11. 05.
B. 40 244. Verfahren zur Übertragung von
reellen optischen Bildern in die Feme; Zus.
z. Pat. Nr. 173 783. B. & M. Belin, Lyon,
Frankr. 14. 6. 05.
B. 41686. Wechselstrom -Induktionsmeßgerat.
W. M. Bradshaw, Wilkinsburg, V. St A.
13. 12. 05.
B. 43 933 Einrichtung zum Schutze der Ab-
schmelzröhre an elektrischen Vakuumappa-
raten mit innerer Flüssigkeitsfüllung. H.
Boas, Berlin. 26. 4. 06.
42, A. 11353. Verfahren und Einrichtung zur
Aufhebung bezw. Herabsetzung des Rei-
bungseinflusses bei in Lagern bewegten
Körpern unter Anwendung beweglicher La-
ger. N. Ach, Marburg i. H. 24. 9. 04.
H. 37 234. Manometer zur Messung kleiner
Drucke. A. Heil, Frankfurt a. M. 23. 2. 06.
K. 30277. Vorrichtung zum Aufzeichnen oder
Anzeigen des aus Druck und Menge sich
zusammensetzenden Wertes von Gasen und
Dampfen; Zus. z. Pat. Nr. 162 674. G. Kie-
fer, Feuerbach, u. E. Honold, Stuttgart.
2. 9. 05.
K. 31 827. Verfahren zur Bestimmung der
Gasdichte durch aörostatische Druckmessung.
A. Kröner, Leipzig. 14. 4. 06.
ErteOingeB«
81. Nr. 178462. Quecksilberdampflampe. 0. D.
Lucas, London. 15. 11. 05.
Nr. 178466. Quecksilberdampflampe mit Kipp-
zündung. Schott & Gen., Jena. 28.12.05.
Nr. 178 859. Meßgerat nach Ferrarisschem
Prmzip; Zus. z. Pat. Nr. 174 248. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a. M. 26.4. 06.
Nr. 178860. Galvanometer. J. Richard, Pa-
ris. 26. 4. 06.
Nr. 179 093. Vorrichtung zum selbsttätigen
Aufzeichnen des Verlaufs mehrerer physi-
kalischer Vorgange. Siemens & Halske,
Berlin. 29. 11. 03.
Nr. 179 284. Einrichtung zur Empfindlichkeits-
steigerung elektrischer Anzeige* und Re-
gulierungsgerate. M. Kalimann, Berlin.
28. 12. 04.
82. Nr. 178 520. Verfahren zum Vorspiegeln
durchsichtiger Gegenstände, von Heyden,
Radebeul b. Dresden. 26. 7. 05.
42. Nr. 178 136. Quecksilberluftpumpe nach
Sprengel. A. Beut eil, Santiago de Chile.
19. 1. 06.
Nr. 178137. Ablesevonichtung für Büretten
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Heft 33.
IS.NoTember 1906.
BemM-kungen zu dem R«f<»rat „Tinol**.
219
und ahDÜche Meßinstrumente. W. Brend-
1er, Zittau. 13. 2. 06.
Nr. 178 256. Vorrichtung «ur Bestimmung der
Seitenlangen beliebiger Dreiecke. 0. A 0 s -
monson, Grand Forks, H. Haroldson u.
R. J. Berg, Crooketon, V. St. A. 9. 7. 05.
Nr. 178316. Farbzuführung fOr den Registrier-
stift von empfindlichen Meßgeräten. P. Braun
& Co., Berlin. 18. 11. 06.
Nr. 178527. Meßinstrument nach Art der Mi-
krometer, mit einem mechanischen Über-
setzungsgetriebe. C. Scheibenstock fils,
La Chauz-de-Ponds, Schweiz. 12. 11. 05.
Nr. 178 708. Tripelspiegel. C. Zeiß, Jena.
8. lt. 05.
Nr. 178709. Gelenkdoppelfemrohr mit Halter
Derselbe. 6. 2. 06.
Bemerkungen zu dem Referat:
Tino!, eine neue Lötmasse.
Diese ZeiUehr. 1906, 8. 185.
Der Berichterstatter, welcher a. a. 0. über
Tinol eine kleinere Mitteilung bringt, meint,
ich hatte bei meinen Messungen und Zahlen-
angaben einiges übersehen. Dem muß ich ent-
gegentreten. Ich bin mir selbstverstäJidllch
vollkommen der einfachen klaren Tatsache
bewußt gewesen, daß die Lötstellen, seien es
nun Würge- oder Wickellötstellen oder Löt-
stellen in Litzen, einen größeren Metallquer-
schnitt besitzen als die fortlaufende Leitung
und deswegen weniger Widerstand haben als
diese. Der Widerstand eines einige Lötstellen
enthaltenden Drahtes f&llt also aus diesem
Grunde geringer aus als derjenige des unge-
teilten Drahtes; 5 bis 6% ist hierfür durchaus
kein hoher Betrag imd, im Gegensatz zu der
Behauptung des Berichterstatters, der Unter-
schied hiermit durchaus zu erklären. Würde
ich die Zahl der Lötstellen pro Meter größer
gew&hlt haben, so wftre der Betrag noch größer
geworden; ja, wenn sich Lötstelle an Lötstelle
reihen würde, könnte man etwa den halben
Widerstand erhalten wie ohne Lötstellen. Es
handelt sich bei der ganzen Aufgabe, die ich
mir gestellt hatte, eben um die Frage, ob
Tinol-Lötstellen in der Leitung der Bedingung
genügen, daß durch sie der Widerstand der
Leitung nicht vermehrt wird. Der VollstJIndig-
keit und des Vergleichs wegen wurden Löt-
stellen mit Stangenlot mit zur Beobachtung
herangezogen. Das, was der Berichterstatter
will, nämlich Untersuchung des Widerstandes
des Lotes selbst, war nicht Gegenstand der
Aufgabe. Ich möchte hier noch erwähnen,
daß die Knpfemormalien des Verbandes
Deutscher Elektrotechniker bestimmen, daß die
Querschnitte grundsätzlich durch Widerstands-
messung zu ermitteln sind. Dies ist durchaus
sinngemäß, denn man will doch, wenn man
eine Leitung verlegt, in erster Linie, daß der
Widerstand zwischen den beiden verbundenen
Punkten einen gewissen Wert nicht über-
schreitet. Dr, M. Coraepiua,
Erwiderung auf vorstehende Bemerkungen.
Nach der Ende Juni erfolgten Abfassung
des a. a. 0, abgedruckten Referats hatte ich
Gelegenheit, das Löten mit Tinol zu sehen und
mich von der Brauchbarkeit des Tinols als
Lötmasse auch durch eigene Versuche zu über-
zeugen ; dabei hat sich das im 2. und 8. Absatz
sowie am Schluß meines Referats gefällte
Urteil vollkommen bestätigt
Was meine Kritik der von Hm. Dr. M.
Corsepius an Leitungsdrähten und Litzen
angestellten Versuche betrifft, so bezweifele
ich gar nicht, daß ihm die Querschnittsver-
größerung durch die Lötstellen bekannt war.
Aber die Fassung, die Hr. Dr. Corsepius den
Polgerungen aus seinen Resultaten gibt, können
bei dem Nichtelektrotecbniker — und deren
sind gar viele unter den Mitgliedern des
Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes —
leicht eine falsche Vorstellung von der Wirkung
des Lotes erwecken. Da die Endergebnisse
durch die Leitfähigkeit k (also bezogen auf 1 m
und 1 qmm) und nicht durch den Widerstands-
wert in Ohm ausgedrückt sind, so könnten
Nichtelektrotecbniker beinahe auf den Gedanken
kommen, daß sich aus den Versuchen eine
bessere Leitfähigkeit des mit Tinol gdiöteten
Drahtes gegenüber dem ungelöteten oder auf
gewöhnliche Weise gelöteten ergebe. Die
Versuche aber zeigen lediglich, daß Drähte,
welche durch Wickeln oder Würgen miteinander
verbunden und nachher mit Tinol verlötet sind,
dem Strom keinen wesentlichen Widerstand
entgegensetzen (gerade wie dies bei gewöhn-
lichen Zinnlötungen der Fall ist), daß mithin
den Verbandsvorschriften Genüge geleistet
wird, und die Lötstellen bei Verwendung von
Tinol in der Tat Idten^ während ungelötete oder
schlecht gelötete Wickel- oder Würgelötstellen
infolge der nur an einzelnen Punkten statt-
findenden Berührung einen höheren Widerstand
haben können.
Meine Worte „jedoch sind die ermittelten
Unterschiede von 5 bis 6 7o zwischen dem
Widerstand der fortlaufenden Leitung und der
mit Lötstellen versehenen hierdurch nicht zu
erklären", beziehen sich, wie auch aus der
(allerdings nicht sehr glücklich gewählten)
Satzbildung und Interpunktion hervorgeht, auf
die Erhitzung bei der Lötung.
TT. Klußmarm.
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220
Protokoll det 17. D«uttch«ii Mecbanikertaget.
Deotarhe
MaoliMÜkT-Ztg.
7.
8.
9.
10.
11.
17. Deutscher Meehanikertag in Nfimlierg
am 17. und 18. Aagust 1906.
Verzeichnis der Teilnehmer.
A. Behörden und Vereine:
1. Reichs-Marine-Amt, vertreten durch Hm. KapitänleutDant Schmidt.
2. Bayerisches Ministerium des Äußern, vertreten durch Hm. Regierungsrat
Weidner.
8. Regierung von Mittelfranken, vertreten durch Denselben.
4. Württemb. Centralstelle fQr Gewerbe und Handel, vertreten durch Hrn. Dir.
Prof. Dr. Göpel.
5. Physikalisch-Technische Reichsanstalt, vertreten durch das Mitglied Hrn.
Franc v. Liechtenstein.
6. Normal-Bichungs-Kommission, vertreten durch die Mitglieder Hm. Regiemugs-
rat Dr. Stadthagen und Hm. Baurat Pensky.
Preußisches Meteorologisches Institut, vertreten durch Hm. Prof. Dr. Arendt.
Bayer. Bisenbahn-Betriebsdirektion zu Nürnberg, vertreten durch Hm.
Direkt ionsrat Fischer.
Bayer. Oberpostamt für Mittelfranken, vertreten durch Hrn. Ing. Niklos.
Berufsgenossenschaft für Feinmechanik, vertreten durch Hm. Ing. Renz.
Magistrat der Stadt Nürnberg, vertreten durch Hrn. Ober-Baurat Weber.
12. Handels- und Gewerbekammer für Mittelfranken, vertreten durch Hrn.
Fabrikbesitzer Seiler.
13. Germanisches Museum, vertreten durch Hm. Direktor Stegmann.
14. Gh. Sächsische Präzisionstechnische Lehranstalten in Ilmenau, vertreten
durch Hrn. Dir. Prof. Böttcher.
15. Centralverband der Inhaber optischer Ladengeschäfte, vertreten durch
Hm. W. Pfaff-Heidelberg.
B. Die Herren:
1. Prof. Dr. L. Ambronn-Göttingen.
2. Dir. R. Baumann-Furtwangen.
3. M. Berger, v. d. Fa. Carl Zeiß-Jena.
4. A. Blaschke-Berlin.
5. B. Böhme, i.Fa. C. Lüttig- Berlin.
6. 0. Boettger, i. Fa. 0. M. Hempel-Berlin.
7. Paul Boettger-Berlin.
8. A. Burkhardt-Glashütte Sa.
9. J. Dennert-Altona.
10. Dr. M. Bdelmann-München.
11. Dr. K. G. Frank-Cöln a.Rh.
12. H. Haecke-Berlin.
13. W. Handke-Berlin.
14. Prof. B. Hartmann-Frankfurt a. M.
15. Prof. Dr. B. Hartwig-Bamberg.
16. Const. Heintz-Stützerbach.
17. W. Hensoldt-Wetzlar.
18. G. Heyde-Dresden.
19. Dr. F. Kalkner, v. d. Fa. Siemens-Schuckert-
Werke-Nümberg.
20. Dr. D. Kaempfer-Braunschweig.
21. P. Kertzinger-Halle a. S.
22. G. Klünder-Nüraberg.
23. F. Köhler-Leipzig.
24. P. Kretlow. v. d. Fa. W. v. Pittler A-G.-
Berlin.
25. Dr. H. Krüß-Hamburg.
26. R. Küchler-llmenau.
C. 14 Damen.
27. B. Kühne, v. d. Fa. Siemens-Schuckert-
Werke-Nümberg.
28. Prof. Dr. St. Lindeck-Charlottenburg.
29. Th. Ludewig-Berlin.
B. Marawske-Berlin.
K. Martin, v. d. Fa. B. Busch-Rathenow.
B. Meiser-Dresden.
Br. Mittelstraß-Magdeburg.
C. Mittelstraß-Magdeburg.
35. A. Peßler-Freiberg Sa.
36. W. Petzold-Leipzig.
37. R. Riedel-Leipzig.
38. B. Ruhstrat-Göttingen.
H. F. Ruß, V. d. Fa. Carl Zeiß-Jena.
H. Schmidt-Berlin.
Kommerzienrat G. Schoenner-Nümberg.
L. Schopper-Leipzig.
P. Schüll-Bockenheim.
Sokol-Berlin.
Stein-Frankfurt a. M.
46. B. Steiner, v. d. Fa. F. Schwabe-Moskau.
47. A. Steis v. d. Fa. A Ott-Kempten.
B. Strech, v. d. Fa. Siemens & Halske-
Berlin.
0. Unbekannt-Halle a. S.
A. v. Walentynowicz-Königsberg Pr.
51. Prof. Dr. Zickermann, v. d. Fa. Siemens-
Schuckert - Wer ke-N ürnberg.
30.
31.
32.
33.
34.
39.
40.
4L
42.
43.
44.
45.
48.
49.
50.
F.
P.
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la.No^emSr l»Of.. ProtokoU d«i 17. D^uttehen M^chanlk^rtagM. 221
Sitzungf im großen Vortragssaale des Bayerischen Gewerbemusetims.
Freitag, den 17. August 1906.
Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß. — Anfang: 97^ Uhr.
Der Vorsiteende begrQßt die Teilnehmer am Mechanikertage, sowie die Ver-
treter der Behörden und Korporationen.
Redner spricht seiDe besondore Freude darüber aus, daß die D. G. f. M. u. 0. einmal
wieder in Büddeutschland ihre Tagung begehe, was seit dem Mechanikertage in Manchen
im Jahre 1893 nicht der Fall gewesen sei. Wenn damals nach dem Tode des verdienten
bisherigen Vorsitzenden, Dir. Loe wen herz, man etwas verzagt in die Zukunft gesehen habe,
so sei erfreulicher Weise die Entwicklung der Gesellschaft, namentlich durch die Be-
gründung einer Reihe von Zweigvereinen, eine sehr befriedigende gewesen, und es sei zu
hoffen, daß die diesmalige Versammlung zur weiteren Ausdehnung namentlich in Bayern
Veranlassung geben werde.
Im Namen ihrer Behörden sprechen die Herren Weidner, Weber, Seiler,
V.Liechtenstein und Stadthagen, denen der Vorsitzende den Dank des Mechaniker-
tages für das erwiesene Interesse ausdrtickt.
I. Der Vorsitzende erstattet den Jahresbericht.
Der zu erstattende Jahresbericht kann dieses Mal ziemlich kurz werden, denn wir haben
ein recht ruhiges Jahr in unserem Gesellschaftsleben zu verzeichnen. Es war keinerlei Arbeit
fQr eine größere gemeinsame Ausstellung zu leisten; die im vorjährigen Bericht erwähnten
Vorbereitungen zur Brleichterung der Beteiligung unserer Mitglieder an der Dauerausstellung
fUr die ärztüeh-tedimsehe Industrie im Kaiserin Friedrich - Hause zu Berlin haben dank der
Mühewaltung unserer damit betrauten Kommission zu einer Belegung einer Ausstellungsfläche
seitens unserer Gesellschaft geführt, von welcher der Vorstand kleinere Stücke in vorieil-
hafter Weise an die Mitglieder abgibt. Wir hoffen, daß die Mitglieder dauernd davon
Gebrauch machen werden. Der Aufwand für die von uns zu diesem Zwecke zu be-
schaffenden Schranke wird durch eine dafür von den Ausstellern zu erhebende Miete im
Laufe der Zeit wieder eingebracht.
Unser Verhältnis zu den Handwerkskammern ist geregelt. Der letzte Handwerks-
kammertag im August 1905 in Cöln hat die Befürchtungen, welche die gleiche Versammlung
im Jahre 1904 in bezug auf die Einführung des Befähigungsnachweises entstehen ließ,
zerstreut Es haben die gemäßigteren Anschauungen die Oberhand gewonnen, so daß man
den Befähigungsnachweis nur für das Baugewerbe gefordert hat, also für ein Gewerbe, bei
dem Gefahren für Leben und Gesundheit in Betracht kommen ; im übrigen hielt man
einen weiteren Ausbau der Gesetzgebung nach der Richtung hin für dringend erforderlich,
daß der Meistertitel mit größeren Vorrechten ausgestattet wird. Es entsprach dieser
Beschluß einem von der Hamburger Gewerbekammer zu dem Beratungsgegenstande ein-
gebrachten Antrage.
Für das von Hm. Kleemann im Auftrage des Zweigvereins Halle begründete
Hilfstueh für den ikeeretisehen Teil der Gehilfenprüfung ist eine neue Auflage in Vorbereitung.
Es hat sich dieses Mal der Vorstand unserer Gesellschaft durch eine von ihm eingesetzte
Kommission mit dieser Arbeit befaßt; wir hoffen, durch Berücksichtigung aller bei den Ge-
hilfenprüfungen bisher gemachten Erfahrungen ein dem Zwecke dienliches Hilfsmittel her-
zustellen.
Wenn auch im allgemeinen die Stellung unserer Gesellschaft zu den gesetzlichen ge-
^ßefbUehen OrganisaHanen eine sehr freundliche ist, so kann es nicht ausbleiben, daß an
einzelnen Stellen noch ungelöste Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind, welche zur
Verbitterung der Werkstätteninhaber führen, die sich durch die Maßnahmen der Handwerks-
kammern geschädigt fühlen. Diese Erscheinungen sind von der Einführung des Handwerker-
gesetzes an namentlich dort aufgetreten, wo nur einzelne oder wenige feinmechanische
Werkstätten im Bezirke der Handwerkskammer vorhanden sind, da dort die Kammer nicht
in der Lage ist, die Eigenart dieser Betriebe genügend zu berücksichtigen. Ein weiterer
Grund zur Beunruhigung liegt vielfach darin, daß das Verhältnis zwischen Fabrik und
Handwerk nicht ganz^klar geordnet ist und diejenigen Betriebe« welche von der Aufsicht
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222 Protokoll des 17. I>«utieh«n MMhanlkertaffei. Mecbulkef^Zto
der Handwerkskammer dadurch befreit sind, daß sie als fabrikmäßige Betriebe anerkannt
werden, nun nicht in der Lage sind, ihre Lehrlinge zur GehilfenprUfung zugelassen zu
sehen. Daß hier eine Regelung durchaus erforderlich ist, ist selbstverständlich, und ich
glaube deshalb, daß sie auch kommen wird.
Das auf dem vorjährigen Mechanikertage über die Beschaffenheit und Prüfung von
Werkstattrezepten erstattete Referat klang dahin aus, daß es einzelnen Werkstattinhabem und
auch unserer Gesellschaft nicht möglich sei, in dieser Frage vorwärts zu kommen, da dazu
erhebliche technische und chemische Kenntnisse, sowie große Opfer an Zeit und Geld er-
forderlich seien, daß man vielmehr eine wissenschaftlich-technische Stelle zu finden ver-
suchen müsse. Ich darf dem Mechanikertage die hOchst erfreuliche Mitteilung machen, daß
infolge eines Berichtes des Mitgliedes der Physikalisch - Technischen Reichsanstalt, Hm.
von Liechtenstein, welcher dem letzten Mechanikertage als Vertreter der Reichsanstalt
beiwohnte, der Herr Präsident der Reichsanstalt seine Bereitwilligkeit erklärt hat, ver-
schiedene Gebiete der Werkstattrezepte in der Physikalisch - Technischen Reichsanstalt be-
arbeiten zu lassen. Der Vorstand hatte gehofft und gebeten, daß über diese Arbeiten schon
auf dem diesjährigen Mechanikertage Bericht erstattet würde; das hat sich aber nicht er-
möglichen lassen.
Die Erhebungen zum Zwecke der StaUstik des deutschen Außenhandds haben Anfang
dieses Jahres zum letzten Mal nach dem alten, für uns sehr ungünstigen Warenveneichsis
stattgefunden. Mit dem 1. März dieses Jahres ist ein auf Grund des neuen Zolltarifes be-
arbeitetes, neues statistisches Warenverzeichnis in Kraft getreten. Für die Binfuhr mußte
die für uns ungünstige Einteilung des neuen Zolltarifes beibehalten werden, für die Ausfuhr
ist aber, dank dem Entgegenkommen der Behörden, das von unserer Gesellschaft aufge-
stellte Schema für die Einteilung unserer Erzeugnisse fast vollständig angenommen
worden, so daß wir im Laufe der nächsten Jahre ein naturgetreueres Bild imserer Ausfuhr
gewinnen werden, als dieses bisher möglich war.
Die Fragen der Neuausgabe einer Cfesekiehte der meehanisehen Kunst und der Beteiligung
unserer Gesellschaft an einer AbbeSHffwng sind von den damit betrauten Kommissionen be-
handelt worden; ihre Berichte stehen auf unserer Tagesordnung.
Wenn ich am Anfange gesagt habe, daß unsere Gesellschaft ein ruhiges Jahr gehabt
hat, so soll damit nicht behauptet sein, daß in unserer Industrie nicht ein reges Leben ge-
herrscht habe. So weit ich es beurteilen kann, ist in unseren Betrieben emsig gearbeitet
worden, unsere Erzeugnisse an Quantität und Qualität zu heben; es wurden viele neue Kon-
struktionen wissenschaftlicher Instrumente und solcher, die wissenschaftlich-technischen
Zwecken dienen, auf den Markt gebracht, und zwar nicht nur auf Grund von Anregungen,
die von außen her durch die Wissenschaft erfolgten, sondern auch auf eigene Initiative der
Werkstätteninhaber hin. Mehr und mehr suchen sich auch Werkstätton mittleren Umfanges
durch Anstellung wissenschaftlich vorgebildeter Mitarbeiter zu stärken. Das stete Wachsen
der Materialpreise und Löhne und das Bestreben, dem Auslande gegenüber konkurrenzfähig
zu bleiben, erfordert die höchste Anspannung aller Kräfte, um bei der Herstellung der Er-
zeugnisse einen guten Verdienst für alle in unserem Fache Beschäftigten zu ermöglichen;
es wird eine bessere Einrichtung der Arbeit, die Vervollkommnung der Arbeitsmaschinen,
die Beschaffung eines Materials mit für den besonderen Zweck passenden Eigenschaften und
die möglichste Ausnutzung des Materials erforderlich. Alle diese Bestrebungen haben ein
allgemeines Interesse für alle unsere Fachgenossen, sie bilden ein Bindeglied für sie und
helfen mit dazu beitragen, daß trotz scharfer Konkurrenz, welche die Fabrikanten gleich-
artiger Instrumente untereinander treiben müssen, wenn überhaupt Leben und Fortschritt
vorhanden sein soll, das Gefühl der Kollegialität in unseren Kreisen stetig wächst«
Zu meiner Freude kann ich es aussprechen und die Besucher unserer Versammlungen
werden es bestätigen, daß sich in unserer Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik
zwischen Männern, die geschäftlich Konkurrenten sein müssen, persönliche Freundschafts-
beziehungen recht häufig herausgebildet haben, derart, daß vorkommenden Falls — also
z. B. bei den gemeinsam von ims veranstalteten Ausstellungen — einer für die Interessen
des anderen gern eingetreten ist.
Bndlich möchte ich noch auf die erfreuliche Tatsache hinweisen, daß das Dsuiseke
Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in vorläufig dafür her-
geriehteten Räumen im Herbst dieses Jahres eröffnet werden wird. Nachdem der
15. Deutsche Mechanikertag in Goslar in der Erkenntnis der Bedeutung eines solchen
Museums auch für unsere Kunst die Mitarbeit der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und
Optik zugesichert hatte, hat eine Anzahl unserer Mitglieder den Ausbau der Sammlung
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IS. NoTlmi^r 190ß. Protokoll des 17. Deutschen Mectaanlkertag«s. 223
mit gefördert. Der Vorstand des Museums laßt die Teilnehmer am Mechanikertage einladen,
einen Abstecher nach München zu machen und die bereits aufgestellten Instrumente zu be-
sichtigen.
Wie notwendig es ist, daß die historisch wertvollen Instrumente gesammelt und für
alle Zeiten an einer Zentralstelle aufbewahrt werden, zeigt folgendes Vorkommnis. Bs be-
trifft den Theodolit Fraunhofers, mit Hilfe dessen er 1814 die Entdeckung der schwarzen
Linien im Spektrum machte^), wodurch er die Möglichkeit schuf, die optischen Eigen-
schaften der brechenden Medien präzis in Zahlen auszudrücken. Ohne diese Entdeckung
Fraunhofers erscheint die Entwicklung, welche die praktische Optik genommen hat,
geradezu undenkbar. Dieses für uns also sehr wichtige und interessante Instrument, welches
die Firmenbezeichnung ,Utzschneider, Reichenbach & Liebherr* trägt, war Ende
der vierziger Jahre von dem damaligen Rektor der Nürnberger Polytechnischen Schule,
Georg Simon Ohm, von dem Nachfolger Fraunhofers, der Firma Merz in München,
erworben worden; es ging später in den Besitz der hiesigen Industrieschule über. Im Jahre
1882 sah ich dieses Instrument auf der damals hier stattfindenden Landes-Industrie-Ausstellung
und erwähnte es in einem Bericht über die wissenschaftlichen Instrumente dieser Aus-
stellung*); im Jahre 1893 wurde es von dem damaligen Rektor Fiechtbauer sogar in der
Abteilung für Instrumentenkunde der hier tagenden Naturforscher- Versammlung vorgeführt^).
Trotzdem konnte es geschehen, daß der Lehranstalt, in der das Instrument aufbewahrt
war, die Kenntnis von seiner Bedeutung ganz entschwand; es diente als Übungslnstrument
und wurde dem Deutschen Museum gegen Ersatz durch ein Schtüermodell um 92 if. als
einfacher Theodolit angeboten und vom Museum zunächst abgelehnt, da derartige Instru-
mente bereits zahlreich vorhanden waren.
Erst der günstige Zufall, daß Herr Prof. Dr. Czapski auf die Vorführung des Instru-
mentes auf der Naturforscher-Versammlung hinwies, veranlaßte weitere Nachforschungen,
welche die Überführung in das Deutsche Museum zur Folge hatten.
Wenn solcher Vorfall selbst hier in Nürnberg, wo der historische Sinn gehegt und
gepflegt wird, wie kaum sonst irgendwo, möglich war, wie viele wertvolle historische
Instrumente mögen wohl noch unbeachtet in den Instituten zu finden sein.
Nach dieser kleinen Abschweifung wende ich mich zu dem, was noch geschäftlich
mitzuteilen ist, und berichte, daß der Vorstand am 5. Mai und am gestrigen Tage Sitzungen
abgehalten hat.
Den Stand unterer Mitglieder zeigt die folgende Tabelle:
Zt^ Zeit des Seitdem Zur Zeit des
16. Meeha- eingetreten ausgetreten 17. Mecha-
ntkertagea mkertagea
Hauptverein 153 8 5 156
Ztceigvetein BerUn 167 8 4 171
Hamburg-AlUma . 45 5 1 49
Umenau .... 96 2 2 96
Qöttingen ... 31 1 3 29
Haue a, S. . , , 36 1 B 34
Leipiig .... 22 2 1 23
Zusammen: 550 27 19 558
Durch den Tod verloren wir in dem Berichtsjahre vier liebe Mitglieder, die Herren
Franz Haase, Ed. Sprenger, J. J. Buddingh und Ed. Andrö. Wir wollen ihr Andenken
durch Erheben von den Sitzen ehren. (Oeschieht)
Hr. F. Franc v. Liechtenstein
weist auf die Wichtigkeit der Rezeptfrage hin; die D. G. solle sich hier an den Arbeiten
der Reichsanstalt aktiver als bisher beteiligen.
Der Vorsitzende
erwidert, daß der Vorstand gestern beschlossen habe, eine ausführliche Denkschrift durch
eine Kommission ausarbeiten zu lassen und sie der Reichsanstalt zu überreichen.
^) Schumachers Astron. Abhandlungen, Heft 2, XI. 8. 39. 1823 und Denkschriften der
Münchener Akademie, Bd. 5, S. 1317.
2| Centralztg. f Opt u. Mech. :i. S. 2.^8. 1682.
3) Yerh. d. Ges. Deutsch. Naturf u. Ärzte 1893. 2. Teil 8. 19.
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224 ProtokoU dM 17. D«utich«n Mechaiiikerta««t. MecSSkä^tg
Hr. Prof. E. Hartmann
bemerkt im Anschluß an die Mitteilungen des Jahresberichts über die Ausstellung im Kaiserin
Friedrich-Hause, daß der Physikalische Verein zu Frankfurt a. M. bereits vor jener Aus-
stellung den Plan gefaßt habe, in seinem neu erbauten Heim eine standige Ausstellung
wissenschaftlicher Instrumente zu veranstalten. In einer Stadt wie Frankfurt werde eine
solche Veranstaltung sicher größerem Interesse begegnen, als eine Ausstellung in der an
ablenkenden Dingen reichen Reichshauptstadt; dazu komme, daß Frankfurt einen sehr
starken Fremdenverkehr aufweise und der Sitz der offiziellen Fortbildungskurse für Natur-
wissenschaften sei. Redner hofft, daß, wenn der Plan festere Gestalt angenommen haben
wird, das Unternehmen auch bei der D. G. Entgegenkommen finden werde.
Der Vorsitzende
sagt dies zu und fordert den Vorredner auf, an der Verwirklichung dieser ausgezeichneten
Idee kraftig weiterzuarbeiten.
Hr. Dr. M. Edelmann:
In München sind in der letzten Zeit die Beziehungen zwischen Handwerkskammer und
Mechanikern sehr gespannte geworden. Die Kammer versucht, in bezug auf das Halten von
Lehrlingen die Mechaniker in unerträglicher Weise zu bevormunden, und hat, ohne die be-
teiligten Werkstattbesitzer zu hören, Bestimmungen erlassen über die zul&ssige Zahl von
Lehrlingen, die weit hinter den von der D. G. in Jena 1899 aufgestellten Normen zurück-
bleiben und die Mechanik in München schlechter stellen würden, als alle anderen Gewerbe.
Es wird ja niemand einer Lehrlingszüchterel das Wort reden wollen, aber angesichts der
großen Zahl von Gehilfen, die zu anderen Fächern übertreten, muß doch der Mechanik die
Möglichkeit gegeben werden, für die Heranbildung einer ausreichenden Zahl brauchbarer
Gehilfen zu sorgen. Die Mechaniker Münchens sind durch das Vorgehen der Kammer in
die größte Verlegenheit gebracht worden; einerseits verlangt die Kammer jetzt die Ent-
lassung von 1, 2, auch 3 Lehrlingen, nachdem sie im vorigen Jahre deren Lehrvertrage ge-
nehmigt hat; andererseits liegen jetzt schon Gesuche und Vormerkungen von Lehrlingen
vor und man weiß nicht, wie man sich gegen deren Eltern zu verhalten hat. Die Mecha-
niker Münchens haben sich jetzt zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die Kammer
vorzugehen; es ist eine Beschwerde bei der Regierung eingereicht worden, eine Antwort
ist bis jetzt noch nicht eingetroffen. Die D. G. f. M. u. 0. möge die Mechaniker Münchens
in ihrem Kampfe gegen die das Gewerbe schwer schädigenden Bestimmungen der dortigen
Handwerkskammer unterstützen.
Der Vorsitzende
sagt diese Unterstützung zu. Es seien bis jetzt wiederholt solche Unstimmigkeiten zwischen
Mechanikern und den Handwerkskammern vorgekommen ; aber es sei immer noch gelungen,
eine beide Teile befriedigende Vereinbarung zu erzielen. Vor allen Dingen müsse man er-
streben, daß in der Kammer ein Mechaniker Sitz und Stinune bekommt; dann finde sich
bald ein Weg zur Verständigung. Den Mechanikern Münchens könne der Vorwurf nicht
erspart werden, daß sie sich zu spät zusammengeschlossen haben und viel zu spät den An-
schluß an die D. G. gesucht haben; sie mögen das so bald als möglich nachholen; die D. G.
werde es nie an sich fehlen lassen, wo es gelte, die Fachgenossen gegen schädliches Ein-
greifen von Behörden zu schützen.
Hr. Prof, E. Hartmann
halt die Bestimmungen, die seinerzeit von der D. G. für die Lehrlingszahl getroffen worden,
für zu weitgehend. Man müsse berücksichtigen, eine wie große Zahl von g^t ausgebildeten
Gehilfen der Feinmechanik verloren gehe durch Übertritt in andere Gewerbe, in den Staats-
dienst u. s. w. Gerade den kleinen Betrieben könne man nur dankbar sein, wenn sie der Aus-
bildung von Lehrlingen sich widmen und so für einen guten Nachwuchs sorgen. Aber auch
die großen Fabriken sollten sich an dieser Arbeit beteiligen; da in den Fabriken eine
Lehrlingsausbildung kaum möglich sei, so müßten hier eigene Lehrwerkstätten eingerichtet
werden. In dieser Richtung sei seine Firma vorgegangen; unter einem besonderen Meister
in einem besonderen Räume würden hier die jungen Leute in 8 bis 4 Jahren systematisch
ausgebildet. Die Erfolge seien ausgezeichnet; freilich sei die Einrichtung etwas kostspielig,
denn der Lehrling koste rd. 1000 M.
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^^ ^- ProtokoU dM 17. Deutschen MechanlktrtagM. 225
U. NoYember 1906.
Hr. W. Handke
erinnert an die L J. 1904 von ihm verfaßte, von dem Mechanikertage in Qosiar heraus-
gegebene Denkschrift über die Lehrlingsfrage; diese stehe den Herren in München zur Ver-
fügung. Redner hofft, daß es auch in München gelingen werde, wie in Berlin, die Hand-
werkskammer davon zu überzeugen, daß sie keinerlei Bestimmungen über die Feinmechanik
treffen dürfe, ohne vorher einen Fachmann gehOrj; zu haben.
Hr. Prof. Dr. L. Ambronn
teilt mit, daß es in GOttingen gelungen sei, den Plan zur Gründung einer Fachschule durch-
zusetzen; in die Kosten werden sich die Btadt, der Staat und die Mechaniker teilen; außer-
dem sei auch die Beihilfe der Göttinger Vereinigung zur Förderung der angewandten Physik
und Mathematik in sichere Aussicht gestellt.
Hr. Baurat B. Pensky
regt an, immer wieder dahin zu streben, daß der Staat die Feinmechanik, soweit sie sich
mit der Herstellung wissenschaftlicher Präzisionsinstrumente befaßt, getrennt vom Hand-
werk behandelt, so daß sie von den einschränkenden Bestimmungen des Handwerkergesetzes
unberührt bleibe. Freilich sei dazu eine scharfe Definition des Begriffes Präzisionsmechanik
nötig, um den staatlichen Organen den nötigen sicheren Anhalt zur Beurteilung zu liefern.
Der Vorsitzende
stellt mit Befriedigung fest, ein wie lebhaftes Interesse die Lehrlingsfrage im allgemeinen
und die Bedrftngnis der Mtinchener Fachgenossen im besonderen gefunden habe.
II. Hr. Dr. F. Kalkner (von den Siemens-Schuckert-Werken Nürnberg) spricht
über Zweck, Konstruktion und Wirkungsweise der Elektritüätszähler und der neueren
Tarifapparate.
Der Vortragende beschrankte seine Darlegungen auf die Konstruktionen der
Siemens-Schuckert-Werke,da sonst die zur Verfügung stehendeZeit nicht im entferntesten
reichen würde. Die S.-S.-Werke bauen nur Motorzahler, das sind Zahler, bei denen durch
den zu messenden Strom ein kleiner Motor angetrieben wird, dessen Umdrehungszahl dem
Energieverbrauch proportional gehalten und gezählt wird; dabei verwendet man eine sog.
Deprezsche Bremse, eine Aluminiumscheibe, die sich zwischen den Polen eines Magneten
dreht; diese Bremse hat den Vorteil, reibungsfrei und durch Verschiebung des Magneten
veränderbar zu sein, so daß man dadurch den Zähler einregulieren kann. Die Motorzähler
zerfallen in S Klassen, je nachdem sie für Gleich-, Wechsel- oder Drehstrom 'bestimmt sind.
Das einfachste Modell eines Zählers ist der Amperestundenzähler für Gleichstrom ; hier wird
von dem zu messenden Strom ein Teil abgezweigt und durch den Motor geleitet, während
der übrige Strom durch einen anderen parallel geschalteten Widerstand geht; in der Ab-
gleichung dieser Widerstände liegt die Schwierigkeit beim Bau dieser Zähler, weil nämlich
sich der Widerstand der Kontaktbürsten am Motor durch Staub- oder Metallteilchen leicht
ändert. — Der Wattstundenzähler nach Hummel hat einen kugeligen Anker von 14 Spulen
zu 400 Windungen, die stets unter Vorschaltung eines großen Widerstandes an das Netz
angeschlossen, also stets von einem schwachen Strom durchflössen sind; der für die Verbrauchs-
leitung bestimmte Strom geht zuvor durch eine in der Nähe des Ankers befindliche Spule,
die infolgedessen als Magnet wirkt und den Anker in Drehung versetzt. Der Zähler ist
selir dauerhaft und leicht reparierbar. — Für Wechselstrom werden die Zähler nach Perraris-
Prinzip gebaut: in einer Aluminiumscheibe werden durch einen kleinen Elektromagneten
Ströme erregt; ein zweiter, vom Verbrauchsstrom betätigter Elektromagnet erzeugt nunmehr
anziehende oder abstoßende Kräfte in der Scheibe, und diese muß somit rotieren. Damit
diese Z&hler richtige Angaben machen, muß noch Phasenverschiebung von 900 hergestellt
werden, was nach einem Patente von Raab durch Kombination magnetischer Felder ver-
schiedener Phase erreicht wird. Die Ferrariszähler haben also weder Kollektor noch Bürsten,
ihre Reibung ist mithin sehr gering und läßt sich noch weiter durch Anwendung sog. Schüttel-
magnete erniedrigen. — Für Drehstrom verwendet man eine Kombination zweier Wechsel-
stromzähler. — Die Konstruktion der Zahler steht in engster Beziehung zu dem von dem
Stromlieferanten angewendeten Tarifsystem. Der Pauschaltarif bedarf fireilich der Zähler
nur in gewissen Ausnahmefällen. Eine Variation eines Vorschlages von John Hopkinson
ist der Wrightsche Maximaltarif, wo außer der Gebühr für den Stromverbrauch ein Zuschlag
für den Maximalverbrauch erhoben wird; um den letzteren zu ermitteln, dient ein Zähler
mit zwei Zifferwerken, von denen das eine durch eine Uhr alle Viertelstunde auf Null gestellt
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226 Protokoü d- 17. Dtmschm Mechaaikertaget. MechSSjSS^Ztg.
wird, ohne daß sein Zeiger zurückgellt; dieser bleibt also auf dem Maximalverbrauch stehen.
Sehr gebräuchlich ist ferner der sog. Mehrfachtarif, der den Stromverbrauch je nach der
Tageszeit höber oder niedriger bewertet; auch hier hat der Zahler mehrere Zifferwerke, die
durch eine Ulir ein- und ausgeschaltet werden. Auch Automaten fQr Vorausbezahlung,
ahnlich den Gasautomaten, sind heute mehrfach im Gebrauch.
Der Vortrag wurde durch eine große Zahl von Experimenten, Lichtbildern, Demon-
strationen von Zählern, sowie durch eine Broschüre der S.-8.- Werke erläutert.
Der Vorsitzende
dankt dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag und den Siemens-Schuckert-Werken
für das dem Mechanikertage erwiesene Entgegenkommen.
III. Stand der Arbeiten zur Herausgabe einer Geschichte der mechanischen
Kunst
Hr. Prof. Dr. L. Ambronn
erinnert an sein vorjähriges^ Referat; das Deutsche Museum in München beabsichtige
gleichfalls, Monographien über bedeutende Techniker herauszugeben, und man werde
bestrebt sein müssen, mit dem Museum hierin zusammenzuarbeiten. Er beantrage
das Mandat der Kommission bis auf weiteres zu verlängern.
Die VersaDamlung beschließt demgemäß.
IV. Die Abbe - Stiftung. An Stelle des durch Krankheit am Erscheinen ver-
hinderten Hrn. Prof. Dr. Czapski berichtet Hr. Prof. Dr. L. Ambronn.
Bis jetzt sei die Konkurrenz für ein Abbe -Denkmal ergebnislos verlaufen, die
Idee sei aber nicht aufgegeben, sondern es sei ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben.
Damit die der D. G. ftlr eine Abbe - Stiftung zur Verfügung gestellten Gelder nunmehr
sowohl im Sinne des Verstorbenen als auch im Interesse der Feinmechanik verwendet
werden können, beantragt Berichterstatter namens des Vorstandes:
Die der D. G. für eine Abbe -Stiftung iihergebenen sowie etwaige weiter einlaufende Beträge
soüen der Fraunhofer - Stiftung iibcrgeben werden unter der Bedingung, daß sie gesondert unter
dem J^amen „Abbe- Stiftung** verwaltet und daß ihre Zinsen jährUeh unter dem Namen „Abbe-Stipen'
dium** an unirdige Meehanikergehilfen als Unterstützung zu ihrer Ausbildung gegeben werden.
Hr. W. Handke
erklärt namens der Fraunhofer - Stiftung die Bereitwilligkeit, diese Verwaltung zu über-
nehmen; bis jetzt seien freilich nur 2370 M eingezahlt worden.
Hr. Regierungsrat Dr. H. Stadthagen
regt deshalb an, bei denjenigen, die Geld für ein Abbe-Denkmal an die Kasse der D. G.
gegeben haben, anzufragen, ob sie damit einverstanden seien, daß diese Summen für die
Abbe-Stiftung verwendet werden.
Hr. W. Handke
teilt mit, daß diese Gelder schon an das Denkmalkomitee abgeführt sind.
Der Vorsitzende
macht einige nähere Mitteilungen über den Verlauf der Denkmalskonkurrenz; er legt ferner
den III. Band von Abbes Gesammelten Abhandlungen „Sozialpolitische Schriften'' vor; die
Firma Carl Zeiß in Jena sei bereit, diesen Band an Mitglieder des Mechanikertages zum
Vorzugspreise von 3,75 M (broschiert) und 4,45 M (gebunden) abzugeben.
Die Versammlung nimmt den Antrag des Berichterstatters an.
V. Wiederholter Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge;
§ 5 der Satzungen, erster Satz, solle lauten:
Der jährliche, an die Kasse der Oesellschaft su zahlende Beitrag für
Mitglieder^ welche einem Zweigvereine nicht angehören^ beträgt zehn Mark.
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l5.N^«mVw 1906. ProtokoU des 17. DeuUchtn Mechanikertai^M. 227
Der Vorsitzende
eriiinert daran, daß dieser Antrag bereits vom vorigen Hechanikertage angenommen worden
sei; der Antrag habe aber bei der darauf folg Aden schriftlichen Abstimmung nicht die
nach § 17 der Batsnngen erforderliche Zustimmung von zwei Dritteln aller Mitglieder der
D. G. gefunden; freilich haben dazu nur 11 Stimmen gefehlt, während 160 Mitglieder sich au
der Abstimmung nicht beteiligt hätten. Die Erhöhung der^Beitrftge sei unumgänglich nötig,
weil die neuen Aufgaben, die sich die D. G. gestellt habe, größere Mittel erfordern. Der
Vorstand habe daher beschlossen, den zweiten im § 17 der Satzungen vorgeschriebenen
Weg zu gehen, indem er den Antrag von zwei aufeinander folgenden Mechanikertagen an-
nehmen lasse.
Hr. W. Handke
betont, daß die Erhöhung der Beiträge erst fflr das Jahr 1907 in Kraft treten würde.
Hr. W. Pfaff
spricht sich gegen den Antrag aus, weil vielleicht mancher deswegen aus der D. G. aus-
treten könnte. Redner benutze diese Gelegenheit, um die D. G. der vollsten Sympathie des
Zentralverbands der Inhaber optischer Ladengeschäfte, als dessen Vertreter er hier sei,
zu versichern; es seien so viele Punkte, in denen sich die Interessen beider Vereine be-
rOhren, daß ein Zusammenwirken für beide nur ersprießlich sein könnte. Hierher gehöre
vor allem die für den Zentralverband akut gewordene LehrlingsprOfungsfrage; die jungen
Leute unterstehen zur Zeit nur den von der D. G. aufgestellten Pfüfungsbedingungen,
während der Zentralverband eine mehr seinen Anforderungen entsprechende Regelung für
seine Lehrlinge erstrebe und hoffe, dies Hand in Hand mit der D. G. zu erreichen. Die D. G.
möge auch die Bedürfnisse kleinerer Werkstätten mehr berücksichtigen und deren Sorgen
zu erleichtem streben, damit diese Mechaniker ein größeres Äquivalent für ihren Beitrag haben.
Der Vorsitzende
nimmt die D. G. gegen die Behauptung in Schutz, daß sie zu wenig für die kleineren Werk-
stätten tue; im Gegenteil sei die ganze Arbeit des Vereins auf dem sozialen Gebiete im
Interesse gerade der kleineren Werkstätten erfolgt, denn die größeren seien Fabrikbetriebe.
Die freundlichen Erklärungen, die der Vorredner im Namen des Zentralverbandes abgegeben
habe, begrüße er mit großer Freude und erwidere sie namens der D. G.
Hr. L. Schopper
spricht sich entschieden für den Antrag aus.
Hr. Dr. M. Edelmann
iet gleichfalls für die Erl^öhung der Beiträge; die D. G. müsse auch bestrebt sein, sich
einen größeren Reservefonds zu schaffen.
Hr. Dr. K. O. Frank
regt eine Erweiterung der Tätigkeit des Vereins nach der wirtschaftlichen Seite an durch
gemeinsamen Bezug von Rohmaterialien, Erteilung von Auskünften u. dgl.
Hr. Dir. Prof. A. Böttcher
meint, daß diese Aufgaben naturgemäß und besser von den Zweigvereinen erledigt werden.
Die Debatte wird auf Antrag von Hm. O. Heyde geschlossen, der Antrag des
Vorstandes mit allen gegen eine Stimme angenommen.
VI. Hr. A. Blaschke spricht über die wichtigsten Patente des letzten Jahres.
In der Hauptsache war die Richtung, in der sich die Erfindertätigkeit im letzten Jahre
betätigte, genau dieselbe wie im vorhergegangenen; Redner verweist wegen der Kürze der
zur Verfügung stehenden Zeit auf seinen ausführlichen Bericht im Protokoll des Kieler Mecha-
nikertages {Deuttehe Meeh,'Ztg, 1905. 8. 239 bi$ JS41); nur einige wenige Punkte sind be-
sonders hervorzuheben. Auf dem Gebiete der dektrisehen Inttrummte tritt neben großen,
kleinen und kleinsten Abänderungen der Zähler die Telephonie hervor, wo insbesondere
durch Ersinnen zweckmäßiger Schaltungen der Betrieb vereinfacht werden soll; sodann sind
zu nennen die drahtlose Telegraphie, die immer mehr Monopol weniger Firmen wird, die
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228 • ProtokoÜ des 17. 0«utich«n Mechanikertage^. M^ÄaSto-ZtR.
Dampf lampen und die Versuche, die Röntgenstrahlen exakter Messung zu unterwerfen.
Von Inatrumenten (Kl. 42) sind zu erwähnen Entfernungs- und Geschwindigkeitsmesser,
Apparate fUr die submarine Technik (Signale, Fernrohre), Zielfernrohre (auch fQr Ge-
schütze) u. s, w. In der Glaaieehmk sind die eigentlichen Glasapparate, die in den letzten
Jahren zahlreich unter den Patenten vertreten waren, wieder in die Gebrauchsmuster zurück-
getreten; die Versuche, das Quarzglas leicher verarbeitbar zu machen, dauern fort. Bei
den Metallegierungen kommt das Aluminium wieder stärker auf.
VII. OeschäftUche Angelegenheiten.
a) Wahlen zum Vorstande gemäß § 10 der Satzungen. Es sind zu wählen:
aus der Zahl der keinem Zweigverein angehörenden Mitglieder (156) 4 Vorstands-
mitglieder, aus der Gesamtzahl (5Ö8) 6 Vorstandsmitglieder.
Die Wahlzettel waren bereits nach dem Vortrage des Hm. Dr. Kalkner verteilt worden;
sie werden nunmehr gesammelt; die Verkündigung des Resultats erfolgt erst kurz vor Schluß
der Sitzung.
Bs erhielten:
W. Handke 88 Stimmen W. Petzold 18 Stimmen
Dr. H. KrOß ...... 88 „ Dr. M. Edelmann 15
Prof. Dr. S. Czapski ... 37 „ Geh.Reg.-Rat Prof.Dr.Westphal 15
Prof. Dr. L. Ambronn . . 35 ^ W. Sartorius .8 „
Prof. Dr. P.Göpel .... 30 „ A. Fennel . 7
Prof. E. Hartmann .... 28 „ Kommerzienrat Dr. R. Küchler . 7 „
KommerzienratG.Schoenner 28 , Dir. F. Nerz 7 „
G. Heyde 27 „ Dr. 8. Riefler 6
Dir. Dr. D. Kaempfer . . . 22 , G. Sauter 2 „
Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen 22
Somit sind gewählt die Herren: Prof. Dr. L. Ambronn, Prof. Dr. S. Czapski,
Prof. Dr. P. Göpel, W. Handke, Prof. E. Hartmann, G. Heyde, Dir, Dr. D. Kaempfer,
Dr. H. Krüß, Kommerzienrat G. Schoenner, Regierungsrat Dr. H. Stadthagen.
b) Aireehnung für 1905106 wird vom Schatzmeister, Hm. W. Handke,
vorgelegt.
Namens der Kassenrevisoren beantragt Hr. F. Franc v. Liechtenstein Ent-
lastung, die dem Schatzmeister unter Dank fdr seine Mühewaltung erteilt wird.
c) Der Voranschlag für 1906J07 wird vom Schatzmeister erläutert und von
der Versammlung gutgeheißen.
d) Zu Kassenrevisoren werden die Herren F. Franc v. Liechtenstein und
W. Haensch gewählt.
e) Ort und Zeit des nächsten Mechanikertages festzustellen, überläßt die Ver-
sammlung dem Vorstande.
Als Ort werden genannt: Cöln, Bisenach, Hannover.
Schluß: 1 Uhr.
V. w. o.
Dr. Hugo Krüß Blaschke
Vorsitzender. Geschäftsführer.
FOr dl« RedAktion ▼•rantwortUeh: A. BUtehk« In Berlin W.
V«rltc Ton JnlUi Springer In Berlin N. — > Drook Ton Xmll Dreyer In Berlin BW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für InstnimentenkTUide
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 5.
Heft 23. 1. Dezember. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmig^ung der Redaktion gestattet.
Denkschrift
^ betfbffend
Rezepte für den öebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten i).
Der Vorsitzende der Deutschen Oesellschaft für Mechanik und Optik hat in
einem Schreiben, das er unter dem 5. Oktober v. J. an die Physikalisch-Technische
Reichsanstalt gerichtet hat, einige der Bedürfnisse genannt, die in bezug auf Rezepte
für den Gebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten bestehen. Im folgenden soll
unter besonderer Berücksichtigung der Metallfärbungen des näheren ausgeführt werden,
in welcher Weise das auf diesem Gebiete vorhandene Material bei solchen Arbeiten
heranzuziehen imd die bestehenden großen Lücken auszufüllen sein möchten, imd dies
an einigen Beispielen erläutert werden.
Die Vielseitigkeit der Aufgaben, welche den feinmechanischen Werkstätten
gestellt werden, die sich mit der Herstellung von Apparaten imd Instrumenten zu
wissenschaftlichem Gebrauche beschäftigen, bringt es mit sich, daß die Zahl der in
diesen AVerkstätten zur Verwendung gelangenden Materialien in der Regel größer ist
als in' den meisten anderen Zweigen gewerblicher Tätigkeit.
Diese große Mannigfaltigkeit wird durch verschiedene Ursachen bedingt. Mit
den Fortschritten der Wissenschaft und mit der Ausdehnung wissenschaftlicher Methoden
auf immer weitere Gebiete sind die Anforderungen einerseits an die Genauigkeit der
messenden Instrumente, andererseits an die Bequemlichkeit und Leichtigkeit ihrer Hand-
habung wie an die Sicherung ihrer Transportfähigkeit stetig gestiegen. Dadurch ist
die wissenschaftliche Präzisionstechnik gezwungen, alle von der Großindustrie gebotenen
neuen Materialien, welche besondere Eigenschaften aufweisen, die der Erreichung obiger
Zwecke förderlich sein könnten, zur Verwendung heranzuziehen. Dagegen sind die
Inhaber präzisionstechnischer Betriebe nur ganz ausnahmsweise in der Lage, die be-
sonderen physikalisch-technischen Eigenschaften solcher Materialien durch eigene exakte
Versuche festzustellen und sich dadurch über den Grad wie den Umkreis ihrer Ver-
wendbarkeit selbst ein sicheres Urteil zu verschaffen.
Hier ist die Präzisionstechnik meist auf die Angaben der allgemeinen tech-
nischen Literatur wie der diese Materialien erzeugenden Firmen angewiesen. Solche
Ang^aben beziehen sich nur in seltenen Fällen auf diejenigen Eigenschaften, welche für
die PrAzisionstechnik in erster Reihe stehen (Ausdehnung, Dichte, Härte, Zähigkeit,
Dehnbarkeit, Bearbeitbarkeit, Politurfähigkeit), und die Mitteilungen der Fabrikanten
sind, weil aus geschäftlichen Rücksichten entsprungen, nur zum Teil sachlich zutreffend.
Zur Sicherung stetiger Vervollkommnung ihrer Erzeugnisse in wissenschaftlicher
Beziehung und zur Vermeidung von Mißgriffen ist die Präzisionstechnik auf diesem Ge-
biete der Materialienkunde auf die Hilfe solcher Institute angewiesen, deren Aufgabe
die Förderung wissenschaftlicher Arbeit ist, die eines der Mittel zu solcher Förderung
1) Diese DenkBchrift ist aus den Beratungen der im vorigen Heft 8, 223 erwähnten
Kommisaion (Herren A. Blaschke, W. Handke, W. Haensch, G. Heyde, C. Leiß, Th. Lu-
dewig und Baurat ß. Pensky) hervorgegangen und am 10. November d. J. der Phy8.-Techn,
ReichBanetalt überreicht worden.
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230 Denkichrift b«tr. Rezepte f. d. Gebrauch in prftzldonimechanlachen Werkitatten. utSS^^'
MeehABlker-Ztg.
in der Hebung der Leistungen der Präzisionstechnik erblicken und die über die Mittel
zur Ausführung physikalisch-technischer Untersuchungen verfügen.
Nicht minder wichtig wie die physikalisch-technische Materialienkunde ist für
die Präzisionstechnik die chemisch - technische Behandlung der Oberflächen der ver-
schiedensten Materialien.
Bis zum Beginne der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die
Verfertiger physikalischer Apparate und wissenschaftlicher Instrumente in der Lage, mit
nur wenigen Verfahrungsarten die äußere Fertigstellung ihrer Erzeugnisse zu bewirken;
soweit diese bearbeitete Messingfiächen aufwiesen, wurden solche fast ausnahmslos mit
Strich sauber poliert und gelb lackiert. Seit jener Zeit haben sehr verschiedene Ur-
sachen zusammengewirkt, um das Bedürfnis nach einer größeren Zahl von Verfahrungs-
weisen, die gewisse dauerhafte Färbungen auf den immer zahbreicheren Materialien mit
Sicherheit hervorbringen, wachzurufen. Teils war es bei steigenden Arbeitslöhnen
nötig, billigere Verfahren an die Stelle des eine teure, saubere Vorarbeit erfordernden
Oelblackierens zu setzen, teils wurde ein gefälligeres Aussehen erstrebt, teils drängten
Zweckmäßigkeitsgründe dazu, die blendende Gelbfärbung oder andere blanke Überzüge
durch geeignete, stumpfe, das Auge des Beobachters •— besonders bei Sonnenstrahlung
— nicht irritierende Färbungen zu ersetzen. Oft auch muß jeder Lacküberzug ver-
mieden werden und die Oberflächenfärbung dauernd den Einflüssen der Atmosphäre
widerstehen, und vielfach ist eine geeignete Färbung von bestimmter physikalischer
Wirkung durch den Zweck bedingt, wie z. B. die Schwarzfärbung von Teilen optischer
Instrumente.
Den in der Präzisionstechnik auftretenden Bedürfnissen der vorgenannten Art
können nur Verfahrungsweisen genügen, welche einfach sind und, nach bestimmten
Vorschriften angewendet, stets ein gleichmäßiges Ergebnis liefern. Dazu ist nötig, daß
ihr Anwendungsgebiet näher umschrieben, also die Natur der Materialien gekenn-
zeichnet wird, für welche das Verfahren brauchbar ist. Desgleichen müssen die näheren
Umstände, welche das gewünschte Ergebnis sichern, ebenso bekannt sein wie die,
welche es gefährden.
Oerade in dieser Beziehung ist eine empfindliche Lücke vorhanden. Zwar
fehlt es für die gebräuchlichsten Materialien durchaus nicht an Vorschriften und
Rezepten zur Erzeugung verschiedener Färbungen, man kann vielmehr fast ein
Übermaß an solchen beklagen. Unter den vielen Werkstattsrezepten befinden
sich wohl solche, die unter gewissen günstigen Bedingungen zum Erfolge
führen; aber oft versagen auch sie aus scheinbar geringfügigen oder gar nicht erkenn-
baren Ursachen. Die meisten der vorhandenen Werkstattsrezepte für Metallfärbung
haben aber für den Präzisionstechniker keine Bedeutung, da sie für die Gebiete kunst-
gewerblicher Metallwarenfabrikation bestimmt oder aus diesem entnommen, also den
Bedürfnissen der Massenanwendung angepaßt sind. Oft handelt es sich dabei um Ver-
fahren, die, ursprünglich als Fabrikgeheimnis bewahrt, nur unvollständig, unter Fort-
lassung wesentlicher Momente, öffentlich bekannt wurden. Solche unvollständigen An-
gaben passieren dann in einem Kreislaufe die technische Journalliteratur imd werden
dabei vielfach bis zur Unkenntlichkeit verstünmielt.
Vorschriften und Rezepte zur Metallfärbung, welche im oben (8, 230) erörterten
Sinne den Bedürfnissen der Präzisionstechnik genügen, werden sich lediglich auf dem
Wege systematischer Erprobung gewinnen lassen, den zu beschreiten der einzelne
Präzisionstechniker nicht in der Lage ist. Es wurde deshalb von der Deutschen Ge-
sellschaft für Mechanik und Optik mit Dank erkannt, daß der Herr Präsident der
Physikalisch-Technischen Reichsanstalt seine Bereitwilligkeit ausgesprochen hat,
solche chemisch-technische Erprobungen neuerdings in das Arbeitsprogramm der ihm
unterstehenden Anstalt wieder aufzunehmen.
Das Bedürfnis nach geeigneten, erprobten und sicher wirkenden Verfahren zur
Herstellung von gleichmäßigen, haltbaren und auch wetterbeständigen Färbungen auf
chemischem Wege in den Farben schwarz, blau, grau, grün und braun besteht für alle
in der Feintechnik verwendeten Konstruktionsmaterialien, also vorzugsweise für: Messing-
legierungen, die von 20 7o ^^^ ^^ 50 % ^"^^ enthalten, Rotguß und Bronze, insbe-
sondere Phosphorbronzeguß, Zink, Eisen, Stahl und neuerdings auch für Aluminium und
Nickel sowie für die Legierungen aus diesen Metallen (z. B. Magnalium).
{8Muß foigt)
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Heft 29.
1. Dezember 1906.
Verelnsnacbrichten.
231
filn neaer ZwelgTerein In Mfinchen.
Was nach den Verhandlungen auf dem
letzten Mechanikertage in München mit
Sicherheit erhofft werden konnte, ist nun-
mehr zu unserer größten Freude einge-
treten: Die Mechaniker Münchens haben
sich, vornehmlich um gegen ungerecht-
fertigte und schädliche Anforderungen ihrer
Handwerkskammer erfolgreich auftreten zu
können, vereinigt und sich der D. G. f. M. u. O.
angegliedert. Wir rufen dem neuen Zweig-
verein ein herzliches Willkommen und fröh-
liches Glückauf zu; wie der folgende Be-
richt zeigt, ist in München schon ein be-
deutender Erfolg erzielt worden: es ist ge-
lungen, der Feinmechanik in der Kammer
eine Vertretung zu verschaffen in dem
Leiter der Münchener Fachgenossen, Hm.
Dr. M. Edelmann jun.; mögen weitere
Erfolge und ein reges Vereinsleben der
jungen Vereinigung beschiedeh sein.
Die Bed.
In einer Versammlung vom 8. No-
vember 1906 wurde eine Vereinigung fein-
mechanischer und optischer Betriebe Münchens
gegründet. Die junge Vereinigung zählt bereits
29 Mitglieder, nämlich die Firmen: Bisch off
Böhm & Wiedemann, Böttcher, Decke),
E b er may er, Edelmann, Er tel& Sohn, Falter
& Sohn, Görgen, Isaria Zählerwerke,
Linhof, Neher Söhne, G.u.L. Merz, Pholy-
phos Bl.-W., Reiner, Reinfelder&Hertel,
Riefler, Rietzschel, Rodenstock, Sedl-
bauer, Sendtner, Gebrüder Stärgel,
Btollnreuther, Testorf, Uttenreuther,
Wagus, Wieser, Zettler, Zipperer; es
steht sicher zu erwarten, daß sich noch eine
weitere Anzahl von Herren anschließen wird.
Dr. M. Edelmann jun. erläuterte in längerem
Referate die Verdienste und Vorteile der
D. G. f. M. u. O. und berichtete über den letzten
Mechanikertag. Es wurde nunmehr einstimmig
beachlosen, der D. G. f. M. u. 0. als Zweigverein
beizutreten, und in Aussicht genommen, diesen
Zweigverein eventuell zum Landesverband für
das Königreich Bayern auszudehnen. Zum Vor-
wtemden wurde Hr. Dr. M. Edelmann jun.
(Nymphenburger Str. 82), zum Schriftführer Hr.
DipL-Ing. Sendtner und zum Kassierer Hr.
Se dl bau er gewählt.
Es feigste eine Beratung Über eine einfache
Definition, was unter Feinmechanik gegenüber
Mechanik überhaupt zu verstehen sei. Die
Handwerkskammer von Oberbayem hatte sich
nämlich diesbezüglich an Dr. Edelmann als
neugewftbltes Kammermitglied und Vertreter
der feinmechanischen Betriebe gewandt, da sie
betreffs Höchstzahl der Lehrlinge eine Trennung
von Mechanik und Feinmechanik beschlossen
hat. Es wurde allseitig die Schwierigkeit einer
präzisen Definition bezw. Trennung betont,
jedoch wurde folgende Antwort beschlossen:
„Die Feinmechanik begreift die Herstellung
von wissenschaftlichen und technischen Fräd-
sionainBtrumenten in sich, wobei in zweifelhaften
Fällen gebeten wird, das Gutachten des Ver-
treters der feinmechanischen Betriebe einzu-
holen.«
Als Versammlungstag wurde jeweils der
dritte Freitag im Monat gewählt, als General-
versammlung der ins Vereinsregister einzu-
tragenden Vereinigung gilt die erste Ver-
sammlung jedes Kalenderjahres.
Als Grundlage bei Aufstellung der Satzungen
dienten die in liebenswürdiger Weise zur Ver-
fügung gestellten Statuten der Zweigvereine in
Göttingen und Hamburg.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. 0. ist:
Hr. Dr. Max Pauly; Wissenschaft-
licher Mitarbeiter bei Carl Zeiß; Jena,
Botzstr. 9.
D. G. f. M. u. O. Zwelcrv^erein Halle.
Sitzung vom 5. "November 1906. Vor-
sitzender Hr. R. Kleemaun.
Der Vorsitzende berichtet zunächst über
die in Halle geplante Gründung einer Schutz-
gemeinschaft für Handel und Gewerbe. Die-
selbe soll dazu dienen, für uneiutreibbar geltende
Forderungen durch die Gemeinschaft noch
herauszuwirtschaften. Die Beiträge und Ge-
bühren sind sehr mäßig zu nennen. Gleich-
zeitig dient dieselbe aber auch dazu, durch die
in den Händen der Mitglieder sich befindenden
Listen fauler Zahler, diese zur Vorsicht bei Ab-
gabe von Waren zu veranlassen. Die Zweck-
mäßigkeit und Notwendigkeit einer solchen
Einrichtung wurde allseitig anerkannt und das
Vorgehen zur Gründung einer solchen Gemein-
schaft freudig begrüßt. Sodann wurde berichtet
über die geplante Gründung einer Kranken-
kasse im Bezirk der Handwerkskammer und der
Beitritt zu derselben empfohlen. Als Mitglied
wird der Lehrer an der Fortbildungsschule
Halle-Nord, Hr. Otto, aufgenommen. Zur Teil-
nahme an dem Stiftungsfest des Leipziger
Zweigvereins wird vom Vorsitzenden mit den
Worten, daß es gelte eine treue und feste
Kollegenschaft auch mit den auswärtigen Kol-
legen zu halten, aufgefordert. Wenn auch viel
in dem gegenseitigen Vorhnltnis der Handwerks-
kammer zum Beruf der Mechanik gebessert
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232
Ver«in8Dachricht«n.
Deutsche
Mechaniker ZtjT.
sei, 80 gelte es doch, die Augen offen zu halten,
um etwaigen weiteren Bedrängungen eine feste
geschlossene Kollegialität entgegenzustellen.
Br erinnere beispielsweise nur an die immer
wiederkehrende Frage der Festsetzung der
Höchstzahl der Lehrlinge und das Hindrängen
ziun BefUhigungsnachweis.
Unter Geschäftliches entspann sich eine
ängere Debatte über die Frage Fortbildungs-
schule. Ein Mechaniker hatte plötzlich ein
Strafmandat über 2 M erhalten, weil er seinen
Lehrling nicht zur Fortbildungsschule ange-
meldet hatte. Der betreffende Lehrling hatte
vor Antritt der Lehre ein halbes Jahr die Hand-
werkerschule besucht, und soll ihm da vom
Schulleiter gesagt sein, er brauche die Fort-
bildungsschule nicht zu besuchen, da er zu
dieser Zeit nicht Lehrling war. Der Lehrherr
glaubt seine Verpflichtungen nach § 7 des
Lehrvertrags erfüllt, da er den Lehrling resp.
dessen Vater darauf aufmerksam machte, daß
der Schulbesuch wohl erfolgen müsse. Zunächst
ist Widerspruch gegen die Straffestsetzung
erfolgt und Freistellung beantragt. Ob der
Verein der Angelegenheit weitere Folge zu
geben haben wird, soll erst noch durch eine
persönliche Rücksprache mit dem Schulleiter
festgestellt werden. Der Vorsitzende legte
noch einen Sextantenspiegel vor, den derselbe
bei der Firma Carl Möller (Wedel, Holstein)
hatte versilbern lassen. Die Versilberung ist
tadellos, außerdem durch galvanischen Überzug
und Lack gegen Beschädigungen geschützt,
billig und außerordentlich schnell geliefert.
B. Kl,
Z welgvereln Leipzig. 5.Stiftungs-
fest am 11. November 1906 im „Deutschen
Haus-,
Das Fest nahm einen äußerst harmonischen
Verlauf und kann gleich seinen Vorgängern
in jeder Hinsicht als wohlgelungen bezeichnet
werden. Zur größten Freude war der Hallenser
Zweigverein durch eine Abordnung, bestehend
aus Hm. R. Kleemann mit Familie und Hm.
Otto Unbekannt, vertreten. Es sei auch
von dieser Stelle den Hallenser Kollegen der
Dank für die den Leipzigern dadurch erwiesene
Ehre ausgesprochen.
Hr. Köhler leitete die Festtafel durch Be-
grüßung der Teilnehmer ein. Bald darauf erhob
sich Hr. Schopper zur Festrede, welche er in
einem Hoch auf die Deutsche Gesellschaft für
Mechanik und Optik, in Sonderheit auf den
Zweigverein Leipzig als das Geburtstagskind,
ausklingen ließ. Hr. Matthes brachte ein
Hoch auf die Hallenser und die übrigen Gäste
aus. Hierauf gab Hr. Klee mann dem Dank
der Hallenser Kollegen für den ihnen bereiteten
warmen Empfang herzlichen Ausdruck und
ging dann in längerer Rede auf berufliche An-
gelegenheiten ein. Hrn. Schmagers erster
Toast war den Damen gewidmet, der zweite
den Jubilarcn, die ihr 25-jähriges Geschäfts-
jubiläum in diesem Jahre feiern konnten; im
Namen der beiden Jubilare, Wilhelm Petzold
und Louis Schopper, dankte letzterer. Hr.
Köhler, Frl. Heynemann, Frl. Pfau und
Frl. Petzold erfreuten die Teilnehmer während
der Tafel durch gelungene Vorträge.
An die Tafel schloß sich ein Ball an, der
bis in die frühen Morgenstunden dauerte.
Während der Tanzpausen gab es theatralische
Darbietungen und Überraschungen verschieden-
ster Art, wobei sich wiederum Frl. Heyne-
mann und Frl. Pfau um die Unterhaltung der
Gesellschaft in hervorragender Weise verdient
machten. Durch eine allgemeine Kaffeetafel
fand das Fest seinen Abschluß.
Besonderer Dank gebührt den Herren des
Vergnüguugsausschusses, durch deren auf-
opfernde Arbeit sich das Fest zu einem so
glänzenden gestaltet hat. L. 8.
Abt.BerllllyE.V. Sitzung vom 13. No-
vember 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Geh. Reg. -Rat Prof. Dr. H. F. Wiebe
spricht über die Mechanik und Glasbläserei
auf der Mailänder Ausstellung 1906. Einleitend
gibt Redner einen Abriß über die Entstehung
der Ausstellung und eine durch Projektions-
bilder erläuterte Darstellung ihrer äußeren Er-
scheinung; darauf werden die in den einzelnen
Teilen dargebotenen Ausstellungen auf dem
Gebiete der Präzisionsmechanik und Glas-
bläserei, nach Materien und Ländern geordnet,
besprochen.
Nachdem der Vorsitzende dem Vortragen-
den gedankt, demonstriert Hr. W. Bechstein
(von der Fa. Franz Schmidt & Haensch) ein
neues Photometer mit proportionaler Teilung
und dezimal erweiterbarem Meßbereich. Die
Einstellung erfolgt durch einen verstellbaren
Sektor mit rotierendem Lichtbüschel, das Meß-
bereich kann durch passende Vorschaltung von
2 Milchglassc^ieiben geändert werden, und zwar
so, daß die Einstellungen am Sektor mit 0,1,
1, 10, 100 u. s. f. zu multiplizieren sind, während
bisher bei Erweitemng des Meßbereiches irra-
tionale Zahlen als Faktoren auftraten.
Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden
sowie seiner Firma und teilt mit, daß der
Vorstand sich demnächst auf Veranlassung der
Handwerkskammer mit der Frage beschäftigen
werde, wer der Kammer als Beauftragter an
Stelle des verstorbenen F. Sokol vorzuschlagen
sei. Bl
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H«n 98.
l.DezemlMr 1906.
Vtrdntiiaehrlehton. — Kl«iB«rt lMltt«Uiiog»D.
233
Zwelsrrerein Göttingen. Sitzung
vom 16. November 1906. Vorsitzender: Hr.
B. Rulistrat.
Nach Verlesung des Protokolls der vorigen
Sitzung berichten die Hm. C. Winkel und
A. Hoyer, daß sie die Kasse revidiert und alles
in Ordnung gefunden hätten. Es wird dem
bisherigen Kassenwart, Hm. A. Becker, De-
Charge erteilt und vom Vorsitzenden ihm fUr
seine Mühewaltung gedankt.
Darauf gibt Hr. Direktor Berlepsch einen
Bericht über die Schulangelegenheit und ent-
wirft ein sehr klares imd anschauliches Bild
von der augenblicklichen Sachlage, die er als
sehr günstig und hoffnungsvoll schildert.
Alsdann berichtet Hr. Prof. Ambronn über
Bestrebungen hierorts, von einigen Universitäts-
lehrern angeregt, die dahin gehen, daß durch
Vorträge, welche namentlich altere Studierende
halten sollen, hiesigen Gehilfen und Lehrlingen
der technischen Bemfe Gelegenheit gegeben
werden soll, sich in einigen in ihr Fach schlagen-
den Gebieten weiter zu bilden. — Bine sich
daran schließende, lebhafte Debatte laßt nicht
eine besondere Zustimmung der Anwesenden
zu diesem Plane erkennen.
Es wird endlich die Zirkulation einer Zeit-
Bchriftenmappe besprochen und vorläufig be-
schlossen, eine Nachfrage zu veranstalten,
welchen Mitgliedern überhaupt die Zusendung
der Mappe genehm ist. B.
Kleinere Mitteilungen.
Flässlge Luft und Holzkohle bei
niedriger Temperatur.
Von J. Dewar.
Engineering 81. 8. 796. 1906.
Bine Reihe sehr w^irkungsvoUer Experi-
mental versuche führte Bir James Dewar bei
seinem letzten Vortrage in der R(^al Inaü-
tuUan zu London vor:
Bine mit flüssiger Luft gefüllte U-Röhre
wurde an einem Schenkel durch Reiben mit
Flanell elektrisch gemacht, worauf sich an
diesem Schenkel allein die Feuchtigkeit der
Atmosphäre in Biskristallen niederschlug, die
senkrecht zur Glasoberfl&che nach allen Rich-
tungen ausstrahlten.
Drfthte aus Kupfer, Messing oder Wismut,
mit einem Endo in flüssige Luft getaucht,
überzogen sich nach dem Herausziehen mit
einer Eisschicht und diese Schicht war an
Län^e und Dicke verschieden je nach der
Wärmeleitfähigkeit des Metalls.
Tropfen flüssiger Luft, auf Wasser gegossen,
wirbelten auf dessen Oberfläche in sphäroidalem
Zustande umher und erzeugten im Räume
darüber dichte Wolken von kondensiertem
Wasserdampf. Wurde dem Wasser etwas
Alkali oder Schwefelsäure zugesetzt, so ver-
minderte sich die Wolkenbildung ganz be-
deutend, da hierdurch die Spannung des Wasser-
dampfes erheblich herabgedrückt wurde. Auf
konzentrierter Schwefelsäure, deren Siedepunkt
wesentlich höher liegt als der des Wassers,
bei 838 ^ und deren Dampfspannung bei ge-
wöhnlicher Temperatur außerordentlich gering
ist, bewegten sich die Tropfen flüssiger Luft
nur langsam umher, ohne umherzuwirbeln und
ohne Wolken zu bilden. Dagegen erzeugten
sie auf Tetrachlorkohlenstoff, dessen Siedepunkt
bei 46^ Hegt, außerordentlich dichte Wolken
und sprangen auf das lebhafteste über die
Oberfläche der Flüssigkeit hin, indem sie
Schweife von Dämpfen hinter sich herzogen,
in der Form von Kometen.
Von praktischer Bedeutung ist die Ver-
wendung der flüssigen Luft zur Abkühlung
von Holzkohle, um deren Absorptionsfähigkeit
für Gase zu steigern. Es ist jetzt möglich, mit
1 g Holzkohle 4&0 ecm Luft zu absorbieren.
Die Absorptionskraft der Kohle ist übrigens
verschieden je nach der Temperatur und der
Gasart; sie absorbiert in Vielfachen ihres
Volumens :
von Helium Wasserstoff
bei— 185« 2,5 137
- —2100 5 180
- —2520 160 260
- —2580 195 —
Das Absorptionsvermögen der Kohle ist
femer ein selektives. Sättigt man dieselbe
vollständig mit Luft und taucht sie dann in
flüssigen Wasserstoff, so wird der in ihr ent-
haltene Sauerstoff durch Wasserstoff vollständig
verdrängt. Läßt man einen Strom gewöhn-
licher Luft, der aus 4 Tl. Stickstoff und 1 Tl.
Sauerstoff besteht, dauernd über Kohle hin-
streichen, so besteht das von der Kohle auf-
gesaugte Gasgemisch aus 3 Tl. Sauerstoff und
2 Tl. Stickstoff.
Um das große Absorptionsvermögen der
Kohle zu demonstrieren, zeigte Dewar eine
Röntgenröhre, an welche ein kleiner Kolben
mit Kohlepulver angeschmolzen war. Beim
Eintauchen des Kolbens in flüssige Luft wurde
das Licht der Röhre bedeutend vermindert, da
der Gasdruck im Innern zu gering wurde. In
flüssigen Wasserstoff eingetaucht erlosch die
Röhre sogar vollständig, da keine Entladung
durch sie hindurchging. Eine in gleicher
Weise hergerichtete, mit Helium gefüllte Spek-
tralröhre leuchtete beim Eintreten in flüssige
Luft unverändert weiter, erlosch dagegen
gleichfalls beim Eintauchen in flüssigen Wasser-
stoff.
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284
Kl«ia«rt Blltt«Uunc«n« — GUtteehalfohM.
M6chanlker-Ztg.
Durch einen Apparat, der aus 3 Spektral-
röhren und 3 Kohlepulverkolben, abwechselnd
hintereinander geschaltet, bestand, wurde ein
Luftstrom geleitet, der mit einigen Millimeter
Druck ein-, und mit weniger als 0,01 mm Druck
austrat, nachdem die Kohlepidverkolben in
flüssige Luft gebracht waren. Bei Beginn des
Versuches zeigten die Spektralröhren die üb-
liche grüne Farbe; bei Fortgang desselben
nahm die letzte Röhre alsbald die rötliche
Farbe von Helium und Neon an, und diese
Färbung pflanzte sich durch den Apparat ent-
gegen der Richtung des Luftstroms allmählich
fort. Da Helium und Neon von der Kohle am
wenigsten absorbiert werden, so mußten diese
bei Fortdauer des Versuches im Innern der
Spektralröhren immer mehr hervortreten.
Mit Hilfe der Kohle ist es De war auch ge-
lungen, die bisher zur Aufbewahrung flüssiger
Luft verwandten, doppelwandigen Gefäße aus
dem zerbrechlichen Glas, durch solche aus
Metall, aus Kupfer, Nickel, Messing u. s. w. zu
ersetzen. Diese Gefäße haben dieselbe Form
wie die früheren Glasgefäße, doch ist das
Vakuum zwischen ihren Wänden verbessert
durch Einfüllung von gut ausgeglühter Holz-
kohle.
Zum Schlüsse seines Vortrages zeigte D e war
die Verwendung der Absorptionskraft der Kohle
für kalorimetrische Versuche. Ein in flüssige
Luft getauchter kleiner Kolben wurde mit luft-
gesättigter Holzkohle gefüllt und durch ein
Glasrohr mit einem Schwefelsäuremanometer
verbunden. Brachte man nun eine Kerzen-
flamme in die Nähe des Apparates, so zeigte
das Manometer sofort eine Drucksteigerung an,
so daß also die Flammenstrahlung durch die
dreifache Glaswandung und eine ^ em dicke
Schicht flüssiger Luft hindurch auf den Kohlen-
pul verkolben einwirkte. Als ein kleines Blei-
stück, von 0,5 Grammkalorie Wasserwert, in
die flüssige Luft geworfen wurde, ließ die
geringe hiervon abgegebene Wärmemenge das
Manometer explosionsartig emporschnellen. Auf
diese Weise lassen sich die geringsten Wärme-
mengen noch bei einer Temperatur von 20 <^
der absoluten Skale messen. Mk,
SchnellmeMer
von A. Meissner in Freiburg in Sachsen.
Mitgeteilt von Dr. Karl G. Frank in Cöln.
Die genannte Firma bringt ein nettes
kleines Meßgerät auf den Markt, das in
der Art der Schraubenmlkrometer kon-
struiert ist, sich aber von diesen dadurch
unterscheidet, daß durch eine Zahnrad-
tlbertragung ein Zeiger über einem Ziffer-
blatt gedreht wird und die Dicke des ge-
messenen Gegenstandes anzeigt. Dieses
Instrumentchen eignet sich besonders zum
Messen von dünnen Blechen, Drähten,
Papier u. dgl. Ein einfacher Druck genügt,
xnn die Messung auszuführen.
Qlasteohnisohes.
über die Justierung gasaualytischer
Mefsgeräte.
Von W. Schloesser in Charlottenburg.
Die Justierung gasanalytischer Geräte er-
folgt auf Ein- bezw. Ausguß, je nachdem
sie mit einer benetzenden, also wässerigen
Flüssigkeit, oder mit einer nicht benetzenden,
d. h. Quecksilber, gebraucht werden.
Beim praktischen Gebrauche nimmt die
Verdrängung benetzender Flüssigkeiten —
von denen für die Justierung nur Wasser
in Frage kommt — durch das Gas zwar
eine unbestimmte, in der Regel aber doch
eine so lange Zeit in Anspruch, daß die
Ablesung bei nahezu konstant gewordenem
Nachlauf vorgenommen werden wird. Daher
muß auch bei der Justierung der Stand der
Flüssigkeit nach beendetem Nachlauf markiert
werden. Die Zeit, nach welcher dies eintritt,
hängt außer von dem Raumgehalt und den
Dimensionen der Geräte besonders von
der Geschwindigkeit des Ablaufs ab. Es
empfiehlt sich deshalb, das Gerät durch
eine möglichst enge, vermittels Kautschuk-
schlauchs angesetzte Spitze zu entleeren.
Im übrigen verfährt man wie bei maß-
analytischen Büretten unter Benutzung der
bekannten Tabellen.
Bei der Justierung mit Quecksilber kann
man die folgenden Tafeln benutzen, in
denen die Gewichte in Gramm angeführt sind,
die 1 ccm Quecksilber bei Temperaturen
von 15^ bis 30^ im lufterfüllten Räume hat.
Temp. > Gewicht
des Quecksilbers
Temp. I Gewicht
des Quecksilbers
Temp. Gewicht
des Quecksilbers
Normaltemperat
ur 150
150
13,6593
200
13,5489
250
13,5385
16
5573
21
5468
26
6364
17
5552
22
6447
27
5343
18
6531
23
5426
28
5322
19
6610
24
5405
29
5301
20
6489
25
5385
30
5280
Normaltemperatur 20o
150
13,6575
200
13,5471
250
13,5366
16
5554
21
6450
26
5346
17
5533
22
6429
27
5325
18
5513
23
6408
28
5304
19
5492
24
5387
29
5283
20
6471
25
5366
30
6262
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H«ft H.
1. Desemb«r IQOH.
GlMtcehnlsehtti«
285
Will man aber mit Quecksilber ein ge-
wisses Volumen abgrenzen, so kann dies,
da eine Verwendung von Kautschukschlauch
ausgeschlossen ist, im allgemeinen nur ge-
schehen, wenn das geschlossene Ende des
Rohres sich unten befindet. Folglich muß
auch in dieser Lage der Scheitelpunkt des
Quecksüberwulstes, des „Meniskus", auf
dem Rohre markiert
>^
werden. Da sich
nun bei dem prak-
tischen Gebrauche
das geschlossene
Ende des Rohres
oben befindet , so
würde das Gas, wenn
es das Quecksilber
bis zur Marke ver-
drängte, einen Raum
einnehmen, der offen-
bar um das doppelte
Volumen des Menis-
kus größer ist, als
der Bezifferung der
Marke entsprechen
würde. Dieses Vo-
lumen, das also nicht
vom Raumgehalt,
sondern vom Durch-
messer des Geräts
abhängt, ist mehrfach, letzthin auch in der
Normal - Eichungs - Kommission , bestimmt
worden. Seine Beträge , ausgedrückt als
Höhe eines Zylinders von dem Durch-
messer des Rohres, lasse ich hier unter
„Korrektion" folgen:
Durchm.
Korrekt.
Dnrchm.
Korrekt
Durchm.
Korrekt.
rtu»
™„
mm
mm
mm
mm
4
0,63
12
1,17
20
0,94
5
0,65
13
1,15
21
0,92
6
0,82
14
1,11
22
0,90
7
1,05
15
1,08
23
0,87
8
1,16
16
1,05
24
0,85
9
1,20
17
1,02
25
0,83
10
1,21
18
1,00
26
0,82
11
1,20
19
0,97
27
0,80
12
1,17
20
0,94
28
0,78
Man wolle beispielsweise in einem Ge-
räte der vorstehend skizzierten Art mit
Quecksüber von 19,7° die Punkte 5, 15, 30,
100 ccm für eine Normaltemperatur von
15^ festlegen. Die inneren Durchmesser
mögren bezw. 10,3, 10,3, 25,6, 18,7 mm be-
tragen. Dann hätte man eiuzuwägen:
66,75+135,50+203,24 + 948,47 g Queck-
silber; die betr. Marken wären aber nicht
in der Ebene des höchsten Punktes des
Meniskus anzubringen, sondern, wie in
der Skizze angedeutet ist, um bezw. 1,21,
1,21, 0,82 und 0,98 mm tiefer zu legen
als diese.
Daß man die Wägung auch durch
Messung mit geeigneten Pyknometern er-
setzen kann, braucht nicht hervorgehoben
zu werden.
Die Ausstellung der ^Glasbl&serel'
des Instituts für Gftrungsgewerbe auf
der Brauereimaschlnen - Ausstellung
zu Berlin 1906.
Mit der diesjährigen Brauereimaschinen-
Ausstellung, welche vom 6. bis 14. Oktober
auf dem Gelände des Instituts für Gärungs-
gewerbe (Berlin N, Seestraße) stattfand, war
wie in früheren Jahren eine AussteUung
der „Glasbläserei^ des genannten Instituts
verbunden.
Diese Ausstellung war in einem Neben-
raume der großen Ausstellungshalle in zwei
größeren Schränken und zwei kleineren
Vitrinen untergebracht und machte durch
die geschmackvolle Anordnung der sauber
ausgeführten Apparate und Instrumente, die
größtenteils in der „Glasbläserei" selbst
oder in deren Auftrage von selbständigen
Meisten) vorwiegend nach Angaben von
Beamten des Instituts ausgeführt sind, einen
vorzüglichen Eindruck.
Der erste große Schrank enthielt u. a.
die vollsändige Einrichtung eines Stickstofif-
laboratoriums, wozu u. a. eine Aufschließvor-
richtung für Gerste mit Destilllerapparat ein-
schließlich 6 Kolben aus Jenaer Glas, sowie
eine Filtriervorrichtung gehören. Als fer-
nere Bestandteile des Laboratoriums waren
ausgestellt ein Trockenschrank mit Zubehör,
eine S eck sehe Feinmehlmühle, ein Exsik-
kator, eine chemische Wage mit Gewichts-
satz u. a. In demselben Schrank waren
noch weiter untergebracht ein Keimapparat
nach Prof. Schönfeld und einige andere
Apparate zur Untersuchung der Gerste.
Der zweite große Schrank enthielt viele
kleinere Glas- und Metallapparate, wie einen
Apparat zur Kohlensäure-Bestimmung nach
Dr. Bode, einen Destillierapparat zur Be-
stimmung des Alkohols im Bier mit einer
Alkoholspindel von 0 bis 6 Gewichts-Pro-
zent, ein Maischbad zur Bestimmung der
Verzuckerungstemperatur nach Dr. Schol-
vien, einen Hefetriebkraftapparat nach
Kusserow, einen Apparat zur Ammoniak-
bestimmung nach Schmitz. Besonders zu
erwähnen ist ein neuer Wasserbestimmungs-
apparat ftlr Getreide nach J. F. Hoffmann,
weil er zu einer Bestimmung nur 20 Minuten
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236
Qlast^ehntochei.
DentMh«
MechantkW'Ztg.
erfordert, während die Operation im Trocken-
schrank 4 Stunden dauert. Ein anderer
ausgestellter neu konstruierter Trocken-
schrank sollte allerdings die Bestimmung
auf 1 Stunde abkürzen, aber es lagen noch
nicht genügende Erfahrungen damit vor.
Des weiteren waren im zweiten großen
Schranke sehr viele Thermometer zu den ver-
schiedenen Zwecken des Brauereigewerbes
ausgestellt, große Stockthermometer, Darr-
thermometer mit Drahtkorb zum Aufstellen.
Tennenthermometer, Kühlschiff - Thermo-
meter, Gär- und Lagerkeller -Thermometer,
Maischthermometer, Eismaschinen - Thermo-
meter, Winkelthermometer u. s. w. Die In-
strumente zeichneten sich besonders durch
deutliche Bezifferung aus, die aus einge-
brannten Zahlen im Blocktypus bestand, die
meist aufgedruckt werden. Eine deutliche
Beziffenmg ist sehr wichtig, da der Brau-
meister vielfach in dunklen Räumen arbeitet
und irrtümliche Ablesungen für den ganzen
Betrieb verhängnisvolle Folgen nach sich
ziehen. Einige der Thermometer zeigten
einen neuen, von dem Glasbläsermeister des
Instituts, Hrn. KI e mann, erfundenen Ver-
schluß. Dieser Verschluß besteht aus einem
geformten Stück Kohle, das in der Mitte aus-
gehöhlt ist und als Lager für eine spiral-
förmige Feder dient. Die Feder drückt auf
die Skala und hält sie in der richtigen
Lage. In einem Schlitz des Kohlestück-
chens ist eine durch die Feder gehaltene
Metallöse angebracht, welche zur Führung
der Kapillare dient, so daß das Festbinden
der letzteren an der Skala mittels Drahts
fortfällt.
In demselben Schrank waren noch ein
Registrierthermometer für Darren von der
Firma R. Fueß- Steglitz und Mikroskope
der Firmen Zeiß, Leitz, Reichardt aus-
gestellt.
Die erste kleine Vitrine enthielt u. a.
einen Kasten mit sämtlichen Kontrollinstru-
menten für Brauereibetrieb : Saccharometer
von 0 bis 20 7o> Alkoholometer, Lutter-
prober, verschiedenartige Thermometer.
In der zweiten Vitrine waren in noch
größerer Mannigfaltigkeit die gleichen und
ähnliche Instrumente ausgestellt, unter denen
sich die Thermometer durch breiten Queck-
silberfaden auszeichneten, was die deutliche
Ablesbarkeit wesentlich erhöht. Die Ther-
mometer waren sämthch mit durchsichtigen
Kapillaren versehen; es sind in der Ver-
suchsanstalt auch mit farbig belegten Ka-
pillarröhren Versuche angestellt worden,
die, wie die Versuche der Reichsanstalt, er-
geben haben, daß nur gelb belegte Röhren
bei Dämmerbeieuchtung brauchbar sind.
Besonderes Interesse erregte ein auch
im Betriebe vorgeführter Spundapparat
eigenen Systems (System V. L. B.), der im
wesentlichen aus einem dreischenkligen,
gläsernen Manometerrohr besteht und dazu
dient, den Kohlensäuredruck im Faß zu
regeln und zu messen. Der Apparat ist
im Ingenieurlaboratorium der Königl. Aka-
demie Weihenstephan durch Vergleichung
mit anderen Spundapparaten geprüft und
hat sich dabei gut bewährt.
An der Wand war unter Glas und Rah-
men der Herstellungsgang eines Thermo-
Alkoholometers in 16 verschiedenen Stadien
sehr anschaulich dargestellt.
Die Glasbläserei des Instituts steht unter
Leitung eines wissenschaftlichen Beamten,
des Herrn F. Gold in er, und hat im Jahre
1905 einen Umsatz von 71 000 M gehabt,
rund 30 000 M mehr als 3 Jahre vorher.
Sie hält aber auch auf angemessene Preise
für ihre Waren; so kostet bei ihr z. B. ein
Stockthermometer 8 bis 10 M, das in Thü-
ringen für etwa 2 M verkauft wird . Aller-
dings besteht auch ein erheblicher Unter-
schied in der Beschaffenheit der Waren; wäh-
rend die uns vorgeführten Instrumente des
Instituts in jeder Beziehung sauber ausge-
führt sind und jedes Instrument vor dem
Versand auf seine Richtigkeit von dem
wissenschaftlichen Leiter geprüft wird,
können nach meinen eigenen Erfahrungen
die billigen Instrumente, die von einigen
thüringer Firmen auf den Markt gebracht
werden, oft den einfachsten Ansprüchen
nicht genügen. Aus dem steigenden Ab-
satz der „Glasbläserei^ des Instituts geht
aber auch hervor, daß durchaus keine
Notwendigkeit vorliegt, die Preise der Glas-
instrumente fortdauernd herunterzusetzen
und die Waren zu Schleuderpreisen
zu verkaufen. Sowohl im allgemeinen
Interesse der deutschen Glasinstrumenten-
Industrie wie besonders auch im thüringi-
schen Interesse wäre sehr zu wünschen, daB
diese Erkenntnis sich überall Bahn bräche
und die Fabrikanten sich solidarisch er-
klärten, um den selbstmörderischen Prak-
tiken einzelner Geschäftsleute Einhalt zu tun.
Im Anschluß hieran sei gestattet, noch
mit wenigen Worten auf einige andere,
unsere Leser interessierende Ausstellungs-
gegenstände einzugehen. Vor allem sei
der kleinen, aber vorzüglichen Ausstellung^
meteorologischer Instrumente der Firma
R. Fueß -Steglitz gedacht. Sie war auf
der Galerie der großen Ausstellungshalle
untergebracht und umfaßte Registrierinstru-
mente für Temperatur, Feuchtigkeit, Druck,
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H«ft 28.
.Dezember 1906.
Glastechnisches. — Bücherschau.
237
RegenineDge. Auch ein Haarhygrometer
neuer Form und ein Metallthermometer mit
Maximumvorrichtung waren auBgeetellt. Un-
ter den verschiedenen Anemometern befand
sich eines, dessen Flügel aus Glimmerblätt-
chen angefertigt waren.
Die Firma H. Bockhacker (Berlin N)
hatte einige Wagen für größere Lasten
vorgeführt. Drei Firmen hatten Apparate
für Rauchgasanalyse ausgestellt, unter denen
der Heizefifektmesser „Ados" und der Luft-
überschußmesser „Ökonograph" hier er-
wähnt seien. Wiebe.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
42. Nr. 289176. Aus nicht rostendem Draht
hergestellte Thermometerfassung mit Klapp-
verschluß nach Gebrauchsmuster Nr. 230747,
bei welchem auch der Handgriff beweglich
eingerichtet ist. C. Schlegelmilch, Schmie-
defeld i. Thür. 6. 8. 06.
Nr. 289 234. Thermometer mit in die äuBere
Glashülle eingebauter, Skala und Kapillar-
rohr beleuchtender elektrischer Glühlampe.
F. Senglaub, Elgersburg i. Th. 12. 9. 06
Nr. 289248. Quecksilberluftpumpe nach Toep-
ler-Hagen, deren Ventil an seiner höchsten
Stelle durch eine Röhre mit dem Vakuum-
raume verbunden ist. A. Haak, Jena.
21. 6. 06.
Nr. 289 921. U-Röhre von Glas mit besonderer,
zwischen den Schenkeln derselben fest an-
gebrachter Versteifung. C.Gerhardt, Bonn
a. Rh. 6. 9. 06.
Nr. 298 941. Bürettenhalter mit Foucaultscher
Aufhängung. F. Hugershoff, Leipzig.
20. 9. 06.
Nr. 290 409. Tropen - Fieberthermometer mit
oben ausgebuchteter Skala und oben er-
weiterter Kapillarröhre. W. Uebe, Zerbst.
30. 8. 06.
Nr. 290 458. Ärztethermometer mit Vorrichtung
zum Zurückschleudern der Quecksilbersäule,
aus einem Thermometer und Schutzhülse
lösbar verbindenden Zugmittel. 0. Kircher,
Elgersburg i. Th. 28. 9. 06.
Nr. 290 671. Badethermometer mit verlängerter
und sichtbar in den Griff der Zwinge hinein-
ragender Kapillare und Skala, sowie Ver-
schluß im Griff. 0. Kirch er, Elgersburg
i. Thür. 28. 9. 06.
Nr. 290 672. Vollständig unelastische Schutz-
hülse für alle Arten Fieberthermometer, an
deren hinterem Ende eine elastische Vor-
richtung mit einem Bajonettverschluß an-
gebracht ist, welche das Herunterschleudern
des Quecksilberfadens bei Maximalthermo-
metem erleichtert. W.L Scheffer&Kühn,
Manebach i. Thür. 29. 9. 06.
Nr. 290 665. Bürette zur Untersuchung brenn-
barer Gase, mit kugeliger Erweiterung über
einem engen, mit Marke versehenen Hals.
0. Pfeiffer, Magdeburg. 22. 9. 06.
Nr. 290 741. Aus einem teilweise mit Flüssig-
keit gefüllten Glasballon, in den je unten
und oben ein Rohr einmündet, bestehendes
Manometer. A. Heil, Frankfurt a. M.
25. 9. 06.
Nr. 290 771. Bürette zur Fettbestimmung in
Milch, mit oberem hohlen Vorschlußstopfen
und unterem Ablaßhahn. F. Hugershoff,
Leipzig. 5. 10. 06.
Nr. 290 934. Schwefelbestimmung sapparat, bei
welchem die zur Kühlung und Ableitung
der entwickelten Gase, sowie die zur Ein-
führung von Säure dienenden Glasteile kon-
zentrisch angeordnet und direkt auf dem
Entwicklungskolben eingeschliffen sind, mit
zugehöriger, ebenfalls ein geschliffen er Vor-
lage. C. Gerhardt, Bonn. 18.9.06.
Nr. 290998. Meßzylinder mit Thermometer
R. Kempe, Dresden. 24 9. 06.
Nr. 291334. Kurzes Kompressions - Vakuum-
meter aus Glas. A. Pfeiffer, Wetzlar.
8. 10. 06.
Bflohersohau.
Fr. Loescher, Deutscher Kamera - Almanach
1905. Jahrbuch für Amateurphotographen. 8^.
VIII, 260 S. m. 131 Abbildungen u. 1 Grav.
Berlin, G.Schmidt. 8,50 M geb. in Leinw.
4,00 M.
A. F. Weinholdy Physikalische Demonstrati-
onen. 4. Aufl. 2. Lfg. Leipzig, Qu an dt
& Haertel. 9,00 Jf.
£. Hirschfeldy Handbuch der Schaltungs-
schemata für elektrische Starkstromanlagen.
2 umgearb. u. verm. Aufl. in 2 Bdn. Für
die Praxis bearb. unter Mitwirkung von H.
Kittilsen. II. Bd. Sekundärstationen. Schal-
tung in Leitungsnetzen, der Energiever-
braucher und Nebenapparate. Lex. -8®.
XVin, 232 S. mit 369 Schaltungsschematen
auf 122 Taf. 8°. Berlin, L. Marcus 1905.
30,00 M.
A. Gross, Elektrizität und Magnetismus. Ge-
meinverständliche Darstellung der Grund-
lagen der Elektrotechnik, mit vielen An-
leitungen zu Versuchen. gr.-8o. IV, 174 S.
m. 285 Fig. Stuttgart, Strecker & Schröder
1905. Geb. in Leinw. 3,00 M.
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238 Paunttchau. Dentoche
Mechaniker- Ziff.
o h a u.
Regisirierendes Galyanometer mit selbsttätiger Tintenentnahme, dadurch gekenn-
zeichnet, daß eiQ Uhrwerk einerseits eine Vorrichtung antreibt, die in regelmäßig sich wieder-
holenden Zeitpunkten ein Papierband anhebt, um es mit einer von der Galvanometernadel ge-
tragenen Feder (Schreibstift o. dgl.) in Berührung zu briugen, und andererseits Schalter schließt,
durch welche die Spule des Galvanometers ausgeschaltet oder auch die die beiden Pole des
Thermoelementes verbindende Leitung kurzgeschlossen, oder endlich in den Stromkreis des Gal-
vanometers an Stelle des Thermoelementes ein Widerstand eingeschaltet wird, der denselben
Wert besitzt wie der innere Widerstand des Thermoelementes, zum Zwecke, die Nadel des Gal-
vanometers in die Nullstellung zurückzuführen, in welcher Lage die Feder (Schreibstift o. dgl.)
des Galvanometers selbsttätig in einen vom Uhrwerk gleichzeitig angehobenen Tintenbehälter
eintaucht. Ch. F6ry in Paris. 8. 7. 1904. Nr. 162879. Kl. 21.
1. Hohlgefäß aus Glas mit bei der Herstellung in die äafsere UmUäehe eingebettetem
Metallgitter aas kantigen Stäben, gekennzeichnet durch derartigen Querschnitt und Lage der
das Netzwerk bildenden kantigen Stäbe, daß die einzelnen Gitteröffnung an ganz oder teilweise
von schräg zur Glaskörperfläche stehenden Flächen eingerahmt werden, über welche die durch
das Gitter hiudurchtretende Glasmasse so greift, daß das Netzwerk in der Glasoberfläche fest-
gehalten wird.
2. Ausführungsform eines Glasgefößes mit Stützgitter nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß als Gitter sogenanntes Streckmetall verwendet wird. P. Th. Sievert in
Dresden. 21. 4. 1904. Nr. 163 190. Kl. 32.
Temperatnranzeigery bei welchem eine sich drehende Kurbel kreisförmig angeordnete,
mit einem Fernzeigthermometer in Verbindung stehende Kontakte berührt und so bei der je-
weiligen Temperatur Stromschluß bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß bei erfolgtem Strom-
schluß durch die Kurbel durch Anziehen eines Ankers an einen Elektromagneten die Sperrung
eines sich von der Kurbel unabhängig drehenden Zeigers ausgelöst wird, welcher sich längs
einer Skala auf die Temperatur, die dem den Stromschluß vermittelnden Kontakt entspricht,
einstellt und in dieser Stellung bei Stromunterbrechung wieder durch die Sperrung festgehalten
wird. A. Eichhorn in Dresden. 15.11.1903. Nr, 163 341. Kl. 74.
Stroboskopische Einrichtung zur Beobachtang periodischer Bewegangen» dadurch
gekennzeichnet, daß als intermittierende Lichtquelle eine singende Flamme, insbesondere eine
Azetylenflamme, verwendet wird, welche innerhalb weiter Grenzen auf verschiedene Perioden
abgestimmt werden kann, ohne hierbei die erforderliche Leuchtkraft zu verlieren. H. J. Reiff
in Stuttgart. 9. 12. 1903. Nr. 163 918. Kl. 42.
♦
1. Gleichrichterzelle mit festem Elektrolyten, gekennzeichnet durch die Anord-
nung eines festen Elektrolyten, wie unter Umgehung des Umschmelzens dargestellten Halb-
schwefelkupfers.
2. Ausführungsform der Gleichrichterzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Halbschwefelkupferplatte zwischen zwei Elektroden platten, von welchen eine eine
Aluminiumplatte ist, angeordnet wird. F. Pawlowski in Wien. 2. 8. 1904. Nr. 163 882. Kl. 21.
1. Verfahren und Gielsform zar Herstellung beiderseitig offener Glashohlkörper
aus einer vorgegossenen und von einem Tragrahmen aufgenommenen Glaslage oder eines vor-
geformten und an einem Träger angehängten Körpers durch Sinkenlassen (Ausdehnen unter dem
eigenen Gewicht) der Glaslage oder des Glaskörpers gegebenfalls unter Drehen, Schwenken
oder Schütteln und entsprechender Anwärmung des der Ausdehnung unterworfenen Körpers, da-
durch gekennzeichnet, daß die vorzuformende Glaslage in der Mitte oder der vorzuformende
Glaskörper an seinem unteren Ende durchbrochen hergestellt wird.
2. Gießform zur Herstellung einer in der Mitte durchbrochenen Glaslage zwecks Aus-
führung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Boden der Form
an entsprechender Stelle ein die Durchbrechung der Glaslage beim Ausgießen derselben erzeu-
gender, zweckmäßig auswechselbarer Kern augeordnet ist, der massiv oder als Ringflansch aus-
gebildet sein kann. P. Th. Sievert in Dresden. 27.9.1904. Nr. 164442. KL 32.
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Heft 23.
1. Dezember 1008.
Patentschau. — Patentliste.
239
Stereoskop in Form eines Opernglases, dadurch gekennzeichnet, daß entweder die
Objektive oder die zugehörigen Okulare oder auch beide unter Erhaltung der Parallelität der
optischen Achsen senkrecht zu diesen verschiebbar angeordnet sind. Sociöt^ Matthey Pdre
et Pils und A. Papigny in Paris. 10.1.1904. Nr. 163 928. Kl. 42.
Laboratoriumszentrifiige mit Schneokengetriebe sa wissenschaftlichen ünter-
sachungen, dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb der Schnecke durch ein Stiftenrad erfolgt,
dessen Stifte mit Spielraum in das Schneckenge winde eingreifen. F. Hugershoff in Leipzig.
24. 3. 1904. Nr. 163 981. Kl. 42.
Elektrizitätszählery gekennzeichnet durch zwei vom Spannungsstrom durchflossene,
unter der Wirkung von Spannuugsspulen dauernd rotierende Anker, deren Geschwindigkeit
durch die zu messende Stromstärke vermehrt bezw. vermindert wird, und deren Geschwindig-
keitsunterschied auf ein Zählwerk übertragen wird. 0. Paule t in Btterbeek-Brttssel. 2. 3. 1905.
Nr. 164 310. Kl. 21.
Patentliste.
Bis zum 12. November 1906.
Klasse: Anmeldnngeii.
21. B. 39 337. Verfahren zur Gewinnung von
Radiumemanation. P. Bergeil u.A. Bickel,
Berlin. 38. 2. 05.
B. 43 850. Wechselstromzähler nach Ferraris-
Bchem Prinzip mit beweglichen Schlußstücken
an den magnetischen Feldern; Zus. z. Pat.
Nr. 176 845. 0. T. Blathy, Budapest
14. 8. 06.
H. 36 632. SignaleinrichtuDg zum Anzeigen des
Durchschmelzens elektrischer Sicherungen.
A. Hepke, Berlin, u. K. Diener, Fürsten-
berg i. M. 1. 12. 05.
H. 38 463. Binrichtung zur Kontrolle der Richt-
kraft und zur Einstellung der wirklichen
Nullstellung des Zeigers bei Meßinstrumen-
ten. Hartmann & Braun, Frankfurt a. M.
7. 8. 06.
H. 38599. Elektrodynamometer. Hartmann.
& Braun, Frankfurt a. M. 21. 5. 04.
K. 32 670. Druckregelungsvorrichtung für Bür-
sten von Meßgeräten mit umlaufendem Anker.
Keiser & Schmidt, Berlin. 30. 7. 06.
M. 29 589. Anordnung zum Regulieren der
Luftdichte in Vakuum-, insbesondere Rönt-
genröhren. C. H. F. Müller, Hamburg.
14. 4. 06.
M. 28134. Elektrischer Klemmkontakt. W.
Mills, Elisabeth, V. St. A. 2. 9. 05.
8. 22368. Anordnung zur Eichung von Wechsel-
atrommeßgeräten. Siemens&Halske, Ber-
lin. 23. 2. 06.
Seh. 26 064. Aräometer mit Einrichtung zur
Femanzeige des spezifischen Gewichtes der
Säure von Akkumulatoren. K. Schmidt,
Nürnberg. 9. 8. 06.
32. B. 41 771. Vorrichtung zum Füllen von
Formen oder Aufnahmegüssen für geschmol-
zenes Glas unmittelbar aus dem Schmelz-
ofen. Ch. B. Blue, Wheeling, Virginia,
V. StA. 22.12.05.
M. 28 890. Einrichtung zum Entnehmen be-
messener Mengen geschmolzenen Glases.
W. D. Morrison u. A. H. Fischer. San
Francisco, V. St. A. 5. 1. 06.
40. C. 13 881. Phosphorhaltiges Messing, wel-
ches auch bei Temperaturen zwischen 300 ^^
und 350 <) C nicht spröde wird. Central-
stelle für wissenschaftlich-techni-
sche Untersuchungen, Neubabelsberg.
21. 8. 05.
42. A. 10 658. Einrichtung zur Erhaltung eines
als Kompaß o. dgl. dienenden Gyroskops in
der Hauptträgheitsachse. N.Ach, Marburg
i.H. 26.1.04.
B. 42 798. Meß- und RegistriervorrichtuDg
für Amplituden schwingender Körper. A.
Behm, Karlsruhe i. B. 10. 4. 06.
G. 22675. Meßwerkzeug für die Fein-
mechanik imd Uhrmacherei. P. Grosjean-
Redard, La Ghaux- de -Fonds, Schweiz.
1. 3. 06.
H. 37 285. Verfahren zur annähernden Be-
stimmung des Urinzuckergehaltes. Haus-
mann A.-G., St. Gallen. 28. 2. 06.
H. 37 786. Vorrichtung zum Ändern der Kon-
stanten von Zeigermeßgeräten. Th. Hörn,
Großzschocher-Leipzig. 4. 5. 06.
0. 5007. Objektivreilektorlagerung; Zus. z.
Pat. Nr. 156 345. C. P. Goerz, Friedenau-
Berlin. 7. 11. 05.
S. 21 857. Verfahren zur Bestimmung von
Entfernungen für Schiffe o. dgl. durch Sig-
nale aus der zwischen den Signalen ver-
flossenen Zeit. F. Sauer, Potsdam. 9.11.05.
T. 9901. Maschine zum Zeichnen von geo-
metrischen Gebilden. G. T. Rossi, Mailand.
28. 9. 04.
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240
Pauotllit«.
Mechanlker-ZifT-
V. 6093. Vorrichtung zum Meesen von Flüssig-
keiten mit zwei Meßgefäßen und darüber
angeordnetem Deckelgefäß. 0. Vent, Char-
lottenburg. 4. 7. 06.
W. 25 650. ßonnenspiegelinstrument zur Be-
obachtung korrespondierender Sonnenhöhen.
C. Bamberg, Friedenau-Berlin. 26. 4. 06.
W. 25 834. Dampf Verbrauchsmesser. P. W e 1 1 e r ,
Leutzsch-Leipzig. 6. 6. 06.
48, C. 14 080. Verfahren zum Veredeln von
Aluminiumlegierungen durch Glühen und
Abschrecken ; Zus. z. Fat. Nr. 170 085. C en -
tralstelle für wissenschaftlich-tech-
nische Untersuchungen, Neubabelsberg.
10. 11. 05.
L. 21 766. Masse zur Anreibe-Versilberung und
-Verzinnung und zum Putzen von Weiß-
metall, in der zwecks Kontaktwirkung mehrere
Metalle enthalten sind. F. Langer, Duis-
burg-Meiderich. 14. 11. 05.
72. S. 22185. Richtfemrohr mit Vorrichtung
zur Beleuchtung der Visiermarke unter An-
wendung totaler Eeflexion. M.daSilveira-
Netto, Essen, Ruhr. 19. 1. 06.
74. L. 21 958. Alarmvorrichtung zum Anzeigen
einer bestimmten Flüssigkeitstemperatur.
A. Lenz, Bronschhofen, Schweiz. 19. 12. 05.
Ertoflnngeiu
21. 179 421. Quecksilberrelaifl. A. v. Niki-
foroff, Warschau. 30. 7. 05.
Nr. 179 548. Einrichtung zur Femübertragung
von bildlichen Darstellungen, wie Photo-
graphien, Gemälden u. dgl. E. Fortong,
Berlin. 4. 10. 04.
Nr. 179 526. Verfahren zur Herstellung eines
hohen Vakuums. F. Soddy, Glasgow.
20. 3. 06.
Nr. 179 502. Verfahren zur Herstellung eines
von Röntgenstrahlen un durchleuchtbaren
Stoffes. W. Meisel, Breslau. 20. 1. 05.
32. Nr. 179 570. Verfahren zum Erschmelzen
von Quarzglas aus Bergkristall u. dgl. W.
C. Heraeus, Hanau. 23. 2. 06.
42. Nr. 178 710. Apparat zur Analyse von Gasge-
mischen durch Diffusion. L. Löwenstein,
Aachen. 13. 8. 05.
Nr. 178 712. Densimeter. C. Lang, Zahradka,
Böhmen. 2. 5. 06.
Nr. 178 716. Elektrisches Log mit einer in
einer wasserdichten Umhüllung befindlichen
Stromschluß Vorrichtung. A. Mensin g, Ber-
lin. 25. 1. 06.
Nr. 178945. Richtungsanzeiger für Kompasse
mit einer senkrecht geteilten, in Lagem
des Kompaßgehäuses drehbar angeordneten
Welle, welche an dem einen Ende mit einem
Fernrohr und an dem anderen Ende mit
einem für gewöhnlich in derselben, senk-
rechten Ebene wie das Femrohr gehaltenen
Zeiger versehen ist. H. P. Arbecam,
Boston. 20. 5. 05.
Nr. 179 026. Einrichtung zur Bestimmung der
Refraktion von Augen. W. Hart er t, Göt-
tingen. 24. 2. 05.
Nr. 179 099. Tachymeter zur unmittelbaren
Bestimmung der Horizontaldistanz und des
relativen Höhenunterschiedes mit Hilfe eines
mit der Femrohrachse fest verbundenen
Armes. W. Laska, Lemberg, u. Fa. R. u.
A. Rost, Wien. 18. 7. 05.
Nr. 179 144. Vorrichtung zur Bestimmung des
Feuchtigkeitsgehaltsvongespanntem Wasser-
dampf. Verein Chemischer Fabriken,
Mannheim. 7. 1. 06.
Nr. 179 244. Auf Flaschen o. dgl. aufsetzbares
Meßgefäß. H. Schmidt, Wunstorf, Hann.
23. 3. 05.
Nr. 179472. Antriebs Vorrichtung für im luft-
verdünnten Räume durch Drehung des Ge-
häuses in Umdrehung versetzte Gyroskope.
P. Winand, Cöhi. 8. 11. 05.
Nr. 179473. Ramsdensches Okular mit einem
zusammengesetzten Augenlinsensystem, in
demeine chromatisch korrigierende Kittflä che
ihre konkave Seite der Feldlinte zukehrt.
C. Zeiß, Jena. 20.2.06.
Nr. 179 474. Tripelspiegel ; Zus. z. Fat. Nr.
178 708. Derselbe. 24.2.06.
Nr. 179 479. Vorrichtung zum Anzeigen des
von einem Schiff zurückgelegten Weges.
J. u. K. Frey, Nürnberg. 6. 5. 06.
Nr. 179 706. Vorrichtung zum Bestimmen des
Feuchtigkeitsgehaltes der Luft. 0. Steffens,
Hamburg. 12. 7. 05.
Nr. 179 774. Schwingende Quecksilberluft-
pumpe. U. V. R e d e n , Franzburg b. Gehrden.
10. 11. 05.
48. Nr. 179 325. Ätzverfahren. E. Albert,
München. 24. 12. 05.
Nr. 179326. Verfahren und Vorrichtung zur
Verhütung des Verkrümmens beim Kühlen
glühender Metalls treifen im Flüssigkeitsbade.
E. Tamm, Schöneberg-Berlin. 16. 1.06.
67. Nr. 178 920. Vorrichtung zum Schleifen der
Fazetten an Glas, insbesondere Brillengläsern ;
Zus. z. Pat. Nr. 144 511. Nitsche & Gün-
ther, Rathenow. 1. 4. 06.
72. Nr. 178 106. Zielfemrohr für Gewehre und
Geschütze. F. Neu her, Wiener Neustadt,
u. W. V. Preyß, Baden. 24. 2. 05.
74. Nr. 179 561. Beleuchtungsvorrichtung für
Meßinstmmente, insbesondere Geschwindig-
keitsmesser. 0. Junghans, Schramberg,
Württ. 23. 9. 05.
Für die RedakUon yenntwortlich: A.Bla8chkoiii Berlin W.
Verlag toh Jallns Springer In Berlin N. ^ Dmek Ton Emil Dreyer in BerUn SW.
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Deutsche Mechanikep-Zeltung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkiuide
und
Organ fttr die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft fttr Mechanik und Optik.
BedAktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6.
Heft 24. 15. Dezember. 1906.
Nachdruck nur mit Genehmignns: der Redaktion s^estattet«
Denkschrift
betreffend
Rezepte für den Gebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten.
(SdOußJ
Soweit brauchbare Verfahren überhaupt vorhanden sind, bedarf es einer Nach-
prüfung derselben und der Feststellung ihres Anwendungsbereiches, wie es bereits auf
8. 230 allgemein angedeutet ist. Damit ist eng verbunden die nähere Untersuchung der
Erscheinungen, welche bei Anwendung des gleichen Verfahrens auf Legierungen der
gleichen Metalle in verschiedenen Mischungsverhältnissen, eventuell auch bei ver*
Bchledener Bearbeitungsweise (fein oder grob gedreht, gefeilt, geschliffen oder poliert)
auftreten, sowie der Änderungen des Verfahrens, welche nötig sind, um den gleichen
gewünschten Erfolg zu erzielen. Die Ursache des Mißerfolges einer bereits mehrfach
bewährten Vorschrift ist häufig darin zu suchen, daß das jeweils vorliegende Material
(z. 6. Messing) in seiner Zusammensetzung stark von der durchschnittlich üblichen ab-
weicht, sei es hinsichtlich des Mischungsverhältnisses der gewöhnlichen Komponenten
(Kupfer, Zink) oder durch besondere absichtliche Beimengungen (z. B. Zinn, Mangan,
Phosphor Verbindungen, Aluminium, Nickel) oder durch Verunreinigungen (z. B. Eisen) ^).
Nachdem im Vorstehenden die auf dem Gebiete der chemischen Metallfärbung
bestehenden Bedürfnisse der Präzisionstechnik und die Wege zu ihrer Befriedigung in
den Hauptlinien gezeichnet sind, mögen hier noch einige konkrete Beispiele aus der
Praxis angeführt werden, welche die Mängel des jetzigen Zustandes hervortreten lassen.
Messingbeizen werden gebraucht zum 1. Schwarzbrennen, 2. Schwarzblaufärben,
3. Blaugraufärben, 4. Stahlgraufärben.
Zu 1: Schwarzbrennen. Gesättigte Salpetersäure-Kupfer-Lösung mit und ohne
Silberzusatz gibt richtig angewendet, nicht über offenem Feuer sondern in geschlossenem
Kasten, schöne schwarz-graue bis schwarz-braune Färbung, für Messingblech und -draht,
Bronze oder Rotguß.
Nachteile dieser Beize sind, daß der Gegenstand einer sehr starken Erhitzung
ausgesetzt werden muß, die ihn sehr weich macht, und daß femer mit Zinn gelötete
Sachen sich nur mit größter Vorsicht schwarzbrennen lassen, denn die Erwärmungs-
temperatur übersteigt die Schmelzhitze des Zinns.
Die Schwarzfärbung mittels Gold- oder Platinchlorids hat für größere Flächen
den Nachteil der Kostspieligkeit.
Zu 2: Schwarzblaufärben mittels einer Mischung von 100^ kohlensaurem Kupfer-
oxyd und 7Ö0 g Ammoniaklösung, am besten ohne Wasser, dient als Ersatz für obiges
Verfahren; es hat jedoch den Nachteil, daß die Färbung nicht so fest, auch nicht so
stampfschwarz ist wie beim Schwarzbrennen; außerdem ist diese Blaubeize nur für
Messing verwendbar, nicht für Rotguß und Bronze; es ist deshalb ein großes Bedürftüs,
auch für diese Metalle eine Beize gleicher Wirkung ausfindig zu machen.
^) Bs erscheint nicht ausgeschlossen, daß sich aus solchen systematischen Nach-
prüfungen vorhandener Verfahren neben der Auffindung bisher noch fehlender, doch sehr nütz-
licher Verfahren sogar hinreichende Anhalte für die leichte Beurteilung der Besonderheit vieler
Materialien nebenher gewinnen lassen, die sonst nur deren chemische Analyse liefern könnte.
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242
D«nkschriA b«tr. ReMpte f. d. Gebrauch in präslalonsoMchanischMi Werlutfttten. HtJhwÄiir-Zty
Zu 3: Blau(2nraubeizen mittels Chlorantimon. Die Vorschriften für die Beizen
sind außerordentlich mangelhaft, und es ist wünschenswert, eine sicher wirkende
Vorschrift zu erhalten.
Zu 4: Stahlgraufftrben mittels Arsenbeize. Für diese Beize ist seitens der
Physikalisch-Technischen Reichsanstalt (Zeitschr. f. InatrJcde, 13. S. 39. 1893)
ein praktisch brauchbares Rezept angegeben. Diese Beize hat jedoch den Nachteil,
daß trotz sorgfältigster Reinigung verwendete Stahlteile, Schrauben etc. außerordentlich
schnell rosten.
Rezepte zu Beizen für Stahl, Schmiede- und Gußeisen sind vereinzelt zu finden,
doch nicht bewährt. Die Möglichkeit schöner Färbung dieser Metalle wird bewiesen
durch die vorzüglichen Byouteriearbeiten.
Angaben für das Färben und Beizen von Aluminium und dessen Legierungen,
wie Magnalium, sind anscheinend noch gar nicht vorhanden, trotzdem solche außer-
ordentlich erwünscht sind.
Für die Auswahl der einer Durchprüfung zu unterziehenden Verfahren bietet
die Literatur reichliches Material.
Von neueren Werken darf hier das im laufenden Jahre in dritter Auflage er-
schienene Buch von Georg Buchner, Die Metallfärbung mit besonderer Berück-
sichtigung der chemischen Metallfärbung (Berlin 1906, M. Krain), erwähnt werden.
Auch in den Fachzeitschriften (Zeitschrift für Instrumentenkunde, Deutsche Mechaniker-
Zeitung u. s. w.) finden sich manche einschlägige Angaben.
Für die Nachprüfung von vorhandenen und erprobten Verfahren und für die
nähere Untersuchung ihres Geltungsbereiches im vorstehend erörterten Sinne kämen
endlich die neueren Arbeiten in Betracht, welche der Vorsteher der chemischen Ab-
teilung des Bayerischen (^ewerbemuseums zu Nürnberg, Prof. Dr. Stockmeyer, aus-
geführt hat und deren Ergebnisse in der Bayerischen (}e Werbeausstellung Nürnberg 1906
durch 42 Proben gefärbter Metalle zur Anschauung gebracht waren. Den Proben war
die Zusammensetzung der zu ihrer Färbung verwendeten Beizen beigefügt. Es handelte
sich dabei sowohl um die Anwendung älterer und nachgeprüfter, als auch von Professor
Stockmeyer neu angegebener Verfahren. Eine Zusammenfassung der 42 Rezepte ist
nicht im Druck erschienen; doch dürfte eine solche in Abschrift von Herrn Professor
Stockmeyer wohl ebenso zu erhalten sein, wie die sonstigen Angaben über das ein-
geschlagene Verfahren.
Die vorstehenden Darlegungen dürften wohl vorerst genügen, um die Richtung
und den Umfang der dringendsten Bedürfnisse der Präzisionsmechanik auf dem Gebiete
der chemischen Metallfärbung klarzulegen.
Todesanzeige.
Am 30. November verschied nach
kurzer Krankheit im 83. Lebensjahre unser
MitgUed
Hr. E. J. Krfirs.
Der Verstorbene, der Vater unseres
Vorsitzenden, hat 35 Jahre lang, bis zum
Jahre 1886, die Firma A. Krüß, eine der
ältesten ihres Faches auf dem Kontinente,
geleitet und sie zu neuer Blüte emporge-
hoben; als Fachmann wie als Mensch er-
erfreute er sich der uneingeschränkten
Achtung und Liebe aller, die ihm näher-
traten.
Ehre seinem Andenken!
Der Vorstand.
i. V.:
Dr. Czapski.
ZwelgTereln Ilmenati.
Verein Dentacher Olasinstrumenten-
Fabrikanten.
15. Banptvenammlang in Fraaenwald
am 13. Aagast 1906.
Verzeichnis der Teilnehmer.
A) Behörden:
1. Physikalisch-Technische Reichs-
anstalt, vertreten durch das Mitglied
Hm. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wieb e;
2. Nor mal-B ich ungs- Kommission, ver-
treten durch das Mitglied Hrn. Reg.-Rat
Dr. Domke;
3. Großh. Präzisionstechnische An-
stalten zu Ilmenau, vertreten durch
Hrn. Dir. Prof. A. Böttcher;
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Hffta4.
»DeMmbwlQOfl.
Vwimnachrichtwi.
243
4. Königl. Bichungsinspektion der
Provinz Sachsen, vertreten durch
Hrn. BichungBinepektor Dr. Barczynski;
B) Die Herren^):
5. M. B i e l e r (Ephraim 6reiner)-Stützerbach ;
6. 6. Deckert-Frauenwald;
7. Btud. phya. Kuno Fisch er -Göttingen
(als Gast);
8. E. Fleischhauer-Gehlberg;
9. F.Geutebrttck(C.Herrmann)-Manebach ;
10. F. Goldiner (Institut für Gärungs-
gewerbe)-Berlin ;
11. Rob. Goetze-Leipzig;
12. B. Grieshammer (Schott & Gen.)- Jena;
13. Fr. Gros che -Ilmenau;
14. Hago Hartwig- Gehlberg;
15. CoDst. H ein tz- Stützerbach;
16. B. Herold (HOliein ft Reinhardt)-Neu-
haus a. R.;
17. Bd. Herrmann-Manebach;
18. Brnat Herrmann-Manebach;
19. Alfred Ho fm an n- Frauenwald;
20. R. Holland-Ilmenau;
21. F. Keiner-Arlesberg;
22. C. Kellner- Ariesberg;
23. Bd. Kob- Stützerbach;
24. Bd. Kocb-Hmenau;
25. Rieh. Küohler-Ilmenau;
26. A. Kühn-Cassel;
27. F. A. Kühnlenz-Frauenwald;
28. Herm. Kühnlenz-Frauenwald;
29. Paul Langbein (Chr. Cob & Co.)-
Stützerbach;
30. Rud. Langenberg (Alt, Eberbardt
& Jager)- Ilmenau;
31. H. R. Lindenlaub-Schmiedefeld;
32. W. Niehls-Berlin;
38. Otto Pröhl (Alt, Eberbardt & Jftger)-
Ilmenau;
34. Fr. SchOnfeld-Umenau;
85. Rud. Schoeps-Halle a. S.;
36. Carl Schreyer-Manebach;
37. F. 8 c hu mm- Ilmenau;
38. B. Spindler-Stützerbach;
39. Patentanwalt M. Thier-Erfurt (als Gast);
40. Ernst Wedekind (R. Kh-chner & Co.)-
Ilmenau;
41. P. Zuckschwerdt-Ilmenau;
42. 0. Wagner-Ilmenau (als Schriftführer).
Der Vorsitzende, Hr. M. Bieler, er-
öffnet die Sitzung um 10 Uhr.
Hr. A. Hofmann
begrüßt die Teilnehmer namens des Ortsaus-
schusses.
*) Der Naihe der Firma ist nur dann (in
Klammem) beigefügt, wenn der Name des Ver-
treters in ihr nicht vorkommt
Der Vorsitzende
heißt hierauf die Erschienenen, namentlich die
Vertreter der Behörden willkommen und er-
stattet den
L Jahresbericht
ZvL erwähnen sind eine Eingabe an das
Reichsamt des Innern, welche die Bitte der vor-
jährigen Hauptversammlung wegen Umwandlung
des Stempelzeichens der eichfähigen Aräometer
und chemischen Meßgeräte in den Deutschen
Reichsadler und Ausdehnung der Befugnis zur
Anwendung dieses Beglaubigungszeichen s auf
die Ilmenauer Anstalt zum Gegenstande hatte,
femer einige Schreiben des Statistischen Amts
und der Handelskammer in Weimar betr. des
statistischen Warenverzeichnisses nebst Beant-
wortung, Bericht über die endlich erreichte
zollfreie Einfuhr von Gasolin, Eingaben wegen
Wahrung der Interessen der Glasinstramenten-
Industrie bei Abschluß eines neuen Handels-
vertrages mit Spanien, verschiedene weitere
Korrespondenzen des Vorstands mit Mitgliedern,
Mitteilungen über einige Vorstandssitzungen und
über die schon im letzten Jahre erwähnte Ein-
gabe betr. Umwandlung der Großh. Prüfungs-
anstalt in eine Reichsanstalt. In dieser Sache
hatte nach vorhergegangener Intervention des
Hrn. Dr. Schott- Jena eine Konferenz des
Vorstands und verschiedener Fabrikanten aus
Ilmenau, Stützerbach, Manebach und G^hlberg
am 7. März in Plane stattgefunden, welche
zwischen den bisher divergierenden Interes-
sentengruppen Einigung herbeigeführt hat.
Man hat sich dahin entschieden, daß die Ther-
mometerprüfung künftig nur in der Ilmenauer
Anstalt, die Prüfung chemischer Meßgeräte
nur im Gehlberger Eichamt ausgeführt werden
solle; die Ilmenauer Fachschule solle in eine
glastechnische Versuchsanstalt erweitert und
die Eichämter in Ilmenau und Gehlberg unter
gemeinsame Landesverwaltung von Preußen,
Weimar und Gotha gestellt werden.
Nach kurzer Debatte stimmt die Ver-
sammlung den Flauer Beschlüssen zu.
Aus dem Kassenbericht des Geschäfts-
führers ergibt sich ein Vermögensstand
von 170 M und ein Warenumsatz von
mehr als 10 000 M. Nach Prüfung der
Belege wird Entlastung erteilt.
n. Hr. , Eichungsinspektor Dr. Bar-
czynski: Über die Anfertigung prüfungs-
und eichfähiger Qlasinstrumente in der
Thüringer Hav^iyidustrie,
Der Aufschwung, dessen sich die Glas«
instramenten-Industrie Ende der achtziger Jahre
im vorigen Jahrhundert erfreute, ist auf die
Einführang des Jenaer Normalglases zurück-
zuführen; diese ist das Verdienst der Normal-
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244
Vcrtianiachrlehteii.
Dentaoho
MeehanlkerZtg.
Bichunga-Kommission und des Jenaer Glaswerks.
Der anfängliche Aufschwang, der durch die
Herstellung besserer Instrumente aus Jenaer
Glas eintrat, wurde jedoch sehr gehemmt durch
Mißst&nde, die zum Teil in dem Wettbewerb
der Fabrikanten unter sich, zum Teil in den
wirtschaftlichen Verhaltnissen Thüringens ihre
Begründung haben und die auf die Dauer ge-
eignet sind, die weitere Entwicklung der
eigenartigen Industrie zu schadigen. Die Miß-
stande sind im wesentlichen auf Preisunter-
bietungen zurückzuführen. Solche haben zur
Folge, daß das Fabrikat schlechter wird und
daß Fabrikanten und Arbeiter nur mit einem
unzureichenden Nutzen arbeiten.
Die Gewichtsalkoholometer kosteten z. B.
bei ihrer Einführung 15 Jf, welcher Pr^is
allmählich bis auf 6 M durch Unterbietung
herunterging. Daß solche Entwertungen nur
auf Kosten der Güte des Fabrikats geschehen
können, ist selbstverständlich.
Vor Einführung des Jenaer Glases war es
nicht möglich, gute Instrumente, d. h. solche
ohne nachtragliche Veränderung, herzustellen.
Erst nachdem es gelungen war, ein fast nach-
wirkungsfreies Glas zu schmelzen, konnte eine
größere Genauigkeit der Instrumente erzielt
und die amtliche Beglaubigung derselben zu-
gelassen werden. Diese hat auf die Industrie
recht fördernd gewirkt und die deutschen
Fabrikate hatten im Auslände sehr günstige
Aufnahme gefunden.
Gegenwärtig ist auf dem ausländischen
Markte schon manches wertvolle Gebiet ver-
loren, der einheimische Markt wird mit über-
aus billigen arztlichen Thermometern über-
schwemmt. Erfurter und Gothaer Firmen liefern
das Gros für 30 M (d. i. 21 Pf. das Stück) in
Hülsen. Rechnet man nur für die Hülsen
8,50 If, das Blasen 15 Jf, so bleiben für Justieren,
Teilen und Schreiben 6,50 M.
Den arztlichen Thermometern werden sehr
oft sogenannte Fabrik-Prüfungsscheine bei-
gelegt, die meist unrichtige Angaben enthalten,
wertlos sind und das Publikum tauschen. Das-
selbe glaubt den Angaben solcher Scheine,
wonach die dazu gehörigen Instrumente fast
immer fehlerfrei sind.
Welches sind nun die Ursachen der Schleuder-
preise, die den Arbeitern nicht das bescheidenste
Brot bringen? Es ist allein die Hausindustrie,
welche auf die Preise drückt. Der Fabrik-
betrieb paßt sich den Verhaltnissen an: Nach-
frage und Lieferung regeln sich bei ihm besser
als in der Hausindustrie, welche unbekümmert
um die Nachfrage die Massenfabrikate auf
den Markt bringt und dadurch die Ware ent-
wertet.
Zur Hausindustrie nehmen Leute ihre Zu-
flucht, die sich dem Pabrikbetriebe ungern
fügen; zum Teil werden sie durch die Verhalt-
nisse hineingezwungen. Einzelne Großbetriebe
nämlich beschäftigen Lehrlinge in Teilarbeit,
nach beendeter Lehrzeit können sich solche
Leute nicht ernähren und setzen ihre Tätigkeit
als Hausarbeiter fort.
Die Hausindustrie ist ein bedeutsamer
Faktor neben dem Fabrikbetriebe. Von 30 Be-
trieben in Schmiedefeld sind 18 als hausindu-
strielle zu betrachten, 16 davon beschäftigen in
eigener Werkstatt Gehilfen und Lehrlinge, 2 ar-
beiten allein. Es gehört nicht zu den Ausnahmen,
daß in einem Wohnraum gekocht, mit Queck-
silber gearbeitet und gleichzeitig Glasblaserei
getrieben wird. Ich habe gefunden, daß eine
Anzahl der Hausindustriellen nur für eine be-
stimmte Fabrik arbeitet, andere hausieren am
Sonnabend von Geschäft zu Geschäft, um ihre
Erzeugnisse abzusetzen, wieder andere fallen
den Aufkäufern in die Hände, welche ohne
Rücksicht auf Qualität es nur auf wohlfeile
Ware absehen; die Preise, zu welchen die
Aufkauf er solche Waren abnehmen, sind oben
schon mitgeteilt. Die Fabriken zahlen den
Hausärbeitem für 1 Dtzd. arztliche Thermo-
meter einschließlich allen Materials ohne Hülsen
1,60 M (Zuruf: 1,30 M). Die tägliche Leistung
eines Arbeiters stellt sich auf 2 Dtzd., ohne
den nie ganz zu vermeidenden Ausfall.
Um diesen mißlichon Verhältnissen zu
steuern, lassen sich wohl Mittel und Wege
finden, da die Betriebe der Hausindustrie mit
Gehilfen und Lehrlingen überwiegen. Es dürfte
keinen besonderen Schwierigkeiten begegnen,
diese Betriebe auf den Boden des Handwerks zu
stellen und ihm dadurch bessere Verhältnisse
zu schaffen. Dies würde vor allen Dingen eine
Regelung des Lehrlingswesens zur Folge haben.
Bei Durchführung der Bestimmung des § 120
der Gewerbeordnung wird eine Anzahl haus-
industrieller Betriebe eingehen, wenn für das
Arbeiten mit Quecksilber, Gas, Säuren u. s. w.
im Interesse von Leben und Gesundheit der
Hausarbeiter und ihrer Angehörigen Vorsichts-
maßregeln vorgeschrieben werden. Die Leute,
welche die Vorschriften nicht erfüllen können,
werden leicht von den Fabriken aufgenommen
werden und sich. dort besser stehen als bisher.
Augenblicklich ist eine Bewegung zur Auf-
besserung der Hausindustrie im Gange, die
Berliner Ausstellung für Heimarbeit hat großes
Elend zu Tage gefördert. Durch Hebung der
Qualität lassen sich dann auch bessere Preise
erzielen.
Wie Schußwaffen nur in den Verkehr ge-
bracht werden dürfen, wenn sie den Prüftmgs-
stcmpel tragen, so kann man auch im Interesse
von Leben und Gesundheit der Menschen die
Zuverlässigkeit der ärztlichen Thermometer
fordern.
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H«h34.
15. Dezember 190A.
VertlfiMMchriditit.
346
Hr. Ed. Herrinann-Maiiebach bean-
tragt, für die ärztlichen Thermometer die
amiliehe Zwangsprüfur^g einzuführen.
Alle bisherigen Bestrebungen zur Brzielung
gesunderer Preisverhaltniase auf diesem Ge-
biete seien ohne Brfolg gewesen. Die vor
6 Jahren ins Leben gerufene Preiskonvention
habe glänzend Fiasko gemacht, und seitdem
seien die Verhaltnisse geradezu trostlos ge-
worden. Die Preise haben einen Tiefstand er-
reicht wie nie zuvor, obwohl alle Lebensmittel
und die ttbrigen Waren sehr in die Höhe ge-
gangen sind. Unter diesen Zuständen leide
die Industrie ganz auBerordentlich und ihr Ruf
im Auslande werde auch immer schlechter, da
bei solchen Preisen gute Ware nicht mehr ge-
liefert werden könne. Redner hat zum Belege
eine Anzahl sehr billiger Thermometer in der
Hausindustrie aufgekauft und prüfen lassen.
Es hat sich denn auch gezeigt, daß 60 % un-
zulässig und teilweise bis über lo fehlerhaft
waren.
Es wird beschlossen^ bei der Reichs-
anstalt die Einfühning des Prüfungsewangs
zunächst für die in Krankenhäusern, Kli-
niken und von beamteten Ärzten benutzten,
später aber auch für alle zur Messung der
Piebertemperatur dienenden Thermometer
zu beantragen.
m. Hr. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. W i e b e :
IJher die ausländischen Prüfu^ngsbestim-
mungen für Thermometer.
Der Vortragende hebt die große Bedeutung
Bolcher Vorschriften für die Fabrikation
besserer Thermometer hervor und betont, daß
die ausländischen Bestimmungen sich sämtlich
die deutschen als Vorbild genommen haben.
Er geht dann an der Hand der früher in dieser
ZeUichrift veröffentlichten Übersetzungen der
französischen, englischen und amerikanischen
Bestimmungen {1905. 8. 170, 187, 206 und 1906.
8. 8) die hauptsächlichsten Vorschriften dieser
Bestimmungen durch und gibt schließlich eine
vergleichende Übersicht über die Prüfungs-
gebühren der verschiedenen Länder.
IV. Hr. Reg.-Rat Dr. J. Domke: über
die Einwirkung der Oberfläehen8pannu7ig
auf die Angaben der Aräometer.
Von Ihrem Vorstand bin ich ersucht worden,
Ihnen über das in Rede stehende Thema einiges
mitzuteilen. Ich habe mich gern bereit erklärt,
diesem Wunsche zu entsprechen, da nach
meiner Erfahrung der Einwirkung der Ober-
fl&chenspannung auf aräometrische Angaben
bei der Fabrikation nicht immer die genügende
Bedeutung beigelegt wird. Es ist in prak-
tischer Beziehung in der Tat ein großer Übel-
stand, daß ein Aräometer in zwei verschiedenen
Flüssigkeiten von dem gleichen spezifischen
Gewicht verschieden anzeigt; die Verhältnisse
lassen sich auch durch besondere Konstruktion
der Spindeln nicht ändern, und wir müssen sie,
soweit es sich um die Herstellung von Präsi-
sionsaräometem handelt, in Rücksicht ziehen.
Jede Flüssigkeit besteht aus einer großen
Zahl kleinster Teile, die wir uns mit Anziehungs-
kräften begabt vorzustellen haben. Diese
Kräfte wirken aber nur auf ganz geringe Ent-
fernungen innerhalb einer minimalen Sphäre, in
deren Mittelpunkt das zu betrachtende Teilchen
liegt. Befindet es sich so weit unter dem Niveau
der Flüssigkeit, daß seineWirkungssphäre dieses
nicht erreicht, so erfährt es aus jeder Richtung
e!ne Anziehung von der gleichen Ghröße
und bleibt daher im Gleichgewicht. Anders
liegen die Verhältnisse, sobald wir ein Teilchen
ganz nahe der Oberfläche betrachten, dessen
Wirkungssphäre zum Teil über das Niveau her-
vorragt. In diesem Falle ist die nach oben
wirkende Kraft geringer, als die abwärts ge-
richtete, da ja die über dem Niveau befindliche
Luft erheblich weniger wirksam ist, als Flüssig-
keit von demselben Raumgehalt. Die Folge
davon ist, daß die obersten Flüssigkeitsschichten
einen Zug nach unten erleiden, den man als
Oberflächenspannung oder Kapillarität zu be-
zeichnen pflegt. Wird eine Wand, z. B. aus
Glas, senkrecht in die Flüssigkeit eingeführt,
so läßt sich leicht zeigen, daß im Falle einer
Benetzung, d. h. wenn die Anziehung der Glas-
teilchen auf die Flüssigkeitsteilchen stärker ist,
als diejenige der Flüssigkeitsteilchen unter-
einander, die Flüssigkeit an der Wand empor-
steigt. Beim Aräometer bildet sich dann am
Stengel ein ringförmiger Wulst, der mit seiner
bei verschiedenen Flüssigkeiten verschieden
großen Schwere auf dem Instrument lastet.
Wesentlich ist, daß der Stengel des Aräometers
und die Oberfläche der Flüssigkeit genügend
rein sind, damit eine gute Benetzung und eine
gleichmäßige Ausbildung des Wulstes erfolgt.
Als Maßeinheit für die Oberflächenspannung
pflegt man die Fläche des Wulstquerschnitts
zu wählen und gibt sie in qmm an unter der
Bezeichnung a^ (Kapillaritätskonstante). Hat
ein Aräometer den Stengel umfang CT, so ist
das Volumen des Wulstes Va a^ U und sein
Gewicht 1/2 ä^ U $, wenn $ das spezifische Ge-
wicht der Flüssigkeit bezeichnet. An einem
Stengel von 5 mm Durchmesser beträgt z. B.
das Wulstgewicht bei Wasser 111 mg, ist also
schon merklich. ' Geringer wird es bei Mineral-
ölen, etwa 20 bis 30 mg.
Bezeichnet man den Umfang des Stengels
mit U, die Kapillaritätskonstante der Flüssig-
keit mit a', ihr spezifisches Gewicht mit «,
das Gewicht des Aräometers mit G, so erhält
man den Betrag 8 in spezifischem Gewicht
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246
V«r«liisomchrlchtMi.
M«?hMilkW'Ztg.
auBgedrückt, um welchen das Aräometer durch
den kapillaren Wulst gesenkt wird, aus der
Formel:
G
Diese Formel führt unmittelbar zur Kenntnis
des Unterschiedes in den Angaben eines Aräo-
meters, welches nacheinander in zwei Flüssig-
keiten von verschiedener Dichte eingetaucht
wird. Femer kann man mit Hilfe dieser
Formel bei der Einstellung und Prüfung von
Aräometern, die für schlecht benetzende Flüssig-
keit bestimmt sind, nicht diese, sondern gut
benetzende verwenden und so die Genauigkeit
außerordentlich steigern.
Als gut benetzende, zu araometrischen Ver-
gleichungen geeignete Flüssigkeit hat sich ein
Gemisch von konzentrierter Schwefelsaure und
Spiritus von 80 Gewichtsprozent vorzüglich be-
wahrt, welches den ganzen Dichtenbereich von
0,8 bis 1,8 umfaßt und auf Jahre hinaus brauch-
bar bleibt. Dies Gemisch, der Kürze halber mit
.Sulfosprif bezeichnet, wird schon seit längerer
Zeit in einzelnen Betrieben und auch bei amt-
lichen Prüfungen verwendet. Zur Erleichterung
der Umrechnung araometrischer Angaben von
Sulfosprit auf andere Flüssigkeiten hat die
Normal -Eichungs- Kommission graphische Ta-
bellen entworfen, von denen ich Ihnen eine
Anzahl Probeexemplare zur Ansicht vorlege.
Einstweilen liegen 16 derartige Tabellen vor,
und zwar zum Übergang von Sulfosprit auf
Spiritus nach Gewichts- und Volumen-Prozenten,
Zuckerlösungnach Gewichtsprozenten, Schwefel-
saure, Salzsaure und Salpetersaure nach spez.
Gewicht und Baumö, Natronlauge, Ammoniak,
Kochsalzlösung, Glyzerin, Vollmilch, Seewasser,
Bosmarinöl nach spez. Gewicht.
Leider befinden sich zahlreiche Instrumente
im Handel, die keinen Vermerk tragen, für
welche Flüssigkeiten sie justiert sind. Die Ge-
nauigkeit ihrer Angaben wird illusorisch, wenn
sie ohne Rücksicht auf die Einwirkung der
Oberflachenspannung in verschiedenen Flüssig-
keiten benutzt werden. Es werden femer zahl-
reiche Aräometer für undurchsichtige Flüssig-
keiten hergestellt, z. B. für Milch, welche die
Chemiker unter Berücksichtigung kleiner Kor-
rektionen an der oberen Begrenzung des
Wulstes ablesen. Das ist entschieden zu ver-
werfen. Das Richtige ist, diese Aräometer für
obere Ablesung zu justieren und mit einem
entsprechenden Hinweis zu versehen.
V. Der Vorsitzende: Die beabsichtigte
Erhöhung der Einfuhrzölle seitens Spaniens
und die dagegen getroffenen Maßnahmen.
Der neue Zolltarif Spaniens ist derartig
Bchutzzöllnerisch, daß er eine große Aufregung
in der Handelswelt hervorgerufen hat, die sich
auch auf Spanien selbst ausdehnte. Für Glas-
instrumente sind in Pos. 517 ZollerhOhungen
bis zu 100% vorgesehen, zumal da künftig
der Zoll in Goldpesetas und nicht wie bislang in
gewöhnlicher Landeswahrung erhoben werden
soll, was allein rd. 15 % ausmacht. Zur Wahrung
der Interessen der Glasindustrie hat der Vor-
stand bereits im April d. J. das Auswärtige
Amt in Berlin und die Weimarische Handels-
kammer ersucht, bei der Spanischen Regierung
gegen die beabsichtigte Zollerhöhung zu pro-
testieren, was auch geschehen ist.
VI. Verschiedene Anträge aus der Ver-
sammlung,
Hr. R. Holland:
Im Hinblick auf die sich in unserem sowie
den verwandten Gewerben bemerkbar machen-
den Bestrebungen der Arbeiterschaft, durch
Arbeiterverbande ein Mittel zu konstruieren,
um ungerechtfertigten Forderungen wirtschaft-
licher Art durch geschlossenes Auftreten Nach-
druck zu verleihen, halte ich es für zeitgemäß,
baldigst eine Vereinigung der Arbeitgeber der
Glas- und Glasinstrumenten -Industrie zu be-
gründen.
Aufgabe dieses Defensivmittels soll es in
erster Linie sein, den Glasarbeiterverbanden
gegenüber ein Gegengewicht zu bilden, wie
überhaupt die Interessen der Arbeitgeber fQr
den Fall unberechtigter Forderungen der Arbeit-
nehmer zu wahren.
Der Vorteil, den die vielfach bestehenden
Arbeitgeber- Verbände ihren Mitgliedern zu bieten
vermögen, dürfte Ihnen hinlangUch bekannt
sein; ich bin daher mit Rücksicht auf die jetzige
Lage der Arbeitgeber der Ansicht, rechtzeitig
Vorbeugungsmaßregeln zu treffen, bevor man
sich unerfreulichen Überraschungen gegenüber-
gestellt sieht
Die VersammluDg stimmt diesen Aus-
führungen £u und wählt eine Kommission,
welche die Vorarbeiten sur Ausführung des
gestellten Antrags erledigen soll.
Vn. Hr. Patentanwalt M. Thier: Über
Rechte und Pflichten des Musterschutz-
Inhaber s'^),
Redner erörtert die Bestimmungen des
Musterschutzgesetzes und deren zutreffende
Auffassung, wobei er auf wünschenswerte Än-
derungen hinweist Sodann wird der Unter-
schied zwischen Patent- und Mustersehutz-
gesetz besprochen; Redner weist dabei nach.
^) Den Mitgliedern steht auf Wunsch der
Vortrag im Original zur Verfügung.
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Heft 24.
lS.DeMinber 190«.
Vercinsiiachricbten. — PatentAcbau.
247
daß die Vorteile des gesetzlichen Schutzes
nicht genügend ausgenutzt werden.
V. w. o.
0. Wagoer*
Abt. Berlin, E.V« Sitzung vom 27. No-
vemher 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Dr. B. Gehrcke spricht über Inter-
ferenzen und ihre Anwendungen. Einleitend
wird durch einige Versuche die Entstehung
und das Wesen der Interferenzen erläutert; so-
dann wird ihre Anwendung zur Ermittelung von
Ausdehnungskoeffizienten (Fizeau) besprochen
und ihre Benutzung in der Spektroskopie, wo
durch die Interferenzmethode die Auflösungs-
fthigkeit der Spektralapparate weit über die
bei Verwendung von Beugungsgittern ge-
steigert wird ; in noch höherem Grade gilt dies
von den Anordnungen Lumm er- Gehrcke
(Interferenzstreifen) und Gehrcke- v. Baeyer
(Interferenzpunkte); diese Anordnungen werden
vorgeführt; schließlich demonstriert und er-
läutert der Vortragende die Prüfung von plan-
parallelen Glasplatten mittels der Interferenzen
unter Vorführung von ausgezeichneten Glas-
platten; man kann bei solchen jetzt bereits
Abweichungen von mehr als 0,05 Wellenlänge
vermeiden und wird gewiß, was sehr wünschens-
wert ist, noch mehr erreichen. — An den
Vortrag knüpft sich eine kurze Diskussion.
Sl
ZwelsTFerein Leipzifir« Sitzung vom
5. Dezember 1906. Vorsitzender: Hr. W.
Petzold.
Wieder eingetreten ist:
Hr. Louis Germann, i. Fa. Louis Ger-
mann G. m. b. H.; Fabrik von Schneide- und
Hilfswerkzeugen für Fahrrad- und Automobil-
baa, Fahrrad- und Automobilhandlung; Leipzig-
Reudnitz, Feldstr. 27.
Neu aufgenommen wurde:
Hr. Wilhelm Morell; Spezialfabrik für
Tachometer und Tachographen; Volkmarsdorf,
Eisenbahnstr. 98.
Sodann erfolgt Rechnungslegung für das
5. Stiftungsfest; der Betrag für die entstandenen
Mehrkosten wird einstimmig genehmigt. —
Femer ist den Mitgliedern noch schriftlich be-
kannt gegeben worden, daß laut Beschluß der
diesjährigen Generalversammlung eine Er-
höhung der Mitgliederbeiträge auf 15 M pro
Jahr stattgefunden hat. — Auch wurde be-
schlossen, das Vereinslokal vom Januar 1907
an nach dem „Hotel Deutsches Haus*', König-
platz, zu verlegen. —
Hr. Schmager gab die Anregung zur Er-
richtung eines Lehrlingsnachweises, und es ent-
spann sich daraus eine sehr interessante Aus-
sprache. Der Lehrlingsnachweis wurde ein-
stimmig angenommen, und Hr. Schmager über-
nimmt die Auskunftsstelle. Die weitere Aus-
arbeitung dieser Frage wurde einer Kommission
überwiesen. L» 8.
PatentsohttH.
Polarisiertes Relais mit Drehspnle, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule um eine
Seite des Spulenrahmens als Drehachse, die auf dem einen Pol des Magneten möglichst außer-
halb des magnetischen Kraftlinienfeldes gelagert ist, nur mit der gegenüberliegenden Seite
zwischen den Polen des Magneten schwingt, um den von den Kraftlinien durchsetzten Luftraum
möglichst klein halten zu können. R. Stock & Co. in Berlin. 16. 12. 1904. Nr. 163 888. Kl. 21.
EinsiellTorrichtimg für Eatfemttiigsmesser» welche aus einem nach dem Objekt
einstellbaren Arm, einem in die gleiche Achse drehbaren, nach einer entfernt liegenden Station
einzustellenden Sektor und einem mit einem Ende exzentrisch an dem Sektor befestigten und
mit dem anderen Ende auf einer die Entfernung anzeigenden Skale gleitenden Arm besteht,
dadurch gekennzeichnet, daß unter Beibehaltung der Bewegungseinrichtung des Entfernungs-
messers zwecks Drehung um die Achse der Sektor gegen den Grundkörper durch Einschaltung
einer Kupplung eingestellt wird, durch welche die Schneckenradwelle in oder außer Eingriff
mit der Welle gebracht werden kann. The Bethlehem Steel Cy. in South Bethlehem, V. St. A.
11. 6. 1903. Nr. 164458. Kl. 42.
Scheinwerfer oder Projektionsapparat, gekennzeichnet durch einen in den Strahlen-
gang der Lichtquelle unmittelbar oder nach geeigneter Konzentrierung und Parallelrichtung der
Strahlen eingeschalteten einfachen oder zusammengesetzten ringförmigen Glaskörper, dessen
Achse oder Achsen der Hauptstrahlenrichtung der Lampe parallel sind. H. Beck in Meiningen.
8. 12. 1908. Nr. 164831. Kl. 42.
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248
Pateattehau. - PatoatUstt.
ftftTitttht
Meehanlker-Ztg.
Röntgenröhre mit Wasserkühlung ffir die Antikathode, gekennzeichnet durch die
Anordnung eines mit dem Kühlgefäße der Röntgenröhre lösbar zu verbindenden Vorratobeb alters,
welcher einen stetigen Umlauf des Kühlmittels gestattet, zum Zweck, ohne Gefahr des Erd-
schlusses der Antikathode das erw&rmte Kühlmittel während des Betriebes der Röhre durch
kaltes oder durch ein anderes Mittel ersetzen zu können. W. A. Hirschmann in Pankow
b. Berlin. 23.8.1905. Nr. 164570. Kl. 21.
Hafenofen zum ununterbrochenen Schmelzen Ton Glas mit getrenntem Schmelz-
und Arbeitsraum, dadurch gekennzeichnet, daß die nach Art der kontinuierlichen Wannen läng-
lich gestalteten und mit Querwänden versehenen Häfen so unter einer den Ofenraum teilenden
Scheidewand aufgestellt sind, daß die Arbeitsabteilungen der Häfen in dem nur mittelbar ge-
heizten Ofenraume^ die Schmelz- und Läuterungsabteilungen der Häfen in dem unmittelbar be-
heizten Ofenraum stehen. B. Baudoua in Genappe, Belg. 8. 9. 1904. Nr. 164 441. Kl 32.
Verfahren zur Herstellung yon Kreisteilungen auf der Kreisteilmaschine, dadurch
gekennzeichnet, daß gleichzeitig um beliebige Winkel gegeneinander versetzt beginnende, in
verschiedenen Abständen vom Mittelpunkte liegende Teilungen hergestellt werden. M. Wolz in
Bonn a. Rh. 28. 12. 1904. Nr. 163 915. Kl. 42.
Verfahren zum Brünieren von Eisen und ähnlichen Metallen unter Erhitzung und
Verwendung von Dampf und Kohlenwasserstoffen nach vorheriger Reinigung der su brü-
nierenden Metalle, dadurch gekennzeichnet, daß die Metalle gleichzeitig mechanisch gereinigt
und aufgerauht, dann im Glühofen bis zur Rotglut erwärmt der Einwirkung von Wasserdampf
oder anderen Sauerstoff abgebenden Oasen ausgesetzt und schließlich in noch rotwarmem Zu-
stande in ein Bad von flüssigen Kohlenwasserstoffen, z.B. Paraffin, gelegt werden. Schmidt &
Wagner in Berlin. 14. 1. 1905. Nr. 164 642. Kl. 48.
Patentllste.
Bis zum 26. November 1906.
Klasse: Aumeldungen.
21. G. 28 261. Quecksilberdampflampe. H.G roh-
mann, Braunschweig. 28. 6. 06.
. H. 35 247. Röntgenröhre mit einer in einem
Nebenraum der Röhre angeordneten Hilfs-
anode. W. A. Hirschmann, Pankow-Ber-
lin. 26. 4. 05.
H. 38060. Blektrizitätszähler für Wechsel-
strom. W. Hamilton u. Ferranti Ltd.,
Hollinwood, Bngl. 12. 6. 06.
P. 18 788. Elektrode für Vakuumröhren. Poly-
pbos BL-Ges., München. 4. 8. 06.
Seh. 26 093. Werkzeug zum Untersuchen elek*
trischer Leitungen. A. Scheibler, Aarau,
Bchweiz. 15. 8. 06.
80. R. 22053. Verfahren zum Anlöten metalli-
scher Gegenstände an Porzellan oder andere
glasartige Stoffe. J. Ramsperger, York,
Pa., V. St. A. 19. 12. 05.
42. B. 43 695. Kochkolben. W.v.Bol ton, Char-
lottenburg. 23. 7. 06.
D. 17 554. Selbsttätig sich öffnende Schutz-
klappen für optische Instrumente. M. De-
wald, Bonn. 19. 9. 06.
G. 22 158. Zirkel zum Messen von Bntfernungen
zwischen zwei Punkten auf Karten, Plänen
u.dgl. A. Gleisberg, Döbeln i.S. 21.11.05.
48« S. 20751. Verfahren zur Herstellung homo-
gener Körper aus Tantalmetall oder anderen
schmelzbaren Metallen. Siemens&Halske,
Berlin. 17. 2. 05.
64. W. 24648. Lufdicht verschlossener Glas-
behälter, der zwecks Entleerung an beiden
Bnden aufgebrochen werden muß. R. M.
Willis, New-York. 25. 10.05.
74. A. 11 693. Femrohrvisiereinrichtung für Ge-
schütze. J. Allardt, Kiel. 17. 1. 05.
Ertefliugeiu
21. Nr. 179807. Kathodenstrahlen -Relais. R.
V. Lieben, Wien. 4. 3. 06.
82* Nr. 179 818. Verfahren und Vorrichtung zum
Pressen von Glasröhren mit Hilfe eines
Stempels mit Wasserkühlung und einem am
unteren Ende mündenden Preßluftkanal.
B. Lange, Cassel. 6. 8. 04.
42. Nr. 179 822. Verfahren zur Pettbestinmiung
in Milch. A. Sichler, Leipzig. 14. 8. 04.
Nr. 179903. Vorrichtung zur Erzielung eines
geradlinigen Zeigerausschlags bei Meßinstru-
menten mit drehbarem System. Siemens
& Halske, Berlin. 29. 6. 05.
74. Nr. 179 889. Einrichtung zur Femüber-
tragung von Zeigerstellungen mittels strahlen-
empfindlicher elektrischer Leiter. Siemens
& Halske, Berlhi. 28. 1. 06.
POr die Radaküon Tenuitworüloh: A. BUsohke in Barlin W.
VttUg TOB Jnlini Sprinter In BerUn N. — DraekTon Emil Dreyer In Bttlln BW.
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Namen- und Sachregister.
Für die aaehHeJ^e Ordnung ist hauptsächlich eine Anzahl von (fett gedruckten) Stich-
wörtern benutzt, z. ß. Anstalten, Elektrizität, Laboratoriumaapparate, Vereinanachrichten, Werk-
statt u. dgl.
Bei der Einordnung Bind ä, ö, U als a, o, u angesehen worden.
A.-6.fürAnilinfabrikation, i
78. — Chromo-Isolar- Platten
u. -Films 106. — Schnelltixier- 1
salz 205. '
Akustik ; Sekrophon 135 (Mikro- >
phone 8. Elektrizität IV.). {
Allen,H.8.,s.Blyth8wood88.
Andre, Eduard f 165.
Anstalten: Institut für Meeres-
forschg. in Paris 136.
Arsonval, A. d*, Sauerstoffer-
zeuger und -azetylenbrenner
146.
Astronomie: Instrum. d. Ham-i
burger Sonnenfin8ternisexp.43. '
— Positions - Lamellenmikro- i
meter 133.
Aasfahr: Lieferung von Elek-
trizitätsmessern u. Indikatoren 1
nach Launceston 8. — Ver-I
braucher deutsch. Industriear- 1
tikel in Chile, Peru, Bolivien
57. — ZoUtarifentscheidg. f. d.
V.StA. 117. — Fabrikwerk-
zeuge n. d. Niederlanden 136.
— Kousulargebtthren d.V. StA.
136. — Einfuhr wissensch.
Instrum. n. Brasilien 147. —
Instrum. f. d. Universitäten
Spaniens 147. — Made in
Oermany 178. — Zolltarif v.
Spanien 187, 246. — Austra-
lischer Bund 187. — Chile 188.
— Ausfuhr n. Rußland 188. —
Zollamtl. Behandig. v. Preis-
listen in Südafrika 197. —
Deutschlands Einfuhr n. Groß-
britannien 197. n. China
206. I
insstelinngens — Österreich!-;
scher Erzeugnisse in London {
28. — Deutsches Museum 38. <
-— Kaiserin Friedrich - Haus 55, 1
115. — AUg. deutsche geod.- 1
kulturtechn. — in Königsberg
106. auf der 78. Natur- 1
forscher Versammlung 127. — |
Glasbläserei auf d. Berliner
Brauereimaschinen — 235. j^ i
Barczynski, Thüringer Haus-
industrie 243.
Beard, J. R., s. R. 8. Hutton
166.
B e ck er , 0., Bördelmaschine 186.
Beckmann, E., Molekularge-
wichtsbestimmg. in Schwefel-
säure und durch Dampfstrom-
methode 107.
Bell, G. A., Metermaß in d.
V.StA. 106.
Berlemont, G., Röntgenröhre
207.
Blaschke, A., Wichtigste Pa-
tente 227.
Blythswood-u. H. 8. Allen,
Dewars Methode z. Erzeugung
hoher Vakua 88.
Bornhäuser, M., Quecksilber-
kontaktthermometer 116.
Buchanan, A., Piezometer 116.
Buchholtz, A., Universalzirkel
202.
Buddingh, J. J. f 17.
Busch, E., Teleobjektiv 37.
Chattock, A. P., Glashahn 157.
Chemie: (s. a. Glas- u. Labo-
ratoriumsapp.) Ultramikro
skopische Steinsalzfärbungen
157. — Schnellfixiersalz 205.
Cochius, A., Schleifsteinregler
115. — Gravierapparat 166.
Contremoulins, G., Durch-
dringungsstärke d. Röntgen-
strahlen 178.
Corsepius, M., Tinol 185, 219.
Day, A. L. u. E. 8. Shepherd,
Quarzglas 137.
Demonstrationsapparate : Quarz-
gefäße f. Vorlesungsversuche
69. — Einfluß von Radium-
strahlen auf Chlorknallgas 117.
— Mechan. Wärmeäquivalent
125. — Vorlesungs versuche
137.
Denny u. Johnson, Torsions-
messer [97.
De war, J., Flüssige Luft u.
Holzkohle bei niedriger Temp.
233.
Domke, J., Oberflächenspan-
nung bei Aräometern 245.
Drude, P. f 135.
Elektrizität: L Theorie. — H.
Elemente. — HI. Meßin-
strumente: Elektrizitätszäh-
ler 31, 110, 139. 191, 239.
— Hitzdrahtmeßgerät 11. —
Wechselstrommeßgerät 7 1 , 1 59.
— Ablesevorrichtg. bei Zeiger-
meßinstr. 79. — Geschwindig-
keitsmesser 79. — Binstellg.
V. Motoramperestundenzählem
99.— Galvanometerll8, 238.—
Rotierendes el. Meßgerät 119.
— Eliminierung d. Einflusses
d. Poriodenzahl bei Wechsel-
strommeßgeräten 119. — Ver-
größerg. d. Drehmomentes bei
Elektrizitätszählem 131. -— Er-
höhte Einstellungsdauer f.
Zeicherachsen v. Meßgeräten
131. — Torsionsfedern bei el.
Meßinstr. 139. — Messung el.
Ströme n. d. Kompensations-
methode 171. — Meßvorrichtg.
f. Zeigerinstr. 191. — Messung
el. Ströme 192. — Resonanz-
meßgerät f. Umlaufsgeschwin-
digkeit 199. — Elektrolyt.
Zähler 210. - Elektrizitäts-
meßgerät 211. — Zweck, Kon-
struktion und Wirkungsweise
d. Elektrizitätszähler 225. —IV.
Mikrophone, Telephone,
Grammophone, Phono-
graphen u. s. w.: Sender f.
Wellentelegraphie 91. — Aus-
wählen eines bestimmten App.
aus einer Gruppe 139. — Über-
tragg. von Signalen 139. —
Telephonrelais 167. — Relais
171, 191,247. — V.Beleuch-
tung. — VI. Allgemeines:
FeruUbertragung v, Zeiger-
Digitized by
Google
^260
stellgn. 51, 199. — Brzeugg. eL
Schwingen. 60. — El. Gas-
oder Dampfapparat 60. — lao-
liorroUenbefestigung 66. —
Fernübertragung v. Bewe-
gungen mittels Induktorströ-
me 71. — Blektrodynamo-
meter 71. — Elektrizitätsge-
winnung a. d. Niagarafällen
87. — Anzeigen schwacher
Ströme 99. — EL leitendes
Schmiermittel 99. — Schaltung
V. Generatoren 101. — El.
Ventil HO. — El. Fernseher
145. — Quecksilberunter-
brecher 171. — Poröser Kon-
takt 188. — Rot. Elektroden
189. — Regelungsvorrichtg. f.
el. Heizungen 191. — Ausübung
V. Stromstößen 192. — Aufbau
d. Sekundärspulen v. Funken-
induktoren 199. — Thermoel.
Ofen 210. — Erzeugg. v. variie-
renden Strömen 210. — Gleich-
richterzelle 238.
Entfemniigsmesser : Stellvor-
richtg. für - 79, 247. — Ent-
femungsmesser 111, 211.
Fischer, E., Quarzgeföße 69.
Fischer u. Röwer, Glashähne
207.
FlOssiirkeiteB: Von Gasblaaen
unterbrochene Fltissigkeits-
säule 111. — Differential-Aräo-
Pyknometer 116. — Fernan-
zeige V. Flüssigkeitsbew^egun-
gen 119. — Pyknometer 129.
— Oberflächenspannung bei
Aräometern 245.
Frank, K. G., Bördelmaschine
186. — Wandarm- u. Zugpen-
dellampe 196. — Schnellmesser
234.
Fueß, R., Refraktometer 27.
Gase: Erzielg. konstanter Gas-
volumina 39. — Explosion einer
Sauerstoffflasche 47. — Gas-
analyse mittels Druckmessung
78, 159. — Spannungsmesser
f. - 131. — Poröse Körper
als Durchwege f. - 189. —
Gaswage 197.
Geodäsie: I.Basismessungen.
— II. Astronomisch-geo-
dätische Instrumente. —
III. Apparate zum Winkel-
abstecken. — IV. Winkel-
meßinstrumente und Ap-
parate für Topographie:
Feldmeßinstrument 159. —
Diopterbussole 99. — V. Hö-
henmeßinstrumente und
ihre Hilfsapparate. —
VLTachymetrie.— VII. All-
gemeines: Libelle 171. —
Kreisteilungen 248.
Geschftfaiches: 8,25,26,57,208.
Geschichte: — d. mechan. Kunst
226.
Geschwindigkeitsmesser: Pen-
del — 105. — Registriervor-
richtg. f. — 111. — Resonanz-
Namen- und Sachregister.
meßgerät f. Umlaufsgeschwin-
digkeiten 199. 211.
Gesetigebnng: Zollfreier Bezug
leichter Mineralöle 65. —
Rechtsverfolgung im Auslande
127.— Lehrverhältnis zwischen
Vater und Sohn 2C5. — Rechte
und Pflichten der Muster
schutz-Inhaber 246.
Glas (s. a. Laboratoriums-
apparate): Blasen von Glas-
hohlkörpem 31, 71. — Ofen f.
schmelzflüssiges — 51, 248. —
Wirkung ultravioletten Lichts
auf — 90. — Zusammen-
schmelzen V. Glashohlkörpem
111. — Glashohlkörper 118,
179. — Quarzglas 137. — Her-
stellg. V. Gegenständen ans
Quarzglas 139. — Glasgefftße
m. Bruchnähten 171. — Mat-
tieren u. Durchbrochen v. —
191. — Entfärben v. Glasmasse
211. — Hohlgefäß 238. —
Beiderseitig offener Glashohl-
körper 2S8.
G ö c k e 1 , H., Laboratoriumsaus-
guß 208.
Goerz, C. P., Preisliste 218.
Grimsehl, B., Manometer, Gas-
wage 197.
Hahn, C, Orsatapparate 148.
Harrington, B. J., Bestimmg.
d. Dampf dichten 149.
Hartmann & Braun, Isolier-
rollenbefestigung 66.
Herrmann, Gebrüder, Nacht-
frostwarner u. *Feuchtigkeits-
messer 89.
Herr manu. Ed., Prüfungs-
zwang für ärztl. Therm. 245.
Hey de, G., Photometer 115. —
Preisliste 150.
Holland, A., Arbeitgeber- Ver-
einigung 246.
Homann, Dr. H., f 116.
Hutton, R. S., u. J. R. Beard,
Wärmeisolation 166.
Deateche
Mechuilker-Ztg.
Industrieanstalt, Rathe-
nower Optische, Teleob-
jektiv 37.
J ei d e 1, 0., Parallelschraubstock
126.
Johnson, s. Denny 97.
Jorisson, W. P., u. W. E. Rin-
ger, Einfluß von Radium-
strahlen auf Chlorkuallgas 117.
Kalkner, F., Zweck, Kon-
struktion u. Wirkungsweise
d. Elektrizitätszähler 225.
Kay 8 er, A., Bohrschablonen-
Parallelschraubstock 146.
Klußmann, W., Isolierrollen-
befestigung QQ. — Bohrfutter
86. — Blechscheren 204.
Kohlschütter, E., Nautische
Instrumonte 1, 13, 21, 33, 41,
53, 61, 73, 81, 93.
Kompasse: AufhängevorrIchtg.
f. d. Rose 52. — Fernüber-
tragung 91. — Flüssigkoits -
131. 159.
KreisteiliiBgeii : Verfahren z.
Herstellg. v. - 248.
Krüß, B. J., t 242.
Laboratorimnsapparate : Gas-
analyse mittels Druckmessung
78. — Laboratoriumsbrenner
104 — Molekulargewichtebe-
stimmung 107. — Diiferential-
Aräo-Pyknometer 1 16.— Piezo-
meter 116. — Absorptions-
röhre 117. — Pyknometer 129.
— Darstellg. v. Knallgas 129.
— Sauerstoflferzeuger u. Sauer-
stoifazetylenbrenner 146. —
Grsat-Apparate 148. — Glas-
manometer 149. — Bestimmg.
d. Dampfdichten 149. — Va-
kuumhahn 157. — Glashabn
157. — Beckmannscher Siede-
apparat 168. — Meerwasser f.
bakteriologische Untersuchgn,
169. — Abdampfschalen 188.
— Aufsatz f. Bakterienfilter
206 — Glashähne 207. — Gas-
entwicklungsapparat 207. —
Exsikkator 208. — Labora-
torlumsausguß 208. — Spritz-
flasche 210. — Filtrieren unter
Luftabschluß 211. — Justierg.
gasanalytischer Meßgeräte 234.
— Laboratoriumszentrifuge
239. — Aräometer 245.
Ladenburg, E., u. E. Leh-
mann, Glasmanometer 149.
Lampen: Zündung v. Queck-
silberdampflampen 159. —
Wandarm — u. Zugpendel —
196. — Elektr. Gas- o. Dampf-
apparat 210.
Lanchester, F. W., Pendel-
geschwindigkeitsmesser 105.
Lang, J., Chemische Vor-
lesungsversuche 137.
Lehmann, B., s. B. Laden-
burg 149.
Leiß, C, Refraktometer 27. —
Über Zielfernrohre 83, 96.
Literatar (Bücherschau im In-
haltsverz.): 198. — Bem. über
Kataloge 128.
Löwe, F., Stativ z. Handspek-
troskopen 204.
Löwe, Ludw. & Co. A.-G.,
Katalog 150.
Luftpumpen; Quecksilber— 39,
139. — Kolbenquecksilber —
111.
Lux, Fr., Elektrischer Fem-
seher 145.
lla^etismits und Erdmagmetii-
mos: Magnetsystem mitkurzer
Schwingungsdauer 31. — Be-
seitigung d. rtlckbleibenden —
39. — Magn. Eigenschaften v.
Eidenblecheii 91. — Eloktro-
magnetauordng. f. polarisierte
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Jahrgang 1906.
Relais 171. — Blektromagn.
Relais 171. — Magnetprüfer
199.
MaHometer: Spannungsmesser f.
Gase 131. — Glas - 149. —
— hober Empfindlichkeit 197.
Martiny, B., Rechenverfahren
f. Rechenstabe 148.
Massstftbe u. MassTergleichngn«:
Lflngenmeßvorrichtg. 79. —
Metermaß in d. V. St. A. Iö6.
— Schnellmesser 234.
Meißner, A., Schnellmesser
234.
Meker, G., Laboratoriams-
brenner 104.
Messapparate: — f.Tr&gerdurch-
biegnngen 71. — Torsions-
messer 97. — Getreideprober
160. (s. auch Barometer; Elek-
trizität III; Maße; Thermo-
meter.)
Mftalle u. Metalleiirioraiigen :
Platin 66. — Verzinkg.v. Bisen
u. Stahl 136. — Tinol 185, 219.
— Rezepte f. Metallfärbungen
229, 241.
Meteoroloirte: I. Barometer:
Barometer u. Thermometer m.
gemeinsamem Vakuumraum
199. — II. Anemometer:
Aufzeichnen d. Höhenrichtg.
d. Windes 11. - Winddruck-
messer 99, 151. — Windmittel-
kraftzeichner 119. — III. Hy-
grometer: Nachtfrostwamer
u. Feuchtigkeitsmesser 89. —
Bestimmung d. Feuchtigkeits-
gehaltes V. Dampf u. s. w. 151.
— IV. Regenmesser. —
V. Allgemeines.
Mikroskopie : Ultramikrosko-
pische Untersuchgn. ü. Stein-
salzfärbgn. 157.
M i ] D e r , 8. R., Vakuumhahn 157.
M alenz, C, Bxsikkator 208.
Nautik: Nautische Instrumente
1, 13,21,33,41,63, 61, 73, 81,
93. — Deviationamodell 213.
Neu m ann , A.,Blendeneinrichtg.
f. Satzobjektive 113.
Niehls, W., Quecksilber- Kon-
taktthermometer 150.
Nimftthr, R., Photographische
Fixierung 98.
Nutting, P. G., Schaltg. v.
Generatoren 101.
Optik: I. Theorie, Unter-
Buchungsmethoden und
Apparate f. theoretische
Forschung: «Wirkung ultra-
violetten Lichts auf Glas 90.
— II. Methoden und Appa-
rate der praktischen Op-
tik: Neues Refrakometer 27.
— Objektiv 31. — Doppel-
femrohr 11. — Buschs Tele-
objektiv 37. ~ Instrumente d.
Hamburger Sonnenfinsternis-
Bxpedition 43. — Zentrieren,
Namen- und Sachregister.
Orientieren, Prüfen v. Linsen
46. — Urania in Zürich 47. —
Stereoskop 52, 239. — Fern-
rohr m. gebrochener optischer
Achse 59. — Fazettenschleif-
maschine 59. — Zielfernrohre
83, 95, 151. — Prismendoppel-
fernrohr 81. — Taschenopto-
meter 91. — Blendeneinrichtg.
f. Satzobjektive 1 13.— Aktino-
photometer 115. — Prismen-
doppelfemrohr 131. — Pris-
menstuhl 131. — El. Fernseher
145. — Schleifen optischer
Flachen 159. — Taschentele-
skop 159. — Durchdringungs-
starke d. Röntgenstrahlen 178.
— Fernrohr 179, 180. — Gitter-
polarisation 179. — Vergleichg.
d. Helligkeit v. Arbeitsplätzen
191. — Fernrohrträger 193.
— Spektrograph 201. — Stativ
f. Handspektroskope 204. —
Fernrohraufsatz f. Landge-
Bchütze 210. — Opernglas 211.
— Prismenfernrohr 212. —
Feststellg. d. Farben werte 212.
— Doppelfernrohr 212 — Be-
obachtg. period. Bewegungen
238. — Scheinwerfer 247.
Peddinghaus, F., Blechsche-
ren 204.
Perkin, F. Molwo, Rotierende
Elektroden 189.
Pcrsouennaohrichten: 7, 8, 17,
26. 55, 66. 103, 115, 124, 143, |
165, 166, 195, 196, 202.
Petzold, Wilh., Geschäftsjubi- "
läum 124.
Photographie: Stereo- u Mini-|
mumpalmos 76, 86. — Fixie-
rung d. Aufzeichngn. v. Stimm- '
gabeln u.s.w. 98. — Platten 1
u. Films 106. — Blendenein- 1
richtg. 113. — Photometer;
115. — Schnellfixiersalz 205. i
Pilsatneek,J., Universalzirkel j
202. I
Portier, P. u. J. Richard,
Meer wasser f. bakteriologische
Untersuchgn. 169.
Projektionsapparate : Bilder-
wechselvorrichtg.51. 247.
Prytz, K., Poröse Körper als
Durchwege f. Gase 188.
Bebenstorff, H., Pyknometer
116.
Rechenapparate: Rechenschie-
ber 131. — Rechen verfahren
f. Rechenstäbe 143.
Regisirierapparate: 180.
Reichel, C.,Einspannfutterl73, i
200. I
Reinhertz, C. f 202. |
Reiser, Aufsatz f. Bakterien-
filter 206. I
Reiß, R., Kopiernadel 28. i
Richard, J., s. P. Portier 169. *
Ringer, W. E., 8. Jorrison:
117. 1
251
Röntgenstrahlen: Schärfe d.
Brennpunktes einer Röntgen-
röhre 91. — Intensität d. ~
156. — Vermehrg. d. Luft-
inhaltes einer Röntgenröhre
180. — Röntgenröhre 79, 191,
207, 210, 248.
Rubens, H., Mechan. Wärme-
äquivalent 125.
Rüdenburg, G. jun., Preisliste
150.
Rupp,E., Beckmannscher Siedc-
apparat 168.
8chloesser, W., Justierg. gas-
analytischer Meßgeräte 234.
Schön fei d, F., Quecksilber-
kontaktthermometer 116.
Schopper, L., Geschäftsjubi-
läum 165.
Schuchardt & Schütte, Bohr-
futter 86.
Schütze, A., Fernrohr träger
193.
Schwaßmann, A., Instrumente
d. Hamburger Sonnenfinster-
nis-Expedition 43.
Seemann, R., Zahnräder-Übor-
setzgn. 181.
Shepberd, E. S., s. A. L. Day
137.
Siedentopf, H., Ultramikros-
kopische Untersuchgn. über
Steinsalzfärbgn. 157.
S i e g 1 , K. , Prinzip einer elektr.
Präzisionsuhr 123. — Spektro-
graph 201.
Simpson &Co., Zeichenwinkel
87.
Sokol, F. t 195.
Soiiales (s. a. Gesetzgebung):
Teuerungszuschl. 'f. Telephon-
materialien 8. — Erhöhung d.
Glaspreise 208. — Thüringer
Hausindustrie 243. — Arbeit-
geber-Vereinigung 246.
Steiger, E., Gasen twicklungs-
apparat 207.
Stiftungen: Fonds f. wissen-
schaftl. Zwecke in Hamburg
106. — Abbe - 226.
Thermometer: Amerikan. Prü-
fungsbestimmungen f. — 8, 18,
28, 48,58,67,76,245. — Befesti-
gen V. — in Flaschen 39, 91. —
Maximal - 51. — - f. ärzt-
liche Zwecke 79. — Queck-
silberkontakt — 116, 150. —
Private Prüf ungs scheine f. —
142. — Verbinden v. Wärme-
messern m. Flaschen 180. —
Zeiger— 180. — Barometer
u.— m.gemeinsamemVakuum-
raum 199. — Prüfungszwang
für ärztliche - 245.
Thier, M., Musterschutz 246.
Trapp, L., Prospekt 150.
Trowbridge, J., Telephon-
relais 167.
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252
Ubren: Prinzip einer elektr. |
Präzisionsuhr 123. — Torsions-
pendel 159.
Unterrlcbt: 25-jahr. Jubiläum d.
I. Handwerkerschule zu Berlin
17. — Technikum Ilmenau 28.
— Gehülfenprüfgn. im Bezirk
d. Zweigvereins Halle 37. —
Fachschule in Schwenningen
38, 67, 153, 162. - Technikum
Mittweida 57, 157. — Elektr.
Lehr- u. Untersuchungsanst.
in Frankfurt a. M. 67, U7. —
Gewerbesaal Berlin 67. —
Fonds f. wissenschaftliche
Zwecke in Hamburg 106. —
Physik. Institut Leipzig 177.
— Besuch d. Fortbildungs-
schulen 178. — Fortbildungs-
kurse f. Arbeiter in Char-
lottenbg. 206.
VereiniDaclirivliten :
Ä. Deutsche Ges. f. M. u. 0.:
1. Vorstand: 216.
2. Mitgliederverzeichnis :
a) Allgemeines: 6, 65, 124,
185.
b) Anmeldung: 17, 45, 97,
156, 165, 202.
c) Aufnahme: 36, 65, 115,
145, 165, 177, 185, 231.
3. 17. Mechanikertag: 103, 121,
134. 141, 161, 220.
4. Sitzungsberichte u. Bekannt-
machungen der Zweigver-
eine:
a) Berlin: 7, 25, 36, 45, 55,
65, 75, 97. 103, 134. 185,
217, 232, 247.
Namen- und SachragUter.
b) Göttingen: 25. 217, 283.
c) Halle: 7, 37, 216, 231.
d) Hamburg- Altona: 7, 43,
46, 65. 76. 97. 195, 217.
e) Ilmenau: 24, 65, 124, 134.
177, 242.
f) Leipzig: 24, 232, 247.
g) München: 231.
B, Andere Vereine: Ver-
band deutscher Elektro-
techniker 67. — 78. Na-
turforscher - Versammlung
88. 127. 168. — Verband
elektrot. Installationsfirmen
107. — Einkaufs Vereinigung
f. elektr. Bedarfsartikel 127.
— Astronomische Gesell-
schaft 136.
Wagen und WIgangen: Präzi-
sionsbalkenwage 139. — Gas-
wage 197.
Wagner u. Weller, Wandarm-
u. Zugpendellampen 196.
Waltor, B., Kitt f. physik.
Zwecke 135. - Intensität d.
Röntgenstrahlen 156.
Wärme: L Theorie. — IL Ap-
parate (Thermometer s. da-
selbst): Längenänderg. eines
Körpers bei Temperaturver-
änderg. 11. — Wärmeisolation
166. — Thermoelek Irischer
Ofen 210. — Temperaturan- 1
zeiger 238. !
Weber, L., Deviationsmodell I
213.
WerkUatt: L Apparate und
Werkzeuge: Fräser aus
Deutsche
_ Hechanlker-Zig.
ßchnelldrehstahl 26. — Hin-
dernistaster 79. — Bohrfutter
86. — Schraubstock 105, 126,
146. — Schleifsteinregler 115.
Gewindebohrer 119. — Schlei-
fen von Profilen u. Fazetten
131. — Spiralbohrer 151. — .
Gravierapparat Matador 166.
— Binspannfutter 173, 200. —
Zahnräder-Obersetzg. 181. —
Bördelmaschine 186. ~ Blech-
scheren 204. — II. Rezepte
(s. a. Metalle): Lötpaste f. Guß-
eisen 79. — Kitt f. physik,
Zwecke 185. — Glas m. Metall
zu verkitten 135. — Verzinkg.
V. Bisen u. Stahl 136. — Tinol
185, 219. — Rostschutzmittel
196. — Denkschrift betr. Werk-
stattrezepte 229, 241. — III.
Verschiedenes: Bearbei-
tung u. Verwendg. v. Hart- u.
Weichgummil87. — Schlauch-
schutz 198.
Wiebe, H. F., Glasbläserei auf
d. BerlinerBrauereimaschineu-
Ausstellg. 235. — Ausl. Prü-
fungsbest. f. Therm. 245.
Wiener, 0., Physik. Institut
Leipzig 177.
Wohl, A., Gasanalyse mittels
Druckmessg. 78.
ZeioheBapparate : Kopiernadol
28. — Zeichenwinkel 87. -
Binsatznadeln an Zirkeln 191.
— Univemalzirkel 202.
Zeiß, C, Stereo- u. Minimum-
palmos 76. 86. — Stativ f.
Handspektroskope 204.
Druck Ton Emil Dreyer in Btrlln SW.
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Deutsche
Mecbaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift fUr Instrumentenicunde
und
Organ fUr die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblatt
der
Deutschen Gesellschaff für Mechanik und Opfik.
Herausgegeben vom Vontande der Gesellschaft
Re<lalctlon: A. Blaschlce In Berlin
Jahrgang 1901
Berlin.
Verlag von Julius Springer.
1907
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Inhaltsverzeichnis.
Seite
Die Mechanik und Glasindustrie auf der Mail&nder Weltausstellung 1906. Von H. F. Wiebe.
1. 18. 21
Über die Messung stark gekrümmter Linsen mit dem Abbeschen Sphärometer. Von
Henry C. Lomb 15
Schreibfedem mit selbsttätigem Schreibtusclienachiluß fttr Registrierinstrumente. Von
E. Preuß 38
Laboratoriumseinrichtung mit Femrohrbalken und Binh&ngeleisten. Von M. Th. Edelmann. 41
Beitrag zur Theorie der Bchnellwage. Von F. Mal^ 53
Koinzidenz-Telemeter der Firma Carl Zeiß in Jena 61
Apparat zur Bestimmung der Keimungsenergie. Von C. Leiß 78
Zangenfutter. Von H. Rupp 81
Zur Geschichte der Bntwickelung der mechanischen Kunst Von 0. Behrendsen. 98. 101.
115. 129. 160
Eine neue Verdonkelungsanlage im Hörsaal des Physikalischen Instituts der Technischen Hoch-
schule in Hannover. Von 0. J. Andresen 121
Einladung zum 18. Deutschen Mechanikertag 127
Biegfried Czapski, Nachruf. 145
St&ndige Ausstellung physikalischer Apparate im Neubau des Physikalischen Vereins zu
Frankfurt a. M 146
Zum 18. Deutschen Mechanikertag 148
Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie. Von R. Lindemann 153
Bin Bonnenrohr zur genäherten Zeitbestimmung. Von WilhelmFoerster 169
Der 18. Deutsche Mechanikertag 174. 215
Berechnung von Umlaufrädem mit Doppelantrieb. Von R. Seemann 181. 191. 200
Das Selen und seine Anwendung in der Femphotofipraphie. Von Er. Glatze 1. 189. 197. 209 217
Bin einfacher Komparator. Von Alvin J. Cox 229
Die Btarktonsprechmaschine Auxetophon der D. Grammophon-A.-Q. Von J. Berliner. 287. 261
Vereins- und Personennacluricliteii: 5. 17. 24. 35. 45. 56. 62. 74. 82. 97. 107. 124. 138. 148.
165. 175. 184. 193. 202. 212. 220. 281. 289. 245. 262.
Fnr Werkstatt und Laboratorium: 8. 18. 25. 36. 57. 65. 75. 83. 108. 189. 175. 185. 203. 213.
221. 232. 240. 263.
Glastechnisches: 9. 18. 27. 47. 58. 66. 76. 87. 110. 140. 149. 186. 193. 205. 214. 223. 242. 265.
GewerbUches: 10. 19. 29. 87. 50. 59. 68. 78. 88. 97. 111. 124. 141. 150. 166. 176. 187. 194. 206.
225. 234. 243. 265.
Bncherschan: 30. 70. 78. 89. 188. 225. 884. 248. 266.
Preislisten: 70. 188. 195. 244.
Patentschan: 11. 19. 81. 39. 51. 71. 78. 90. 98. -112. 142. 151. 166. 178. 195. 206. 215. 227. 235. 266.
PatentUste: 12. 20. 31. 89. 52. 60. 72. 80. 92. 99. 113. 125. 144. 152. 167. 180. 188. 196. 207. 216.
228. 235. 244. 268.
Gebranchsmuster für glastechnische Gegenstände: 10. 28. 58. 111. 141. 149. 187. 214. 242.
Briefkasten der Redaktion: 40. 114. 236.
Berichtigung: 25.
Namen- und Sachregister: 269.
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Deutsche Meehanlker-Zeltuiig,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO^ An der Apostelkirche 5.
Heft 1. 1. Januar. 1907.
Nachdruck nar mit Genchmi^ng^ der Redaktion g^estattet.
Die Mechanik und die Glasindustrie auf der Mailänder Weltausstellung 1906.
Von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. H. F. Wlebe,
Mitglied der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt lu Charlottenburg.
Allgemeines.
Für die feinmechanischen Gegenstände war eine besondere Abteilung unter
der Bezeichnung Metrologie und Retrospektive Metrologie-Ausstellung eingerichtet, die
in einem eigenen Gebäude neben demjenigen für Luftschiffahrt auf der Piazza d*Armi
untergebracht war und einen Flächenraum von 3200 qm bedeckte. Sie umfaßte außer
der Feinmechanik auch zahlreiche Gegenstände der Großmechanik.
Den größten Teil des Raumes nahmen Italien, Frankreich und die Schweiz ein;
England, Deutschland und Holland waren dort nur durch einzelne Firmen vertreten.
Deutschland hatte eine offizielle Beteiligung an dieser Gruppe in so kürzer Zeit nach
den großartigen Erfolgen in Paris und St. Louis nicht für erforderlich gehalten.
Außer in diesem besonderen Gebäude waren mechanische Apparate und Instru-
mente in größerem Umfange noch in den Abteilungen für Luftschiffahrt und für Hygiene
ausgestellt. Eine Anzahl Spezial-Instrumente und -Apparate fand sich auch in den Pavillons
für Post und Telegraphie, in der Landwirtschaftlichen Abteilung, im Arbeitspavillon so-
wie in dem Pavillon für Seidenindustrie. Ferner waren auch einzelne hierher gehörende
Ausstellungsgegenstände in einigen Landesgebäuden vertreten.
Durch diese Verteilung der mechanischen Gegenstände auf verschiedene Gruppen
und Gebäude war es außerordentlich schwer, ein einheitliches Bild über das Gebotene
zu gewinnen. Dazu kam, daß der Hauptkatalog der Ausstellung zur Zeit meiner An-
wesenheit (Ende September) noch nicht erschienen war, es lagen nur ein „Offizieller
P'ührer** und Spezialkataloge der deutschen und der englischen Gruppe vor. Auch war
Auskunft über die ausgestellten Apparate nur selten zu erhalten, da die Vertreter der
Firmen meistens nicht anwesend waren.
Der nachstehende Bericht kann daher auf Vollständigkeit keinen Anspruch
machen, zumal die mir zur Verfügung stehende Zeit, vom 17. bis 22. September, ver-
hältnismäßig kurz war.
1. Fein- und Großmechanik Italiens.
Feinmechanik.
Historische Ausstellung. Einen sehr interessanten Teil der metrologischen Aus-
stellung bildete die italienische historische Abteilung, in der viele wertvolle Exemplare
von altertümlichen Instrumenten zum Messen und Wägen vorgeführt waren.
Diese Abteilung umfaßte in mehreren größeren Sammlungen von Instituten und
Einzelgegenständen von Privaten die Maßeinheiten für Länge, Masse und Volumen der
alten italienischen Staaten. Die größte Sammlung war diejenige des Kgl. Tech-
nischen Instituts Carlo Cattaneo in Mailand, welche in drei Schränken Aufstellung
gefunden hatte. Sie enthielt über lOüO alte italienische Meßinstrumente und Geräte
von 1801 an, insbesondere auch lombardo-venezianische Gewichte, und viele alte Publi-
kationen und Verfügungen der Maß- und Gewichtskommission.
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Die Mechanik und die Qlatindustrie aui der Mailänder WeltauuteUun«: 1906. MechanUe^^Ztg.
Die Sammlung der Stadt Rom zeigte ähnliche Geräte aus dem alten Kirchen-
staat in etwa 150 gat erhaltenen Mustern, unter denen einige küuBtlerisch ausge-
staltet waren.
Das Museum von Neapel hatte alte Wagen und Gewichte ausgestellt, die bei
den Ausgrabungen von Pompeji gesammelt sind und z. T. durch Büsten von Kriegern
und Tierfiguren künstlerisch verziert waren.
Ferner waren zu sehen eine alte Wasseruhr, eine Gipsnachbildung des Steins
des Königs Ferdinand von Aragonien mit eingemeißelten VolumenmaBen, eine
Sammlung von Mafien und Gewichten aus sehr verschiedenen Zeiten von Berardi und
vielen ^anderen Gelehrten und Liebhabern.
Eine weitere Sammlung zeigte die historische Entwicklung der Erdbebenkunde;
sie war vom Kgl. Zentralbureau für Meteorologie und Geodynamik in Rom zu-
sammengestellt und umfafite Seismometer von 1818 ab. Sie ist besonders deshalb
wichtig und interessant, weil sie die erste historische seismometrische Ausstellung in
Italien war und die Fortschritte auf diesem Gebiete vor Augen führte.
Neuere Feinmechanik. Die neuere Feinmechanik Italiens war etwas spärlich
vertreten, im ganzen überwog mehr die Grofimechanik. Überhaupt kommen in Italien
nur wenige Orte in Betracht, in denen feinmechanische Werkstätten von größerem Ruf
vorhanden sind. Wenn man von den in jeder Universitätsstadt ansässigen Instituts-
mechanikern absieht, so smd eigentlich nur Mailand, Turin, Genua, Livomo,
Florenz, Padua als Pflegstätten der Feinmechanik zu nennen. Dementsprechend
waren auch wesentlich nur diese Städte mit Ausstellern vertreten. Besonders sind die
beiden Firmen Koristka und Salmoiraghi in Mailand und die Officina Galileo in
Florenz zu nennen. Die Firma Koristka war in der Abteilung Hygiene vertreten,
die anderen in der Meßkunde. Koristka beschäftigt etwa 20 Gehilfen und baut be-
sonders Mikroskope billiger Art, die aber gelobt werden. Es waren ihrer mehrere auf
der Ausstellung vertreten, die ein gutes Aussehen hatten; außerdem hatte die Firma
Objektträger, Blutzählpipetten, Quetschhähne besonderer Form und einiges andere aus-
gestellt. Die Firma „La Filotecnica^, Ing. A. Salmoiraghi & Co. in Mailand, die
etwa ebensoviel Gehilfen wie Koristka beschäftigt, hatte vorwiegend geodätische und
nautische Instrumente vorgeführt. Ein kleines Passageinstrument machte mit seiner
grauschwarzen Politur einen sehr hübschen Eindruck, nur wenige Teile des Instruments
waren messingpoliert. Außerdem hatte die Firma Fernrohre, Kompasse, parabolische
Spiegel für Projektion und sehr viele Linsensysteme für Leuchttürme ausgestellt.
Die Officina Galileo hatte besonders Spiegel und Linsen für Leuchttürme
vorgeführt. Sie soll eine sehr große Anzahl Gehilfen beschäftigen.
Von den übrigen italienischen Ausstellern der Feinmechanik sind zu nennen
Duron! & Co., Angelo Rossi und Enrico Vigevano in Mailand, die aber alle
drei wohl vorwiegend als Händler anzusehen sind. Rossi bot eine große und hübsche
Sammlung von Reißzeugen, Maßstäben, Aneroidbarometern u. a. m.
Die Firma G. Santorelli in Florenz hatte eine große Photometerbank mit
allem Zubehör ausgestellt, außerdem verschiedene elektrische Apparate, wie Galvano-
meter, Influenzmaschinen, Widerstände. C. Olivetti & Co. in Mailand führte außer
Widerständen Registrierapparate für elektrischen Strom und Spannung vor.
In der Hygiene-Abteilung sind noch die Firmen G. Campostano und Emilio
Baizarini & Co. in Mailand mit Apparaten für Radiographie zu nennen. Erstere
Firma hatte die Einrichtung eines Röntgenkabinetts vorgeführt, in dem außer den Rönt-
genröhren alle andern elektrischen Apparate, wie Voltmeter, Amperemeter, Induktoren
u. s. w., italienische Arbeit sein sollten. Baizarini hatte große elektrische Apparate
für ärztliche Zwecke, u. a. eine große Influenzmaschine mit 10 Paar Ebonitscheiben von
50 cm Durchmesser, ausgestellt, femer elektrische Apparate zur Bestrahlung einzelner
Körperteile mittels Bogenlichts, einen riesigen Elektromagneten für Augenärzte zum
Entfernen von Eisenfeiispänen aus dem Auge. Beide Firmen waren auch in der Ma-
rineabteilung vertreten, Campostano mit Apparaten für drahtlose Telegraphie und sehr
schönen Geißlerschen Röhren, Baizarini mit Induktoren von gutem Aussehen.
Eine besondere Ausstellung hatte das Kgl. Zentral-Eichamt in Rom ver-
anstaltet, das unter dem General-Inspektorat für Industrie und Handel steht. Es waren
ausgestellt zwei große Präzisionswagen, von denen die eine auf den Schalen konzen-
trische Ringe zum zentrischen Aufsetzen der Gewichte trug. Es war ein Gewichts-
kästen beigegeben, der Gewichtsstücke von 20 leg abwärts bis 1 mg enthielt, was wohl
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inn?i>\'Q4vr ^* Mecfaanik uod die Glasindustrie auf der Mailander WeltauMtelluag 1906.
t. Januar 1907.
als praktisch nicht bezeichnet werden darf. Ferner umfaßte die Sammlung einen Meter-
stab, ein Kathetometer, eine Einrichtung zur Bestimmung des spezifischen Gewichts
mittels Schwimmkörpers, einen Apparat zur Bestimmung des Druckko^ffizienten von
Thermometern, der zur Konstanthaltung der Temperatur mit drei GlasumhlUlungen um-
geben war. Ein Holzkasten entbleit drei transportable Wagen und zwei Maßstäbe, ein
Schrank Vorrichtungen zur Eichung von Flüssigkeitsmaßen und zur Eichung von Gas-
messern. Ferner war noch ein Apparat zur Bestimmung der Deformation von eisernen
Flaschen ausgestellt.
In der Abteilung für Luftschiffahrt batte das italienische Ingenieurkorps
einen Ballon vorgeführt, der eine vollständige Ausrüstung meteorologischer Instrumente
enthielt, die aber sämtlich deutsches Fabrikat und von der Physikalisch-Technischen
Reichsanstalt geprüft waren. Das Ingenieurkorps hatte weiter ausgestellt elektrische
Apparate zur Herstellung von reinem Wasserstoff, einen Apparat zur Bestimmung der
Deformation von Zylindern und eine Anzahl geplatzter Stahlflaschen für komprimierte
Gase; die Wandstärke der Zylinder betrug 3 bis 5 mm.
In der landwirtschaftlichen Abteilung hatte das Kgl. Zentralbureau für
Meteorologie und Geodynamik in Rom eine Vitrine mit meteorologischen Instru-
menten ausgestellt, die anscheinend alle von L. Fascia in Rom angefertigt waren,
darunter verschiedene Anemometer und Regenmesser, beide auch als Registrierinstru-
mente ausgebildet, femer Psychrometer mit Ventilator; aber alle diese Instrumente ver-
rieten keine besonders feine und hübsche Ausführung.
Im Freien hatten drei meteorologische Hütten von verschiedener Größe mit
vollständiger Ausrüstung Aufstellung gefunden. Sie wichen in ihrer Konstruktion von
der in Deutschland gebräuchlichen erheblich ab und stellten wohl das französische
System dar.
Eine besondere Erwähnung verdient eine Reihe kleinerer mechanischer Hilfs-
apparate, die in der für Italien so wichtigen Seidenraupenzucht gebraucht werden; sie
waren sowohl im Pavillon für die Seidenindustrie wie in der Landwirtschaftlichen Ab-
teilung vertreten. Hierzu gehören kleine Wagen in Form von Briefwagen zur Ge-
wichtsbestinunung der Kokons, kleine Apparate zur Bestimmung der Festigkeit und
Dehnbarkeit der Seidenfäden, Thermometer, Hygrometer, Aräometer, Mikroskope; femer
waren dabei kleine Kästen mit einer Ausrüstung zur Herstellung von mikroskopischen
Präparaten aus den Schmetterlingen. Die Schmetterlinge werden, nachdem sie ihre
Brut abgesetzt haben, getötet und sofort in Mörsem zerrieben; aus dem Pulver wird
ein mikroskopisches Präparat hergestellt, das nach besonderen Methoden auf Krankheiten
untersucht wird. Ergibt die Untersuchung irgend ein verdächtiges Symptom, so wird die
ganze Brut vernichtet. Ein solcher Kasten, cabaret genannt, enthält 8 kleine Mörser
aus Porzellan oder Messing, 8 kleine Olasschalen, diverse Glasstäbe und kleine
Glasplatten sowie einige Fläschchen mit Flüssigkeiten; das Mikroskop ist besonders
beigegeben.
Solche Gegenstände für Seidenraupenzucht hatten ausgesrellt: Carlo Airaghi,
Societä anonima cooperativa, Istituto Bacologico Casati und Leo DeirOro,
alle in Mailand. Merkwürdigerweise werden hierbei anscheinend nur Thermometer nach
Reaumur verwendet, während in Italien sonst ausschließlich Celsiusthermometer gebraucht
werden sollen. Der Preis solcher äußerlich gut aussehenden Thermometer beträgt bei
der zuerst genannten Firma 1,80 Lire = 1,44 M für das Dutzend und 18 Lire = 14,40 M
für das Groß, das macht auf das Stück 10 Pf, womit allerdings der Rekord der thü-
ringer Fabrikanten noch um ein . erhebliches geschlagen sein dürfte.
Welchen Umfang die Seidenraupenzucht in Oberitalien hat, geht wohl zur
Genüge daraus hervor, daß eine der genannten Firmen einen jährlichen Umsatz von
10 000000 Lire haben soll. ^
Noch ein anderes Beispiel für die billigen Preise einzelner Massenartikel bilden
die Objektträger, die früher von einer deutschen Firma zu 29 Lire für 1000 Stück ge-
liefert wurden, während sie eine italienische Firma jetzt zu 14 Lire in tadelloser Be-
schaffenheit verkauft.
Orobmechanik.
Eine strenge Scheidung der Fabrikanten in Fein- und Großm^chaniker läßt sich
nicht durchführen, da die Erzeugnisse vieler Fabrikanten beiden Gebieten der Mechanik
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4 Die Mechaolk und die Glasinduitrie auf der Mailänder WeltauMteUung 1906. Mechaniker^t^
angehören. Hierzu zählen z. B. die Fabrikanten von Wagen und Gewichten, die sehr
zahlreich vertreten waren, aber meist mit Wagen für große Belastungen oder fQr be-
sondere Zwecke, wie beispielsweise Wagen zur Bestimmung des Gewichts kleiner
Kinder, wie solche von T. Moraschi in Mailand ausgestellt waren. Von den anderen
Wagenfabrikanten sind zu nennen Federico Macchi und Paolo Buzzetti, beide in
Gallarate (Prov. Mailand). Letztere Firma hatte Schnellwagen in allen Größen ausge-
stellt und soll ziemlichen Export nach Amerika, Asien und Afrika haben. Ferner hatte
Serafino Gagliardone in Casale Monferrato Wagen und Gewichte, unter ersteren
auch solche für Apotheken, vorgeführt. Der Wagenfabrikant Domenico Canziin Mai-
land hatte sich gleichfalls an der Ausstellung beteiligt.
In großem Umfang waren Gas- und Wassermesser ausgestellt; hier ist u. A. zu
nennen die Societä Italiana, vormals Slry Lizars & Co. di Siry Chamon & Co. in
Mailand, die außer zahlreichen Gas- und Wassermessern auch vielerlei elektrische Meß-
instrumente ausgestellt hatte.
Autoklaven für verschiedene Drucke und Destillationsapparate für chemische
Zwecke waren in der Hygiene-Abteilung vielfach vertreten. Die Firma Mangini e de
Amici in Pavia hatte Autoklaven unter der Bezeichnung „Chamberland'' für 1, 2 und
mehr at Druck ausgestellt, die sehr schön vernickelt und sauber ausgeführt waren.
Auch Trockenschränke und Destillationsapparate hatte diese Firma vorgeführt. Von
den anderen Firmen dieser Branche sind noch zu erwähnen Ing. A. Rastelli & Co. in
Turin, die außerdem noch Apparate für Sterilisierung des Wassers durch Abkochen aus-
gestellt hatte, und die Agenzia Enologica Italiana in Mailand.
Geräte und Apparate für Hospitalgebrauch, wie gläserne Schränke für Medika-
mente und chirurgische Apparate, fahrbare Tische und Gestelle, Operationstische u. dgl.,
hatten in schöner Ausstattung die Firmen Francesco Carboni in Mailand und Giu-
seppe de-Maria in Turin ausgestellt.
Andere chirurgische und elektromedizinische Apparate, wie z. B. elektrische
Lichtbäder, hatte die schon erwähnte Firma Emilio Baizarini & Co. vorgeführt. Die
dabei verwendeten Thermometer waren Einschlußthermometer, während die übrigen
Firmen dieser Branche bei ihren Autoklaven und Destillation sapparaten durchweg Stab-
thermometer mit weiß belegter Rückwand angebracht hatten.
Nochmals zu erwähnen sind hier die Firmen, die Gegenstände für die Seiden-
raupenzucht herstellen, da sie allerhand größere oder kleinere Hilfsapparate für diesen
Industriezweig vorgeführt hatten. Dazu gehörten Apparate zum Durchlochen des Pa-
piers, auf das das Laub für die Fütterung der Raupen gestreut wird, Apparate zum
Schälen der Eier, Brutöfen, Trockenschränke zum Töten der Puppen in den Kokons u. a. m.
Die Firma Fratelli Bettini in Lecco (Prov. Como) hatte allerhand Hilfsgeräte für die
Seidenfabrikation ausgestellt, die in Haken, Knöpfen, Trichtern aus Porzellan, Email,
Glas, Metall bestanden und ganz eigenartige, vielgestaltige Formen aufwiesen.
Federmanometer, Vakuummeter, Hähne, Armaturen bot die Societä Industrie
meccaniche Pellegrini Jarach in Mailand in der Halle für Eisenbahnwesen dar.
Auch die Firma D. Fantinelli in Mailand hatte einige Federmanometer neben ihren
anderen Glasinstrumenten zur Schau gestellt.
Rechenmaschinen waren mehrfach vertreten, doch waren sie sämtlich offen-
sichtig deutsches Fabrikat nach den Systemen Thomas und Brunsviga.
Die Fabbrica Italiana di Recipienti Inesplodibili in Turin hatte in der
landwirtschaftlichen Abteilung eine große Zahl von Behältern zum Aufbewahren und
Verzapfen von feuergefährlichen Flüssigkeiten, wie Petroleum, Benzin, Alkohol, Ter-
pentinöl, Äther, Schwefelkohlenstoff u. s. w., ausgestellt, wie ich sie so schön und voll-
ständig auf keiner Ausstellung bisher gesehen habe.
Die Firma Claudio Zecchini in Mailand bot eine große Sammlung von
Aluminiumgefäßen, meist für Hausgebrauch, dar, unter denen sich aber auch Schalen mit
und ohne Ansatzplatte zum Laboratoriumsgebrauch befanden.
In einem kleinen besonderen Pavillon hatte die Distilleria Italiana, eine Ge-
sellschaft, die mit einem Kapital von 16 000000 Lfre arbeitet, ihre Produkte und Fabri-
kate ausgestellt, unter denen auch alle Gegenstände zur Verwendung des Alkohols für
Heizung, Beleuchtung und Werkstattsgebrauch vertreten waren. Letztere schienen deut-
schen Ursprungs zu sein.
(Fortsetzung folgt)
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Heft 1.
1. Janaar 1907.
V«finm«chrtehtm«
Vei
Zwelgvereln München.
Gtemäß § 6, Abs. 1 der Satzungen hat
der Vorstand die am 9. Nov. v. J. gebil-
dete „Vereinigung feinmechanischer und op-
tischer Betriebe Münchens" als Zweigverein
der D. G. f. M. u. O. vorbehaltlich der
satzungsgemäß erforderlichen Zustimmung
des nächsten Mechanikertages anerkannt.
Vertreter des neuen Zweigvereins im
Hauptvorstande ist Hr. Dr. M. Edelmann
jun.
Durch die Konstituierung des neuen
Zweigvereins sind folgende Veränderungen
im Mitgliederbestande eingetreten:
a) Vom Hauptverein sind zum Zweig-
verein übergegangen die Fürmen: Dr. M.
Edelmann, T. Ertel & Sohn, Bein-
felder & Hertel, Cl. Riefler, G. Ro-
denstock, M. Sendtner, A. Stolln-
reuther.
b) Femer sind folgende Firmen Mit-
glieder des Zweigvereins Mchn.:
Vincenz Bischoff; Feinmech. Werk-
statt; Häberlstr. 6.
Böhm & Wiedemann, Inh.: Franz
Wiedemann jun.; K. b. Hoflieferant,
Ghem.- pharm. Utensilienhandlung u.
mech. Werkstätte; Karlsplatz 14.
Karl Böttcher, Inh.: Paul Weinert;
Fabrik elektr. Apparate; Müllerstr. 46.
Friedrich Deckel, G.m.b.H.; Werk-
Btätte für Präz.-Mechanik; Klenze-
straße 34.
Ed. W. Ebermeyer*s Nachfolger,
Inh. Rieh. Ebermeyer; K. Hof-Glas-
instrumenten-Fabr. ; Schillerstr. 16.
G. Falter & Sohn, Inh.: Julius Falter;
Mech.-optisches Geschäft; Kreuzstr. 33.
Max Goergen; Mech. u. elektrot. Werk-
stätte; Adlzreiterstr. 15.
Isaria-Zähler-Werke, G.m.b.H.; Her-
stellung von Elektr.-Zählem u. Gas-
messern; Dreimühlenstr. 65.
Valentin Linhof; Opt.-mechan. Werk-
stätte; Lindwurmstr. 131.
G. & L. Merz, Inh.: Paul Zschokke
Opt. Institut; Blumenstr. 31.
J. Neher Söhne, Inh.: Joh. u. Heinr
Neher; Turmufa renfabrik u. mech
Werkstätte; Barerstr. 34.
Polyphos El.-Ges., G. m. b. H.
Elektr. Gesellschaft; Schillerstr. 16
Friedr. Reiner, Kgl. bayer. Hofliefe
rant; Telephonfabrik; Jahnstr. 38.
A. Heinr. Rietzschel, G. m. b. H
Opt. Fabrik; SchiUerstr. 28.
Wilhelm Sedlbauer; Werkst, für
Präzisionsmechanik u. Elektrotechnik;
Ehrengutstr. 18.
Gebr. Stärzl, Inh.: Ad. u. Anton
Stärzl; Anstalt für Präzisionsmechanik
u. Elektrotechnik; Scliraudolphstr. 23.
Friedr. Testorf; Mech. Werkstätte;
Nymphenburger Str. 1.
B. üttenreuther, Inh.: Joseph Wagus
sen.; Mech. Werkstätte; Marsstr. 32.
Karl Wagus; Mech. Werkstätte; Früh-
lingstr. 30.
Karl Wieser; Mech. Werkstätte; Blu-
menstr. 53.
AloysZettler, G. m. b. H.; Elektrot.
Fabrik; Holzstr. 28.
Karl W. Zipperer; Fabrik von Uhr-
macher-Werkzeugen; Alfred Schmid-
Str. 5.
MitgliederverzeiohniB.
In der Zeit vom 1. Oktober bis zum
31. Dezember 1906 sind folgende Verände-
rungen bekannt geworden:
A- Neue Mitglieder:
(Die neuen Mitglieder dos Zwgv. Mchn. s. vor-
vorstehend«)
Dr. Bender & Dr. Hobein; Fabrik von
Glasinstrumenten; München. lim.
Otto Daefler, i. Fa. C. Ossyra; Werk-
statt für Modelle und HolzmaBstäbe;
Berlin N20, Wiesenstr. 25. Berl.
Gustav Hermann Donner; Selbstän-
diger Mechaniker und Universitäts-
mechaniker; Physikalische Unterrichts-
und Versuchsapparate; Leipzig, Linn6-
straße 5. Lpz.
Louis Germann, i. Fa. Louis Germann
G. m. b. H.; Fabrik von Schneid-
und Hilfswerkzeugeu f. Falirrad- und
Automobilbau, Fahrrad- u. Automobil-
handlung; Leipzig-Reudnitz,Feld8tr.27.
Lpz.
Georg Hausmann; Teilhaber von R.
Winkel; Göttingen, Düsterer Eichweg.
Gttg.
A. Rob. Kahl & Co.; Fabrik von Glas-
instrumenten; Frauenwald (Thür.). Um,
M. Messerschmidt; Thermometerfabrik;
Elgersburg (Thür.). Um.
Wilhelm Morell; TachometerundTacho-
gn^aphen; Leipzig-Volkmarsdorf, Eisen-
bahnstr. 98. Lpz.
Ernst Otto; Lehrer an der Fortbildungs-
schule Halle N.; Halle (Saale), Richard
Wagner-Str. 19. Halle.
Dr. Max Pauly; Wissenschaftlicher Mit-
arbeiter bei Oarl Zeiß ; Jena, Botzstr. 9«
Hptv.
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6
VerdniDachrlchttn«
Deatsche
Mechaniker-Ztg.
Carl Rose; Glas- und Thermometer-
fabrik; Altenfeld (Thür.). Um.
Florenz Sartorius jun. (von der Fa.
P. Sartorius); Göttingen, Weender
Chaussee 96/102. Gttg.
W. Schmidt & Co.; Thüringer Glas-
instrumenten-Fabrik; Luisenthal (Thür.).
Dm.
Schmidt & Stübel; Fabrik von Glas-
instrumenten; Frauenwald (Thür.). Um.
Job. Mart. Siebert; Fabrik von Glas-
instrumenten; Gotha. Um.
Sommer & Kern, G. m. b. H.; Fabrik
von Glasinstrumenten und Thermo-
metern; Friedersdorf (Schw.-Rud.). Um.
B. Ausgeschieden:
R. Kleemann; Breslau.
A. Kloppe; Leipzig.
E. J. Krüß; Hamburg.
F. Sokol; Berlin.
Chr. H. Stuhl; Gotha.
C. Änderungen in den Adressen:
Prof. O. Behrendsen; Göttingen, Stern-
straße 5.
H. Bürk; Berlin NW 23, Cuxhavener
Str. 14 1-
W. Meyerling; Charlottenburg 1, Grün-
straße 2.
C. Richter; Berlin NW 5, Lehrter Str.30.
Paul Thate; Berlin N4, Invalidenstr. 101.
Wilson - Maeulen Cy.; Chateliersche
Thermometer, Fernanzeigende Thermo-
meter, Vertreter von Carl Zeiß; New-
York, 110 Liberty Str.
D. O. f. M. u. O. ZwelgTereln Tlalle.
Sitzung vom 3. Dezember 1906. Vor-
sitzender: Ur. R. Kieemann.
Hr. Dr. Thiem sprach über »Benoidgas und
seine Bedeutung für die Beleuchtung, Heizung
und Kraftabgabe". Nachdem der VortragendB
die Vorlaufer und die älteren Apparate kurz
skizziert hatte, ging derselbe eingehend auf
die neuesten in der Fabrik Thiem & Töwe
gebauten, den weitgehendsten Ansprüchen ge-
nügenden Apparate ein. Bin kompletter Apparat
zeigte in voller Tätigkeit die Wirkung der
Apparate. Während durch eine umgekehrte
Gasuhr Luft angesaugt und in eine flache
schlangenartige Röhre gepreßt wird, tropft in
dieselbe von oben die zu vergasende Flüssig-
iceit, welche sich durch den entgegenströmen-
den Luftstrom vollständig vergast. Das Gas zeigt
eine blendende Helligkeit und obgleich eine große
Anzahl Flammen gespeist wurden, nicht den
mindesten Geruch. Die Luft und die Vergaaun^s-
flüssigkeit reguliert sich vollständig automatisch
dem Konsum entsprechend. Allgemein wurde
der exakten Ausführung und dem zuverlässigen
und vollständig gefahrlosen Arbeiten dos
Apparats volle Anerkennung gezollt. Die An-
lage ist völlig feuersicher und braucht außer
dem ZufUllen der Verdampf erflUssigkeit und
dem Aufwinden des Gewichtes (täglich einmal)
gar keine Wartung, eine 60-kerzige Flamme
stellt sich auf V* ^- pro Stunde. Nicht nur
einzelne Gebäude, sondern ganze Dörfer, ja
sogar Städte wie Laage, Sülze, Wasungen,
Bad Recke, GoUantsch und andere, sind mit
dieser Beleuchtung versehen. Auch als Heiz-
gas und Kraftgaa wird das Gas zweckmäßig
verwandt. Vor kurzem wurde der 1000. Apparat
fertiggestellt. Für den länger als lV2-8tün-
digen Vortrag dankte der Vortragende. — So-
dann wurden zwei Mitglieder zur Prüfung der
Jahrearechnung gewählt. Ferner wurde die
für die selbständigen Handwerker außerordent-
lich wichtige Frage, ob dieselben berechtigt
sind, ihre Geschäfte resp. Werkstätten einem
Nachfolger mit dem Recht der Weiterführang
der Firma zu verkaufen, verbandelt. Da die
Handelskammer dieses Recht jetzt bestreitet,
wurde beschlossen, die Angelegenheit zunächst
dem Hauptvorstand zur weiteren Veranlasdung
zu überweisen; sollte derselbe sich ablehnend
verhalten, so soll der Zweigverein bei den ent-
sprechenden Behörden (Handwerkskammer,
Reichstag, ev. Ministerium) dahin vorstellig
werden, dem Handwerker dasselbe Recht zu-
zubilligen, wie dem Kaufmann. Gleichzeitig
soll die Handelskammer um ihre Auslegung
der Angelegenheit ersucht werden. Es wurde
allseitig zum Ausdruck gebracht, daß es nicht
die Absicht des Gesetzgebers gewesen sein
könne, das Recht des Verkaufs einer Firma
mit dem Recht der Weiterführung für den
Nachfolger nur dem Kaufmann zuzugestehen.
So wie ein altes Kaufmannsgeschäft ein sehr
wertvolles Kaufobjekt für einen Nachfolger sein
könne, so gebe es ebenfalls eine ganze Anzahl
handwerkerlicher Betriebe, deren Inhaber durch
Fleiß, Rechtschaffeuheit und Tüchtigkeit ihrem
Geschäft einen Wert verliehen hätten, der für
den Inhaber wohl das Recht herleite, von dem
neuen Inhaber, dem Nachfolger, für das Weiter-
führen der alten Firma eine materielle Ent-
schädigung zu beanspruchen. Um keine Frist
zu versäumen, soll möglichst schnelle Be-
handlung durch den Hauptvorstand erbeten
werden. Es wurde mit Recht betont, daß eine
derartige Maßnahme geeignet sei, den Hand-
werker wieder als Menschen zweiter Qualität
hinzustellen, daß aber der Rechtsgrundsatz,
Gleiches Recht fUr Alle, dadurch illusorisch
gemacht werde.
In KUckäicht auf die im Reichstag gefallene
Äußerung, daß ein Gesetzentwurf über den Be-
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Hett 1.
1. Januar 1907.
V«reiii«nacb^cht«n.
fähigungSD ach weis eingebracht werden solle,
wurde der Wert eines Gesetzes fttr den Beruf
des Mechanikers nochmals gründlich erörtert.
Nach allem Par und Wider konnte man zu
einem anderen Standpunkt als dem vor Jahren
eingenommenen, nämlich der Ablehnung des
Befähigungsnachweises für den Beruf des Me-
chanikers, nicht gelangen, und zwar aus folgen-
den Gründen:
1. Die Prüfungsvorechriften sind verhältnis-
mäßig so gering gestellt, daß dieselben auch
verhältnismäßig recht minderwertige Leute er-
füllen können. Der Mechaniker-^ Ifei^er'^ würde
im Berufe des Mechanikers den Stand kaum
heben können. 2. Dem Kapital (Kaufmann)
kann nicht verwehrt werden, Artikel des Me-
chanikers (Reißzeuge, Nivellierinstrumente, Fern-
rohre und alle anderen Erzeugnisse feinme-
chanischer Herstellung) kaufmännisch zu er-
werben und zu verkaufen. Liegt demselben
daran, eine Werkstatt aufzumachen und Lehr-
linge einzustellen, so wird er gerade durch den
Befähigungsnachweis erst recht in der Lage
sein, billig sich einen Mechaniker- »Meister''
einstellen zu können, der für ihn die Lehrlinge
anlernt. 3. Viele mechanische Werkstätten
würden ohne weiteres den Fabrikbetrieb ein-
richten, wozu dieselben ohne Frage berechtigt
sind, während dieselben jetzt den kleinen und
kleinsten Betrieben helfend und unterstützend
zur Belte stehen wollen. Auch für den Fall,
daß für die Fabriken der „Meisterzwang'' bei
Anlemung von Lehrlingen gefordert werden
sollte, würde nur der Fall 2 eintreten. 4. Für
den Beruf des Mechanikers liegt bei Binführung
^es Befähigungsnachweises ohne weiteres der
Wunsch und auch die Möglichkeit nahe, . daß
ein solcher „Meister", obgleich derselbe z. B.
nur Fahrrad-Mechaniker- „Meister" ist, nun doch
auch befähigt sein müßte, Präzions-Mechaniker-
»Meiater* zu sein, um seine Lehrlinge Wagen,
Theodolite u. s. w. bauen zu lassen. Oder sollen
^^r die zirka 18 bis 20 Zweige des Mechaniker-
berufs für jeden Zweig gesonderte Prüfungen
verlangt werden? Das Publikum dürfte hierbei
nicht auf seine Rechnung kommen, b. Es ist
«u befürchten, daß die Staatsbetriebe dann
selbständig für ihre Betriebe (Post, Telegraphie,
Eisenbahn) große Lehrwerkstätten für Mecha-
niker einrichten, wie dasselbe jetzt schon für
die Eisenbahnschlosser der Fall ist, sehr zum
Nachteil der kleinen Werkstätten; der Hand-
werkskammer-Kontrolle sind jene Werkstätten
aber nicht unterworfen. 6. Würden immer
mehr große Werkstätten sich dann ihre eigenen
großen Lehrwerkstätten einrichten (wie ver-
schiedene schon existieren), in welchen, zwar
^^^ großen Kosten, ein guter Nachwuchs heran-
gebildet wird. Diese Lehrlinge worden aber
^en kleinen Werkstätten wiederum entzogen.
Der Mechaniker-^Meister" ist selbstverständlich
auch hier zur Ausbildung vorhanden. B. St
(SdOußfolffi)
ZwelgTerein Hamburg - Altena.
Sitzung vom 4. Dezember 1906. Vorsitzen-
der: Hr. M. Bekel.
Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt
der Vorsitzende des Ablebens des Hrn. B.
J. Krüß, zu dessen Andenken sich die An-
wesenden von den Sitzen erheben.
Die eingegangenen Schreiben der Gewerbe-
kammer über die Sonntagsruhe und das Volontftr-
wesen werden dem Vorsitzenden des Vereins
zur Beantwortung überwiesen, ^die von der Ge-
werbekammer angeregte Frage* des Borg-
unwesens soll auf die Tagesordnung der nächsten
Sitzung gebracht werden.
Bs werden sodann Proben von Galalith vor-
gelegt, Welches Material als Ersatz für Hart-
gummi und Hörn geeignet sein soll.
Hr. W. Basilius macht im Namen der da-
für eingesetzten Kommission bekannt, daß das
Winterfest am 22. Januar stattfinden werde.
Hierauf führt Hr. R. Seifert Neuerungen
in der Glühlampen - Industrie vor und betont,
daß die Zirkonlampe die Osmium-, die Tantal-
und vor allem die Kohlenlampen im Effekt
verbrauch übertreffe, wenn auch der An-
schaffungspreis noch ein verhältnismäßig
hoher sei.
In dem sodann von Hm. A. Kittel gehal-
tenen Vortrage über die elektrisch-magnetischen
Störungen der Erde wird nach Anführung der
Variationen der Richtung und Intensität des
Erdmagnetismus, der plötzlichen Störungen des
magnetischen Zustandes der Erde, des Nord-
lichtes und verwandter Erscheinungen darauf
hingewiesen, daß unsere Kenntnisse über die
in Betracht kommenden Verhältnisse noch er-
gänzungsbedürftig seien und man vornehmlich
von den Beobachtungen in den höheren Luft-
schichten noch manche Aufklärung erwarten
dürfe.
Hr. A. Kittel führt zum Schluß noch eine
Spiegel-Reflex-Kamera vor, welche besonders
zur Aufnahme von sich schnell verändernden
Naturobjekten bestimmt ist.
Abt^Berlin, E.V. Sitzung vom 11. De-
zember 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Raab von der Minimax - Gesellschaft
(Berlin W 9, Potsdamer Str. 10/11) spricht über
den Minimax-Fenerlöscher. Nach einem Rück-
blick auf die Entwicklung des Feuerlöschwesens
und der Handlöschapparate werden die Kon-
struktion des Minimax an Hand von durü!.-
schnittcuen ModtUen und »eine Vorzüge or-
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8
Vfiinoachrichfn^ — FOr WMiwtatt und Labormtorium.
Deutsche
Mecfaaniker-Ztg.
läutert; die Zahl der gelieferten Apparate ist von
10000 i. J. 1900 auf rd. 100 OGO L J. 1906 ge-
stiegen, mit ihm sind bis jetzt über 8000 Brande
gelöscht worden, wobei 12 Menschenleben ge-
rettet wurden.
In die Kommission zur Vorbereitung der
Vorstandswahlen wurden gewählt die Herren
H. Dehmel, 0. Himmler, P. Hintze, P.
Kretlow und P. Thate, zu Kassenrevisoren
dieHerrenO.AhlberndtundA.Blaokenburg.
Hr. A. Blaschke fahrte das Galalith vor,
Hr. W. Handke eine Einspannvorrichtung
für Bohrer (Bezugsquelle: Schuchardt &
Schütte). Bl
FOp Werkstatt
und LabopatopiHm.
Die Osramlampe.
Von der^ Deutschen GaBglühlicht-
AktieDgesellschaft (Auergesellschaft) zu
Berlin werden seit kurzemMetallfadenlampen
unter der Bezeichnung »Oeramlampen*' in
den Verkehr gebracht. Nach Angabe der
Breuruluwim
Firma beträgt die Lichtstärke 30 bis 50 HE,
die Spannung;iOO bis ISO Volt, die Lebens-
dauer durchschnittlich 1000 Brennstunden.
In der Physikalisch-Technischen Reichs-
anstalt zu Gharlottenburg wurden nach
einer der Redaktion vorliegenden Abschrift
des Prüfungsscheines 16 Osramlampen bei
einer Anfangsbeanspruchung von 1,1 Watt
I
1
1 1
!
JOOO
BrennMumirn
Flg. a.
auf 1 HK mittlere horizontale Lichtstärke
mit konstanter Spannung unter Benutzung
von Wechselstrom in Dauerprüfung bis zu
1000 Brennstunden genonmien. Von diesen
16 Lampen brannten während dieser Zeit
nur 5 durch. Aus den Mittelwerten der
im Prüfungsschein der Reichsanstalt mit-
geteilten Zahlen hat die Auergesellschaft
die beiden Kurven {Fig, 1 u. 2) abgeleitet,
aus denen folgendes hervorgeht: 1. Die
Lichtstärke nahm bei beiden Sorten (zu 28
und 32 HK) bis zu etwa 200 Brennstunden
etwas zu und dann langsam wieder ab;
sie betrug nach 1000 Brennstunden etwa
57o weniger als am Anfang (Fig. 1). 2. Der
Verbrauch auf 1 HK. nahm, da sich der
Gesamtenergieverbrauch nahezu konstant
hielt, während der ersten 200 Brennstunden
ab und dann langsam wieder zu (Fig. 2).
Ein Quecksllberkommutaton
Ein Quecksilberkommutator, welcher ge-
eignet ist, die Richtung zweier voneinander
unabhängiger Ströme gleichzeitig durch
einen einzigen Handgriff zu vertauschen,
wird in manchen Fällen erwünscht sein
und mag darum hier kurz skizziert werden.
Acht Quecksilbemäpfchen, an welche
die Zuleitungsdrähte fähren, sind im Kreise
Fig. l.
Flg. 2.
(Fig. 1) derart angeordnet, daß die Mitten
je zweier abwechselnd um ^/j2 und ^/^2 ^^^
Kreisumfanges voneinander entfernt sind.
Die beiden zu kommuüerenden Ströme sind
an 1 und 6 bezw. 3 und 7 angelegt. Über
den Näpfchen spielen vier Drahtbugel,
welche gemeinsam in der durch Fig. 2 dar-
gestellten Weise unter einer um einen
Zapfen A in einer HQlse B drehbaren Hart-
gummiplatte befestigt sind. Denkt man
sich die Drahtbügel so über die Queck-
silbemäpfchen gebracht, wie es durch ein-
fache Verschiebung von Fig. 2 auf Fig. 1
veranschaulicht wird, so wird 1 mit '^ und
5 mit 6, sowie 3 mit 8 und 7 mit 4 ver-
bunden. Durch Drehung der Hartgummi-
platte um 90^ erscheint sodann i mit 6
und 5 mit 2 sowie 8 mit 4 und 7 mit S
verbunden. Eine Drehung der Hartgummi-
platte um 90^ bewirkt also, daß an 2 und 6
bezw. an 4 und 8 kommutierte Ströme abge-
nommen werden können. — Die nicht
äquidistante Anordnung der Quecksilber-
näpfchen gemäß Fig. 1 ist erwünscht» um
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Heft 1.
1. Jannar 1907.
Glaitcchniich«!.
9
die möglichen Schaltungen auf die beiden
allein gewollten zu beschränken. — Zwei
passend angebrachte Anschläge erlauben
auch eine Betätigung des Umschalters ohne
Draufsehen. Schi.
Glastechnisches.
Über die Messung
TonTiirler- und anderen Fl üssIgkeKeu
mit chemischen Mefsgeräten.
Von W. Schloesser u C. Grimm.
Chem.'Ztg. SO. 8. 1071, 1906.
Der Raumgebalt der maßanalytischen Meß-
geräte wird, bekanntlich durch Auswägung mit
Wasser ermittelt. In der Praxis dienen aber
die Geräte zum Messen aller Arten von Fltlssig-
keiten, deren^^Zähigkeit, ^^Adhäsion^ und ^ka-
pillares Verhalten von denen des Wassers zum
Teil erheblich verschieden sind. Die Verf.
haben deshalb an Pipetten und Büretten unter-
sucht, wie weit die Raumgehaltsermittelungen
dieser Geräte durch Wasser auch für andere
Flüssigkeiten gelten.^ Jn der Mehrzahl der Fälle
floß.' nun von Wasser mehr ab als von den
übrigen Flüssigkeiten; zu vernachlässigen sind
die Differenzen bei Vio'' ^^^ ^^^h für die
Mehrzahl der Vi - normalen Titrierflüssigkeiten,
größer werden sie bei konzentrierten Flüssig-
keiten. In besonders hohem Maße gilt dies
für spiritushaltige Flüssigkeiten und nament-
lich von konzentrierter Schwefelsäure (95 %),
von der z. B. aus einer Pipette zu 100 cem
0,44 eem weniger austraten als von Wasser.
Ebenso zeigen starke laugenhafte Flüssig-
keiten, außer Kali- und Natronlauge auch
Fehlingsche Lösung II, erheblichere Ab-
weichungen. Diese hangen bis zu einem
gewissen Grade von der Geschwindigkeit des
Ablaufs ab, derart, daß durch eine Verlängerung
der Abiaufzeit die Minderangaben kleiner
werden und sogar in Mehran^aben übergehen
können. Größere Abweichungen sind dann zu
befürchten, wenn die Flüssigkeiten in merklich
anderer Zeit ablaufen, als Wasser. Man hat
also in der Veränderung der Auslaufzeit ein
bequemes und einfaches Mittel, bessere Über-
einstimmung mit dem Wasserwerte zu erzielen.
Sind die Differenzen zu groß, so wird man die
Geräte für die betreffende Flüssigkeit justieren
müssen. Man kann indes auch, wie die Verf.
vorschlagen, die Pipette mit einer zweiten Marke
auf Einguß versehen. In der Praxis müßte dann
die Pipette bis zu dieser angesogen und nach
Entleerung nachgespült werden. Es wu-d sich
deshalb wohl empfehlen, solche Pipetten mit
Marken auf Einguß und Ausguß mehr herzu-
stellen, als es bisher der Fall gewesen zu sein
scheint. fifr.
Apparat zur kontinuierlichen Ermitte-
lung des spezifischen Gewichts von
Destillaten im Fabrikbetrieb.
Von H. Mikler und L. Neustadl.
Chem.-Ztg. 30. 8. 1023. 1906.
Bei der fraktionierten Destillation verschie-
dener Roh- und Zwischenprodukte, wie Rohöl,
Petroleum, Benzin, Teer u. s. w., wird die Be-
triebskontrolle dadurch ausgeführt, daß man in
bestimmten Zwischenräumen eine Probe des
Destillats entnimmt und dieses auf Temperaturi
spezifisches Gewicht und Farbe untersucht. In
der Zwischenzeit, zwischen den einzelnen Proben,
ist man über das Destillat nicht unterrichtet.
Dieser Übelstand wird durch beistehend abge-
bildeten Apparat beseitigt, der ohne jeden
Handgriff die Peststellung obiger Eigenschaften
kontinuierlich ermöglicht, so daß man jederzeit
ein klares Bild von dem Gange der Destillation
erhalt. Sein Prinzip besteht darin, daß ein Teil
des Destillats den Apparat ständig durchläuft
und die Ablesung des spezifischen Gewichts an
einer feststehenden Skala mittels eines Schwim-
mers erfolgt. Gleichzeitig kann die Temperatur
des Destillats abgelesen und seine Farbe in
dem Glaszylinder beobachtet werden.
Der Apparat besteht aus einem zylindrischen
Standglas A, dessen oberen Teil zwei zentrische,
ringförmige Gefäße B und C umgeben. In das
äußere Gefäß C fließt bei Z das wasserhaltige
oder wasserfreie Destillat, das dann durch das
Winkelrohr r in das Hauptgofäß A gelangt,
während das abgeschiedene Wasser sich im
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10
GlastochniichM. ~ QewcrblicbM.
Deatsdie
Mechaniker-Ztg.
untem Teil von C sammelt und durch den
Wasserabacbeider 8, einen kleinen Syphon, ab-
läuft. Bei wasserfreien Destillaten wird der
SyphoQ geschlossen. Das Standgefäß A bleibt
immer bis zum Rand gefüllt, während der
Oberschuß aus B durch die Röhre r^ abfließt.
Der Schwimmer x ragt durch eine im Deckel
D angebrachte Führung mit seinem Stengel,
der oben eine Metallscheibe trägt, aus A heraus.
Die Ablesung des spezifischen Gewichts ge-
schieht an der Skala y, in der jeweiligen Höhe
der Scheibe 8. Die Temperatur des Destillatu
ist am Thermometer T und die Farbe in A er-
sichtlich.
Der Apparat ist zum Patent angemeldet,
wofür die Firma W. J. Rohrbecks Nachf. in
Wien das alleinige Ausführungs- und Verkaufs-
recht übernommen hat, und hat sich bereits in
den Betrieben der Raffinerie The Anglo-
Galician Oil Co. Ltd., Drohobycz, bewährt.
Wh.
GebrauohBinuBter.
Klasse:
80. Nr. 893 216. Vakuum • Apparat, bestehend
aus einem oben runden Glaszylinder mit
wulstartig ausgebildetem Mundstück - Rand
und am Kopf durch Innen verschraub ung an-
gebrachtem Ventilansatz mit Saugpumpe
sowie darunter befindlichem Luft-Zulaßhahn.
F. S e i f e r t , Wilmersdorf-Berlin. 24. 10. 06.
42. Nr. 292114. Saccharometer, bestehend aus
einer U-förmigen Röhre mit ungleich langen
Schenkeln, deren längerer eine Skala zum
direkten Ablesen des Zuckergehaltes von
Flüssigkeiten aufweist und deren kürzerer
Schenkel im Innern ein Gefäß zur Aufnahme
der zu vergärenden Flüssigkeit trägt. G.
Fromme, Halle a. S. 28.9.06.
Nr. 292 447. Vorrichtung für Ärztethermo-
meter zum Zurückschleudem des Queck-
silbers, mit am oberen Bnde des Thermo-
meters federnd angelenktem Handgriff. E.
G. Hörold, Oehrenstock b. Ilmenau, Thür.
23. 10. 06.
Nr. 292916. Bürette zur automatischen Über-
tragung von Flüssigkeiten in bestimmten
Teilmengen. A. Schmidt, Breslau. 17.10.06.
Nr. 293094. Apparat zur quantitativen Analyse
mit einem vom Auslaßstutzen abnehmbaren
Filtrierglas. A. Herr, Schöneberg. 8. 11.06.
Gewerbliches.
Das Deutsche Museum In Mflnchen.
Nach dreijähriger Arbeit konnte der
Vorstand des Museums nunmehr alle, die
ihm ihre Mitwirkung geliehen hatten, zur
Grundsteinlegung für den Neubau auf der
Kohleninsel einladen.
Die Feier fand am 13. November in
Gegenwart des Kaiserpaares, des Prinz-
regenten, des Prinzen Ludwig von Bayern,
des Staatssekretärs des Innern, der baye-
rischen Minister, sowie vieler hervorragender
Gelehrten und Techniker statt. Zu den
Kosten des Neubaus steuern nicht nur das
Reich, Bayern und die Stadt München über
3 Millionen bei, sondern auch weit über
1 Million ist durch freiwillige Beiträge
von der Industrie aufgebracht worden.
Bei der Ordensverteilung, die wie üblich
mit dieser Feier verbunden war, ist auch
der Präzisionsmechanik gedacht worden, in-
dem Hr. Prof. Dr. Czapski den Michaels-
orden III. Klasse erhalten hat; außerdem
wurde Hr. Dr. S. Riefler zum Kommerzien-
rat ernannt, was wohl kaum eine Rang-
erhöhung für einen Ehrendoktor der Uni-
versität München ist.
Da aber die Vollendung des Neubaues
viele Jahre beanspruchen wird, so sollen
die bis jetzt gesammelten Gegenstände
provisorisch zugänglich gemacht werden.
Im alten Nationalmuseum stehen 6000 gm
und in der Isarkaseme 3000 qm zu dem
genannten Zwecke zur Verfügung; die
jetzt schon sehr sehenswerten Sammlungen
aus dem Gebiete der Präzisionsmechanik
sind im Nationalmuseum, und zwar im ersten
Obergeschoß des westlichen Flügels, auf-
gestellt, die Elektrotechnik hat in der Isar-
kaseme Platz gefunden.
Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt
darauf hingewiesen, daß die Mitglieder der
D. G. f. M. u. 0. das Vorrecht genießen, die
Mitgliedschaft des Museums zum ermäßigten
jährlichen Beitrage von 6 M erwerben zu
können; es liegt im beiderseitigen Interesse,
daß hiervon recht zahlreich Gebrauch ge-
macht werde ^).
Das FilialgOBchaft der Optischen Anstalt
C. F. Goerz A.-G. in den Vereinigten Staaten,
dessen Hauptbureau und Fabrik in New- York
(52 East Union Square) sich befindet, wurde im
September 1906 in eine selbständige Gesell-
schaft mit einem Kapital von 450 000 M um-
gewandelt. Die Firma des neuen Unternehmens
lautet: C. F. Goerz, American Optical Cy.
Der Sitz der Gesellschaft bleibt New-York,
Zweigniederlassungen befinden sich in Chicag^o
(Heyworth Buildings) sowie in San Francisco.
Die Aktien bleiben naturgemäß in den Händen
*) Anmeldungen können durch den Geschäfts-
fohrer der D. G. erfolgen.
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Uefl 1.
1. Januar 1907.
Q«w«rbUchM. » ^at«nticliau.
11
der deutschen Firma Goerz, wie auch die lei-
tenden Direktiven fQr daa amerikanische Ge-
schäft in Berlin ausgegeben werden.
Präsident der Amerikanischen Goerz-Gesell-
scbaft ist Hr. Kommerzienrat C. P. Goerz,
erster Vizepräsident Hr. Direktor Rinnebach,
Friedenau, zum zweiten Vizepräsidenten und
Direktor wurde Hr. L. J. R. Holst ernannt,
der bereits seit vielen Jahren das amerikanische
Geschäft der Firma leitet.
Röntgenröhre» dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden, insbesondere die Anti-
kathode, aus Niob oder Wolfram bestehen. Siemens & Halske in Berlin. 8. 11. 1904.
Nr. 165 138. Kl. 21.
Kystoskop» dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung stereoskopischer Bilder zwei
optische Systeme nebeneinander vorgesehen sind, deren Achsen nahe beieinander liegen
und nur am Okular auseinandergehen. L. H. Loewenstein in Berlin. 5. 11. 1904.
Nr. 164 966. Kl. 30.
Thermometrischen Zwecken dienender elastischer Behälter für gasförmige Medien
mit Kompensierong des Atmosphärendrackes durch Verwendung zweier Ausdehnungskapseln,
die bei Schwankungen des Luftdrucks auf das verschiebbare, mit der Anzeige oder Regelungs-
vorrichtung verbundene Glied mit gleicher Kraft in entgegengesetzter Richtung gleichzeitig ein-
wirken, dadurch gekennzeichnet, daß ein in seiner Längsrichtung leicht dehnbarer und zu-
sammendrackbarer Behälter, dessen Boden und Deckel aus starrem Material bestehen und in be-
stimmter einstellbarer Entfernung voneinander gehalten werden, durch eine starre, aber beweg-
liche Zwischenwand in zwei Kammern geteilt ist, die mit gas- und dampfförmigen Körpern von
verschiedenen Ausdehnungskoeffizienten gefüllt sind. W. M. Fullon in Knoxville, Tenessee,
V. St. A. 31. 5. 1903. Nr. 164 896. Kl. 42.
Verfahren zam Anschleifen der Ränder und Fazetten von optischen Gläsern»
insbesondere von Brillengläsern, dadurch gekennzeichnet, daß das Glas mittels mechanischer
Vorrichtungen zunächst bis auf die richtige Größe an den umlaufenden Schleifstein heranbe-
wegt wird und nun nur eine einzige Drehung beim Abschliif erfährt, zu dem Zwecke, größere
Schleifgeschwindigkeit und Unabhängigkeit der Glasgröße von der Ausrückvorrichtung zu er-
reichen. Rathenower Optische Industrie-Anstalt vorm. Emil Busch in Rathenow.
5. 3. 1904. Nr. 164 848. Kl. 67.
Verfahren snr Erzeugung Ton Gegenständen ans geschmolzenem Qnarz ip der
Weise, daß das Schmelzgut aus dem Schmelzbehälter durch einen luftleeren Kanal, ohne jede
Abkühlung und ohne Luftblasen einzuschließen, in die ebenfalls luftleere Gießform gelangt.
F. Bredel in Höchst a. M. 9.3.1904. Nr. 164 619. Kl. 32.
Qneksüberkippschalter» bei welchem der Kontakt zwischen den Polen des Schalters
durch eine in einer luftdicht abgeschlossenen Kammer enthaltene bewegliche Quecksilbermenge
hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in der das Quecksilber enthaltenden Kammer eine
sehr geringe Menge Öl oder eine andere fettige Substanz enthalten ist, an welcher das in-
folge der Strom-Schließungen und -Unterbrechungen in der Kammer sich bildende, zur Beein-
trächtigung des Stromschlusses fuhrende Produkt haften bleibt. P. L. Clark in Chicago.
8. 11. 1904. Nr. 165 286. Kl. 21.
Verfahren zur Herstellung anskochbarer Kystoskope, dadurch gekennzeichnet, daß
die optischen Giasteile mit dem Metall verlötet werden, nachdem in bekannter Weise an den
Befestigungsstellen der Glaskörper auf kaltem Wege ein Metallbelag aufgebracht worden ist.
L. & H. Loewenstein in Berlin. 6. 3. 1904 Nr. 165 332. Kl. 80.
Objektivreflektor-Lagerang mit Einrichtung zur Veränderung des Neigungswinkels
des Rellektors zum Horizont, dadurch gekennzeichnet, daß der Objektivreflektor in einem zylin-
drischen Gehäuse angebracht ist, dessen Mantelflache die Rotationsachse des Objektivreflektors
zur Verstellung desselben gegenüber dem Horizont bildet, zum Zwecke, Erschütterungen des
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12
Pat«Dt«chau. - Patcntliit«.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
Instrumentes, insbesondere in der Form als Panorama-Zielfernrohr für Geschütze u. dgl., durch
die Größe der den Objektivreflektor umschließenden Auflageflache unschädlich zu machen.
C. P. Goerz in Friedenau-Berlin. 28. 5. 1901. Nr. 166 346. Kl. 42.
Stellvorrichtoiig an Mikroskopen» dadurch gekennzeichnet, daß auf einem mit dem
Mikroskop in leicht lösbarer Verbindung stehenden Bügel ein die Feinbewegung der Mikroskop-
steilschraube vergrößerndes Reibrädergetriebe angebracht ist, dessen Drehbarkeit durch An-
schläge begrenzt ist. CA. Lingner in Dresden. 18. 6. 1903. Nr. 164972. Kl. 42.
Pateiitliste.
Bis zum 10. Dezember 1906.
Klasse: Anmeldungen.
7. H. 36 831. Verfahren zur Herstellung dichter
und einen hohen Innendruck aushaltender
Rohre aus schraubenförmig gewickelten
Mtitallbändem. N. Heid, Stockerau, Nied.-
üsterr. 28. 7. 05.
12. B. 40300. Verfahren zur Erzeugung be-
ständiger langer Lichtbogen und deren Ver-
wendung zu Gasreaktionen. Bad. Anilin-
und Sodafabrik, Ludwigshafen a. Rh.
23. 6. 06.
17. H. 37 060. Kühler und Verflüssiger für Gase.
G. Hildebrandt, Berlin. 3. 2. 06.
21. B. 11221. Vorrichtung zum Verteilen hoch-
gespannter Wechselströme in gleichzeitig
arbeitenden Röntgenröhren. F. Dessauer,
Aschaffenburg. 14. 10. 05.
£.11 914. Elektrischer Wellenmesser mit Vor-
richtung zum Anzeigen des Resonanzgrados.
8. Bisenstein, Berlin. 20. 8. 06.
G. 22 369. Metall- oder Metalloiddampflampe
aus Quarzglas. B. G ehr ck e, Berlin. 6. 1. 06.
G. 23 483. Verfahren für Wechselstrommes-
sungen. B. Gäti, Budapest. 9. 8. 06.
J. 9103. Rollenzählwerk für Meßinstrumente
jeder Art mit vertikalen Wellen. Isaria-
Zähler-Werke, München. 7. 6. 06.
M. 30 174. Vorrichtung zum Ausgleich der
Temperatureinflüsse bei Volt-, Ampere- und
Wattmetern mit Drehfeld. B. Meylan u.
Cy. p. la Fabrication des Compteurs
et Material d' Usines h Gaz, Paris.
14. 7. 06.
82. L. 22 729. Blasdüse mit regelbarem Auspuff
für Glasblasemaschinen. K. A. Lingner,
Dresden-A. 7. 6. 06.
42, A. 11734. Dampfmesser, bei dem die
Messung der Dampfmenge mit Hilfe einer
regelbaren Drosselung in der Dampfleitung
erfolgt. Aktiebolag de Lavais Ang-
turbin, Jerla b. Btockhohn. 31. 1.06.
A. 12 398. Gyroskop. N. Ach, Berlm. 20. 9. 05.
A. 12 867. Verfahren zum Ausgleich der Ab-
lenkung von Kompaßmagnetnadeln von der
wahren Mittagslinie durch Anordnung von
Quermagneten. W. T. St. Aubin, London.
13. 2. 06.
B. 43 221. Ansaugevorrichtung für Gasproben.
W. Budd^us, München. 28. 6. 06.
G. 21936. Kugelgelenk -Stativkopf mit einer
in einer Hülse geführten, zum Einspannen
des Kugelgelenkes dienenden Kugelkalotte
und Ausschnitten derselben zwecks Neigung
des Stativkopfes in horizontaler Ebene. H.
Gravillon, Paris. 4. 10. 05.
0. 4809. Panoramafernrohr mit mehr als zwei
hintereinander geschalteten Binzelfemrohren
und einem in den Strahlengang eingeschal-
teten Aufrichteprisma. C. P. Goerz, Frie-
denau-Berlin. 6. 3. 06.
20 915. Einrichtung zum Aufzeichnen
akustischer Schwingungen. M. Soblik,
Düsseldorf. 27. 3. 05.
R. 21 688. Verfahren und Vorrichtungen
zum Verhüten des Verlaufene von Bohrern.
K. Reinöhl, Berlin. 26. 9. 05.
Seh. 24 748. Als Hohlmaß ausgebildeter
J. Schieuter, Kalk b. Cöln.
S,
49.
64,
Trichter.
8. 12. 05,
C.
M.
Erteilnngen.
80. Nr. 180090. Dampfsterilisator. F. &
Lautenschläger, Berlin. 2.8.05.
82. Nr. 180 091. Einrichtung zum Entnehmen
von Glasröhren aus einer beim Pressen
aufrechten y längsgeteilten Form. F. A.
Grosse, Bischofswerda i. S. 30. 7. 04.
42. Nr. 180151. Flackerphotometer. J. P.
Simmance u. J. Abady, London. 26.11.03.
Nr. 180 231. Schreib Vorrichtung für registrie-
rende Meßinstrumente. A. Wagner, Lang-
fuhr b. Danzig. 24. 4. 06.
Nr. 180308. Registrierkompaß. E. J. M. L.
M 0 i s 0 n , Paris. 26. 6. 05.
Nr. 180 360. Wärmeregler mit Kontaktthermo-
meter. P. Hen sei, London. 14.7.04.
Nr. 180388. Im Querschnitt halbkreisförmiges
Präparatenglas. Deutsche Lehrmittel-
Gesellschaft, Berlin. 24. 11. 04.
Für die RedakUon Terantwortlich: A. BUschke In Berlin W.
Verlag tob Julins Springer In Berlin N. — > DmokTon Bmll Dreyer In Berlin BW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitaohrift fär Instrumentenkimde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft ffir Mechanik und Optilc
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der ApoateUdrche 6.
Heft 2. 15. Januar. 1907.
Nachdrack nur mit Genehmigung der Redaktion geatattet.
Die Mechanik und die Glasindastrie auf der Mailänder WeltaussteUung 1906.
Von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. B. F. Wl«b«,
IfltgUod der Physlkaliflch-Technischen RelchsaziBtaU in Charlottenbnrg.
{Fortmtmmg.)
Fein- und Grorsmechanik der anderen Lander.
Frankreich.
Neben Italien war in den Abteilungen für Meßkunde und Hygiene besonders
Frankreich vertreten.
Das Französische Museum für historische Metrologie hatte eine kleine
Sammlung alter astronomischer und geodätischer Instrumente ausgestellt, die aber die
jetzige Eleganz der Formen meist vermissen ließen. Eine sehr interessante Sammlung
war diejenige der Gollectivit6 de la Chambre Syndicale des constructeurs et
fabricants d'instruments d'optique et de precision in Paris. So laug wie ihr
Titel war auch die Reihe ihrer Schränke, die hart aneinander stehend einen einzigen
langen Schrank zu bilden schienen. Leider war die Trennung der Ausstellungsgegen-
stände der verschiedenen Finnen voneinander nicht ganz scharf durchgeführt, so daß
man mitunter nicht genau unterscheiden konnte, wer der Fabrikant der betreffenden
Apparate war. Hier fOhrte die Firma L. Oolaz in Paris ihre vorzüglichen Bomben und
Kalorimeter nach Mahler vor, Apparate für die Gasanalyse von Bonnier und Manzin,
schöne Stabthermometer, Kathetometer, Kondensationshygrometer nach Aliuard, Hähne
von Messing für Vakuum. Ph. Pellin hatte Oalvanometer-Pyrometer zur direkten Ab-
lesung nach Le Chatelier ausgestellt, die ganz nach dem Siemensschen Modell ange-
fertigt waren, ebensolche Instrumente auch mit Registriervorrichtung, aber ohne Bügel
und zugleich für direkte Ablesung. Dieselbe Firma hatte optische Pyrometer nach
Le Chatelier, Goniometer und Wagen ausgestellt. Femer waren vertreten P. Lequeux
mit kleinen Autoklaven zum Sterilisieren von pharmazeutischen Produkten, J. L. Lan-
guet mit Tachymetern, L6o Maxant mit mehreren Registrierbarometem, J. Poinot
mit Aneroiden und Registrierbarometem, E. Huet Fils ebenfalls mit Aneroiden. Die
Firma Chauvin & Arnoux hatte eine elektrische Meßbrücke und Galvanometer ausge-
stellt, F. Jarret zahlreiche hübsch geschliffene Linsen und Prismen sowie Glasproben,
Alphons Darras führte Zählwerke vor, Berth6le;my & Hurlimont geodätische In-
strumente und Maßstäbe, während Breguet mit elektrischen Meßinstramenten, besonders
Volt- und Amperemetern, vertreten war.
Außer dieser hervorragenden Sammlung glänzte natürlich auch wieder die Aus-
stellung der weltbekannten Firma Jules Richard in Paris, die schöne meteorologische
und elektrische Registrierapparate vorführte. Ing. Borde in Paris hatte Präzisions-
instrumente für Luftschiffahrt, wie Barometer, Thermometer, Hypsometer, Kompasse
u. dgl., ausgestellt. E. Ducretet in Paris war mit Induktoren und einer schönen Kom-
pressionspumpe vertreten. H. Bellieni in Nancy hatte Goniometer, Geföllmesser, Theo-
dolite und andere geodätische Instmmente in schöner Ausführang ausgestellt. Unter
der Bezeichnung Le Ouetteur war ein Pegelregistrierinstmment aufgestellt. Hübsche
chirurgische Instrumente und Apparate hatte H. Walfing-Luer in Paris vorgeführt,
aber vor allem die Firma Matthieus Bon & Cie. Succrs. in Paris, die mit ihrem ele-
ganten Sclirank und geschmackvollen Aufbau ihrer feingearbeiteten chirurgischen Instru-
mente und Apparate alles andere dieser Art auf der Ausstellung bei weitem übertraf. Auch
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14 !>!• MMhanlk und dl« Qlaiindiutri« auf d«r Mallftnd«r W«ltauntellime 1906. Me<^S^Ztg.
die Firma E. Quinion hatte gute cbirargiache Instrumente vorgeführt. Gance & Fils
in Paris zeigten Vorschal twiderst&nde, die aber ein ziemlich rohes Aussehen hatten.
In dem landwirtschaftlichen Pavillon hatte das Institut Pasteur in Paris La-
boratoriumseinrichtungen für bakteriologische Forschungen ausgestellt.
Der französische Teil glänzte auch besonders durch eine reiche Auswahl
schöner, auf elektrothermischem Wege hergestellter metallurgischer Proben, die von
verschiedenen Firmen in zum Teil sehr großen Stücken und Kristallen vorgeführt wurden.
Die Gie. Electro-Thermique Keller-Leleux in Paris hatte u. a. Ferro-Silizium mit 25%
Si, Ferrochrom mit 6 bis 7 % ^^y ferner Stahlproben ausgestellt, die durch Schmelzen
im elektrischen Flammenbogenofen hergestellt waren. Die Societ6 Nio-Metallurgie
in Paris hatte Ferro- Wolfram mit 82 7o Wo, Nickel- Wolfram mit 50 7o Wo, Boronickel
mit 20 7o ^^f Titaneisen, Titannickel, Ghromkupfer, reines Titan u. a. m. ausgestellt.
Die in Savoyen und in der Schweiz ansässige Soc. An. Electrometallurgique, Pat.
Paul Girod, hatte u. a. schöne Proben von Molybdän mit 98 7o J^einem Mo, Ferro- Vanadium
mit 34 7o V*> Kupfer von 99,85% reinem Gu zur Schau gestellt. Die Societe
Lyonnaise (La Volte) de Tindustrie electrochimique hatte außer metallurgischen
Proben auch neue und gebrauchte Ghamotteröhren ausgestellt. Unter letzteren be-
fanden sich solche, die 16 Monate im elektrischen Ofen im Betrieb gewesen und noch
vollständig intakt waren.
In der französischen Abteilung der Hygiene hatte auch ein Ozonisator nach
System de Frise (Paris) Platz gefunden, doch schien er noch nicht praktisch erprobt zu sein.
Sohweiz.
Die Schweiz war, wenn auch nicht so zahlreich wie Frankreich, aber ebenfalls
durch einige gute Firmen vertreten. In der Abteilung für Meßkunde war es besonders
dieSoci6teGenevoise, die mit ihren weltbekannten Apparaten und Instrumenten
Aufmerksamkeit erregte. Darunter befanden sich Komparatoren, Teilmaschinen, Katheto-
meter, Passageinstrumente, Maßstäbe, Libellen, alles in vorzüglicher Ausstattung. In
der Hygiene-Abteilung hatte die Maison Hausmann in St. Gallen, die auch in Oenf,
Zürich und Basel vertreten ist, eine hübsche Sammlung von chirurgischen Instrumenten
und Apparaten ausgestellt, unter denen tragbare Kasten mit allen erforderlichen Metall-
und Glasgeräten zum Mikroskopieren für physiologische Zwecke in hübscher Ausstattung
besonders zu erwähnen sind. Femer hatte F. Büchi&Sohn in Bern (Vertreter:
G. Eisentraeger in Mailand) ein Mikrotom, System Vinassa, zur Herstellung mikro-
skopischer Schnitte von tierischen und pflanzlichen Objekten, einige Taschen-Quecksilber-
manometer zu sphygmometxischen Zwecken für Drucke bis zu 26 cm (Messung der
Pulsfrequenz) sowie Hämometer nach Prof. Sahli zur kolorimetrischen Bestimmung des
Hämoglobingehalts des Bluts ausgestellt. Die Firma Pf ist er & Streit in Bern hatte
ein Ophthalmometer nach Javal-Schiötz und ein von Prof. Pflüger verbessertes Opto-
meter vorgeführt.
England.
In der Ausstellung für Luftsdüffahrt waren zwei englische Firmen vertreten,
die bekannte Gambridge Scientific Instrument Go. Ltd. in Gambridge und
F. Darton & Go. in London. Erstere hatte allerhand elektrische Apparate und Instru-
mente ausgestellt, darunter Normalwiderstände, Normal-Gadmiumelemente und montierte
Thermoelemente. Femer waren zu sehen ein Duddel-Oscillograph, ein Vibrator, ein
Mikrotom, auch verschiedene Thermometer, sämtlich in Stabform mit weiß belegter
Rückseite. Unter den Thermometern waren gebogene Thermometer, wie sie bei der
Bestimmung des mechanischen Wärmeäquivalents nach Gallendar benutzt werden, und
mehrere Siedethermometer in Montage ausgestellt.
Darton & Go. hatten eine reiche Auswahl von kleinen und großen Aneroid-
barometem in verschiedener Ausstattung, zum Teil auch gegen Temperatureinfluß kom-
pensiert, und einen Barographen ausgestellt, femer noch ein Ablesefemrohr, Kom-
passe, Pendel.
Im Marinepavillon hatte die Kgl. Admiralität eine kleine Ausstellung von
Tiefsee-Instrumenten veranstaltet, wobei sich auch ein sehr mangelhaftes Tiefsee-Maximum-
und Minimum-Thermometer in Montage befand.
Ghadburns Ships Telegraph Go. Ltd. in Liverpool hatte Schiffstelegraphen
u. dgl. ausgestellt, bei denen die Ausstattung der Zeiger bemerkenswert war. Die
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fi«ft 3.
i5.Jaaoar 1907.
RCLomb» M«MUOg «tmrk gtkrümmtw Linsen mit d«m AbbMchcn Sphärom«t«r.
15
schwarzen Zeiger waren mit einer messiDgenen Umrahmung versehen, wodurch sie sich
hesonders deutlich von der Skala, die zum größten Teil mit der schwarzen Schrift der
Signale bedeckt war, abhoben. Dies ist von großem Vorteil beim Ablesen der bewegten
Zeiger imd verdient Nachahmung auch bei anderen Instrumenten, z. B. den elektrischen.
William Beid & Co., London und Newcastle, hatten drei Federmanometer mit
Teilungen nach englisch Pfund pro Quadratzoll, was wohl in Italien wenig Anklang
gefanden haben dürfte, sowie einige montierte Wasserstandsgläser ausgestellt.
Im Arbeitspalast hatten noch zwei optische Firmen Platz gefunden: H. Kemp
in London, der Augengläser mit periskopischen Linsen vorführte, und The Optical
Manufacturing Co. in London, die achromatische Gläser für Nah- und Fernsehen an-
pries; beide Firmen führten auch kostenfrei Augenuntersuchungen aus und schienen
gute Geschäfte mit dem Verkauf ihrer Gläser zu machen.
iSehhtß folgt)
Über die Messung stark gekrümmter Linsen mit dem Abbeschen Sph&rometer.
Von Banry O. Lomb in Rodiester.
Die Theorie des bekannten Abbeschen Sphärometers^) bedarf bei Anwendung
auf stark gekrümmten Linsen einer Ergänzung, die, wie es scheint, noch unbeachtet
geblieben ist.
Bei diesem Instrument wird bekanntlich die Dicke PQ (Fig. 1) desjenigen
ideellen linsenförmigen Raumes 8PTQ bestimmt, welcher dadurch entsteht, daß man
einmal die zu messende Kugelfläche auf den
im Querschnitt gezeichneten Bing O O legt,
sodann eine ihr genau entgegengesetzt ge-
krümmte Fläche (Probeglas, Schleifschale) auf^
legt. Aus technischen Bücksichten ist der
Bing nicht mit einer einzigen kreisförmigen
Schneide, sondern mit zwei konzentrischen,
etwa 0,5 mm voneinander entfernten Schneiden
versehen. Alsdann ergibt sich der Krümmungs-
radius B der Kugelfläche aus der Formel
Flg. 1.
^-2h'^2
(1)
Flg. 2.
WO 2h die gemessene Distanz PQ bedeutet
und nach Pulfrich^) für r das arithmetische
Mittel der inneren und äußeren Kreise des
Ringes zu nehmen ist.
Ist der Abstand der beiden Schneiden
klein im Verhältnis zum Ringdurchmesser, so
liefert die Formel (1) den gesuchten Krüm-
mungsradius mit größter Genauigkeit. So
z. B. summen die mit Ringdurchmessem von 30 bis 80 mm durchgeführten Messungen
von swel Probegläsem mit dem Radius von 223 mm bis auf 0,1 mm, d. i. rd. 0,05 7o'
überein.
Für sehr kleine Brennweiten aber (stark gekrümmte Linsen) ist diese Annahme
nicht mehr zulässig.
Die nähere Betrachtung lehrt, daß dann das arithmetische Mittel
"=-^
nicht mehr der der Messung zugrunde liegende Radius der Grundfläche der betreffenden
Kugelhaube ist, daß vielmehr dieser Radius gegeben ist durch die Hälfte der Strecke 8T
(Fig. 1) zwischen den ideellen Schnittpunkten der beiden Kugelflächen. Es handelt
sich also darum, die Größe dieser Strecke zu ermitteln.
1) Pulfrich, über einige von Prof. Abbe konatr. Meßapp. f. Physiker. III. Sphärometer.
ZeiUehr. /. InttrhU. 1». 8. 313. 1892.
^) a^a. 0. flf. 315
(la)
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16 K- C. Lomb, MtMiinc ttaik c«krOmmt«r Uhmo mit d«ii AbbMchra Sphliom«Ur. Mecbanlktt^Ztg
Zu diesem Behuf führen wir ein rechtwinkliges Koordinatensystem ein und
nehmen zur F-Achse die durch den abgeflachten Teil des Ringes bestimmte Gerade,
sum Anfangspunkt das gemeinsame Zentrum der beiden Kreisschneiden. Mit der Be-
zeichnung der Fig, 2 ist dann die Gleichung des einen Kugelschnittes
(x~]/i2 2-r,2f + y?. = Jj2, (2)
die des anderen
(a: + ]/fiiI^' + y2 = jj2 (3).
Durch Subtraktion der beiden Gleichungen findet sich, wenn ^ die Abszisse
Schnittpunktes der Kreise bedeutet,
2S(j/i22-ri2 + j/ÄS—r^O + ri^—r^^ = 0,
also: 2 5 = l/fi^Z^—j/B^Zirr (4)
wie auch aus der Figur sofort ersichtlich. Die Ordinate y des Schnittpunktes ist ge-
geben durch
»24 2 . . . V ;.
Ans (4) und (5) folgt n. a., dafi
X-
__V±r
2
y^ = -^^^-ö^, (6),
2
d. h. für einen gegebenen Bing liegen sämtliche Schnittpunkte der beiden Kugelfl&chen
auf einer bestimmten gleichseitigen Hyperbel.
Um eine ftLr die Rechnung bequeme Formel zu finden, kOnnen wir folgender-
maBen verfahren. Da
]/ Ä^^^ = R—\ und |/fiW^ = R_}^^
so folgt aus (5)
4y 2 = ri2 + r^^ + 4 A Ä— 2 h^ Ä^,
wo 2 Ä = Aj + A2.
Femer nach (4)
4a;2 = Ai2 + A22-2AiA2.
AlsOy unter Berücksichtigung von (6),
4A 2 A
Setzt man noch (A — Aj) = — (A — Ag) = dA, so ist A^ A2 = A^ — dh\ und wir er-
halten schließlich
^ 24. ^ 2 h
wo «•
dh
2 _ (y Ä 2- ri2 _ ^R^-r^^f
(8).
2A 8Ä
Hierin bedeuten also r^ und r^ die Radien der Kreisschneiden, 2A die ge-
messene Streclce, R den zu ermittelnden Kugelradius. Das kleine Korrektionsglied c
findet man durch Einsetzung des aus den ersten zwei Gliedern von (7) folgenden ge-
näherten Werten von R, nftmlich
apirM. ^
_ '1 • '2
4A ^2
+ Ö (9)
in Gleichung (8). Oder man legt sich für einen gegebenen Ring (r^, r^, gegeben)
eine kleine Tabelle an, welche für fortschreitende Werte von R (und die aus
2A = 2i2— ]/l22-ri2-yi22_^^2 ^q)
folgende Werte von A) die nach (8) berechneten Werte von f angibt. Die Intervalle
für B können dabei groß genommen werden.
Um eine Vorstellung der Größe des bei Benutzung von (1) und (la) be-
gangenen Fehlers zu gewinnen, betrachten wir einen Ring, dessen Schneiden die
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H«ftS.
IS. Januar 1907.
Varaiiit- und PtnoimuimcliiichtMi.
17
Radien r^ = 9,5 mm, r^ = 10,0 mm beaiteen, und nehmen als die zu messende Kug^el-
flAche diejenige, die gerade noch meßbar ist, nämlich eine Halbkugel vom Radius
Ä = rg = 10 mm.
Gesetzt, es sei 2 h fehlerlos gewesen, also nach (10)
2 A = 16,8775,
so folgt aus (9):
B = 9,8556,
also nach (8) t = 0,1444,
und natürhch R = 10,0.
Dagegen für r = (rj + fg) : 2 = 9,75 folgt aus (1) B, = 9,8518, eine Differenz
von 1,5%, ein Betrag, der sehr wohl berücksichtigt werden sollte.
Wie anfangs hervorgehoben, machen sich diese Verhältnisse nur bei kleineren,
dickeren, stark gekrümmten Linsen geltend.
Rochester N. Y., Oktober 1906.
Vei
Am 27. Dezember 1906 starb nach
kurzer Krankheit im Alter von 60 Jahren
Hr. Ferdinand Springer, der Seniorchef
des Verlagshauses Julius Springer.
Der Verstorbene darf zu den bedeutend-
sten Vertretern seines Faches gessählt wer-
den: mit Großzügigkeit und Weitblick beim
Fassen der Pläne vereinte er Tatkraft und
Zuverlässigkeit bei der Ausführung, persön-
liche Liebenswürdigkeit im Verkehr.
Der Verstorbene übernahm i. J. 1877
die von seinem Vater gegründete Verlags-
buchhandlung, zu einer Zeit, wo die in-
dustrielle Tätigkeit in Deutschland einen
ungeahnten Aufschwung nahm. In rich-
tiger Würdigung der Zeitverhältnisse wandte
Ferdinand Springer, zusammen mit sei-
nem 1880 in die Firma eingetretenen
jüngeren Bruder Fritz, dem Verlag von
Werken und besonders Zeitschriften wissen-
schaftlich-technischen Inhalts seine ganze
Aufmerksamkeit zu, mit dem Erfolge, daS
der Springersche Verlag auf diesem Felde
der bedeutendste in Deutschland geworden
ist. Auf dem Gebiete der Präzisionsmechanik
ist als erstes Werk des Springer sehen
Verlages der musterhaft ausgestattete Be-
riclit über die wissenschaftlichen Instru-
mente auf der Berliner Gewerbeausstellung
1879 zu nennen, an den Loewenherz
die Gründung der Zeitschrift für Instru-
mentenkunde anschloß, die nunmehr im
27. Jahrgang in einem ihrer Aufgabe wür-
digten Gewände erscheint; dadurch, dafi
unser Vereinsblatt vor 11 Jahren der Zeit-
sclirift für Instrumentenkunde als Beiblatt
angegrUedert werden konnte, kam es nach
mancherlei Fährlichkeiten in geordnete Ver-
lagsverh<nisse.
Die Firma ist nunmehr an Hm. Fritz
Springr®' luid an die beiden ältesten
SOhne der zwei Brüder übergegangen, deren
Aufnahme in die Firma eine der letzten
Maßnahmen des Dahingegangenen war.
D. O. f. M. u. O. Zwelgrerein Halle.
Sitzung vom 3. Dezember 1906. Vor-
sitzender: Hr. R. Klee mann. (SchluB.)
7. Es ist zu bezweifeln, daß die Söhne
jetziger Werkstätteninhaber, nachdem dieselben
in vielen Fällen eine Gymnasial- und Uni-
versitätsbildung neben einer grandlichen prak-
tischen Werkstattelehre genossen haben, Lust
verspüren, eine Meisterprüfung abzulegen.
Dieselben sind aber gerade wegen ihrer gründ-
lichen Durchbildung in der Lage, Lelurlinge
anzulernen. 8. Diejenigen Elemente aber, welche
an der Meisterklippe scheitern, werden dann
erst recht unserem Beruf zum Unsegen werden ;
sie werden sich durch jugendliche Arbeiter ent-
schädigen, werden dem ordentlichen tüchtigen
Mechaniker schwere Konkurrenz machen, beim
Publikum aber durch den Titel Mechaniker als
ordentlich ausgebildet trotzdem angesehen
werden und über die anderen, die sich Mühe
und Zeit nicht verdrießen ließen, lachen.
Wir vermögen daher aus der Einführung des
Meisterzwanges keinerlei Vorteile wohl aber
schwerwiegende Nachteile vor allen Dingen
aus Punkt 1, 2, 3, 4, 7 und 8 herzuleiten. Es
ist gerade für den Beruf des Mechanikers un-
zweifelhaft, daß bei der Vorschrift, Lehrlinge
nur anlernen zu können nach Ablegung der
Meisterprüfung, die gute Absicht, guten Nach-
wuchs zu erhalten, nicht erreicht wird. Gar
mancher, der wohl dazu in der Lage wftre, wird
verzichten, und andere Elemente, die nur mit
Mühe die höchste Sprosse erklommen, die ge-
rade sollten keine Lehrlinge halten dürfen.
Bei Auftragserteilungen wird sich das Publikum
beim Mechaniker nie an das Wort Meister kehren.
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18
Pflr Wcilutatt und Laboratorium. — GlastcchiilachM.
I>«iitafilM
M«chAnlker-Ztg.
Dasselbe sowohl, als auch die Behörden werden
sich bei diesem Beruf nur nach der erprobten
und anerkannten Tüchtigkeit bei Vergebung
von Arbeiten richten. Dagegen herrscht sowie-
so ein Mangel an guten Gehilfen in unserem
Beruf, da die selbständig und gut arbeitenden
von der Post, Telegraphie, Eisenbahn und
Elektrizitätswerken aufgesogen werden und
uns auf immer verloren gehen, andererseits
schon jetzt ein Teil der als Chauffeure arbeiten-
den kaum noch für uns in der Werkstatt in
Betracht kommt. Wird die Zahl der Lehr-
linge durch ' solche Maßnahmen weiter be-
schrankt, so wird der jetzt schon fühlbare
Mangel an guten Gehilfen noch mehr hervor-
treten und immer mehr mittelm&ßiges oder ge-
ringeres Material als Nachwuchs nicht zur
Hebung des »Handwerks* zur Verfügung stehen.
Der Zweigverein Halle will daher den Haupt-
vorstand der D. G. f. M. u. 0. ersuchen, dahin
vorstellig werden zu wollen, für den Mechaniker-
beruf den Beföhigungsnachweis, wie bisher,
abzulehnen. E. KL
FOp Werkstatt
und LabopatopiHm.
Abbeizen Ton Metallen«
MetalHnduatr. Eundaehau 15. 8. 796. 1906
nach Wien. Metaüarit.
Das Entfernen der vom Gießen herrühren-
den oder durch Glühen entstandenen Oxyd-
schicht geschieht, wenn nicht eine Bearbeitung
des Gegenstandes durch Schaben, Peilen,
Drehen u. s. w. erfolgt, entweder mittels eines
Sandstrahlgebläses oder auch vielfach durch
Abbeizen, und zwar gewöhnlich durch verdünnte
Schwefeisäure (1 bis 10 TL Schwefelsäure auf
100 Tl. Wasser) oder verdünnte Salzsäure.
Durch Zusetzen von etwas Holzteer oder Stein-
kohlenteer soll sich der Zunder von Bisenteilen
oder der Grünspan (unaufgelöst) entfernen lassen.
Beim Abbrennen oder Gelbbrennen von
Messing und Tombak benutzt man zunächst als
Vorbeize verdünnte Schwefelsäure, taucht dann
den Gegenstand einige Augenblicke in starke
Salpetersäure und spült ihn in reinem Wasser
sofort ab. Zum Entfernen von Fett ist es an-
gebracht, die Metallteile vor dem Beizen zu
glühen. Für Neusilber wird als Vorbeize ver-
dünnte Salpetersäure, als Schnellbeize ein Ge-
misch von gleichen Teilen Scheidewasser und
Vitriolöl (Salpetersäure und rauchende Schwefel-
säure) empfohlen.
Gold- und Silberwaren kocht man mit einer
Beize (Sieden, Weißsieden beim Silber). Man
verwendet für Grold sehr verdünnte Salpeter-
säure, für Silber verdünnte Schwefelsäure oder
eine Lösung von 1 TL Weinstein und 2 Thi.
Kochsalz in 40 Tln. Wasser. Gold und Silber
sind vor dem Beizen stark zu glühen, damit
das Kupfer an der Oberfläche oxydiert und in
der Beize löslich wird; erst dann erzielt man
beim Silber eine schöne weiße, beim Gold die
goldgelbe Farbe. EIßm.
Qiaatechniaohea.
Die Untersuchang von Seife und Fett
auf Fetteftaren doreh TOlametrisclie
Bestimmung.
Von W. Lüring.
Setfenneder-Zig. 33. 8, Ö09. 1906.
Die Bürette besteht aus einem Rundkolben,
dessen Hals ein kubizierter Zylinder bildet, der
in einem Schnabel endigt Seitlich am Kolben
ist ein Ansatzrohr angebracht, in welchem ein
Trichter sitzt. Um eine Niveauveränderung im
Zylinder erzeugen zu können, ist der Trichter
so angeordnet, daß er sich seitlich drehen läßt
^n\
9
— *
Die Bürette ist in 2 Größen erhältlich, eine
größere, in der 20 bis 80 y Schmierselfe unter-
sucht werden können, und eine kleinere für
10 g Seife. Bei ersterer faßt der Zylinder
16 Kubikzentimeter in Zehntel-Teilung, bei
letzterer 10 in halbe geteilte Kubikzentimeter.
Jeder Teilstrich entspricht bei Bürette I 0,1 g
Wasser bei 16,6 ^^ C, bei Bürette H 0,06 g Wasser.
Die Untersuchung einer Seife auf Fettsäure
gestaltet sich mit diesem Apparat sehr einfach,
wenn man eine abgewogene Meng^ Seife mit
Schwefelsäure zersetzt und die abgeschiedenen
Fettsäuren bei der Siedetemperatur (99^) ab-
mißt. Die abgelesenen Raumteile, mit dem
spezifischen Gewicht der betreifenden Fettsäure
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Heft 2.
13.Jannar 1907.
G«w«rblichM. — Pat«ntichau.
19
multipliziert, ergeben dann die in der abge-
wogenen Menge Seife vorhandene Fettsäure.
Es laßt sich 80 in V« Stunde eelbet von un-
geabten Personen eine Fettsfturebestimmung
ausftlhren, die technisch einwandfrei ist.
Die vorstehend beschriebene Bürette ist als
D. R. G. M. geschützt und von Dr. Goercki
und Dr. Schulze in Hannover zu beziehen.
Gewerbliches.
ZoUtarif-EntscheldungeD.
Vereinigte Staaten von Nordamerika.
Oladinsen, 3V2 ^oü (englisch) lang, an der
Bt&rksten Stelle 1 ZoU dick, doppelt konkav
oder konvex geschliffen, auf der einen Seite
emailliert oder weiß angestrichen, die in Ver-
bindung mit einem optischen Schirm die
Wirkung der Linsen auf Lichtstrahlen zeigen
sollen, sind nicht als geschliffene Glas wäre,
sondern als Linsen nach § 9 des Tarifs mit
10 Cmt für 1 Dutzend Paar und 45 % des Wertes
zu verzollen. (1 ZcU = 24,5 mm)
Gegenstande, ganz aus geblasenem Glase
in Form von Flaschen u. s. w. zum aMBsehHeß-
Heken CMfraueh in Laboratorien bestimmt, sind
nach § 100 des Tarifs mit 60 % des Wertes
zu verzollen, während dergleichen Gegenstände
aus gegossenem oder gepreßtem Glase oder
aus geblasenem Glase in Verbindung mit
Teilen 'aus gegossenem Glase oder anderen
Materialien nach § 112 einem Zoll von
45 % des Wertes unterliegen. Sogenannte
Woulfsche Flaschen zahlen, wenn mehr als
1 Pint (0,47 /) haltend, per Pfund 1 Cent, wenn
nicht mehr als 1 Pint und nicht weniger als
V4 Ä«*, per Pfund 1,5 Cents, wenn weniger
als V« Pint haltend, das Groß 50 Cents, in allen
Fallen aber mindestens 40 0/0 vom Wert.
Standgefäße aus Glas, mit zylindrischem
Durchmesser, ohne Halseinschnürungen, mit
Glasstöpsel, die nur den zu diesem Zweck er-
forderlichen Schliff erhalten haben, sind mit
40<>/o des Wertes zu verzollen.
Balgarien.
Aus Anlaß einer Beschwerde hat das Bul-
garische Finanzministerium entschieden, daß
die zu Wagen gehörigen und mit ihnen ein-
gehenden Schalen nicht gesondert, sondern mit
den Wagen zusammen nach Tarifnummer 488
zum Satze von 25 Franken für 100 lg verzollt
werden sollen.
Der Verband der Vereine deatscber
Molkereibeamter u. s. w. in Bunzlau, Schi.,
erlaßt ein Preisausschreiben für Konstruktion
eines eichfahigen Milchmeßapparates; dor Preis
betragt 1000 M, — Die Konstrukteure werden
das Hauptaugenmerk auf die Bichfähigkeit zu
richten haben, d. h. darauf, daß die Angaben
des Apparates weder durch Zufall noch durch Bös-
willigkeit unbemerkt verändert werden können.
PateiitschaH.
Verfahren rar Aulzeicbnung akastiscber Schwingungen, bei welchem die Schwin-
gungen zunächst in entsprechende elektrische Stromschwankungen umgewandelt werden, die
ihrerseits wieder mit Hilfe eines Elektromagneten in auf photographischem Wege aufzunehmende
Lichtschwankungen umgesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Herstellung der Licht-
schwankungen durch den Elektromagneten mit Hilfe der an sich bekannten elektromagnetischen
Drehung der Polarisationsebene eines Lichtstrahles erfolgt F. Hochstetter in Tsingtau bei
Kiautschou. 12.8.1905. Nr. 165441. Kl. 21.
Jnstiervorricbtnng für Entfernungsmesser mit awei Femrohren nach Pat. Nr. 73 568,
dadurch gekennzeichnet, daß von den beiden den Femrohren vorgelagerten Winkelspiegeln der
eine in ihrer gemeinsamen Hauptschnittebene um 90^ gedreht ist, so daß an Stelle des weit
entfernten Bildes, das durch das Objektiv des nichtmikrometrischen Fernrohrs von der in seiner
Brennebene angeordneten festen Marke entworfen wird, ein fernes Markenbild, das von einem
besonderen, dem gedrehten Prisma vorgelagerten Kollimator entworfen wird, oder ein in der-
selben Richtung liegendes entferntes Objekt zur Prüfung der Justierung dienen kann. C. Zeiß
in Jena. 4. 11. 1904. Nr. 165 510; Zus. z. Pat. Nr. 73 568. Kl. 42.
Vorrichtung zur kontinnierlichen Anfzeichnnng des Winddmckes mit Teilung des
die Bperrflüssigkeit enthaltenden Gefäßes in einen ringförmigen und einen einen Schwimmer
anihehmenden kreisförmigen Raum, dadurch gekennzeichnet, daß der obere, nicht mit Flüssig-
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20
Patentfchau. - Patontlitt«.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
keit angefüllte und abgeschlossene Raum des Schwimmers mit dem oberhalb der SperrUtissigkeit
befindlichen Teile des ringförmigen Raumes in Verbindung steht, so daß bei höherem Luftdruck
die Flüssigkeit sowohl aus dem ringförmigen Gef&ßraum als auch aus dem Schwimmer in den
kreisförmigen Gef&ßraum tritt und das Steigen des Schwimmers in diesem Räume infolge dieses
doppelten Wasserübertrittes und der Schwimmerentlastung vergrößert wird. P. de Bruyn,
G. m. b. H., in Düsseldorf. 6. 4. 1905. Nr. 165348. Kl. 42.
Patantllata.
Bis zum 27. Dezember 1906.
Klasse: Anmeldnngeiu
21. D. 17113. Elektrisches Meßinstrument. H.Ph.
Davis u. F. Mac Gahan, Fittsburg, V. St. A.
25. 5. 06.
L. 21338. Stahlhartemesser. E. Lutz, Stutt-
gart, u. RMützky, Friebus, Schi. 20.7.05.
Seh. 19 769. Vorrichtung und Verfahren zur
Messung von Widerstand, elektromotorischer
Kraft und Stromstarke. M. Schmidt gen.
F e r r 0 1 , Dresden-Strehlen. 14. 1. 03.
80« Z. 4624. Injektionsspritze mit hohlem, beider-
seits offenem Kolbenkörper. N. Zonder,
Massa, Italien. 19. 8. 05.
S2« J. 9065. Verfahren und Form zur Herstellung
von Gegenständen glasartiger Zusammen-
setzung. R. Jonkergouw, Billancourt,
Seine, u. L. Destrez, Faris. 19.4.06.
L. 21022. Flaschenblasemaschine mit Gieß-
stift und Dorn. C. Leistner, London-
Tottenham. 15. 8. 04.
42. B. 44 018. Wageglaschen für Flüssigkeiten
mit eingeschliffenem hohlen Stopfen. K.
Buschmann, Dresden-N. 5.9.06.
D. 16126. Verfahren und Vorrichtung zum
Registrieren in geraden Koordinaten. H.
Darwin, Chesterton, Engl. 7.8.05.
G. 23317. Vorrichtung zur Darstellung der
Erdbewegung um die Sonne. F. A. Groc,
Faris. 11.7.06.
J. 9211. Vorrichtung zum Eichen von Ge-
fäßen, Flaschen o. dgl. G. Jakob, Prank-
furt a. M. 22. 6. 06.
Seh. 24 379. Auf Flaschen o. dgl. aufsetzbares
Meßgefäß; Zus. z. Fat. Nr. 179 244. H.
Schmidt, Wunsdorf, Hannover. 26. 7. 06.
Seh. 26 075. Einsatzbefestigung für Zurkel, bei
welcher auf dem in zwei federnde Lappen
geteilten Hülsenteil ein Klemmring ange-
ordnet ist. M. Schoenner, Nürnberg.
11. 8. 06.
48. W. 25225. Verfahren zur Erzeugung farbiger
Muster auf Kupfer durch Glühen und Ab-
schrecken. J. Winhart &Co., München.
16. 2. 06.
72. K. 29 984. Visierfernrohr; Zus. z. Fat. Nr.
158 736. F. Krupp, Essen, Ruhr. 20.7.05.
74. Seh. 24852. Ruhestromschaltung zur An-
zeige gefährlicher Temperaturerhöhungen
an einer Zentralstelle. O. Schöppe, Leipzig.
29. 12. 05.
Erteflnngen.
17. Nr. 180 785. Verfahren zum Regeln der
Temperatur einer Warme erzeugenden Vor-
richtung. F. Darlington, Fittsburg, V.StA.
16. 5. 06.
21. Nr. 180 431. Verfahren zum Betrieb von
Röntgenröhren mithochgespanntem Wechsel-
strom. M. Levy, Berlin. 11.4.05.
Nr. 180 451. Zeitzahler. Schiersteiner Me-
tallwerk, Berlin. 5.5.05-
Nr. 180676. Motorelektrizitatszahler. Deutsch-
Russische Elektrizität« -Zahler -Ges.
31. 5. 05.
Nr. 180 677. Verfahren zur Registrierung der
Zeit, wahrend welcher ein bestimmter Maxi-
mal- oder Minimalstromverbrauch stattfindet.
Schiersteiner Metallwerk, Berlin. 18.
7. 05.
Nr. 180 678. Inductionswechselstromzahler mit
getrenntem Haupt- und Nebenschlußmagnet.
Isaria-Zahler-Werke, München. 81.12.05.
82« Nr. 180 483. Einrichtung zum Entnehmen
von Glasröhren aus einer beim Fressen auf-
rechten, längs geteilten Form; Zus. z. Pat.
Nr. 180 091. F. A. Grosse, Bischofswerda
i. S. 26.10.05.
42. Nr. 180644. Bildumkehrendes Prismensystem.
M. Hensoldt & Söhne, Wetzlar. 14. 4. 05.
Nr. 180 748. Verfahren zur Aufzeichnung von
Schallschwingungen mittels des elektrischen
Stromes L. Rosenthal, Frankfurt a. M.
29. 10. 05.
Nr. 180 804. Einrichtung zur Messung von
Druckunterschieden zwecks Bestimmung der
Geschwindigkeit von Schiffen und strömen-
dem Wasser, des Druckes von Gasen oder
Flüssigkeiten u. s. w. mittels der Durch-
biegung von Membranen. G. A. Schnitze
u. A. Koepsel, Charlottenburg. 29. 6.05.
48. Nr. 180 648. Verfahren zur Herstellung einer
auf kaltem Wege gießbaren Metallmasse
behufs Erzeugung von Metallgegenstäuden
0. dgl. Küppers Metallwerke, Bonn a. Rh.
17. 1. 04.
PQr die RedakUon YenntwortUch: A. BUBchkeln Berlin W.
▼«lag TMi Jnlliif apriat*' 1a BvUa N. — I>r«ek ▼•!! Xmil Dr«jr«r In Bedla 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Izuitnunentexikiinde '
und
Organ für die geBamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der AposteUdrdie 5.
Heft 3. 1. Februar. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmigfiins: der Redaktion s:e«tattet.
Die Mechanik und die Olasindastrie auf der Mailänder Weltansstellung 1906.
Von Geh. R«g.-IUt Prof. Dr. K. F. Wtob«,
MitgUed der Physikalisch-Technischen Helchsanstalt In Charlottenburg.
Deutschland.
Deutschland war in der Abteilung Meßkunde nur mit vier Firmen vertreten.
E.O.Richter & Co. in Chemnitz hatte schöne Reißzeuge ausgestellt, Dreyer, Rosen-
kranz & Droop in Hannover Indikatoren, Manometer, Ventile in bekannter hübscher
Ausstattung und H. Pipersberg jr. in Lüttrighausen eine große Sammlung von Gas-
messern verschiedener Systeme. Die Gesellschaft „Ados" in Aachen war mit ihrem
vortrefflichen Heizeffektmesser „Ados^ vertreten. Der Apparat führt selbsttätig Gas-
analysen aus und registriert gleichzeitig deren Ergebnisse.
In der Luftschiffahrt war die prächtige Ausstellung des Preußischen Aero-
nautischen Observatoriums bei Lindenberg zusehen, die alle möglichen Apparate
und Utensilien zur wissenschaftlichen Erforschung der Atmosphäre enthielt und sehr viel
Aufmerksamkeit von selten der Vertreter der Wissenschaft sowie des größeren Pu-
blikums fand.
In der Hygiene-Abteilung hatten das Preußische Kultusministerium und
das Preußische Kriegsministerium Sonderausstellungen in Zelten veranstaltet^ bei
denen einige Firmen der Feinmechanik vertreten waren. H. Windler und J. Thamm
in Berlin hatten vielerlei chirurgische Instrumente und Apparate ausgestellt, W. A.
Hirsch mann in Berlin ausgezeichnete Röntgenapparate und Röntgeneinrichtungen, die
A.-G. für Feinmechanik vorm. Jetter & Scheerer in Tuttlingen hatte Bestecke
mit chirurgischen Instrumenten, F. &M. Lautenschläger Laboratoriumseinrichtungen für
Hospitäler vorgeführt, ebenso Ernst Lentz in Berlin. E. Leitz in Wetzlar und Carl
Zeiß in Jena hatten Mikroskope ausgestellt, die Firma Dr. H. Rohrbeck Desinfektions-
apparate.
In der Abteilung für Post und Telegraphie war unter Führung des Reichs-
postamts eine große Zahl Firmen mit elektrischen Apparaten und Meßinstrumenten
vertreten.
Bei der Schiffahrt hatte das Reichs-Marine-Amt eine vorzügliche Sammlung
von nautischen, astronomischen, maritimen Instrumenten und Apparaten ausgestellt,
darunter auch Barographen und Barozyklometer für den fernen Osten mit Druck-
angabe von 710 bis 790 mm.
Im Arbeitspalast bot vor allem die Ausstellung der Firma Schäffer & Buden-
berg in Magdeburg viel Interesse. Sie vereinigte eine große Zahl verschiedenartiger
Instrumente, wie Indikatoren, Manometer, Thermometer, und Armaturgegenstände, wie
Ventile, Hähne, in glänzender Ausführung.
Ernst Pabst in Köpenick hatte Rudertelegraphen und Maschinentelegraphen
ausgestellt, die ein sehr gutes Aussehen hatten, bei denen aber die vollständig ge-
schwärzten Zeiger sich nicht so deutlich abhoben, wie bei den Apparaten der erwähnten
englischen Firma.
Österreich, BuGsland, Schweden, HoUandi Belgien.
Im österreichischen Pavillon war die Firma Julius Pintsch in Wien mit einer
großen schönen Ausstellung vertreten, darunter Experimentier-Gasmesser und Apparate
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22 I>i« Mechanik und die Glasindustrie auf der Mailänder Weltausstellun« 1906. MechanUker-Ztg.
zur Kontrolle der Feuerungen. Die A.-G. S immering hatte eine Eismaschine in Ver-
bindung damit einen Kühlraum von 3 X 2 m Größe aufgestellt. Der Raum wurde durch
die Maschine dauernd auf 7 bis 8^ gehalten.
Rußland hatte in der Luftschiffahrt-Abteilung verschiedene Apparate ausgestellt,
darunter einen großen Apparat, der aus einer langen Röhre bestand, die dazu diente,
um Versuche in strömender Luft anzustellen. An dem einen Ende der Röhre war ein
elektrisch betriebener Ventilator und an dem anderen Ende eine große Schutzkappe
angebracht, während sich in der Mitte Fenster zum Beobachten befanden. Das zu
untersuchende Instrument wurde auf einem Gestell in die Röhre unter eines der Fenster
gebracht und dann mittels des Ventilators ein Strom Luft von gemessener Geschwindigkeit
durch den Apparat geschickt.
Im Marinepavillon hatte die schwedische Firma Sandvik eine große Sammlung
von Stahlröhren, aus einem Stück ohne Naht gezogen, ausgestellt. Diese Röhren,
welche vorzugsweise für Dampfleitungen bestimmt sind, hatten zum Teil eine Länge
von 12 m.
Holland war nur mit einer Firma vertreten, nämlich F. Onland van de
Kasteele in Utrecht, die hauptsächlich Mikroskope ausgestellt hatte.
Belgien war mit zwei Firmen beteiligt. Ed. Falk in Lüttich zeigte u. a. eine
Linsenschleifmaschine, die 20 Linsen zugleich schleift, ferner Ferngläser für Theater
und Feld, die sehr gerühmt wurden. Im belgischen Pavillon hatte A. M. Rosso in
Brüssel vielerlei optische Gegenstände ausgestellt, die aber meist fremdes Fabrikat waren.
3. Die Glasindustrie.
Italien.
Die Glasindustrie Italiens war in dreifacher Weise vertreten, mit GlAsinslru-
menten, mit Gebrauchsgegenständen aus Glas, wie Flaschen und Trinkgefäße, und mit
kunstgewerblichen Produkten, wie besonders die venezianischen Ziergeräte.
Während letztere Produktionsart seit vielen Jahrhunderten in Italien heimisch
ist, hat sich die Glasinstrumentenfabrikation erst seit einem Vierteljahrhundert entwickelt.
Noch vor 25 Jahren wurden fast alle in Italien gebrauchten Glasinstrumente aus Deutsch-
land und Frankreich importiert. Jetzt dagegen bestehen mehrere größere Firmen in
Mailand, Turin, Genua, die Glasgeräte und Glasinstrumente herstellen, wozu sie aller-
dings vielfach Jenaer Nonnalglas oder gutes Thüringer Glas verwenden.
Von solchen Glasbläsereien sind besonders zu nennen: A. G. Zambelli in Turin,
Martignoni Mela & Co. in Genua, Allievi und die Soffieria Monti in Mailand.
Auch bestehen mehrere Glasfabriken, die chemische Glasgeräte herstellen, z. B. Saroldi
in Turin. In letzterer Fabrik sind unter Prof. Montemartinis Mitwirkung Versuche
gemacht worden, das Jenaer Glas nachzuahmen, jedoch ohne Erfolg. Dem Vernehmen
nach haben alle italienischen Glasfabriken vor kurzem einen Ring gebildet und
die Preise ihrer Produkte erhöht. Die Einfuhr aus Deutschland wird daher noch
als lohnend bezeichnet, indem sich die Preise der deutschen Waren trotz Zoll und
Fracht noch um 10% billiger stellen.
Die Glasinstrumente waren besonders in der Hygiene-Abteilung ausgestellt. In
erster Linie ist hier die wirklich schöne Ausstellung der Firma A. G. Zambelli in
Turin zu nennen, deren Vertreter G. Eisentraeger in Mailand ist. Die ausgestellten
Sachen waren aus Thüringer Glas in Turin geblasen und durchweg von sehr gefälligem
Aussehen. Es waren darunter ein neuer Apparat zur Bestinmiung des Fettgehaltes der
Milch von Prof. Maccagno, ein Apparat zur Bestimmung der Azidität und der Alka-
linität von organischen Flüssigkeiten nach Dr. Carlo Foä, Kölbchen mit Schellbach-
streifen, ein Spiralrohr aus Glas von 1 m Länge, femer ein neuer Urinmesser von
Prof. Riva Rocci, Apparate für kontinuierliche Extraktion von Lösungen nach
Prof. Pelliza, ein Apparat zur Bestinmiung des Sauerstoffs im Blut nach Prof.
Novi, ein neues Volumenometer zur direkten Ablesung von Ing. Bianchini und
Dr. Cleo, kleine Scheidetrichter, Apparate zur Bestimmung der flüchtigen Säuren im
Wein u. a. m. Außerdem hatte die Firma ein Digestorium, das mit hübschen Kacheln
belegt und mit Stativen u. dgl. ausgerüstet war, und einen chemischen Arbeitstisch aus-
gestellt. Letzterer hatte in der Mitte einen Schrank mit braunen Glasfenstern für
lichtempfindliche Lösungen; die Zwischenscheiben zwischen den Doppeltischen bestanden
aus mattem Glase, um Notizen darauf machen zu können. Auch hatte die Firma
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t F«braar^'l907 ^* Mschaiiik und die Gladndiutrie auf d«r Mail&nder WeltauMtettun« 1906. 23
mehrere Trockenschränke mit braunen Scheiben ausgestellt. Die Schränke hatten
6 Etagen, in jeder Etage war eine Glühlampe angebracht und ein Thermometer mit
Kugelstander aufgestellt.
Der Vertreter dieser Firma, G. Eisentraeger in Mailand, hatte auch selbst eine
schöne Ausstellung vorgeführt, in der besonders eine Sammlung von Glassachen zum
Gebrauch bei mikroskopischen und bakteriologischen Forschungen zu nennen ist. Auch
waren in der Sammlung hübsche Hähne mit gepreßten Griffen, Petrischalen, ein Satz
ärztlicher Präzisonsthermometer, L ambrecht sehe Psychrometer, GlasgefäBe zum Pasteu-
risieren, Waschfiaschen, Filtrierapparate und vieles Andere enthalten. Ferner hatte
Eisentraeger Z ei 6 sehe Mikroskope sowie ein Modell zur Demonstration der bino-
kularen Fernrohre u. a. m. vorgeführt.
Die Soffieria Monti in Mailand hatte eine groBe Anzahl Glasapparate aus-
gestellt, darunter chemische Meßgeräte in der alten Apothekerform, Büretten, Gasent-
wicklungsapparate, bei denen die Platindrähte mit grünem Glas eingeschmolzen waren,
Kohlensäurebestimmungsapparate, Extraktionsapparate, Scheidetrichter, Spritzflaschen,
Gasbesümmungspipetten, Demonstrationsapparate, Dephlegmatoren für lichtempfindliche
Flüssigkeiten, GeiBIersche Röhren, eine sehr groBe Glasspirale; ferner Mutterröhren,
Brusthütchen, viele kleine Flaschen mit Teilung zum Dosieren von Arzneien, die aus
Jenaer Normalglas hergestellt werden und „fiale**^ helBen. Manche der ausgestellten Appa-
rate liefien in bezug auf Konstruktion und korrekte Ausführung etwas zu wünschen
übrig. So war z. B. bei dem Extraktionsapparat der Kolben im Verhältnis zum Kühler
zu groß, der gleiche Fehler traf bei einem Kohlensäurebestimmungsapparat zu, eine
Äbsorptionsbürette hatte einen übermäßig großen Hahn, ein langer Kühler zu enge
Innenröhren u. dgl. mehr. Die Firma soll vorwiegend mit Lehrlingen und Mädchen
arbeiten, von denen sie etwa 40 beschäftigt.
Als Thermometerfabrikant ist Gaetano Taroni in Mailand zu nennen, der nur mit
seinem Sohne arbeitet und viele Thermometer für verschiedene Zwecke ausgestellt hatte, die
aber z. T. thüringischen Ursprungs zu sein schienen. Einige Stabthermometer waren eigenes
Fabrikat, ebenso ein elektrisches Kontaktthermometer mit Kontakt zum Einstecken von
3 zu 3° und einem Meßbereich von 16 bis 30**. Die Platindrähte waren der größeren
Haltbarkeit wegen nicht allein in die Röhre eingeschmolzen, sondern auch mittels eines
Glaspfropfens außen an das Bohr angeschmolzen, was empfehlenswert ist. Außerdem
hatte Taroni Quecksilberbarometer in Form von Heberbarometern und als Fortln-
barometer ausgestellt, femer Meßflaschen, Büretten, Aräometer, Psychrometer, endlich
Salleronsche Destillierapparate und Ebullioskope.
Letztere waren auch in der landwirtschaftlichen Abteilung zu sehen und werden in
Italien viel gebraucht. S. Cahen & Co. in Mailand hatte solche Apparate mit zwei
Siedethermometem für Wasser und Wein ausgestellt, was sehr vorteilhaft ist, da auf
diese Weise der Einfluß des Barometerstandes auf den Siedepunkt leicht ausgeschaltet
werden kann. Diese Firma hatte ebenfalls Salleronsche Siedeapparate ausgestellt,
außerdem noch kleine Instrumente aus Glas, die zur Bestimmung des Alkoholgehaltes
im Wein ohne Destillation bestimmt sind. Sie bestehen aus einer mit Teilung ver-
sehenen Röhre, die am unteren Ende zu einer Halbkugel aufgeblasen ist und oben spitz
ausläuft. Der untere Teil ist mit einer Metallfassung bedeckt und wird in die zu
prüfende Flüssigkeit getaucht, die je nach dem Grade ihrer Kapillarität verschieden
hoch in die geteilte Röhre steigt. Das Instrument wird empirisch geteilt, kann aber
natürlich nur zu ganz rohen Bestimmungen dienen.
Barometer hatten noch vorgeführt die Firmen Albini & Co. imd D. Fanti-
nelli, beide in Mailand. Letztere Firma hatte auch Glasmanometer ausgestellt.
Frankreich.
Über die Glasinstrumente und Glasapparate der anderen Länder ist größtenteils
schon gelegentlich bei der Beschreibung der Fein- und Großmechanik berichtet worden,
hier sind noch einige französische Aussteller zu erwähnen. Die Firma H. Wulfing-
Lüer in Paris hatte Injektionsspritzen ausgestellt, die ganz aus „aseptischem Kristall-
glas^ verfertigt waren. Die Röhren waren durch Ausschleifen zylindrisch gemacht und
auf der Außenseite mit gleichmäßiger Teilung versehen. H. Legrand, Schüler von
Boissonneau Pere, in Paris hatte eine schöne Kollektion von Glasaugen zur Schau
gestellt. Femer war in der landwirtschaftlichen Abteilung von dem Institut national
agronomique eine von Adnet in Paris verfertigte Sammlung von Glasgeräten zum
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24
Ver«iiitnaclixleht«ii.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
Gebrauch in Laboratorien für Rebstockkultur ausgestellt. Die AusrÜBtung enthielt Probier-
röhren, Becherglaser, Flaschen, Kolben, Pyknometer, Schalen, Kelchgläser u. s. w., alles
in sehr eleganter Ausstattung.
GebrauohB- und Zierglas.
Von den grofien italienischen Glasfabriken für Gebrauchsgegenstände waren
besonders zwei vertreten: Angelo Viglienzoni in Genua und die Vetrerla operaia
federale in Livomo, letztere eine Arbeitergenossenschaft. Beide Firmen hatten u. a.
außerordentlich große ballonartige Flaschen, die Arbeitergenossenschaft sogar solche bis
3Ö0 l Inhalt, ausgestellt.
In einem besonderen Pavillon, ganz aus Glassteinen gebaut, hatten M. Boschi
& Co. in Mailand ihre Produkte vorgeführt, meist Trinkgläser, doch auch eine Sammlung
chemischer Geräte.
Im Osterreichischen Pavillon hatten die Firmen Sturm & Co. und A. Ghisal-
berti & Co., beide in Wien, sehr viele elektrische Glühlampen in allen möglichen
Farben und Formen ausgestellt.
Ein besonderes Interesse erregte auch die Ausstellung der venetianischen Zier-
gläser, die in einem eigenen Pavillon untergebracht war, in dem auch ein Glasofen
der Gompania Venezia-Murano in Betrieb vorgeführt wurde. Der Ofen hatte
5 Arbeitslöcher und war mit einem Kühlraum verbunden, der die Abgase der Holz-
feuerung aufnahm. Die Geräte, deren sich die Glasmacher bedienten, waren sehr
einfach und von den in Deutschland gebräuchlichen kaum abweichend. Es waren außer
der Pfeife hauptsächlich Zangen, Scheren und Formen. Die Geschicklichkeit und
Kunstfertigkeit der Leute war außerordentlich groß.
Faßt man schließlich vorstehende Darlegungen kurz zusammen, so darf man
wohl annehmen, daß die italienische Ausstellung der Mechanik ein ziemlich zutreffendes
Bild des jetzigen Zustandes dieses Industriezweiges Italiens bot. Kann sich die
italienische Mechanik auch nicht mit derjenigen Deutschlands, Frankreichs oder Englands
messen, so hat sie doch zweifellos hervorragende Leistungen in der Anfertigung von
geodätischen, astronomischen, nautischen, vielleicht auch elektrischen Instrumenten und
Apparaten, besonders aber in einigen Zweigen der Großmechanik aufzuweisen. Die
Glasinstrumententechnik ist erst in der Entwicklung begriffen, obwohl sie auch in ein-
zelnen Massenartikeln Erhebliches leistet, ja bezüglich der Billigkeit ihrer Preise in
einigen Fällen sogar noch Thüringen zu übertreffen scheint.
Die Industrie Italiens, die sich bislang hauptsächlich auf Oberitalien beschränkt,
hat in den letzten 10 Jahren eine ganz rapide Entwicklung gezeigt, so daß sich auch
weitere Fortschritte der Instrumententechnik erwarten lassen. Doch kann man wohl
annehmen, daß Italien trotz der Preiserhöhung der Waren durch Zoll und Fracht noch
auf lange Zeit ein vorteilhaftes Absatzgebiet für Erzeugnisse der deutschen Mechanik
sein wird. Dabei wird allerdings mit der Konkurrenz der angrenzenden Staaten, be-
sonders Frankreichs und der Schweiz, sowie mit der üblen Gewohnheit langer Kredite
zu rechnen sein.
D. G. f. M. n. O. Abt. Berlin, SL V.
Hauptversammlung vom 8. Januar 1907.
Vorsitzender: Hr. W. Handke.
Der Vorsitzende erstattet den Jahres-
bericht (wird im nächsten Hefte veröffentlicht
werden), Hr. A. Hirschmann den Kassenbe-
richt. Auf Antrag der Kassenreviioren wird
dem Schatzmeister Entlastung erteilt. — Der
Vorstand legt hierauf die Ämter nieder. Hr.
Franc v. Liechtenstein spricht ihm für
seine T&tigkeit namens des Vereins den
wärmsten Dank aus, und die Versammlung
nimmt unter Leitung von Hm. H. Dehmel
die Neuwahlen zum Vorstande vor. Es werden
gewählt als VarHtMende: W. Handke, W.
Haensch, Reg. -Rat Dr. H. Stadthagen:
Schriftführer: A. Blaschke, H. Schmidt;
SchatzmeUter : A. Hirschmann; Arehivar: M.
Tiedemann; Berniter: Th. Ludewig, 0.
Boettger, M.Runge, Prof. Dr. St Lindeck.
Hr. W. Handke übernimmt hierauf wieder
den Vorsitz. Auf Vorschlag des Vorstandes
werden zu Vertretern des Zweigvereins im
Hauptvorstande der Gesellschaft gewählt die
Hm. W. Haensch, A. Hirschmann, Th.
Ludewig und Baurat B. Pensky.
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Heft S.
l.Febraar 1907.
VerainsnachrichtMi. — Für Werkstatt und Laboratorium.
26
Zur Aufnahme haben sich gemeldet die
Finnen Beling & Lübke (Admiralstr. 16),
R. Bosse & Co. (Wiener Btr. 43) und Julius
Schuch (Holzmarktstr. 34). Bl
Zweli^ereln Leipzig:« Sitzung vom
9. Januar 1907. Vorsitzender: Hr. W.
Petzold.
Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden
aus Anlaß der ersten Sitzung im neuen Ver-
einslokale und zugleich der ersten Sitzung im
neuen Jahre.
Sodann erstattete er in der Eigenschaft als
Vorsitzender der Lehrlings-Prüfungskommission
einen kurzen, interessanten Bericht über das
Lehrlingswesen des hiesigen Gewerbekammer-
Bezirks im Jahre 1906. In den Lehrlingsver-
hältnissen ist erfreulicherweise während der
verflossenen drei Jahre, zumal i. J. 1906, eine
wesentliche Besserung eingetreten. Der Lehr-
lingskontrolle unterstanden 110 Firmen mit
269 Lehrlingen, von denen im Jahre 1906
69 geprüft wurden; es erhielten 20 die Zensur
sehr gut, 36 die Zensur gut, 13 die Zensur be-
friedigend.
Ferner verlas der Vorsitzende ein an ihn
gerichtetes Schreiben der Leipziger Qewerbe-
kammer, worin diese mitteilt, daß das Mandat
der bisherigen Lehrlings-Prüfungskommission
Ende März d. J. erlischt; gleichzeitig bringt die
Gewerbekammer der Kommission den Dank
für geleistete Mitarbeit zum Ausdruck.
An Stelle des freiwillig ausscheidenden
Kommissionsmitgliedes Herrn Heynemann
wird Hr. Schrader gewählt. Derselbe nahm
die Wahl an, sowie die übrigen alten Kom-
missionsmitglieder die Wiederwahl.
Hr. Umbreit dankt speziell Hrn. Petzold
im Namen der Vereinigung für seine auf-
opfernde Arbeit, die er in der Prüfangskom-
misslon leistet, als auch für die, welche er der
Vereinigung selbst widmet.
Die Auskunftstelle des Lehrlingsoachweises
befindet sich bei Hrn. G. Schmager (Leipzig,
Nicolaikirchhof, Kat.-No. 163). L. 8.
Berichtigung.
In dem Auszuge aus dem Vortrage des Kgl.
Bichungsinspektors Hm. Dr. Barczynski
.Über die Anfertigung prüfungs- und eich-
fahiger Glasinstrumente in der Thüringer Haus-
industrie'' {dUae Zeitaehr. 1906. 8. Ü43) hat der
Abschnitt: „Gegenwärtig ist auf dem aus-
ländischen Markte schon manches wertvolle
Gebiet verloren, Erfurter und Gothaer
Firmen liefern das Gros für 30 M (d. i. 21 Ff
das Stück) in Hülsen- (a. a. 0. 8. 2441 Z. 33 u. /.)
eine mißverständliche Fassung erhalten.
Der Vortrag wendet sich, wie aus der Über-
schrift und dem gesamten Inhalt hervorgeht,
gegen die Preisherabsetzungen durch die HaitB-
induatrie; es soll daher in dem genannten Ab-
schnitt nicht heißen, Brfurter und Gothaer
Firmen „liefern" zu den angegebenen Preisen,
sondern „erhalten*'.
FOr Werkstatt
und Labapataplum.
PreMen Ton nahtlosen Rohren ans
Halbedelmetallen.
Teehn. Rundschau 12. 8. 225, 1906.
Vor etwa IV2 Ja^r wurde durch die Firma
Schwieger & Frankfurther, Metall-Preß-
werke in Berlin, ein neues patentiertes Ver-
fahren zur Herstellung nahtloser Rohre ein-
geführt, nach welchem aus dem bis zum
plastischen Zustande erhitzten Metall (je nach
der Metallart 600^ bis 800° C) Rohre durch
Pressen erzeugt werden. Das Verfahren ist
für Kupfer, Messing, Tombak, Aluminium, Mag-
nalium u. s. w. und sogar für Zink anwendbar.
Die zur Verwendung kommenden Pressen ar-
beiten mit einem hydraulischen Druck von 200
bis 300 atj der durch ein mehrplungriges
Pumpwerk erzeugt wird. Das Pressen muß
schnell und ohne Stoß vor sich gehen; daher
wirkt das Pumpwerk mit einem Gewichtsakku-
mulator zusammen, der für einen gleichmaßigen
Druck sorgt.
Die Figur zeigt einen Schnitt durch eine
derartige Presse. Der Kolben g in dem Zy-
linder 6 wird durch bei a eintretendes Druck-
wasser vorwärts (nach links), diurch bei ai ein-
tretendes, auf den schmalen Rand des Zylinders
wirkendes zurück (nach rechts) bewegt. An
dem Kolben sitzt der Preßstempel h mit der
Stahlplatte t, welcher dem Rezipienten d mit
der Matrize f gegenübersteht. Kolben und Preß-
stempel haben eine zentrale Durchbohrung, in
der sich der Preßdom i befindet, welcher an
dem Kolben k des Nebenzylinders m angebracht
ist. Bei e eintretendes Druckwasser treibt den
Dorn nach links in den Rezipienten bis vor die
Matrize /; bei Ci eintretendes Druckwasser nach
rechts aus dem Rezipienten heraus. Durch als
Handrad ausgebildete Mutter und Gegenmutter q
kann der Abstand zwischen i und /, der, für die
Wandstarke des zu pressenden Rohres wesentlich
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26
Für Werkstatt und Laboratorium.
Deutsche
Mechanilcer-Ztg.
iat, genau eingestellt werden. Der äußere
Durchmesser des Rohres ist durch die Offoung
der Matrize bestimmt. Vor der Matrize befindet
sich noch der Matrizenschieber mit dem Zy-
linder V, der ebenfalls durch Druckwasser vor-
bezw. zurückgeschoben werden kann.
Der Rezipienty in welchen der zu ver-
arbeitende, auf 600 0 bis 800 ^ erhitzte Metall-
block gebracht wird, wird von außen erwärmt,
um eine Abkühlung des Metalles während des
Fressens möglichst zu verhüten. Der Metall-
block ist mit einem Loch versehen, durch das
der Dom i hindurchgeht.
Sobald der Kolben g von a aus unter Druck
gesetzt wird, drückt die Platte t auf das Metall
und preßt es durch die Matrize als nahtloses
Rohr mit einer Geschwindigkeit von 1,5 bis
2 m in der Sekunde hinaus. Die Länge des
Rohres richtet sich nach dem Volumen des
Metallblocks; es werden Rohre bis zu 20 m
Länge hergestellt. Durchmesser und Wand-
stärke der so gepreßten Rohre sind von Anfang
bis Ende genau gleichmäßig. Der geringste
Durchmesser beträgt 6 mm, der größte 250 mm
bei den bisher konstruierten Pressen. Die
Wandstärke kann bis auf etwa 0,25 mm hin-
untergetrieben werden.
Für Rohre von 6 bis 30 mm Durchmesser
ist bei Verwendung eines hydraulischen Akku-
mulators eine Betriebskraft von nur 25 PS^
für Rohre von 250 mm nur etwa 80 bis 100 PS
notwendig. In 10 Stunden lassen sich mit
einer Presse von 1000 t Druck bis zu 5000 kg
Rohr herstellen. Klßm.
Gasolin gebläse för chemische
Laboratorien.
Von N. Raikow.
Chem.'Ztg. 30. S. 1022. 1906.
Das seit vielen Jahren bekannte und weit ver-
breitet in Glasbläsereien benutzte Gasolingebläse
wird vom Verfasser ausführlich beschrieben.
Er bediente sich bei seinen Versuchen ein-
fachster Laboratoriumsgeräte, während bereits
seit mehr als 10 Jahren von verschiedenen
Werkstätten die Vorrichtung, solide aus Metall
gearbeitet, mit Sicherheitsventilen versehen,
geliefert wird.
Die Arbeit des Verfassers interessiert deshalb
nur insoweit, als sie sich mit der Verwendbarkeit
verschiedener Flüssigkeiten zur Speisung des
Gebläses beschäftigt. Bs wurden benutzt:
Lampenpetroleum, Äthylalkohol, Methylalkohol,
Benzol, Aceton und Äther. Petroleum war
vollkommen ungeeignet; auch als der Gas-
erzeuger in kochendes Wasser gesetzt worden
war, wurde keine Flamme erzielt. Ähnlich
negativ war das mit Äthylalkohol erhaltene
Resultat. Auch der leichter verdampfende
Methylalkohol ergab unzureichende Flammen,
selbst wenn der Gaserzeuger angewärmt war.
Benzol lieferte etwas größere, aber immer noch
nicht ausreichende Flammen. Besser verhielt
sich Aceton und zwar dem Gasolin ziemlich
gleichwertig. Besonders günstige Resultate
wurden mit Äther erreicht, der nach Meinung
des Verfassers nur infolge seines hohen Preises
sich nicht als Ersatz des Gasolins eignet. Da-
gegen ist die Anwendung von ätherhaltigen
Gemischen, wie Äther-Alkohol, Äther-Alkohol-
Wasser, Äther-Gasolin, Äther-Petroleum u. s. w.,
recht zu empfehlen.
Zum Schlüsse bemerkt Verf. noch, daß die
Klempneräolipile durch das Gebläse passend
ersetzt werden könne. J.
Ehrenrettung: des Kranzbrenners des
Engierschen Schmierölviskosimeters.
Von L. übbelohde.
Chem.-Ztg. 31. 8. 28. 1907.
Von verschiedenen Seiten ist die Befürchtung
auBgesprochen worden, daß durch den Kranz-
brenuer, mit welchem das Brhitzungsbad des
Engierschen Schmierölviskosimeters erwärmt
wird, das Ausflußröbrchen des Viskosimeters
und dadurch das ausfließende Öl überhitzt
wurde und daß infolgedessen die Ausflußzeiten
des Öles zu niedrig ausfielen. Um diesem ver-
meintlichen Mangel abzuhelfen, wurde eine
Anzahl sehr umständlicher Einrichtungen, wie
Thermostaten, seitwärts liegende Heizschlangen
u. dgl., vorgeschlagen und teilweise auch in
Benutzung genommen. Verf. hat nun durch
eine Reihe von Versuchen festgestellt, daß
Überhitzung des Röhrchens durch den Kranz-
brenner nur bei ungenügendem Rühren des
Bades zu befürchten ist. Verf. fand bei ver-
schiedenem Abstand des Kranzbrenners vom
Boden des Apparats (3,5 em, 6 em, 8,5 cm) bei
einem öl vom Zähigkeitsgrad 7,96 bei 100^ die
gleichen Werte für die Viskosität innerhalb
der Beobachtungsfehlergrenze + 0,04. Bei unge-
nügendem Rühren stieg, bei einer Versucfas-
temperatur von 100^ in der Nähe des Ausfluß-
röhrchens die Temperatur um 1 bis 1,5® höher
als an den Seitenteilen des Ölbades, wodurch die
Ausflußzeit um etwa 1% fiel.
Durch zahlreiche frühere Versuche ist fest-
gestellt, daß die Ausflußzeiten bei Benutzung
anderer Erhitzungsvorrichtungen an Steile des
Kranzbrenners wesentlich (etwa 5%) höher aus-
fallen als bei Benutzung des Kranzbrenners.
Die Ursache dieser Abweichungen liegt aber
lücbt in einer Wirkung des Kranzbrenners,
sondern vielmehr darin, daß bei Beheizung ohne
Kranzbrenner — also z. B. beim Zugießen
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Hefts.
1. Febroar 1907.
Glastechnlaches.
27
warmer Flüssigkeit von oben — die Wftrme-
verteilung im Ölbade sehr ungleich und be-
sonders die Wärme beim AusflußrÖhrchen immer
weit niedriger ist als an den seitlichen Teilen
des GefäBes. Infolgedessen fallen die Ausfluß-
zeiten höher aus als mit Kranzbrenner. Bei
allen anderen Vorrichtungen, die an Stelle des
Kranzbrenners vorgeschlagen wurden, tritt die
heiße Flüssigkeit an einer einzelnen Stelle ein,
80 daß CS kaum möglich ist, durch Rühren
eine genügende Durchmischung zu erzielen.
Wb.
Glastechnisches.
Neuerungen an Quecksilberluft-
pumpen.
Von A. Stock.
Ber. d. Deutsch. Chem. Ges. 38. S. 2182. 1905.
und
W. Biogon von CÄudnochowski.
Yerh. d. Deutsch. Fhya. Oea 8. S. 87. 1906.
Die älteste Quecksilberluftpumpe ist von
Dr. H. Geißler im Jahre 1855 konstruiert
Flg. 1.
J^orci^,-^ 1). In der späteren Entwicklung der
Jj{^®^^^Äilberluftpumpe sind besonders zwei
yp^n. hervorgetreten, der Töpl ersehe und
®^ S pren gel sehe Typus. Die Sprengel-
puiaji^^ haben bei manchen sonstigen Vor-
iQgöix ^en einen Nachteil, daß ihre Leistungs-
^(^^^C^^eit sehr vermindert wird, sobald das
cVsüber oder das Fallrohr verunreinigt
^ö ^en, was bei vielen chemischen Operationen
"^^bt zu vermeiden ist. In solchen Fallen sind
^ie Töplerpumpen vorzuziehen.
Zwei Modifikationen der ursprünglichen
Töplerpumpe haben sich bei jahrelangem Ge-
brauch im I. Chem. Institut der Universität
Berlin bewährt und werden von AlfredStock
wie folgt beschrieben.
Die erste Modifikation {Fig. 1) hat im all-
gemeinen die altübliche Form der Hubpumpe
und ist zum Aufsaugen der ausgepumpten Gase
eingerichtet. Das seitliche Kapillarrohr endet
in der Porzellan wanne Ä\ diese trägt das ein-
gekittete Rohr B, durch welches das nach Ä
übergedrückte Quecksilber in das Gefäß C ab-
fließt; von hier strömt es in das Vorratsgefäß
E zurück. Das Schwimmerventil D verhindert,
daß Quecksilber beim Heben des Vorratsge-
fäßes E wieder nach C zurücksteigt. Diese Vor-
richtung kann leicht an alten Töplerpumpen
») Vergl. W. H. Th. Meyer, über das gc-
Bchichtete elektrische Licht. Berlin 1858.
Flg. 2.
angebracht werden, für das Chemische In-
stitut führt sie die Firma Max Stuhl in
Berlin aus.
Durch die beiden Verengungen Fi und V2
am Oberteil der Pumpe wird verhütet, daß das
Quecksilber beim Ansteigen durch zu heftiges
Anschlagen das schlangenförmige Kapillarrohr
zerschlägt.
Die zweite von Stock beschriebene modifi-
zierte Form der Töplerschen Pumpe ist eine
abgekürzte Hubpumpe, wie sie erhalten wird,
sobald man den Raum über dem Quecksilber
im unteren Vorratsgefäß mit einer Hilfsluft-
pumpe verbindet. Das Prinzip ist schon häufig
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28
GlastechnUchM.
Deutsche
Mechaniker Ztg.
verwendet^); bei der vorliegenden Pumpe ist
durch Anbringung einer Anzahl selbsttätiger
Ventile eine sehr einfache Handhabung er-
reicht worden.
In der umstehend abgebildeten Pumpe (Fig.JS)
sind A und B Dreiweghähne; A trägt ein
kurzes Stück Gummischlauch mit einer Klemm-
schraube; C ist ein einfacher Hahn. Bei D
wird das leer zu pumpende Gefäß angesetzt;
E dient zur Verbindung mit der Hilfsluft-
pumpe, welche ein Vakuum von etwa 10 cm
Quecksilberdruck erreichen lassen muß; J^wird
mit einem Trockenmittel gefüllt; Q, H, J sind
Rückschlag-Schwimmerventile.
Fig. 8.
Wegen der Benutzung der Pumpe, die der
Firma C. Richter in Berlin geschützt ist, muß
auf die Originalabhandlung verwiesen werden.
Ihre wesentlichen Vorteile bestehen in der ein-
fachen Handhabimg, die sich auf Drehen des
Hahnes A beschränkt, in ihrer großen Wirk-
samkeit und absoluten Reinhaltung des Queck-
silbers, welches weder mit Fett, noch mit
Kautschuck oder dergl. in Berührung kommt.
1) Vergl. z. B. M. W. Tr av er s. Experimentelle
Untersuchung von Gasen. Braunschweig 1905.
S. 11.
Auch hat die Pumpe eine handliche Form und
ist wegen ihrer geringen Größe leicht zu tragen.
Eine Modifikation der Sprengeischen Pumpe
beschreibt W. Biegen von Czudnochowski,
die der Firma M. Stuhl in Berlin unter
D. R. G. M. Nr. 99784 geschützt ist {Fig. 3);
ihre Wirkungsweise ist folgende. Durch TT saugt
die Vorpumpe die Luft aus A ; befindet sich im
Unterteil der Pumpe Quecksilber und öffnet
man den Hahn A, so dringt durch By dessen
Öffnung zur Verhütung des Eindringens von
Staub mit einem Wattepfropfen zu verschließen
ist, Außenluft ein und vermag, da das Ventil V
nach oben schließt, nur durch E in das Innere
zu gelangen, indem sie das im unteren Teile
von B enthaltene Quecksilber vor sich her
schiebt und zwar am besten in 8 bis 10 em
langen Säulen, was durch passende Hahnein-
stellung zu erreichen ist. Dieses gelangt so
nach A, wo es sich von der Luft trennt, die
durch W abgesaugt wird, und sammelt sich in ü,
bis es so hoch gestiegen ist, daß es nach f
überfließt, von wo es in das Spiralfallrohr 8
gelangt; nachdem es dieses durchlaufen, tritt
wieder Trennung ein zwischen dem Quecksilber,
welches, das Ventil V passierend, wieder nach
B gelangt, und der von ihm beim Passieren
von fif mitgerissenen Luft, welche aufwärts
nach A übertritt. Bei D ist mittels Schliffes
ein Trockengefäß angesetzt; M ist ein mittels
des Hahnes H mit dem Vor- oder dem Haupt-
vakuum verbindbares kleines Manometer.
Bin besonderer Vorzug dieser Pumpe liegt
darin, daß durch das Spiralfallrohr schon im
obersten Teile des Rohres ein Absperren seines
Lumens durch das Quecksilber infolge von
dessen Auftreffen auf die Wandung bewirkt
wird.
Schließlich sei hier noch aufmerksam ge-
macht auf eine Abhandlung über Vakuum-
pumpen (Verh, d, Ver. z. Bef. d. Qewerbfl. 4S.
8. 45 L 1905) von Dr. KurtArndtin Char-
lottenburg, die in sehr anschaulicher Weise
die Quecksilberluftpumpe in allen ihren Ent-
wicklungsstadien darstellt TF6.
Gebrauchsmuster.
Klasse :
12. Nr. 295 480. Apparat zur Sublimation im
Vakuum mit horizontal angeordnetem Auf-
nahmegefäß für Sublimat. Warmbrann,
Quilitz & Co., Berlin. 28. 11. 06.
21. Nr. 293 815. Vorrichtung zur Vermehrung
des Luftinhaltes in Röntgenröhren mit Hilfe
des Induktionsstromes, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die eine Elektrode zu einem
Hohlkörper ausgebildet ist, welcher die gas-
abgebende Masse aufnimmt, während die
andere Blektrode als Verschluß dieses Körpers
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Hefts.
1. Febniar 1907.
GlattschnltcliM. — G«w«rbUchM.
29
dient. F. Schilling, Gehlberg i. Thür.
9. 11. 06.
Nr. 295 991. Röntgenröhre mit einer von
einem Porzellanzyllnder eingeschloseenen
Antikathode. B. Qundelach, Gehlberg
i. Th. 80. 11. 06.
80. Nr. 296 019. Kolben aus Glas für Injektions-
spritzen, mit welchem eine Kolbenstange
aus Metall lösbar verbunden ist H. Reuß,
Gräfenroda. 12. 11. 06.
42. Nr. 293 878. Vorrichtung f ttr Ärztethermo-
meter zum Zurückschleudem des Queck-
silbers, mit am einen Ende der Aufbe-
wahrungshttlse für das Thermometer ange-
ordneter federnder Klammer zum Festhalten
desselben. C. Mittelbach & Co., Lange-
wiesen. 5. 11. 06.
Nr. 294 324. Alkohol - Diiutimeter, bestehend
aus einem Aräometer mit eingeschmolzenem
Thermometer zurBestimmung des Mischungs-
verhältnisses von Alkohol und Wasser zur
Herstellung von Spiritus dilutus von 68 bis
69 Volumenprozenten und von Spiritus von
90 bis 91 Volumenprozenten nach den Vor-
schriften der Pharmacopoea Germanica. A.
Küchler & Söhne, Ihnenau Thttr. 2.11.06.
Nr. 294 376. Fieberthermometer mit einge-
schmolzener, farbig belegter Magnalium-
Skala. W. Übe, Zerbst. 27.10.06.
Nr. 295 794. Als Mörser ausgebildetes Meß-
glas. A. W. M. Dickins, Bromley, Engl.
8. 12. 06.
Nr. 295 796. Skala für Butyrometer zur Unter-
suchimg von Milchprodukten, bestehend aus
durch Kugel getrennten Skalenhalsteilen
verschiedenen Lumens, von denen der obere
Ablesungsteil mit einer Halsöffnung versehen
ist N. Gerbers Co., Leipzig. 3.12.06.
Nr. 295 798. Zur Untersuchung von Milch
dienendesButy rome ter mit Flaschen Verschluß.
Derselbe. 3.12.06.
Nr. 259 797 resp 295 800. Zur Untersuchung
von Voll- und Magermilch dienendes Butyro-
meter resp. Prftzisionsbutyrometer mit nach
beiden Enden in eine Halsöffnung auslaufen-
der Skalenröhre. Derselbe. 3. 12. 06.
Nr. 295 799. Magermilchbutyrometer mit an
beiden Enden in eine Halsöffnimg auslaufen-
der Skalenröhre. Derselbe. 8. 12. 06.
Nr. 295 801. Zur Untersuchung von Milch und
Milchprodukten dienendes, an der Außen-
seite des Skalenhalses mit Gewinde zur Auf-
nahme eines VerschlußstQckes ausgestattetes
Butyrometer. Derselbe. 3.12.06.
64. Nr. 292 268. Trichter mit rund um den
Umfang desselben verlaufenden Eichungs-
strichen, Absperrhahn und Luftrillen. 0.
Gerhardt, Schonnebeck b. Essen. 23. 10. 06.
Qewephliches.
Japanische Ausstellungen.
Es ist beschlossen worden, im Jahre 1912
eine große Ausstellung in Japan abzuhalten;
sie wird den Namen „Japan Orand Exhibiium''
tragen. Zu den Kosten von rd. 10 Millionen
Ten wird die Regierung 5 Millionen beisteuern,
8 Millionen hat die Stadt, in welcher die Aus-
stellung stattfinden wird (zweifellos Tokio), auf-
zubringen und 2 Millionen hofft man von den
Ausstellern und Besuchern einzunehmen.
Die Ausstellungsgebäude Rollen 36000 Tsubo
(1 Tsubo = 8,3 gm)j das Ausstellungsareal soll
300 000 Tsubo bedecken.
Die Liste der Ausstellungsgebäude ist un-
gefähr dieselbe wie bei jeder großen Aus-
stellung. Die Industrie-, Maschinen- und Kunst-
gebäude sollen von Japanern und Fremden ge-
meinsam benutzt werden.
Vom 20. März bis 20. Juni 1907 wird der
Bezirk Tokio eine Ausstellung, genannt „Tokio
Exhäntion*' veranstalten. Fremden Ausstellungs-
gütern werden dabei 1500 bis 2000 Tsubo ein-
geräumt werden.
Eine internationale Ausstellang der
neuesten Erfindungen findet unter dem Pro-
tektorate des Erzherzogs Josef Ferdinand
in der Zeit vom 15. Juni bis Mitte September 1907
in der zweiten Landeshauptstadt Olmütz in
Mähren statt. Gegenstände der Ausstellung
sind: Erfindungen und Verbesserungen auf ge-
werblichem, industriellem, landwirtschaftlichem
Gebiete u. s. w., somit Gegenstände des Patent-
und Gebrauchsmusterschutzes und Neuheiten.
Anmeldepapiere sind durch die Ausstellungs-
kanzlei erhältlich; Ende der Anmeldezeit ist der
28. Februar d. J.
Eine photographische Weltausstellung
wird von Mai bis September 1910 im städtischen
Ausstellungspalast zu Dresden abgehalten wer-
den. Diese Ausstellung soll sich nicht nur auf
fertige Erzeugnisse aus den verschiedenen Ge-
bieten der Photographie erstrecken, sondern
auch die photographische Industrie und Repro-
duktionstechnik im Betriebe zeigen.
Das Metermafs in England.
Das engere Komitee der British Weights and
Measwrts AssoeiatUm beabsichtigt, um das Vor-
dringen des Gramm - Gewichtes zu verhindern,
ein englisches Gewicht auf Basis des Wasser-
gewichts von einem KubikzoU amtlich festzu-
setzen und die englische Regierung zu veran-
lassen, es zum ausschließlichen Gebrauch ge-
setzlich vorzuschreiben. Bis jetzt lautet die
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30
CewerbÜchei. - fiüehenchau.
Dfintsche
Mechanilcer-Ztg.
gesetzliche Vorschrift: 1 KubikzoU destilliertes
Wasser soll bei 62® F und 30^ Barometerstand
in der Luft mit Mesainggewichten verglichen
252,458 grains wiegen.
Der obige Vorschlag ist ein Kompliment für
das metrische System und mit umso größerer
Freude zu begrüßen, als die Durchführung
dieses Gedankens die Verwirrung im englischen
Maßwesen nur noch steigern und dem Meter-
maße die Wege auch innerhalb der englischen
Kaufmannschaft weiter ebnen wird.
BOchapsohau.
E. de Larminaty Topographie pratique de recon-
naüsance et d'exploraiion, suivie de noiiona
eletnentairea pratiques de giodesie et d'cutro'
nomie de campagne. gr.-8^, 344 S. mit 138 Fig.,
7 Taf. u. 11 8. Beilagen. Paris, H. Charles-
Lavauzelle, 1904. 7,50 /r.
Die Anleitung soll französiche Offiziere,
die in kürzlich okkupierte Gebiete kommen,
wo topographische Karten noch fehlen, ermun-
tern und befähigen, topographische Skizzen
imd erste Karten zu zeichnen; diese Offiziere
wissen in der Regel nicht, welch schöne Re-
sultate sich mit äußerst einfachen Mitteln er-
reichen lassen. „Man braucht, um Brauchbares
und Nützliches zu leisten, nicht die zahllosen
topographischen Instrumente hervorragender
Erfinder, man braucht nur eine Routenbussole
und ein Taschenaneroid. Man kann diese In-
strumente in einer Viertelstunde handhaben
lernen; jeder zurückgelegte Weg bedeutet ein
weiteres gutes Itinerar imd diese Maschen über-
ziehen dann allmählich die weißen Flächen der
Kolonialkarte. " Es ist anzuerkennen, in welch
lebendiger Art der Verf. die Offiziere zur topo-
metrischen und kartographischen Tätigkeit an-
zuspornen sucht; aber er stellt die Sache doch
wohl gar zu leicht dar und wird die jungen
Offiziere wenigstens zum Teil veranlassen, daß
sie mit zu geringen instrumenteilen Hilfsmitteln
auszukommen suchen. Von „Eklimetem und
Klisimetern, von Fadenkreuz und Kollimator*,
überhaupt von der Instrumentenkunde, von der
der Verf. möglichst wenig vortragen will, muß
auch der angehende Topograph etwas mehr
wissen, als er nach den Versicherungen des
Verf. anzunehmen geneigt sein wird. Denn die
allereiufachste Itinerarführung reicht eben doch
im ganzen schließlich nicht weit, und das un-
begrenzte Zutrauen zu ihr kann zu den größten
Irrtümern auf der Karte führen. Von Routen-
bussolen zur Itinerarführung beschreibt der
Verf. sechs verschiedene; die Längenmessung
wird durch Schrittzählen (ohne Schrittzähler)
oder durch die Marschzeit bewirkt. Es wird
femer die Verteilung des Schluß- oder des An-
schlußfehlers eines Itinerarpolygons gezeigt Zur
Höhenberechnung dienen Aneroide; auch Klisi-
meter zur Anwendung bei der Kleinaufnahme
werden beschrieben. Die bei der „topogra-
phischen Triangulation*' zu verwendende .Ekli-
meterbussole^ wird ziemlich eingehend behan-
delt. Der dritte Teil des Werks beschäftigt
sich mit den „Elementen der Rekognoszierunga-
geodäsie**: geodätische Triangulation (Grund-
linienmessung mit Holzlatten, Stahlband, Meß-
kette; Schrittmaß, Schallgeschwindigkeit; sog.
astronomische Basis; Theodolit zur Horizontal-
und zur Höhen wink elmessung; Berechnung der
Lage der Punkte nach geographischen Koordi-
naten und der Höhen durch trigonometrisches
Nivellement), ferner geodätische Astronomie
(Zeit, Breite, Azimut; Andeutungen über die Län-
genbestimmung durch Chronometertransport,
gleiche Höhen von Mond und Sternen, Okkul-
tationen u. s. f. ; Standlinienmethode der Nautik).
Was hier der Verf. über den Gebrauch des
Theodolits zu geodätischen Messungen geringerer
Genauigkeit und zu sog. astronomischen Be-
stimmungen lehrt, wird manchen seiner Leser,
der sich dem Buch als Führer anvertrauen will,
vor Enttäuschungen nicht bewahren.
Hammer.
Siemens-Schuckert- Werke, G. m. b. H., Berlin.
Elektrische Bahnen. 8^. 99 S. mit Fig. Ber-
lin, Jul. Springer 1905. Geb. in Leinw.
4,00 M.
J. Baumann, Der wahlweise Anruf in Tele-
graphen- u. Telephonleitungen und die Ent-
wicklung des Femsprech Wesens. 8^. VIII,
96 S. m. 25 Textabbildgn. (I. Bd. v. Die
Schwachstromtechnik in Einzeldarstellungen.
Hrsg. V. J. Baumann u. L. Rellstab.)
München, R. Oldenburg 1904. 2,50 if.
H. Birren, Elektrotechnisches Gleichstrom-
praktikum. Eine Zusammenstellung der
wichtigsten Gleichstrommeßmethoden nebst
durchgeführten Versuchen. 8^. VU, 126 S.
m. Fig. Leipzig, Hachmeister & Thal
1905. 2 M.; geb. hi Leinw. 2,50 M.
A. LedebuTy Lehrbuch der mechanisch-me-
tallurgischen Technologie. Verarbeitung der
Metalle auf mechanischem Wege. 3. neu-
bearb. Aufi. 1. Abteilung. gr.-S^. S. 1-— 400
m. Fig. u. 2 Tafeln. Bräunschweig, F. Vie-
weg & Sohn 1905. 12,00 M.
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Heft 8.
1. Februar 1907.
Patenttchau. — PatenUiste.
31
Patantacha
Maximum-Thermometer, dadurch gekennzeichnet, daß ein beliebig geformter, massiver
Glaskörper in eine seiner Form entsprechende Erweiterung des KapillarrOlircheDS beweglich
eingesetzt ist, wodurch ein Abreißen und Stehenbleiben des Quecksilberfadens in der der ge-
messenen Temperatur entsprechenden Stellung erzielt wird. Th. Kirst in Neußis b. Flaue i. Th.
28.5.1904. Nr. 165 887. Kl. 42.
Rönigenröbre für Wechselstrom oder imreinen Oleichstrom nach Fat. Nr. 161 979,
dadurch gekennzeichnet, daß das die Kathodenstrahlen ungewollter Richtung aufsaugende Ge-
bilde derart ausgebildet ist, daß es diese in der Aussendungsrichtung zurückwirft, zum Zwecke,
den Widerstand der ROhre gegenüber dem Stromdurcbgang in ungewollter Richtung zu er-
höhen. Koch & Sterzel in Dresden. 11. 1. 1905. Nr. 166281; Zus. z. Fat. Nr. 161979. Kl. 21.
Prismenfemrohr fiir Winkelmefsinstmmente mit die Frismenkammer schneidender
Drehungsachse senkrecht zur Langsachse des Femrohres, dadurch gekennzeichnet, daß die
Frismenkammer ganz oder teilweise aus einem gleichachsig mit der Drehungsachse gelagerten
Zylinder besteht, dessen Wandung gleichzeitig zur Umschließung eines beliebigen Frismen-
umkehrsystems und als Achslager für das Femrohr dient C. F. Goerz in Berlin-Friedenau.
29.11.1904. Nr. 166 094. Kl. 42.
Wärmemesser für hohe Temperaturen» bei welchem die Strahlung des zu unter-
suchenden Körpers mit jener eines elektrisch geheizten Thermoelementes verglichen wird, nach
Fat Nr. 156008, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermoelement genau an der Lötstelle von
der Heizstromleitung, die an diesem Funkt zweckmäßig etwas verjüngt ist, durchdrungen wird.
Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 25. 6. 1904. Nr. 166 288; Zus. z. Fat Nr. 156006. Kl. 42.
Thermoelektrisches Pyrometer mit opüschen Vorriehtnngen snm Konzentrieren der
W&rmestrahlen ani die heiflie Lötstelle nach Fat Nr. 185 064, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Nahe der Fokalebene eines achsial verschiebbaren Hohlspiegels bezw. einer verschiebbaren
. Linse sich zwei gegeneinander geneigte, mit einer mittleren vor der Lötstelle liegenden öffhung
versehene Spiegel bezw. Frismen befinden, welche die von einer Hälfte des Objektivs kommenden
Strahlen nach einer, die von der anderen Hälfte kommenden Strahlen nach der anderen Seite
der Okularachse ablenken, so lange nicht die Pokalebene des Hohlspiegels oder der Linse mit
der Bintrittsebene der Öffnung zusammenfällt, so daß nun in diesem letzteren Falle im Okular
ein nicht verschobenes Bild des Gegenstandes erscheint Ch.F6ry inFaris. 8.7.1904. Nr. 166 890;
Zus. z. Fat Nr. 185064. Kl. 42.
Verfahren snm Registrieren elektrischer Stromtmduiationen mit Hilfe eines mittels
Telephons, Vibrationsgalvanometers, Oszillographen u. s. w. in Schwingungen versetzten Licht-
strahles, welcher auf eine mit einem auf Gleichstromschwaokungen ansprechenden Relais ver-
bundene Anordnung licht- oder wärmeempfindlicher Zellen derart wirkt, daß das Relais bei
dauernder Bestrahlung oder Verdunklung der Zellenanordnung bei mhendem Lichtstrahl in
einem Ortsstromkreis die entgegengesetzte Wirkung hervorruft, als bei intermittierend be-
strahlter Anordnung bei schwingendem Lichtstrahl. E. Ruhm er in Berlin. 9. 5. 1905.
Nr. 166 525. Kl. 21.
Veriahren snr Herstellung einzelner Zungen und skalenartig abgestimmter Znngen-
k&mme ans Federbändem für Resonanzapparate, dadurch gekennzeichnet, daß durch Ver-
minderung der Breite des Federbandes die Biegungsstelle oberhalb der Zungenwurzel örtlich
eingeschränkt wird.
Verfahren zur Herstellung einzelner Zungen und skalenartig abgestimmter Zungen-
kämme aus Federbändem für Resonanzapparate, dadurch gekennzeichnet, daß die zwecks leich-
terer Sichtbarmachung der Schwingungen üblichen Fahnchen über die Kanten der freien
Zungenenden gefalzt sind. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 17.8.1905. Nr. 166 608. Kl. 21.
Patentllste.
Bis zum 14. Januar 1907.
Klasse: Anmeldvngen.
17. G. 28 464. Vorrichtung zum Umfüllen von
verdichtetem oder verflüssigtem Gas. F.
Giron, Faris. 4.8.06.
21. A. 18 725. Meßgerat für Widerstände und
Kapazitäten; Zus. z. Anm. A. 12 590. Allg.
Blektrizitats • Gesellschaft, Berlin.
29. 10. 06.
B. 42090. Röntgenröhre mit gekühlter Anti-
kathode. M. Becker & Co., Hamburg.
81. 1. 06.
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32
Patentliste.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
6. 23 447. GlimmlichtoBzillographenrOhre. E.
Gehrcke, Berlin. 2. 8. 06.
K. 82 919. iDflaenz • Blektrisiermaschine zum
Betrieb von Röntgenröhren und zur draht-
losen Telegraphie. Kühnel& Marko wsky,
Reichenberg 1. Böhm. 25. 9. 06.
K. 33088. VerfahrenzurMessungder Perioden-
zahl eines Wechselstromes beliebiger Frequenz
und Kurvenform. A. Krukowsky, Kiew.
24. 10. 06.
M. 30 288. unverwechselbare Schmelzsicherung.
C. Meyer, Hannover-Linden. 31. 7. 06.
8. 22903. Hitzdrahtapparat für elektrische
Ströme. Siemens- Schuckert- Werke,
BerUn. 9.6.06.
80. K. 31817. Vorrichtung zum Beleuchten von
Körperhöhlen unter Ausnutzung der Licht-
leitungsf&higkeit von Glas oder gleich-
wertigem Material. S. Schrötter v. Kri-
8telli,Wien. 11.4.06.
S. 22117. Verschluß für Kapillarröhren mit
unebener Bruchflache. Gilliard, P. Mon-
uet & Gartier, St. Föns b. Lyon. 5. 1.06.
82. W. 25 364. Vorrichtung zum Ausschneiden
runder und ovalor Scheiben aus Glastafeln.
A. Werner, Fürth i. B. 22. 2. 06.
42. C. 14 163. Fl&chenmeßmaschine für Leder,
G. Coradi, Zürich. 11. 12. 05.
D. 16 095. Verfahren zur Bestimmung von
Gasbestandteilen durch Absorption mittels
Messung von Druckunterschieden. A. D o s c h >
Charlottenburg. 29. 7. 05.
H. 36 558. Vorrichtung zum Messen der
Schiifsgeschwindigkeiten. J. Heyn, Stettin.
16. 11. 05.
H. 37 090. Vorrichtung zur Bestimmung der
Geschwindigkeit von Schiffen und fließendem
Wasser. J. Heyn, Stettin. 7.2.06.
H. 39 039. Gewindemeßapparat fOr Schrauben-
bolzen. P. Häußlor, ZellaSt. Bl. 22.10.06.
K. 30 261. Registriervorrichtung für Strom- u.
Schiffsgeschwindigkeitimesser, bei denen der
in Pitotschen Röhren auftretende Druck auf
die Seiten eines in einem Zylinder verschieb-
baren Kolbens wirkt. B. M. Krir, Paris.
30. 8. 05.
0. 5025. Fernrohr mit verschiebbarem Umkehr-
system. C. P. Goerz, Friedenau - Berlin.
25. 11. 05.
P. 17 769. Vorrichtung zum Messen von ünter-
winkeln, zum Dossiereti und Nivellieren,
sowie zum Messen horizontaler und vertikaler
Ebenen. H. Pretzsch, Charlottenburg.
23. 10. 05.
P. 18643. Blendeneinrichtung für optische
zentrierte Systeme mit einem Maximum
sphärischer oder astigmatischer Abweichun-
I
gen oder beider zwischen Achse und Rand.
F. Plehn, BerUn. 21. 6. 06.
P. 18940. Meßgerät mit mehreren, um eine
gemeinschaftliche Achse drehbaren Maß-
stäben. M. Pilkuhn, Berlin. 20. 9. 06.
S. 22 295. Volumetrisches Verfahren zur Pett-
bestimmung von Rahm. A. Sichler, Leip-
zig. 12.2.06.
S. 23 359. Thermometer mit Beleuchtungsvor-
richtung. F. Senglaub, Elgersburg Th.
12. 9. 06.
Z. 4935 u. 4936. Ramsdensches Okular mit
einem zusammengesetzten Augenlinsen -
System, in dem eine chromatisch korri-
gierende Kittfläche ihre konkave Seite der
Feldlinse zukehrt; Zus. z. Anm. Z. 4804.
C. Zeiß, Jena. 2.6.06.
57. Seh. 26189. Photographischer Belichtungs-
messer. E. Schrader u. B. Leischner,
Breslau. 1. 9. 06.
67. B. 43170. Maschine zum Einschleifen von
Rillen oder Wellen in Glasplatten mittels
mehrerer gemeinsam angetriebener Schleif-
stäbe. Karfunkel&Wolf, Berlin. 31.5.06.
ErtoUniigeiu
21. Nr. 181 283. Registrierendes Kapillarelektro-
meter. J. T. Armstrong u. A. Orling
London. 24. 3. 05.
Nr. 181284. Bifilarelektrometer. Th. Wulf
Valkenburg, Holland. 15. 7. 06.
42. Nr. 181299. Entfernungsmesser mit einer
festen und einer einstellbaren, durch ein
Basismeßband bekannter Länge miteinander
verbundenen Visiervorrichtung sowie einem
zur Feststellung der Entfernung dienenden,
nach rückwärts auszuziehenden Meßbande.
C. Beauboir, Mayen b. Coblenz. 8.6.05.
Nr. 181300. Sonnenspiegelinstrument zur Be-
obachtung korrespondierender Sonnen-
höhen. C. Bamberg, Friedenau - Berlin.
27. 4. 06.
Nr. 181 410. Meßinstrument zum Messen des
Abstandes zwischen zwei übereinander lieg^en-
den Achslagern. Ch. Rod6 u. M. Picard,
La Chaux-de-Fonds, Schweiz. 29. 4. 06.
Nr. 181477. Belastungs- und Entlastungsvor-
richtimg für ölprüfmaschinen. B. Gernoth
& H. Leiber, Dortmund. 18. 5. 06.
Nr. 181 678. Pferdekraftstundenzähler. J.Pich t,
Halle a. S. 19. 7. 05.
76« Nr. 181470. Verfahren zur Herstellung von
Glasätzungen. W. Schell jr., Offenbur^,
Baden. 5. IL 03.
Nr. 181487. Verfahren zur Herstellung von
Glasätzungen; Zus. z. Pat. Nr. 181470. W.
Schell jr., OiTenburg, Baden. 24. 8. 05.
Für die Red&kUon Tonntworülch: A. Blaschko in Bcriia W.
y«rlag TOB Jaliut SpriBfar In B«rUB N. — Draek tob Bmil Dreyor In BarllB SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für IzuitnimentenkiLnde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblait der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 6.
Heft 4.
15. Februar.
1907.
Nachdruck niir mit Genehmigung der Redaktion geglättet.
Schreibfedern mit selbsttätigem Sohreibtuschenachflaß für Begistrierinstrumente.
Von Dipl.-Ing. S. Prenfs in Gr. Lichterfelde-West.
Bei der Dauerversuchsanlage des Kgl. Materialprüfungsamtes zu Gr. Lichterfelde-
West^) wird jede einzelne Anspannung, der der Versuchsstab ausgesetzt wird, schau-
bildlich aufgezeichnet, um einen genauen Überblick über den Betrieb der dort vor-
handenen 20 Maschinen zu haben. Da die Versuchsstäbe minutlich 30 und mehr
Anspannungen erhalten und der einzelne Versuch Monate und selbst Jahre dauert, so
ergibt sich daraus eine ganz besonders hohe Leistung der das Schaubild aufzeichnenden
Schreibfedem.
Die Anlage war ursprünglich mit den üblichen tetraederförmigen Schreibfedern
ausgerüstet {Fig, 1), Diese Federn hatten sich bisher bei Schreibvorrichtungen mit
; '
r
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b -
I ^£ '
Fl«, 1.
Flg. 2.
Flg. 8.
geringerer Schreibleistung unter den verschiedensten Umständen vorzüglich bewährt.
Dennoch zeigten sie sich den hier verlangten hohen Schreibleistungen nicht gewachsen,
da die innerhalb 1 Stunde gezeichneten Schaulinien etwa 5 bis 7 m lang sind und auch
ganz besonders scharf und nicht zu dicklinig sein müssen, weil die einzelnen, die ver-
schiedenen Belastungen darstellenden Teile der Schaulinie sehr nahe beieinander liegen.
Mit solchen tetraederförmigen Federn ließen sich bei normalem Betrieb, trotz des sorg-
fältigsten Schleifens der Spitze und Reinhaltung der Feder sowie guter Tusche, nicht
längere Betriebszeiten als 2 bis 3 Stunden erzielen, was eine Länge der Schaulinie von
10 bis 20 m entspricht. Der Grund dafür lag in folgendem: Die Federn haben einen
Spalt a'&'. Dieser ist nötig, weil die Tusche sich unterhalb des Schreibpunktes a'
befindet; sie fließt also nicht ohne weiteres dem Schreibpunkt zu, sondern muß sich
im Spalt bis zu ihm emporsaugen. Da dieser Spalt von zwei Seiten von der Luft
umspült wird, so setzt er sich leicht zu, da die Tusche stets etwas gerinnt.
Aus diesen Erwägungen heraus wurde zur Vermeidung der genannten Übel-
stände folgende Federform gewählt {Fig^ 2 u. 5). Die Feder besteht aus einem dünn-
1) Martens und Guth, Das Kgl. Materialprüfungsamt der Tecbniachen Hochschule
Bertin, Denkschrift zur Eröffnung. 8.331. Berlin, Julius Springer 1904.
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34
£. Praufi, Schrdbfcdern mit telbtttätigem Schrelbtuschenachilud.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
wandigen (Messing-) Rohr r und besitzt einen nach der Federzunge z zu etwas ge-
neigten, dachförmig nach unten gebogenen Boden B, Die Schreibtusche steht in dem
Rohr 2 bis 5 mm hoch und befindet sich Über dem Schreibpunkt a. Das Rohr r hat
unmittelbar über der Federzunge eine kleine Öffnung h. Infolge ihres Eigengewichtes
tritt die Tusche durch diese Öffnung aus und bildet auf der Schreibzunge z einen
kleinen Tropfen, der das zu beschreibende Papier P netzt. Da die Tusche durch ihre
eigene Schwere stets dem Schreibpunkt zufließt, ist kein Spalt im Boden B erforderlich.
Die GröBe des Loches 6, der Durchmesser des Rohres r, sowie die Länge und
Neigung der Schreibzunge müssen dem Flüssigkeitsgrad der Tusche angepaßt werden.
Für die fast allgemein benutzte, im wesentlichen aus Glyzerin und Anilin bestehende
violette Schreibtusche haben sich folgende Größen als zweckmäßig erwiesen. Die Länge
des Rohres r ist so zu bemessen, daß bei stoßweisen Ausschlägen die Tusche nicht
ausgespritzt wird. In der oben genannten Anlage werden Federn von 7 bezw. 15 mm
Länge benutzt. Der Durchmesser des Rohres r ist so zu wählen, daß die Oberflächen-
spannung der Tusche bei einer Höhe der Tuschesäule von 2 bis 5 mm noch genügt,
um die Tusche innerhalb des Rohres zu halten, so daß nur ein kleiner Tropfen auf die
Schreibzunge austritt, ohne daß die Tusche ganz ausläuft. Ein Rohrdurchmesser von
5 mm und eine Wandstärke von 0,2 mm haben sich gut bewährt. Der Boden B besteht
aus etwa 0,3 mm starkem Nickel- oder Neusilberblech und ist dachförmig nach unten
ausgebogen; der Winkel, unter dem
die beiden Seiten des Bodens zu-
sammenstoßen, beträgt 155 bis 160^
Die Neigung des Bodens gegen die
Längsachse der Feder ist 84 bis 86 ^
die Länge der Schreibzunge z gleich
1,5 mm^ der Durchmesser des Loches h
gleich 1 mm. Erwähnt sei noch, daß
der Federboden mit Silberlot angelötet
sein muß. Es war dazu zunächst
Weichlot benutzt worden, doch zeigte
sich nach einigen Wochen infolge des
Einflusses der Tasche eine vollstän-
dige Zersetzung des Lotes und ein
Loslösen des Bodens von der Feder.
Die Federzunge wird nach Fertig-
stellung der Feder mit einem Ölstein
so angeschliffen, daß eine tadellos
glatte Schaulinie in der gewünschten
Strichdicke erhalten wird.
Die Federn zeichnen ebenso
gut wagerechte wie senkrechte und
beliebig geneigte Schaulinien.
Mit den beschriebenen Federn
wurden bei einmaliger Füllung Schreib-
leistungen von 150 bis 200 m erzielt.
Für die genannte Anlage machte dies aber immer noch ein zu häufiges Nachfüllen
der Federn erforderlich. Es wurde daher eine selbsttätige Tuschenachflußvorrichtung
ausgeführt, wodurch trotz der so hohen Anforderungen an die Schreibleistung ein
wochenlanges, ununterbrochenes Schreiben ohne jedes Nachfüllen erreicht wurde. Das
Wesen dieser Vorrichtung besteht darin, daß die Feder F (Fig. 4) durch ein kom-
munizierendes Rohr K in Verbindung mit einem größeren Tuschebecken 22 steht,
so daß ihr der Ersatz für die verbrauchte Tusche ständig wieder neu zugeführt wird.
Da das Becken einen beträchtlich größeren Querschnitt als die Feder hat, so ist
selbst bei starkem Tuscheverbrauch nur selten ein Höherstellen des Beckens durch die
in der Zeichnung angedeutete Stellschraube erforderlich.
Das kommunizierende Rohr ist so ausgebildet, daß der Teil r* gleichzeitig als
Träger für die Feder dient. Bei g ist ein Gummischlauch eingefügt, um die nötige
Beweglichkeit des Rohres r' zu gewährleisten. Das Rohr r' hat einen Innendurch-
messer von etwa 2,5 mm und 0,2 mm Wandstärke. Sein unteres Ende ist etwas flach
zusammengedrückt, so daß die untere Öffnung ein Rechteck bildet, dessen ktirzere Seite
^^^777777777777,
Fig. i.
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Heft 4.
15. Febrnar 1907.
Vcreinanachrichten.
35
1 mm laDg ist. Es ist dies aus dem Grunde geschehen, damit man bei gefülltem Rohr-
system, ohne daß die Tusche ausläuft, jederzeit die Feder F abnehmen kann, nachdem
man den Gummischlauch g mit einem Quetschhahn abgesperrt hat. Ferner ist das
untere Ende des Rohres r* unten schräg oder zackig abgeschnitten, da anderenfalls
bei gerade abgeschnittenem Rohr das untere Rohrende stumpf und ohne Zwischenraum
auf dem Boden aufsitzen würde, wodurch der Tuschenachfluß abgeschnitten wäre.
Bei A sind Abzweigungen am Haupttuscherohr für eine weitere Anzahl von
Federn vorhanden, die alle aus dem gleichen Becken gespeist werden.
Das Füllen des Rohrsystems erfoigte zunächst in der Weise, daß bei der in
der Figur gezeichneten Stellung des Beckens am unteren Ende des Rohres r^ ein
Schlauch angesetzt und die Tusche durch Absaugen der Luft aus dem Rohrsystem zum
Nachlaufen gezwungen wurde. Bei dem infolge des Anschlusses mehrerer Federn stark
verzweigten Rohrsystem ließ sich auf diese Weise keine vollkommene Entlüftung er-
zielen. Es blieben gelegentlich einige Luftblasen zurück, welche den Tuschenachlauf
störten und auch ein Auslaufen der Federn und Rücklaufen der Tusche nach dem
Becken veranlaßten.
Daher geschieht das Füllen jetzt in folgender Weise: Das Becken JB wird so
hoch gehoben, daß der Tuschespiegel in ihm höher steht, als der wagerechte Teil des
kommunizierenden Rohres K. Um dies zu ermöglichen, ist der Gummischlauch O vor-
gesehen. Dann wird durch einen am unteren Ende des Rohres r' aufgeschobenen
Schlauch die Luft abgesaugt, so daß die Tusche nachläuft. Darauf nimmt man den
Schlauch wieder ^b und läßt nacheinander durch die einzelnen Rohre r' die Tusche
ablaufen, indem man die Schläuche g derjenigen Rohre, die gerade nicht durchspült
werden, mit einem Quetschhahn absperrt. Die Tusche läßt man so lange durch die
Rohre r' laufen, bis das Rohrsystem sicher luftfrei ist. Dies ist im allgemeinen er-
reicht, nachdem etwa 10 bis 15 Tuschtropfen am unteren Ende des Rohres aus-
getreten sind.
Die hier beschriebene selbsttätige Taschenachführung und Schreibfedem sind
in monatelangem Betriebe in der eingangs genannten Anlage ausprobiert und haben
allen Anforderungen vollkommen entsprochen.
Vepeinsnaohpiohten.
D. O. f. M. u. O. Abt Berlin, E, V.
Jahresbericht für 1906,
erstattet vom I. Vorsitzenden.
Im Vereinsjahr 1906 fanden außer der
Generalversanunlung 11 ordentliche Versamm-
lungen, 2 Exkursionen und 2 gesellige Veran-
staltungen statt Es amtierten im Vorstand
folgende Herren: Vin-sitzende: W. Handke,
Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen, W. Haensch;
Schriftführer: A Blaschke, H. Schmidt;
Schatzmeister: Altr&d Hirschmann; Archivar:
F. Sokol; Beisitzer: 0. Böttcher, Prof. Dr.
Bt. Lindeck, Th. Ludewig, M.Runge. Ver-
treter im Hauptvorstande waren die Herren:
W. Haensch, Baurat B. Pensky, F. Sokol,
Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen.
Die Mitgliederzahl hat sich von 160 durch
Ausscheiden von 3 Mitgliedern und Neueintritt
von 8 Mitgliedern um 5 Mitglieder auf 165
vermehrt. Davon sind 35 Firmen seit 1877
Mitglied und von deren ersten Inhabern seit
Begründung unserer Gesellschaft noch 19 im
Berufe tatig.
Unsere Abteilung Berlin hat in ihren Be-
ziehungen zur Handwerkskammer erhebliche
Arbeit zu leisten. Bin großer Teil unserer Be-
triebe, welche als nicht fabrikmäßig der Hand-
werkskammer unterstehen, hat noch immer
nicht die Kenntnis des Gesetzes vom Jahre 1897
erlangt; hieraus entspringen viele Weitläufig-
keiten, besonders in bezug auf Lehrlingsver-
haltnisse und Gehilfenprüfungen.
Unser leider zu früh dahingeschiedener
Kollege Fedor Sokol hat auf diesem Gebiete
als von uns vorgeschlagener Beauftragter der
Handwerkskammer belehrend und versöhnlich
gewirkt, was auch von der Handwerkskammer
anerkannt worden ist.
Der Vorstand hat auf deren Anfrage jetzt
Herrn Mechaniker Meckel als Beauftragten in
Vorschlag gebracht, und dieser ist von der
Handwerkskammer als solcher berufen worden.
Außer uns haben bezw. wünschen die Chi-
rurgie - Mechanik, die Elektrotechnische Instal-
lation und neuerdings noch die Optische Laden-
Industrie ihre eigenen Prüfungsordnungen.
Hierbei wird die weitere Frage entstehen, ob
die neubegründete Pflicht - Fortbildungsschule
unsere Lehrlinge vom 14. bis 17. Lebensjahre
soweit fortbildet, daß diese den sogenannten
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36
Vereinsnachrichten. — Fttr Werkstatt und Laboratorium.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
theoretischen Teil der Gehilfen prüfung über-
haupt bestehen.
Wir dürfen uns femer nicht verhehlen, daß
unser Vereinsschiedsgericht der neueren Gesetz-
gebung angepaßt werden muß. Lagen doch
bereits in 2 Fällen Zuweisungen bezw. Anfragen
von Gewerbegerichten vor, für welche der Ge-
hülfen-PrüfungsausBchußals entscheidend event.
eintreten soll.
Wir können daher unseni Herren Werkstatt-
Inhabern trotz ihrer Abneigung nur dringend
empfehlen, auch diesen Dingen eine vermehrte
Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Sitzung vom 29. Januar 1907. Vor-
sitzender: Hr. W. Handke.
Die Herren Dr. P. Herrmann (v. d. F*«
Dr. J. Perl & Co.) und A. Berönyi erläutern
das Lackspritzverfabren an der Hand einer
großen Zahl von Mustern und führen es mit
mehreren Apparaten in seiner Anwendung auf
Metalle vor.
Es werden aufgenommen die Firmen:
Beling & Lübke (Inh.: P. Kühne und R.
Günther); Werkzeugmaschinen-Fabrik; SO 26,
Admiralstr. 16. — Richard Bosse & Co. (Inh.:
Rud. Weigt und Otto Winkelmann); Fabrik
für elektrotechnische Apparate, Telegraphen-
Bauanstalt, Herstellung von Apparaten für Tcle-
phonie, Telegraphie und Bisenbahn Sich erungs-
wesen; SO 36, Wiener Str. 43. — Julius
Sc buch; Telegraphen-, Telephon- und Blitz-
ableiter-Fabrik; 0 27, Holzmarktstr. 34. — Zur
Aufnahme hat sich gemeldet Hr. Ing. Schutt,
i. Fa. 0. Ahlberndt.
Das diesjährige Winterfest wird am Dienstag
den 26. Februar stattfinden. Bl.
ZwelgTerein Hamburg- Altona. Sit-
zung vom 5. Februar 1907. Vorsitzender:
Hr. Dr. H. Krüß.
Der Vorsitzende legt eine Reihe von
Eingängen vor, darunter Mitteilungen der
Handwerkskammer Altena und der Gewerbe-
kammer Hamburg. Letztere teilt mit, daß in
der Osterwoche wieder eine Ausstellung von
Lehrlingsarbeiten in der Turnhalle auf dem
Heilige Geist-Felde stattfinden werde ; Hr. B ck e l
übernimmt die Fürsorge für diese Angelegenheit.
Der Schatzmeister, Hr. Richard Donnert,
erstattet die Abrechnung für 1906. Nachdem
die Revisoren die Rechnung geprüft haben,
wird dem Schatzmeister mit Dank für seine
Mühewaltung Entlastung erteilt.
Als Vertreter des Vereins im Vorstand der
Deutschen Gesel'schaft für Mechanik und Optik
wird Hr. Bekel wiedergewählt.
Hr. P. Martini führt den Stereo voran ten
vor, welcher eine natürliche räumliche Wieder-
gabe von stereoskopischen Aufnahmen ge-
stattet, und zwar dadurch, daß sowohl für den
Aufnahme- als für den Betrachtungsapparat die
Entfernung der beiden Objektive der mittleren
Augenweite entspricht. Die zum Stereoskop
benutzten Verantlinseu besitzen eine dem be-
sonderen Zweck angepaßte Konstruktion.
Hr. Dr. H. Krüß berichtet über die An-
regung der Hamburger Gewerbekammer, zur
Bekämpfung des Borgunwesens im Handwerk
bestimmte Zahlungsbedingungen innerhalb der
einzelnen Innungen und gewerblichen Vereine
festzusetzen, auf welche sich die Mitglieder
ihrer Kundschaft gegenüber berufen könnten.
Es wird anerkannt, daß hier eine für das Hand-
werk sehr wichtige Frage angeschnitten ist.
Wenn auch die Bedeutung für die Fein-
mechanik deshalb nicht so sehr groß ist, weil
in deren Kundenkreis Lehranstalten und wissen-
schaftliche Laboratorien vorwiegen, so ist die
Versammlung doch der Meinung, daß Rechnung-
stellung sofort bei Ablieferung der Waren er-
folgen und bei Privatkundschaft kein Kassa-
Skonto gewährt werden solle, während bei
Händlern besondere Vereinbarungen stattfinden
können.
Eine weitere Erörterung ruft die Frage
der Errichtung einer Krankenkasse für selb-
ständige Handwerker in den Bezirken der drei
hanseatischen Gewerbekammern hervor. Der
auf Veranlassung der Hamburgischen Gewerbe-
kammer hergestellte Entwurf für die Satzungen
einer solchen Kasse wird vorgelegt. Bei voll-
ständiger Billigung eines solchen Vorgehens
findet sich unter den anwesenden Mitgliedern
vorläufig keine Neigung zum Beitritt zu einer
solchen Kasse. J7. K*
Für Werkstatt
und Labopatopium.
Galalith.
Mitgeteilt von W. Klußmann
in Gharlottenburg.
Der Internationalen Galalith-Ge-
sellschaft Hoff & Co. in Harburg a. E.
(Agentur: Max Gronau, Berlin SW, Ora-
nienstr. 117) gelang es, aus gänzlich
entbutterter Kuhmilch, also einem ziem-
lich wertlosen Produkt, ohne Zusatz fremder
Substanzen, nur unter Anwendmig eines
Härteverfahrens, ein Material herzustellen,
das vor dem Hartgummi den Vorzug^ der
größeren Billigkeit, vor dem Zelluloid den
der Oeruchlosigkeit und schwerer Brenn-
barkeit hat. Es wird daher unter Verwendung
geeigneter Färbemittel zur Imitation von
Elfenbein, Schildpatt, Hom, Hart^mmi,
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H«ft 4.
15. Febratr 1907.
Für Werkstatt und Labormtorium — Gewerbliches.
37
Koralle, Bernstein u. s. w. in der Bijouterie-
branche an Stelle des ZelluloidB bereits mit
Erfolg angewendet.
Der entrahmten Kuhmilch werden zu-
nächst die wässerigen Bestandteile ent-
zogen, und der verbleibende Kaseinstoff
wird auf geeignete Weise gefärbt und dann
mit Säure behandelt. Sodann wird die
plastische Masse unter hohem Druck in ge-
eignete Formen gebracht und getrocknet.
Zu 1 Tcg Galalith werden etwa 60 l ent-
rahmte Milch gebraucht; vorläufig ist die
Fabrikation auf eine Verarbeitung von 30
bis 40 Millionen Liter Milch im Jahre ein-
gerichtet.
Das Galalith ist in seinem ganzen Ver-
halten und in seiner Verarbeitungsweise
dem Naturhorn sehr ähnlich. Es läßt sich
etwa wie dieses sägen, drehen, fräsen,
bohren und mit Gewinde versehen. Die Werk-
zeuge werden viel weniger als beim Hart-
gummi angegrifTen. Beim Gewindeschneiden
mittels Gewindebohrers quillt das Material
nicht auf, das Loch muß also dem Kern-
durchmesser entsprechend gebohrt werden.
Das Polieren geschieht in ähnlicher Weise
wie beim Hartgummi. Die Gegenstände
werden zunächst geschliffen und geschmir-
gelt; dann werden mit einem Brei aus
Bimsstein, grauem Tripel und Wasser oder
Öl auf einem Reibpuff die Risse entfernt
und endlich werden die Gegenstände auf
einem Feinpolierpuff mittels Wiener Kalks,
gelben Tripels u. s. w. bis zum Hochglanz
poliert. Kleinere Gegenstände (Perlen,
Kugeln, Ringe, Scheiben) können auch in
einer Schütteltrommel poliert werden. Das
Polieren kann aber auch, wie weiter unten
Angegeben, nach der bei den Tischlern üb-
lichen Manier geschehen.
In der Wärme läßt sich das Galalith
biegen und prägen ; nach dem Erkalten be-
hält es die ihm gegebene Form. Die zu
biegenden Stäbe werden zunächst auf
passende Länge geschnitten, geschliffen und
poliert. Man legt sie dann erst etwa 10 Min.
in kaltes und darauf, je nach der Stärke,
5 bis 30 Min. in heißes Wasser von 80° bis
100^. Alsdann werden sie sofort (aber
nicht mit Gewalt, um ein Brechen zu ver-
meiden) gebogen und in entsprechende
Holzformen gelegt, bis sie sich abgekühlt
haben. Das Prägen geschieht in vorher
gut angewärmten Formen unter langsamem
Druck.
Das Aufleimen von Galalith auf Holz
erfolgt mittels besten Kölner Lederleims,
dem ein wenig konzentrierte Essigsäure zu-
gesetzt ist, um die Haltbarkeit des Leims
zu erhöhen. Das Galalith wird mit einem
gezahnten Stahl vorher geraubt und ebenso
wie das Holz, auf welches es geleimt
werden soll, etwas angewärmt. Darauf
werden die mit heißem Leim bestrichenen
Flächen so aufeinander gelegt, daß keine
Luftblasen zwischen ihnen bleiben, und bis
zum Erkalten leicht belastet. Es ist gut,
wenn größere Platten acht Tage unter Druck
liegen können, damit sich die Feuchtigkeit
des Leims gleichmäßig verteilt und die
Platten mithin später gerade bleiben. Der
Druck darf aber nicht zu groß sein, damit
der Leim nicht herausgepreßt wird. Zum
Verleimen eignet sich ganz trockenes Ma-
hagoniholz billigster Qualität besonders, da
es die Feuchtigkeit des Leims schnell auf-
nimmt und wieder abgibt. Erst nach dem
Aufleimen wird das Galalith mit einer Zieh-
klinge abgezogen und mit Sandpapier nach-
gerieben; dann kann es mit Tischlerpolitur
genau wie hartes Holz poliert werden.
Die elektrische Isolierfähigkeit des Ga-
laliths ist nach im Physikalischen Staats-
laboratorium zu Hamburg angestellten Ver-
suchen nicht ganz so groß wie die des
Hartgummis; die elektrische Durchschlags-
fähigkeit ist ungefähr derjenigen des Por-
zellans gleich. Es kann mithin für sehr
viele Zwecke das Hartgummi als Isolier-
material vollkommen ersetzen.
Gegen Fette, Öle, Äther, Benzin ist das
Galalith indifferent.
Das Galalith wird in Platten von 50 X 80 c w
bei einer Stärke von 2 mm aufwärts und
in Stangen von mindestens 5 mm Durch-
messer und rd. 0,75 bis 1 m Länge her-
gestellt. Der Preis des schwarzen Gala-
liths beträgt 4 M für das hg.
Gewerbiiches.
Neuer Zolltarif Ton Kanada.
Der dem Unterhause vorgelegte Entwurf
eines neuen Zolltarifs, welcher sofort mit der
Vorlegung, d. h. am 29. November 1906, vor-
läufig in Kraft gesetzt ist, weicht im Wortlaute
von dem bisherigen Tarif im allgemeinen wenig
ab, dagegen ist die Anordnung der einzelnen
Artikel wesentlich geändert und insbesondere
die Einteilung in zollpüichtigo und zollfreie
Waren fortgefallen.
Der Generaltarif, welcher im allgemeinen
dem bisherigen allgemeinen Tarif entspricht,
soll auf alle fremden Länder und auf diejenigen
britischen Kolonien Anwendung finden, denen
bisher die britischen Vorzugszölle noch nicht
eingeräumt sind; die Länder, mit denen ein
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38
Gewerblichet.
Deutsche
Mechaniker- Ztg.
MeiBtbegünstiguDgBvertrag besteht, genießen
daneben die wenigen Vergünstigungen des
französischen Vertrags weiter, und für Deutsch-
land bleibt bis auf weiteres der bisherige Zoll-
zuschlag bestehen.
Der Mitteltarif ist die Hauptneuerung in
dem Entwürfe. Er bildet ein Mittelding zwischen
dem General- und dem britischen Vorzugstarif
und würde für diejenigen Länder, denen er
gewährt würde, den Vorsprung Großbritanniens
nicht unwesentlich verkürzen.
Von den im Generaltarif enthaltenen Er-
höhungen der Zölle des bisherigen allgemeinen
Tarifs sind folgende zu nennen:
326. Glas-Demijohns oder -Ballons, Flaschen,
Karaffen, Glaskolben, Phiolen, Glaskrüge und
Glaskugeln, Glas waren nicht anderweit ge-
nannt: bisher 30%, jetzt 32,5% i britischer
Vorzugstarif 20 % v. W.
327. Brillen, Augengläser, sowie geschliffene
oder fertig gemachte Brillengläser oder Linsen
zu Augengläsern: bisher 27,5 %, jetzt 30%, br.
Vorzugstarif 20 o/^ v. W.
328. Brillen und Augenglasfassungen sowie
metallene Teile davon: bisher 17,5%, jetzt 20%,
br. Vorzugstarif 15 % v. W.
453. Telephonische und telegraphische In-
strumente, elektrische und galvanische Batterien,
elektrische Motoren, Dynamomaschinen, Gene-
ratoren, Hülsen {8ocket8)y Isolatoren aller Art;
elektrische Apparate, nicht anderweit genannt;
Dampfkessel, nicht anderweit genannt; ferner
alle Maschinen, welche ganz oder teilweise aus
Bisen oder Stahl bestehen, nicht anderweit ge-
nannt: bisher 25%, jetzt 27,5%, br. Vorzugs-
tarif 15 7o V. W.
597. Phonographen, Graphophone, Grammo-
phone und fertige Teile davon, einschließlich
der Walzen und Register dazu: bisher 27,5 %,
jetzt 80 %, br. Vorzugstarif 20 % v. W.
657. Zauberiaternen und Durchziehgläser
dazu, physikalische, photographische, mathe-
matische und optische Instrumente, nicht ander-
weit vorgesehen, Wegmesser für Räder und
Schrittmesser, sowie Meßschnüre aus jedem
Stoff: bisher 22,5 %, jetzt 25 %, br. Vorzugs-
tarif 17,5 % V. W.
Es bleiben (wie bisher) von jedem Zolle frei:
Chronometer und Kompasse für Schiffe.
Chirurgische und zahnärztliche Instrumente aus
Metall; chirurgische Nadeln; X-Strahlen- Appa-
rate und Teile davon. Modelle von Erfindungen
und anderen Verbesserungen in den Künsten,
(indessen sollen keine Gegenstände als Muster
angesehen werden, die zum Gebrauche herge-
richtet werden können). Physikalische und
wissenschaftliche Apparate, Geräte, Instrumente
und Zubereitungen, einschließlich der Kästen
und Flaschen, in denen sie enthalten sind,
Karten (map9)f photographische Nachbildungen,
wenn besonders in gutem Glauben zum Gebrauch
und auf Bestellung einer Gesellschaft oder
Anstalt eingeführt, die nur für religiöse, philo-
sophische, Unterrichts-, wissenschaftliche oder
literarische Zwecke inkorporiert oder gebildet
ist, oder zur Belebung der schönen Künste,
oder zum Gebrauch oder auf Bestellung einer
Unterrichtsanstalt, Akademie, Schule oder eines
Lehrerseminars in Kanada, und nicht zum
Verkauf eingeführt, unter den vom Zollminister
vorzuschreibenden Bestimmungen.
Die Pflichtfortbildungsschule in Berlin.
Anmeldepflichtig sind alle nach dem 30. Sep-
tember 1890 geborenen Lehrlinge, soweit sie
nicht mindestens die Tertia eines Gymnasiumb
absolviert haben.
Die Anmeldung hat persönlich zu erfolgen,
und zwar nicht in dem Bezirk der Wohnung,
sondern stets in dem der Geschäftsstelle des
Lehrherrn oder Arbeitgebers. Anmeldestellen
sind für diejenigen, welche beschäftigt sind in:
1. Berlin SW und W (mit Ausnahme der
Bezirke zwischen Königgrätzer Straße, Krausen-
straße und Unter den Linden, welche zur Fort-
bildungsschule IV gehören) bei Direktor Dage-
förde, SW, Wartenburgstraße 12;
2. Berlin S: bei Direktor Kandeler, 8,
Wassertorstraße 4;
3. Berlin SO: bei Direktor Fechner, SO,
Görlitzer Straße 51 ;
4. Berlin C (mit Ausnahme der Bezirke von
C nördlich der Stadtbahn bis zur Linie König-
straße — Neue Königstraße, welche zur Fort-
bildungsschule VII gehören) und femer in
Berlin W zwischen Königgrätzer Straße, Krausen-
straße und Unter den Linden: bei Direktor
Behm, C, Niederwallstraße 7;
5. Berlin 0 : bei Direktor Kracht, 0, Lange
Straße 31;
6. Berlin NO: bei Direktor Schulze, NO,
Georgenkirchstraße 2;
7. Berlin C — nördlich der Stadtbahn bis
zur Linie Königstraße — Neue Königstraße —
Berlin N Brunnenstraße und östlich von ihr
bis zur Stettiner Bahn: bei Direktor Sang-
kohl, N, Greif enhagenerstraße 78 bis 82;
8. und 10. Berlin NW — Moabit — und N
— Wedding und Gesundbrunnen — : bei Di-
rektor Frauendienst, NW, Bremer Straße 13
bis 17;
9. Berlin NW — zwischen Unter den Linden,
Königsplatz, Alsenstraße, Heidestraße einschließ-
lich — und in Berlin N — bis zur Boyen- und
Liesenstraße einschließlich und jenseits der
Stettiner Bahn bis an die Brunnenstraße, letz-
tere ausgeschlossen — : bei Direktor Hau-
mann, N, Friedrichstraße 126.
Die Direktoren halten ihre Sprechstunden
in den bezeichneten Schulen ab: am Montag,
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Heft i.
15. Febroar 1907.
OewefblichM - Patenttchau. — Patentllst«.
30
Dienstag, Donnerstag und Freitag von 4 bis 5 Uhr,
ihre Bureaus sind wochentäglich von 1 bis 8 Uhr
nachmittags geöffnet.
Die Fa- 0. Ahlberadt, Fabrik von Arbeits-
maschinen für optische Werkstatten, ist in den
Besitz des Hm. Ing. Schutt übergegangen.
Patentsohau.
Einrichtung zur Yergröfiening der Empfindlichkeit und Erhöhung der Genauigkeit
Ton elektrischen Meß Vorrichtungen, bei denen ein der Stromstarke proportionales eisen-
haltiges magnetisches Feld zur Hervorbringung der Meßwirkung benutzt wird, durch Anordnung
oines durch den zu messenden oder von diesem abgeleiteten Strom erzeugten, auf den beweg-
lichen Anker wirkenden zweiten bezw. weiteren magnetischen Kreislaufes, dadurch gekenn-
zeichnet, daB die Sättigungsgrenze dieses Kreislaufes ungefähr mit demjenigen Werte der
Stromstärke zusammenfällt, bei welchem die annähernd gleichmäßige Proportionalität des ur-
sprünglichen unkorrigierten Feldes mit der erregenden Stromstärke bereits eintritt, zu dem
Zwecke, die Proportionalität des Feldes und der Stromstärke auf die kleinsten in Betracht
kommenden Werte auszudehnen und die Empfindlichkeit der Meßvorrichtung für geringere Strom-
Blürke zu erhöhen. 0. T. Blathy in Budapest. 11. 1. 1905. Nr. 166 606. Kl. 21.
Yakuumdampflampe mit Glühwideratand, dadurch gekennzeichnet, daß der in einer
nach unten gekrümmten, z. B. U -förmigen Röhre hängende Glühwiderstand das sich in der
Biogung der Röhre befindende bezw. ansammelnde Verdampfungsmaterial, z. B. Quecksilber,
beim Glühen durch direkte Berührung mit Heizwirkung verdampft. F. Dann er t in Berlin.
11.12.1904. Nr. 166 372. Kl. 21.
Prismenfernrohr mit drehbarem Eintrittsreflektor und Aulrichtepriama» dadurch
gekennzeichnet, daß das Aufrichteprisma zwischen zwei teleskopischen Systemen eingeschlossen
ist, welche mit ihren Elementen größerer Brennweite einander gegenübergestellt sind, zum
Zwecke der Erzielung eines großen Gesichtsfeldes. C. P. Goerz in Berlin-Priedenau. 7.10.1904.
Nr. 166 684. Kl. 42.
Einrichtung an Handfernrohren zum Messen des Winkels, den die Visierlinie
nach dem beobachteten Punkt mit der Lotlinie oder dem magnetischen Meridian bildet, be-
stehend aus dem Richtkörper (Pendel, Kompaßnadel), der iim eine feste Achse am Femrohr
drehbar ist, und aus einer Kreisskala, die an diesem Körper konzentrisch zu seiner Drehungs-
achse befestigtj iät,*'^dadurch gekennzeichnet, daß die Skala auf durchsichtigem Material an-
gebracht ist und unmittelbar durch das Gesichtsfeld des Femrohrs geht. C. Zeiß in Jena.
29.12.1903. Nr. 167 069. Kl. 42.
Qnecksiiberstromunterbrecher mit intermittierendem Strahl, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Quecksilberstrahl, der durch eine geeignete Abschluß Vorrichtung beim Eintritt in eine
Ausdtrömungsdüse intermittierend gemacht ist, gegen einen vor der Düse liegenden Kontakt
auftrifft und so zwischen Düse und Kontakt den Strom abwechselnd schließt und öffnet.
H. Boas in Berlin. 17. 8. 1904. Nr. 167 747. Kl. 21.
Patentiiste.
Bis ziun 28. Januar 1907.
Klasse: Anmeldungen.
21. F. 20177. Einrichtung an Motorzählem zur
Beseitigung des Einflusses der Reibung auf
die Proportionalität der Anzeigen. Gh. P^ry
u. B. Grassot, Paris. 11. 5. 05.
G. 21693. Röntgenröhre. Th. Guilloz, Nancy,
Frankr. 4.8.05.
H. 87 638. Zur Verwendung in elektrischen
Apparaten geeignete Eisenlegierung. R. A.
Hadfield, Sheffield, Engl. 14.4.06.
M. 27786. Induktionsapparat. H. Gh. Mu el-
ler, Fond du Lac, V.St.A. 26.6.05.
M. 29323. Vorrichtung zur Steuerung von Trieb-
werken auf elektrischem Wege. P. Meyer,
Beriin. 20. 9. 05.
R. 22504 u.Zus. 23231. Vorrichtung zur zeich-
nerischen Darstellung von Röntgenbildern.
Reiniger, Gebbert & Schall, Erlangen.
22. 3. 06 resp. 22. 5. 06.
80. F. 20782. Hohlstöpsel mit konischem Hohl-
raum für Flaschen. F. Feldtmann, Altena.
16. 10. 05.
L. 22016. Wärmeregler für Dampfsterilisatoren,
Autoklaven und ähnliche Apparate, in denen
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40
Pat».itliste. — Zuschriften an die Redaktion.
Üeatache
Mechanlker-Ztg.
Gegenstände durch darin erzeugten Dampf
bei einem bestimmten Wärmegrade erhitzt
werden sollen. F. & M. Lautenschlager,
Berlin. 3. 1. 06.
42« A. 12 576. Vorrichtung zur angenäherten
Bestimmung einer Gasart in einem Gas-
gemisch. M. Arndt, Aachen. 14.11.05.
D. 17 782. Selbsttätig sich öffnende Schutz-
klappen ftlr optische Instrumente; Zus. z.
Anm. D. 17 554. M. Dewald, Bonn a. Rh.
24. 11. 06.
F. 19 858. Pantograph, dessen bei positiver
Bilderübertragung zu einem starren doppel-
armigen Hebel gekuppelte Dreharme zwecks
Übertragung eines Spiegelbildes von ein-
ander gelöst werden und mittels Schnur-
laufs eine gegenläufige Drehbewegung er-
halten. A.Pedükin, St. Petersburg. 21.2.05.
H. 36 020 u. Zus. 37 863. Hydrostatisches Diffe-
rentialmanometer mit in eine Tragflüssigkeit
eintauchendem Schwimmkörper zum Messen
von Druckdifferenzen zweier beliebiger Gase
oder Dämpfe. A. Heß, Berlin. 24. 8. 05 resp.
14. 5. 06.
L. 21 727. Registrierendes Perimeter mit
achsial verstellbarer Markierungsspindel und
Verschiebung des Objektträgers auf einem
Kreissegment. W. Low, Heidelberg. 3. 11. 05.
M. 30039. Stativ mit Füßen aus Nürnberger
Scheren. F.Morlock, Karlsruhei.B. 25.6.06.
S. 23198. Meßstange. Chr. L. Sarto, Madrid.
14. 8. 06.
Seh. 24 853. Verfahren zur Be^immung von
Temperaturen durch Thermoelemente. G. A.
Schultze u. A. Koepsel, Charlottenburg.
30. 12. 05.
Ertafluigeii«
21. Nr. 182052. Verfahren zur Übertragung von
reellen optischen Bildern in die Feme ; Zus.
z. Pat. Nr. 173 783. E. u.M. Belin, Lyon.
15. 6. 05.
Nr. 182055. Verfahren zur Wiedergabe von
Bildern auf telegraphischem Wege. R. Leth,
Wien. 29.4.06.
Nr. 182065. Meßgerät für Widerstände und
Kapazitäten. Allg. Blektrizitäts-Gesell-
Schaft, Berlin. 21. 11. 05.
Nr. 182068. Aräometer mit Einrichtung zur
Fernanzeige des spezifischen Gewichtes der
Säure von Akkumulatoren. K. Schmidt,
Nürnberg. 10. 8. 06.
Nr. 182078. Quecksilberdampflampe. Ch. A.
Lee, London. 14. 2.06.
Nr. 182080. Anordnung zum Regulieren der
Luftdichte in Vakuum- insbesondere Rönt-
genröhren. C. H. F. Müller, Hamburg.
15. 4. 06.
Nr. 182113. Verfahren zum Betriebe von Queck-
silberdampflampen. W. C. Heraeus, Ha-
nau a. M. 16. 8. 05.
42. Nr. 181027. Nivellierinstrument mit pen-
delnd aufgehängtem Femrohr. J. Cerutti,
Grenoble, Frankr. 14. 12. 05.
Nr. 181029. Dämmerungsfemrohr. 0. Wald-
stein, Wien. 10.2.06.
Nr. 181 137. Objektivreflektorlagerung; Zus. z.
Pat. Nr. 165 345. C. P. Goerz, Friedenau-
Berlin. 8. 11. 05.
Nr. 181 167. Vorrichtung zum Aufzeichnen
oder Anzeigen des aus Drack und Menge
sich zusammensetzenden Wertes von Gasen
und Dämpfen; Zus. z. Pat. Nr. 162 674.
G.Kiefer, Feuerbach, u. E. Honold, Stutt-
gart. 3. 9. 05.
Nr. 181 203. Vorrichtung zur unmittelbaren und
selbsttätigen Anzeige der auf den Horizont
reduzierten Entfernungen und Höhenunter-
schiede anvisierter Punkte. A. MasyZal-
dua, Madrid. 9. 10. 04.
Nr. 181 907. Auseinandernehmbares Doppel-
femrohr mit exzentrischer Lagerung eines
oder beider Einzelfemrohre. L. Rith, Paris.
4. 1. 06.
Nr. 181 949. Verfahren zum Projizieren von
Bildern unter beliebigem Winkel für Re-
klamezwecke. J. T. F. Conti, Paris. 28.7.05.
Nr. 182126. Meß- und Registriervorrichtung
für Amplituden schwingender Körper. A.
Behm, Karlsruhe i. B. 11. 4. 06.
48. Nr. 180 935. Vorrichtung zur Feststellung
der Zeit des Eintritts beobachteter Ereig-
nisse, z. B. der Ankunft von Brieftauben.
J. B. H. Clologe, Bordeaux. 13.5.06.
48. Nr. 180 940. Verfahren und Vorrichtung zum
Überziehen von Metallgegenständen mit Me-
tallen oder Legiemngen im Schmelztiegel.
F. Hardenberg u. 0. Beier, Oelde, Westf.
2. 12. 05.
74. Nr. 182029. Apparat zur elektrischen
Fernmessung von Flüssigkeitshöhen oder
-drucken. D. Perret, Neuenburg, Schweiz.
22. 1. 05.
Nr. 182 127. Vorrichtung zum «Ändern der
Konstanten von Zeigermeßgeräten. Th.
Hörn, Großzschocher-Leipzig. 5.5.06.
Zuschriften an die Redaiction.
In bezug auf die Berichtigung 8. 25 in
voriger Nummer dieser Zeitschrift bittet uns die
Firma Joh. Martin Siebert in Gotha mitzu-
teilen, daß sie noch nie in der Lage war, von
einer Offerte in angegebener Höhe Gebrauch
machen zu können. Die Red,
Pttr die RedftkUon TerantwortUch: A^BUsohkeln Berlin W.
Verlag Ton Jnllns Springer In BerUn N. — DnickTon Bmil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instmmentenkunde
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin WdO, An der Apostelkirche 5.
Heft 5.
l. MSLTZ.
1907.
Nachdruck nor mit Oenehmigung der Redaktion gestattet.
LaboratoTiumseinriclitiing mit Femrohrbalken und Einhängeleisten.
Von Prof. Dr. X. Th. Bdelauuui in MOnchen.
Für Räume, in welchen Arbeiten mit erschütteningBempfindlichen Instrumenten
ausgeführt werden sollen und in deren Bauanlage keine oder zu wenige stabile Arbeits-
plätze, isoliert aufgemauerte Pfeiler u. dgl. vorgesehen sind, bietet die Anwendung der
von mir seit 1884 vorgeschlagenen Fernrohrbalken und der Wand-Einhängeleisten eine
bewährte Laboratoriumseinrichtung. Man erreicht hierdurch gegenüber Fundament-
pfeilern und gewöhnlichen Wandkonsolen noch manche Vorteile:
1. Größere Freiheit in der Wahl der Aufstellungsorte für die Apparate;
2. Vorteilhafte Raumausnutzung; man kann die Arbeitsplätze vermehren und
beliebig verändern;
'2n-JS^a
i4ii — "i
Flg.1.
Flg. 2.
PIg. 3.
3. BeiJI Verwendung von Instrumenten, welche nicht auf Gaußstativen stehen,
sondern am Balken hängen, z. B. von Hänge-Skalenfemrohren, wird der Fußboden
unterhalb derselben frei für handliche Aufstellung von Arbeitstischen.
Femrohrbalken und Einhängeleisten setzen freilich genügend stabile Mauern
der (Gebäude voraus; man wird sich jedoch durch einen Versuch leicht überzeugen
können, daß zumeist sogar die Außenmauern von gewöhnlichen, gut gebauten Wohn-
gebäuden — wenigstens zu ebener Erde — genügend erschütterungsfrei sind, und daß
auch die Zwischenmauern bis auf eine Entfernung von etwa zwei Meter ab Fensterfront
geeignete Stützpunkte bieten für das Einlegen von Femrohrbalken. Zunächst hindert
ja doch nur der bei jedem Schritt erzitternde Fußboden, auf welchem man niemals
empfindliche Instrumente aufstellen kann, daß man bestimmte Räume nicht als Labora-
torien verwenden kann; nun ist aber Zweck der Femrohrbalken, die Instrumente vom
Fußboden unabhängig zu machen.
Fernrohrbalken und Schildbretter.
Aus drei dicken Brettern a b c wird mittels Messingschrauben ein Doppel-T-Träger
gebildet, wie dies Fig, 1 im Querschnitt samt den nötigen Ausmessungen (in mm) zeigt.
Entlang der oberen vorderen Kante ist eine flache Messingschiene d aufgeschraubt als
Qeleise für zweiräderige Wagen K O (Fig. 4 u. 6), deren Einrichtung und Verwendung
weiter unten beschrieben wird.
Diese Femrohrbalken B werden, wie Fig. 2 im Beispiele eines Bauplanes zeigt,
im beabsichtigten Skalenabstand (1 bis 2 m) von der Fensterwand W entfemt, parallel
SU dieser und in einer Höhe von etwa 2 m horizontal über dem Fußboden angebracht.
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42
M.Th.Bd*lmann, Laboratoriumtdnriehtuoff mit PtrnrohrbalkMi u. Blnhinftltiitoii.
DeatMhe
Mechanlker-Ztg.
Zu diesem Zwecke sind an den Zwischenwänden CD mittels eingegipster Dübel und
Holzschrauben je ein Paar Schildbretter E F befestigt, deren einfachste Form und Aus-
maß sich aus der perspektivischen Ansicht Fig. 3 ergibt. In die Aussparungen h
dieser Schildbretter wird der auf passende Länge abgeschnittene Balken eingelegt und
mittels Holzkeilen fest eingespannt. Der Hohlraum
R^) (Fig, 1 u. 2) der Femrohrbalken dient zur Auf- fl
nähme von Leitungs-Drähten und -Röhren ;;;die^an
passenden Orten gebohrten Löcher 1 1 (FigT 1)
ermöglichen die bequeme Aus- ,und Einführung
dieser Leitungen zu den Instrumenten, welche sich
an den Laboratoriumswänden befinden oder unter
den Femrohrbalken auf den Arbeitstischen stehen.
Fernrohrwagen,
Wie schon erwähnt, dienen die Femrohr-
balken als Träger und Bahn für zweiräderige (r)
Wagen O (Fig. 4 u. 5); diese sind durch Anziehen
der Schraube s resp. a an be-
liebiger Stelle zu fixieren oder
nach Lösen dieser Schraube
entlang des Balkens zu ver-
schieben. Da das Gestelle der
Wagen nicht ganz die Hälfte
des Balkens umgreift, so können
sie sehr leicht vom Balken ab-
gehoben imd auch wieder auf
denselben gehängt werden.
An den Wagen befinden
sich zwei Y-Lager g h {Fig, 4)
und die Klemme l für 80 cm
lange starre Messingrohre 8,
welche an ihrem unteren Ende
Fernrohr und Skala (Fig. 5)
oder andere Instrumente tragen;
sie ersetzen gewissermaßen die
Säulen von Gaußstativen und
können durch glh in ihrer Längsrichtung verschoben sowie in beliebiger Höhe über
dem Fußboden festgestellt werden, erforderlichen Falles auch über Kopfhöhe, worauf
man unter den am Femrohrbalken hangenden Apparaten, ohne ihren Aufstellungsort
verlieren zu müssen, wegschreiten kann.
Flg. 4.
Flg. 5.
Flg. 6.
Flg. 7.
Die Lampenträger.
Dieselben bestehen aus einer 3 cm breiten Messinglamelle L (Fig. 6), welche
den unteren Teil des Fernrohrbalkens umgreift und sich daran mittels der Schraube k
festlegt. Die eingeschraubte mnde Messingsstange 8 trägt einen verschiebbaren Haken A,
an welchem Beleuchtungskörper für die Skalen u. s. w. in beliebigem Abstand vom
1) Dieser Hohlraum liegt der Fensterwand gegenüber.
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Heft 5.
1. MAR. 1007.
M. Th. £delfnann, Laboratoriumseinrichtun^ mirFsrnrohrbalkan u. £inh&n^e]«Ut«ii.
43
Balken eingehängt werden. Diese Stange S hat die zum kleinen Universalstativ ')
passenden Dimensionen , wodurch man alle zu diesem Apparate gehörigen Teile
(Justierstangen, Klemmen, Pinzetten, Elektroden u. s. w.) auch hier anzusetzen vermag.
Einhängeleisten.
Entlang der Zimmerwände sind an diese 2), und zwar gewöhnlich 1,6 m über
dem Fußboden, horizontal laufend kräftige Leisten {Fig, 7) mittels Holzdübeln und
Messingschrauben befestigt. In ihre obere Seite ist eine tiefe dreieckige Nut n einge-
hobelt, welche zum Einhängen der Wandkonsole, der Stellschrauben von Hängeinstru-
menten u. 8. w. dienen, wie dies weiter unten in einigen Beispielen angegeben wird.
Damit sich keine Erschütterungen entlang dieser Leisten fortpflanzen können, werden
dieselben zweckmäßig in meterlange Stücke aus-
einandergeschnitten und unter Einhaltung von 1 mm //
breiten Unterbrechungen aneinander gereiht, wie h
in Fig. 7 zeigt. Diese Einhängeleisten verleihen
in einfachster Weise allen daran einzuhängenden
Einrichtungen und Apparaten eine außerordentlich
bequeme Beweglichkeit rücksichtlich ihres Auf-
stellungsortes.
5.
B
Flg. 9.
Flg. 10.
Konsole und Hänge-Instrumente.
Zur Aufstellung von Instrumenten unter Vermittelung der Einhängeleisten dienen
besondere Konsole aus Zinkguß oder Holz, wie ein solches in Fig. 8 dargestellt ist.
Dasselbe besteht aus einem Lagerkörper a mit drei Stellschrauben b e d; die beiden
vertikalen Stellschrauben b c setzen sich in die Nut n der Wandleiste L hinein und
vermitteln hierdurch die Sicherheit der Aufstellung, während die Spitze der horizontalen
Stellschraube d wegen der Vorschwere des Ganzen sich fest auf die Zimmerwand stützt.
Außerdem ist ein Brett F auf dem Lagerkörper a befestigt, auf welchem die Instru-
1) 8. Preisverzeichnis des Physik.-mech. Institutes von Prof. Dr. M. Tfa. Edelmann
& Sohn, München, Apparat Nr. 20.
2) Hauptsächlich an den FensterwändeD, wie TF, und von diesen ab an den Scheide-
wänden bis zu zwei Meter Entfernung, wie C und D in Fig. 2. 4
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u
M. Th. Edelmann, Laboratoriumscinrichtung mit Pernrohrbalken u. Einhängeleisten. >|echaiiiker-Zts
PQHte Platz finden. Mit den Stellschrauben b cd kann dieses Brett horizontiert werden,
ähnlich wie mit den Stellschrauben des gewöhnlichen Dreifußes.
Man kann indessen ein solches Hängekonsol mit der übrigen Konstruktion eines
Instrumentes direkt vereinigen, und es entstehen auf diese Weise sehr bequem zu hand-
habende, erschütterungsfreie und einfache Instrumente: die Hängeapparate. In den
Ed^lmannschen Werkstätten sind Dach diesem Prinzip eine Reihe von Konstruktionen
durchgeführt worden, z. B. Nadel- und Drehspulengalvanometer, Elektrometer u. s. w.
Einige Beispiele hiervon sollen hier
angeführt werden; zunächst das einfache
Wand-Drehspulen-Galvanometer Fig, 9. Auf
einem vertikalen Brette sind die wesent-
lichen Bestandteile des Instrumentes: Stahl-
magnete W, Suspensionen F,L,w, tt, Dreh- .
spule m samt Spiegels, Arretierung Äu.s.w.,
befestigt; mit den Stellschrauben B C hängt
das Instrument in der Einhängeleiste O,
während sich die Stellschraube A gegen
die Zimmerwand stützt.
Fig, 10 stellt ein hochempfind-
liches Drehspulen-Galvanometer auf Hänge-
Gestell aus Metall dar. In dem angegossenen
Auge M ist das Instrument um die vertikale
Achse drehbar; BBD sind an Stelle der
Stellschrauben eines gewöhnlichen Drei-
fußes getreten.
In Fig. 11 ist eine Kombination zweier übereinander hängender Instrumente
dargestellt, nämlich eines Drehspulen-Galvanometers Fig. 9 und eines Lampenablese-
apparates, bei welchem eine lineare Glühlampe L als Lichtquelle dient und das Bild
des Fadens — in Form eines schmalen Lichtstreifens vom Galvanometerspiegel mit vorge-
Fig. 11.
m
s^
n
^g
'*
^-
s
s
A\
I
Fig. 12.
Flg. 18.
setzter Linse / reflektiert — auf eine durchsichtige mattgeschliffene Skala T projiziert;
der Gang dieses Lichtzeigers ist auf der Rückseite der Skala bequem abzulesen.
Fig. 12 zeigt ein Einhänge - Wandkonsol W der Konstruktion Fig. 8 aus Holz,
auf welchem irgend ein Spiegelinstrument (hier z. B. ein kleines Drehspulen - Galvano-
meter (?) aufgestellt wird. An dem Konsol ist eine Nemstlampe L montiert, deren
Licht mittels Spiegels S und Linse auf einen Schirm geworfen wird, um im Hörsaale
den Zuhörern, den Gang des Spiegels mittels Objektivprojektion zu zeigen.
Zu erwähnen ist hier noch, daß es sich empfiehlt, auch an der Rückwand von
Instrumentenschränken einige Einhängeleisten zu befestigen, damit man hier Hänge-
instrumente in normi^er Stellung aufbewahren kann.
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Heft 5.
1. Man 1907.
Vereins- und Personennachrichten.
45
Oaußstative und Konsoltische zum Einhängen,
Wird in Tischhöhe eine
zweite Reihe von Einhänge-
leisten an den Laboratoriuras-
wänden befestigt, so ergibt sich
die Möglichkeit, an beliebiger
Stelle an den Wänden sofort
bequeme Arbeitsplätze zum Auf-
stellen von Instrumenten u. dgl.
zu schaffen. Diese Einrichtungen
sind aus der Fig. 13 u. Fig. 14
auch ohne weitere Beschreibung
leicht zu ersehen.
Flg 14.
Vereins- und Pepsonennaohpichten.
Wilhelm Ton Bezold •{••
Geb. 21. Juni 1837 in München, gestorben
17. Februar 1907 in Berlin.
Nach längerem Leiden ist im fast voll-
endeten 70. Jahre der Geheime Oberregie-
rungsrat Dr. von Bezold verschieden. Zu-
folge seiner vielseitigen Wirksamkeit als
ordentlicher Professor, Direktor des Kgl.
Preußischen Meteorologischen Instituts, Mit-
g^lied der Kgl. Akademie der Wissenschaften
und des Kuratoriums der Physikalisch-Tech-
nischen Reichsanstalt sowie anderer wich-
tiger Kommissionen und Körperschaften
hatte der Verstorbene Gelegenheit, nach
den verschiedensten Richtungen hin mit
Wissenschaft und Technik FQhlung zu neh-
men und dabei sein Wissen und sein Ge-
schick zu betätigen. Über den Lebensgang
des Verstorbenen haben Tageszeitungen
ausführlich berichtet; es möge daher hier
nur ein kurzer Hinweis auf seine wissen-
schaftlichen, speziell seine instrumenteilen
und technischen Leistungen gegeben werden.
Anfangs beschäftigte sich von Bezold
vorwiegend mit elektrischen und optischen
Studien. Charakterisch für erstere war die
vielfache Anwendung der Lichtenberg-
schen Figuren zur Darstellung elektrischer
Entladungen. Bei diesen Experimenten ist
es ihm zuerst gelungen, elektrische Wellen
zu beobachten. Die hierüber 1870 ver-
öfTentlichte Arbeit (Untersuchungen über
die elektrische Entladung, Poggend, Ann.,
Bd. 140) blieb jedoch wenig bekannt, bis
sie Heinrich Hertz als Vorläufer seiner
eigenen Untersuchungen bezeichnete und
sie in die Sammlung seiner Abhandlungen
mit geringfügigen Kürzungen aufnahm. Der
Apparat, welchen von Bezold für diese
Arbeiten konstruierte (angefertigt von M.
Th. Edelmann), ist erst 1897 in fViede-
manns Annalen, Bd. 63 beschrieben wor-
den und wird nun hoffentlich bald dem
Deutschen Museum überwiesen werden. Die
Ähnlichkeit der Formänderungen gefärbter
Flüssigkeitstropfen im Wasser mit den
Lichtenberg sehen Figuren veranlaßten
von Bezold später, solche Strömungs-
figuren weiter experimentell zu verfolgen
und auf rotierende Flüssigkeiten auszu-
dehnen.
Bei seinen optischen Studien wurde der
Verstorbene wesentlich durch sein feines
künstlerisches Empfinden geleitet; sein Werk
„Farbenlehre im Hinblick auf Kunst imd
Kunstgewerbe" (Braunschweig 1874) liefert
hierfür den Beweis. Die physiologische
Optik ist von ihm durch wichtige Beiträge
gefördert worden ; in diesen Arbeiten finden
sich auch einige hübsche Vorlesungsver-
suche beschrieben.
Obgleich von Bezold schon 1864 eine
bedeutsame Abhandlung über Dämmerungs-
beobachtungen geschrieben hatte, ist er als
Meteorologe doch wohl zuerst durch seine
Beiträge zur Gewitterkunde, namentlich
durch die Arbeiten über die Zunahme der
Blitzgefahr, bekannt geworden. Es dürfte
hier interessieren, daß die erste Veran-
lassung zu diesen Studien eine Unterhal-
tung mit K. A. Steinheil gab, der einmal
die Meinung aussprach, daß die in den
Alpen weit vorspringenden Dächer den
Häusern einen wirksamen Blitzschutz ge-
währten, da sie den Regen von den Mauern
abhielten und so die Leitungsfähigkeit für
den Blitz herabsetzten. Seit der Übernahme
der Direktion der Bayrischen Meteorologi-
schen Zentralstation i. J. 1878 und besonders
seit der Übersiedlung nach Berlin 1885 tritt
die physikalische Tätigkeit mehr und mehr
gegen die meteorologische zurück, aber
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46
Veralni- und P«rson«imacluiehUiL
Deatsche
Mechanik er-Ztg.
gleich Beine ersten Berliner meteorologi-
schen Untersuchungen knüpfen an seine
Münchener Vorlesungen über technische
Physik an. Die graphischen Methoden von
Glapeyron, welche sich bei der Anwen-
dung der mechanischen Wärmetheorie auf
die Maschinenlehre als so fruchtbar er-
wiesen hatten, benutzte er nämlich als
Grundlage für seine berühmten Studien über
die Thermodynamik der Atmosphäre. Es
ist das Verdienst von Bezolds, die Meteo-
rologie dadurch zu einer Physik der Atmo-
sphäre ausgestaltet zu haben. Ein glück-
licher Umstand fügte es, daß diese theo-
retischen Studien bald ausgedehnte Anwen-
dung in der wissenschaftlichen AeroDautik
finden konnten. Daneben beschäftigte sich
von Bezold mit Vorliebe mit erdmagne-
tischen Problemen und hat hier namentlich
methodisch durch Einführung übersichtlicher
graphischer Darstellungen bahnbrechend ge-
wirkt.
Die ungemein rasche Entwicklung des
Preußischen Meteorologischen Instituts, die
Reorganisation des Stationsnetzes, die Er-
bauung des magnetischen und des meteo-
rologischen Observatoriums bei Potsdam
sowie der Höhen-Observatorien auf dem
Brocken und auf der Schneekoppe gaben
dem Verstorbenen vielfach Anlaß zu orga-
nisatorischer imd praktisch-meteorologischer
Tätigkeit. An dem instrumenteilen Ausbau
und an den technischen Einrichtungen der
ihm unterstellten Institute hat er lebhaften
Anteil genommen, z. B. rührt von ihm die
Idee des Winddruckmessers auf dem Pots-
damer Observatorium her; jedoch vermied
er es fast ängstlich, seine eigenen Arbeiten
hierbei hervorzuheben, so daß man darüber
nur ganz vereinzelt etwas in den Veröffent-
lichungen findet.
Die physikalischen Arbeiten von Be-
zolds sind außer in den Berichten der
Bayrischen oder der Berliner Akademie der
Wissenschaften fast vollständig in den
Annalen der Physik enthalten. Die ge-
meinsame Herausgabe der viel mehr zer-
streuten meteorologischen AbhandJuDgen
(erschienen im Herbst 1906) war seine
letzte wissenschaftliche Leistung.
B. Süring.
D. G. f. M. u. O. ZwelgTerein Göt-
tingeB« Bitzung vom 15. Februar 1907.
Vofiitzendsr: Hr. E. Ruhst rat.
Nach EröffnuDg der Sitzung und Verlesung
des ProtokolUs fragt der Vorsitzende an, ob
jemand über dpn Verbloib des Zirkulars eine
Mitteilung machen könne, das wegen der Ein-
richtung eines Lesezirkels herumgeschickt sei;
08 wird beschlossen, eine direkte Anfrage durch
die Post an die Interessenten zu veranstalten.
Der Vorsitzende verliest dann ein Schreiben von
Hr. Dr. KrQß in Hamburg, welcher dem Zweig-
vorein für dessen Beileidsbezeugung beim Hin-
scheiden seines Vaters seinen Dank ausspricht.
Bin von Hrn. W. Sartorius angeregter Ge-
danke, jetzt schon zur Anschaffung von Prüfungs-
modellen für die zu begründende Mechaniker-
schule Lehrlingsbeitrage zu verwenden, fuhrt
zu einer längeren Debatte.
Darauf berichtet Hr. R. Brunn 6 e über ein
neues Ol, welches aus Klauenöl hergestellt die
sehr schätzbare Eigenschaft habe, nicht zu ge-
frieren. Der Vortragende verteilt von diesem,
allerdings noch sehr teuren Stoffe an die An-
wesenden Proben.
Alsdann erteilt der Vorsitzende Hm. Haus-
mann das Wort zu einem Vortrage über Mikro-
photographie. Nach einer historischen Ein-
leitung, welcke die Entwicklung der Miluro-
photograpfaie verfolgt, verbreitet der Vor-
tragende sich über den Wert derselben, wobei
er sehr eingehend die Vorteile der Wieder-
gabe mikroskopischer Bilder durch Zeichnung
und Photographie gegeneinander abwägt.
Auch stereoskopischer Mikrophotogramme wird
gedacht und dann der Nutzen der Mikrophoto-
graphie für die Wissenschaft, den Unterricht,
für gerichtliche Zwecke und vieles andere
hervorgehoben. Nachdem er die Technik an
mitgebrachten Apparaten kurz erläutert, zeigt
der Vortragende endlich eine größere Zahl
ganz ausgezeichneter Mikrophotogramme, die
in die Wände eines säulenartigen Kastens ein-
gelassen sind und von innen her beleuchtet
werden. Behrendsen.
ZwelgTerein Leipzig. Humorabend
vom 1. Februar 1907.
Unser Mitglied Hr. Schrader vereinigte
Fachgenossen und ihre Angehörigen beim Eintritt
in die Faschingszeit zu einem kamevalistischen
Fest.
Der prächtig ausgestattete Festsaal trug
ein sommerliches Gepräge; die Damen waren
in duftigen Sommertoiletten erschienen, die
Herren in hellen Anzügen und leichten Sommer-
mützen. Schnell war die große Zahl der An-
wesenden einmütig in launigster Stimmung.
Ein Kabaret öffnete dann auch bald seine
Pforten. Hr. Schrader, der Conferencier, be-
grüßte zunächst das Publikum und ließ sodann
Fräulein Thiele den Prolog sprechen. Hierauf
folgten humoristische Szenen von Frau Schra-
der, Fräulein Hammer und Blümol und
Herrn Herrmann; Fräulein Petzold trug
Klavierstücke und Herr Köhler Gesangsstücke
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Heft 5.
t. M«rz 1907.
Vereins- und Personennachrichten. — Glastechnisches.
47
vollendet schön vor, Herr Schoppen jun.
Rideamus - Satiren. Zum Schluß trat Herr
Schrader als Schnellzeichner auf, wobei er
durch die Fixigkeit seines Arbeitens alle An-
wesenden in Erstaunen versetzte. Darauf gab
man sich dem Tanze hin.
Den Schluß bildete nach althergebrachter
Sitte eine Kaffeetafel, wahrend welcher zum
ersten Male die Fahne des alten eingegangenen
Mechanikerklubs gezeigt wurde. War das Fest
bisher toller Laune gewidmet, so nahm es jetzt
einen ernsteren Charakter an. Hr. Pe^tzold
erzählte kurz die Geschichte dieser Fahne, die
von der Vereinigung der Leipziger Mechaniker
und Maschinenbauer angeschafft und am 10. No-
vember 1859 geweiht worden war; Schimmel-
mann und Götz waren damals die Führer der
Vereinigung. Nach Auflösung derselben über-
nahm der Mechanikerklub die Fahne, und 1890
kam sie infolge eigenartiger Umstände in Hrn.
Petzolds Verwahrung. Sie wurde das letzte
Mal beim Begräbnis von Franz Hugershoff
getragen.
Nach dieser erhebenden Gedenkfeier setzte
die Fröhlichkeit wieder ein. Man blieb noch
lange beisammen und als man voneinander
schied, hatte sich das Motto des Festes: „Bis
um sieben wird geblieben" fast bewahrheitet.
Sitzung vom 6. Februar 1907. Vor-
sitzender: Ur. W. Petzold.
Der Vorsitzende^spendet Hrn. Schrader,
welcher die Ausgestaltung und Leitung des
Humorabends vom 1. Februar freundlichst über-
nommen hatte, volles Lob für die große von
ihm geleistete Arbeit und dankt ihm im Namen
aller Teilnehmer. Einige Mitglieder versuchen
dann, die Kostenfrage in die Debatte zu ziehen,
was aber vom Vorsitzenden zurückgewiesen
wird mit der Begründung, daß bereits ein Herr
sämtliche Kosten auf sich genommen habe und
nicht wünsche, daß in der Sitzung über diesen
Punkt debattiert werde.
Hr. Petzold verliest einen ihm von Hrn.
Kleemann in Halle zugegangenen Brief. Hr.
Kleemann schreibt, daß die Gehilfenprüfungen
jetzt wieder bevorstehen, die neue Bearbeitung
des HiiCsbuches für den theoretischen Teil der
GehilfenprüfuDg aber leider noch nicht heraus-
gegeben sei, da die Kommission mit ihrer Arbeit
noch im Rückstande sei. Er bitte die Leipziger
Kollegen, in Erwägung zu ziehen, ob sie nicht
auch ihren Lehrlingen dieses kleine Prüfungs-
heft empfehlen möchten.
Die Anwesenden stimmen dem Briefe des
Hrn. Kleemann in allen Teilen zu und geben
dem Wunsche lebhaften Ausdruck, daß die be-
regte Angelegenheit durch die eingesetzte
Kommiaaion nunmehr eine recht beschleunigte
Erledigung erfahren möge. L S.
Henri Molsaan« der berühmte Che-
miker, ist am 20. Februar in Paris ge-
storben.
Giastechnisohes.
Einfache Methode zum Bohren
von Olaa.
Von P. N. Raikow.
Chem.'Ztg. SO. S. 867. 1906.
Um Löcher in die Wand einer Glasröhre
zu machen, stehen dem praktischen Chemiker
zwei Methoden zur Verfügung: die Bohrmethode,
deren Anwendung aber beschränkt ist, und die
Blasmethode, bei welcher ein kleines rundes
Stück der Glaswand durch eine tangential
dicht darüber geführte kleine Stichflamme er-
hitzt und dann aufgeblasen wird, bis es sich
mit gelindem Knall Öffnet. '
Das von dem Verf. beschriebene Verfahren
ist eine Stechmethode und läßt sich einfach
als Bohrung des passend erhitzten Glases mit
glühender Nadel betrachten. Um z. B. in der
Wand eines Probierröhrchens ein Loch zu
machen, erwärmt man diese Stelle etwas
breiter, um ein späteres Zerspringen des
Glases zu vermeiden, indem man die
Stelle in die Flamme eines gewöhnlichen
Bunsenbrenners hineinbringt. Sobald das
Röhrchen genügend erwärmt ist, bringt man
es etwas seitlich in die Flamme, so daß nur
eine kleine Stelle desselben, wo das Loch sein
soll, durch die Flamme tangential berührt
wird. Jetzt wird in die Flamme mit der
rechten Hand eine lange Nadel gebracht, so
daß ihr spitzes Ende ins Glühen gerät; sodann
sticht man vorsichtig mit der rotglühenden
Nadelspitze in den ebenfalls in der Flamme
befindlichen Teil des Röhrchens, indem man
gleichzeitig die Nadel mit den beiden Fingern
hin und her schnell um ihre Achse dreht. Um
leicht ein gutes Loch zu erzielen, i^t es er-
forderlich, die zu durchbohrende Stelle ge-
nügend, aber auch nicht zu hoch zu erwärmen
sowie die Nadelspitze stets rotglühend zu er-
halten und möglichst sanft gegen die erhitzte
Glaswand anzudrücken. Die Nadel wirkt im
allgemeinen um so besser, jo spitzer sie ist
und je höher sie erhitzt wird, während die
günstigste Temperatur der zu durchbohrenden
Glasstelle von der Wandstärke und dem
Schmelzpunkte des Glases 'abhängt.
Nach dieser Methode soll man nach Angabo
dos Verfassers jeden Gegenstand, wie Röhren,
Flaschen, Uhrgläser, Glasstäbe, bohren und in
eine Röhre in beliebig naher Entfernung Löcher
machon können, welches letztere bekanntlich
bei der Blasmethode nicht möglich ist.
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48
Glaatechnischet.
Deatache
Mechanlker-Ztg.
Die fertig durchbohrten Gegenstände müssen,
um ein Zerspringen zu verhüten, möglichst
langsam gekühlt werden.
Zum Bohren verwendete der Verf. eine
gewöhnliche Stahlnadel, deren stumpfes Ende
er in den Stiel eines zerbrochenen Stabthermo-
meters eingeschmolzen hatte. Um ein Oxydieren
der Stahlnadel zu verhüten, wird empfohlen,
vergoldete oder platinierte Nadeln zu benutzen.
Soweit unsere Erfahrung reicht, hat man in
der fabrikmäßig betriebenen Glasbläseroi häufig
versucht, nach diesem Verfahren Löcher her-
zustellen, ohne günstigen Erfolg. Bei beliebig
stark wandigen Gläsern, namentlich Kalkgläsern,
läßt sich die Methode des Verfassers nicht an-
wenden, und auch bei anderen dünnwandigen
liefert sie oft mangelhafte Resultate.
Über den konstruktiTen Ausbau tou
Röntgenröhren.
Von H. Bauer.
Physik, ZeiUchr. 6. 8. 360. 1905.
Die Betriebssicherheit und die Lebensdauer
der Röntgenröhren wird hauptsächlich beein-
trächtigt durch das sog. Hartwerden, welches
durch die Zerstäubung des Metalles der Anti-
kathode hervorgerufen wh'd; indem die von
dieser losgerissenen Partikelchen die noch vor-
handenen Gasreste binden und so die Röhre
vollständig evakuieren.
Die Zerstäubung der Antikathode wird da-
durch bedingt, daß diese mit der Anode in
leitender Verbindung steht. Läßt man diese
Verbindung fort, so verhält sich die Röhre in
ihrer Strahlungsintensität wesentlich konstanter.
Dies hat aber den Nachteil, daß die alsdann
frei endigende Antikathode durch die Strahlung
der Kathode negativ geladen wird und infolge
der elektrostatischen Beeinflussung ihr Brenn-
punkt ins Wandern gerät. Eine solche Röhre
ist wogen ihrer Unscharfe für photographische
und für Durchleuchtungszwecke ungeeignet,
für therapeutische Zwecke aber durchaus
empfehlenswert.
Die Nachteile der Verbindungsleitung
zwischen Anode und Antikathode, welche für
das Hauptanwendungsgebiet der Röntgenröhren
unentbehrlich ist, beseitigt Verf. dadurch, daß
er in dies« Leitung eine Drosselspule ein-
schaltet. Hierdurch wird erzielt, daß die Ent-
ladung in der Hauptsache auf die Anode und
Kathode beschränkt bleibt und trotzdem der
statischen Ladung der Antikathode Gelegenheit
zum Ausgleich geboten wird. In Hunderten
von Fällen hat sich gezeigt, daß derartig ein-
gerichtete Röhren an Konstanz der Strahlungs-
intensität und Lebensdauer den Röhren mit
einfacher Verbindung ungleich überlegen sind.
Eine weitere an der Antikathode auftretende
Schwierigkeit ist ihre intensive Erhitzung und
dadurch bedingte Justierung. Man pflegt der-
selben durch Anbringung einer Wasserkühlung
zu begegnen, doch wird durch diese einerseits
die Handhabung der Röhre sehr erschwert,
andererseits die Gefahr ihres Zerspringens
herbeigeführt. Verf. hat deswegen eine Röhre
hergestellt, bei der die Kühlung lediglich durch
Luft erfolgt. Die Antikathode derselben ge-
staltete er folgendermaßen (s. Fig). Der
Platinspiegel wurde in einen massiven Kupfer-
klotz mit rippenförmigen Ansätzen eingelassen,
welch letztere den Zweck haben, bei der Her-
stellung möglichst viel Gase aus dem Metall
herauszulassen und ein Weicherwerden der
Röhre zu verhindern. Das
fast bis in den Tubus rei-
chende Ende der Antika-
thode ist röhrenförmig und
ditzt auf einem unmittelbar
von der Außenatmosphäre
gekühlten Glasrohr. Eine
solche Röhre hat Verf. auf
dem i. Röntgenkongresae zu
Berlin bei starker Bean-
spruchung fast zwei Stunden
lang unausgesetzt in Betrieb gehabt, ohne daß
der Spiegel in Glut geriet.
Bei gleicher Gelegenheit führte Verf. eine
in seinen Werkstätten gefertigte Röntgenröhre
von 38 cm Kolbendurchmesser vor, die trotz
ihrer Größe scharfe Bilder gab. Er erwartet,
daß derartige große Röhren in der Tierheil-
kunde, wo die Objekte größer sind, Verwen-
dung finden dürften und daß sie auch in der
Therapie Fortschritte herbeiführen könnten, da
es mittels derselben möglich ist, einen größeren
Raum fast homogen mit Röntgenstrahlen zu
durchsetzen. Mk.
Ein Apparat für Sublimationen Im
Vakuum.
Von R. Kempf.
Chem.-Ztg. SO, S. 1250. 1906.
Der ganz aus Glas hergestellte Apparat be-
steht aus drei Teilen, die durch zwei gut
schließende Glasschliffe miteinander verbunden
sind, nämlich einem birnförmigen, schräg nach
unten gerichteten Gefäß zur Beschickung^ mit
dem Sublimationsgut, einem weiten horizontalen
Rohr zur Aufnahme des Sublimats und einer
abschließenden Haube mit Hahnrohr. Zum
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Heft 5.
I. Mflrz 1907,
Glastechnisches.
49
Gebrauch wird der Apparat bis zur Stelle, wo
in der Abbildung die punktierte Linie ange-
bracht ist, in die seitliche Öffnung eines Luft-
bades gesetzt und das letztere nach dem Eva-
kuieren des Apparats erhitzt
Der Apparat hat folgende Vorzüge. Ein
Zurückfallen der sublimierten Substanz in den
Heizraum, bezw. ein Herabrinnen des zunächst
noch flüssigen Sublimats ist völlig ausge-
schlossen. Er ist leicht auseinander zu nehmen,
so daß er nach dem Gebrauch bequem und
grtlndlich gereinigt und getrocknet werden
kann. Endlich ermöglicht er die Erzielung
hoher Vakua, was im Hinblick auf die Unter-
suchungen von F. Krafft über das Sinken der
Siedepunkte im absoluten Vakuum wichtig ist.
Die Abbildung stellt den unter Gebrauchs-
musterschutz stehenden Apparat in 1/5 natür-
licher Größe dar.
(Mitt aus dem I. ehem. Inst der TJniv Berlin)
Wh,
Schwimmende Löseichale
fflr Chemikalien.
D. R. G. M. 284 302.
Chem.Ztg. SO. S. 884. 1906.
Die Schale besteht aus zwei Teilen, einem
untern siebartig durchlöcherten halbkugel-
förmigen Gefäß, in welches der zu lösende
Körper gebracht wird, und einer ringförmigen
obern Abteilung, die als Schwimmer dient.
Setzt man den gefüllten Behälter auf die in
einem größeren Gefäß befindliche Flüssigkeit,
so schwimmt er, und letztere dringt durch die
Löcher an den zu lösenden Körper. Die ent-
standene Lösung sinkt wegen ihrer Schwere
zu Boden und wird stets von reiner Flüssigkeit
ersetzt Diese Bewegung der Flüssigkeit setzt
sich fort, bis alles Salz gelöst ist. Man kann
damit Lösungen bis zur völligen Konzentration
herstellen. Die Schale ist für Ferd. R^dai,
Zsombolya, Ungarn (Vertreter 0. Sack, Leipzig)
als Gebrauchsmuster eingetragen. Wb.
Zwei neue Wftgegläschen.
Von F. Guttmann.
Joum. Amer. Chem. Soc. 28. 8. 1667. 1906,
nach Chem.-Ztg., Eeper. 30. 8. 409. 1906.
Um bei Differenzwägungen das Anhaften
der Substanz an der Schliffstelle zu vermeiden,
läßt Verf. den Deckel bei dem in ^^f. 1 darge-
stellten Wägegläschen übergreifen, so daß der
angeschliffene Teil des Gläschens sich außen
Kig. 1. Fig. 2.
befindet. Durch diese Konstruktion wird auch
die Reinigung des Innonteils sehr erleichtert.
Das in Fig. 2 wiedergegebene Wägegläschen
dient zur Trocknung von Substanzen im Gas-
strom bis zur Gewichtskonstanz oder zur Be-
stimmung des Kristallisationswassers u. s. w.
Über die Herstelluug von reinem
Helium durch Filtration der Gase
aus Cleveit durch eine Quarzwand«
Von A. Jaquerod und F. L. Perrot.
Compt rend. 144. S. 135. 1907.
In einer früheren Abhandlung^) haben die
Verf. darauf hingewiesen, wie leicht Helium
durch ein Quarzgefäß diffundiert, das höheren
Temperaturen ausgesetzt ist. Ihre Unter-
suchungen über die Ausdehnung der Gase 2)
haben dagegen gezeigt, daß das Quarzglas
gegen andere Gase vollkommen undurchlässig
ist, mit Ausnahme von Wasserstoff und viel-
leicht Kohlenoxyd, bis zu einer Temperatur
von 10670. Diese Beobachtungen haben die
Verf. zu einer Methode der Reinigung des
Heliums geführt, die im Hinblick auf die
Schwierigkeit, welche die chemische Methode
und die anderen bisher angewendeten Ver-
fahren bieten, wohl Interesse beanspruchen
darf.
V Compt. rend. 139. S. 789. 1904. - 2) Compt
rend. 138. S. 1032. 1904.
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50
Glastechnisch«^. — G«w«rbllch««.
Deutsche
Mechaniker- Ztg.
Bin kleines mit einem Kapillarrohr ver-
Bebenes Quarzgefaß wird im Innern einer zylin-
drischen Platinröhro von etwas größerem Durch-
messer so angebracht, daß die Kapillare heraus-
ragt; die Röhre wird durch eine Metallplatte
verschlossen und mit Siegellack abgedichtet.
Geeignet augebrachte Verbindungsröhren ge-
statten, den Zwischenraum zwischen Platin und
Quarzgefäß sowie das letztere luftleer zu
machen oder ein Gas einzuleiten. Der Apparat
wird in einem Platinwideratandsofen auf etwa
1100° erhitzt, ausgenommen den Teil, wo der
Siegellackverschluß sich befindet , der mit
einer Hülse umgeben ist, durch welche kaltes
Wasser lauft. Bndlich wird das Quarzgefäß
eines Hahnes mit einem Quecksilbergasometer
in Verbindung gesetzt.
Alsdann wird der Zwischenraum und das
Quarzgefaß mittels einer Quecksilberpumpe
vollkommen leer gepumpt und das rohe Helium,
wie es durch Glühen des Cleveits entsteht, in
die Platinröhre mit etwas Überdruck eingeleitet,
damit die Diffusion beschleunigt wird. Wenn
man diesem unreinen Helium 5 bis 10 Vo Sauer-
stoff hinzufügt, so bindet man dadurch in Form
von Wasser und Kohlensäure den Wasserstoff
und das Kohlenoxyd, welche sich darin vor-
finden könnten.
Nach Verlauf einiger Minuten zeigt ein mit
dem Quarzgefaß verbundenes Manometer an,
daß die Diffusion beginnt. Der Druck steigt
ganz regelmäßig an und nach 2 bis 3 Stunden
kann eine Portion reinen Heliums in das Gaso-
meter eingetreten sein. Der Abzug des Gases
ist unter den gegebenen Versuchsbedingungen
(Volumen des Quarzgefäßes 42 ccm) ziemlich
langsam, er entspricht etwa 1 cem reinen
Heliums in einer Stunde. Dagegen ist die Me-
thode sehr einfach und die Reinigung an-
scheinend vollkommen. Wenigstens laßt die
spektroskopische Untersuchung des Gases nur
die charakterischen Linien des Heliums er-
kennen; die Stickstoffstreifen, sonst so leicht
sichtbar, fehlen vollkommen, lediglich die rote
Wasserstoffiinie läßt sich äußerst schwach
bemerken. Sie stammt wahrscheinlich von
Spuren von Wasserstoff her, die durch die
Aluminiumelektroden der Geißler sehen Röhre
zurückgehalten sind.
Die Methode gibt also ein relativ leichtes
Mittel an die Hand, um reines Helium zu ge-
winnen. Außerdem haben die Versuche die
Tatsache bestätigt, daß das Quarzglas für die
andern Gase undurchlässig ist bis zu einer
Temperatur von 1100 o. Wb.
Gewerbliches.
Preisausschreiben für die
Konstruktion eines Seismometers.
Die Permanente Kommission der Inter-
nationalen Seismologischen Gesell-
schaft hat ihr Zentralbureau in Straßburg
i. E. beauftragt, ein Preisausschreiben für
die Konstruktion eines Seismometers f&r
Nahbeben zu erlassen.
Der Apparat muß folgenden Anforderun-
gen genügen:
1. Er soll zur Registrierung entweder
der horizontalen oder der vertikalen Be-
wegung der Nahbeben dienen;
2. Er soll möglichst einfach sein; die
durch ihn erzielte Vergrößerung der Boden-
bewegung soll im Minimum eine 40- bis
50-fache sein;
3. Der Verkaufspreis des Instrumentes
(einschl. Registrierapparat) soll möglichst
niedrig sein, etwa 300 M.
Die ausgesetzten Preise betragen:
1000 M, 700 Jf, 500 Jf, 300 M.
Die Instrumente müssen auf Kosten und
Gefahr des Bewerbers bis zum 1. Septem-
ber 1907 an den Vizepräsidenten der Inter-
nationalen Seismologischen Gesellschaft,
Herrn Direktor Dr. J. P. van der Stok
in De Bilt (Niederlande), eingesandt wer-
den, damit sie anläßlich der Mitte Septem-
ber im Haag tagenden Generalversammlung
der Gesellschaft ausgestellt werden können.
Die Untersuchung über ihre Leistungs-
fähigkeit erfolgt durch das Zentralbureau
in Straßburg i. E.
Das Urteil fällt eine von der Perma-
nenten Kommission ernannte Jury, die aus
fünf Fachgelehrten besteht; es wird Ostern
1908 bekannt gegeben werden.
Nähere Auskunft erteilt das Zentral-
bureau in Straßburg.
Bedarf an wissenschaftlichen Instra-
menten n. s. w. in Spanien.
Das Ministerio de Fomento in Madrid hat
der Escuela Especial de Ingenieros de Montes
in Madrid, bei der die Errichtung einer forst-
technischen Zentrale geplant ist, einen Betrage
von 88C0 Fesetaa zur Anschaffung von Lehr-
instrumenten, Apparaten u. s. w. bewilligt ftü-
Z wecke der Vornahme von Experimenten.
Diese Instrumente und Apparate sind, wie die
kgl. Verordnung besagt, in Spanien fast unbe-
kannt und durften deshalb größtenteils aus
dem Auslande bezogen werden. Die Ver-
gebung der Lieferung erfolgt auf direktem
Wege durch den Direktor der genannten Schule.
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i.Manlio?. PÄttntochau. 61
Patentschau.
sphärisch» chromatisch und astig^matisch korrigiertes photographisches Doppel-
objektiv» bestehend aus einer einlachen Linse and zwei miteinander verkitteten EinzeUinsen
mit zwischen beide Grappen eingeschalteter Blende, dadurch gekennzeichnet, daß zur Hebung
des Astigmatismus eine zur Blende konvexe Kittfläche von sammelnder Wirkung dient.
G. Rodenstock in München. 9. 6. 1903. Nr. 167 224. Kl. 42.
1. Vorrichtang zur Messung der Stromstärke in Röntgenröhren, gekennzeichnet durch
die Verbindung der Röntgenröhre mit einer Glimmlichtmeßröhre, bei welcher eine Skala die
Lauge des die Kathode bedeckenden Glimmlichts bezw. die entsprechende Stromstärke abzulesen
gestattet.
2. Meßröhre nach Anspruah 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Messung nicht be-
nutzte Elektrode derart ausgebildet ist, daß Stromstöße falscher Richtung von der Röntgenröhre
abgehalten werden. E. Ruhmer in Berlin. 13. 4. 1905. Nr. 167 067. Kl. 21.
Vorrichtimg zur Einstellung eines ruhenden bezw. im Anlauf befindlichen Kreisel-
apparates in eine bestimmte Lage zum Erdmeridian, dadurch gekennzeichnet, daß ein Elektro-
magnet oder mehrere zu dem Kreiselapparat derart angeordnet sind, daß die bei Stromschluß
sich in den magnetischen Meridian eiustellenden Elektromagnete den Kreiselapparat in eine be-
stimmte Richtung legen, wobei der als Stromschließer bezw. Stromunterbrecher für die Elektro-
magnete wirkende Schalter als Doppelschalter ausgebildet^sein kann, um gleichzeitig bei der
Stromunterbrechung der Richtorgane (Elektromagnete) den Kreisel in Betrieb zu setzen und
umgekehrt. H. Anschütz-Kaempfe in Kiel. 7. 1. 1905. Nr. 167 262. Kl. 42.
1. Vorriohtimg zur Einstellung eines ruhenden bezw. im Anlauf befindlichen
Kreiselapparates in eine bestimmte Lage znm Erdmeridian nach Fat. Nr. 167 262, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kreisel mit einer ein- und ausrückbaren Feststellvorrichtung für seine
zur Rotationsachse der Schwungmasse senkrechte Horizontalachse (die Elevationsachse) ver-
sehen ist, zum Zwecke, die Bewegungsfreiheit des Kreisels in bezug auf diese Achse fesseln und
dadurch das Auftreten der gyroskopischen Richtkraft während der Anlaufperiode nach Bedarf
verzögern bezw. sie jederzeit aufheben zu können.
2. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Feststellvorrichtung für die Elevationsachse von einem Elektromagneten beherrscht wird, dessen
Stromkreis von demjenigen der Richtmagnete in der Weise abhängig gemacht ist, daß die Fest-
stellvorrichtung bei deren Erre«:ung eingerückt und bei der Ausschaltung der Richtmagnete
ausgerückt wird. H. Anschütz-Kaempfe in Kiel. 30. 3. 1905. Nr. 167 782; Zus. z. Fat.
Nr. 167 262. Kl. 42.
Apparat zur Bestimmung des spezifischen Gewichtes von Körnerfrüchten u. dgl.»
bei dem die Verschlußklappe des Fülltrichters selbsttätig 'durch Einstellung des Wägegefäßes
unter dem Fülltrichter entfernt wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein am Meßgefäßwagen an-
geordneter Federriegel in eine Rast einfällt und auf das Auflösegestänge einwirkt, wobei die
Klappe durch eine Nase und einen Riegel gefangen wird. L. Schopper in Leipzig. 7. 1. 1905.
Nr. 167 584. Kl. 42.
Röntgenröhre, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode mit der Antikathode durch
eine Drosselspule verbunden ist, zum Zwecke, trotz der auodischen Verbindung der Antikathode
eine Entladung von Strömen falscher Richtung über die Antikathode und so eine Zerstäubung
derselben zu vermeiden. H. Bauer in Berlin. 5. 4. 1905. Nr 167 709. Kl. 21.
Thermoelektrisches Pyrometer, dadurch gekennzeichnet, daß ein im umgekehrten
Verhältnis zur Temperatur sich ändernder elektrischer Widerstand in den Kreis des Thermo-
stromes in nächster Nähe der kalten Enden des Elementes eingeschaltet ist, zu dem Zwecke
die Wirkungen der Temperaturschwankungen an den kalten Enden des Elementes auf das Meß-
instrument auszugleichen. W. H. Bristol in New-York, V. St. A. 19. 2. 1905. Nr. 167 646. Kl. 42.
Vorrichtimg zur Bestimmung der Richtung des drehbaren Eintrittsreflektors bei
Panoramafernrohren mit Hille einer Marke imd einer Anzeigefläche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Marke imd die Anzeigefläche mit dem drehbaren EintritUreflektor in Bildebenen des
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52
PatMtllft«.
Deutsch«
Mechanlker-Ztg.
Femrohres derart angeordnet sind, daß beide gleichzeitig im Gesichtsfelde des Beobachters
wahrgenommen werden. C. P. Goerz in Berlin-Friedenan. 7. 3. 1905. Nr. 167 723. Kl. 42.
Klasse:
Patentllste.
Bis zum 11. Februar 1907.
Anmeldmigen.
21. A. 13 708. Blektrizitatszahler. AUg.Elek-
trizitats-Gesellschaf t, Berlin. 28. 10. 06.
F. 19850. Röntgenröhre für hochgespannten
Wechselstrom. M. Levy, Berlin. 20.2.05
G. 23 409. Meßverfahren und Meßinstrument
fttr Wechselströme, insbesondere Hoch-
frequenzströme. Ges. f. drahtlose Tele-
graphier Berlin. 28.7.06.
H. 37 401. Röntgenröhre mit unmittelbarer
Zuführung von Gasen zur Regelung des
Luftdrucks. R. Hartwig, Berlin. 14. 3. 06.
H. 39084. Verfahren und Vorrichtung zum
Ausgleichen von Unstimmigkeiten bei Re-
sonanzapparaten. Hartmann Sc Braun,
Frankfurt a. M. 27. 10. 06.
S. 23 372. Verfahren zur Verminderung der
Reibungswiderstande bei Gleichstrom - Meß-
geraten. Siemens & Halske, Berlin.
14. 9. 06.
42« B. 41878. Verfahren zum Messen der
Mengen von durch geschlossene Leitungen
strömenden Dampfen, Gasen oder Flüssig-
keiten. Badische Anilin- und Soda-
Fabrik, Ludwigshafen a. Rh. 8. 1. 06.
F. 21 820. Vorrichtung zur Messung von
Wasserstandsdifferenzen oder Wasserge-
schwindigkeiten mit Hilfe Pitotsche. Möhren
unter Zwischenschaltung einer leichten, mit
Wasser un vermischbaren Flüssigkeit. J.
Danckwerts, Hannover, und R. Fueß,
StegUtz. 28. 5. 06.
L. 22213. Drehplatte zur Aufnahme mikro-
skopischer Präparate. H. L e b r u n , Brüssel.
16. 2. 06.
M. 28933. Durch Sprache in Tätigkeit zu
setzende Schreibmaschine mit auf einzelne
Töne gestimmten Membranen, die das Auf-
schreiben der Töne durch die Schreib-
maschine bewirken. P. Matweew, St.
Petersburg. 11. 1. 06.
Seh. 28034. Gasuntersuchungsapparat. K.
Steinbock, Frankfurt a. M. 7. 13. 04.
Seh. 24092. Gasanalytischer Apparat zur Be-
stimmung des Wasseretoffgehaltes von Gasen
durch Verbrennung mit Luft und Messung
des entstandenen Wassers. B. Schatz,
Frankfurt a. M. 14. 7. 05.
Seh. 26 557. Einsatzbefestigung für Zirkel.
G. Schoenner, Nürnberg. 12. 11.06.
V. 6495. Zerlegbares Stereoskop, dessen Einzel-
teile aus Draht oder Metallblech bestehen.
W. Vogel & Brothers, New-York. 28.3.06.
W. 26 506. Vorrichtung zum Festbinden einer
eingeschliffenen Pipette auf der Flasche.
F. Welli6, Haspe i. W. 15. 10. 06.
Z. 4935,u. 4936. Ramsdensches Okular mit einem
zusammengesetzten Augenlinsensystem, in
dem eine chromatisch korrigierende Kitt-
flache ihre konkave Seite der Feldlinse zu-
kehrt; Zus. z. Anm. Z. 4804. C. Zeiß, Jena.
2. 6. 06.
Z. 5048. Verfahren und Einrichtung zur Ab-
bildung von Lippmannphotographien mittels
reflektierten Lichts durch ein Linsensystem.
Derselbe. 10.9.06.
48. B. 44 304. Verfahren zum Überziehen von
schwer schmelzenden Unodelmetallen, wie
Nickel, Eisen oder deren Legierungen, mit
Platinmetallen auf elektrolytischem Wege.
M. Baum, Hanau a. M. 5. 10. 06.
Erteilangen«
80. Nr. 182700. Verfahren zum Anlöten me-
tallischer Gegenstande an Porzellan oder
andere glasartige Stoffe. J. Ramsperger,
York, Penns., V. St. A. 20. 12. 05.
42« Nr. 182 823. Entfernungsmesser mit senk-
rechter Basis und zwei senkrecht angeord-
neten, ungleich langen Femrohren mit ge-
brochenen optischen Achsen. P. Beck, Mün-
chen. 13. 7. 05.
Nr. 182411. Maschine zum Zeichnen von
geometrischen Gebilden. C. T. Rossi, Mai-
land. 24.9.04.
Nr. 182415. Verfahren zur Bestimmung der
Gasdichte durch aörostatische Druckmessung.
A. Kröner, Leipzig. 15.4.06.
Nr. 182 479. Ellipsenzirkel mit zwei auf einer
horizontalen Führungsstange befestigten, in
zwei zueinander senkrechten Nuten geführten
Schiebern und senkrechter, mit einem der
Schieber verbundener Führungsstange. R.
Mönnig, Wilmersdorf-Berlm. 23. 12. 05.
Nr. 182 583. Meßwerkzeug für die Pein-
mechanik und Uhrmacherei. P. Grosjean-
Redard, La Chaux de Fonds, Schweiz.
2. 3. 06.
Nr. 182585. BrUle zur Sichtbarmachung der
in der Sehachse des einen Auges liegenden
Gegenstände für das andere Auge. C.
Brendel, Tempelhof-Berlin. 4. 8. 06.
72. Nr. 182 808. Femrohrvisier-Binrichtung^ far
Geschütze. J. Allardt, Kiel. 18. 1.05.
Pttr die Redaktion ▼•nntwortllch: A. BUsehkeln Berlin W.
Verlag Ton Jnllns Bprlnfer in Berlin N. » Dniek Ton Imil Dreyer in Beiiln BW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkiinde
Orgraoi für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin \V. 30, Barbarossastr. 51.
Heft 6. 15. März. 1907..
Nachdruck nur mit Genehmigfung: der Redaktion gestattet.
Beitrag zur Theorie der Sohnellwage.
Von F. Xftly in Graz.
Für die Herstellung der Schnellwagen bestehen Vorschriften, die auf die Güte
des Erzeugnisses eher hemmend als fördernd einwirken. Deshalb dürfte eine theore-
tische Erörterung dieses Gegenstandes, wenn auch nichts wesentlich Neues geboten wird,
nicht ganz abzuweisen sein.
Über die beste Konstruktion einer Schnellwage besteht zwar kein Zweifel, aber
um ein vollkommenes Objekt handelt es sich nicht. Jedem Erzeugnisse haften gewisse
Mängel an.
Wir wollen daher den Unvollkommenheiten, sofern sie in einer Ebene zum
Ausdruck kommen, ohne Berücksichtigung
der Durchbieg^ing Rechnung tragen und B'...--'^
nehmen an, C sei die Drehungsschneide ksq -^"'"^
(s. Fig,\ A die Lastschneide und B die v. ...-•''"' 1^^«'
das Laufgewicht tragende Schneide, wel-
che mittels einer Hülse auf dem Wage-
balken in einer Geraden B D verschieb-
bar ist. Es sei ferner C E = a der
Abstand der Linie B D von der Dre-
hungsschneide C und A D = b der
Abstand derselben Linie von der Last-
schneide A. Der Wagebalken habe die Masse O imd sein Schwerpunkt S sei gegeben
durch die Koordinaten C F ^ c und F S ^ d, wovon die erstere senkrecht auf B D, die
letztere parallel zu dieser Geraden ist. Wir setzen noch B E = l und D E = X und
nehmen an, der Schwerpunkt 8 der Hülse liege in einer in B auf die Gerade B D
errichteten Senkrechten in einem Abstände B s = e. Schließlich sei Q eine auf die
Schneide A wirkende Last und P das Laufgewicht, welches ihr nebst dem Gewichte^
der Hülse Gleichgewicht hält, wobei, wenn die Zunge einspielt, die Linie B D von der
Horizontalrichtimg E H Mm den Winkel & abweicht, der positiv angenommen wird,
wenn B höher als D liegt.
Werden die Momente, welche im Sinne des Wachstums von d- wirken, positiv
angenommen, so ergibt sich für das Gleichgewicht des Systems unmittelbar die folgende
Bedingungsgleichung :
Q \X cos & — (a— 6) sin S\ — O [d co^ & ^ c sin d] — F \l q.o% & + a sin $]
— p \l cos ^ + a sin ^ + e sin d] = 0,
welche nach Division durch cos ^ und entsprechender Reduktion in die folgende
übergeht:
Ql -- G d — (P ^ p) l — \Q (a-l) + O c -{- (P + p) a + p e] tg & = 0. . (1)
Ist Q^ die Last, welche dem Anfangspunkte der Teilung entspricht, und wird
die Entfernung des Anfangspunktes der Teilung von dem Punkte E mit \ bezeichnet,
so folgt:
Q^X—Qd-{P-\-p)\ - IQ, (a-6) + Oc + (P'\-p) a^-pe]tg &^Q. . (2)
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54 P. Maly.BdfraeiurTheori. darSchnrilwajr«. MechJSlkä^tg.
Durch Subtraktion dieser Gleichung von der 61. (1) ergibt sich die Relation:
iQ - Qi) (1 - (a-b) tg *] = (P + i)) (Z - l,)
«<^- «-«^ = r^6,i7^('-^i) (3)
Für eine gegebene Wage sind die Größen P + jp und a — (a — h) tg ^
konstant. Es ist daher die Größe Q — Q^ proportional der Größe l — l^^ d. h. gleichen
Teilen der Skala entsprechen gleiche Teile der Last,
Diese Regel, welche für die Konstruktion der Schnellwage zunächst maßgebend
isty gilt ohne jede Einschränkung.
Die nächste Anforderung, die man an eine Schnell wage stellt, ist die der Sta-
bilitätf d. h. eine Schnellwage muß so beschaffen sein, daß sie das Bestreben hat, zur
Ruhelage wieder zurückzukehren, wenn sie aus derselben gebracht worden ist. Dazu
ist erforderlich, daß das durch die Verstellung der Wage aus ihrer Gleichgewichtslage
hervorgerufene Moment dieser Verstellung entgegengesetzt wirkt.
Wurde die Wage aus ihrer Gleichgewichtslage um den Winkel y gerückt, so
ergibt sich das durch diese Verstellung hervorgerufene Moment M aus der linken Seite
der Gleichung (1), wenn man dort d- durch ^ + y ersetzt, wie folgt:
M=QX — Od — (P + p)l—lQ {a—b) ^ O c -^ { P + p) a + p e] tg {d- -^ y>) (4)
Soll diese Größe im Sinne der Herstellung der Gleichgewichtslage wirken, ist
» li/"
erforderlich, daß der Differentialquotient negativ sei. Die Differentiation vo» (4)
nach M und ^ gibt :
SM _ _Q(a-'b) + O c + (P i- i?) a + pe
d 9P cos ^ (^ 4- y)
Wird der Wert für Q aus der Gleichung (1) unter Vernachlässigung der Pro-
dukte mit den kleinen Größen a, &, c und e bestimmt und in die vorstehende Gleichung
substituiert, so erhalten wir die folgende Relation:
A¥. = _ ^"i^^_^. 1::!^ \^l^^ "^ ^!^. ^^ :^ "'^ ".'".''i • • • (&)
d 9 cos- (& + ff)
In diesem Ausdrucke ist nur der Nenner eine von dem Ausschlage 9 abhängige
Größe und diese ist stets positiv. Die Stabilität einer Schnell wage ist demnach an die
Bedingung gebunden, daß der Zähler in (5) positiv ist. Dieser enthält aber außer der
Größe l bloß Konstanten der Wage.
Der Ausdruck in der eckigen Klammer ist immer positiv, weil die Größen P,
p^ l und X stets positiv sind und d entweder gleich Null oder auch positiv ist. Ebenso
ist das Produkt pe stets positiv. Die Stabilität einer Schnellwage hängt schließlich
davon ab, daß unter ihren Konstanten die positiven überwiegen.
Ist a — 6 positiv, so können a und c negativ sein, nur muß in diesem Falle,
wo die Schneide mit dem Laufgewichte eine Gerade beschreibt, die höher liegt als die
beiden anderen Schneiden, für den kleinsten Wert von l
j 7
absol. (a-h) [G ^ + (P + i?) -^ ] ^ p e > Gc + {P + p)a
sein. Ist a — h negativ, so kann eine der Größen a und c, nicht aber beide zugleich
negativ sein, wenn für den größten Wert von l
oder
absol. [a-h) [G ^ + (P + p) ^-] + (P + p) a<pe + Gc
/7 7
absol. (a-b) |G - + (P + p) ^ ] -^ Oc < pe + (P -^ p) a
ist. Im ersteren Falle liegt die Lastschneide über und die Drehschneide unter der von
der Schneide mit dem Laufgewichte beschriebenen Linie, im letzteren Falle liegt die
Lastschneide und der Schwerpunkt des Wagebalkens höher als die Drehschneide.
Es können auch die Größen a — ö, a und c gleichzeitig negativ sein, wenn der
absolute Wert von pe größer ist als die Summe der übrigen Glieder im Zähler der
Relation (ö).
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15. Marx ^1*907. F. Maly, Beitrag zur Theorie der SchneUwage. 55
Für a — b genügt, daß die Summe O c + {P + p) a + pe positiv ist. In
diesem Falle bewegt sich die Schneide mit dem Laufgewicht in einer Geraden, welche
zu der durch die Lastschneide und die Drehschneide gelegten Ebene parallel ist.
Für a = 6 = 0, wo alle drei Schneiden in einer Ebene liegen, muß die Summe
Oc + pe positiv sein.
Wir gehen nun an die Untersuchung der Empfindlichkeit der Schnellwage und
vergrößern zu diesem Zwecke die Last Q um ein Zulagegewicht q, welches einen
Ausschlag a bewirkt. Die neue Gleichgewichtslage sei A' B' G D* E* F* 8' s'.
Für diesen Fall ergibt sich die Bedingung des Gleichgewichtes unmittelbar aus
der Gleichung (1), wenn man darin Q -\- q statt Q und a + & statt & setzt, wie folgt:
[Q + q)^-Od—{P + p)l—[{Q-\-q) {a—h) + 0c + {P-\-p) a +pe]tg(a + ^) = 0 (6)
Wird diese Gleichung von der Gleichung (1) subtrahiert, so ergibt sich nach
entsprechender Reduktion die folgende:
q\^-{a-b)tg(a + &)] = \Q(a-h)^Oc + {P^p)a-^pe]^^^^^^^^ . (7,
Substituieren wir in diese für Q den genügend genäherten Wert:
aus (1) und geben dem zweiten Faktor rechts in (7) eine passendere Form, so können
wir schreiben:
qX—q (a—b) tg {a-\-^) =
= j (a -^ », IG -^- + (P + rt |l + 0= + (P + 1»« +H <. . (l + ^^;ff) m
Der Winkel ^ ist eine sehr kleine Größe, denn beim vollkommenen Einspielen
der Zunge ist die Abweichung der Wagebalkenachse von der horizontalen Richtung nur
gering. Es ist somit das zweite Glied in der runden Klammer in (8) sehr klein und
kann in Anbetracht der kleinen Größen, mit denen es multipliziert erscheint, vernach-
lässigt werden. Ebenso kann & links des Gleichheitszeichens vernachlässigt werden.
Unter diesem Gesichtspunkte erhalten wir für die Empfindlichkeit einer Schnellwage die
folgende Relation:
tga = - - ■^^-
(a-b)[G ^+(P + p).- + q] + Oc + {P + p)a + pe ' " ^^^
Dieselben Größen, die im Zähler der Relation (5) erscheinen, kommen hier im
Nenner vor; außerdem ist hier die Größe q vertreten. Darnach gilt für die Empfindlich-
keit dem Wesen nach das Umgekehrte wie für die Stabilität. Interessant ist der Um-
stand, daß für a—b = 0 die Empfindlichkeit konstant ist, d. h. das gleiche Zulage-
gewicht q verursacht bei jeder beliebigen Belastung den gleichen Ausschlag a. Relativ
wird also die Empfindlichkeit mit abnehmender Belastung kleiner. Das ist aber keine
begehrenswerte Eigenschaft eines Wägemittels; wünschenswert ist vielmehr eine der
jeweiligen Belastung angemessene Empfindlichkeit. Nach der Relation (9) ist die Kon-
struktion einer solchen Schnellwage möglich, die auch für kleine Belastungen genügend
empfindlich ist.
Für a— 6 > 0 nimmt der Ausdruck in der eckigen Klammer mit abnehmendem l
ab, die absolute Empfindlichkeit wächst daher mit der Verringerung der Belastung Q,
In diesem Falle erscheint der Nenner gegenüber dem Falle, wo a—b ver-
schwindet, um das erste Glied vergrößert, wodurch der erwähnte Vorteil scheinbar auf-
gehoben ist. Dem gegenüber ist zu berücksichtigen, daß, wie wir früher gesehen
haben, im vorliegenden Falle a und c negativ sein können, wodurch der Nenner im
beliebigen Grade klein gemacht werden kann, so daß der Erreichung einer großen
Empfindlichkeit keine Schranken gezogen sind.
Die hier entwickelten Regeln lassen sich ohne weiteres auf alle Laufgewichts-
einrichtungen anwenden. Wo das Laufgewicht unmittelbar auf dem Wagebalken ver-
schiebbar ist, verschwindet in den bezüglichen Formeln die Größe e, und die Stelle der
Laufgewichtsschneide vertritt der Schwerpunkt des Laufgewichtes, dessen Gewicht an
die Stelle von P + p tritt.
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56
V«r«iD8iiacbrichten.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Vereinsnachpichten.
D. G. f. M. u. O. ZwelsTTerein Halle.
Sitzung vom 14. Januar 1907. Vorsitzender:
Hr. R. Kleemann.
Hr. Kertzinger erstattete den JahreBbericht.
Danach iet auch das verfloasene Jahr nicht
ohne reiche, aber auch lohnende Arbeit ge-
wesen. Sowohl in den Vorstands- als auch in
den allgemeinen Versammlungen kamen be-
deutungsvolle Fragen für den Beruf zur Be-
sprechung und Erledigung. Die Teilnahme der
Mitglieder an den Versammlungen schwankte
zwischen 25 und 38 7o* ^ii^® Mitarbeit sämt-
licher Mitglieder an den Zielen der Vereinigung
w&re wünschenswert. Die Kollegialität unter
den Mitgliedern ist eine recht gute. Auch mit
den auswärtigen Kollegen werden gute Be-
ziehungen gepflogen. Den Kassenbericht er-
stattete Hr. Baumgartel. Trotz erheblicher
Inanspruchnahme zeigt die Kasse einen recht
günstigen Stand. Die von den Revisoren be-
antragte Entlastung wurde ausgesprochen.
Wahlen waren nicht vorzunehmen, so daß der
bisherige Vorstand weiter besteht. Als Mitglied
meldete sich Hr. Karl Schmidt, Fabrikant
Chirurg. Spritzen, Halle, Laurentiusstr. 7. So-
dann begründete der Vorsitzende die Notwen-
digkeit, alle Vorschriften der jetzigen Gesetz-
gebung, soweit dieselben von Bedeutung für
den Beruf, sowie die Vorschriften für Gehiifen-
prüfungen und gefaßte, bindende Beschlüsse
des Vereins infolge verschiedener Abänderungen
in 2. Auflage herauszugeben und den Mit-
gliedern zuzustellen. Sodann wurde mitgeteilt,
daß von jetzt ab aUe Lehrverträge (für den
Zweigverein Halle 4 St.) der Handwerkskammer
einzureichen sind. Der Vorsitzende ist bereit,
die Arbeit der Einreichung an die Kammer, an
die Bintragestelle des Zweigvereins (Hrn. 0.
Unbekannt) und die Rückgabe der beiden
anderen Verträge an den Lehrherrn zu aber-
nehmen. Derselbe bittet dann aber die Kosten
für die Emtragungen, 6 M und Rückporto 20 ly,
bei Einreichung der Verträge einzusenden.
Sitzung vom 4. Februar 1907. Vor-
sitzender: Hr. R. Klee mann.
Der Kgl. Eichungs - Inspektor Hr. Dr. Bar-
czynski aus Magdeburg hatte sich in liebens-
würdiger Weise bereit erklärt, einen Vortrag
über das Carl Z eiß- Werk und seine Stiftungen
zu halten. Die Werkstatt wurde von ihrem
kleinen Anfang bis zur jetzigen GrOße be-
sprochen. In großen Zügen wurde der Auf-
schwung der Werkstatt durch Abbes Ein-
tritt, sowie die Bedeutung der späteren Über-
nahme des ganzen Werkes seitens desselben
geschildert. Nachdem noch kurz die einzelnen
bteilungen besprochen, wurden die sozialen
Einrichtungen sowie die Bedeutung der Werk-
statt für die Universität Jena besprochen. Der
Vorsitzende dankte dem Redner für seinen
interessanten Vortrag.
Sodann wurde Mitteilung über den Lehrplan
der Mechaniker an der obligatorischen Fort-
bildungsschule zu Halle gemacht. Die An-
wesenden konnten sich mit demselben als einem
Uuiversitätsstudium nahekommenden nicht be-
freunden. Wenn auch wegen der vorgerückten
Zeit eine Besprechung auf später verschoben
wurde, so mußten doch sofort die Bedenken
dagegen erhoben werden, weil sonst die Druck-
legung erfolgt wäre und dann schwer etwas
dagegen zu machen gewesen wäre. Der Vor-
sitzende hat dann sofort mit den Schulleitern
beraten, und ist dann ein Lehrstoff vereinbart,
der vielleicht von leidlich guten Schülern be-
wältigt werden kann, immer wieder muß man
dafür eintreten, daß der Beruf des Mechanikers
nicht nach der Schablone anderer Berufe be-
urteilt werden kann. Man sollte für die Me-
chanik einen Lehrplan zuschneiden, welcher
unseren Lehrlingen gute Kenntnisse in Deutsch,
Rechnen (bis inkl. LOsung der Quadratwurzeln),
Mathematik (Flächen und KOrperborechnungen),
Zeichnen (Projektionslehre, Durchschnitts-
zeichnen, Aufriß- und Grundrißzeichnen, sowie
Durchdringungen nebst etwas Freihandzeichnen,
um Skizzen aus freier Hand zu fertigen), bei-
bringe. Dabei müßte ein guter Physikunterricht
nebenhergehen. Dann würden die Lehrlinge
aller unserer Branchen Nutzen davon haben.
Hr. Karl Schmidt wurde als Mitglied auf-
genommen.
In Erweiterung des Beschlusses voriger
Sitzung sollen die für die Lehrlinge maßgeben-
den Bestimmungen in Plakatform gedruckt, auf-
gezogen und lackiert werden und den Mit-
gliedern zum Aufhängen in der Werkstatt zu-
gestellt werden.
Zu der geplanten Einrichtung einer Schutz-
gemeinschaft wird wohlwollende, aber abwar-
tende Stellung eingenommen. B- EL
Abieüuug Berlin R V. Winter-
fest vom 26. Februar 1907.
Über 200 Personen waren der Einladung
zum Winterfeste nach Neumanns neuem Peet-
saale gefolgt; lockte doch sowohl die Aussicht,
den Meßt ersehen Biographen von seinem Kon-
strukteur erläutert und vorgeführt zu erhalten,
wie die Erwartung, daß auch diesmal die schon
so oft erprobte Geschicklichkeit der Arrangeure
sich bewähren werde. Und in beiden Be-
ziehungen wurden alle Hoffnungen voll erfüllt.
In der Tat ist, was der Meßtersche Biograph
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Heft 6.
15 März 1907.
Ver«iiisnachricht«n. — Für Werkstatt und Laboratorium.
57
in seiner Verbindung von Kinematograph und
Grammophon bietet, ebenso sehr vom tech-
nischen Standpunkt wie vom ästhetischen
stauuenerregend. Daß das Arrangement des
Festes im übrigen auf der Höhe des früheren
stand, muß wiederum mit Dank für die an-
strengende Tätigkeit der Arrangeure oder wohl
richtiger des Arrangeurs anerkannt werden;
es sei noch besonders erwähnt, daß auf diesem
Feste Frl. Haensch wiederum und die jüngste
Tochter des Vorsitzenden zum ersten Male
durch ihre Sangeskunst die Teilnehmer erfreuten.
Bl
ZweisTerein Hamburgr-Altona. Sit-
zung vom 5. März 1907. Vorsitzender: Hr.
Dr. H. Krüß.
Nachdem der Vorsitzende einige Eingänge
der Gewerbekammer in Hamburg und der
Handwerkskammer in Altona vorgelegt hat,
naacht Hr. M. Bekel Mitteilungen über Ver-
suche mit verschiedenen Lötmitteln, nämlich
nait Lötan, Tinol sowie dem Flußmittel der Ge-
sellschaft für Metallindustrie in Berlin. Daran
schließen sich Mitteilungen von Erfahrungen
anderer Mitglieder mit denselben und ähn-
lichen Lötmitteln.
Hr. M. Bökel bringt sodann seinen Bericht
an die Gewerbekammer über seine Wahr-
nehmungen auf der Bayerischen Jubiläumsaus-
stellung in Nürnberg in bezug auf das Gebiet
der Mechanik und deren Hilfsmittel zur
Kenntnis.
Endlich berichtet Hr. Dr. H. Krüß über die
Ermittelungen des Wertes des deutschen Außen-
handels, an welcher Arbeit er als Mitglied des
Handelsstatistischen Beirats des Kais. Stati-
stischen Amtes beteiligt war, und schildert
die Schwierigkeiten, welche der Schätzung des
Wertes der nach ihrem Gewicht bekannten
Mengen der' ein- und ausgeführten Waren ge-
rade auf dem Gebiete der Feinmechanik und
Optik entgegenstehen. E, K.
FOp Werkstatt
und Labopatopium.
Das Physikalische Institut
der Handelshochschule Berlin.
Von F. Handke in Berlin.
Die am 27. Oktober 1906 eröffnete
Handelshochschule in Berlin ist im Gegen-
satz zu ihren älteren Schwestern in Aachen,
Frankfurt a. M., Köln und Leipzig eine
selbständige, d. h. keiner anderen Hoch-
schule angegliederte, und eine private
Schöpfung. Sie ist von der Korporation
der Kaufmannschaft von Berlin mit einem
Kostenaufwande von 3 400 000 M erbaut
worden. Wie in dem Programm gesagt ist.
soll der Zweck der Handelshochschule sein:
die für den kaufmännischen Beruf nötigen
und nützlichen Wissenschaften durch Unter-
richt und Forschung zu pflegen. Im Mittel-
punkt des Studiums steht naturgemäß die
Handelswissenschaft (Privatökonomie), da-
ran schließen sich die Nationalökonomie,
Rechtswissenschaft, Handelsgeographie und
Sprachpflege. Der naturwissenschaftliche
Unterricht umfaßt Chemie und Physik; er
soll naturgemäß vorwiegend ein experi-
menteller sein; deshalb sind für beide
Disziplinen reich ausgestattete, gesonderte
Institute eingerichtet worden.
Der Unterricht im physikalischen Institut
gliedert sich im wesentlichen in folgende
Stufen: 1. Physikalische Experimental Vor-
lesungen für Anfänger und Fortgeschrittene,
2. Technische Vorlesungen (mit gemeinsamen
Ausflügen in Fabrikbetriebe), 3. Praktische
Übungen für Anfänger, 4. Anleitung zu selb-
ständigen wissenschaftlichen Arbeiten. Diese
Gesichtspunkte waren auchbei der Einteilung
der Räume maßgebend, die im Südflügel der
Hochschule, mit der Straßenfront nach der
, Erdgeschoß.
1. Stockwerk.
Heilige Geist-Gasse, im 1. Stockwerk sowie
teilweise im Erd- und Kellergeschoß unter-
gebracht sind.
Das erste Stockwerk hat folgende Raum-
einteilung erhalten: Vom Treppenhaus be-
tritt man durch eine Abschlußtür den Vor-
flur 1 und den sich daran anschließenden
Korridor 2, der nach dem Hofe zu fünf
große Fenster hat, an denen breite Fenster-
tische für elektrische Messungen aller Art
angebracht sind. An den Vorflur grenzen
der Hörsaal 3 für 100 Personen , die
Sammlung 4 sowie das Vorbereitungs-
zimmer 6, Über der Sammlung liegt die
Garderobe, welche den oberen hinteren
Teil des Hörsaales direkt mit dem Treppen-
haus verbindet. Vom Hörsaal aus führt
eine Flucht von Türen in das Vorbereitungs-
zimmer, in das Praktikum 7, in das optische
Zimmer S mit anstoßender Dunkelkammer 9,
in das Arbeitszimmer 10 und das Schreib-
zimmer des Dozenten 11, das durch einen
Vorraum mit Toilette 12 mit dem Korridor
verbunden ist. Im Erdgeschoß betritt
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58
PUr Werkstatt und Laboratorium. - Glastechnlsch«8.
Deutsche
Mechantker-Ztg.
man zunächst die geräumige Werkstatt 13
mit einem Abschlag für Material; in der
Werkstatt befinden sich sämtliche Haupt-
schalter für das elektrische Leitungsnetz
sowie die Widerstände für das Hörsaal-
schaltbrett. Die Werkstatt liegt unter dem
großen Hörsaal und ist mit letzterem durch
ein Loch in der Decke verbunden; die
Höhe vom Fußboden der Werkstatt bis zur
Decke des Hörsaales beträgt 980 cm, ist
also ausreichend für Versuche über Salz-
wasserbarometer, freien Fall u. a. Im
Erdgeschoß befinden sich ferner das Wechsel-
stromzimmer 14 für elektrische und das
Meßzimmer 16 für optische wissenschaftliche
Arbeiten, ferner eine Toilette 15. Im Keller-
geschoß liegt dann noch ein Akkumulatoren-
raum, ein Motorraum, ein Zimmer für
feuergefährliche Substanzen (Alkohol und
Äther), sowie ein Raum für Gasuhr u. s. W.
Besonders reichhaltig ist die elektrische
Einrichtung des Instituts, Der Strom für
die Beleuchtung der gesamten Handels-
hochschule wird einer großen, im Nord-
Hügel aufgestellten Akkumulatorenbatterie
von 220 Volt entnommen, die am Vormit-
tage aus dem Netze der Berliner Elektri-
zitäts -Werke geladen wird. Im physika-
lischen Institut (und teilweise auch im che-
mischen) stehen außerdem folgende Strom-
quellen zur Verfügung: 1) ein zweiter
B. E. W.-Anschluß an der Ostseite der
Handelshochschule mit +110, 0 und — 110
Volt Spannung; 2) eine Akkumulatoren-
Hauptbatterie von 36 Zellen zu 90 Amperjß
im Akkumulatoren räum; 3) eine unter-
teilte Lokalbatterie von 6 Zellen zu
36 Ampere, ebendort aufgestellt für den
Hörsaal 5, femer für 13, 14 u. 16] 4) eine
unterteilte Lokalbatterie von 6 Zellen zu
36 Ampere auf dem Korridor 2, für 2,
5, 8, 10 und das chemische Institut;
5) eine 5 -K'^Jo^^;rt^^Dreh8trommaschine, die
mit einem 8,5 P/S-Motor direkt gekuppelt
ist (im Motorraum). Der Motor wird von der
Hauptbatterie getrieben und kann mittels
eines transportablen Anlassers von vier
Stellen im Institut aus angelassen werden.
Der Wechsel- bezw. Drehstrom der Dreh-
strommaschine kann in alle Zimmer des
Instituts geleitet werden.
An weiteren technischen Einrichtungen
sind noch zu erwähnen: Gas- und Wasser-
leitungsanschlüsse an allen Arbeitsplätzen
und im Hörsaal, eine Zinnleitung für Zu-
fluß von destilliertem Wasser aus dem che-
mischen Institut, Wasserstrahl -Saug- und
Druckpumpen in allen Räumen, eine Schall-
leitung von 100 m Länge im Hörsaal unter
dem Podium; ferner eine elektrische Ver-
dunkelungsvorrichtung für den Hörsaal so-
wie mechanische in einigen anderen Zim-
mern. Außerdem verbindet ein elektrischer
Fahrstuhl (s. 5) alle Stockwerke.
Leiter des Instituts ist der hauptamt-
liche Dozent für Physik an der Handels-
hochschule, Prof. Dr. F. F. Martens; als
Assistent ist cand. phil. F. Handke, als
Mechaniker C. Horch am Institute an-
gestellt.
Glastechnisches.
Eine neue automatiiche Pipette.
Von Stein.
Chem.'Ztg. 30. S, 967. 1906.
Die neue Pipette unterscheidet sich im
äußeren Aufbau nur wenig von der gewöhn-
lichen, aber ihr Gebrauch ist einfacher. Die
Füllung kaun durch Ansaugen oder mittels
Druckballs geschehen. Die Pipette eignet sich
besonders zum Gebrauch mit Alkalien, da die
Glashähne durch Quetschhfthne und Gimimi-
schlauch ersetzt [sind. Die Pipette ist durch
(). M. S. Nr. 94 568 geschützt und kann durch
die Firma W. Rohrbecks Nachf. (Wien) sowie
Dr. Heinr. Gockel (Berlin) in allen Größen
bezogen werden.
G ebrauchsmuster.
Klasse :
21. Nr. 298 425. Röntgenröhre mit einer inner-
halb, des evakuierten Raumes angeordneten
Ventilröhre zwischen der Zuleitung zur Anti-
kathode. F. Schilling, Gehlberg i. Th.
8. 1. 07.
42. Nr. 295 805. Maxiinalthermometer mit Vor-
richtung zum Zurückschleudem der Queck-
silberScIulG. Alt. Eberhardt & Jftger,
Ilmenau. 4. 12. ÜG.
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Hdft6.
IS.MäFZ'IQO?.
Gla«t«chiiischei. — Gewerbliches.
59
Nr. 295913. Vorrichtung zum Vergleich der
Trübung von Flüssigkeiten mit Reagenz-
glashalter und Blende. P. Liebmann,
Kopenhagen. 5. 13. 06.
Nr. 295 917 Thermometer mit am Eintauch-
ende angeordnetem, aus einem Stück her-
gestelltem becherförmigem Flüssigkeits-
ßknger. Bahmann & Spindler, Stützer-
bach i. Th. 7. 12. 06.
Nr. 296 993. Thermometerplatte aus durch-
sichtigem Glas mit durchseheinend email-
lierter Rückseite und eingearbeiteter Rille
für das Thermometerrohr. Alt,Bberhardt
& Jäger, Ilmenau. 27. 11. 06.
Nr. 297 009. SaccharimetBr für Harnunter-
suchungen in Gestalt eines am Boden ge-
schlossenen Glaszylinders mit Gradteilung
und Ziffernskala. F. Altmann, Berlin.
8. 12. 06.
Nr. 297 648. Abgestuftes Skalenrohr an Bu-
tyrometem zur Untersuchung von Milchpro-
dukten. N. Gerbers Co., Leipzig. 8.12.06.
Nr. 297 656. Absorptionsgefaß für gaaanaly-
tische Apparate, mit zwei ineinander ge-
setzten zylindrischen Röhren. Gasmotoren-
Fabrik Deutz, Köln-Deutz. 10. 12. 06.
Nr. 297 783. Gasanalytischer Apparat mit
drehbarem Gestell für die Absorptionsgefäße.
Dieselbe. 12.12.06.
Nr. 298 190. Niederdruck ■ Quecksilber- Mano-
meter mit von unten durch das Quecksilber-
gefäß geführtem Druckeinführungsrohr.
Wegener & Mach, Quedlinburg. 10.1.07.
Nr. 298 352. Skala für Plan-Butyrometer mit
rundem Lumen und flacher Schauflache zur
Untersuchung von Milchprodukten, be-
stehend aus durch Kugel getrennten Skalen-
halsteilen verschiedenen Lumens, von denen
der obere Ablesungstell mit einer Halsöffnung
versehen ist. N. Gerbers Co., Leipzig.
10. 1. 07.
Nr. 298 505 u. 298 506. Zur Untersuchung von
Voll- und Magermilch dienende Plan- und
Plan - Präzisions - Butyrometer mit rundem
Lumen und planer Schaufläche mit nach
beiden Enden in eine llalsöffnung auslaufen-
der Skalenröhre. Dieselbe. 10. 1. 07.
Nr. 298 939. Thermometer mit elektrischer
Beleuchtung. A. Wagner, Berlin. 16. 1. 07.
Gewerbliches.
GebUfenprüfang 1906 in Halle.
Es wurden 20 Lehrlinge geprüft, davon
bestanden 15 mit gut, 5 mit genügend.
An der Lehrlingsausstellung in Halle be-
teilige sich die Gesellschaft zum ersten
Male; es wurde je einem Lehrling 1 Staats-
preis, 1 Handwerkskammer-Preis und 1 Preis
des Zweig Vereins zuerkannt. Ebenso gelang
es, bei der Gesellenstücks-Ausstellung in
Liebenwerda 1 Staatspreis und 1 Handwerks-
kammer-Preis den dort geprüften Lehrlingen
unseres Berufs zu verschaffen.
Für die Folge werden auf Beschluß der
Handwerkskammer die Zensuren wegfallen
und nur das Wort „bestanden" in die
Zeugnisbücher eingesetzt. B. Kl
Eine medizinische Akademie
in Schanghai.
Im Herbst d. J. wird in Schanghai eine me-
dizinische Akademie nach deutschem Muster
ins Leben treten, in welcher junge Chinesen
für den arztlichen Stand herangebildet werden
sollen. Sie soll dazu dienen, die Beziehungen
Chinas zu Deutschland zu erweitem. Die Mittel
für diese Hochschule, die an das in Schanghai
bestehende deutsche Hospital, an welchem
bereits fünf deutsche Ärzte tatig sind, ange-
schlossen wird, werden aus privaten Stiftungen
aufgebracht und einstweilen vom Preußischen
Kultusministerium verwaltet. Es ist zu er-
warten, daß diese Akademie späterhin von der
chinesischen Regierung in eigene Regie über-
nommen wird. Zurzeit sind drei deutsche Ärzte
für die Schanghaier Akademie auf sechs Jahre
verpflichtet worden, und zwar Dr. Claude Du
Bois-Reymond für physiologische Medizin,
Dr. Amann für Anatomie und Dr. Schindler
für physikalische Chemie.
Das Technikum Mittweida ist ein unter
Staatsaufsicht stehendes höheres technisches
Institut zur Ausbildung von Elektro- und Ma-
schinen - Ingenieuren, Technikern und Werk-
meistern, welches jährlich rd. 3000 Besucher
zählt. Das Sommersemester beginnt am
16. April 1907, und es finden die Aufnahmen
für den am 19. März beginnenden unentgelt-
lichen Vorunterricht von Anfang März an
wochentäglich statt. Ausführliches Programm
mit Bericht wird kostenlos vom Sekretariat
des Technikums Mittweida (Königreich Sachsen)
abgegeben. In den mit der Anstalt verbun-
denen, rd. 8000 qm Grundfläche umfassenden
Lehr - Pabrikwerkstätten finden Volontäre zur
praktischen Ausbildung Aufnahme. Bisher
erhielt das Technikum auf Ausstellungen fol-
gende Auszeichnungen: Industrie- und Gewerbe-
ausstellung in Plauen die Ausstellungsmedaille
der Stadt Plauen »für hervorragende Leistun-
gen"; Industrie- und Gewerbeausstellung Leipzig
die Königl. Staatsmedaille „für hervorragende
Leistungen im technischen Unterrichtswesen";
Weltausstellung Lüttich den Prix d'honneur.
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ÜO
Pat«ntUste.
Deatflch«
Mechanlker-Ztg.
Patentliste»
Bis zum 25. Februar 1907.
Klasse : Inmeldiinflren,
18. C. 14 048. Verfahren der Härtung von
Stahl, der Chrom, Nickel und Mangan in
geringen Mengen enthalt, J. Churchward,
New-York. 1. 11. 05.
21. B. 41160. Telautograph. K. Biederbeck,
Dresden. 16. 10. 05.
B. 43 829. Verfahren zur Erzeugung roter
Strahlen mit Quecksilberdampflampen unter
Verwendung rot fluoreszierender Farbstoffe.
H. Boas, Berlin. 10.8.06.
W. 25 938. Antrieb für Influenzmaschinen mit
Doppeldrehung. F. Werner, Freiburg i. B.
28. 6. 06.
80. 6. 21 709. Injektionsspritze mit einem hohlen,
die Injektionsflttssigkeit aufnehmenden
Kolben. A. Gaillot, Paris. 10.8.05.
82. C. 13 826. Verfahren zum Vorspiegeln
durchsichtiger Gegenstande; Zus. z. Fat.
Nr. 178 520. Chem. Fabrik von Hey den,
Radebeul b. Dresden. 25. 7. 05.
H. 38749. Hafen zum stetigen Schmelzen,
Lautern und Ausarbeiten von Glas. Henning
& Wrede, Dresden. 14. 9. 06.
L. 23 111. Einrichtung zum Kühlen von Glas-
waren mit fortbeweglichen Kühlöfen. W.
Lippold, Dresden. 1. 9. 06.
S. 22 283. Maschine zum Schneiden von
Brillenglasern und andern Glaslinsen. C.
Simonsen, Berlin. 8. 2. 06.
42. B. 40 920. Einstellpunkte tragende Schieber
für Meßlatten zur Anzeige der Steigung
bezw. des Gefälles. W. Bagger, Königs-
berg i. Fr. 15. 9. 05.
F. 19 641. Wärmeregler. J. B. Fournier,
Paris. 24.12.04.
H. 37 873. Kurvenlineal, bestehend aus einer
Anzahl nebeneinander liegender, feststell-
barer Stäbe. J. Hirsch mann, Goldingen,
Kurland. 16. 5. 06.
H. 38206. Elektrisches Widerstandsthermo-
meter aus Platiudraht. W. C. Heraeus,
Hanau. 30. 6. 06.
H. 38 798. Vorrichtung zum Teilen eines
Winkels oder Kreises in beliebig viele gleiche
Teile mittels einer mit Kurven versehenen
Platte. F. He f er, Hagen i. Westf. 20. 9. 06.
J. 9339. Zirkel zur Teilung eines Winkels in
beliebig viele gleiche Teile mittels einer
sich abrollenden Meßscheibe. Z. Jagod-
ziäski, München. 18. 8. 06.
P. 17 855. Zusammenlegbares Stereoskop, bei
dem das eine Bild direkt, das andere durch
einen Spiegel oder ein Prisma betrachtet
wird. L. Pigeon, Dijon, Frankr. 16.11.05.
P. 18 842. Vorrichtung zur Erzeugung regel-
barer, verzerrter Bilder mit Hilfe vorge-
schalteter, drehbarer Prismen an optischen
Apparaten. W. E. Phillips, CoUbran, V.
St. A. 27. 8. 06.
Seh. 25 391. Ölprüfvorrichtung. F. Schmaltz
Offenbach a. M. 28. 3. 06.
W. 25 819. Tiefenmeßinstrument, bestehend
aus zwei ineinander greifenden Glasröhren.
E. E. Wigzell, London. 1.6.06.
Z. 4849. Spiralförmig beweglicher Mikroskop-
Objekttisch. W. Zink, Berlin. 15. 3. 06.
57. B. 89 417. Spiegelsystem für zwei gleich-
zeitige stereoskopische Aufnahmen mit einem
Objektiv. K. Lenck, Berlin. 4. 3. 05.
64. H. 39 379. Gefäß mit doppelten, einen luft-
leeren Hohlraum einschließenden Wandungen,
mit als Versteifung zwischen den inneren
Glaswanden liegenden Einlagen. R. Hart-
wig, Berlin. 6. 12.06.
0. 5008. Einrichtung zur Befestigung von
Visierfernrohren für Geschütze. C. P. Goerz,
Friedenau-Berlin. 7. 11. 05.
Erteilunfren.
21. Nr. 182961. Elektrodynamometer. Hart-
mann & Braun, Prankfurt a. M. 22.5.04.
Nr. 383054. Wechselstrom - Induktionsmeß-
gerat. W. M. Bradshaw, Wilkinsburg,
V. St. A. 14. 12 05.
Nr. 183 055. Meßvorrichtung für Verbrauch
von elektrischer Energie. Isaria-Zahler-
Werke, München. 10 . 6. 06.
Nr. 183 315. Anlaßvorrichtung für Queck-
silberdampf- und ahnliche Lampen und
Gleichrichter. Allg. Elektrizitats- Ge-
sellschaft, Berlin. 12 5.04.
Nr. 183 331. Elektrode für Vakuumröhren.
Polyphos Elektrizitats- Gesellschaft,
München. 5. 8. 06.
42. Nr. 183 222. Kochkolben. W. v. Bolton,
Charlottenburg. 24. 7. 06.
Nr. 183 295. Selbsttätig sich öffnende Schutz-
klappen für optische Instrumente. M De-
wald, Bonn. 20.9.06.
Nr. 183 423. Verfahren zum Ausgleich der Ab-
lenkung von Kompaßmagnetnadeln von der
wahren Mittagslinie durch Anordnung von
Quermagneten. W. T. St. Aubin, London.
14. 2. 06.
Nr. 183 424. Panoramafernrohr mit mehr als
zwei hintereinander geschalteten Einzelfem-
rohren und einem in den Strahlengang ein-
geschalteten Aufrichteprisma. C. P. Goerz,
Friedenau-Berlin. 7. 3. 05.
64. Nr. 183 032. Als Hohlmaß ausgebildeter
Trichter. C. J. Schlenter, Kalk b. Cöbi.
9. 12. 05.
POr die Redaktion verantwortlich: A. Blaechko In Berlin W.
Verlag tob Jnllas Springer in Berlin N. — Druck von Emil Droyer In BerUn 8W.
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Deutsche Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Heft 7.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
1. April.
1907.
Nachdrack nur mit Genehnüguiis: der Redskiion geatattet.
Eoinzidenz-Telemeter der Pinna Oarl Zeiß in Jena.
Die Lichtstrahlen fallen durch die Objektivöffnungen auf die Prismen P und P*
werden von diesen um 90^ abgelenkt und gelangen durch die Objektive 0 und 0' in
die Okularprismen jp \m^p', zwei Dachprismen, deren Dachkanten d und d* sind. Diese
sind fest miteinander verkittet, und die untere Hälfte der Berührungsfläche ist versilbert,
so daß die von P und 0 herkommenden Lichtstrahlen durch die obere Hälfte der Kitt-
schicht hindurchtreten und die obere Hälfte des Objektes in der Bildebene ab-
bilden, während die von P' und 0* herkommenden Lichtstrahlen an der Silberschicht
reflektiert werden und die untere Hälfte des Zieles in der Bildebene abbilden. Die
Trennungslinie der beiden Bildhälften wird also durch den Rand der Silberschicht ge-
bildet und mu8 sich daher als sehr dünne Linie, durch das Okular o betrachtet, darstellen.
. . ,T
V- ^
Si
M
Em unendlich fernes Objekt entsendet nach den beiden Objektivöffhungen zwei
parallele Strahlenbüschel, es wird daher in der Bildebene so abgebildet, daß die beiden
Bildhälften genau aufeinander passen. Die Bildhälften eines in einer endlichen Ent-
fernung beflndlichen Objekts dagegen sind seitlich gegeneinander verschoben; der Betrag
dieser Verschiebung ist um so größer, je geringer die Entfernung des Objekts ist, er
kann daher als Maß für die Entfernung dienen.
In der rechten Hälfte des Entfernungsmessers befindet sich ein in der Längs-
achse des Instrumentes verschiebbarer Keil h\ dessen brechender Winkel in einer hori-
zontalen Ebene liegt. Dieser Keil bewirkt eine Verschiebung des von dem Objektiv 0'
erzeugten Bildes (also der unteren Hälfte des Objektbildes), die um so größer ist, je
weiter er von der Bildebene entfernt ist. Bei passender Wahl des Keilwinkels und der
Strecke, auf welcher der Keil bewegt werden kann, läßt sich also durch den Keil für
jede Entfernung des Zieles die seitliche Verschiebung der beiden Bildhälften aufheben.
Der Verlauf der Messung ist folgender: Der Messende dreht das Instrument so,
daß er das zu messende Objekt möglichst in der Mitte des Gesichtsfeldes sieht. Als-
dann dreht er so lange an dem Knopf T, der den Keil h' bewegt, bis die beiden Bild-
halften genau aufeinander passen. Auf der Skala S ist dann die Entfernung abzu-
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62
Vtniiis- und P«noa«iuiachricht«n.
Deutsche
Mech&niker-Ztg.
lesen. Die Augenmuschel K soll seitliches Licht abhalten, sie kann f&r die Benutzung
des linken oder rechten Auges passend verschoben werden.
Wenn eine bekannte Entfernung nicht genau richtig angegeben wird, so kann
man mit Hilfe eines beigegebenen Schlüssels das Instrument nachjustieren. Wenn man
den Schieber N unterhalb des Skalenfensters seitwärts bewegt, wird der Zapfen w
sichtbar, auf den der Schlüssel paßt; durch Drehen dieses Zapfens wird der Nullstrich
der Skala verschoben, bis die Entfemungsangabe stimmt. Zur Kontrolle des Instrumentes
wählt man am besten eine möglichst große bekannte Entfernung.
Es kann vorkommen, daß die Höhenlage der beiden Bildhälften nicht stimmt,
so daß also in der Trennungslinie Teile des Objektes doppelt abgebildet werden oder
ganz fehlen. Diesen Fehler bemerkt man am besten durch Betrachten von Turm-
kuppeln, Fenstern oder dergleichen; er wird beseitigt durch Verschieben des Keiles lo,
dessen brechender Winkel in einer vertikalen Ebene liegt. Mit Hilfe des beigegebenen
Schlüssels löst man eine Schraube der Keilbefestigung und dreht so lange an dem Knopf i,
bis die betrachtete Kuppel, wenn sie von der Trennungslinie durchschnitten wird, die
richtige Gestalt annimmt, oder bis ein kleines Fenster ebenso groß erscheint, wenn es
auf der Trennungslinie liegt, als wenn es ganz über oder unter ihr liegt.
Lichter werden im Entfernungsmesser als kleine Punkte abgebildet, so daß sie
nicht durch die Trennungslinie geteilt werden können. Um dennoch ein Messen zu
ermöglichen, dreht man den Knopf ^, ohne die erwähnte Schraube zu lösen, entgegen
dem Sinn des Uhrzeigers bis zum Anschlag. Dadurch wird den Bildhälften eine Höhen-
differenz gegeben, so daß man das Licht oberhalb und unterhalb der Trennungslinie
sieht und die beiden Bilder aufeinander einstellen kann.
Zur Erleichterung ist durch das Gesichtsfeld eine vertikale Linie gezogen, auf
die die Lichtbilder eingestellt werden können. Die Koinzidenz-Telemeter werden auch
mit Zylinderlinsen geliefert, die zum Messen von punktförmigen Objekten eingeschaltet
werden können und dann diese zu vertikalen Linien ausziehen.
Todesanzeige.
Am 17. März verschied nach kurzer
Krankheit an einem Herzschlage im 48. Le-
bensjahre unser Mitglied
Hr. Georg Hirschmann.
Der Verstorbene war nicht nur einer
der hervorragendsten und liebenswürdigsten
Vertreter seines Faches, in dem er im Zu-
sammenwirken mit medizinischen Auto-
ritäten Bedeutendes, zum Teil Bahnbrechen-
des geleistet hat, sondern er hat sich auch
um die Allgemeinheit und seine Fachge-
nossen bleibende Verdienste erworben, so-
wohl als Mitglied des unterzeichneten Vor-
standes als auch besonders durch seine
Tätigkeit bei der Chicagoer und der Pariser
Weltausstellung.
Ehre seinem Andenken!
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft
für Mechanik und Optik,
Abteilung Berlin.
Mitgliederverzeichnis.
In der Zeit vom 1. Januar bis zum
31. März 1907 sind folgende Veränderungen
bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
Beling & Lübke, Inh.: P. Kühne u.
R, Günther; Werkzeugmaschmen-Fabrik ;
Berlin SO 26, Admiralstr. 16. Bln.
Ed. Bornkessel; Glasfabrik, Glas-
bläserei und Holz Warenfabrik; Blumenau
und Mellenbach (Thür.). Ihn.
Richard Bosse & Co., Inh.: Rud.
Weigt u. O. Winkelmann; Fabrik für
elektrotechn. Apparate, Telegraphen - Bau-
anstalt, Herstellung von Apparaten für
Telegraphie, Telephonie und Eisenbahn-
sicherungswesen; Berlin 036, Wiener Str. 43.
Bhi.
Dr. Bruno Glatzel; Assistent an der
Techn. Hochschule; Berlin SW 29, Gnei-
senaustr. 4. Bln.
Rösel & Pröbster; Glasschleiferei und
Gravieranstalt; Langewiesen (Thür.). Hm.
Karl Schmidt; Mechaniker, Fabrik
chirurgischer Spritzen; Halle (Saale), Lau-
rentiusstr. 7. Halle.
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Hon 7.
I. April ^907.
V«r«lns« und P«noa«iioacliriehtMi.
63
Ju liu8 S chuch; Telegraphen-,TelephOD-
und Blitzableiter-Fabrik; Berlin 0 27, Holz-
marktatr. 34. Bln.
Alfred Schutt; Ingenienr, Inhaber der
Fa. 0. Ahlberndt; Berlin SO 36, Heidel-
berger Str. 76. Bln.
M. Thier; Patentanwalt; Erfurt. Um.
Olaehüttenwerke Ernst Witter A.-G.;
üntemeubrunn (Thür.). Um.
B. Atisgeschieden:
W. Demmin; Greifswald.
Georg Hirschmann, Berlin, f.
S. Simon (i. Fa. R. Blänsdorf Nachr.),
Frankfurt a. M.
C. Ändertmgen in den Adressen:
A. Blaschke; Berlin W SO, Barbarossa-
straße 51.
0. Däfler; Berlin N 39, Boyenstr. 44.
Rob. Fischer; Elektr. Apparate und
Instrumente; Dresden-N, Markgrafenstr. 3.
Hptv,
Deutsche Gasglühlicht-A.-G.; Berlin
0 17, Rotherstr. 20/23.
A. Hoyer; Göttingen, Königsallee 23.
il. Spindler; Götüngen, Königsallee 23.
D. O. f. M. u. O. Zweigverein Leip-
zig« Sitzung vom 6. März 1907. Vorsitzen-
der: Hr. W. Petzold.
Der stellvertretende Vorsitzende, Hr. G.
Schmager, erstattet Bericht über den Lehrlings-
nachweis. Da noch Bedarf an Lehrlingen bei
mehreren Mitgliedern vorhanden ist, wird be-
schlossen, noch ein diesbezügliches Inserat in
den Leipziger Neuesten Nachrichten einrücken
zu lassen.
Bei Besprechung der bevorstehenden Ge-
hilfenprüfong wurde angeregt, ob es angebracht
sei, bei der diesjährigen Ausstellung von
Lehrlingsarbeiten nicht nur die GehilfenstQcke,
sondern auch solche Arbeiten auszustellen, die
von Lehrlingen des 2. und 8. Jahrganges her-
rühren. Die Erledigung dieser Angelegenheit
wurde auf nächstes Jahr verschoben, da die
Zeit zur Anfertigung solcher Stücke für diese
Ausstellung zu kurz ist
Über Gehilfenprüfung der in Fabriken aus-
gebildeten Lehrlinge unseres Faches berichtet
Hr. Schopper, daß die Leipziger Gewerbe-
kammer die Prüfung der Lehriinge, die in
Fabriken ausgebildet werden, abgelehnt habe.
Von diesem Beschlüsse werden dieses Jahr
drei Firmen unseres Zweig Vereins betroffen.
Hr. Heynemann kritisierte das Verhalten der
Gewerbekammer in scharfer Weise, Es wird
einstimmig beschlossen, im allgemeinen Interesse
unseres Faches Stellung gegen jenen Beschluß
zu nehmen. Im speziellen Interesse unseres
Zweigvereins werden die Herren Petzold und
Heynemann beauftragt, wegen dieser Ange-
legenheit bei der Gewerbeksunmer noch per-
sönlich vorstellig zu werden. L. 8.
Abteiluug Berlin» E. V. Sitzung
vom 19. März 1907. Vorsitzender: Hr. W.
Haensch, später Hr. W. Handke.
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit
einem warmen Nachrufe auf Georg Hirsch-
mann; die Anwesenden ehren das Andenken
an den Verstorbenen durch Erheben von den
Sitzen.
Hr. Dr. R. Lindemann, Assistent bei der
Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, spricht
über Drahtlose Telegraphie. (Die sehr er-
schöpfenden, durch zahlreiche Bxperimente er-
läuterten Darlegungen werden in einem späteren
Hefte ausführlich wiedergegeben werden).
Als Mitglieder werden aufgenommen die
Herren Ing. Alfred Schutt, i. Fa. Oskar
Ahlberndt (SO 36, Heidelberger Str. 76) und
Dr. Bruno Glatzel (SW 29, Gneisenaustr. 4).
Bl
Diejenigen Mechanikergehilfen, die sich
bei der Frauntiofer-Stiftung behufs Be-
suches von Fachschulen um Stipendien
bewerben wollen, die am 1. Oktober d. J.
ausgezahlt werden, werden gut tun, ihre
Gesuche möglichst bald einzureichen, und
zwar an den Vorsitzenden der Stiftung,
Hrn.P.Prancv.Liechtenstein(Charlotten-
burg 2, Kurfürstenallee 38). Nähere Aus-
kunft über die zu erfüllenden Bedingungen
erteilt der Genannte, sowie der Geschäfts-
führer der D. G. f. M. u. O.
79. Veriammlung Deuteoher Natur*
forsclier und Ärzte in Dresden
vom 15. bis 21. September 1907.
Die allgemeinen Sitzungen der dies-
jährigen Tagung sollen Montag, den 16.,
und Freitag, den 20. September vormittags
stattfinden ; es sind dafür Vorträge von den
Herren Professoren Dr. Hempel (Dresden),
Dr. Hergesell (Straßburg), Dr. Hoche
(Freiburg i. B.), Dr. zur Straßen (Leipzig)
in Aussicht genommen. Für Donnerstag,
den 19. September, vormittags ist eine Ge-
samtsitzung der beiden wissenschaftlichen
Hauptgruppen, für den Nachmittag des-
selben Tages sind gemeinsame Sitzungen
je der beiden Hauptgruppen geplant. Die
Abteilungssitzungen sollen am 16. nach-
mittags und am 17. und 18. vormittags und
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64
V«r«lai- und P«rton«iinacbtichttn.
Dentsche
Mechanlker-Ztg.
nachmittags abgehalten werden. Die Ab-
teilungen sind seit der vorjährigen Ver-
sammlung in Stuttgart um eine, Ib Astro-
nomie und Geodäsie, vermehrt worden.
Der Vorstand der Abteilung für Physik,
einschl Instrumentenhunde und wissen-
schaftliche Photographie besteht aus den
Herren Geh. Hofrat Prof. Dr. W. Hall wachs
und Geh. Hofrat Prof. Dr. G. Helm als
Einführenden, Prof. Dr. M. Toepler, Gym-
nasialoberlehrer Dr. M. Gebhardt, Ass. Dr.
H. Dember, Ass. Lehramtskand. F. Rohrs,
Ass. Dr. A. Wigand als Schriftführern.
Da den späteren Mitteilungen über die
Versammlung, die im Juni zur Versendung
gelangen, bereits ein vorläufiges Programm
der Verhandlungen beigefügt werden soll,
so wolle man Vorträge und Demonstrationen
wenn möglich bis zum 25. Mai bei Hrn.
Prof. Dr. W. Hallwachs (Dresden-A 14,
Technische Hochschule) anmelden; um in
dem vorläufigen Programm wenigstens die
Namen derjenigen, welche Vorträge planen,
aufführen zu können, möge die Anmeldung
auch in den Fällen bewirkt werden, welche
die Mitteilung des Themas vor Beginn der
Versammlung nicht gestatten; größere Vor-
bereitungen für Demonstrationen können
nur dann übernommen werden, wenn In-
struktionen dafür bis zu dem angegebenen
Termin zugegangen sind.
Diejenigen Herren Physiker, welche die
Versammlung besuchen wollen, werden ge-
beten, dies so zeitig wie möglich, spätestens
aber eine Woche vor Beginn der Ver-
sammlung, dem Vorstand der Abteilung für
Physik direkt mitzuteilen.
Die JahresversammluDg des Verbandes
Deutscher Elektrotechniker» E. V. wird in
der Zeit vom 6. bis 9. Juni in Hamburg statt-
finden; anfänglich war der 16. bis 19. Juni in
Aussicht genommen, doch mußte dieser Termin
verschoben werden.
Der bedeutende französische Chemiker
M. Berthelot ist am 18. März zu Paris
im 80. Lebensjahre gestorben.
Habilitiert haben sich: Dr. A. Bestelmeyer
für Physik an der Universität Göttingen; Dr.
M. Laue an der Universität Berlin für Physik;
Dr. A. Frey ftlr Astronomie und Geodäsie an
der Techn. Hochschule in Wien; Dr. F. Köhler
für Geodäsie an der Techn. Hochschule in Prag;
Dr. J. Borian fUr ehem. Technologie an der
böhm. Techn. Hochschule in Prag; Dr. R.
Pribram» bisher o. Prof. in Czernowitz, für
Chemie an der Universität Wien; Dr. Sigmand
für landwirtschaftliche Chemie an der Techn.
Hochschule in Prag.
Berufen: Der ao. Prof. der Physik Dr. A.
Wehnelt in Erlangen als o. Prof. an die Uni-
versität Berlin; Privatdozent Dr. W« Seitz in
Würzburg als Dozent für Physik an die Techn.
Hochschule in Aachen mit dem Titel Prof.; Dr.
A. Trowbridge» Prof. der mathemat. Physik in
Ann Arbor, an die Universität in Princeton;
Dr. F. Francis als Prof. der Chemie an die
Universität zu Bristol.
Ernannt wurden: Dr. W. Meinardos,
Privatdozent an der Universität Berlin, ziun
ao. Prof. der Meteorologie an der Universität
Münster; Dr. E. v. Oppolzer» ao. Prof. der
Astronomie in Innsbruck, zum o. Prof.; Dr. J.
Ph. Lagrala zum Direktor der Sternwarte in
Quito (Ecuador); Angot zum Direktor des
Meteorologischen Centralbureaus in Paris; Prof.
Dr. J. Zennecky bisher Dozent der Physik in
Danzig, zum Prof. an der Techn. Hochschule in
Braunschweig; Dr. A. Kalähne, bisher Privat-
dozent in Heidelberg, unter Verleihung des
Titels Prof. zum Dozenten der Physik an der
Techn. Hochschule in Danzig; Dr. 0. W.
Richardson aus Cambridge (Engl.) zum Prof.
der Physik an der Universität New-Jerseys in
Princeton; Dr. F. Streintz, ao. Prof. an der
Universität Graz, zum o. Prof. der Physik an
der Techn. Hochschule daselbst; H. D. Minchin
zum ao. Prof. der Physik an der Universität zu
Rochester N. Y.; Dr. C. D. Child, Prof. der
Physik in Hamilton N. Y., zum Prof. an der
Bergschule in Kingston; Dr. J. Herzig» ao. Prof.
der Chemie an der Universität Wien, zum
0. Universitätsprofessor; Privatdozent Dr. EmU
Böse in Göttingen zum Prof. und Dozenten
der physikal. Chemie an der Techn. Hochschule
in Danzig; Dr. E. H. Henderson zum ao. Prof.
der Pharmazeut. Chemie an der Universität Los
Angeles (Calif.); Dr. M. Travers, Prof. der
Chemie in Bristol, zum Direktor des neuen
Indian Institute of Seienee in Bangalore; Hofrat
Prof. Dr. Z. Skraup in Graz zum o. Prof. der
Chemie an der Universität Wien; Titularprof.
Dr. J. Tambor, Privatdozent für anorganische
Chemie an der Universität Bern, zum ao. Prof.
mit einem Lehrauftrag für Farbenchemie; L. C.
Newell^zum Prof. für Chemie an der Universität
Boston; E. H. Archbold zum ao. Prof. der
Chemie in Syracuse (N. Y.); Dr. A« B. Lamb
zum Prof. der Chemie an der Universität
New-York.
Sir D. Gill, Dir. der Sternwarte in Capatadt
tritt von seiner Stellung zurück; Prof. Dr. A«
Schuster legt sein Amt an der Universität
Manchester als Prof. der Physik und Leiter der
Physikalischen Laboratorien nieder; Nach-
folger wird Prof. E. Rutherford von der Uni-
versität Montreal, Can.
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Hen 7.
U April 1907.
Für Werkstatt und Laboratorium.
65
Fflr Werkstatt
und Laboratorium.
ObJektlY-Serle Ic,
Tessar 1:4,5 und 1:3,5.
Mitteilupg aus dem Zeiß-Werk.
Die günstige Aufnahme, die das Tessar
1 : 6,3 gefunden hat, gab neuerdings die
Anregung, für bestimmte Zwecke noch licht-
stärkere Tessare zu konstruieren. Die Ver-
suche haben zur Konstruktion der Tessare
1 : 3,5 und 1 : 4,5 geführt, die soeben
vom Zeiß-Werk als Serie Ic herausge-
geben werden und die spezifischen Vorzüge
des Tessartypus aufweisen, nämlich den
einfachen Bau und die hervorragende*
Schärfe und Brillanz des Bildes.
Das Tessar 1 : 4,5 wird in den größeren
Brennweiten als lichtstarkes Objektiv für
Projektionen, für Porträt- und Gruppenauf-
nahmen, in den kleineren Brennweiten als
sehr lichtstarkes Universalobjektiv für Hand-
Zeifi-Tessar 1 : 4,5 ia Normalfassnng.
kameras, besonders für Sportaufnahmen
und alle anderen Arten kurzer Moment-
aufnahmen empfohlen. Der scharf gedeckte
Bildkreis ist etwas kleiner als beim Tessar
1 : 6,3, umfaßt jedoch bei voller Öffnung
immer noch rd. 55 ^ so daß ein gegebenes
Plattenformat von einem Tessar 1 : 4,5
ausgezeichnet wird, dessen Brennweite
gleich der Plattendiagonale ist. Dement-
sprechend wird z. B. für Handkameras für
das Format 9 X 12 cm^ das Tessar 1 : 4,5,
/* = 150 mm angeboten.
Dem Prospekt ist eine autotypisch re-
produzierte Wassersportaufnahme und außer-
dem, ebenso wie seinerzeit dem Prospekt
über das Tessar 1 : 6,3, eine als Lichtdruck
wiedergegebene Aufnahme der Objektiv-
prüfungstafel des Zeiß-Werks beigelegt,
die mit dem Tessar 1 : 4,5 gemacht
worden ist.
Die gute chromatische Korrektion des
Tessars 1 : 4,5 macht es in Verbindung
mit der hohen Lichtstärke für Dreifarben-
aufnahmen nach der Natur besonders ge-
eignet. Einen Beweis von seiner Leistungs-
fähigkeit auf diesem Gebiete gibt ein wohl
gelungenes Damenbildnis von Nikola
Perscheid, das autotypisch vervielfältigt
worden ist und den Interessenten vom
Zeiß-Werk auf Wunsch gern zugesandt
wird.
Das Tessar 1 : 3,5 gibt bei voller
Öffnung für ein Gesichtsfeld von etwa 35^
ein ebenes und überall gleichmäßig scharfes
Bild. In zwei kleinen Brennweiten herge-
stellt, soll es als Spezialobjektiv für kinemato-
graphische Zwecke dienen, in drei großen
Brennweiten dagegen für die Projektion
undurchsichtiger Gegenstände und vor allem
für die Portraitphotographie. Für alle diese
Zwecke werden dort, wo besonders hohe
Lichtstärke nötig ist, bisher noch die schlecht-
hin sog. Portraitköpfe benutzt, die mit ge-
wissen Modifikationen nach dem vor über
60 Jahren von Joseph Petzval ge-
schaffenen Typus hergestellt werden. Das
Tessar 1 : 3,5 kommt diesen Petzval-Ob-
jektiven an Lichtstärke annähernd gleich,
in der Ausdehnung des benutzbaren Bild-
feldes übertrifft es sie erheblich.
Auf eine Eigenschaft sei noch hinge-
wiesen, die allen Tessaren der verschiedenen
Serien eigen ist, das ist die vollkommene
Orthoskopie. Diese ist nämlich, abgesehen
von den äußerst seltenen Fällen, in denen
man Objekte in gleicher oder annähernd
gleicher Größe photographieren will, bei
den Tessaren in höherem Grade erreicht,
als z. B. bei allen symmetrischen Objektiven
von vergleichbarer relativer Öffnung. Gegen-
über der unrichtigen, aber landläufigen Auf-
fassung, daß die symmetrischen Objektive
schlechthin verzeichnungsfrei seien, verdient
diese Tatsache hervorgehoben zu werden.
Gerade im Punkte der Orthoskopie
haben die lichtstarken unsymmetrischen
Objektive vor den symmetrischen den
Vorzug voraus, daß der Konstrukteur es
bei ihnen in der Hand hat, die beste Kor-
rektion der Verzeichnung für denjenigen
Abbildungsmaßstab herbeizuführen, für den
das betreffende Objektiv in erster Linie
benutzt werden soll, so bei den Tessaren
1 : 6,3, 1 : 4,5 und 1 : 3,5 für stärkere
Verkleinerungen, bei den Reproduktions-
tessaren dagegen für schwächere Ver-
kleinerungen.
Elementprfifer
der A.-G. Mix & Genest. (D. R. P.)
Der neue Elementprüfer hat den Zweck,
Elemente auf ihre Leistungsfähigkeit, d. b.
auf das Vorhandensein von Strom, sowie
elektrische Leitungen auf ihr Leitungsver-
mögen zu untersuchen; er ersetzt die bisher
gebräuchlichen unhandlichen Anzeigevor-
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66
Pur Werkstatt und Laboratorium. — Glast«chnitchM.
Deutsche
Mechaniker-Ztg.
richtungen, welche schon deswegen unbe-
quem und zeitraubend sind, weil zur Ver-
bindung des Apparates mit den Elementen
oder Leitungen lose Schnüre oder Leitungs-
drähte erforderlich sind.
Der neue Elementprüfer, welcher von
der Aktiengesellschaft Mix & Genest,
Telephon- und Telegraphen- Werke (Berlin W)
fabriziert wird, bietet infolge seiner ein-
fachen Konstruktion, geringen Größe (eine
Dose von 5x3 cm) und außerordentlichen
Widerstandsfähigkeit allen bisher gebräuch-
lichen Anzeigevorrichtungen gegenüber
wesentliche Vorteile.
Das Gehäuse trägt an seiner Außen-
seite eine Platte, welche in leitender Ver-
bindung mit einer an der Innenfläche des
Gehäuses angeordneten Klemme steht. An
dieser ist das Ende der Windungen eines
Elektromagneten angeschlossen, während
das andere Ende dieser Windungen mit
einem Stromschlußstück in Verbindung steht,
an welchem die Unterbrecherfeder des
Elektromagnetankers im Ruhezustande an-
liegt. Femer ist hier eine ausziehbare
Bandfeder untergebracht, deren eines Ende
sich durch das Gehäuse erstreckt und
mittels eines Ringes herausgezogen wird;
nach Gebrauch rollt sich die Bandfeder
selbsttätig wieder zusammen.
Beim Gebrauche (s. Fig,) legt man an
den einen Pol des zu prüfenden Elementes
o. dgl. die außen befestigte Platte und an
den anderen Pol die herausgezogene Band-
feder. Falls Strom vorhanden ist, fließt
dieser von dem einen Pol durch den
Apparat zu dem anderen Pol des Elementes
oder der Batterie. Der innen befindliche
Anker macht nun die übliche Bewegung
wie alle Unterbrecherwecker und gibt da-
durch ein schnarrendes Geräusch. Bei
einiger Übung kann man nach der Laut-
stärke des Schnarrens die Güte von Ele-
menten bestimmen und ebenso Leitungs-
prüfungen auf einfachste Weise vornehmen.
Der Apparat kann auch von ungeübten
Händen zu einer oberflächlichen Prüfung
von Elementen oder Leitungen benutzt
werden uAd ist dabei derart handlich, daß
er jederzeit bequem mitgeführt werden kann.
Klebemittel fflr Papier auf Zelluloid.
Eder» Jahrb, f, Photogr. 20* 8. 600. 1906
nach Äügem. Anzeiger f. Druckereien,
1. Man bestreiche das Papier mit einer Gela-
tinelösung und das Zelluloid mit einer Lösung
von Kampfer in Spiritus und drücke das Papier
gegen das Zelluloid; durch Beschweren oder
leichtes Pressen während des Trocknens wird
das Festhaften befördert. Auf ganz dQnne,
weiche Papiere wird das Klebemittel am besten
mittels eines Zerstäubers aufgetragen. Um die
Gelatine in Wasser unlöslich zu machen, ist
dem Klebemittel etwas Formalin oder in
warmem Wasser gelöstes Chromalaim hinzu-
zufügen.
2. Man mische 1 kg Kasein und 100 g Borax
in 5 / kaltem Wasser gut durcheinander und
lasse die Masse 5 bis 6 Stunden stehen; alsdann
erwärme man sie auf 75 ^^ bis 80^ und filtriere
sie durch Leinwand. Will man das Klebemittel
nicht sofort verwenden, so füge man einige
Tropfen Formalin hinzu, um es haltbar zu
machen.
3. Man weiche 1 Tl. Gelatine in 12Thi. Wasser
und löse 1 Tl. weiBen Schellack in 8 Tin. Al-
kohol; darauf erwärme man die Gelatine und
füge, wenn sie gut flüssig ist, 50 Tl. Ammoniak
hinzu. Alsdann wird bei stetem Umrühren die
Schellacklösung in ganz kleinen Mengen zu-
gesetzt. Die warme, klare Lösung preßt man
dann durch Leinwand und trftgt sie auf das
Papier. Das Zelluloid wird mit Kampferspiritus
bestrichen und das Papier auf das Zelluloid
gepreßt.
4. Bin etwas teueres, aber ebenfalls ausge-
zeichnetes Klebemittel für Papier auf Zelluloid
besteht aus einer Lösung von Zelluloid in
Amylalkohol. Klftm.
Glasteohnlsobes.
Tragbares UnlTersalstativ für die
Tereinfachte Elementaranalyse.
D. R. G. M. Nr. 284 939.
Chem.-Ztg. 30 8, 104S. 1906.
Für die vereinfachte Elementaranalyse, wie
sie Dennstedt in seiner „Anleitung"" (2. Aufl.,
Hamburg 1906) beschreibt, beansprucht das
Verbrennungsgestell nebst samtlichen Appa-
raten immerhin einen Raum von 1 bis 2 m,
was namentlich in kleinen oder in stark be-
suchten Laboratorien ins Gewicht fällt, sumal
wenn der Apparat dauernd aufgestellt bleiben
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Heft 7.
I.April 1907.
Glast«chiiUch«t.
67
soll. Es wird zur Abhilfe dieses Übelstandes
das beistehend abgebildete Universalstativ emp-
fohlen, das an beliebiger Stelle hingestellt
werden kann und sämtliche Apparate auf sehr
engem Räume vereinigt.
Das Gestell ist von der Firma Dittmar
& Vierth in Hamburg 15 zu beziehen.
Abgekürztes Manometer mit wieder-
herstellbarer Leere.
Von Leo Ubbelohde.
Mittlffn. d. Kgl Materialpr/,- Amtes, 24. S. 309.
1906.
Der nebenstehend schematisch abgebildete
Apparat besteht aus in sich geschlossenen
Rohrsystemen, die im wesentlichen zwei U-förmig
gebogene Röhren darstellen, deren innere und
deren äußere Schenkel miteinander in Ver-
bindung stehen. Der Hahn B vermittelt den
Anschluß an Pumpe und Rezipient. Das Glas-
rohr h geht in das mit Einschnürungen ver-
sehene Rohr c über, daran schließt sich oben
die gebogene Kapillare d mit der Kugel e, an
diese die Kapillare f und das Rohr ^, welches
wieder mit dem äußeren Schenkel h in Ver-
bindung steht. Letzterer ist unten bei t mittels
Gummischlauchs C mit dem beiderseits offenen
Glasgefäß 8 verbunden, das auf der andern
Seite durch den Stutzen h mit dem Rohr g
kommuniziert. Die horizontale Schraffierung
deutet die Quecksilberfüllung des Apparats an.
Der Gebrauch des Apparates ist einfach.
Zu Anfang steht das Quecksilber in 5, c, 8 gleich
hoch, was auch dann noch der Fall ist, wenn
der Apparat mit der Wassers traihlpumpe eva-
kuiert ist. Sobald man nun das Gefi^ß 8 bis
zu der in der Zeichnung durch die gestrichelten
Linien angegebenen Höhe hebt, steigt das
Quecksilber in den Rohren b und c empor, füllt
die Kapillare d sowie dio^Kugel e an und tritt
schließlich auch in f und g ein. Wenn dies
geschehen ist, wird das Gefäß 8 wieder ge-
senkt, wobei das Quecksilber
bei a abreißt und sich im Rohre
eine Torricellische Leere bil-
det. Nach mehrfacher Wieder-
holung dieser Manipulation er-
hält man in^c^ein hinreichend
vollkommenes Vakuum, während
über dem Quecksilber in h der
zu messende Luftdruck herrscht. Die Differenz
der Höhen der Quecksilbersäulen in e und h
gibt den zu messenden Luftdruck an. Die
Ablesung geschieht an einer verschiebbaren
Spiegelglasskala.
Ein Vorzug des Apparats ist der Umstand,
daß man augenblicklich feststellen kann, ob
das Vakuum in c noch vollkommen ist, und,
wenn dies nicht der Fall ist, es leicht während
des Betriebs wieder herstellen kann. Wb.
Kalzium als Absorptionsmlttel für
Gase und seine Verwendung: zur Er-
zielung: hoher Vakua und für spektro«
skopische Untersuchungen.
Von P. Soddy.
Chem.'Ztg. SO. 8. 1208. 1906.
In der Sitzung der Royal Society in
London vom 15. November 1906 hat der Autor
einen sinnreich konstruierten elektrischen Ofen
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68
GlastechnischM.
Gewerblich«!.
Deutsche
Mechaniker-ZtR.
zum^Erhitzen von Kalzium und anderen Stoffen
in Gasen demonstriert, bei dem Röhren aus
weichem Glase benutzt werden. Arndt bat
bereits nachgewiesen, daß Sauerstoff und Stick-
stoff durch Kalziumdämpfe absorbiert werden,
während es dem Autor mit seinem Ofen ge-
lungen ist, zu zeigen, daß alle bekannten Gase
mit Ausnahme derjenigen der Argongruppe
vom Kalzium aufgenommen werden.
Die zu erhitzende Substanz
(z. B. Kalzium), kommt in einen
kleinen Porzellantiegel a, dessen
unterer Teil von einer Porzellan-
röhre b umgeben ist, welche den
Erhitzungsdraht trägt. Ein
zweites Porzellanrohr c umgibt
diesen kleinen Ofen, und das
ganze wird in eine vertikale
Glasröhre d von 25 bis 80 mm
Durchmesser eingesetzt, welche
bei der Schliffstelle e auf einem
mit Quecksilberkontakten f ver-
sehenen Gefäß sitzt. Nach-
dem der Apparat evakuiert ist,
wird ein elektrischer Strom durch
den Draht geschickt, wodurch sich das Kal-
zium auf 700 bis 800» erhitzt, zum Teil ver-
fltlchtigt und an der Glaswand einen Spiegel
bildet, der die Gase absorbiert. Wird z. B.
eine kleine Menge Kohlengas in den Apparat
gebracht, das Kalzium erhitzt und wieder ab-
gektlhlt, so läßt sich durch das Vakuum kein
elektrischer Strom leiten. Wb.
Gewerbliobes.
Vorschriften fflr die ZahluDg der
Zölle und für VorBchufszahlungen
auf Zölle in Rufsland.
Die cTurch Verfügungen des Finanzministers
vom 1. und 8. November 1906 erlassenen Be-
stimmungen über die Zahlung der Zölle und
der Vorschüsse auf die Zölle bei den Zoll-
ämtern sind durch neue, vom Pinanzminister
am 9./22. November 1906 bestätigte .Zeitweilige
Regeln für die Annahme von Zahlungen und
Sicherstellungen für Rechnung der Zollan-
stalten bei den Reichsbankstellen und Renteien"
ersetzt worden. Danach können an Orten, wo
sich eine Reichsbankstelle oder Rentei befindet,
Zahlungen in Münzen, Kreditbillets, Billets der
Reichsrentei und in ausländischen Banknoten
bis zu 2000 Rubel nach dem Belieben der
Zahler bei diesen Stellen oder bei den Zoll-
ämtern geleistet werden, während Beträge von
über 2000 Bvbel bei den Reichsbankstellen oder
Renteien eingezahlt werden müssen. Vor-
schußzahlungen unter 200 Bvbel sind stets bei
den Zollämtern zu leisten. Wo keine Reichs-
bankstelle oder Rentei vorhanden ist, gelten
die bisherigen Bestimmungen des Zollregle-
ments. Aktien und Zinspapiere zur Sicher-
stellung von Zollzahlungen sind nicht bei den
Zollämtern, sondern bei der nächsten Reichs-
bankstelle oder Rentei zu hinterlegen.
AusBtellungren Im nördlichen China.
Nachr. des Beichsamis des Innern für Handel
und Oetcerbe,
Die erste chinesische Industrieausstellung, die
in Tientsin im September 1904 eröffnet wurde,
hat sich während der 2V4 Jahre ihres Bestehens
das lebhafte Interesse des Publikums zu er-
halten vermocht, so daß jetzt die monatliche
Durchschnittszahl der Besucher auf über 20 000
gestiegen ist. Sämtliche Gegenstände mit
wenigen Ausnahmen sind Erzeugnisse der ein-
heimischen Industrie, nur ein Saal enthält die
seinerzeit vom japanischen Handels- und Land-
wirtschaftsminister der Ausstellung über-
wiesenen japanischen Waren, darunter photo-
graphische Apparate mit allem Zubehör.
Die Industrieausstellung in PaoHngfu ist im
Mai 1905 eröffnet worden. Unter dem Ver-
wände, den in der Provinzialhauptstadt be-
stehenden zahlreichen modernen Lehranstalten
(Militär-Hochschule, Unteroffizier- und Kadetten-
anstalt, Polizei-, Rechts-, Normal- und Acker-
bau-Schule), an denen eine große Anzahl
japanischer Lehrer tätig ist, eine Lehrmittel-
sammlung vorzuführen, haben es die rührigen
Japaner verstanden, weitab von der Küste im
Herzen der Provinz der chinesischen Bevölke-
rung Gelegenheit zu bieten, sich mit japanischen
Industrieerzeugnissen aller Art bekannt zu
machen und so der japanischen Industrie neue
Abnehmer zuzuführen.
Der Umfang der Ausstellung ist nicht sehr
bedeutend; sie findet in einem 8 m breiten
und 80 m langen Räume Unterkunft. Den
größten Teil des Raumes nehmen die Gegen-
stände für den Schulgebrauch ein, darunter
Luftpumpen, Elektrisiermaschinen, Chemikalien,
Glas- und Porzellan gefäße für den Experi-
mentier Unterricht in Physik und Chemie und
zur Einrichtung von Laboratorien. Auch ist
eine große Sammlung von Reißzeugen, Winkeln
und Schienen, Zeichenmaterialien, Nivellier-
und Meßinstrumenten vorhanden zum Gebrauch
bei der geodätischen und topographischen
Ausbildung der Schüler, auf die die chinesische
Schulleitung neuerdings großes Gewicht legt.
Seit Eröffnung der Ausstellung soll sich die
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Heft 7.
I.April 1907.
Gewerblich«!.
6d
Zahl der ausstellenden Firmen etwa verzehn-
fach t'haben und die tägliche Besuch erzähl, die im
Durchschnitt anfangs 200 bis 300 nicht über-
schritt, jetzt Ober 800 betragen.
Lehrmittelaussieüung in Tientsin. Bereits
seit einigen Jahren hatte auf YuanShihkai's
Anregung und unter Leitung des Unterrichts-
amtes in Tientsin alljährlich im zwölften chine-
sichen Monat eine fünft&gige Ausstellung von
Bxamenarbeiten sämtlicher Schulen Tientsins
stattgefunden. Da die Japaner, die auch in
Tientsin an vielen Lehranstalten unterrichten,
sich die Einrichtung zunutze machten, um bei
der Gelegenheit den Schulmeistern Tientsins
eine größere Auswahl von Lehrmitteln japa-
nischer Herkunft vorzuführen, so nahm die
Veranstaltung schließlich den Charakter einer
Lehrmittelausstellnng an. Diese ist seit März
1905 nun schließlich als dauernde Einrichtung
beibehalten und in einem besonderen Gebäude
untergebracht worden.
Ein Saal ist mit modernen Apparaten für Ex-
perimentierunterricht in der Physik und Chemie
angefüllt. Es werden Elektrisier- und Dynamo-
maschinen, Luftpumpen und Fallmaschinen
nebst vielen anderen vorgeführt. Darunter
enthält ein ganzer Saal Apparate zur Prüfung
der einzelnen Organe des menschlichen Körpers
und ihrer Funktionen, wie Seh- und Hörschärfe,
Muskel- und Lungenkraft, zur wissenschaft-
lichen Messung derselben und zur Feststellung
des Gewichts.
Auch in Peking und Mukden sind Industrie-
ausstellungen geplant.
Die gröfite elektrische Kraftanlage der
Welt beabsichtigt die Provinz Schlesien zu er-
richten, indem sie die Wasserkräfte der beiden
Talsperren von Mauer und Marklissa ausnutzen
will. Die bereits fertiggestellte Queis-Talsperre
bei Marklissa faßt 15 MilL, die im Bau be-
griffene Bober-Talsperre bei Mauer 50 Mill. dtm
Wasser. Unbeschadet der Rücksichten auf den
Hochwasserschutz, dem die beiden Talsperren
in erster Linie dienen sollen, können in Mark-
lissa 5 und in Mauer 15 Mill. cbm ständig ge-
staut werden. Dieser Staudruck ergibt aber
dann in Marklissa im Sommer während
24 Stunden eine durchschnittliche Kraftleistung
von 600 bis 800 PK, im Winter von 2200 bis
2400 PJT, gleich 4 200000 Kiiowattatunden, bei
Mauer 1800 bis 5400 PK gleich 13 100000 Kiio-
watUtunden, zusammen 16300000 KüawaitHunden.
Durch diese Kräfte werden Turbinen und damit
gekuppelte, elektrischen Strom erzeugende
Dynamomaschinen angetrieben, und zwar bei
Marklissa anfangs 3 Turbinen zu 700 PJT,
sp&ter noch 2 Turbinen zu ebenfalls 700 PJT,
bei Mauer 8 Turbinen zu 1200 PK Um in
trockenen Sommern genügender Kraft sicher
zu sein, werden bei Mauer 2 Dampfturbinen
zu 1000 PK aufgestellt, wodurch die gesamte
Kraftleistung auf 17 V2 Mill. Kilowattstunden ge-
steigert werden kann. Das Elektrizitätswerk
bei Marklissa, das dann später mit dem von
Mauer verbunden wird, ist schon im Bau. Die
durch die Talsperren gewonnene Kraft reicht
aus, um fast ganz Niederschlesien, von Görlitz
bis Landshut und von der böhmischen Grenze
bis Bunzlau, mit elektrischer Kraft und elek-
trischem Licht zu versorgen. (Chem-Ztg.)
Notiz Ober das rumäntaehe Eichwesen.
Das im Jahre 1864 erlassene rumänische
Gesetz über die metrischen Gewichte und
Maße ist im März 1906 abgeändert worden.
Die durch das neue Gesetz angenommenen
Grundeinheiten sind das Internationale Meter
und das Internationale Kilogramm, wie sie in
Rumänien durch die nationalen Prototype dar-
gestellt werden, welche diesem Lande von dem
Internationalen Bureau für Maß- und Gewichts-
wesen übergeben worden sind.
Der Artikel 5 des Gesetzes gibt die Maß-
einheiten, deren gesetzliche Vielfache und Teile
sowie deren abgekürzte Bezeichnungen an.
Der Zentraldienst für das rumänische Maß-
und Gewichtswesen verdankte seine Existenz
bislang lediglich besonders vorzusehenden
Budgetmitteln, während er jetzt in das Gesetz
aufgenommen ist. Nach Artikel 25 umfaßt
der Zentraldienst die technische und administra-
tive Leitung aller Eichämter, deren Beamte
vom Handelsminister, dem das gesamte Eich-
wesen untersteht, ernannt werden.
Diese Ernennungen sind von großer Wichtig-
keit, indem sie sowohl die Beständigkeit des
Personals als die gleichförmige Anwendung
des Gesetzes gewährleisten. Das Eichwesen
ist bisher Kommunalangelegenheit gewesen,
jetzt aber verstaatlicht worden, obwohl die
Kommunen nach wie vor die Kosten tragen,
dafür aber die Eichgebühren einnehmen.
Die Artikel 31 und 32 bestimmen die aus-
schließliche Anwendung des metrischen Systems
und lauten in Übersetzung:
Art. 31.. «In allen öffentlichen Akten, in
den Handelsregistern, in Kontrakten, in An-
zeigen, in Zeugnissen und in Akten jeder Art
werden die Gewichte und Maße einzig und
allein durch die in Art. 5 und 6 des gegen-
wärtigen Gesetzes vorgesehenen Bezeichnungen
ausgedrückt/
Artikel 32. „Die Richter und Schiedsrichter
werden kein Urteil oder keine Entscheidung
aussprechen und keine Rechtsgeschäfte be-
glaubigen, welche andere Benennungen der
Gewichte und Maße enthalten als diejenigen.
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70
Gaworbllchtt. — BÜch«rtehau und Pr«it1itt«n.
Deutsche
Mechaniker Ztg.
welche Art. 5 und 6 des gegenwartigen Ge-
setzes vorgesehen haben. Die an die Gerichte
oder Behörden gerichteten Gesuche sowie alle
Urkunden, welche von ihnen ausgegeben
werden, dürfen keine anderen Bezeichnungen
der Gewichte und MaBe enthalten, als die
oben erwähnten Artikel vorschreib en.*'
Von dem neuen Gesetz und der Verordnung
aber die Anwendung des metrischen MaB- und
Gewichtssystems in Rumänien ist eine offizielle
Ausgabe im Verlage von Carol Göbl in
Bukarest erschienen. Im gleichen Verlage ist
auch gelegentlich der Allgemeinen Ausstellung
in Bukarest über die Meteorologie und die
Metrologie in Rumänien eine von 8t. C. He-
pites, Direktor des Meteorologischen Instituts
und des Zentraldienstes für Maße und Gewichte,
und J. St. Murat, Bubdirektor des gleichen
Instituts, verfaßte Schrift herausgegeben
worden, welche einige Angaben über das
rumänische Eichwesen enthält. Die Leitung
des Instituts liegt gegenwärtig in den Händen
des zuletzt genannten Herrn. Wb.
Bflohersohau u. Preislisten-
Georg W. Bemdt, Physikalisches Praktikum.
S\ Halle a. S., Carl Marhold 1906.
I. TeU, XX, 810 S., mit 74 Fig. Geb. 4 Af.
IL Teil (zusammen mit C. Boldt) 8«, XIV,
278 B., mit 95 Fig. Geb. 3 Af.
Das Praktikum ist für Anfänger bestimmt,
deren Vorbildung nicht ausreichend ist, um
nach dem Leitfaden von Kohlrausch und
ähnlichen Werken ohne sehr eingehende An-
weisungen von Seiten eines Lehrers arbeiten
zu können. Mit Rücksicht hierauf ist für die
Behandlung der zu bearbeitenden Aufgaben
eine besondere Form gewählt: Zunächst wird
die Theorie des der Aufgabe zu Grunde lie-
genden Versuches erklärt und werden die
nötigen Formeln abgeleitet; darauf werden der
Versuch selbst und alle dazu gehörigen Appa-
rate in allen Bihzelheiten genau beschrieben
und schließlich wird an einem Zahlenbeispiel
der Versuch in seinen verschiedenen Stadien
erläutert und rechnungsmäßig bis zum End-
ergebnis durchgeführt.
Der erste Teil umfaßt die Gebiete der Me-
chanik, Akustik, Wärme und Optik, der zweite
Teil die elektrischen und magnetischen, sowie
die photometrischen Messungen.
Das Werk wird Dozenten, welche ein An-
fängerpraktikum zu leiten haben, ihre Arbeit
um vieles erleichtem und den Anfängern selbst
über viele sonst auftretende Schwierigkeiten
hinweghelfen. Mk,
O« Lueger» Lexikon der gesamten Technik.
2. neu bearb. Auflage. Bd. 4. 8^ 804 S.
mit zahlr. Abb. Stuttgart u. Leipzig,
Deutsche Verlagsanstalt. 25,00 If,
Einbanddecke 3,00 Af.
Der vorliegende Band umfaßt Feuerungs-
anlagen bis Haustelegraphen. Aus den unser
Fach angehenden Artikeln seien genannt:
Fräser und Fräsmaschinen, Galvanismus und
Galvanotechnik, Geodäsie und Geodätische In-
strumente (lo^z^fo ▼on L. Ambronn), Ge-
schwindigkeitsmesser, Gewinde (mit Berück-
sichtigung des Loewenherz-Gewindas), Glas,
Gummi, Härten. Ein spezielles Eingehen auf
Glaeinstrumente wäre sehr erwünscht gewesen;
besonders hervorzuheben ist, daß auch die Ge-
setzgebung, soweit sie die Technik berührt,
berücksichtigt ist, indem Artikel wie Gewerbe-
ordnung, Haftpflicht, Aufnahme gefunden haben.
Bl
Zur Erinnertiiig an Paul Drude. Zwei An-
sprachen von F. Richarz und W. König.
Gießen, Alfred Töpelmann 1906. 8®. 48 S.
Die Broschüre, der das wohlgelungene
Bild Drudes beigegeben ist, enthält den Be-
richt über eine Gedächtnisfeier, die das Gießen-
Marburger physikalische Kolloquium zur Er-
innerung an seinen Begründer im Juli v. J. in
Gießen abhielt. Nach einer warm empfundenen
Ansprache von Prof. Richarz gab Prof. König
ein klares Bild der Lebensarbeit des so triXh
Dahingeschiedenen. Als Anhang ist eine voll-
ständige Bibliognraphie von Drudes Arbeiten
und den wichtigsten seiner Schüler zugefügt.
FreisTermelcliiiisse n. dgl.
Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin.
Prospekt XIII, 216. Elektrische Heiz-, Koch-
und Schmelzapparate; Die Elektrizität im
Hause und in der Werkstatt qu.-16<>. 318.
mit vielen lUustr.
Enthält u. a. Elektrische Wasserkessel,
Koch- und Wärmkessel, Leim- und Siegellack-
kocher, Schmelz- und Wärmeapparate (auch für
Laboratorien), Lötkolben, Platten zum Trocknen
von Gegenständen, Heizregister, Öfen.
Meisenbachy Riffarth Sk Co., Berlin -Schöne-
berg. Kalender 1907.
Eine graphische Kunstanstalt kann ein
Preisverzeichnis nicht herausgeben, denn jedes
Blatt erfordert ein anderes Maß von Arbeit.
Die Firma hat daher eine Vorstellung von der
Vielseitigkeit ihrer Arbeiten, sowie dem künst-
lerischen und technisch hervorragenden Cha-
rakter ihrer Leistungen gegeben, indem sie in
einem Wochen-Abreißkalender Proben ihrer
Kunst einstreute.
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i.Ap^lW Pat>nfchau. 71
Selbsttätige Torrichtimg zum Wechseln der Bilder für Projektionsapparate» ge-
kennzeichnet durch eine gleichförmig umgetriebene, mit einem Vorsprung versehene Mitnehmer-
scheibe und einen gleichachaig zu dieser gelagerten, von einer Planetstange erfaßten Sektor,
der wahrend einer Teildrohung der Scheibe, der Wirkung einer Feder entgegen, mitgenommen
wird, nach Erreichung der Totlage hingegen dem Vorsprung voraneilt und dabei die Bildver-
stellung fast augenblicklich bewirkt. Berliner Aussteliungs-Qalerien in Berlin. 15. 2. 1905.
Nr. 167 722. Kl. 42.
Kreisteilmaschine mit mehreren, in ein gemeinsames Sohneckenrad eingreifenden
Schnecken zum Antriebe des Werksttiokträgers, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnecken-
spindeln an beiden Enden durch Getriebeeingrilf zu einem geschlossenen Ring miteinander ver-
kuppelt sind, wodurch der tote Gang in den einzelnen Übertragungsgetrieben aufgehoben wird.
Max Wo Iz in Bonn a. Rh. 23. 12. 1904. Nr. 167 905. Kl. 42.
1. Binokularer Feldstecher, dadurch gekennzeichnet, daß derselbe aus zwei Femrohren
gleicher Vergrößerung besteht, deren eines ein verhältnismäßig großes Gesichtefeld und geringe
Lichtstarke, und deren anderes eine verhältnismäßig große Lichtstärke und ein kleines Gesichts-
feld besitzt.
2. Ausführungsform des binokularen Feldstechers nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, da0 das eine Fernrohr ein Prismenfernrohr, das andere ein galileisches Fernrohr ist.
C. A. Bteinheil Söhne in München. 9. 6. 1905. Nr. 167 942. Kl. 42.
Thermoelement für pyrometrische Zwecke anter Verwendung von Kohle als Blek-
trodenmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Elektroden aus verschiedenen Kohlen-
stoffarten (Graphit, Ruß, Retortenkohle u. s. w.) bezw. deren Mischungen bestehen. S. Ko-
kosky in Berlin. 10.5.1904. Nr. 168297. Kl. 21.
1. Thermoelementi dadurch gekennzeichnet, daß die eine Elektrode aus einem Metall
der Chromgruppe (Chrom, Molybdän, Wolfram oder Uran) oder einer Legierung eines dieser
Metalle mit Nickel besteht.
2. Thermoelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die andere Elektrode
aus Nickel oder Kobalt oder aus einer Legierung von Nickel mit Kupfer besteht. W. Hoskins
in La Grange, Hl., V. St. A. 29. 12. 1904. Nr. 168412. Kl. 21.
Knrsverbesserer an Schiffskompassen, dadurch gekennzeichnet, daß konzentrisch zu-
einander und zu dem Kompaßkessel angeordnete, für sich drehbare und mit Einteilungen fdr
die einzelnen Korrektionen versehene Ringe bei ihrer Drehung den Kompaßkessel und den auf
demselben angebrachten Steuerstrich in gleichem Sinne mitnehmen, indem jeder der Ringe
sämtliche von ihm umschlossenen Ringe mitbewegt. G. J. Herrick in Wheaton, V. St. A.
10.9.1904. Nr. 168312. Kl. 42.
Armatur für Quecksilberdampflampen» gekennzeichnet durch einen Fluoreszenz-
schirm und ein dessen Öffnung abschließendes Diaphragma von gewöhnlichem Glase, zu dem
Zwecke, die vom Quecksilberdampfe ausgehende, durch die Lampenwandungen tunlichst unge-
schwächte Strahlung durch die Fluoreszenzwirkung so weit als möglich in optisch wirksame
Strahlung verschiedener Wellenlänge zu verwandeln, gleichzeitig aber die von dem Fluoreszenz-
schirme nicht umgewandelten, hygienisch schädlichen Strahlen zurtickzuhalten. Siemens-
Schuckert- Werke in Berlin. 1. 6. 1905. Nr. 168 516. Kl. 21.
Gleichrichter nach Art der Qaeksilberdampflampe mit mehreren Anoden, welche
sich in Kammern befinden, die nur nach einer Seite offen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
offenen Seiten der Kammern einander abgewendet sind, so daß kein unmittelbarer Stromweg
zwischen den Anoden besteht. P. H. Thomas in East Orange, V. St. A. 4. 5. 1905.
Nr. 168609. Kl. 21.
Feineinstellung für Instrumente durch Verschiebung des einzustellenden Teils
mittels eines kegelförmigen Körpers, dadurch gekennzeichnet, daß dieser kegelförmige Körper
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72
PatentUit«.
DeaiBche
Mechanlker^Ztg.
mit Gewinde versehen ist und daß eine Rolle, ein gabelförmiges Stück, eine Nasa o. dgl. in die
Gewindegllnge eingreift, so daß diese Teile bei der Bewegung der Gewindespindel seitlich und
in der Höhenrichtung verschoben werden. M. Blum in Wien. 27. 9. 1904. Nr. 168 530. Kl. 42.
Klasse:
Patentliste.
Bis zum 11. März 1907.
▲nmeldmigen«
4« B. 42284. Beleuchtungsvorrichtung, inabe-
sondere für Projektionsapparate. D.Beck,
Backnang, Württ. 13. 12. 06.
18. Z. 4627. Schmelzfluß für das H&rten und
Glühen von Bisen und Stahl. Central-
stelle f. wissensch. -techn. Unters.,
Neubabelsberg. 21.8. 05.
21. H. 37 744. Feuerfestes Putter für elek-
trische Schmelzöfen. H. L. Hartenstein,
Constantine, V. St. A. 30. 4. 06.
M. 29 688. Verfahren und Einrichtung zur
selbsttätigen Aufrechterhaltung einer be-
stimmten Verdünnungsstufe in elektrischen
Vakuumröhren. Moore El. Cy., New- York.
2. 5. 06.
82. C. 14 748. Verfahren zum Vorspiegeln
durchsichtiger Gegenstände; Zus. z. Pat.
Nr. 178520. Chem. Fabr. von Heyden,
Radebeul b. Dresden. 2. 7. 06.
C. 14 755. Verfahren zur Herstellung von
Amalgamen in äußerst fein verteilter, zum
Vorspiegeln durchsichtiger Gegenstände ge-
mäß Anm. C. 14 748 geeigneter Form; Zus.
z. Pat. Nr. 178 520. Dieselbe. 2.7.06.
H. 39 878. Herstellungsverfahren für doppel-
wandige Glasgefäße mit elliptischem oder
anders abgeflachtem Querschnitt. R. Hart-
wig, Berlin. 6. 12. 06.
S. 20367. Verfahren zur Herstellung von
Glashohlkörpern; Zus. z. Pat. Nr. 174256.
P. Th. Sievert, Dresden. 5. 12. 04.
42. G. 23 190. Vorrichtung zum Zurücktreiben
des Quecksilbers bei ärztlichen Thermo-
metern durch Schleudern des Instruments
um eine rechtwinklig zu seiner Längsachse
verlaufende Achse. W. P. Grafton, Old
Chariten, Kent, Engl. 11. 6. 06.
J. 8446. Vorrichtung zur Einstellung von Pro-
jektionsapparaten, Kiuematographen o. dgl.
auf jeden beliebigen Punkt der Projektions-
fläche durch Höhen- und Seitenverstellung
des Projektionsapparates o. dgl. Intern.
Kinematographen- und Lichteffekt-
Ges., Berlin. 22.5.05.
J. 8862. Visiereinrichtung aus Glas. A.
Joors, Forest - la - Bruxelles, und A. Mer-
cenier, Brüssel. 30. 12. 05.
Seh. 26 556. Einsatzbefestigung an Zirkeln;
Zus. z. Pat. Nr. 182582. G. Schoenner,
Nürnberg. 12. 11. 06.
Z. 4740. Verfahren zum Messen von Ent-
fernungen mit Tripelspiegel am Ziel. C.
Zeiß, Jena. 23. 12.05.
Z. 4990. Stereoskopischer Entfernungsmesser
mit Einrichtungen, um die Lage der hinteren
Teile des einen Fernrohres oder beider in
der Visierebene zu ändern, behufs An-
passung des Okularabstandes an den Augen-
abstand. C. Zeiß, Jena. 7.7.06.
Z. 4992. Sphärisch und chromatisch korri-
giertes Doppelobjektiv mit zweilinsigen
Gliedern, die zerstreuende Nachbarflächen-
paare einschließen und deren Flintglaslinsen
innen liegen und einander Nichthohlflächen
zukehren. Derselbe. 9. 7. 06.
Z. 5009. Einzelobjektiv aus drei Linsen mit
einer gegen die Blende hohlen, zerstreuen-
den und einer gegen die Blende erhabenen,
sammelnden Kittfläche. Derselbe. 31.7.06
ErtaQiugeii.
21. Nr. 183 819. Vorrichtung zum Ausgleich der
Temperatureinflüsse bei Volt-, Ampere- und
Wattmetern mit Drehfeld. B. Meylan u.
Cy. p. la Fabr. d. Compteurs et Ma-
töriel d'Uaines ä Gaz, Paris. 15.7.06.
42. Nr. 183 532. Ansaugevorrichtung für Gas-
proben. W. Buddöua, München. 29. 5. 06.
Nr. 183 601. Zirkel mit drei Schenkeln, von
denen der mittlere an einem der aeitlichen
Schenkel angelenkt ist. A. Konschak,
Frankfurt a. M. 3. 2. 06.
Nr. 183 826. Vorrichtung zum Eichen von Ge-
fäßen, Flaschen o. dgl. G. Jakob, Frank-
furt a. M. 23. 6. 06.
Nr. 183 828. Destillationsaufsatz. K. Deimler,
Flints, Engl. 23. 6. 06.
Nr. 183 877. Meßvorrichtung zum Abmeasen
und Ablassen von Flüssigkeiten. Ch. Ro-
binson, Dunoon, Schottl. 20.9.05.
Nr. 184 002. Verfahren und Vorrichtung
zum Registrieren in geraden Koordinaten.
H. Darwin, Chesterton, Engl. 8. 8. 05.
Nr. 184003. Vorrichtung zur Darstellung der
Erdbewegung um die Sonne. F. A. Groc,
Paris. 12.7.06.
74. Nr. 183 783. Ruhestromschaltung zur An-
zeige gefährlicher Temperaturerhöhungen an
einer Zentralstelle. 0. SchOppe, Leipzig.
30. 12. 05.
Für die RedakUon Teruitworüich : A. Blasehkeln Berlin W.
Verlag tob Jvliai Springtr In Berlin N. — Dniok Ton Kmil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift fttr Instrumentenkiinde
und
Orgran für die gesamte aiasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 8.
15. April.
1907.
Nachdruck nur mit Genehmig^img der Redaktion gestattet.
Apparat zur Bestimmung der Eeimungsenergie.
D. R. P. Nr. 173 494.
Mitteilung aus der Werkstatt J2. Fueß in Steglitz- BerUn.
Von O. X.0lpi ia Steglitz.
Dieser nach Angaben von Herrn E. Scharf^) in Halle von der Firma R. Fueß
in Steglitz verfertigte Apparat {Fig. 1) dient dazu, die Keimungsenergie der Samen
zahlenmäßig zu bestimmen. Bei den bisherigen Keimapparaten und Keimungsmethoden
ermittelte man die Keimfähigkeit
immer nur, indem man beobachtete,
wieviel Keime z. B. von 100 oder
1000 Samenkörnern ausgetrieben wur-
den. Man prüft die Keimfähigkeit
jetzt im allgemeinen so, daß man
die Samen zwischen feuchten wollenen
Lappen, feuchten Filsplatten, feuchtem
Sand oder dergleichen wachsen läßt.
Auf die Zählung der Keimlinge wird
dabei immer das größte Gewicht ge-
legt, und man nennt die Zahl der
nach 5 Tagen ausgetriebenen Keim-
linge die Keimungsenergie und die
Zahl der nach 12- bis 14-tägiger
Keimung ausgetriebenen Keimlinge
die Keimkraft. Diese Methode ern^ög-
licht aber keine reelle Wertbestimmung
von Samen, denn es kann ein Samen
sehr wohl schnell keimen, aber die
Fig. 1.
Flg. 2.
Keimlinge sind schwach und würden vielfach die Ackerkruste nicht durchdringen oder
bald eingehen. Die Keimungsenergie kann man richtig nur nach der Schnelligkeit
der Keimung in Verbindung mit der dabei entwickelten Kraft beurteilen, und von
diesem Gesichtspunkt aus ist die Konstruktion des im nachfolgenden beschriebenen
Apparates (Fig, 1) erfolgt.
^) S. Dewttehe landwirtsehaftliehe Fresse 3S. Nr. 63 u. 64. 1906.
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•74
C. LeiBy BMllmmung d«r Ktlmungficnerfit. — VtrcioanachrichtMi.
Dentsehe
Mechanlker-Ztg.
Auf einer mit drei Fußen versehenen eisernen 'Grundplatte O ist das sogenannte
Keimgefäß aus Zinkblech K aufgestellt; es ruht auf vier Füßen in einem als Abfluß-
gefäß dienenden Untersatz w und wird mit ausgeglühtem Flußsand gefüllt, den man mit
Wasser von 12 bis 15^ durchtränkt. Für den Abfluß des überschüssigen Wassers ist
der Boden des Gefäßes mit einer Anzahl kleiner Löcher versehen. Um die Samen
gleichmäßig auf der Oberfläche des Sandes zu verteilen, werden mit einem in Fig. 3
dargestellten Werkzeug, dem sog. Marqueur, 100 Vertiefungen in den nassen Sand ein-
gedrückt, die Samenkörner hineingelegt und mit einer dünnen Sandschicht bedeckt.
Nunmehr bringt man auf die Samen bezw. die Sandschicht die auf der Auflageseite
mit Glas bedeckte 1000 g schwere Platte P und überläßt die Samen der Keimung.
Das obere plane und harte Ende der Stahlschraube s wirkt nun auf den Kontaktstift s^
eines Zeigerwerkes, das die feinsten Bewegungen der keimenden Samen angibt. Die
Einrichtung des Hebel- und Zeigerwerkes ist kurz folgende: h ist ein um zwei Spitzen-
schrauben leicht beweglicher Hebelarm; an seinem oberen Ende ist eine Seidenschnur
befestigt, welche sich um die leicht bewegliche Zeigerachse legt und an ihrem Ende
das Gewicht g trägt; eine zweite am oberen Ende von h angebrachte Schnur trägt das
Gegengewicht g^^, welches so abgestimmt ist, daß der Hebel stets in sicherer Berührung
mit dem oberen Ende des Kontaktstiftes 8 ist. Eine volle Zeigerumdrehung an der
Kreisskala entspricht dem Hub der Platte P um 1 mm; die vollen Umdrehungen des
Zeigers werden mittels des Index i an der kurzen Skala i^ abgelesen. Die Kreisskala
ist in 200 Teile geteilt, so daß ein Kreisintervall 0,005 mm direkt abzulesen
erlaubt; bei der Größe der Intervalle läßt sich aber das tausendstel des Millimeters
noch recht gut schätzen, und deshalb ist die Bezifferung der Skala, auch nach dem
tausendstel des Millimeters ausgeführt.
Der ganze Meßteil des Apparates wird von einem mit der Grundplatte O fest
verbundenem Trägerarm a getragen und läßt sich nach Lösen der Schrauben c und C|
an der zylindrischen Stahlsäule b hochschieben, um die Platte P bequem auflegen und
abnehmen zu können.
Das Verfahren mit diesem neuen Apparat bietet volle Gewähr für die Er-
kennung eines tatkräftigen und energievollen Samens. Derjenige Samen ist als der
beste anzusehen, welcher in der kürzesten Zeit den höchsten Hub der Platte P am
Zeigerwerk ergibt. Es kommt nun oft vor, daß ein Samen wohl früher zu keimen be-
ginnt als ein anderer, daß aber der später keimende Samen eine größere Energie ent-
wickelt als der erstere und diesen dann nach Verlauf einer gewissen Zeit überholt hat.
Nach den Untersuchungen von E. Scharf ist nicht in der frühzeitigen Keimung allein,
sondern in dem stündlich zunehmendem Wachstume die Keimungsenergie der Samen
zu erkennen.
D. 6. t M. a. O. Zweirvereln Ham-
burg-Altona. Sitzung vom 2. April 1907.
Vorsitzander: Hr. Dr..H. Krüß.
Hr. Willy Landsmann wird als Mitglied
aufgenommen.
Zur Vorbereitung des Sommerausfluges wird
eine Kommission aus den Harren Basilius,
R. Dennert und Walter eingesetzt.
Hr. P. Martini halt einen Vortrag über
Mikrophotographie im ultravioletten Licht,
durch welche die Leistungsfähigkeit des Mikro-
skops in Bezug auf die Auflösung feiner
Strukturverhaltnisse erhöht wird. Der Vor-
tragende geht von den Arbeiten Abbes und
der von diesem aufgestellten Theorie aus und
hebt die Bedingungen hervor, von welchen
die Steigerung des Auflösungsvermögens ab-
hangt. Da die Auflösung mit abnehmender
Wellenlänge zunimmt, so wird durch Benutzung
ultravioletten Lichtes ein bedeutender Fort-
schritt gegenüber der Anwendung sichtbaren
Lichtes gewonnen. Als Lichtquelle wird ein
zwischen Magnesiumelektroden überspringen-
der Induktionsfunke benutzt. Eine genaue
Beschreibung des in seinen optischen Teilen
aus Quarz hergestellten Mikroskops und die
Schilderung der besonderen Brauchbarkeit der
ultravioletten Strahlen zur Herstellung von
Strukturbildem schließt die Ausführungen.
Ä JST.
AbtelluDg Berlin, E.V. Sitzung
vom 9. April 1907. Vorsitzender: Hr. W.
Handke.
Hr. Dr. C. Grimm, Assistent b. d. Kais.
Normal - Bichungs - Kommission , spricht über
Wassermesser. An der Hand von Lichtbildern
und Modellen werden die verschiedenen Prin-
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Heft 8.
15. April lg07.
V«relntnachricht«n. — Für Werkstatt und Laboratorium.
75
zipien dargelegt, nach denen die Wasiermeaser
der gebräuchlichen Systeme konstruiert sind.
Die Kolbenwassermesser beruhen nur auf der
Volumenmessung; die Schwierigkeit ihrer Kon-
struktion liegt darin, einen kontinuierlichen
Waseerdurchfluß zu erzeugen, was durch An-
wendung entsprechender komplizierter Ventile
oder durch Verwendung mehrerer Zylinder mit
gekuppelten Kolben erzielt wird. Die gebräuch-
lichsten Wassermesser sind wegen ihrer be-
quemeren GröBe und größeren Billigkeit die
Flügelrad-, Turbinen- und die Scheibenmesser.
Die beiden ersteren beruhen auf der Geschwin-
digkeitsmessung. Bei ihrer Konstruktion wird
daher vor allem möglichste Verringerung der
Reibung erstrebt. Die weiterefi Verbesserungen
beschäftigen sich mit disr Verstärkung der Stoß-
wirkung des Wassers bei kleinen Durchfluß-
mengen und der Abschwächung derselben bei
großen Mengen, sowie den allgemeinen Binstell-
fortbildungsschule bis jetzt leider nicht unbe-
rechtigt seien. • Bl
Für Werkstatt
und Laboraterium.
Lack-SprItzverfahren.
Mitgeteilt von W. Klußmann
in Charlottenburg.
An die Stelle des bisherigen Verfahrens,
auf eine Oberfläche eine gleichmäßige Farb-
oder Lackschicht oder einen Klebstoff durch
Auftragen mittels des Pinsels oder durch
Eintauchen aufzubringen, ist in letzter Zeit
vielfach das Zerstäuben getreten. Dieses
Verfahren hat den Vorteil, daß der Lack
auch in vertiefte Stellen eindringt, die für
den Pinsel nicht zugänglich sind, und daß
Vorrichtungen. Die Scheibenwassermesser be-
ruhen wieder auf dem Prinzip der Volumen-
messung. Ihre verschiedenen Systeme sind
durch das Bestreben bedingt, dieses Prinzip in
möglichst einwandfreier Konstruktion durch-
zuführen.
Hr. Regierungsrat Dr. H. Stadthagen teilt
mit, daß er in der Charlottenburger Stadtver-
ordnetenversammlung angeregt habe, es solle
in der Pflichtfortbildungsschule eine Trennung
der Schüler je nach ihrer Vorbildung erfolgen,
damit der Unterricht sich mehr dem Bildungs-
stande dar Schüler anpassen könne und somit
fruchtbringender werde; beim Magistrat habe
diese Anregung Entgegenkommen gefunden.
Der Vorsitzende dankt Hrn. Dr. Stadt-
hagen für diesen zweckmäßigen Vorschlag,
der mit umso größerer Freude begrüßt werden
müsse, also die vielen Klagen über die Pflicht-
die sogenannten „ Lacknasen ^' sich nicht
bilden; femer erfolgt das Überziehen mit
Lack mit einer Geschwindigkeit und Gleich-
mäßigkeit, wie sie mit dem Pinsel nicht
erreicht werden kann.
Die Apparate, die für diese Technik
erforderlich sind, werden von der Firma
Dr. J. Perl & Co. (Berlin NW, Schamhorst-
Str. 7) unter dem Namen Perluco-Apparate
geliefert.
Der Zerstäuber ist nach dem bekannten
Prinzip der Rafraichisseure (Blumenspritzen,
Inhalationsapparate) hergestellt. Streicht
nämlich über die obere Öffnung eines
dünnen Rohres ein Luftstrom hin, so wird
die Luft aus dem Rohre fortgerissen und da-
her in ihm ein luftverdünnter Raum erzeugt ;
taucht das untere Ende des Rohres in eine
Flüssigkeit, so steigt diese infolgedessen
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76
FOr Warkfltatt und Laboratorium. - GlasUchnischM.
Deutsch«
Mtehtnlkgr-Ztg.
in dem Rohre in die Höhe und wird
schließlich durch den darüber streichenden
Luftstrom mitgerissen und zerstäubt. Je
stärker nun der Druck ist, desto feiner
wird der Lack zerteilt; für das Lack-
Spritzverfahren sind etwa 2 Atm er-
forderlich.
Dieser Druck kann z. B. einer Bombe
mit komprimierter Luft entnommen werden.
Fig, 1 zeigt eine derartige Anlage. Hier ist
a der Behälter mit komprimierter Luft,
deren Anfangsdruck 100 bis 120 Atm be-
trägt; auf den Behälter ist ein Reduzier-
ventil geschraubt, h und d sind Ventile,
e ist ein Hochdruck-, / ein Niederdruck-
manometer, das den reduzierten Druck
(also etwa 2 Atm) anzeigt, c dient zum
Verändern des Druckes. Von dem Ventil d *
führt ein Schlauch zu dem Spritzapparat.
Mittels des Hahnes ^, den eine Feder selbst-
tätig schließt, kann die Luftzufuhr geregelt
und momentan abgestellt werden. An die
Spritze ist das Gtefäß h geschraubt, welches
den zu zerstäubenden Lack aufnimmt. In
'dieses Gefäß ragt das Rohr hinein, über
dessen oberes Ende die Druckluft hinweg-
streicht, wobei sie den angesaugten Lack zer-
stäubt. Der Apparat kann bequem an dem
zum Schlauchansatz ausgebildeten Hand-
griff in die rechte Hand genommen und
der Hahn g mit dem Daumen derselben
Hand geöffhet werden. Der austretende
Strahl wird gegen den 10 bis 30 cm ent-
fernten Gegenstand gerichtet. Durch
Nähern oder Entfernen sowie durch Ändern
des Druckes mittels des Hahnes g kann
man die Stärke der Lackschicht beein-
flussen. Wenn der Lackstrahl den Gegen-
stand in geneigter Richtung trifft, so erhält
man Abtönungen, da die näher gelegenen
Stellen stärker, die weiter entfernten
schwächer mit Lack bedeckt werden.
Wundervolle Effekte lassen sich mit far-
bigen Lacken, die event. noch Bronze-
pulver enthalten können, erzielen, die
namentlich in der Papierindustrie bereits
vielseitige Verwendung finden. In Spiel-
zeugfabriken werden vielfach Metallwaren
nach diesem Verfahren dekoriert und mit
einem Überzug versehen. Auch größere
Betriebe der Mechanik haben sich das Ver-
fahren bereits zu nutze gemacht.
Für den Großbetrieb ist natürlich die
Verwendung komprimierter Luft aus Bomben
wenig rationell, und man wird sich dort
die Druckluft billiger selbst erzeugen. Zu
diesem Zwecke dient ein von einem Motor
oder von der Transmission angetriebener
Kompressor, der auf einen Windkessel
arbeitet, von welchem Rohrleitungen zu den
verschiedenen Arbeitsplätzen führen. Die
Druckluft kann dann gleichzeitig ander-
weit, z. B. für Sandstrahlgebläse, Lötzwecke,
Verwendung finden. Für dauernden Betrieb
ist es auch notwendig, das Zerstäuben vor
einem Abzug vorzimehmen, durch den die
Lackdämpfe abgesaugt werden. Der Zer-
stäuber kostet, je nach Ausführung und
Verwendungszweck, etwa 85 bis 130 M,
In einer anderen Ausführung geschieht
die Erzeugung der Druckluft durch Fuß-
betrieb. Unter der Tischplatte eines Näh-
maschinengestells ist eine Luftpumpe und
der Windkessel angebracht, auf derselben
befinden sich fest montiert drei Zerstäuber,
die entweder hintereinander oder zu
gleicher Zeit in Betrieb gesetzt werden
können und vor denen die zu lackierenden
Gegenstände entsprechend gehalten werden,
sowie ein durch das Schwungrad ange-
triebener Ventilator. Diese vollständige
Einrichtung kostet 280 M.
Glasteohnlsohes.
Die deutsche Olasinstrumenten-
Industrle
und das Patent DanDenbersr«
Von Patentanwalt M. Thier üi Erfurt i).
Bis jetzt ist es nicht möglich gewesen,
den Begriff des Wortes „Erfindung'', wie
es im Deutschen Patentgesetze gebraucht
wird, erschöpfend zu erklären, und man
wird, wie es scheint, überhaupt nie zu
einer nach allen Richtungen brauchbaren
Definition gelangen. Deshalb mußte es in
das Ermessen der Prüfungsbehörde und
danach der Gerichte gelegt werden, in
jedem einzelnen Falle zu prüfen und zu
entscheiden, ob ein zum Patent ange-
meldeter oder ein bereits patentierter
Gegenstand im Augenblick der Anmeldung
tatsächlich noch eine Erfindung darstellte.
Dieser Fall der Nachprüfung lag vor
bei dem an die Firma C. G. A. Dannenberg
in Hamburg erteilten Patente Nr. 140 047
auf eine Ganzglasspritze mit kurzem Kolben
und verdünnter Kolbenstange nebst Führungs-
und Anschlaghülse am hinteren Ende des
Zylinders. Der Streit um dieses Patent und
^) Der Verf. ist Mitglied des Zweigvereins
Ilmenau und erteilt Mitgliedern der D. 0.
f. M. u. 0. in gewerberechtlichen Fragen kosten-
lose Auskunft, wenn nicht mühevolle Arbeiten
und umständliche Recherchen damit verknüpft
sind.
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Hefts.
15. April 1907.
Glast«chnischet.
77
seioe Berechtigung hat jahrelang gedauert,
denn bereits 1901 hat Wülflng-Luer in
Paris gegen die Erteilung Einspruch er-
heben lassen. Die gegen die Abweisung
eingelegte Beschwerde war ebenfalls er-
folglos. Das Patentamt blieb bei seiner
Ansicht, daß die Dannenbergsche Spritze
eine „neue Erfindung^ sei. Diese Ent-
scheidung des Patentamtes war sehr be-
denklich, denn sie deckte sich nicht mit
den tatsächlichen Verhältnissen und gab
Dannenberg ein unberechtigtes Über-
gewicht in der Spritzenfabrikation.
Seit Menschengedenken waren Glas-
spritzen mit kurzem Kolben und dünnerer
Kolbenstange mit Führungshülse ganz all-
gemein und in großer Menge angefertigt
worden, deren Kolben man mit den be-
kannten Mitteln und in der verschiedensten
Weise abdichtete. Solange die medizinische
Wissenschaft noch das antiseptische Ver-
fahren anwendete, entsprachen derartige
mit weichen elastischen Stoffen gedfchtete
Kolben auch durchaus den an sie zu
stellenden Anforderungen. Als aber statt
der antiseptischen Wundbehandlung die
aseptische mehr und mehr zur Anwendung
kam, d. h. als man dazu überging, die
Mikroorganismen durch peinliche Sterilisation
aller mit dem Kranken in Berührung
kommender Gegenstände in der Hitze zu
vernichten, mußten die medizinischen In-
strumente so eingerichtet werden, daß sie
weder Stoffe enthielten, welche den Mikro-
org^anismen Gelegenheit zum Aufenthalt
und zur Fortentwicklung boten, noch
solche, welche bei der Sterilisation durch
kochendes Wasser oder Dampf zerstört
wurden.
Die Lösung dieser Aufgabe war im
Prinzip sehr leicht; man brauchte nur an
Stelle der bisher zur Liderung verwendeten
weichen und elastischen Stoffe die massiven
gläsernen Kolben in den gläsernen Zylinder
einzuschleifen, wie man es schon früher
bei anderen Glasinstrumenten, z. B. schon
Anfang der neunziger Jahre des vorigen
Jahrhunderts bei Milchpumpen, getan hatte
und wie es überdies bei Ganzmetallspritzen
von Anfang an die Regel war. In An-
wendung auf die kleinen Subkutanspritzen
war das aber nicht so einfach, wie es
schien, und man hatte lange Zeit keinen
vollen Erfolg zu verzeichnen, um so mehr,
als es der Schleiferei im Rundschleifen
nicht konischer, sondern zylindrischer Gegen-
stände noch an der nötigen Erfahrung und
Übung fehlte.
Wülfing-Luer in Paris betrat dafür
den Ausweg, die Spritzenkolben als lange
Tauchkolben auszuführen, und hatte damit
wegen der nun bedeutend größeren Dicht-
fläche den ersten Erfolg. Doch auch
wesentlich kürzere Kolben lernte man mit
der immer wachsenden Erfahrung genügend
dicht und gleichmäßig einschleifen, und
man wäre nun in der Lage gewesen,
Subkutanspritzen des sonst üblichen Modells,
welches dem Lu er sehen gegenüber man-
cherlei Vorzüge bot, auch mit einge-
schliffenen Kolben herzustellen. Da trat
Dannenberg mit seinem Patent, welches
nicht die Lösung eines Problems, sondern
lediglich die allgemeine längst bekannte
Aufgabe darstellte, ohne eine brauchbare Lö-
sung derselben zu bringen, auf und erreichte
sogar, soweit bekannt, eine gerichtliche
Verurteilung in zwei Instanzen.
Das wurde auf die Dauer der Glas-
instrumenten-Industrie unerträglich, um so
mehr, als ausnahmslos die feste Überzeugung
herrschte, daß das Dannenbergsche Patent
ein unberechtigtes sei, weil es keine „neue
Erfindung^ darstelle und jeder Spritzen-
fabrikant in der Lage sein müßte, nach
handwerksmäßigen, längst bekannten Ver-
fahren auch Spritzenkolben einschleifen zu
können, wie es bei anderen Glasinstrumenten
längst bekannt und geübt war.
Um endlich Klarheit in die Frage zu
bringen, betraute deshalb eine Anzahl
deutscher Glasspritzen-Fabrikanten den Ver-
fasser mit der Nichtigkeitsklage bei dem
Patentamt. Doch dieses beharrte auch in
der Nichtigkeitsabteilung auf seinem früheren
Standpunkt, erklärte das Dannenbergsche
Patent für zu Recht bestehend und wies
die Kläger mit ihrer Klage kostenpflichtig ab.
Anders dagegen das Reichsgericht!
Dieses konnte sich den Gründen der Be-
rufungsschrift nicht verschließen; es er-
kannte diese Gründe durch den I. Zivil-
senat am 2. März d. J. voll an, vernichtete
das Dannenbergsche Patent und legte
dem Beklagten die Kosten beider In-
stanzen auf.
Tatsächlich lagen hier die Verhältnisse
so, daß der Gegenstand des Patentes
Nr. 140 047 zur Zeit seiner Anmeldung
vielleicht noch nicht öffentlich bekannt,
daß aber zu seiner Entstehung kein Er-
findungsgedanke mehr nötig gewesen war,
da Vorbild und Verfahren längst bekannt
waren und das Ganze deshalb nur noch
eine nicht patentfähige Übertragung all-
seitig bekannter Dinge darstellte.
Nicht gegen das Monopol einer Er-
findung haben sich also die Kläger gewehrt
und mußten sie sich wehren, wenn nicht
ganze bisher sichere Existenzen in Frage
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78
Gewerbliche!. — Büchenchau. — Patenttchau.
Deatsche
Mechaniker- Ztg.
gestellt sein sollten, sondern gegen die
unberechtigten Forderungen auf Grund einer
Scheinerflndung, welche nicht einen wirklich
neuen und patentwürdigen Gegenstand zur
alleinigen Ausbeutung für sich beanspruchte,
sondern das Monopol für ein längst be-
kanntes Arbeitsverfahren forderte.
Nunmehr ist für die deutsche Glas-
instrumenten-Industrie und im besonderen
für die Spritzenfabrikation der Weg wieder
frei, um wissenschaftliche Forderungen
mit den altgewohnten berufsmäßigen Mitteln
und Erfahrungen der Branche erfüllen zu
können.
Gewerbliobes.
Die obligatorische Einführung des Meter-
mafies in England war neulich im Unterhause
beantragt; die Majorität, die diesen Antrag
verwarf, ist bereits so klein geworden, daß
seine Annahme endlich doch einmal erhofft
werden darf.
Das Technikum in Neustadt (Mecklbg.)
feiert am 20. Mai d. J. sein 25-jähriges Jubi-
läum. Die diesjährigen Schlußprüfüngen für
Maschinentechniker, Blektrotechniker und für
die Besucher der Baugewerkschule sind am
22. März beendet worden. Bs hatten sich ins-
gesamt 67 Kandidaten gemeldet, von denen
64 die Prüfung vor der vom 6h. Ministerium
eingesetzten Prüfungskommission bestanden.
Die Anstalt beginnt das Sommersemester am
29. ApriL Junge Leute , welche noch nicht
praktisch gearbeitet haben, können in der mit
dem Technikum verbundenen Lehrwerkstatt
und im Elektrizitätswerk als Volontäre Auf-
nahme finden. Aufnahmegesuche sind an den
Direktor des Technikums zu Neustadt i. Meck-
lenburg zu richten.
Bflohersohau.
L. Fritsch, München. Polytechnischer Ka-
talog. 9. Aufl. 1906/07. K1.-80. 128 S. 0,20 Af.
J. Loisel» Guide de Vamateur nUUarcHogwte.
80. VI., 101 8. m. 18 Flg. u. 2 Tf. Paris,
Gauthier-Villars 1906. 2,76 Fr,
Das kleine, kurz und bestimmt geschrie-
bene Heft ist im wesentlichen eine Anleitung
zur Beobachtung der wichtigsten meteorolo-
gischen und phänologischen Elemente und zur
Benutzung der Richard sehen Registrier-
instrumente; es entspricht etwa einem Aus-
zug aus den zahlreichen Anleitungen, welche
viele meteorologische Zentralstellen herausge-
geben haben. Der Amateur-Meteorologe wird
sich an Hand des Buches rasch mit den ein-
schlägigen Beobachtungsmethoden vertraut
machen, wird aber doch wohl besser tun, sich
im Interesse der Vergleichbarkeit seiner eigenen
Aufzeichnungen mit denen seiner Umgebung an
die Gebräuche der meteorologischen Zentral-
stelle seines Landes anzuschließen und daher
die amtlichen Instruktionen zu benutzen, welche
auch meist so abgefaßt sind, daß sie keine be-
sondere meteorologische Vorbildung verlangen.
Für Frankreich z. B. hat Angot eine ganz
ausgezeichnete Instruktion herausgegeben, von
der auch sogar ein kleiner Auszug erschienen ist
Das vorliegende Buch ist zwar noch etwas
populärer geschrieben, hat jedoch im tlbrigen
so viel Ähnlichkeit mit der Angot sehen Bro-
schüre, daß die Notwendigkeit, eine Lücke in
der Literatur auszufüllen, wie dies Hr. Loisel
zu tun hofft, wohl nicht vorliegt. 8g,
F. Jenischy Handbuch für alle galvanostegi-
schen und galvanoplastischen Arbeiten mit
besonderer Berücksichtigung für die Praxis.
Anleitung zur Ausführung aller galvan.
Niederschläge, sowie der dazu erforderlichen
Vor- und Nacharbeiten. gr.-8®. IV, 239 ö.
m. 89 in den Text gedr. Abbildgn. u. aus-
führl. Schlagwortregister. Leipzig, Hach-
meister & Thal 1905. 3,50 M.; geb. in
Leinw. 4,50 Af.
J. Hann, Lehrbuch der Meteorologie. 2. um-
gearb. Aufl. Mit mehreren Taf. in Auto-
tyP) verschiedenen Karten und zahlreichen
Abbildgn. im Text. (In etwa 6 Lfgn.) 1. Lfg
Lex.-80. 8. 1—96 mit 6 Taf. Leipzig, Ch. H
Tauchnitz 1905. 3,00 Af.
Geodätisches MeBinstrnment zur direkten Ablesung trigonometrischer Fonktionen
mit von schwingenden Armen in Geradlührungen beweglichen Schiebern, dadurch gekenn-
zeichnet, daß sowohl in vertikaler als auch horizontaler Lage mit der Visier Vorrichtung ver-
bundene schwingende Arme mit beweglichen Schiebern angeordnet sind, und daß der in hori-
zontaler Ebene bewegliche Schieber auch gleichzeitig in radialer Richtung in einem Schlitz des
horizontalen Armes geführt sein kann, um sowohl an entsprechenden Skalen die trigono-
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15. "gSi^m. ^^!*°*',^'''^":„_ ^ IP.^
metrischen Tangenten der Vertikal- und Horizontalwinkel, als auch mit Hilfe der letzteren Vor-
richtung die trigonometrischen Sekanten der Horizontalwinkel ablesen zu können. A. Mayer
und E. Wiesmann in Naters, Schweiz. 7. 8. 1904. Nr. 168 752. Kl. 42.
1. Verfahren zur Herstellimg flüssiger Laft, dadurch gekennzeichnet, daß man eine
im Kreislauf arbeitende Kompressions-Kälteanlage mit fltlssiger, kohlensäurefreier Luft als Kalte-
träger arbeiten laßt, indem eine von dieser flüssigen Luft ständig umgebene Rohrschlange derart
abgekühlt wird, daß andere frische, unter Druck zugeführte Luft in dieser Schlange ver-
flüssigt wird.
2. Verfahren zur Herstellung flüssiger Luft nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der mit kohlensäurefreier Luft im Kreislauf arbeitenden Kompressions-Kälteanlage die
adiabatische Entspannung irgend eines Motors benutzt wird.
3. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß ein die flüssige Luft und die Rohrschlange enthaltender Behälter zugleich Zylinder
und Kolben eines Motors in sich aufnimmt, in welchen die beim Abkühlen der Schlange ver-
dampfte, darauf wieder komprimierte und abgekühlte Luft durch gesteuerte Ventile eingelassen
und einer starken Expansion ausgesetzt wird, infolge deren sich ein Teil der Luft flüssig nieder-
schlägt und in den Behälter abfließt, während die nicht niedergeschlagene Luft von neuem den
Weg zum Kompressor und Kühler macht. R. P. Pictet in Wilmersdorf. 13. 12. 1902.
Nr. 169 369. Kl. 17.
Verfahren aar Erzeugung von blasenfreier Quarzglasschmelze im Schmelzofen,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Schmelzgut zweckmäßig durch Beheizung des Schmelz-
gefäßes von außen so weit (auf ungefähr 1200^ C) anwärmt, daß es für Wasserstoff durchlässig
wird, darauf einer einen reichlichen Überschuß von Wasserstoff enthaltenden Knallgasflamme
unmittelbar aussetzt und schließlich fertig schmilzt. J. Bredel in Höchst a. M. 27. 11. 1904.'
Nr. 168 574. Kl. 32.
Entfernungsmesser mit awei an den Enden einer Basis angeordneten festen Spiegeln
and zwei denselben gegenüberliegenden, unter einem unveränderlichen Winkel miteinander
verbundenen Spiegeln sowie einem gemeinsamen Okular, dadurch gekennzeichnet, daß die
letzteren Spiegel zur Ermittelung der Entfernung senkrecht oder zwecks Vergrößerung des
Messungsbereichs in schiefer Richtung zur Basis verschoben werden. L. Cerebotaniin München.
6. 1. 1905. Nr. 168952. Kl. 42.
1. Hohlspiegel aus Glas für Scheinwerfer u. dgL, dadurch gekennzeichnet, daß von
den beiden Rotationsflächen des Spiegels die eine sphärisch ist und die« andere behufs Brzielung
gleichmäßigerer Dicke, als sie der Manginsche Spiegel hat, von einer ebenfalls sphärischen
Fläche im Sinne sphärischer Korrektion des Spiegels abweicht.
2. Ausführungsform des Hohlspiegels nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
behufs Brzielung geringster Dickenunterschiede bei gleichmäßig guter sphärischer Korrektion
die Bcheitelkrümmung der nichtsphärischen Fläche, wenn diese Fläche die innere (brechende)
ist, kl^er, und wenn sie die äußere (spiegelnde) ist, größer genommen ist als die Krümmung
einer sphärischen Fläche, die denselben Scheitelpunkt hat und zur äußeren bezw. inneren Fläche
konzentrisch ist. C. Zeiß in Jena. 26. 5. 1905. Nr. 168 999. Kl. 42.
Sphärisch, chromatisch und astigmatisch korrigiertes photographisches Objektiv
mit einem positiven Meniskus von niedriger Brechung, einer Bikonkavlinse aus leichtem Flint
und zwei eine Bikonvexlinse bildenden Komponenten hoher Brechung, dadurch gekennzeichnet,
daß diese Komponenten aus zwei plankonvexen Linsen bestehen, von denen die eine aus
schwerstem Bariumkron, die andere aus Flintglas besteht, dessen Exponent zwecks Verringerung
der Zwischenfehler noch größer ist als der des Schwerkronglases. 0. Simon in Dresden-
Striesen. 29.4.1902. Nr. 168 977. Kl. 42.
Vorrichtung zur Verhinderung des Niederschiagens von Dämpfen auf die Reflek-
toren der mit mineralhaltigen Bogenlichtkohlen versehenen Projektionsapparate, dadurch ge-
kennzeichnet, daß die vorzugsweise horizontal oder schräg gelagerten, zweckmäßig durch eine
Öffnung des Reflektors hindurchtretenden Kohlen mit einer Dampf absauge Vorrichtung (Ven-
tilation 0. dgl.) ausgerüstet sind, deren Saugmündung in unmitttlbarer Nähe des Entstehungs-
ortes der D&mpfe liegt. Soci6t6 Sautter, HarU & Gie. in Paris. 20 7. 1904.
Nr. 169 496. Kl. 42.
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80
l^at«iitschau. — PatoDtUtt«.
Dentsch«
Mechanlker-Ztg.
Thermoelektrisches Pyrometer zum Messen der Temperatur geschmolsener Leiter,
insbesondere flüssiger Metalle, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden aus verschiedenen
Stoffen bestehenden, elektromotorisch wirksamen Bestandteile des Thermoelementes vOllig von-
einander getrennt in das flüssige Metall tauchen. W. H. Bristol in Hoboken, V. St. A.
28.6.1904. Nr. 169 497. Kl. 42.
Röntgenröhre mit durch Wasser gekühltem, als Antikathode dienendem Platin-
hohlkörper und in diesen angeordnetem massiven Metallstab, dadurch gekennzeichnet, daß der
massive Metallstab auf der Stirnseite des PlatinhohlkOrpers durch Anschweißen, Anlöten o. dgl. be-
festigt ist und vermöge seiner Abmessungen dem Wasser gestattet, in dem zwischen ihm und
der Innenwand des Platinhohlkörpers frei bleibenden Raum zu zirkulieren und unmittelbar bis
zur Antikathode zu gelangen. B. Gundelach in Gehlberg i. Th. 24. 6. 1904. Nr. 169 566. Kl. 21.
Patentllste.
Bis zum 25. M&rz 1907.
Klasse: Anmeldungen.
21. B. 44 883. Motorelektrizitfttszähler mit kon-
stantem Magnetfeld. J. Busch, Pinneberg.
18. 10. 06.
G. 23076. Instrument zur Ermittlung des
Normalstrahles einer Röntgenröhre und zur
Fixierung seines Fußpunktes. J. Gillet,
Berlin-Schöneberg. 18. 5. 06.
K. 31 571. Amperestundenzähler. L.P.Knudsen,
Kopenhagen. 12. 8. 06.
V. 6330. Mittels kleinstückiger Widerstands-
masse elektrisch beheizte Muffel mit Ven-
tilationseinrichtung. A. Voelker, Berlin.
23. 12. 05.
42. H. 38 289. Emzel- oder Doppelfernrohr.
K. Hrabowski, Berlin. 6. 11. 05.
H. 39 608. Vorrichtung zur Wetteranzeige.
A. Heine, Detmold. '4.1.07.
M. 30009. Einrichtung zur Bestimmung der
Gleichheit der Raddurchmesser von Rad-
sätzen mittels unter Federdruck stehender
und auf eine Zeigervorrichtung wirkender,
sowie mit Fühlradchen versehener Stäbe.
B. Metzung, Frankfurt a. M. 20. 6. 06.
0. 4742. Prismenfemrohr mit gleichliegender
Anordnung der Prismen und rundem Prismen-
gehäuse. C. 8 chü t z & C 0. , Cassel. 6. 1. 05.
Seh. 26 653. Vorrichtung zum Anzeigen des
spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten.
K. Schmidt, Nürnberg. 27. 11. 06.
V. 6666. Registriervorrichtung, bei welcher
durch die Anziehung von hinter dem Re-
gistrierstreifen angebrachten Elektromag-
neten der Schreibstift dem Papier periodisch
genähert wird. Ch. E. Vawter jr., Blacks-
burg, V. St. A. 24. 7. 06.
67. A. 13 797. Verfahren, Metallen ein frisches,
sammetartiges Aussehen zu geben. Mix
& Genest, Berlin. 24.11.06.
B. 41782. Verfahren und Vorrichtung zum
Schleifen von Kugelflächen mittels hohler,
nur mit einer ringförmigen Randfläche
schleifender Werkzeuge. M. Bentzon u. A.
H. Emerson, London. 28. 12. 05.
Erteflnngen.
21. Nr. 184 205. Verfahren zum feinstufigen
Schalten von Widerständen. Siemens-
Schuckert-Werke, Berlin. 10. 8. 06.
Nr. 184 210. Elektrizitätszähler. Schier-
steiner Metallwerk, Berlin. 8. 9. 06.
Nr. 184211. Blektrizitätszähler. Allg. Elek-
trizitäts-Ges., Berlin. 28. 10. 06.
80. Nr. 184 283. Hohlstöpsel mit konischem
Hohlraum für Flaschen. F. Feldtmann,
Altena. 17.10.05.
42. Nr. 184 455. Verfahren zur Bestimmung von
Temperaturen durch Thermoelemente. G.
A. Schultze u. A. Koepsel, Charlotten-
burg. 31.12.05.
Nr. 184 517. Thermometer mit Beleuchtungs-
vorrichtung. F. Senglaub, Elgersburg,
Thür. 13.9.06.
Nr. 184 518. Wägegläschen für Flüssigkeiten
mit eingeschliifenem hohlen Stopfen. K.
Buschmann, Dresden-N. 6. 9. 06.
Nr. 184 614 u. 184615. Ramsdensches Okular
mit einem zusammengesetzten Augenlinsen-
system, in dem eine chromatisch korri-
gierende Kittfläche ihre konkave Seite der
Feldlinse zukehrt; Zus. z. Fat. Nr. 179478.
C. Zeiß, Jena. 3.6.06.
Nr. 184639. Verfahren zur Trennung des
Fettes vom Eiweiß bei der Bestimmung des
Fettgehalts von Milch und anderen eiwelB-
und fetthaltigen Produkten. A. Sichler,
Leipzig. 11.12.03.
48. Nr. 184411. Verfahren zum Ätzen von
Metall. E. Albert, München. 8. 11. 05.
72. Nr. 184106. Visierfemrohr; Zus. z. Pat,
Nr. 158 736. F. Krupp, Essen, Ruhr.
21. 7. 05.
Fttr dl« Redaktton ▼erantworüloh: A. Blaiohk« In Berlin W.
Verlag ton Jnllns Springer In"; Berlin N. — Dniek ton Bmll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechanlker-Zeltimg.
Beiblatt zur Zeitsohrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Heft 9.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
1. Mai.
1907.
Nachdruck nur mit Genehmigiins der Redaktion s^estattet.
Zangenfutter.
Von K. Sqpp in SchwennJngen a. N.
Die im nachstehenden beschriebenen beiden Futter für Zangeneinsätse sind
schon vor einigen Jahren hergestellt worden und seither in Gebrauch gewesen. Während
dieser Zeit haben sie sich bewährt, so daß eine Veröffentlichung am Platze sein dürfte.
Die Futter sind natürlich nur als Ersatz für die eigentliche Zangeneinrichtung der be-
sonders dafür gebauten Spindelstöcke zu betrachten. Die Verwendung derselben ist
dementsprechend auch etwas eingeschränkter, besonders wenn die Drehbankspindel
nicht durchbohrt ist oder nur eine kleine Bohrung besitzt, wie dies bei den gewöhn-
lichen Spindelstöcken der Fall ist.
r
^,
V
H
l\
— 1-
r"--
1
Fig. 1.
Flg. 2.
Im wesentlichen bestehen die Futter aus dem Futterkörper, dem Preßring und
der Überfallmutter, dazu kommen noch die Zangeneinsätze.
Bei dem ersten Futter {Fig. 1) ist die Zange Z ähnlich den allgemein in
Gebrauch befindlichen, nur trägt sie vom noch einen Ansatz, gegen den sich, wie aus
dem Durchschnitt des Futters zu ersehen ist, der Preßring R legt. Wenn nun die
Überfallmutter M auf den Körper K geschraubt wird, legt sich der Ansatz der Mutter M
gegen den Preßring B und dieser wiederum gegen den Ansatz der Zange Z. Da bei
weiterem Anziehen der Mutter der Zangenkonus sich gegen den Futterkonus stützt, so
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82
H. Ru-pp, Zangenfuttcx. ^ V«reioc- u. Person«nnachxicht«n.
Denlsclio
liechaniker-Ztg.
muß sich natürlich die Zange schließen. Damit eich der Preßring bei dem Ansiehen
der Mutter nicht mitdreht, sind die beiden in der Figur sichtbaren Schräubchen in den
Preßring eingesetzt; in den Futterkörper sind zwei entsprechende Nuten eingefiräst, in
welche die hervorstehenden glatten Enden der Schräubchen eingreifen. Um sowolü
das Futter mit der Hand bequem auf- imd abschrauben, als auch die tJberfallmutter
anziehen zu können, sind in beide, wie in der Ansicht von oben zu ersehen, tiefe
Nuten eingehobelt oder gefräst. Die Ausbohrung und der Konus für die Aufnahme der
Zange muß genau hergestellt werden, da hiervon das genaue Zentrieren der Zangen
abhängt.
Das zweite Futter {Fig. 2) ist noch etwas einfacher als das eben beschriebene.
Hier hat die Zange Z ihren Konus in entgegengesetzter Richtimg und stützt sich mit
ihrem Fuß direkt auf die Spindelnase. Beim Aufschrauben der Mutter M legt sich
diese ebenfalls wieder gegen den Preßring R und dieser wieder gegen die Zange Z.
Da nun bei diesem Futter der Preßring mit dem Konus versehen ist, so wird, sobald
die Zange auf der Spindelnase aufsitzt, ein weiteres Anziehen der Mutter ein Zusammen-
pressen der Zange zur Folge haben.
Um hier einem Verdrehen des Preßringes vorzubeugen, sind in denselben zwei
längere Stellstifte 8 von verschieden starkem Durchmesser eingeschraubt; diese Stell-
stifte passen in zwei in den Körper K entsprechend eingebohrte Löcher. Unter Um-
ständen dürften hier statt zweier Stifte deren drei vorzuziehen sein. Die verschiedene
Stärke der Stifte soll ein falsches Aufsetzen des Preßringes verhindern. Mutter und
Körper sind ebenfalls wieder mit Nuten versehen. Die Bohrung für die Zange im
Körper und der Konus im Preßring müssen gut zusammen laufen.
Die Zangen sollen bei beiden Futtern gut in die Bohrung passen.
Die Futter sollen nach dem Einschneiden des Spindelgewindes auf derjenigen
Drehbank, auf welcher sie später gebraucht werden, hergestellt werden; zum mindesten
sollten der Futterkörper und der Konus für die Zangen auf dieser Drehbank fertiggedreht
werden, so daß wenigstens diejenigen Teile, auf welche* es besonders ankommt, zu-
sammen laufen. Gut wäre es auch, wenn Anzugfläche der Drehbankspindel und An-
zugfläche des Futters vor dem Drehen gegenseitig aufgeschliffen würden, damit das
Futter von Anfang an sicher mit der ganzen Auflagefläche anliegt.
Die Größe der Futter wird sich den jeweiligen Umständen anpassen müssen.
Die in der lüesigen Fachschule für Feinmechanik benützten Futter haben ziemlich starke
Durchmesser; die Zangen spannen bei diesen bis 20 mm Durchmesser.
Der diesjährige Mechanikertag wird
in Hannover abgehalten werden, und zwar
wieder im Monat August; das genauere
Datum wird in einem der nächsten Hefte
mitgeteilt werden.
D. 6. f. M. u. O. Abt. Berlin, R V.
Sitzung vom 28. April 1907. Vorsitzender:
Hr. W. Haensch.
Der Vorsitzende erinnert daran, daß Hr. W.
Handke vor einigen Tagen seinen 60. 6e-
biurtstag gefeiert habe; unser I. Vorsitzender
sei durch eine Reise verhindert, an der heu-
tigen Sitzung teilzunehmen, und es sei daher
nicht möglich, ihm hier, an der Statte seiner
Wirksamkeit, die Glückwünsche der D. G. aus-
zusprechen; möge es ihm vergönnt sein, noch
recht lange an der Spitze unseres Vereins
2u dessen Bestem und zum Segen für un-
sere Kunst weiterzuarbeiten! Redner erbittet
und erhält die Ermächtigung, Hm. Handke
die herzlichste Gratulation des Vereins zu
übermitteln.
Hr. Prof. G. Dalön spricht über die zur
Prüfung von Papier und Textilerzeugniseen
verwendeten Apparate. Als vor etwa 25 Jahren
die Verwendung des Holzschliffs und der Zellu-
lose in der Papierfabrikation, der Kunstwolle
in der Textilindustrie immer größeren Umfang
annahm, wurde eine exakte Prüfung der Fa-
brikate sowohl für den Produzenten wie fOr
den Verbraucher ein unumgängliches Erforder-
nis. Die einschlägigen Untersuchungen des
Materialprüfungsamts haben zunächst für
das Papier zur Aufstellung von Quaiitäts-
Klassen geführt. Die verschiedenen Apparate
wurden nach chronologischer Reihenfolge in
Projektionsbildern vorgeführt und erklärt.
Hr. Prof. Dr. L. Ambronn in Götüngen
hat den Kronenorden UI. Klasse erhalten.
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Heft 9.
1. Mai 1007.
Vereins- u. Personennachrichten. — Für Werlcstatt und Laboratorium.
83
Oberst Laussedat ist im Alter von 87 Jahren
zu Paris verschieden. Der Verstorbene war bis
vor wenigen Jahren Direktor des Contervatoire
des Arte et MSHera, eines Instituts, das heut
die Aufgaben unseres Deutschen Museums,
einer Fachschule und der Phys.-Techn. Reichs-
anstatt in sich vereinigt. Sowohl in dieser
Stellung wie auch als Vizepräsident der inter-
nationalen Jury für Feinmechanik auf den
Weltausstellungen 1878 und 1889 und als ihr
Präsident im Jahre 1900 hat Laussedat sich
große Verdienste um die Prazisionstechnik
seines Vaterlandes erworben. Insbesondere bei
dieser letzten Tätigkeit erwarb er sich anderer-
seits durch seine strenge Rechtlichkeit und
seine Liebenswürdigkeit die Hochachtung aller
Mitglieder der Jury, nicht zum mindesten der
deutschen. Auch hielt Laussedat seinerseits
nicht zurück mit der Anerkennung der Leistun-
gen, die die deutsche Feinmechanik in Paris
FOp Werkstatt
und Lahapatopium.
Verbesaerter Parallelschraubstoek.
(Teeglers Patent.)
Mitgeteilt von W. Klußmann
in Charlottenhurg.
Der von der Firma de Fries & Cie.
A.-G. in Düsseldorf hergestellte Schraub-
stock (s. Fig.) zeichnet sich durch kräftige
Bauart aus; das Vorderteil ist aus Temper-
stahlguß, das Hinterteil aus extra-zähem,
auf seine Bruchfestigkeit ständig kon-
trolliertem Spezialgrauguß angefertigt. Die
verdeckte Spindel ist gegen Eindringen
von Spänen gesichert; ebenso liegt die
Nut für den glasharten Spindelkopf ver-
deckt. Die Befestigung der Backen weicht
von der üblichen Art ab. Während sonst
gezeigt hatte. Angeregt durch den Erfolg, den
das gemeinsame Auftreten im Jahre 1900 den
deutschen Feinmechanikern verschafft hatte,
förderte Laussedat die Bestrebungen, in
gleicher Weise wie hei uns in der D. G. f. M.
u. 0. auch in Frankreich einen Sammelpunkt
für die Feinmechanik zu schaffen, und wirkte
aufs eifrigste mit bei der Gründung des Syndieat
des canstrueteurt en inatrumenU d^optique et de
prieUioiu
Am 20. Januar starb im Alter von 65 Jahren
eine englische Astronomin, Agnes Mary
Clerke. Ihre Forschungen und Veröffent-
lichungen betrafen vorzugsweise historische
und astrophysikalische Fragen ; ihre Geschichte
der Astronomie im 19. Jahrhundert z. B. hat
es auf vier Auflagen, ihr System der Sterne
auf zwei gebracht. A. M. Clerke war Ehren-
mitglied der Royal Astronomical Society , eine
Auszeichnung, die bisher nur drei Frauen außer
ihr zuteil geworden ist; die Royal Institution
verlieh ihr 1892 den Akton-Preis.
dieselbe durch Sehrauben erfolgt, die sich
leicht lockern, da sie nicht genügend an-
gezogen werden können und eine Sicherung
der Schrauben in der Regel fehlt, sind
hier Bolzen gewählt, die durch einen in
den Schraubstock gespannten passenden
Gegenstand, der auf deif Kopf des Bolzens
drückt, in die Bohrung hineingepreßt und
in dieser Lage durch kräftige Kömer-
schrauben (in der Fig. seitlich sichtbar) für
immer festgehalten werden. Der Gegen-
druck ist ein sehr hoher, da er durch die
Schraubstockspindel selbst erzeugt wird;
hierdurch wird ein Lockern der Körner-
schrauben vermieden.
Die Schraubstöcke werden auch in
drehbarer Anordnung mit durch den Tisch
gehender Stange in der üblichen Weise
hergestellt.
Die Preise der 7 Größen (Nr. 0 bis 6)
mit Backenbreiten von 80 bis 180 mm
und Spannweiten von 105 bis 200 mm
betragen für feste Anordnung 25 bis 72 M,
für drehbare 32 bis 83 M.
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84
Für Werkstatt und Laboratorium.
Deutsch«
Mechanlker-Ztg.
Zaponlack.
Ederi Jahrb. f. Photogr, 20. 8. 524. 1906.
Zur Herstellung von Zaponlack kann man
gut gereinigte Zelluloidfilms verwenden. Man
schneidet sie in kleine Stücke, füllt damit eine
Flasche bis zur Hälfte und gießt soviel Azeton
darauf, daß es etwa 2 cm darüber steht. Die
Flasche verkorkt man und schüttelt sie ab und
zu durch. Nach einigen Tagen hat sich eine
dicke Lösung gebildet, die mit gleichen Teilen
Azeton und Amylazelat soweit verdünnt wird,
daß sie so dünn wie Wasser ist, darauf filtriert
man durch Watte in eine enghalsige Flasche
und bedeckt dabei den Trichter, um Ver-
dunstung zu vermeiden, mit einer Glasplatte.
Klßm.
0 Albrecht *-Bohrfutter.
D. R. P.
Mitgeteilt von W.Klußmannin Charlottenburg.
Der Futterkörper ist mit einer Eindrehung
und mit einer dreiteiligen Ausfräsung zur Auf-
nahme der drei Spannbacken versehen (s. Fig 1).
Die Backen dreien sich um zylindrische Bolzen
Flg. 1.
Fig. 2.
(s. Fig. 2) und greifen mit ihren Fortsätzen in
drei Nuten des Mantels, welcher den Futter-
körper umgibt. Das Futter ist durch einen
Deckel abgeschlossen. Die erwähnten Bolzen
sind mit dem einen Bnde im Futterkörper, mit
dem andern im Deckel gelagert. In der Ein-
drehung des Futterkörpers ist zwischen Mantel
und Körper eine Spiral-Blattfeder derart ange-
ordnet, daß durch dieselbe mittels der drei
Nuten im Mantel die Backen geschlossen
werden. Dieses Schließen wird durch die ex-
zentrische Anordnung der Bolzen in den Backen
erreicht.
Der Vorzug dieses Futters besteht haupt-
sächlich darin, daß man beim Bin- und Aus-
spannen der Bohrer die Maschine nicht zum
Stillstand zu bringen hat. Man braucht nur
den Mantel festzuhalten, und das Futter öffnet
sich; steckt man nun den Bohrer zwischen die
Backen und läßt den Mantel los, so schnellen
die Backen zusammen, halten den Bohrer fest
und zentrieren ihn gleichzeitig. Je mehr der
Bohrer beansprucht wird, desto fester spannen
die exzentrisch angeordneten Spannbacken und
desto besser sollen auch die Bohrer zentriert
werden.
Der Futterkörper ist mit einem konischen
Loch versehen; die Montierung kann also ent-
weder auf einem Dom mit Morsekonus oder
auf einem mit Spindelgewinde versehenen
Zwischenstück erfolgen. Das Futter wird in
zwei Größen für Spannungen von 1 bis 5,5 mm
und von 5 bis 12 mm hergestellt; die Figur
stellt das kleinere Futter in natürlicher Größe
dar. Der Preis beträgt 20 bezw. 30 Af, eines
Domes mit Morsekonus Nr. 1 1,50 Af, mit Nr. 2
2,00 Af. Das Futter wird von der Firma
Boley & Leinen G. m. b. H. in Eßlingen
a. N. (Württemb.) hergestellt.
Zapfenfrftser.
Mttaüindmtr. Bvmdsch. IS. S. 1499. 1906.
Der in nachstehender Figur abgebildete
Zapfenfräser dürfte für manche einfache Ar-
beiten recht brauchbar sein, zumal da sich das
Messer bequem nachschleifen und auch durch
eins von anderen Abmessungen ersetzen läßt.
Das auf das Drehbankspindelgewinde
schraubbare Futter a ist mit einem Schlitz ver-
sehen, in welchen das Messer h gesteckt und
in dem es mittels des Keiles c befestigt werden
kann ; d und e sind die Schneiden des Messers.
Mit einem solchen Messer würden also Zapfen,
welche alle dieselbe Stärke und Länge haben,
hergestellt werden können.
uv;
<M
; h
Ref. möchte noch empfehlen, anstatt des
Spindelgewindes einen Konuszapfen anzu-
wenden, damit das Futter sowohl in die
Bpindeldocke als auch in den Reitstock ge-
steckt werden kann; event. könnte das Futter
<iuch auf ein Zwischenstück, das an dem einen
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Hell 9.
1. Mai 1907.
Für W«rkitatt und Labomtoiium.
85
Ende den Drehbankkonue, am anderen das
Bpindelgewinde hat, geschraubt werden.
Klßm.
HolzamhflUung ffir Porzellanreibe-
schalen.
Von Hans Fritsch.
Chem.'Zeitg, 30. 8. 1158. 1906.
Die Holzumhüllang schließt sich der Reibe-
scliale eng an, sie hat eine Aussparung für die
Schnauze der Schale und auBen am Boden drei
kleine Spitzen zum Festhalten auf der Unter-
lage, so daß ein Verschieben oder Drehen des
Ganzen während der Arbeit ausgeschlossen ist.
Diese Neuheit erleichtert das Arbeiten sehr,
da das anstrengende Halten der Schale erspart
wird. Der Rand der Schale muß hervorstehen,
um sie bequem aus der Fassung herausnehmen
zu können. Wb.
Einis^e Nenerungen am Englerschen
SchmlerölTiskoslnieter und Tabellen
für das Vlskosimeter.
Von L. Ubbelohde.
Chem.'Zig. 31. 8. 38. 1907.
Der Verf. schlägt zwei Neuerungen am
Engl er sehen Viskosimeter vor, welche die
Bchwisrigkeiten der Temperaturregulierung be-
seitigen, aber an den Hauptabmessungen des
Apparats nichts ändern, so daß die Prüfungs-
vorschriftenN nicht berührt werden. Die erste
Neuerung besteht in der Anbringung eines
flügelartigen Rührers 2), wie er schon in ähn-
licher Form bei den zwei- und vierfachen Vis-
kosimetem nach Martens angebracht ist.
Während der Rührer bei diesen letzteren in
der Mitte sitzt, ist er bei dem einfachen Vis-
kosimeter, wie die Zeichnung erkennen läßt,
seitlich befestigt. Der Rührer hat gegenüber
den sonst benutzten geraden Rührstäben den
Vorteil, daß er die über dem Boden befindliche,
durch die Flammen erwärmte Olschicht in Be-
wegung setzt.
Als zweite Neuerung hat Verf. einen doppel-
wandigen und mit schlecht leitender Asbest-
wolle gefüllten Deckel C angebracht und die
Seiten wände des Olgefäßes etwas erhöht. Die
Heizfllüssigkeit kann dann bis zur Höhe des
Deckels reichen, wodurch eine Wärmeaus-
strahlung an den oberen Teilen der Seiten-
wände verhindert wird, so daß es nicht mehr
nötig ist, das äußere Bad höher zu erwärmen
als das Versuchsöl. Bei diesem Apparat ist
es leicht, die Wärme des äußeren Bades und
des zu prüfenden Öles gleich hoch zu halten,
während bei dem einfachen Viskosimeter eine
Temperaturerhöhung des äußeren Bades bis zu
10^ erforderlich ist, um die Wärmeverluste
durch Ab Strahlung auszugleichen. Dadurch
wird aber ein Fehler hervorgerufen, weil das
Ausflußröhrchen ganz in einer Schicht liegt,
deren Temperatur höher als diejenige des Ver-
suchsöls ist. Der Fehler kann nach früheren
Versuchen von H olde und Schwarz 3 bis
6 ^Iq, je nach der Zähigkeit des Öles und je
nach der Höhe der Erwärmung, betragen.
Um die Temperatur während des Versuches
besser gleichmäßig erhalten zu können, ist dem
äußeren Bade eine größere Weite und dadurch
größere Kapazität gegeben. Eine Feststellvor-
richtung F für den hochgezogenen Verschluß-
stift verhindert das leidige Herabfallen des
Stiftes während des Versuchs.
Der Apparat ist als D. R. G. M. Nr. 289 150
geschützt und wird von der Firma Sommer
& Runge (Berlin SW 48, Wilhelmstr. 122) ge-
Uefert.
Die Tabellen, welche ebenfalls von genannter
Firma zu beziehen sind, dienen dazu, beim
Gebrauch des Viskosimeters alle Rechnungen
zu vermeiden und die Versuchsdauer in be-
quemer Weise bis auf den fünften Teil der
Zeit abzukürzen, ohne daß dadurch die Be-
stimmung weniger genau wird. Für die Ab-
kürzung der Versuche dient ein von Singer
und Holde angegebenes Verfahren, kleinere
Ölmengen, nämlich 50 und 100 eem, auslaufen
zu lassen. Wh.
Über ein registrierendes eielLtrisclies
Widerstandsthermometer, welches für
graphische Aufzeichnungen Ton
Fiebertemperaturen Terwendbar ist.
Von Th. Bruger.
Verk. d. Phys. Ges. 8. 8. 478. 1906.
Vorgetragen in der Sitzung der phys. Abt. der
78. Naturforscherversammlung.
Der Vortragende hat ein registrierendes
elektrisches Fernthermometer von solcher
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86
POr Wtrkatatt und Laboratorium.
Doatseh«
Mechanlker-Ztg.
Bmpfindlichkeit konstruiert, daß noch Zehntel-
grade angezeigt werden, so daß es besonders
auch als Fieberthermometer geeignet ist. Das
Instrument besteht aus einem Platin-Wider-
standsthermometer und einem Registrierapparat.
Das Widerstandsthermometer ist in zwei ver-
schiedenen Formen ausgeführt. Bei der einen
hat das dünne Platinband in einer schwach
konischen Silberhülse Platz gefunden und ist
mit seinen Enden an ein sehr biegsames Doppel-
kabel angeschlossen. Bei der zweiten Aus-
fUhrungsform ist der Platinwiderstand auf eine
Kupferplatte gewickelt und ebenfalls von einer
dünnen Silberhülse umgeben, während An-
schlußkabel wie bei dem vorigen Modell zur
Verbindung mit dem Registrierapparat dienen.
Das letztere Modell soll besonders bei Messungen
in der Achselhöhle Verwendung finden. Der
Anzeige- oder Registrierapparat ist nach dem
Prinzip, nach welchem ein Widerstand durch
das Verhältnis einer Spannung und eines
Stromes bezw. zweier Ströme gemessen wird,
als Drehspuleninstrument konstruiert. Wegen
der Einzelheiten sei auf die Originalabhandlung
verwiesen.
Die äußere Form eines Anzeigeapparats
zeigt die Abbildung. Das permanente Magnet-
system ist so eingebaut, daß die Kraftlinien
desselben horizontal verlaufen, und das System
der gekreuzten Drehspulen ist, damit die Lager-
reibung möglichst gering wird, um eine verti-
k4ile, an den Enden mit Bdelsteinlagem ver-
sehene Achse zwischen zwei festen Spitzen
drehbar angeordnet Wenn der Apparat, wie
das hier abgebildete Modell, als Wandinstrument
dienen soll, wird der sich in der Horizontal-
ebene drehende Zeiger vertikal abgekröpft
und spielt vor einer bogenförmigen Skala. Die
Wickelungs- und Widerstandsverhältnisse so-
wie die Form des festen Feldes sind so ge-
wählt, daß die auf der Skala befindliche Teilung
in Temperaturgrade im großen und ganzen
gleichmäßig verläuft. Außer diesem Wand-
instrument wird auch ein tragbares Instrument
in Holzkasten mit horizontaler von oben abzu-
lesender Skala hergestellt; femer ist der
Apparat auch als Registrierinstrument ausge-
bildet.
Die Handhabung und Inbetriebsetzung des
ganzen Instruments ist sehr einfach: Nachdem
das kleine Widerstandsthermometer an geeig-
neter Stelle untergebracht ist, schraubt man
die Enden des Fernleitungskabels an die mit
X bezeichneten Klemmen des Registrierapparats
und verbindet mit dem zweiten Klemmenpaar
derselben den Akkumulator unter Berücksich-
tigung der Polbezeichnung. Hierauf schaltet
man ein und setzt so das Uhrwerk in Be-
trieb.
Diese Apparate werden in den Werkstätten
der Firma Hartmann & Braun A.-G. in
Frankfurt a. M. hergestellt. Wb.
Neuer Natriumbrenner
der Firma Carl Zeiß in Jena.
Nach einem Froapekt»
Ein für Beobachtungen mit dem Refrakto-
meter, mit Polarisations- und Interferenzappa-
raten sefir bequemer Natriumbrenner, der eine
gleichmäßige Leuchtfläche von 4x5 cm dar-
bietet, ist in nachstehender Figur dargestellt.
Das Gußstück A, wel-
ches auf einen gewöhn-
lichen Bunsenbrenner auf-
gesteckt und mit Hilfe
der Schraube B festge-
klemmt ist , trägt den
Blechschirm K, welcher
einen rechteckigen Aus-
schnitt L hat, die Flach-
brennerdüse C und das
Salztischchen. E ist ein
mit Salz getränktes Bim-
stein plättchen, es wird von
der Feder F gehalten
und kann mittels der
Schraube J, welche auf
die Bandfeder QH wirkt,
der Flamme genähert wer-
den. Durch die Blende JST
werden von der Flamme
2) die flackernden Rän-
der abgeschnitten. So
wird eine helle Leucht-
fläche erzielt, welche sich 1 ~ '^
stundenlang gleichmäßig / — \
hält. Mk. <^^= '^ ^
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Heft 9.
1. Mai 1907.
Glattechnitches.
87
Siasteohnisohes.
Ein neues Verfahren zur Bestimmung
des Kampliers.
Von A. Arno st.
Zeitsehrift Unters. Nahrungs- u. Genußm, 12,
8. 532, 1906 nach Chem.-Ztg^
Bep. 31. 8. 55, 1907.
Der nebenstehend skizzierte kleine Apparat
dient zur quantitativen Bestimmung des
Kamphers auf folgende Weise. Man füllt den
Apparat bis zur Marke 90 mit angesäuertem
Wasser von 15 ^ schichtet darauf die zu unter-
suchende alkoholische Kampherlösung bis zum
Teilstrich 100, mischt und fügt
50 eem Petrolather von 0,64 bis
0,67 spez. Gewicht hinzu; als-
dann schüttelt man 2 Minuten
lang kräftig durch und liest
nach V2~B^^^di^®'^ Kühlen des
Apparats ab. Der Kampherge-
halt in Prozenten läßt sich nach
der Gleichung P= (a— Ä) • 10,074
berechnen, wobei a die ermit-
telte Petrolätherzunahme und
k die Alkoholkontraktion be-
deuten. Letztere wird durch Destillation von
50 ccm der alkoholisch-wässerigen Schicht nach
einer vom Verf. ausgearbeiteten Tabelle er-
mittelt. Wb.
Rothesclier Scliüitelappnrat.
Mitteilwigen aus dem Kgl Materialprüfungsamt
zu Groß-Liehterfelde West 24. 5. 281. 1906.
Zur analytischen Ermittlung des Gehalts der
Tinte an Gerb- und Gallussäure ist von der
früheren Kgl. chemisch - techni-
schen Versuchsanstalt in Berlin
ein Verfahren durchgebildet
worden, bei dessen Ausführung
zweckmäßig ein Rot he scher
Schüttelapparat von beistehen-
der Form zur Verwendung ge-
langt. Die Konstruktion ist aus
der Zeichnung vollkommen er-
sichtlich. Die Hahndurchboh-
rung bei 1 soll mindestens 4 mm
weit sein, damit beim Öffnen
des Hahnes die Flüssigkeiten
sich nicht in der Hahndurch-
bohrung stauen ; sollte dies den-
noch eintreten, so muß vor-
sichtig geschüttelt werden, da-
mit die Luft entweichen kann. Wh.
Neue AbleseTorrIchtune: för Thermo-
meter, Büretten u. s« w.
Chem.-Ztg, 31. 8. 115. 1907.
Die abgebildete Ablesevorrichtung von
Ludwig H. Zeller in Leipzig - Reudnitz soll
vorzugsweise bei Beckmann-Thermometern für
Gefrier- und Siedeapparate, bei kalorimetrischen
Thermometern u. s. w. Verwendung finden. Sie
hat mehrere Vorzüge vor andern ähnlichen
Einrichtungen. Das Gestell ist unzerbrechlich,
die Federung ist leicht und zum Anlegen an
Thermometer u. s. w. sind nur zwei Pinger
nötig. Auch ist ein Gleiten selbst bei den
dünnsten Thermometern ausgeschlossen, und
das lästige Eindrücken in die prismatische
Fassung durch Stellschrauben fällt weg. Das
genaue Ablesen feinster Teilungen ermöglicht
die Lupe (etwa 3,5-fache lin. Vergrößerung) mit
verstellbarer Fassung. Ref. möchte aber der
Befürchtung Ausdruck geben, daß leicht ein
Verbiegen des Lupenhalters eintreten kann, so
daß man alsdann nicht sicher vor parallak-
tischen Fehlem ist. Für Bürettenablesung
kann der (ebenfalls abgebildete) Spiegeleinsatz
benutzt werden. Für Ablesung bei trüber
Witterung oder an Thermometern , die im
Dunkeln stehen, ist der Glühlampeneinsatz zu
gebrauchen. Wb.
Destillationskolben zur Untersuchung
Ton Trinkbranntweinen.
Von M. Koebner.
Chem.'Ztg. 31. 8. 115. 1907.
Als Ersatz für die gebräuchliche umständ-
liche Apparatur zur Destillation des Brannt-
weins hat der Verf. folgende Vorrichtung er-
sonnen, die auch für andere Untersuchungen
verwendbar ist. Bin Glasstab wird einerseits zu
einer Spirale gebogen, andererseits zu einem
Haken, den man in das Ansatzrohr des De-
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88
QlajtachalfcbM.
G«w«rblichM.
D«iitMhe
stillationBkolbens einhängt. Man erhalt so
20 cm tiefer einen Rost, auf den Glasperlen
gelegt werden, die nun wie ein Destillieraufsatz
wirken. Über das Ansatzrohr wird ein Liebig-
SQher Kühler gezogen, der auch auf alle anderen
Ansatzrohre paßt. Die fQr die Untersuchung
erforderlichen vier Kolben von 7&0,i 200, 100,
60 em Inhalt müssen mit gleichdimensionierten
HAlsen versehen sein. Jeder Hals ist 25 em
lang, hat 3 em Durchmesser, trflgt ein 40 em
langes Ansatzrohr 5 em unter der oberen
Mündung und ist mit eingeschliffenem Stopfen
versehen. Die Apparatur wird von der Firma
C. Desaga in Heidelberg angefertigt.
Wb.
Sewephliohes.
Medico-hlstorische Sammluncr des
Kaiserin Friedrich-Hauses in Berlin«
Am 9. M&rz d. J. ist im Kaiserin Friedrich-
Haus für das ärztliche Fortbildungswesen die
neue medico - historische Sammlung eröffnet
worden. Der Kustos der Sammlung, Hr. Prof.
Dr. B. Holländer, wies in einem von zahl-
reichen Demonstrationen begleiteten Vortrage
auf die Aufgaben und Ziele einer medico-
bistorischen Sammlung hin, die einen Überblick
über die Geschichte der Medizin in Bildern,
Gegenständen und Dokumenten geben solle,
am in besonderer Weise den Vorbedingungen
des ärztlichen Fortbildungswesens zu dienen.
Die Sammlung umfaßt 11 Abteilungen, von
denen für unsere Leser besonders diejenige In-
teresse hat, die medizinische Gegenstände,
Plastiken und Instrumente umfaßt. Sehr be-
merkenswert darunter ist eine Sammlung alter
römischer chirurgischer Originalinstrumente,
die Pinzetten, Sonden, Sondenhalter, Pflaster-
spatel, scharfe Löffel, Nadeln, Meißel u. s. w.
enthält. Eine 2000 Jahre alte Pinzette federt
heute noch ausgezeichnet. Als Unica befinden
sich darunter ein Mundspatel mit Griff und ein
scharfer Haken aus der späteren Kaiserzeit,
auslaufend in eine Eidechse mit Rubinenaugen.
Ferner enthält diese Abteilung Zahnzangen
aus früheren Jahrhunderten, Schutzbrillen,
Hornbrillen mit und ohne Gläser, künstliche
Augen, das frühere Modell eines Augenspiegels
und eins der ältesten Modelle einer Elektrisier-
maschine mit langer, flaschenförmiger Walze.
Sehr interessant ist auch eine mechanische
Eisenhand mit Arm aus dem Anfang des
16. Jahrhunderts, dessen Ellenbogengelenk aus
vier Teilen besteht. Vier Finger sind einzeln
beweglich gegen die Handwurzel, in leicht ge-
krümmter Stellung gearbeitet, und bleiben bei
jedem Beugungsgrad stehen; der Daumen
nähert sich beim Schluß der Finger von selbst.
Die Mechanik ist noch vollkommen intakt,
nachdem die Daumenfederung repariert ist.
Außer kleineren Sägen sind auch größere
ältere Amputiersägen, fem er ein Kugelzieher
von 36 cm Länge aus dem 15. Jahrhundert be-
merkenswert Schließlich sei noch eine Kollek-
tion römischer Medizinflaschen und Gläser er-
wähnt, weil daraus zu ersehen ist, daß schon
im alten Rom die Glasblasekaust ziemlich ent-
wickelt war.
Es ist zu wünschen, daß die Sammlung
durch reichliche Zuwendungen möglichst ver-
vollständigt wird, damit sie ihren Zweck, als
Lehrmittel für das ärztliche Fortbildungswesen
zu dienen, gut erfüllen kann. Wb^
Eine Deutsche Schiff bau- Ausstelltuig wird
vom Verein Deutscher Schiffswerften
während der Monate April bis Oktober 1908 in
dem Ausstellungsgebäude am Zoologischen
Garten zu Berlin veranstaltet werden. Die
Leitung der Ausstellung liegt in den Händen
des Geh. Regierungsrates Prof. Busley (Berlin
NW 40, Kronprinzenufer 2). Außer Schiffs-
modellen u. dgl. sollen auch nautische Instru^
meute vorgeführt werden.
Internationale Pliotograpliisclie Aus-
stellung zn Dresden 1909.
Am 6. April fand in Dresden die gründende
Versammlung unter Leitung des Oberbürger-
meisters Hrn. Geh. Finanzrat Beut 1er statt.
Es waren etwa 70 Herren aus allen Teilen
Deutschlands und aus allen Gebieten der
Photographie erschienen; die sächsische Re-
gierung war durch Hrn. Geh. Regierungarat
Stadler vertreten. Der vom vorbereitenden
Ausschuß vorgelegte Programmentwurf 'warde
genehmigt. Die Ausstellung wird im Dresdener
Ausstellungspalast stattfinden und völlig inter-
nationalen Charakter haben. Die Versammlung
genehmigte femer den Entwurf der Satzungen
und wählte das Direktorium , den Arbeits-
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Gewerblich«!. - BUcherschau.
89
ausschcrß und zum Vorsitzenden der Ausstellung
Hm. Professor Seyffert von der Königlichen
Kunstgewerbeschule.
Zo]ltarif*Eot8Cheldimsren.
A'MtroHseher Bund. ^ Brdmanns " Wasser-
standsmesser, bestehend aus einer luftdicht
verschlossenen und mit Quecksilber beschwerten
Glasröhre, als anderweit nicht genannte Glas-
ware 20% ▼• Werte.
Ver. Staaten van Nordamerika. Teleskope,
die mit Gewehren zusammen eingehen und
derart angepaßt sind, daß je ein Teleskop nur
für je ein bestimmtes Gewehr genommen werden
kann, sind als Teile von Gewehren nach § 157
des Tarifs mit 25% des Wertes zu verzollen.
Der Umstand, daß, um Beschädigungen zu ver-
meiden, die Teleskope getrennt von den Ge-
wehren in derselben Kiste verpackt, sowie daß
sie getrennt in derselben Faktura aufgeführt
sind, hat auf die Verzollung keinen Einfluß.
Die Einrichtung eines chemischen La-
boratoriums in Reggio (Calabrien) zur För-
derung der Citrusfruchtindustrie mit einem
Kostenaufwand von 18000 Lire ist von der
dortigen Handelskammer beschlossen worden.
BOohapsGhau.
J. Zeidler, Die elektrischen Bogenlampen,
deren Prinzip, Konstruktion und Anwendung.
(Heft 6 der Elektrotechnik in Einzeldar-
stellungen). P raunschweig, Fr. Vi e weg
& Sohn 1906. 8o. X, 143 S. mit 130 Abb.
und 1 Kurventafel. 5,00 M, geb. in Leinw.
6.00 M.
Das Heft enthält das für den Studenten
der Elektrotechnik und den Installateur Wissens-
werte auf dem Gebiete der Bogenlampe, deren
Konstruktion daher möglichst ausführlich und
allgemein dargelegt ist. Der erste Teil be-
handelt das Prinzip der elektrischen Bogen-
lampen und deren elektrische Verhältnisse, der
zweite Teil die Konstruktion der Lampen, der
dritte die Lichtverteilung, Lichtstärke und die
Anwendung der Lampen für die Beleuchtung,
der vierte Teil die äußere Schaltung (In-
stallation) und die Nebenapparate. Dem Ganzen
vorangestellt ist eine Einteilung der Bogen-
lampenkonstruktion, die vom Verf. nach drei
Gesichtspunkten vorgenommen wird; er teilt
die Larapen ein: erstens in rein elektrischer.
Hinsicht in Hauptstrom-, Nebenschluß- und
Differentialbogenlampen je für^ Gleichstrom
oder Wechselstrom ; zweitens in elektromecha-
nischer Hinsicht in Lampen mit Hufeisen,
Solenoid oder Elektromagnet ^ ia solche mit
offenem oder eingeschlossenem Lichtbogen, in
Lampen mit gewöhnlichen Kohlenstiften und
solche mit Leuchtzusatz (Flammenbogenlampen),
in Lampen für direktes oder indirektes Licht;
drittens in rein mechanischer Hinsicht in
Lampen mit übereinander stehenden oder neben- .
einander gelagerten Kohlen, in solche mit
festem oder sinkendem Brennpunkt, in* Freifall-
lampen und solche mit Räderwerk. Dies Ein-
teilungsprinzip erscheint wohl nicht ganz ein-
wandsfrei, besonders die Einteilung in elektro-
mechanischer Hinsicht; einige der darunter auf-
geführten Punkte dürften wohl besser unter
eine Einteilung in optischer Hinsicht passen,
die ganz fehlt. Doch ist dieser Umstand inso-
fern weniger von Bedeutung, als die Einteilung
nur teilweise befolgt wird, so im ersten Ab-
schnitt die Einteilung in Hauptstrom-:, Neben-
schluß- und Differentialbogenlampen, deren
Prinzip und Unterscheidungsmerkmale auch
bezüglich der äußeren Schaltung dort dargelegt
werden. Den größten Raum (64 S.) beainsprücht
die im zweiten Abschnitt behandelte Kon-
struktion der Lampen, worin für Lampen mit
gewöhnlichen Kohlen, für Flammenbogenlampen
und für Dauerbrandbogenlampen alle einzelnen
Konstruktionsteile (Grundplatte,Blektromagnete,
Laufwerk, Arretierwerke, Luftbremöe, Gehäuse
u. s. w.) beschrieben und abgebildet sind.'
Ferner iat in diesem Abschnitt eine Anzahl
kompletter Bogenlampen spezieller Konstruktion
beschrieben. Im dritten Abschnitt werden die
bekannten graphischen Darstellungen für die
hemisphärische Licht Verteilung verschiedener
Lampenarton mit und ohne Glocke in Polar-
kurven gegeben. In einer am Ende des Buches
beigefügten Tafel sind die mittleren hemi-
sphärischen Lichtstärken von Bogenlampen bei
verschiedener Stromstärke aufgetragen. Im
zweiten Teil des Abschnitts (Beleuchtung) ist
allgemein und an der Hand von Beispielen
gezeigt, wie die Polarkurven benutzt werden
zur Berechnung der Beleuchtung von Räumen,
Plätzen u. s. w. Aus einer beigefügten Ta-
belle ist die für verschiedene Industrien
(Spinnereien, Druckereien u. s. w.) erforderliche
durchschnittliche Beleuchtungsstärke ersichtlich.
Im letzten Abschnitt sind die Apparate für die
äußere Schaltung (Vorschaltwiderstände, Eii^-
und Ausschalter) und die für diese in Betracht
kommenden Gesichtspunkte behandelt. Eine
Tabelle über die Kosten der gebräuchlichsten .
Lichtquellen nach Wedding, eine Zusammen-
stellung der photometrischen Einheiten nach
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90
Bttchcrtchau. — Pat«ntflchAu.
Deutsch«
MechMükflT-Ztu.
L. Weber und ein alphabetisches Sachregister
bilden den Schluß des Bandes, der die Materie
wohl so erschöpfend behandelt, wie es fQr den
angegebenen Zweck notwendig erscheint. Die
äußere Ausstattung des Buches ist, wie nicht
anders zu erwarten, eine vorzügliche, und auch
die Darstelluugsweise läßt nichts zu wünschen
übrig. Daher kann auch dieses Heft der Einzel-
darstellungen den Interessenten empfohlen
werden. W. J.
L. Pfaundler» Müller-Pouillets Lehrbuch
der Physik und der Meteorologie in 4 Bänden,
10. umgearb. u. verm. Aufl., 8*^. Brauu-
schweig, F. Vieweg & Sohn.
I. Bd. L. Pfaundler, Mechanik und
Akustik, XIV, 802 S. mit 888 Fig. 1905/06.
Der I. Band, Mechanik und Akustik ent-
haltend, ist von dem Herausgeber der neuen
Auflage, von dem auch die beiden vorher-
gehenden Auflagen (mit Ausnahme des op-
tischen Teiles der 9. Aufl.) abgefaßt wurden,
bearbeitet; ein Werk, das in so zahlreichen
Auflagen erschienen und von demselben Autor
wiederholt durchgearbeitet ist, bietet dadurch
schon an sich eine Garantie für seine Vor-
trefflichkeit. Die neue Auflage rechtfertigt
diese Erwartung durchaus und erfüllt ihren
Zweck, einen weiteren Leserkreis ohne die
Kenntnis der Differential- und Integralrechnung
sachgemäß in die Experimentalphysik ein-
zuführen, in bester Weise. Insbesondere wird
der Mechaniker, dem die sonstigen eine
theoretische Vorbildung voraussetzenden Hand-
bücher der Physik nicht geeignet erscheinen.
von dem Studium dieses Werkes großen Nutzen
ziehen können. Die sehr zahlreichen Abbil-
dungen geben alle konstruktiven Einzelheiten
der Apparate auf das genaueste wieder, und
die Beschreibung derselben ist klar und leicht
verständlich.
In einer Hinsicht befriedigt die Umarbeitung
der neuen Auflage allerdings nicht ganz: die
Neuerscheinungen auf dem Gebiete der Physik
aus den letzten Jahren werden nicht genügend
berücksichtigt. So ist z. B. der Schi ick sehe
Schiffskreisel zur Verminderung der Schiffs-
bewegungen bei Seegang nicht erwähnt; ferner
fehlen Angaben über die ölluftpumpen mit ro-
tierendem Kolben, die neuerdings eine weite
Verbreitung gefunden haben. Das Kapitel über
Luftballons ist vollständig umgearbeitet, und
darin die Fahrten von Glaisher und Coxwell
aus dem Jahre 1862 neu angeführt, nicht aber
die viel wichtigeren und erfolgreicheren von
Berson und Süring aus dem letzten Jahr-
zehnt. Es fehlt auch der Tonvariator von
Stern u. a. m.
Hiervon abgesehen bietet das Werk jedoch
eine eingehende Obersicht über die behandelten
Gebiete der Physik und wird jedem wertvollen
Rat und Belehrung verschaffen. Auch die Aus-
stattung des Werkes verdient volles Lob; aller-
dings ist bei dieser nicht an allen Stellen, wo
es vielleicht wünschenswert erscheint, eine
Modernisierung erfolgt; so ist auf 8, 642 das
Bild einer gedeckten Schraubenkorvette dar-
gestellt; ein solches Fahrzeug dürfte von einem
an moderne Marinetypen gewöhnten Auge
kaum als ein Kriegsschiff erkannt werden.
Mk,
Patentsoha
Ferrariszähler mit eisenfreier Hauptstromspule und mit einem in zwei Zweige ge-
teilten Nebenschlußstromfelde, dessen Magnetkern auf der dem umlaufenden Anker zugewendeten
Seite kurzgeschlossene Spulen trägt, während der andere Zweig sich auf der entgegengesetzten
Seite schließt und mit einem Schlitze versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß in diesen
Schlitz zwecks Regelung des motorisch wirkenden Nebenschlußstromfeldes ein Metallblättchen
eingeführt wird. Sociötö Genevoise etc. in Genf. 23. 8. 1901. Nr. 169 545. Kl. 21.
Dreischenkliger Zirkel zum Auftragen von Winkeln, bei welchem die Achsen der
Gelenke senkrecht zueinander stehen, dadurch gekennzeichnet, daß einer der Schenkel derart
verlängerbar ist, daß bei jeder Ablenkung der Schenkel einer der Winkel, welcher von den
durch die drei Schenkelspitzen gezogenen Linien gebildet wurde, stets ein rechter bleibt. J.
Pilsatneeks in Riga, Rußl. 18.10.1904. Nr, 169 757. Kl. 42. (Vgl diese Zeitschrift 1906, 8. JiOJ^).
Röntgenröhre mit Wasserkfihlong, bei welcher die Antikathode mit der Ktihlflüsaig-
keit durch eine Anzahl von Drähten in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß die
Drähte unmittelbar an verschiedenen Stellen der Antikathode angebracht sind. H. Bauer in
Beriln. 23.2.1906. Nr. 170189. Kl. 21.
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£5*1907. PaunUchÄU. 91
1. MAi 1907.
Zylindrische Lehrbolzen und Lehrringe, Toleranz- (Differenz-) Mähe und zylindrische
Gewindelehren mit einer konischen Vorlehre mit oder ohne Teilung, dadurch gekennzeichnet,
daß die konische Vorlehre ohne Zwischenraum die Fortsetzung der Hauptlehre bildet. Dolze
& Slotta m Coswig L 8. 15. 7. 1904. Nr. 170 306. Kl. 42.
Vorrichtung znm Auswechseln yon Fadensystemen in optiachen Instrumenten, da-
durch gekennzeichnet, daß auf einer in dem Fernrohr gelagerten Walze verschiedene Faden-
systeme angeordnet sind, die von außen durch Drehen der "Walze mit Hilfe eines auf der Welle
der Walze aufgesetzten, außerhalb des Fernrohres vorgesehenen Knopfes o. dgi. nacheinander
in die Bildebene gebracht werden können. k. Weigel in Braunschweig. 9. 7. 1905.
Nr. 170 238. Kl. 42.
Vorrichtong snr gewichtsanalytiscben Bestimmung der Fettsänre in Seifen und
Seifenlaugen, gekennzeichnet durch einen unten geschlossenen Zcrsetzungsbehalter und einen
beiderseitig offenen, auf den Behälter gut dichtend aufgeschliffenen, abnehmbaren Hals. M.
Pitsch und G. Lotterhos in Berlin. 6. 4. 1904. Nr. 170444. KI. 42.
Einriohtang snr rechtzeitigen Entkupplnng des Maximnmzeigers an Blektrizitats-
z&hlem zur Bestimmung des Maximalverbrauchs zwecks Verhinderung einer falschen Mazimum-
angabe bei zeitweiser Stromunterbrechung, gekennzeichnet durch eine mit der Antriebsvorrichtung
einer Uhr mechanisch und elektrisch derart gekuppelte Kontaktvorrichtung, daß die elektrische
Kupplung wahrend der Periode wirksam ist, wahrend welcher die mechanische Kupplung aus-
gelöst ist, bei Stromunterbrechung die Bntkupplung mit der Uhr in dieser Periode eintritt und
die Kupplung in dem Augenblick elektrisch wieder hergestellt wird, wenn die Anschlußleitung
wieder unter Strom steht. AUg. Elektrizitats-Gesellschaft in Berlin. 3. 8. 1905.
Nr. 170509. Kl. 21.
Verfahren zum Anlassen yon mit einphasigem Wechselstrom betriebenen Gas- oder
Dampfapparaten nach Art der Hewittschen Quecksilberlampe mit zwei bei jeder vollen Periode
des zugefQhrten Wechselstromes abwechselnd mit einer negativen Elektrode zusammenwirkenden
positiven Elektroden, bei denen zur Aufrechterhaltung des Stromdurchganges durch die Gas-
oder Dampfsaule zur Zeit des Auftretens geringer Spannung der negativen Elektrode eine
Drosselspule vorgeschaltet ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem Apparat durch eine Hilfs-
elektrode oder eine der positiven Elektroden beim Einschalten eine die Betriebsspannung über-
steigende Spannung zugeführt wird. Siemens & Halske ia Berlin. 30. 7. 1904. Nr. 169928. Kl. 21.
Stangenzirkel ^um Zeichnen von Evolventen, gekennzeichnet durch einen an der
Stange feststellbaren Schieber mit an ihm parallel zur Zeichenebene und senkrecht zur Stangen-
achse verschiebbaren Lineal, welches den auf dem Grundkreis einstellbaren Zeichenstift tragt
und durch ein Rad, das durch Zahnrader von einem auf dem Grundkreis laufenden zweiten Rad
angetrieben wird, senkrecht zur Stange fortbewegt wird. P. L. Lohrke in Turin. 28. 4. 1905.
Nr. 170598. Kl. 49.
Verfahren anm Veredeln yon Alaminittmlegierangen durch Glühen und Abschrecken
von einer höheren auf eine tiefere Temperatur, dadurch gekennzeichnet, daß das Glühen im Be-
reiche eines Temperaturintervalles erfolgt, das durch den Erstarrungspunkt einerseits und durch
eine tiefer gelegene, charakteristische Temperaturgrenze (y^-Temperatur) andererseits begrenz
ist, welche letztere durch die Diskontinuität (Knickpunkt) der Erstarrungskurve oder anderer
Temperaturkurven bestimmt wird, worauf die Legierungen innerhalb eines Temperaturintervalles
abgeschreckt werden, das etwa zwischen 30^ C oberhalb und 80^ C unterhalb der ^-Temperatur
liegt. Zentralstelle für wissenschaftlich-technische Untersuchungen in Neubabels-
berg. 20.10.1908. Nr. 170085. Kl. 48.
Elektrizitätazähler, der auf Gangunterschied zweier Uhr- oder Laufwerke beruht, da-
durch gekennzeichnet, daß der abgezweigte Teil des Nutzstromes durch die Pendel fließt,
wahrend das Spannungsfeld durch Elektromagnete erzeugt wird, welche durch einen der
Spannung proportionalen Strom erregt worden. H. Aron in Charlottenburg. 16. 5. 1905.
Nr. 171 599. Kl. 21.
Selbstzeichnendes VTattmeter oder Kilowattmeter für Wechselstrom-, besonders für
Dreiphasenstromkreise, bei welchen zwei gesonderte wattmetrische Spulensysteme auf ein be-
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92
PatentAcbäu. — PatentÜst«.
DöQtsciui
Mechanlker-Ztg.
; wegliches System einwirken; wobei die Nebenschluß Wicklungen an derselben, mit einer Schreib-
, feder versehenen Welle befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß jedes wattmetrische Spulen-
^.System einen magnetischen unterteilten Kreis besitzt, welcher den Hauptstrom- und Neben-
sChlußwicklungen gemeinsam ist und mit einem Luftraum im Verzweigungspunkt des Haupt-
stromkreises versehen ist, derart, daß dieser Kern einen ununterbrochenen magnetischen Panzer
für die von der Hauptstromwicklung hervorgebrachte magnetische Strömung und einen unter-
brochenen magnetischen Kreis für die von der Nebenschlußwicklung herrOhrende magnetische
Strömung bildet. V. Arcioni in Mailand. 8. 9. 1905. Nr. 171 600. Kl. 21.
'Binrichtung zur Prüfung von Magneten, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremskraft
der Magnete auf relativ zu ihnen bewegte metallene Massen ein Meßorgan aus seiner durch
andere Kräfte bedingten, nicht durch die Bremsung der Magnete beeinflußten Ruhelage in eine
andere Ruhelage bringt und daß diese Veränderung der Ruhelage als Maß fQr die Starke der
Magnete dient. Hartmann & Braun in Prankfurt a. M. 31. 1. 1905. Nr. 171674. Kl. 31.
Heizvorrichtnng für QaecksUberdampflampen und ahnliche Apparate, dadurch ge-
kennzeichnet, daß derselben ein Widerstand aus Magnetit oder aus einem anderen Stoffe mit
.hohem negativen Temperaturkoeffizienten parallel geschaltet ist, so daß sich die Brwarmung
.selbsttätig nach der äußeren Temperatur richtet. AUgem. Blektrizitäts-Gesellschaft in
Berlin. 15- 10. 1905. Nr. 171 154. Kl. 21.
Patentllste.
Bis zum 8. April 1907.
Klasse: Anmeldimgen,
4« D. 16 644. Vorrichtung zum Mischen zweier
Gase. H. Dübendorfer, ZQrich-Wiedikon.
20. 1. 06.
21. P. 18 248. Röntgenröhre mit im Innern an-
gebrachter Blende. Polyphos Blektri-
zitäts - Gesellschaft, München. 5. 3. 06.
P. ' 19 049. Röntgenröhre mit besonderer Anti-
kathode. Dieselbe. 18.10.06.
R. 22830. Röntgenröhre für Wechselstrom.
Reiniger, Gebbert & Schall, Briangen.
25. 5. 06.
Bch. 26530. Verfahren, um Glühlampen mit
Du^chleitungsdrähten aus unedlem Metall aus-
zustatten. Schott & Gen., Jena. 5.11.06.
40. C. 14 794. Aluminiumlegierung. Zentral-
stelle für wissensch.-techn. Unter-
suchungen, Neubabelsberg. 17.7.06.
J. 8144. Verfahret^ zur Veredelung von Kupfer-
;Binklegierungen; Zus. z. Pat. Nr. 166 893. A.
Jacobsen, Hamburg. 22. 11. 04.
42. A. 13077. Vorrichtung zur Festlegung des
Schiffsortea auf der Seekarte sowie zur Be-
stimmung des von diesem Ort zu steuernden
Kurses mit Hilfe zweier einander zuge-
kehrter, auf Schienen einstellbarer Trans-
porteure. J. N. An seil, San Francisco,
V. StA. 14.4.06. .
K. 32 024. Schiffsgeschwindigkeitsmesser, bei
welchem eine Platte unmittelbar dem
Wasserdruck ausgesetzt wird. A. Klapp-
roth, Hannover. 11.5.06.
L. 23 125. Vorrichtung zur Aufrechterhaltung
«Ines konstanten Niveaus. H. Leiser,
Berlin. 5.9.06.
L. 23164. Mikrometer. L. Loewe& Co.,
Berlin. 14.9.06.
L. 28165. Toleranzmikrometerlehre. Derselbe.
14. 9. 06.
Seh. 26419. Binsatzbefestigung an Zirkeln;
Zus. z. Pat. Nr. 182582. G. Schoenner.
Nürnberg. 18. 10. 06.
Z. 4947. Ramsdensches Okular, dessen Augen-
linsensystem aus einer sammelnden ein-
fachen Linse und einer höchstens halb so
starken zerstreuenden oder sammelnden
Doppellinse besteht. C. Zeiß, Jena. 11.6.06.
ErMliugeB.
21. Nr. 184817. Stahlhartemesser. B. Lutz,
Stuttgart, u. R. Mützky, Priebua, Schles.
21. 7. 05.
Nr. 184 961. Magnet für elektrische Meßge-
räte. J. Herman, Budapest. 20.8.05.
Nr. 184973. Blektrischet Meßinstrument. H.
Ph. Davis u. P. M. Gahan, Pittsburg,
V. StA. 26.5.06.
Nr. 184974. Verfahren zur Messung der Pe-
riodenzahl eines Wechselstromes beliebiger
Frequenz und Kurvenform. A. Kru-
kowsky, Kiew. 25.10.06.
42. Nr. 184805. Vorrichtung zur Bestimmung
des Kohlensäuregehaltes in Gaagemiachen.
Ströhlein & Co., Düsseldorf. 15. 9.05.
Nr. 184 822. Volumetrisches Verfahren zur
Fettbestimmung von Rahm. A. Sichler
Leipzig. ,13.2.06.
Nr. 185 062. Vorrichtung zum Messen der
Schiffsgeschwindigkeiten. J. Heyn, Stettin.
17. 11. 05.
Pttr dl« RadakUon Yenjitworülch: A-BUschkcln Berlin W.
y«rlftg Ton Jnllnt Sprinfar In Btrlln N. — Drnek Ton Bmil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Meehanlker-Zeltimg.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnunentenkiuide
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 10. 15. Mai. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Zur Geschichte
der
Entwicklung: der mechanischen Kunst^^.
Neue Beiträge zur Geschichte der Mechaniker Göttingens
im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Von Prof. O. Behrendaen in GOttingen.
Gelegentlich der letzten Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 veranstalteten
die vereinigten Mechaniker Göttingens eine Denkschrift 2), welche bezweckte, den
weitesten Kreisen die Bedeutung ihrer Betriebe darzulegen. Das Ganze leitete eine
Geschichte der Göttinger Mechanik ein, die zeigen sollte, wie tief in der Vergangenheit
der jetzige blühende Bestand der dortigen Feinmechanik wurzelt. — Die Abfassung der
Denkschrift, insbesondere der Geschichtseinleitung, halte man in die Hände des Ver-
fassers dieser Zeilen gelegt. Es war damals nicht gerade leicht, eine irgend erschöpfende
Darstellung der mechanischen Tätigkeit früherer Zeiten, insbesondere des 18. Jahr-
hunderts, zu geben. Die Quellen flössen dafür allzu spärlich. Neben den dürftigen
Angaben in Pütters Gelehrtengeschichte^) und den ganz unzureichenden Notizen bei
M. Rintelen*) mußte im wesentlichen eine Durchsicht der noch vorhandenen alten
Apparate auf den hiesigen Instituten zu dem historischen Material verhelfen. Be-
sonders lieferte die Sternwarte eine verhältnismäßig große Ausbeute an historischen
Tatsachen. Daß diese gewonnen werden konnten, verdankt der Verfasser der stets
bereitwilligen Güte des Herrn Prof. Dr. Am brenn, der das vorhandene Material jeder-
zeit der Besichtigung zugänglich machte.
Wenn auch in der oben erwähnten Denkschrift die geschichtliche Übersicht des
18. Jahrhunderts nur in großen Zügen gegeben werden konnte, so ist doch keiner der
in Frage kommenden wichtigeren Vertreter der Mechanik jener Zeiten ganz unberück-
sichtigt geblieben.
Seit dem Erscheinen der Denkschrift sind nun ganz unerwartete Quellen er-
öffnet worden, welche nunmehr gestatten, das geschichtliche Bild im 18. und in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts weit sorgfältiger und reicher auszugestalten. Die
Persönlichkeiten der Hauptträger treten dadurch in liebevolleren Einzelheiten weit
schärfer hervor; ihre Arbeiten, ihre Wertschätzung, ihre materielle Lage und ihre
Familienverhältnisse entziehen sich nicht mehr so wie früher unserer Beurteilung.
1) Mit der nachfolgenden Abhandlung werden im Sinne der Verhandlungen auf den
letzten Mechanikertagen die historischen Veröffentlichungen wieder aufgenommen, die die Zeitsehr.
f, Instrkde. in den Jahren 1882 bis 1894 unter obigem Titel gebracht hat.
2) Die mechanischen Werkstätten der Stadt Göttingen, ihre Geschichte und ihre gegen-
wartige Einrichtung. Besorgt von 0. Behrendsen. Melle, F. E. Haag 1900.
3) Pütt er, Versuch einer akademischen Gelehrtengeschichte der Georg Augustus-
Univeraität zu GOttingen. I.Bd. 1765, II. Bd. 1787, III. Bd. (Saalfeld) 1820, IV. Bd. (Ost er ley) 1837.
*) Rintelen, Versuch einer skizzierten Beschreibung von Göttingen nach seiner gegen-
wartigen Beschaffenheit. Göttingen 1794.
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94 0. Behrendsen, 2ur Geschichte der Mechaniker Gfittlngens. MechlmU[er-'
Mechanlker-Ztg.
In erster Reihe ist es die vortreffliche Herausgabe der Briefe Lichtenbergs durch
A. Leitzmann und C. Schüddekopf in 3 Bänden (1901— 1904)/ die auch auf einzelne
mechanische Künstler jener Tage ein unerwartetes Licht werfen. Die außerordentlich
lohnende Lektüre dieses Werkes brachte auch den Verfasser darauf, noch weiteren
Quellen nachzugehen. So wurden die Kirchenbücher der Stadt elfter möglichst genauen
Durchsicht unterzogen. Ein weiterer glücklicher Zufall, die Lektüre einer Dissertation^)
von Dr. C. Müller, gab den Anstoß, in dem Archiv des Universitätskuratoriums nach
weiterem Material zu suchen. Die Benutzung desselben wurde von dem Herrn Kurator
der Universität, Geheimrat Dr. Hopf er, in der liberalsten Weise gestattet, wofür der
Verfasser hiermit seinen ergebensten Dank ausspricht. Der Erfolg der Durchforschung
der bezüglichen Akten war ein ganz überraschender.
Auch war Herr Dr. Meyermann in GWttingen, der ein genauer Kenner der
städtischen Geschichte ist, so liebenswürdig, die Bürgerbücher nach dieser Richtung hin
einer Durchsicht zu unterziehen, wodurch einige sehr dankenswerte Aufschlüsse ge-
wonnen wurden^).
Da nun die Deutsche Gesellschaft für Mechanik und Optik eine Geschichte
der deutschen Mechanik auf ihr Programm gesetzt hat, eine solche aber nur geschaffen
werden kann, wenn an möglichst zahbreichen Orten die Spezialforscbung einsetzt
(wozu das jetzt in München ins Leben gerufene Deutsche Museum von Werken der
Mechanik ein außerordentlich wertvolles Material darbieten wird), so hält im Einver-
ständnis mit Herrn Professor Dr. Ambronn, in dessen Hand die Redaktion dieser
Mechanikergeschichte gelegt ist, der Verfasser es nicht für wertlos, die Göttinger Ver-
hältnisse im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von neuem einer ein-
gehenden Beleuchtung zu unterziehen. Das persönliche Element, die Beziehungen zur
Universität und zu einzelnen Universitätslehrern, der dadurch auf den Einzelnen aus-
geübte Einfluß, der Wirkungskreis und die dadurch bedingte wirtschaftliche Lage der
mechanischen Künstler, ihre Schicksale und die Art ihrer Ausbildung, kurz ihr Werde-
gang, das alles will die im folgenden gegebene Darstellung berücksichtigen, soweit das
Material dazu ausreicht. Nur ein Punkt muß leider vorläufig unberücksichtigt bleiben,
das ist die Art und Weise, in der sich die Arbeitsmethoden der mechanischen Kunst
von rein technischem Standpunkte aus entwickelt haben. Derartiges kann wohl nur ein
speziell technisch gebildeter Forscher leisten, und auch nur dann, wenn ein ausgiebiges
historisches Material zur Verfügung steht. Für ein spezielles Sondergebiet wird überhaupt
diese Seite der Geschichte sich nicht realisieren lassen. Man wird zuMeden sein müssen,
wenn hierin für das gesamte Deutschland die Forschung zu einem wirklich befriedigenden
Resultat gelangt.
Ein Vorhandensein mechanischer Werkstätten in Göttingen ist vor Gründung
der Universität nicht urkundlich zu belegen. Nirgends, weder in den Steuerlisten noch
im Bürgerbuche der Stadt, werden derartige Betriebe erwähnt. Wir müssen daher an-
nehmen, daß erst nach Eröffnung der Universität i. J. 1734 sich Einzelne dem Mechaniker-
gewerbe zuwendeten, zum Teil wohl Eingewanderte, in der Erwartung, von Lehrern
und Studierenden der neuen Hochschule in Anspruch genommen zu werden. Erst im
Jahre 1739 wird unter der Zahl der „ Universitätsbürger ^ neben dem „Universitäts-
uhrmacher*' Jacob Knust ein Instrumentenmacher Anton Detlef Christoph^) auf-
geführt. Da man unter dieser Bezeichnung nicht eigentlich Mechaniker, sondern Ver-
fertiger chirugischer Instrumente verstand^), so könnte man zweifelhaft sein, ob Christoph
^) Studien zur Geschichte der Mathematik, insbesondere des mathem. Unterrichts an der
Universität GOttingen im 18. Jahrhundert. Leipzig, G. B. Teubner 1904.
-) Im folgenden bezeichnen die Abkarzungen Xr£. = Lichtenbergs Briefe, heraus-
gegeben von Leitzmann und Schüddekopf, Leipzig 1901—1904. — iC&. == Kirchenbücher der
Stadt Göttingen. — Bb.^ Bürgerbuch der Stadt Göttingen. — Kur. = Kuratorialarchiv der Uni-
versität Qöttingen. — LC. =■ Lichtenbergs Correspondenz, herausgegeben von Ebstein, Stutt-
gart 1906. — D. = Denkschrift über die mechanischen Werkstätten in Göttingen, besorgt von
0. Behrendsen, 1900. — P. = Pütter, Gelehrtengeschichte der Georg Augustus-Universität.
— £. = Rintelen, Versuch einer skizzierten Beschreibung u. s. w.
3) p,Das jetzt lebende Göttingen und darzu dienende Nachrichten.'' Göttingen, Privileg.
Universitätsbuchhandlg. 1739. S. 34.
^) Im Kuratorialarchiv befindet sich eine besondere Akte mit dem Titel .Universit&ts-
instrumentenmacher", die nur auf Verfertiger chirurgischer Instrumente Bezug ninunt.
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}^Mai\^907 ^' Behrendsen, Zur Geschichte der Mechaniker Göttingens. 95
uns Überhaupt etwas angehe, wenn sein Name nicht noch einmal 1765^) genannt würde,
wo er als „Mechanikus" bezeichnet wird. Näheres ließ sich übrigens über ihn nicht er-
mitteln; auch die Kirchenbücher und das Bürgerbuch der Stadt Göttingen schweigen gänzlich.
Da übrigens im Jahre 1739 noch keinerlei Institute an der Universität in
Göttingen existierten (den botanischen Garten ausgenommen) und selbst die Anatomie
erst ein Jahr später eröffnet wurde, so mochte wohl damals ein Instrumentenmacher
eher am Platze sein als ein eigentlicher Mechaniker. Höchstens konnte jemand, der
mathematische Werkzeuge herstellte, schon in jenen Tagen sein Brot finden. Ein solcher
scheint in der Tat nicht gefehlt zu haben, da im Januar 1747 (Kur.) eines gewissen
Hinterthür^) Erwähnung getan wird, der als ein sehr geschickter Arbeiter gerühmt
wird und „es wohl verstehe, Werkzeuge und Circul zu verfertigen".
Bald nach Eröffnung der Universität scheinen sich auch einige Uhrmacher von
auBen her nach Göttingen gewandt zu haben, die für ims insofern in Betracht kommen,
als sie als Wurzel für spätere mechanische Betriebe anzusehen sind. Dahin gehören
der weiter unten noch zu besprechende Johann Peter Klindworth aus Stade, der
Stammvater einer namhaften Mechanikerfamiiie, und Johann Christian Riepenhausen
aus Duderstadt, welchen das Bb.^) noch als „Uhr- und Spritzenmacher** bezeichnet, der
aber später selbst Mechaniker wird. Im Verlauf dieser Untersuchungen kommen wir
noch einmal auf ihn zurück.
Pas Beispiel dieses Mannes lehrt, wie sich das auch später noch wiederholt
zeigen wird, daß die Mechanik vielfach in der Uhrmacherei ihren Ursprung nimmt.
Gerade die namhaftesten der Göttinger Mechaniker sind, wie wir sehen werden, aus
dieser Kunst hervorgegangen. Wenn dem so ist, so muß dem sich umbildenden Uhr-
macher von außen her Anregung und Belehrung zuteil werden, es müssen ihm
Modelle vorliegen, an denen er sich für seine neue Tätigkeit belehren und unter-
richten kann.
Die Entfaltung einer eigentlichen mechanischen Tätigkeit setzt daher in Göttingen
erst da ein, wo neu eingerichtete Institute einer solchen dringend bedürfen, das ist
erst im Jahre 1751, als die Sternwarte ins Leben gerufen wird (oder, wie sie damals
hieß, das „Observatorium'*). Diese wurde in einem Aufbau auf einem alten Festungs-
turm nördlich der Nicolaistraße im heutigen „Klein-Paris** vom Rat Segner ein-
gerichtet Die Universitätslehrer Segner, später Kästner, Lichtenberg und andere
sind diejenigen, welche zuerst den zum Mechaniker sich umbildenden Uhrmacher
(sowie auch den von auswärts hier zugewanderten Fachmechaniker) anregen, anleiten
und zu bestimmten Arbeiten veranlassen. Der Apparatenschatz für die neu einzurichtenden
Institute wird natürlich zunächst von auswärts bezogen, in erster Linie von Eng-
land, dem in damaliger Zeit klassischen Boden mechanischer Geschicklichkeit.
Befand sich doch in England auch damals der Landesfürst, der bei jeder Neu-
begründung eines Institutes das letzte Wort zu reden hatte und nicht selten seine Hand
auftat, um aus persönlichen Mitteln reiche Geschenke '^) an Instrumenten der Universität
zu machen. Der Stamm an Instrumenten auswärtiger Meister ist eben das Lehrmaterial
für die sich hier entwickelnde Mechanik. Werden doch nicht selten fremde Apparate,
höchstens in den Größen abgeändert, genau kopiert (siehe z. B. später den Abschnitt über
Fr. L. Kampe). Ein aus jener Zeit selbst stammendes Zeugnis dafür findet man in dem
„Fragment einer Geschichte der Georg Augustus - Universität'^ von Hollmann
(Göttingen 1787) in der S. 59 der Verfasser erzählt, daß er 1736 durch den Vize-
Kanzler Jerusalem sich in London ein „Microscopium compositum^^ habe besorgen
lassen, „das dann gleichsam die Stamm-Mutter aller nach diesem Modell nachhero so
glücklich allhier verfertigten ähnlichen Mikroskopien geworden sei**.
Das höchste Lob, das einem Göttin ger Mechaniker des 18. Jahrhunderts erteilt
wird, kleidet sich regelmäßig in die Worte: ,,er vermag Instrumente zu verfertigen, die
denen der besten englischen Künstler nichts nachgeben.** — Doch ist auch das gesamte
») Pütter, Bd. J, S. 310.
2) Herr Dr. Moy ermann ia Göttingori teilt mir mit, daß dieser Name mehrfach im
benachbarten Dorfe Geismar vorkomme.
3) Er wurde am 7. November 1749 Bürger der Stadt Göttingen.
4) 8o z. B. 1772, als Georg III. einen von Slsson gearbeiteten Quadranten der
Universität verehrte, dessen sich Lichtenberg bei seinen Ortabestimmungen in Hannover,
Stade und Osnabrück bediente.
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gg O. B ehr endgen, Zur Geschichte der Mechaniker Götüogeos. Me^i^er-Zte
Deutschland nicht selten Lieferant für Produkte der Feinmechanik; Frankreich, Italien,
Holland kommen nur insofern in Betracht, als ältere Sammlungen, wie die Bülowsche
und Uffenbachsche, der Universität durch Erbschaft zufallen. Soll also die Mechanik
Göttingens richtig verstanden werden, so ist es unumgänglich, solcher Einflüsse zu ge-
denken. Es erschien daher notwendig, eine Aufzählung der auswärtigen Künstler zu
machen, die im 18. und im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts durch ihre Werke in
den Sammlungen der Universität vertreten waren. Ich habe dabei noch den Neben-
zweck im Auge, daß vielleicht ein oder der andere vergessene Namen erwähnt wird,
der für die Geschichte der Mechanik an anderen Orten in Betracht kommen könnte.
Eine möglichst vollständige Liste dieser fremden Mechaniker soll in einem An-
hange gebracht werden, auf den nicht selten im Texte zu verweisen sein wird.
Ein zweites Universitätsinstitut, das einen wesentlichen Einfluß auf die Ent-
wicklung der Göttinger Mechanik ausübte, war die sog. Modellsammlung, welche bald
nach Eröffnung der Universität gegründet und im philosophischen Hörsaale^) aufgestellt
wurde. Diese Sammlung umfaßte dem auf das Praktische gerichteten Geist der Zeit
entsprechend allerlei, meist aus Holz gefertigte Modelle von mechanischen, technischen,
hydraulischen Maschinen, von Mühlen, Schleusen, Paternosterwerken, Bergwerksmaschinen
u. dergl. Die Aufsicht über diese Modellkammer führte seit 1765 der Professor der
Mathematik Abraham Gotthelf Kästner^). Als später die Hörsäle ganz zur Bibliothek
genommen wurden und die Modelle nicht mehr dort Platz fanden, wurden sie im
Jahre 1780 in dem Chor der ehemaligen Barfüßer-Kirche provisorisch untergebracht,
bis sie dann 1799 in einem Teil des Dachgeschosses des Museumsgebäudes ihre Auf-
stellung fanden. Als bei dem Neubau der jetzigen Bibliothek auch dieses Museums-
gebäude weggerissen wurde, wurde die Modellsammlung aufgelöst; ein Teil derselben
befindet sich jetzt noch im städtischen Altertumsmuseum.
Viel später als die Modellsammlung entstand das Physikalische Institut. Die
wenigen, auf dem Observatorium seit 1751 befindlichen physikalischen Apparate
der sogenannten Bülowschen Sammlung^) bildeten nicht den Grundstock des-
selben. Dasselbe entstand vielmehr aus der Privatsammlung des ersten^) wirklichen
Professors der Physik an der Universität, Georg Christoph Lichtenberg, der 1772
Extraordinarius und 1775 Ordinarius wurde^).
Die aus eigenen Mitteln von ihm für seine Vorlesungen zusammengebrachte
Apparatensammlung hatte er auch in seiner Wohnung^), in welcher er auch seine
Vorlesungen hielt, aufgestellt. Hier blieb sie auch noch, als 1789 die Regierung sie für
die Universität gegen eine Leibrente von 200 Thalern erwarb^), und wurde erst nach dem
1799 erfolgten Tode Lichtenbergs in dem Parterregeschoß eines damals angekauften
und dem Museum angegliederten Gebäudes untergebracht. Dieses war das erste Physi-
kalische Institut in Göttingen, bestehend aus Hörsaal und einigen Sammlungsräumen.
Für einen besonderen Arbeitsraum für den Direktor^) des Instituts war nicht gesorgt
worden.
Das chemische Institut wurde schon im Jahre 1783 im Hause Hospitalstraße 10^)
untergebracht, das speziell für diesen Zweck gebaut und von dem 1775 nach Göttingen
berufenen ersten Professor der Chemie Fried. Gmelin eingerichtet wurde.
1) Anfangs hatte jede Fakultät nur einen Hörsaal für die öffentlichen Vorlesungen; die
privaten Vorlesungen fanden in den Häusern der Dozenten statt.
2) Kästner, geb. 1719, kam 1756 als ord. Prof. der Mathematik nach Göttingen;
er starb 1800.
•) P.:Bd.:i 8. 212.
4) Allerdings hatten Hollmann, Segner und Kästner auch schon Vorlesungen über
Physik gehalten, doch war dies nur nebensächlich.
B) Lichtenberg, 1744—99, ist als Satiriker viel bekannter geblieben, wie als physi-
kalischer Forscher.
6) Gothmarstr. 14.
7) Diese Rente wurde der Witwe L. noch bis 1848 unverkQrzt ausgezahlt.
8) Tobias Mayer der Jüngere 1752—1830.
^) Dient jetzt zur Dienstwohnung des Direktors.
(Fortsetzung folgt)
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Heft 10.
15. Mal 1007.
yerelosnacbrlchten. — Gewerblichts.
97
Vereinsnachrichten.
Der diesjährige Mechanikertas: wird
am 2. u. 3. August in Hannover stalt-
finden; dort hat Hr. Generaldirektor Jos.
Berliner die Vorbereitungsarbeilen über-
nommen.
Zwelgverein Ilmenau»
Verein deutscher Glaslnstrumenten-
Fabrlkanten.
Die diesjährige Hauptversammlung findet
am Montag den 19. August in Ilmenau
Blatt; näheres wird in einem der nächsten
Hefte mitgeteilt werden.
D. O. f. M. u. O. Zwelgrerein Harn*
burg-Altona. Sitzung vom 7. Mai 1907.
Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krttß.
Der Vorsitzonde legt einige Zuschriften
der Hamburger Gewerbekammer vor; von diesen
gibt der Bericht über die Ausstellung der
Gesellenstücke Anlaß zu eingehenden Er-
örterungen.
Auf Vorschlag der Ausflugskommission wird
beschlossen, den diesjährigen Sommerausflug
am 11. Juni nach Wohldorf zu unternehmen.
Hr. C. He in atz hält einen Vortrag tlber
indirekte Beleuchtung, in welchem er die üb-
lichen Aufhängevorrichtungen der Lichtquellen
näher erläutert und Messungsergebnisso aus
einem Zeichensaal der Gewerbeschule vorlegt.
Er spricht sich gegen die Benutzung der
Zimmerdecke als Lichtspender aus, da die Er-
haltung der nötigen Weiße schwierig und teuer
sei. und empfiehlt dagegen die Anwendung
von über den Lampen anzubringenden Gips-
schirmen.
Hr. Dr. Krüß berichtet im Anschluß daran
über Messungen an hängendem GasglUhlicht
und über das Verhältnis der Kosten zur Licht-
ausbeute gegenüber dem aufrecht stehenden
Gasglühlicht. H, K.
Bewerbliches.
Der Gesetzentwurf Bber den sog.
kleinen Befähifirunfirsnachweis.
Der Gesetzentwurf, der am 24. v. M.
dem Reichstag zugegangen ist und im
kommenden Herbst zweifellos angenommen
werden wird — das Gesetz soll am 1. Ja-
nuar 1908 in Kraft treten — , befaßt sich
in der Hauptsache mit der Befugnis zum
Anleiten von Lehrlingen.
Bis jetzt ist nach § 121) der Gewerbe-
ordnung hierzu erforderlich: 1) die Zurück-
legung des 24. Lebensjahres; 2) ordnungs-
mäßig durchlaufene Lehrzeit und Bestehen
der Gehilfenprüfung oder 2a) 5-jährige
selbständige Ausübung des Handwerks resp.
gleichlange Stellung als Werkmeister.
Hierzu tritt nach dem Entwurf als
drittes und wichtigstes Erfordernis 3) der
Meistertitel des betr. Handwerks.
Dieser Titel aber, in Verbindung mit
der Bezeichnung eines Handwerks — für
unser Gewerbe also „Mechanikermeister"
oder „Optikerm eisler" (!) — darf nur nach
bestandener Meisterprüfung geführt werden.
Zu dieser sollen nur solche Personen zu-
gelassen werden, die die Gehilfenprüfung
gemacht haben und mindestens 3 Jahre
als Gehilfen tätig gewesen sind.
Auf bestehende Lehrverhältnisse er-
streckt sich naturgemäß diese Verschär-
fung nicht; auch wer beim Inkrafttreten
der neuen Bestimmungen mindestens
5 Jahre lang die Befugnis zum Anleiten
von Lehrlingen gehabt und ausgeübt hat,
erhält auf seinen Antrag auch weiterhin
diese Befugnis von der unteren Ver-
wallungsb ehörde .
Der Gesetzentwurf regelt ferner die
Verhältnisse, die sich in bezug auf das
Recht, Lehrlinge anzuleiten, für den er-
geben, der von einem Handwerk zu einem
anderen übertritt, oder in dessen Betrieb
mehrere Handwerke angewendet werden,
sowie ferner den Fall, daß ein Lehrver-
hällnis durch den Tod des Lehrherrn oder
auf andere Weise abgebrochen wird. Stirbt
der Lehrherr und wird die Werkstatt für
Rechnung der Wittwe oder minderjähriger
Erben fortgeführt, so sind auf ein Jahr
lang auch Personen zur weiteren Anleitung
der Lehrlinge berechtigt, die nur den Be-
dingungen 1 u. 2 resp. 2a genügen. In
allen anderen Fällen wird versucht, allzu-
große Härten zu vermeiden, allerdings
meistenteils auf dem Wege, daß den
unteren oder oberen Verwaltungsbehörden
diskretionäre Befugnisse erteilt werden.
Nebenbei wird noch die strittige Frage, ob
zwischen Vater und Sohn ein schriftlicher
Lehrvertrag erforderlich sei, dahin ent-
schieden, daß ein solcher nicht nötig ist.
Auch für die Präzisionstechnik bedeutet
der Gesetzentwurf die Einführung des
Zwanges, sich der Meisterprüfung zu unter-
werfen, denn ohne Lehrlinge können eben
nur die großen Fabriken auskommen.
Wie auch die Mechaniker über diesen
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08
G«werblichci. — Patentschau.
Dentsche
Mechanlker-Ztg.
Zwang denken mögen, sie werden sich
auf die neuen Bestimmungen einzurichten
haben, und Aufgabe der D. G. f. M. u. O. wird
es sein, durch Verhandlungen mit den
maßgebenden Behörden dafür zu sorgen,
daß die neuen Bestimmungen auf unser
Gewerbe sinngemäße Anwendung finden,
damit es keinen Schaden leide.
Das deuiflch-amerlkanlsche
Handelsabkommen.
Der Reichstag wird noch vor seiner
Vertagung ein Handelsabkommen zwischen
uns und den Vereinigten Staaten gutheißen,
das ein Ergebnis langwieriger Verhand-
lungen ist. Viel ist dabei für uns nicht
erreicht worden, was bei dem ausge-
sprochen schutzzöllnerischen Charakter
beider Regierungen auch nicht erwartet
werden konnte; das was für Deutschland
erzielt worden ist, erstreckt sich weniger
auf die Zölle selbst, als vielmehr auf die
Zolibehandlung; hier sind einige der bis-
herigen Härten beseitigt oder doch wenigstens
gemildert worden.
Die hauptsächlichsten Neuerungen sind
die folgenden:
Den amerikanischen Wertzöllen wird
der Marktwert der einzuführenden Waren
zu Grunde gelegt; wo ein solcher nicht
ermittelt werden kann — und das ist wohl
bei allen Erzeugnissen der Mechanik und
Optik der Fall — , wird fortan der Export-
preis ausnahmslos für den Marktwert ein-
treten.
Bei den erforderlichen Aufstellungen
über die Herstellungskosten dürfen fortan die
amerikanischen Konsuln ins einzelne gehende
Angaben nur verlangen, wenn solche in
einem seitens der Vereinigten Staaten bereits
eingeleiteten Zollverfahren von den ZoUab-
Schätzern verlangt werden.
Die Verhandlungen über Zollabschätzung
sollen öffentlich und in Gegenwart des
Importeurs oder seines Vertreters geführt
werden; wenn dies nicht möglich ist, weil
es gegen das öffentliche Interesse verstoßen
würde, so ist darüber dem Schatzsekretär
zu berichten und dem Importeur sind die
Gründe der Entscheidung mitzuteilen.
Bei der Beglaubigung der Faktura
sollen die Konsuln das persönliche Er-
scheinen des Absenders nur in Ausnahme-
fällen, in denen besondere Gründe eine
mündliche Aussprache nötig machen,
fordern. Die Faktura braucht nicht mehr
beeidigt zu werden. Original fakturen dürfen
nur in besonderen Fällen verlangt und
müssen jedenfalls wieder zurückgegeben
werden.
Für den deutschen Fabrikanten ergibt
sieb, wenn seine Angaben über den Wert
der Ausfuhrwaren beanstandet werden, oft
die Schwierigkeit, geeignetes Material für
die Widerlegung der Tatsachen beizu-
bringen, auf welche die Abschätzungs-
beamten ihr Urteil gründen. Die neue
Bestimmung verpflichtet die amerikanischen
Zollbehörden, die Zeugnisse von Handels-
kammern in Verbindung mit etwaigem an-
derem Beweismaterial zu würdigen.
Der neue Vertrag gilt vorerst für ein
Jahr, er läuft, wenn ein anderer Vertrag
nicht vereinbart ist, mit sechsmonatlicher
Kündigung weiter.
Da somit neue Verhandlungen in Aus-
sicht genommen sind, gelingt es vielleicht
später, weitere Zugeständnisse von Amerika
zu erzielen; bis jetzt leidet der Export der
deutschen feinmechanischen Erzeugnisse —
gleichwie vieler anderer deutscher Fabrikate
- sehr stark unter dem hohen amerika-
nischen Einfuhrzoll und der rigorosen Art
seiner Erhebung.
Ein neues Physikalisches Institat soll in
Heidelberg für Prof. Lenard gebaut werden,
der dort als Nachfolger des in den Ruhestand
tretenden Prof. Quincke die ordentliche Pro-
fessur für Physik übernimmt.
Patentschau.
1. Verfahren zur Hersteliang von Schraubengewinden mittels Fräser, deren Zähne
in Gewindegängen angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß der parallel zum Werkstück
arbeitende Fräser entsprechend der Gewindehöhe seiner Zahne unabhängig von der achsialen
Vorschubbewegung des Arbeitsstückes achsial um die Höhe der Steigung oder einen Bruchteil
von ihr verschoben und nach erfolgter Verschiebung um die gleiche Strecke schnell zurück-
geführt wird.
2. Vorrichtung zur Ausführung dos Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der den Fräser nebst seiner Welle tragende Schlitten unabhängig von der achsialen
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Holt 10.
>. Mai 1907.
i^atentschau. — Paten tllite«
91^
Vorschubbewegung des Arbeitsstückes bei jeder oder bei mehreren vollen Umdrehungen des
Prftsers einmal oder mehrere Maie, entsprechend der Steigung der am Fräser in Gewindegängen
angeordneten Zähne, hin- und zurückbewegt wird. L. Loewe & Co. in Berlin. 1. 3. 1905.
Nr. 171 731. Kl. 49.
1. Vorrichtung zur Bestimmung der Wassertiefc von einem in Fahrt begriffenen
Schiffe aus, dadurch gekennzeichnet, daß die Tiefe aus der Differenz der Längen zweier auf
getrennten Trommeln ablaufender Drahtseile bestimmt wird, von denen das eine an einem
Schwimmer befestigt ist, das andere über eine an letzterem befestigte Führung gleitet und mit
einem Senkblei versehen ist.
2. Ausführnngsform der Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, d^ß
zwecks direkter Angabe der Differenz der Längen der abgelaufenen Drahtseile die Trommeln
für diese letzteren auf getrennten, in ihren Verlängerungsachsen liegenden Wellen aufgesetzt
und mit einem Differentialgetriebe verbunden sind, welches die Anzeigevorrichtung in Tätigkeit
setzt. V. S. Howard in Bidcup, Engl., u. A. E. H. Marescaux in London. 21. 5. 1904.
Nr. 171 924. Kl. 42.
KompensationsYorrichtang für das Aufhängemittel und die Schwungsmasse von
Toreionspendeln, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufhängemittel (Faden, Band u. s. w.) ganz
oder teilweise aus Bisen-Nickellegierungen mit solchem Nickelgehalt hergestellt ist, daß deren
Torsionsmodul bei steigender Temperatur derart zunimmt, daß die die Schwingungsdauer ver-
längernden Wirkungen der Ausdehnung der Schwungmasse und des Aufhängemittels ausge-
glichen werden. Ch. E. Guillaume in S^vres, Seine. 29. 11. 1904. Nr. 171832. Kl. 83.
1. Kreiselapparat» dadurch gekennzeichnet, daß der Antrieb des Schwungkörpors
darch Reibungsräder erfolgt, auf denen er aufruht, ohne eine feste Lagerung zu besitzen.
2. Ausführnngsform des Kreiselapparates nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Reibflächen durch die Innenkränze der Flanschen zweier Scheiben gebildet werden, die
auf einer in Drehung versetzten Achse sitzen, und auf denen die Enden der Achse des
Schwungkörpers aufruhen. H. Anschütz-Kaempfe in Kiel. IL 4. 1905. Nr. 171925. Kl. 42.
Objcktüsch für Mikroskope mit durch Kurbelgetriebe gleichzeitig in zwei senkrecht
zueinander stehenden Richtungen bewegbarem Objektträger, dadurch gekennzeichnet, daß die-
eine Richtung in bekannter Weise durch das Kurbelgetriebe, die andere dagegen durch Transport
einer auf eine Leitspindel am Objektträger einwirkenden Mutter mittels einer an dem Kurbel-
zapfen sitzenden und auf die Mutter einwirkenden Schaltvorrichtung (z. B. Zahnradübersetzung)
derart geführt wird, daß je nach der Drehrichtung der Kurbel der Objektträger sowohl vorwärts
und rückwärts, als auch seitwärts bewegt werden kann. G. Adler in Berlin. 15. 2. 1905.
Nr. 171 812. Kl. 42.
Patentliste.
Bis zum 29. April 1907.
Klasse: Anmeldugen.
12. E. 11783. Vorrichtung zur regulierbaren Be-
schleunigung der Verdampfung verflüssigter
Gase in wärmegeschützten Gefäßen (z. 6.
Dewarschen Flaschen). G. Erlwein, Berlin,
u. E. Marquardt, Charlotten bürg. 13.6.06.
E. 12 290. Apparat zur elektrolytischen Her-
stellung und getrennten Auffangung von
Gasen. Schuckert & Co »Nürnberg. 30.1.07.
21. A. 12330. Thermosäule, bei welcher die
Zwischenräume zwischen den die Elemente
bildenden ringförmig angeordneten Metall-
streifen durch Isoliermasse ausgefüllt sind.
H. Alexander, Berlin. 29. 8. 05.
A. 13849. Verfahren zur Befestigung von
Kontakten aus Platin oder einem anderen
Edelmetall in Metallstreifen, -platten o. dgl.
Mix & Genest, Berlin. 6. 12. 06.
A. 13 945. Anschlußklemme für Meßinstrumente.
Allg. Elektrizitäts- Gesellschaft, Ber-
lin. 5. 1. 07.
D. 18047. Amperestundenzähler. Deutsch-
Russische Elektrizitätszähler-Gesell-
schaft, Berlin. 30. 10. 06.
G. 23 512. Verfahren zur Herstellung magne-
tischer Normalfelder. R. Gans, Tübingen.
17. 8 06.
H. 38 432. Selbstunterbrecher für Induktions-
apparate. G. Hermann, Berlin. 4.8.06.
I. 9316. Schleifbürste zur Stromzuführung zu
beweglichen Teilen elektrischer Meßgeräte;
Zus. z. Anm. I. 9272. Isaria-Zählor-Werke,
Münschen. 10. 8. 06.
R. 23 370. Schalttafelklemme. 8. Rosen-
baum, Frankfurt a. M. 3. 10. 06.
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100
Patentliste.
Dentache
Mechanlker-Ztg.
V. 7036. Fixpunkt - Metalldampf- Bogenlampe.
F. Debus, Berlin. 20. 6. 06. '
dO. L. 23381. Spritze für medizinische Zwecke.
W. Lühr, Cassel. 27 10.06.
32. C. 14 762. Einrichtung zum Beschicken von
Formen, Hafen oder anderen Behältern mit
geschmolzener G lasmasse. J. A. Chambers,
Allegheny, Fenns. V. Bt. A. 6. 7. 06.
C. 14 763. Glasschmelzofen mit anschließender
Behalterkammer. J. A. Chambers, AUeg
% heny, Fenns. V. Bt. A. 5. 7. 06.
42. B. 37 426. Eins teil Vorrichtung fttr photo-
graphische Kameras mit Hilfe eines Ent-
fernungsmessers. A. du Bois-Reymond,
Berlin. 14. 6. 04.
C. 15 051. Verfahren zur Messung geringer
Druckunterschiede von in Leitungen ein-
geschossenen Gasen. H. Seger&E.Cramer,
Berlin. 1.11.06.
G. 23 732. Gerät zum Messen und Einstellen
paralleler Flächen. E. Gabron, Berlin.
10. 10. 06.
H. 38 081. FQhlhebel mit Gewichts- oder
Federbelastung fttr Feinmessung. A. Hirth,
Cannstatt. 16. 6. 06.
H. 39 002. Sphärisch, chromatisch, astigmatisch
und komatisch korrigiertes photographisches
dreilinsiges Objektiv. 0. Heim städt, Wien.
18. 10. 06.
J. 9005. Registriervorrichtung, insbesondere
fttr Registrierkompasse. C. L. Jaeger,
. Maywood, V. Bt. A. 17. 3. 06.
J. 9427. Wärmeregelungsvorrichtung. G.Jakob,
Frankfurt a. M. - Bachsenhausen 6. 10. 06.
K. 31675. Arztliches Thermometer. K.Kaiser,
Berlin-Wilmersdorf. 26. 8. 06.
L. 21557. Apparat zum Beschauen mikro-
skopischer Fräparate. H. Lebrun, Brüssel.
28. 9. 05.
0. 5218. Prismendoppelfernrohr mit erweiter-
tem Objektivabstand und durch Scharnier
miteinander verbundenen Einzelfemrohren.
C. F. Goerz, Friedenau-Berlin. 16. 5. 06.
F. 19 225. Aufhänge- und Haltevorrichtung
für Kochflaschen, Retorten u. dgl. Buch-
müller, Frankfurt a. M. 29. 11. 06.
47. M. 28 296. Hängende oder stehende Krei-
selwelle mit zwei Umlaufkörpern. W.
Matthieien, Leutzsch-Leipzig. 30. 9. 05.
67. T. 11 802. Vorrichtung zum zylindrischen
Ausschleifen und Abschleifen von Glasröhren
und Glasstäben. W. Schmidt & Co.,
Luisenthal i. Thttr. 21. 1. 07.
Ertolliug6B«
21. Nr. 185 207. Hitzdrahtapparat für elektrische
Ströme. Siemens - Schuckert- Werke,
Berlin. 10. 6. 06.
Nr. 185 218 u. Zus. 185 219. Vorrichtung zur
zeichnerischen Darstellung von Röntgen-
bildern. Reiniger, Gebbert & Schall,
Erlangen. 23. 8. 06. 23. 5. 06.
Nr. 185 220. Glimmlichtoszillographenröhre. B.
Gehrcke, Berlin. 3.8.06.
Nr. 185 543. Influenz-Elektrisiermaschine zum
Betrieb von Röntgenröhren und zur draht-
losen Telegraphie. Ktthnel&Markowsky,
Reichenberg i. Böhmen. 26. 9. 06.
Nr. 185 613. Induktionsapparat. H.Ch.Mu eller,
Fond du Lac, V. St. A. 27. 6. 05.
Nr. 185 614. Röntgenröhre. Th. Guilloz,
Nancy, Frankr. 5. 8. 05.
Nr. 185 905. Verfahren zur Verminderung der
Reibungswiderstande bei Gleichstrom-Meß-
geräten. Siemens & Halske, Berlin.
15. 9. 06.
80. Nr. 185 230. Verschluß für Kapillarröhren
mit unebener Bruchfläche. Gilliard, P.
Monnet& Cartier, St.Fonsb.Lyon. 6. 1.06,
42. Nr. 185 242. Meßgerät mit mehreren, um
eine gemeinschaftliche Achse drehbaren
Maßstäben. M. Pilkuhn, Berlin. 21.9.06.
Nr. 185 395.'; Vorrichtung zum Messen von
Unterwinkeln, zum Dossieren und Nivellieren,
sowie zum Messen horizontaler und verti-
kaler Ebenen. H. Fretzsch geb. Braune,
Chariottenburg. 24. 10. 05.
Nr. 185 396. Verfahren und Vorrichtung zur
Abbildung von Lippmann - Photographien
mittels reflektierten Lichts durch ein Linsen-
system. C. Zeiß, Jena. 11.9.06.
Nr. 185 567. Durch Sprache in Tätigkeit zu
setzende Schreibmaschine mit auf einzelne
Töne gestimmten Membranen, die das Auf-
schreiben der Töne durch die Schreib-
maschinebewirken. P. Matweew, Bt Peters-
burg. 12.1.06.
Nr. 185 623. Pantograph, dessen bei positiver
Bilderttbertragung zu einem starren doppel-
armigen Hebel gekuppelte Dreharme zwecks
Übertragung eines Spiegelbildes voneinander
gelöst werden und mittels Schnurlaufs eine
gegenläufige Drehbewegung erhalten. A.
Fedttkin, St. Petersburg. 22.2.05.
Nr. 185 715. Registrierendes Perimeter mit
achsial verstellbarer Markierungsspindel und
Vorschiebung des Objektträgers auf einem
Kreissegment. W. Lö w, Heidelberg. 4, 11. 05.
Nr. 185 770. Registriervorrichtung, bei welcher
die Registrierfläche in Schwingungen ver-
setzt wird. W.H.Bristol, New- York. 16. 2. 06.
Nr. 185 771. Zerlegbares Stereoskop, dessen
Einzelteile aus Draht oder Metallblech be-
stehen. W. Vogel & Brothers, New-
York. 29.3.06.
Für die Re<UkUon TerantworÜich: A.BU8ohk6in Berlin W.
Ytrlag Ton Ja Um Springer in Berlin N. — Dmek Ton Bmil Dreyer In Berlin 8W.
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Deutsehe Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vcreinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossasti*. 51.
Heft U. 1. Juni, 1907.
Nachdmck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet.
Zur Geschichte
der
Entwicklung: der mechanischen Kunst.
Neue Beiträge zur Geschichte der Mechaniicer Göttingens
im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Von Prof. O. Bohreiids«ii in Güttingen.
(FortiitMHmg.)
Im 18. Jahrhundert lassen sich die Göttinger Mechaniker in solche unter*
scheiden, die mit der Universität, d. h. mit den genannten Instituten, in direkter Be-
ziehung stehen, und in eine weniger günstig gestellte Klasse meist bedttrftiger kleiner
Meister, die bald f&r diesen bald ftir jenen arbeiten und sich mit den BedOrfnissen des
großen Publikums abfinden müssen.
Das 19. Jahrhundert lockert im allgemeinen den Zusammenhang der Mechaniker
mit der Universität. Nur noch einzelne sind es, die speziell für die Universitatsinstitute
verpflichtet werden und hier auch ihr wesentlichstes Arbeitsfeld finden. Selbst Künstler
wie der altere Apel und später ganz besonders Meyerstein schöpfen ihre Haupt-
einnahmen aus anderen Quellen, als aus den Instituten, für die sie eigentlich engagiert
sind. Der 'Htel Universitätsoptikus, Universitätsmechanikus, den zeitweise vier mechanische
Künstler gleichzeitig besitzen, wiegt wenig mehr und besagt eigentlich nur, dafi der
Betreffende unter der Gerichtsbarkeit der Universität steht und mit Erlaubnis derselben
sein Geschäft betreiben darf. Er ist dadurch der Pflicht überhoben, von der Stadt diese
Konzession zu erlangen.
Wenn wir trotzdem in dem folgenden die Mechaniker in ihrer Zugehörigkeit
zu den Universitätsinstituten betrachten, so ist das ein Einteilungsgrund, der im 18. Jahr-
hundert durchaus stichhaltig ist, im 19. dagegen seine Bedeutung, wie schon gesagt,
wesentlich einbüfit und nur die Hauptrichtung bezeichnen kann, die der betreffende
mechanische Betrieb nimmt.
A. Mechaniker des Observatoriums.
Als 1751 das erste naturwissenschaftliche Institut in Göttingen, das Observatorium
eingerichtet wurde, wozu die Instrumente in England bestellt worden waren, da war es
Segners^) erste Sorge, ftLr seine Schöpfung passende Mechaniker zu gewinnen, die
imstande wären, nicht nur die vorhandenen Apparate in Ordnung zu halten und ge-
legentlich Reparaturen auszuführen, sondern auch nach seinen Angaben Neues zu kon-
struieren. Die beiden Künstler, welche Segner für seine Zwecke zu gewinnen wußte,
waren die Mechaniker Kampe und Baumann. Nur der letztere tritt in ein direktes
Dienstverhältnis zimi Observatorium; Kampe, obschon zweifellos von beiden der Be-
^) Joh. Andreas v. Segner, geb. 1704, kam 1735 als Professor der Mathematik und
Physik nach Göttingen, folgte aber 1755 einem Rufe nach Halle. U. a. ist er bekannt durch
seine Erfindung des Wasserrades (Vorläufer der Turbine) geworden, das bei Nörten wirklich in
einer Mühle ausprobiert wurde. Er starb 1777.
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1 02 O. B e h r e n d 8 e n , Zur Geschichte der Mechaniker GOttlngens. Mechi^e^^Ztg.
ffthigtere, stand, wie wir sehen werden, zur Stadt Qöttingen in einer zu engen Be-
ziehung, um als y^Universitätsoptikus'' figurieren zu können.
Franz Leberecht Kampe scheint einer alten Göttinger Familie anzugehören;
der Name kommt wenigstens in früheren Jahrhunderten schon im Bürgerbuche vor. Wenn
auch seine Taufurkunde in den Kirchenbüchern der Stadt nicht auffindbar war, so steht
doch fest, daß er im Jahre 1712 geboren worden ist^). Daß er kein Fremder ist, geht
auch wohl daraus hervor, daß er in verhältnismäßig jungen Jahren (wahrscheinlich 27
oder 28 Jahre alt) schon Senator^) der Stadt Göttingen wurde; einem nicht Einhei-
mischen wäre das kaum gelungen.
Kampe hatte als Senator die Obliegenheit, die öffentlichen Bauten der Stadt
zu leiten, er war somit das, was man heute einen Stadtbaumeister nennen würde. Für
diese Tätigkeit wurde er auch besoldet. Wo er die dazu nötigen Kenntnisse erworben
hat, ist unbekannt. Daß er von Hause aus Uhrmacher war und dann erst zur Mechanik
überging, ist sehr wahrscheinlich. Sind doch die ersten astronomischen Pendeluhren,
die neben dem großen Bird sehen Quadranten^) auf dem Observatorium aufgestellt
waren, Werke seiner Hand. Ein Mechaniker im eigentlichen Sinne jener Tage würde
dergleichen Präzisionsuhren nicht ohne weiteres haben ausführen können. Diese
Uhren waren nach einem Modelle Grahams gearbeitete) mit ,, künstlichen Echappements
und allen übrigen Bequemlichkeiten^ wie Segner angibt, wobei er zufügt: , ebenso-
gut gearbeitet, als wie die Engländer es gemacht haben würden". Überhaupt hat
Segner das Verdienst, Kampe in der wohlwollendsten Weise gefördert, sein Talent
ausgenutzt und weiter entwickelt zu haben. In den vier Jahren 1751 bis 1755 erteilte
er ihm eine Reihe größerer und kleinerer Aufträge, die Kampe, zumal er ohne Ge-
hilfen arbeitete und durch sein Amt genügend beschäftigt war, voll in Anspruch nahmen.
Ein einfüßiger Quadrant^) (noch erhalten) zu orientierenden, schnellen Messungen, eine
„Machina parallactica'' wurden in dieser Zeit fertig gestellt; auch faßte Kampe zu
«inem aus England bezogenen „Tubus'' ein Objektiv so trefflich, daß „zwischen seiner
und der englischen Arbeit kein Unterschied war" ^). Nicht so prompt erledigte sich die
Herstellung eines „Transitoriums'' (später in eine Sota meridiana, einen Meridiankreis,
umgewandelt), die sich mit der Fertigstellung des sogleich zu ^erwähnenden Hauptauf-
Irages sehr lange hinzog. Dieser bestand in einer verkleinerten Nachbildung des großen
Bird sehen Quadranten^), der in einer Größe von nur 3 Fuß gearbeitet werden sollte,
füne genaue Zeichnung^) fertigte für ihn ein Studiosus Seh netter an, nur die Teilung
sollte einfacher gehalten werden, d. h. der Quadrant sollte in 90 Grade, jeder Grad in
6 Teile geteilt werden, so daß mit dem Nonius Minuten abzulesen waren ^). Allein
Segner verließ 1755 Göttingen, ohne daß Kampe, der inzwischen mehrfache Vor-
schüsse erhalten hatte, das Werk abgeliefert hätte. Segners Nachfolger, der ältere
Tobias Mayer^% scheint sich im Gefühl einer direkten Gegnerschaft zu Segner gar
nicht um die von diesem erteilten Aufträge gekümmert zu haben, so daß, als Mayer
1762 starb, der Quadrant immer noch nicht fertig war. Abraham Gotthelf Kästner,
der 1765 die Oberleitung der Sternwarte übernahm, trat sehr bald der Sache näher,
scheint indessen zu Kampe in einem durchaus freundlichen Verhältnis gestanden su
haben. Sein häufiges Mahnen blieb aber trotzdem ohne Erfolg. Kampe entschuldigte
sich immer wieder mit seinen Ratsgeschäften und Bauten, die er zu führen habe, mit
den Kriegsunruhen, welche die Besetzung der Stadt durch die Franzosen zur Folge
gehabt hatten; nicht selten habe er lange Zeit hindurch seine Werkstatt der Ein-
quartierung einräumen müssen, wodurch seine angefangenen Arbeiten zum Teil in
Verlust geraten seien, und dergleichen mehr. 1769 verspricht er endlich den Qua-
dranten fertigzustellen, und als dies doch wieder nicht geschieht und die Regierung
in Hannover nunmehr ungeduldig ihm die Arbeit abnehmen will, da ist es wieder
^) Aus der Sterbeeintragung im Kb. — ^) 1739 wird Kampe in der oben genannten
Schrift ,»Da8 jetztlebende Göttingen . . ." noch nicht aufgeführt, dagegen kommt er 1740 achon
als „Senator" in den Kb. vor. Sehr seltsam ist es, daß trotzdem sein Name selbst nicht im Bh.
eingetragen worden ist. — •) s. Nachtrag Nr. 17, — *) P. Bd, L 8. 240. — «) Für den Freie von
4Ö Talern, — «) Kur, — ') 8. Nachtrag Nr. 17. — s) Noch in den Akten des Kwr. erhalten. —
») Der Birdsche Quadrant hatte noch eine zweite Teilung in 96 Teile. — ^^) t^brigena schon
1751 als Nachfolger Penthers berufen.
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L ?u*ni 1907. 0. Behrenditn, Zur G«Mhlcht« d*r M«chaiilk«r Qfittlngtni. IQ.'^
Kästner, der sich gutmütig^ seiner annimmt^) and meint, „er könne zu solchem Zwangs-
mittel nicht raten; es sei allerdings schade, daß der Bauherr K. bei seiner ausnehmen-
den Geschicklichkeit, derimafien wir ihn jedem Engländer oder Franzosen getrost ent-
gegensetzen können, nicht hat seinem Wink zur Mechanik allein folgen können,
sondern um Brot zu haben, sich mit Ämtern und Beschäftigungen hat zerstreuen
müssen, die ein anderer ebensogut verwalten würde".
So geht das weiter; 1771 befürwortet Kästner sogar noch einmal einen Vor-
BchuB für Kampe; 1772 wird er aber schließlich ungeduldig, und als wieder von einem
Übertragen der Arbeit an einen anderen als ultima ratio die Rede ist, schlägt er den
jtingeren Klindworth^) dazu vor.
Endlich 1775 liefert (nach 23 Jahren!) Kampe sein (noch heute auf der Stern-
warte befindliches) Werk ab. Die von ihm eingereichte Schlußrechnung^) teile ich der
Merkwürdigkeit halber mit.
Ein Tubus mit 2 Augengläsern und Reticulo^) 30 Thaler
Zwei Uhren mit Eichengehäuse nach Grahams Art ... . 130
Fassung des Objektivs im englischen Tubus 10
Für das Transitorium 120
Für das Corpus des Quadranten 170
Für die geteilte Azimutalscheibe 30
Für die Setzwage 5
Für die Metallrolle und Muscheln 5
Für die TeUung^) des Quadranten 100
Für das Zahlenstechen 10
Für das Gegengewicht der Alhidade 15
Ftlr das Schraubenmikrometer 20
Summa 645 Thaler
Davon schon erhalten 312 „
Rest: 333 Thaler.
Diese Rechnung rief wiederum einen neuen langwierigen Kanzleikrieg hervor.
Allerlei wurde bemängelt und beanstandet: mit Kampe seien 1752 nur 120 Taler für
das „Corpus'' des Quadranten akkordiert, — und erst nach langen Verhandlungen
erklärt Kampe schließlich, statt der 333 Taler sich mit 250 Talern zufrieden zu geben.
Dieser Quadrant ist gewissermaßen das Lebenswerk des geschickten, aber doch
im Grunde wegen seiner Zwitterstellung unfruchtbaren Künstlers, der über seiner Arbeit
inzwischen ein alter Mann geworden war.
Im übrigen wird auch von optischen Arbeiten Kampes berichtet^), daß ersieh
n&mlich mit dem Bau von Teleskopen beschäftige, „die den englischen förmlich gleich
kommen''. Die Gläser zu derartigen Instrumenten scheint er selbst geschliffen zu
haben, da er auch in dieser Kunst Unterricht erteilte*^). Eine seiner feinsten und be-
deutendsten Arbeiten ist indessen eine Ventil-Luftpumpe^) nach Smeaton, die er für
Erziehen^) etwa in den Jahren 1773 bis 1776 gearbeitet hatte und die schon allein für
sein großes Können einen vollgültigen Beweis zu geben vermöchte.
Kampe war seit etwa 1742 mit Margarethe Katharine Dransfeld^^) ver-
heiratet, die 10 Jahre jünger war wie er und schon im Jahre 1774 starb; er selbst
war 73 Jahre alt, als er am 26. Mai 1785 starb. Da er seit seiner Verheiratung
zur Jakobigemeinde gehörte, so dürfte sein Haus in der Weender- oder Jüdenstraße
gestanden haben. Von seinen sechs Kindern, drei Söhnen und drei Töchtern, überlebten
ihn nur zwei oder drei, unter ihnen sein Sohn Gottlieb Wilhelm (geboren 1747),
der ebenfalls Mechaniker war, nach des Vaters Tode dessen Haus erbte und das
^) Aus einem 8 Seiten langen Bericht vom 12. März 1770 (Kur.). — ') Job. Andreas
Klindworth s. unten. — ^) Kur. — ^) Mikrometer; der Tubus gehörte zum Quadranten. —
») Kästner hatte noch eine Teilung in 96 Teile gewünscht. — «) P. Bd. L 8. 310. —
"f) P. a, a. 0. — ^) 8. deren genaue Beschreibung bei Erxleben, Naturlehre 6. Auflage 1794.
8. LH. — ^) Lichtenberg (LB. Bd. IL 8. 96) gibt an, daß K. sie fUr Kästner gearbeitet
habe. — ^^) Vielleicht Tochter eines Göttinger Gymnasiallehrers, H. v. Dransfeld, der bei
Hollmann (Fragmente 8. 16) erwähnt wird,
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104 0* Behrendien, Zur GMchlcbte der Mechaniker Qöttingena. Mectuäuc^ZtE.
Qeschäft, wie es scheint, ohne jede Bedeutung fortsetzte. Derselbe starb (unverheiratet)
schon im Jalire 1807. Von Arbeiten, die er ausgeführt, ist nirgends die Bede.
wahrend Kampe als Senator der Stadt Göttingen keine offizielle Stellimg bei
der Universität übernehmen durfte, so trat sein Zeitgenosse, der Mechaniker Johann
Christian Baumann, in den speziellen Dienst des Observatoriums und erfreute sich
des Titels eines „Universitätsoptikus'^
Woher Baumann stammt, läßt sich nur vermuten. Wie das Bürgerbuch vermeldet,
wurde nämlich im Jalire 1738 ein Perückenmacher Joh. Georg Baumann Bürger in
OOttingen. Da ein Sohn dieses Perückenmachers den Namen „Christian'' Heinrich
führte und wahrscheinlich eine Tochter „Johanne Christiane*' hieß, so liegt die Vermutung
nahe, daß der Optikus ein Bruder des Perückenmachers ist und gleichfalls aus Helmstfldt
stammt. Von dort, wo damals eine Universität war, mag Segner ilm verschrieben
haben; dort (oder auch vielleicht in Braunschweig) mag er auch seine Ausbildung ge-
nossen haben. Sein Geburtsjahr ist 1711 (vielleicht schon 1710). Segner scheint ihn
sofort engagiert zu haben, als das Observatorium eröffnet wurde. Nach dem Fortgange
Segners weiß Baumann sich auch mit Kästner gut zu stellen, der ilm als «Auf-
seher^ beibehält und ihn nicht selten sogar zum Beobachten hinzuzieht und dazu
anleitet.
Hierbei lernt ihn auch Lichtenberg kennen, und die sehr freundliche Art,
in welcher dieser große Mann seiner oftmals in seinen Briefen^) gedenkt, spricht für
Baumanns gediegene und wertvolle Persönlichkeit. Auch an ihn selbst schreibt
Lichtenberg nicht selten, bringt 1770 ihm aus England Crown- und Flintglas für
seine optischen Arbeiten mit^), auch durfte er für Lichtenberg eine Reihe von In-
strumenten ausführen. So rühmt Lichtenberg insbesondere ein Baumannsches
Mikroskop^) mit vier Vergrößerungen, das trotzdem nur 20 Taler gekostet hatte. Von
sonstigen Arbeiten Baumanns, die sich in dem Apparatenschatze^) des großen Phy-
sikers befanden, sind zu erwähnen: eine Scheibe mit allerlei Arten von Linsen, ein
Hohlprisma, das Modell eines Auges, um die optischen Fehler desselben und ilire Kor-
rektion zu demonstrieren, eine Camera obscura u. dergl.
In dem letzten Dezennium seines Lebens kränkelte Baumann; im Jahre 1773
ereilte ihn sogar ein sehr schwerer Blutsturz, von dem er sich allerdings zunächst noch
einigermaßen erholte; jedoch blieb er brustleidend imd siechte langsam dahin, so daß
er sich von seinem Amte entbinden lassen mußte. Als schwer leidender Mann bezog
er eine Pension von 30 Talern (!). Und auch das war nur eine Gnade, die er der
freundlichen Fürsprache Kästners verdankte, der in seinem Gutachten darüber rühmend
hervorhob"), wie geschickt Baumann sei, und daß derselbe durch seine Arbeiten auch
auswärts bekannt geworden sei. Von seinem langjährigen Siechtum wurde Baumann
in der Nacht vom 7. zum S.März 1782 durch den Tod erlöst. Sein Nachfolger wurde :
Johann Zacharias Gotthard. Dieser, aus einem benachbarten Dorfe, Groß-
Lengden, stammende Mechaniker wurde 1750 geboren. Er wird seine Lehrzeit in
Göttingen bei Baumann durchgemacht haben, zumal er wie dieser sich speziell der
Optik widmete und ihn, als dieser zu kränkeln anfing, auf dem Observatorium als Ge-
hilfe vertrat. Doch scheint ihn Kästner zunächst nur aus eigenen Mitteln besoldet zu
haben. Denn erst nach Baumanns Tode schlägt Kästner den Gotthard als Nachfolger
vor, wobei er ihn als seinen „Bedienten^ (Bediensteten) der Regierung gegenüber be-
zeichnet^). In dem hierauf bezüglichen Berichte Kästners heißt es ausdrücklich, daß
der „selige Baumann ihm in der Verfertigung optischer Sachen vor diesem Lehre ge-
geben habe''. Aber Kästner selbst scheint sich auch selbst seiner Ausbildung an-
genommen zu haben, denn bei Pütter*^) heißt es, Gotthard habe in der Verfertigung
optischer Werkzeuge schon Proben abgelegt, daß er ^die vom Hofrat Kästner er-
haltene Anleitung gut zu benutzen gewußt hat". Jedenfalls lieferte Gotthard damals
schon Arbeiten auch nach auswärts, so z. B. ein achromatisches Teleskop für den
Kapitän des Nachtschiffes ^) in Norden.
Die Stellung als „Universitätsoptikus" wurde dem Gotthard unmittelbar nach
dem Tode Baumanns, nämlich schon am 13. März 1782 zu teil; die Pension Bau-
manns (von 30 Talern) wurde ihm als Gehalt zugewiesen.
1) z. B. LB. Bd. L 8. 134. — =) jr^. Bd. I. 8. 10. — ^j LB. Bd. L 8. 46. — *) Kvr.
'j Kur. — «) Kur. — ') P. Bd. IL S. 355 u. 356. — ^) Feuerschiff.
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^^^ *^' O. Behrendien, Zur Gtschichte dtr Mechaniker Gfittingeos. 105
i. Jnni 1907.
Wenn auch in den Sammlungen der Göttinger Institute sich keine Werke von
Gotthards Hand befanden und es deshalb nicht leicht ist, über sein Können als
Mechaniker sich ein sicheres Urteil zu bilden, so läßt doch der Umstand, daß er für
den Professor Schrader^) in Kiel sowie für den Justizrat Schröter in Lilienthal bei
Bremen, den Inhaber einer berühmten Privatstemwarte^), zu arbeiten hatte und zwar
mit solchen Aufträgen stark in Anspruch genommen wurde ^), vermuten, daß wir es bei
Gotthard mit einem durchaus leistungsfähigen Künstler zu tun haben.
Etwa vom Jahre 1810 an begann Gotthard, der unverheb*atet war, zu
kränkeln; am 4. Dezember 1813 starb er^) im Älter von 63 Jahren in dem Hause
Nicolaistr. 26.
Als seinen Nachfolger schlug Gauß^) ein „Subjekt^ vor, „das die nötigen
Eigenschaften, Treue, Pünktlichkeit und Willfährigkeit habe''; dies war ein gewisser
Heinrich Teipel, der den in letzten Jahren durch Kränklichkeit invaliden Gotthard
habe vertreten müssen. Er verstehe sich auch auf das Glasschleifen. Auch Teipel^)
bezieht neben freier Wohuung in der Sternwarte (die 1816 neu erbaut und fertiggestellt
wurde) immer noch die 30 Taler als Gehalt, welche schon Bau mann erhalten hatte;
erst 1817 wurde sein Gehalt auf 50 Taler erhöht. Teip eis Leistungen als Mechaniker
Bind nicht hoch anzuschlagen; er war in der Tat nur „Aufwärter'' beim Observatorium.
Eigene mechanische Arbeiten hat er wohl nicht ausgeführt.
Um so notwendiger erschien es Gauß^), die geschickte Hand eines wirklichen
Künstlers zur Verfügung zu haben, und obschon, wie wir sehen werden, damals
Friedrich Apel als ein durchaus leistungsfähiger Mechaniker sich in Göttingen schon
seit einer Reihe von Jahren niedergelassen hatte, auch sonst ein oder der andere
mechanische Künstler hier seßhaft war (wie 0. Trojan, Friedr. Felix Klindworth),
so glaubte dennoch Gauß, der bis dahin sich ausschließlich auswärtiger Künstler bedient
hatte (wie der Engländer Troughton, Gary, wie Repsolds in Hamburg und vor
allem Reichenbachs in München, zu welchem er ein unbegrenztes Vertrauen besaß),
unter den einheimischen Mechanikern keinen ftir seine Zwecke, speziell für die Aus-
stattung der neuen Sternwarte, verwenden zu können.
B. Mechaniker der Modellkammer.
Die oben erwähnte Modellsammlung war 1765 unter die Obhut des Hofrats
Kästner gelangt. Da von Universitäts wegen kein Mechaniker für die Instandhaltung
dieses . in jener Zeit sehr bedeutungsvollen Inßtitutes angestellt war, so sah sich
Kästner genötigt, aus der Reihe der Mathematikbeflissenen einen oder den anderen
heranzuziehen und ihn für die Modelle und ihre Fürsorge zu interessieren. Unter
diesen hatte Kästner einen herausgefunden, der für seine Zwecke ganz besonders sich
als brauchbar erwies; es war dies der Studiosus der Mathematik Nicolaus BogislauB
von Oiechanski, ein Litauer, der nicht allein eine größere Zahl von Modellen voll-
kommen sachgemäß wieder hergestellt, sondern auch mehrere neue verfertigt hatte.
Der junge Ciechanski, der zu der Zeit, als er mit der Modellkammer Bekannt-
schaft machte, bereits eine Reihe von Jahren in Göttingen studiert hatte, war durch
die unglücklichen politischen Verhältnisse in seiner Heimat gegen das Ende des
Jahres 1770 in eine schwierige fluanzielle Lage geraten. Seit geraumer Zeit hatten
alle Zuschüsse von Hause aufgehört, so daß er ganz mittellos nur auf sich allein an-
gewiesen war. In dieser Not kam ihm die Beziehung zu der Modellsammlung wie
gerufen. Auf Zureden seines Gönners reichte Ciechanski am 17. April 1770 (Kur.)
ein durch Zeugnisse Kästners und des Oberbauinspektors Müller^) unterstütztes
J) Prot der Physik, 1763 bis 1821. ~ ^) Die Instrumente Schröters wurden 1799 für
das Göttinger Observatorium angekauft, kamen aber erst 1815 in den Besitz desselben. P. Bd. IIL
8. 467. — *) XjB. Bd IIL 8. 98. — *) Kb. der Albanikirche; nach der Anzeige, die Gauß der
Regierung macht (JSüur.), ist der 6. Dezember sein Sterbetag. — ^) Kur. — <>) Teipel starb am
17. Januar 1841. — 7) C. Friedr. Gauß, der weltberühmte Mathematiker, geb. 1777, wurde 1808
Professor in GÖttingen für Mathematik und Astronomie. — 8) Job. Mich. Müller hielt an der
Universität Vorlesungen über Vermessungs- und Baukunst. Gestorben 1777.
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106 O. Bthrendien, Zur Oeicbichte der Mechaniker Göttiogens. Mechanlker^Ztg
Gesuch bei der Regierung ein. Diese Gutachten rtihmen in freundlichster Weise den
Eifer und die Geschicklichkeit des Petenten, „der nicht allein in fachmännischer Weise
die Modelle der Sammlung instand gehalten, sondern auch ein vortreffliches Modell
einer Schiffsschleuse^) gearbeitet habe^. Ciechanski bittet in seinem Gesuch, ihm
die Reparaturen der Modellkammer gegen ein jährliches Gehalt anzuvertrauen, damit
er sich auch fernerhin „an hiesiger Anstalt unterrichten könne ^.
Am 18. August 1770 wurden dann auch wirklich dem Studioso B. v. Ciechanski
auf 2 Jahre jährlich 25 Taler bewilligt. Nach Verlauf dieser Frist kam er dann aber-
mals, durch ein Zeugnis Kästners wirksam unterstützt, um ein ,yBeneficiuin^^ ein und
erhielt auf ein weiteres Jahr 40 Taler. Zu seinem Unglück lernte er in dieser Zeit
ein Mädchen^) kennen, an das er sein Herz hängte und das er im Jahre 1774 heiratete.
So blieb er ganz an Göttingen gefesselt, und es blieb ihm nunmehr nichts anderes übrig,
als Mechaniker von Beruf zu werden.
Nicolaus Bogislaus von Ciechanski wurde 1737 in Sluzk, Gouvernement
Minsk, geboren und entstammte einer vornehmen Familie; war doch sein Vater Truchseß
des Gebietes Starodub, einer Kreisstadt im Gouvernement Tschernigow in Polen. Sein
Bruder wurde später Rittmeister in der polnischen Acpiee. Im Alter von mehr als
30 Jahren war Ciechanski zuerst nach Göttingen gekommen, um sich als Dozent der
Mathematik auszubilden. In seine Studienzeit fielen die ersten Wirren in seiner Heimat,
die mit der Teilung Polens endeten und auch in religiöser Hinsicht den Reformierten,
zu denen die Ciechanskis gehörten, Schwierigkeiten brachten. Eine Zeit lang suchte
er sich mit Freitischen und allerlei akademischem Elend über Wasser zu halten. Daß
er sich nicht gleich von Anfang an auf die „Civilbaukunst'' geworfen habe, bedauerte
er sehr lebhaft in seinen oben erwähnten Gesuchen. Erst zu spät habe er sich auf die
„Praxis^ gelegt. Jedenfalls kam es nicht mehr zum Abschluß solcher seine Lebens-
stellung begründender Studien. Es wurde schon vorher erwähnt, wie der junge
Ciechanski aller Mittel entblößt schließlich in Göttingen als Mechaniker der Modeli-
kammer mit einem mehr als kärglichen Gehalte hängen blieb. Der Titel „Modell-
inspektor** gab ihm auch die Befugnis, Unterricht^) im „Modellieren'' an Studenten zu
erteilen. Einige Groschen brachte ihm wohl auch die „Demonstration'' der Sammlung
an Studierende ein. Er verfertigte nun allerhand Apparate für jeden, der sie von ihm
begehrte. Auf welchem Wege er eigentlich seine mechanische Fertigkeit erworben
hat, läßt sich nicht mit Sicherheit ermitteln. Wahrscheinlich hat er schon von Anfang
an bei einem der Göttinger Mechaniker (Kampe, Baumann, Poppe, Riepenhausen)
Unterricht genommen, was nicht selten von Seiten der Studiosen geschah. Im großen
und ganzen ist er aber doch als Autodidakt zu betrachten. Bei alledem bestätigte
Kästner ihm am 9. März 1772, „daß ^r sehr geschickt sei in der Verfertigung sowohl
von physikalischen (zu elektrischen Versuchen dienenden) Werkzeugen als auch von
solchen zum Maschinen- und Bauwesen".
Die Stellung als Modellinspektor scheint übrigens auch nur eine provisorische
gewesen zu sein, da er noch mehrmals um Fortdauer derselben einkam. 1792 wurde
die Oberleitung der Modellkammer dem Major Müller anvertraut, von dem es nunmehr
abhing, ob er den Ciechanski zur Ausbesserung und Vorzeigung der Modelle hinzu-
ziehen wollte oder nicht. Allerdings wurde sein Gehalt ihm weitergezahlt.
Über Ciechanskis Persönlichkeit und seine Leistungsfähigkeit gewinnt man
einigen Aufschluß aus den zum Teil humoristisch gefärbten Bemerkungen in Briefen
Lichtenbergs. Diesen allezeit für Witz und Laune empfänglichen Geist mußte die
originelle Erscheinung des temperamentvollen Polen interessieren, der mit der deutschen
Sprache sein Leben lang auf etwas gespanntem Fuße lebte. Als geschicktep Mechaniker
und findigen Kopf schätzte Lichtenberg ihn jedenfalls. So nennt er ihn einmal den
„wirklich sinnreichen Herrn von Ctztszichanzßztky"^) und teilt ein anderes Mal eine
„Erfindung" desselben mit Beifügung einer Zeichnung dem KonsistorialsekretUr Wolf
in Hannover mit. Es ist dies ein sogenannter Luftleuchter'''), d. h. ein als Deckel auf
einem Elektrophor gedachter Gasbehälter mit Wasserstoff gefüllt, der aus einer feinen
^) Die Zeichnung davon liegt in den £i«r.-Akten.
^) Caroline Dorothea Stein aus Dassel.
8) Der früher von Professor Lowitz erteilt wurde.
*) LB. Bd. IL 8. 110.
^) LB. Bd. IL 8. 66.
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Heft II.
1. Jnni 1907.
Vtreini- und Penonennaehriehten.
107
Röhre oben austreten kann und dann beim Abheben des Apparates von dem Funken
des Elektrophors entzündet wird.
Wo es immer anging, ließ Lichtenberg in seiner Gutmütigkeit dem armen
Polen etwas zukommen. So hatte er ihm die Anfertigung von kleinen, mit Wasserstoff
gefüllten Luftballons, die damals eine sehr beliebte Neuheit bildeten, gezeigt und über-
lassen. Auch gestattete er ihm oftmals, mit seinen (Lichtenbergs) Apparaten Sauer-
stoff zum Zwecke des Verkaufes an Freunde des großen Physikers in Hannover und
Cassel darzustellen. Es ging Ciechanski in der Tat meist schlecht; allerdings scheint
er ein Häuschen erworben zu haben, da er 1786 Bürger der Stadt wurde. Aber in
den Jahren 1780 bis 1789 waren 5 Kinder angekommen, Anfang der nexmziger Jahre
fing seine Frau zu kränkeln an und starb 1794 an der Schwindsucht, so daß er stets
in Geldverlegenheiten steckte und mehrfach von der reformierten Kirche Darlehne
erhielt, die er aber später (1801) ehrlich zurückerstattete. Ciechanski griff daher zu
allem, was sich ihm als Erwerbsmittel darbot. Er beaufsichtigte die Stadtuhren ^),
fertigte Bruchbänder und Bandagen^), er fuhr nach anderen Städten wie z. B. Gassei ^),
um dort Vorstellungen mit Luftballons zu geben.
1796 heiratete er zum zweiten Male, nämlich die Witwe des Landphysikus
Fleischmann aus Nentershausen, wodurch sich, wie es scheint, die wirtschaftliche
Lage der Familie etwas hob. Im neunzehnten Jahrhundert jedoch geht es allmählich
mit Ciechanski bergab; noch hat er 1810 die Freude, daß sein Neffe Paul von
Ciechanski, Lehrer der Philologie in Wilna, seine jüngste Tochter^) ehelicht. Bald
aber kann er auch nicht mehr recht seines Amtes als Modellinspektor ^) warten; 1817
wird ihm Friedrich Apel als Adjunkt gegeben. Seine Kräfte lassen mehr und mehr
nach, aber erst 1828 am 19. Februar stirbt er hochbetagt im Alter von 91 Jahren.
An seine Stelle tritt Apel, der die 50 Taler, welche Ciechanski zuletzt er-
halten hatte, weiter bezieht.
Nichts desto weniger wird 2 Jahre später auf den Einfluß von Gauß hin auch
Philipp Rumpf neben seiner Stellung an der Sternwarte noch als Mechaniker für die
Modellkammer verpflichtet. Gauß scheint eben, wie schon oben bemerkt wurde, gegen
die übrigen Göttinger Mechaniker ein Vorurteil gehabt zu haben und suchte dieselben
ganz aus seiner Sphäre auszuschließen.
Der letzte Mechaniker an der Modellkammer war, wie schon oben bemerkt
wurde, Meyerstein, der diese Stellung im Jahre 1841 unter dem Titel eines
., Maschineninspektors ^ erhielt. Doch war die Tätigkeit an diesem Institute damals
schon zu einem Schatten zusammengeschrumpft. Die Modellkammer hatte sich überlebt.
{FarUeteung folgt)
Vereins- und Pereonennaohricbten.
D. G. f M. u. O. ZweigTerein Göt-
tingen. Sitzung vom 10. Mai 1907. Vor-
sitzender: Hr. E. Ruhst rat.
Nach Verlesung des Protokolles der letzten
Sitzung gibt Hr. Prof. Dr. L. Ambronn einen
Bericht (auf Grund einer schriftliehen Mit-
teilung dos Hm. Blaschke) aber die letzte
Hauptvorstandssitzung der D: G. f. M. u. 0. in
Berlin und teilt u, a. mit, daß der nächste Me-
chanikertag in Hannover stattfinden soll. Bei
dieser Gelegenheit legt der Vorsitzende
den Anwesenden ans Herz, die folgenden Me-
chanikertage doch recht zahlreich zu besuchen.
Hr. R. Brunnöe verliest ein Rechtfertigungs-
schreiben der Handwerkskammer in Hildes-
heim; es wird beschlossen, dasselbe dem nicht
anwesenden Hrn. A. Becker zur Kenntnis zu
übermitteln.
Der Vorsitzende sucht den Zweigverein
zu einer Beteiligung an einer Ausstellung ge-
legentlich der diesjährigen Naturforscherver-
sammlung in Dresden zu veranlassen; es soll
zu diesem Zwecke eine Liste zirkulieren.
Darauf ergreift Hr. Prof. Dr. L. Ambronn
das Wort zu einer Demonstration eines von der
Firma F. Sartorius hergestellten, sehr großen
1) Kirchenbuch der Albanikirche. — 2) £. s. 201, — ^) Brief Lichtenbergs an
Sommerung. LB. Bd. IL 8. 128. — *) Anna Dorothea (KB. d. Albanigemd.) — ») Das
durch die Oberaufsicht Mayers und Thibauts seit 1801 an Bedeutung fUr ihn sehr viel ein-
gebüßt hat.
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108
Vereint- und Pertonennachrichten. — Für Werkatatt und Laboratorium.
D«Vt8ch6
Mechanüter-Ztg
Präzisioniheliostaten, der den strengsten An-
forderungen durch seine eigenartigen, genauen
Einstellungs- und Korrektionsvorrichtungen in
ausgezeichneter Weise entspricht.
Zum Schluß macht der Vorsitzende auf
eine von der Stadt GOttingen veranstaltete
Gas-, Wasser- und elektrische Ausstellung auf-
merksam und erbietet sich, dem Zweigverein
dieselbe zu demonstrieren. Behrend$en.
Habilitiert: Bergingenieur M. Erahmann,
Privatdozent an der Kgl. Bergakademie Berlin,
an der Techn. Hochschule für Bergwirtschafts-
lehre und Metallstatistik; Dr. E. WatzmaDn
für Physik an der Universität Breslau; Dr. H.
Hausrathy Assistent am Blektrotechn. Institut
in Karlsruhe, an der dortigen Techn. Hoch-
schule; Dr. 0. Mumm, erster Assistent am
Chem. Laboratorium, in Kiel; Dr. R« Negrusz
für physik. Chemie an der Universität Lemberg;
Dr. F. Adler an der Universität Zürich für
experimentelle u. theoretische Physik; Dr. W.
Fischer in Breslau für physik. Chemie; Dr.
J. Scheiber für angewandte Chemie an der
Universität Leipzig; Dr. W. Graf zu Leiningen-
Westerbarg für Agrikulturchemie an der
Universität München; Dr. Ch. Füchtbaaer,
Assistent am physik. Institut, für Physik in
Würzburg; Dr. H. Staudinger für Chemie
u. Dr. L. M andelstam für Physik an der Uni-
versität Straßburg; Frl Dr. G. Woher an der Uni-
versität Bern für Geschichte der Chemie u.
Physik.
Berufen: Dr. R. Wachamath als Dozent
für Physik u. Leiter der physikalischen Abt.
der neu erbauten Anstalt des Phys. Vereins in
Frankfurt a. M.; Prof. G. Plancher in Palermo
als Prof. für allg. Chemie nach Parma; Dr. W.
A. Noyes, Vorstand der chem. Abt. am Bureau
of Standards in Washington, als Prof. der
Chemie an die Universität Illinois in Champaign;
Dr. E. Erlenmeyer, ao. Prof. der Chemie an
der Universität Straßburg, als Mitglied an die
Biologische Anstalt für Land- nnd Forstwirt-
schaft in Dahlem b. Berlin; Dr. G. Bmni, bish.
Prof. der Chemie in Parma, an die Universität
Padua; Dr. R. Duncan als Prof. für techn.
Chemie an die Universität zu Lawrence, Kansas;
Dr. E. Dießelhorst als Dozent für Physik an
die Militärakademie in Berlin ; Prof. Dr. Lenard
als 0. Prof. der Physik nach Heidelberg; Dr.
0. A. Derby in St. Paulo zum Dir. des zu er-
richtenden Instituts zur Geologischen Landes-
durchforschung; Dr. H. T* Barnes als o. Prof.
der Physik an die Universität zu Montreal,
Canada; Prof. J. F. Kaenen in Dundee als
Prof. der Physik an die Universität Leyden;
Dr. A. Dodge Cole in Columbus als Prof. der
Physik am Vassar-College in Poughkeepsie.
Ernannt: Dr. Job. Schröder, Privatdozent
an der Universität Gießen, zum o. Prof. der
Chemie u. Agrikulturchemie und zum Dir. des
Chemischen Laboratoriums in Montevideo; Dr.
F. F. Underhill zum Ass. Fnf. für physiolog.
Chemie an der Yale-Universität in New-Haven;
y. Syniewski, ao. Prof. für chem. Technologie
u. techn. Mykologie an der Techn. Hochschule
zu Lemberg, zum o. Prof.; zu Professoren: Dr.
A. Schulze, Privatdozent für Physik an der
Universität Marburg; Dr. A. Marcase, Privat-
dozent der Astronomie an der Universität
Berlin; Chemiker Dr. Yoigtländer in Hamburg;
Dr. B. Walter vom Phys. Staatslaboratorium
in Hamburg; Dr. Mehner, Privatdozent der
Chemie in Berlin; Dr. F. Peters am Elektro-
chem. Institut der Techn. Hochschule in Berlin.
In den Ruhestand treten: Prof. Dr. G.
Quincke in Heidelberg; Hofrat Dr. £• Weiß.
Prof. der Astronomie an der Universität Wien.
Verstorben: Dr. J. Pösclil, emer. Prof. der
Physik an der Techn. Hochschule in Graz; P.
A. F. W. Paalsen, Prof. der Physik u. Dir.
des Dänischen Meteorol. Instituts in Kopen-
hagen; H. Tomöe» Dozent für physik. Chemie
an der Universität Christiania; Prof. D. J.
Mendelejeff in -fit. Petersburg; Prof. N. A.
Menschntkin» emer. Prof. für Chemie an der
Universität St. Petersburg; H. W. B, Rooze-
boom» Prof. der Chemie der Universität Amster-
dam; Geh. Rat Prof. Dr. R. 0(^ früher Dozent
für allg. Chemie au der Techn/ßochschule in
Braunschweig; Dr. Th. TayIor\^Prof. der
Chemie an der Carnegie Technieal^i&chocl in
PitUburg, Pa.; Dr. J. Bersch, Chemiker in
Wien; Prof. Dr. G. Arland, PhotochemiK^or in
Leipzig; J. K. Rees, Prof. der Astronomie an
der Columbia-Universität in New-York.
FOr Werkstatt
und Laboraterium.
M»
1
Wolseley-Muffelofen.
Bayer. Ind.- u. GewerbeblaU 38. S. 44. 1906
nach Oießerei-Ztg, 1906,
Der von der Wolseiey Tool & Motor
Car Co. in Birmingham (Engl.) hergestellte
Muflfelofen, der zum Erhitzen von Stahlstücken,
Nachlassen, Einsatzhärten u. s. w. bestimmt ist,
hat eine innere Größe von 900x450x300 mm.
Die Muffel ist aus feuerfesten Ziegeln von
Normalgröße hergestellt, so daß also schadhaft
gewordene Ziegel leicht ersetzt werden können.
Die Erwärmung, die auf 900' bis 950' C
gebracht werden kann, erfolgt durch Gas. Die
Flammen von acht Brennern strömen um die
Muffelseiten, um eine gleichmäßige Temperatur
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GoQgk.
Heft 11.
l.JoDi 1007.
Für Werkstatt und Laboratorium.
109
zu erzielen. Die Tür des Muffelofeus ist durch
ein Gegengewicht fast ausbalanciert und kann
an einem Handgriff leicht geöffnet werden.
Es sind etwa 10 ^>m Gas für die Stunde
erforderlich, die durch ein 53 mm weites Rohr
zugeführt werden. Die Luft wird durch ein
Rohr von 25 mm Durchmesser mit einem Druck
von 0,1 Ätm eingeleitet. Die Hähne für die
Regulierung von Gas und Luft befinden sich
vorn am Ofen.
Der Ofen ist auf einer Säule montiert; er
beansprucht etwa 950x630 mm Fußbodenflächo;
sein Gewicht beträgt ungefähr 6 dz, EJßm.
Sapport-Schlelftnaschine
mit elektrischem Antrieb.
Bayer. Ind.- u. Oewerbebl 38. 8. 444. 1906,
Die Firma C. & E. Fein in Stuttgart bringt
eine neue Schleifvorrichtung in den Handel,
die zum Abschleifen und Fertigmachen von
Arbeitsstücken auf der Drehbank, Bohr-, Fräs-
oder Hobelmaschine, sowie zum Nachschleifen
von Drehbankspitzen, Fräsern u. s. w. gute
Dienste leisten kann. Die Vorrichtung (s. Fig.)
besteht aus einem vollständig staubdicht ein-
gekapselten Elektromotor, der auf einem durch
Schraube und Handrad verstellbaren Schlitten
befestigt ist; dieser Schlitten hat einen Schaft
zum Einspannen in den Drehbanksupport oder
auf den Frästisch. Auf die Achse des Motors
können beiderseitig die Schleif- oder Polier-
scheiben leicht aufgesetzt werden; durch ein
Verlängerungsstück (rechts in der Fig.) wird
die Vorrichtung auch zum Ausschleifen von
Löchern verwendbar. ELßm.
Scliublelire mit Zeifirerablesunfir«
Engineering 83. S. 600. 1907.
Die Schublehre (von Drake & Gorham
Ltd., 66 Victoriastreet, Westminster SW) ge-
stattet, den durch die Schnäbel gemessenen
Abstand mittels Zeiger an Kreieteilungen ab-
zulesen. Die Bewegung dieser auf dem
Schieber befindlichen Zeiger geschieht durch
feine Triebe und eine Zahnstange, welche sich
in einer Nut in der unteren Kante der Schub-
lehrenzunge befindet und mithin gegen Be-
schädigungen geschützt ist Die Zunge selbst
hat an der oberen Kante eine Zoll-, an der
unteren eine Zentimeterteilung. In der Regel
trägt der Schieber zwei Zeiger, und zwar
beträgt eine Umdrehung der einen Zeiger-
achse V\ der anderen 1 cm. Um die Lehre auch
für Tiefenmessungen benutzen zu können, ist
die rechte Seite des Lineals gut eben gear-
beitet und trägt der Schieber nach rechts
einen Draht.
Bem, des Rrf. Der ganze Zweck dieser
Konstruktion liegt wohl nur darin, die bei den
Technikern so beliebte Zeigerablesung auch
auf die Schublehre zu übertragen und eine
anscheinend hohe Genauigkeit zu erzielen.
An und für sich wird ja Zeigerablesung bei
Lehren schon lange benutzt, z. B. bei den Glas-
hütter Mikrometern; nur ist hier mit gutem
Bedacht das Meßbereich klein gewählt, um
Dicht eine Genauigkeit der Messung vorzu-
spiegeln, die tatsächlich nicht vorhanden ist.
Dazu kommt bei der eben besprochenen Lehre,
daß ein« Zahnstange die beiden Zeiger treibt, daß
also eine sehr komplizierte Zahnrad-
Übertragung nötig wäre, damit die An-
gaben auf etwa 0,C5 mm oder 0,001 Zoll
zuverlässig seien. Auch in anderer Be-
ziehung steht der Konstrukteur noch
nicht auf dem Boden der modernen
Meßkunde: er spricht nämlich von
einem „französischen*' Maße. Eine solche
Redeweise ist um 50 Jahre zurückdatiert;
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110
PUr Werkstatt und Laboratorium.
Glatt«chnitcha
Deutsche
Mechaniker- Ztg.
seit einem Menschenalter gibt es außer dem eng-
lischen sog. Maßsystem nur noch das interna-
tionale Metersystem; das durch Arbeiten eines
intematumalen Bureaus und von Gelehrten ver-
schiedenster Nationalität festgelegt ist. KU^fn.
Fadenzlnn.
Bayer. Ind- u. Gewerbeblatt 39. S. 167. 1907
nach la. Ztg. f. Blechinduatrie,
Beim Löten ist es vielfach angebracht, das
Zinn in kleinen Stücken auf den zu lötenden
Gegenstand zu bringen und denselben dann,
sei es direkt mittels der Flamme, sei es mit
dem Lötkolben, zu erwärmen. Dazu stellt man
sich oft Tropfen aus Lötzinn so her, daß man
von der Stange mittels des Lötkolbens das
Zinn abschmilzt und auf eine kalte Metallplatte
oder einen glatten Stein tropfen läßt. Be-
quemer ist die Verwendung von Fadenzinn,
welches leicht in Stückchen von der gewünschten
Länge zerschnitten werden kann.
Zur Herstellung des Fadenzinns ist die
nebenstehend abgebildete Kelle sehr geeignet.
Die vordere Kante derselben ist hochgebogen
und mit den Seitenkanten vernietet; an der
Biegekante (bei a) ist sie mit einer Anzahl
Löcher versehen. Gießt man in diese Kelle
das geschmolzene Lötzinn, neigt sie passend
und zieht sie über eine kalte eiserne Platte, so
fließt aus den Öffnungen das Zinn in feinen
Fäden aus und erstarrt auf der Platte sofort.
BJßm.
Giastechnisches.
Aurschlierskolben
für storsende Substanzen.
Von H. Mastbaum.
Chem.-Ztg. 31. 8. 329. 1907.
Beim Aufschließen von organischen Düngern,
Pflanzenstoffen und Erden wird das Stoßen
des kochenden Schwefelsäuregemisches wesent-
lich durch die Gegenwart von Sandkörnern
hervorgerufen. Man hilft sich in solchen Fällen
durch Abgießen der Flüssigkeit in einen andern
Kolben, in dem man die Operation vollendet.
Besser kommt man aber zum Ziele, wenn ein
Kolben verwendet wird, bei dem am unteren
Teil eine kleine Ausbuchtung ausgeblasen ist.
die sich möglichst scharf von der Kolbenwand
abhebt. Wenn das Stoßen beginnt, so läßt
man die Sandkörner sich in der kleinen Ka-
lotte sammeln, dreht dann den Kolben ein
wenig um seine Achse, so daß man die Flüssig-
keit möglichst klar erhält, und kocht die Auf-
schließung zu Ende. Wb.
Neue Absorptionsapparate ffir
die Elementaranalyse.
Von 0. Carrasco.
Chem.-Ztg. 31. 8. 342. 1907.
Der Verf. hat sich auf Veranlassung der
Vereinigten Fabriken für Laborato-
riumsbedarf die Aufgabe gestellt, 3infache
praktische und wirksame Apparate für die
Plg.1.
Elementaraualyse zu konstruieren, welche bei
der Analyse gute Gewichtsdifferenzen im Ver-
hältnis zum eigenen Gewicht aufweisen. Der
in Fig. 1 skizzierte Apparat stellt ein wirk-
(--S
PIg. 2.
sames Absorptions- und Trockensystem für die
durchgehenden Gase dar. Die Gase treten
durch das obere Rohr ein, durchströmen die
beiden Kugeln und gelangen schließlich auf
den Boden des Apparats. An dieser Stelle
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Heft 11.
t Juni 1907.
Gla<t«choiachM. — Gewerbliches.
111
bleiben die Gase kurze Zeit unter dem
Schirm und sind, bevor sie durch den seit-
lichen Tubus abziehen, gezwungen, die Ober-
flache der absorbierenden Flüssigkeit zu streifen.
Zwischen beiden Kugeln befindet sich ge-
körnter staubfreier Natronkalk, der jede Spur
Feuchtigkeit aus dem Gase zurOckhalt. Der
Apparat kann völlig verschlossen gewogen
werden, weil er mit eingeschliffenen Stopfen
geliefert wird. Fig. 2 zeigt ein Chlorkalcium-
rohr, das sich in der Konstruktion dem Kali-
apparat anschließt. Beide Apparate haben
breite Bodenfl&chen, so daß sie bequem auf
die Wagschalen gestellt werden können.
Wh.
Zu dem Referate: ^IBün neues Verfahren
zur Bestimmung des Kamphers*^ auf 8. 87
de» laufenden Jahrgangee dieeer ZeiUekrift teilt
Hr. Paul Haack in Wien mit, daß er der Ver-
fertiger dieses Apparates sei.
Gebrauehsinuster.
Klasse :
80. Nr. 300 784. Sphygmomanometer mit Skalen-
feinstellung und anliegendem Quecksilber-
behftlter. F. 0. R. Go etze, Leipzig. 26. 1. 07.
Nr. 801 545. Plaschchen mit Stopfen und auf-
setzbarer, hermetisch abschließender Metall-
kappe zur Aufnahme leicht flüchtiger
FlOssigkeiten. F. Beier, Berlin. 9. 2. 07.
Nr. 303 568. Hartglasstab nach Gebrauchs-
mueter 214922, mit dickerem, knopfförmigem,
im Winkel von 45^ gebogenem Ende. 0.
Krug, Magdeburg. 9. 2. 07.
Nr. 303 754. Zerlegbarer Blutdruckmesser aus
Glas. H. Katsch, München. 6. 8. 07.
82. Nr. 301510. Glasrohrschneider mit beide
Schenkel schließender Fedisr. J, Lutz,
Schmalkalden. 17. 1. 07.
42. Nr. 301 563. Flachbutyrometer mit Mar-
kierung zum Geradehalten. P. Funke & Co.,
Berlin. 13. 2. 07.
Nr. 301 564. Holzstativ mit Aufsetzkappo für
Butyrometer. P. Funke & Co., Berlin.
13. 2. 07.
Nr. 302 282. Thermometer-Kapiliarröhre mit
vergrößertem W&rme-Aufnahme-Gefäß. G.
A. Schnitze, Charlottenburg. 8. L 07.
Nr. 302 926. Butyrometer, an welchem sich
außer der bisher gebrftuchlichen Öffnung am
Hals des Butyrometerbauches noch eine
weitere Öffnung am entgegengesetzten Ende
befindet, deren Wandungen zur Aufnahme
eines Verschlußstückes schraubenförmig aus-
gebildet sind. N. Gerber's Co., Leipzig.
3. 12. 06.
Nr. 303 055. Ärztliches Schleuderthermometer
mit Schleuderhülse. H. Kapeller, Wien.
22. 2. 07.
Nr. 303 577. Thermometerkapillarröhre mit
Wärmeaufnahmegefäß von besonders großer
Oberfläche. G. A. Schnitze, Charlotten-
burg. 8. 1. 07.
Nr. 304 035. Gasabsorptionsapparat mit glocken-
förmigen Teilen, welche sich in der ab-
sorbierenden Flüssigkeit befinden. B.
Diepolder, München. 14. 2. 07.
Nr. 304055. Apparat für quantitative Analyse
zum Abscheiden, Filtrieren und Trocknen
von LöBungsrückstftnden unter Luftabschluß,
insbesondere zur Karbidbestimmung in Stahl
und Bisen. G. Mars, Charlotten bürg. 7. 3. 07.
Nr. 304 262. Kombinierter Aufschließ- und
Destillationsapparat zurStickstoffbestimmung
nach Kjeldahl. G. Jakob, Frankfurt a. M.
11. 3. 07.
64. Nr. 299509. Flasche mit doppelter Wandung
und evakuiertem Zwischenraum vom Quer-
schnitt zweier ineinander greifender Kreise.
R. Hartwig, Berlin. 14. 12. 06.
Nr. 301599. Doppelwandiges Gefäß mit
evakuiertem Zwischenraum im Querschnitt
einer Bllipse. Kosmos-Flaschen G. m.
b. H., Berlin. 29. 1. 07.
Gewerbliches.
Handelahochschule in Berlin.
Im Monat Juni finden in der Handelshoch-
schule einige öffentliche und unentgeltliche
Vorträge statt, wofür je eine Abendstunde in
Aussicht genommen ist; und zwar wird lesen:
am Mittwoch den 5. Juni, von 8 bis 9 Uhr
abends: Hr. Stadtrat Dr. Weigert über Qe-
echichte und Technik der TexHHndusirie;
am Sonnabend den 8. Juni, von 6 bis 7 Uhr
abends: Hr. Hermann Hecht über die Ent-
ioicklung und die Arten der Exportgeechäfte.
Ferner findet
am Sonnabend den 15- Juni, 6 bis 7 Uhr
abends eine Besichtigung des Verkehrsbureaus
der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin
unter Führung des Hrn. Bureaudirektors
Hoff mann statt.
Für jede Vorlesung werden besondere
Eintrittskarten unentgeltlich ausgegeben, und.
zwar beim Pedell der Handelshochschule (Span-
dauer Str. 1) oder auf briefliche Bestellung bei
dem Sekretariat der Handelshochschule.
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112
GcwtrblichM. — Patoatochau.
Dentaehe
Mechanlkw-ZtK.
Zolltarlf-Entwlieidanffen.
Vereinigte Staaten von Amerika.
Glasröhren von bestimmten Langen, die
noch umgeformt und umgestaltet werden, um
als Zubehörteile für wissenschaftliche Apparate
in chemischen Laboratorien verwendet zu
werden und die unter dem Namen »Zylinder-
röhren, Barettenröhren und Biegeröhren* im
Handel nach Maß oder Gewicht verkauft
werden, sind als Glaswaren nach § 112 des
Tarifs mit 45 7o ^^ Wertes zu verzollen.
Aostralischer Bund.
Photometer, keine elektrischen, als ander-
weit nicht genannte Metallware bezw. Holz-
ware : 20 ®/o vom Werte.
Pneumatische Pyrometer zum Messen der
Temperatur, zollpflichtig nach dem Stoffe, aus
dem sie bestehen, als anderweit nicht genannte
Glas« oder Metallware: 20% vom Werte.
Perimeter als chirurgische Instrumente: frei.
Rnm&nien.
Amperemeter und Voltmeter unterliegen als
zur Verwendung der Elektrizität notwendige
Apparate der Verzollung nach Artikel 749 mit
100 Lei fOr 100 kg.
Manometerzähler nach Artikel 561 mit 50 LH
ftlr 100 kg.
Die Kinematographen und Zauberlaternen
fallen als optische Apparate unter Artikel 561
des Tarifs mit einem Zollsatze von 50 Lei
für 100 kg.
Neoseeland.
GasprQfungsapparate, wie Kalorimeter und
Meßapparate, sind zollfrei.
Patentschau.
Unterseeferorohr mit einem oder mehreren am Ende des Rohres angeordneten dreh-
baren Spiegeln und Beleuchtung der beobachteten Gegenstände durch Scheinwerfer, dadurch
gekennzeichnet, daß Spiegel und Scheinwerfer um parallele wagerechte Achsen derart gleich-
zeitig drehbar gelagert sind, daß ihre Drehungswinkel im Verhältnis 1 : 2 stehen, zum Zwecke,
die Bilder des beleuchteten Gegenstandes stets in der gleichen Richtung in das Fernrohr zu
reflektieren. J. C. Zubli in Paris. 28.4.1905. Nr. 171813. KL 42.
Vorrichtung zur Aafzeichnuog der Lichtstärke unter verschiedenen Neigungswinkeln
mit Hilfe eines Selenphotometers, dadurch gekennzeichnet, daß eine Selenzelle auf einem kreis-
förmig gebogenen, in seinem Fuß drehbar gelagerten Träger verschiebbar angeordnet ist und
unter verschiedenen Neigungswinkeln zu der in der Mitte des kreisförmig gebogenen Trägers
befindlichen Lichtquelle festgestellt werden kann, und daß je nach der Stellung der Selenzelle
ein an derselben befestigtes, sich Ober eine Rolle abwickelndes Band oder Seil mit Hilfe beliebiger
Anordnungen seine Bewegungen auf einen Papierstreifen überträgt, auf den die jeweilige
Widerstandsänderung der Selenzelle aufgezeichnet wird. B. Monas ch in Berlin. 25. 7. 1905.
Nr. 172197. Kl. 42.
Maximalthermometer mit im Quecksilber beweglichem stählernen Absperrstift, da-
durch gekennzeichnet, daß der Stift in einer Ausbauchung zwischen Skala und Quecksilbergefäß
eingeschlossen ist, zu dem Zwecke, den Stahlstift der zum Kochen des Quecksilbers nötigen
Hitze möglichst zu entziehen. P. Zeise in Angelroda bei Plane i. ThQr. 21. 10. 1904.
Nr. 172019. Kl. 42.
Vorrichtung zum dauernden Analysieren von Gasen mittels fester Absorptionskörper,
bei welcher zwischen zwei Gasmessern ein Absorptionsgefäß eingeschaltet ist, dadurch gekenn-
zeichnet, daß in die Gasleitung ein Kühler derart eingeschaltet ist, daß sowohl das aus dem ersten
Gasmesser zuzuführende als auch das vom Absorptionsgefäße zum zweiten Gasmesser strömende
Gas diesen Kühler durchfließt, zum Zwecke, die Gase in die Gasmesser mit gleichen Temperaturen
eintreten zu lassen. A. Bayer in Brunn. 3. 8 1904. Nr. 172625. Kl. 42.
1. Panorama-Doppelf emrohry dadurch gekennzeichnet, daß die beiden in stets gleich-
bleibendem Abstände voneinander angeordneten Binzelfernrohre um eine gemeinsame Achse
drehbar sind, so daß durch ablenkende Systeme zur Festlegung des Strahlenaustrittes eine un-
gehinderte Horizontbeobachtung bei fester Stellung der Augen ermöglicht wird.
2. Ausführungsform des Panorama - Doppelfemrohres nach Anspruch 1, dadurch ge-
kennzeichnet, daß zwecks Erweiterung des Objektivabstandes mit den Objektivreflektoren fest
verbundene, an der Drehung derselben teilnehmende Systeme nach Art des Telestereoskops
vorgesehen sind. Bmil Busch in Rathenow. 16. 3. 1905. Nr. 172624. Kl. 42.
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Httft li.
1. Jnni 1907.
Pmtontochau. — I*«t«ntlist«.
113
Aus Blech gezogene Priimenstiilile für Prismenfernrohre, dadurch gekennzeichnet,
daß die die Prismen tragenden Böden mit dem zylindrischen, sich an den Femrohrwandungen
fOlirenden Seiten Wandungen aus einem Stück Blech gezogen sind. W. Schönewolf in
Priedenau-Berlin. 11.2.1905. Nr. 178 022. Kl. 42.
Gerät zum Nachbilden yon Zeichnungen mit an Schienen mittels Bchurlaufs gegen-
läufig bewegtem Fahr- und Zeichenstift, gekennzeichnet durch ein in der Aullageplatte um
einen Zapfen drehbares und durch eine Schraube o. dgl. gegen die Platte feststellbares Böckchen
mit zwei in Bingriff miteinander stehenden Zahn- oder Reibungsrftdem, an deren Drehachsen
die mit ihren Bnden in Richtung einer geraden Linie zusammensteckbaren Schienen befestigt
sind, welche letzteren an ihren beiderseitigen Bnden und zwischen ihren Drehungsachsen fünf
durch einen Schnurlauf verbundene Rollen tragen, so daß bei geradliniger Kupplung der
Schienen das positive, bei Kupplung des Böckchens und der Auflageplatte das negative Bild
der Zeichnung aufgetragen werden kann. E. Bronner in . Eberbach a. N. 20.10.1904.
Nr. 178 797. Kl. 42.
Femschnellschreibery bei welchem die von einem Linsenbilde des zu übertragenden
Schriftstückes, Zeichnung u. dgl. ausgehenden Lichtstrahlen durch mosaikartige Zerlegung der-
selben in intermittierende Lichtstrahlen und diese wieder mittels einer Selen- oder Rußzelle in
intermittierende Stromimpulse umgebildet werden, welche im Bmpf&nger eine Lichtquelle derart
beeinflussen, daß deren Lichtstrahlen unter synchroner mosaikartiger Zerlegung mit den Licht-
strahlen im Geber auf photographisches Papier übertragen werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die mosaikartige Zerlegung der Lichtstrahlen im Geber sowohl wie im Empfänger mittels
synchroner rotierender oder bewegender Schirme, Films o. dgl. erfolgt, die mit in der L&nge-
oder Querrichtung in ihrer Bewegungsrichtnng zueinander versetzten Öffnungen derart versehen
sind, daß jede der letzteren stets einen neuen Streifen des Linsenbildes der Reihe nach be-
streicht. P. Ribbe in Wilmersdorf-Berlin. 9. 12. 1903. Nr. 170 402. Kl. 21.
KljtdHe:
17.
Patentiiste.
Bis zum 13. Mai 1907.
Anmeldugen.
M. 80 209. Verfahren zur Abscheidung
schwer flüssiger Gase aus Gemischen mit
1 ei chter verfltissigbaren Gasen. R. M e w e s ,
Berlin. 28.7.06.
21. D. 16 976. Elektromagnet mit mehreren
unabhangigvoneinanderbeweglichen Ankern.
A. Deshayes, Brüssel. 12. 4. 06.
J. 9059. Quecksilberdampflampe. B.Jirotka,
Berlin. 12.4.06.
30. B. 11664. Vorrichtung zur Untersuchung
des Mageninnem auf optischem Wege. W.
E. Ecrkstein, New-York. 27.4.06.
S. 24 069. Verschluß für Kapillarröhren mit
unebener Bruchflache; Zus. z. Anm. S.
22117. Gilliard, P. Monnet & Cartier,
Paris. 81. 1. 07.
32. S. 19 914. Verfahren zur Herstellung von
Glaskörpern. P. Th. Sievert, Dresden.
10. 8. 04.
42. H. 39 002. Sph&risch, chromaUsch, astig-
matisch und komatisch korrigiertes photo-
g:raphisches dreilinsiges Objektiv. 0. Heim •
atadt, Wien. 18.10.06.
M. 30550. W&rmeregler mit Regelungsventil,
welches durch die Bewegung einer Bourdon-
TÖhre geöffnet und geschlossen wird. J. H.
Meyer, Brüssel. 8. 9. 06.
0. 4988. Entfernungsmesser. R. H. Owen,
Wellington, Neu-Seeland. 17. 8. 05.
R. 23550. Tachometer. P. Rambai, Zürich.
8. 11. 06.
R. 28 765. Einzel- oder Doppelfemrohr mit
veränderlicher Vergrößerung und zu diesem
Zwecke aus zwei (oder mehr) Elementen
bestehendem Okular. Emil Busch, Rathe-
now. 22. 12. 06.
S. 22279. Vorrichtung zum gleichzeitigen
Ausführen beliebig vieler Bewegungen, die
untereinander gleich und einer gegebenen
geometrisch ahnlich sind. Siemens &
Halske, Berlin. 8. 2. 06.
St. 10885. Vorrichtung zur Bestimmung von
Bestandteilen von Gasgemischen durch Ab;
Sorption in einer Flüssigkeit. Ströhlein
& Co., Düsseldorf. 7. 7. 06.
St. 11491. Verfahren zum Fftrben mikrosko-
pischer Pr¶te durch Gasfarbung. C.
Stille, Freiburg i. B. 29. 8. 06.
Z. 4789. Gelenkdoppelfemrohr mit von der
Tragevorrichtung unabhängiger und dem
Spielraum der Augenabst&nde entsprechend
verstellbarer Sicherungsvorrichtung gegen
das Herabsinken der Einzelfemrohre aus
der dem Augenabstand angepaßten Lage.
C. Zeiß, Jena. 7.2.06.
Z. 4972. Zweifaches Femrohr für einäugigen
Gebrauch mit einem festen Augenort und
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tl4
Pat«ntlitt«. -^ Brl«fkast«B der ftadaktiön.
Dtatache
Mechanlker-Ztg.
• zwei läDglicheii Gesichtsf eidern. C. Zeiß,
Jena. 25. 6. 06.
Z. 5097. Unsynmetrisches Doppelobjektiv, von
dessen Gliedern das eine aus einer Sammel-
linse von niedrigerer und einer Zerstreuungs-
linse von höherer relativer Dispersion mit
einer gegen die Blende hohlen zerstreuenden
Kittfläoho zusammengesetzt ist und das
andere eine gegen die Blende erhabene
sammelnde Kittfläche aufweist. C. Zeiß,
Jena. 5. 11. 06.
Z. 5100. Vorrichtung an Zirkeln zur Erhaltung
des Parallelismuis der an den Schenkeln an-
gelenkten Zeichen Werkzeuge. 0. Zw ach,
Wien. 7.11.06.
Z. 6102. Doppelbild - Winkelmeßvorrichtung.
C. Zeiß, Jena. 9.11.06.
ErtellvBgeiu
21. Nr. 186869. Bmpfftnger far elektrische
Übertragung von Handschriften, Strichzeich-
nungen und anderen graphischen Dar-
stellungen. A. Korn, München. 11. 12. 06.
Nr. 186 370. Verfahren zur Regelung der Leit-
fähigkeit von Wasserwiderständen. A. B o r e 1 ,
Mannheim. 22. 4. 06.
Nr. 186 876. Blektrizitätszähler. A 1 1 g. B l e k -
trizitäts-Gesellschaft, Berlin. 24.10.06.
Nr. 186 450. Blektrischer Leiter. W. & G.
Keßler, Berlin. 6.8.05.
82. Nr. 186061. Verfahren zum Vorspiegeln durch-
sichtiger Gegenstände; Zus. z. Pat.Nr.l78520.
v. Hey den, Radebeul b. Dresden. 26. 7. 05.
Nr. 186 226. Maschine zum Schneiden von
Brillengläsern und anderen Glaslinsen. C.
Simonsen, Berlin. 9.2.06.
42« Nr. 185 772. Vorrichtung zur angenäherten
Bestimmung einer Gasart in einem Gas-
gemisch. M. Arndt, Aachen. 15. 11. 05.
Nr. 185811. Vorrichtung zur Büdvergröße-
rung, insbesondere für Bilderwechselvor-
richtungen, mit Hilfe einer zwischen den
Bildern und Okularen einzuschaltenden
plankonvexen Linse. L. J. B. Colardeau
& J. Richard, Paris. 4. IL 05.
.Nr. 186 021. Blektrisches Widerstandsthermo-
meter aus Platindraht. W. C. Heraeus,
Hanau. 1.7.06.
Nr. 186136. Verfahren zum Messen der
Mengen von durch geschlossene Leitungen
strömenden Dämpfen, Gasen oder Flttssig-
keiten. Badische Anilin- und Soda-
Fabrik, Ludwigshafen a. Rh. 9. 1. 06.
Nr. 186 183. Verfahren und Apparat zur An-
zeige des Entfemungswechsels zwischen zwei
Gegenständen (Schiffen o. dgl.) Vickers
Sons & Maxim Ltd., Westminster, Engl.
11.3.05.
Nr. 186 184. Vorrichtung zur Messung von
Wasserstaudsdifferenzen oder Wasserge-
schwindigkeiten mit Hilfe Pitotscher Röhren
unter Zwischenschaltung einer leichten, mit
Wasser unvermischbaren Flüssigkeit. J.
Danckwerts, Hannover, und R. Fueß,
Steglitz. 29.5.06.
Nr. 186 471. Tiefenmeßinstrument, bestehend
aus zwei ineinander greifenden Glasröhren.
B. B. Wigzell, London. 2. 6. 06.
Nr. 186 473. Sphärisch und chromatisch korri-
giertes Doppelobjektiv mit zweilinsigen
Gliedern, die zerstreuende Nachbarflächen-
paare einschließen und deren Flintglaslinsen
innen liegen und einander Nichthohlflächen
zukehren. C. Zeiß, Jena. 10.7.06.
Nr. 186549. Winkelmesser zum genauen
Messen von gegen die Wagerechte geneigten
Flächen mit zwischen Spitzen gelagerter
sowie durch Achsialverschiebung festlegbarer
Gradscheibe mit Belastungsgewicht bezw.
ebenso eingerichtetem Zeiger. M. Maas,
Mainz, und K. Heidelberger, Erfurt.
30. 7. 05.
Nr. 186 552. Spiralförmig beweglicher Mi-
kroskop - Objekttisch. W. Zink, Berlin.
16. 3. 06.
72. Nr. 186565. Einrichtung zur Befestigung
von Visierfemrohren fflr Geschütze. G. P.
Goerz, Friedenau-Berlin. 8. 11. 05.
74. Nr. 186 566. Verfahren zurFemübertragung
von Zeigerstellungen durch Wechselströme.
C. Meyer, Charlottenburg. 26. 10. 06.
Brieffkasten der Redaktion.
L. K. in M. Der Termin des Preisaus-
schreibens für einen eichfähigen Milchmeß-
apparat ist zwar schon ziemlich lange ver-
strichen; vielleicht aber versuchen Sie doch
noch Ihr Heil; etwas Gutes kommt ja doch nie
zu sp&t, zumal da nicht bekannt geworden ist,
daß das Ausschreiben bereits zu einem Resultat
geführt hat. — Es handelt sich um einen
Apparat, der die verschiedenen Milchmengen,
wie sie von den Teilhabern- einer Molkerei-
genossenschaft abgeliefert werden, möglichst
schnell mißt und zudem eichfähig ist. Welche
Anforderungen in der letztgenannten Beziehung
zu erfollen sind, können Sie aus der Bich-
ordnung und den zugehörigen Nachtrftgen —
in diesem Falle Mitteilungen der Kais. Normal-
Eichungs-Kommission, 2. Reihe, Heft 19 und 20
(Verlag von Julius Springer in Berlin N)
— ersehen.
Für die RatUktion yerantwortlleh: A. BUsehkeln Berlin W.
YerUc ▼ob Jullni Springer In Barlia N. — Dmek tob Kmll Dreyer in Berlin 8W.
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ÄKf \U A-«^»- m
t.Jnni 1907.
Der Inhaber des deutechea Patentee Xo. 154 761, betreffend:
„Verfahren zur Herstellung von Flüssigkeitslinsen
für optische und andere technische Zwecke**,
wünscht zwecks Ausnutzung der Erfindung mit Interessenten in Yerbindung zu treten«
Näheres durch:
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von F. Sartorius, A. Becker und Ludwig Tesdorpf
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nische and Handelszwecke. Q»9Biis«Bissxsis6a«siaB
flbteilang II: WärnDekäslen mit beliebiger Heizqaelle für Bak-
teriologie and Paraffin -Einbettangen. <a»siisxsK<Bßfi)
flbteilang III: Aagast Becker s Mikrotome in feinster Äasfährang,
den höchsten Anforderungen entsprechend. aaüBiaa
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Verlag^ von Julius Springer in Berlin.
Otto von Guericke.
Peatvortrag
aus Anlaß der Grundsteinlegung des Deutschen Museums zu München gehalten im
Wittelsbach- Palais am 13. November 1906
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Zu beziehen durch jede Buchhandlung.
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Deutsche Mechanlker-Zeitimg.
Beiblatt zur Zeltschrift für Instnunentenkiiiide
und
Organ fflr die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft fflr Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 12. 15. Juni. 1907.
Nachdruck nur mit Cknehmigimg der Redaktion gestattet.
Zur Geschichte
der
Entwicklung: der mechanischen Kunst
Neue Beiträge zur Geschichte der Mechaniker Göttingens
im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Von Prof. O. Behrmidflaii in GOtUngen.
{WoriMtMumg.)
C. Mechaniker des Physikalischen Instituts.
Es wurde bereits erzählt, wie das Physikalische ^Kabmet'' aus der von
Lichtenberg angelegten Prlvatsammlung hervorgegangen war. Zwei Jahre nachdem
die Regierung diesen physikalischen Apparatenschatz angekauft hatte, war 1791 von
Lichtenberg als Amanuensis und Gehilfe für seine Vorlesungen sowie als Aufseher
über die Sammlung einer seiner SchtUer der Studiosus Joh. Hermann Seyde^)
engagiert worden. Lichtenberg hatte diesen willigen und in mechanischen Arbeiten
sehr geschickten und erfahrenen jungen Mann, den er hoch schätzte, zunächst aus
eigener Tasche mit 50 Talern jährlich honoriert. Als Seyde jedoch (1791) den „Ma-
gister" in der Mathematik und Physik gemacht und für die Dienste am physikalischen
Apparat und bei den Vorlesungen immer mehr in Anspruch genommen wurde, kam
der junge Mann, unterstützt durch ein Outachten seines Oönners, bei der Regierung im
Jahre 1792 darum ein, als akademischer Bürger^), Mechaniker und Inspektor des Phy-
sikalischen Kabinets angenommen zu werden. Die Professoren Omelin^) und Arne-
mann^) in Oöttingen, der Oberst von Stampf ordt in Braunschweig, der Konsistorial-
sekret&r Wolff in Hannover, für welche Seyde bereits auf Lichtenbergs Verwendung
mechanische Arbeiten geliefert hatte, nahmen sich dabei durch Outachten dieses Ge-
suches an, welchem auch von der Regierung Raum gegeben wurde, insofern als Seyde
eine jährliche „Ergötzlicheit'' von 20 Talern zugebilligt wurde, zunächst auf zwei Jahre.
Wo Seyde eigentlich seine mechanischen Kenntnisse erworben, läßt sich nur
vermuten. Jedenfalls ist er nicht von vorneherein, ähnlich wie vordem Ciechanski, mit
der Absicht umgegangen, sich dem Berufe eines Mechanikers zu widmen; vielmehr
ist er durch seine traurigen Verhältnisse dazu getrieben worden. Denn nachdem er
einige Jahre Mathematik bei Kästner und Physik bei Lichtenberg studiert und den
Magistertitel erworben, scheint er völlig mittellos geworden zu sein. Auch aus seinem
Versuche, sich dem ärztlichen Berufe zu widmen, wurde nichts.
Offenbar hat Seyde die ihm von Lichtenberg angebotene Stellung als Ge-
hilfe und Aufseher nur angenommen, um daneben das medizinische Studium betreiben
zu können. Es mag aber über seine Kräfte gegangen sein, eine derartige Doppel-
arbeit zu leisten, zumal er, um von der Regierung weitere Unterstützungen als Me-
clianiker zu erhalten, sich ernstlich diesem Berufe hinzugeben sich genötigt sah.
1) Beine Heimat und Herkunft ließ sich leider nicht ermitteln. — ^) Genauer »Univer-
eitätsverwandter«. — >) Prof. der Chemie 1775 bis 1804. — «) Prof. der Medizin 1792 bis 1803.
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Ilf) O. B«hr«ndt«ny Zur GMchichte d«r M«chaiiik«r G5ltinc:«nt. Mechudk^^-Zte
Lichtenberg tat seinerseits alles, um seinem Schützling eine etwas ausreichendere
Bezahlung zu erwirken. Er verfaßte wiederholt, so auch im Jahre 1796, eingehende
Berichte >) an die Regierung, die aber in Hannover entweder fruchtlos blieben, oder
eine nur geradezu klägliche Verbesserung brachten. So erhielt Seyde auf die Eingabe
Lichtenbergs im Jahre 1796 ein „Geschenk^ von 10 Talernl Als 1799 nach
Lichtenbergs Tode Seyde eine Zeitlang das Kabinet ganz allein zu versehen hatte
und auch Lichtenbergs Vorlesung zu Ende zu halten, beauftragt wurde, bat er
abermals um eine dauernde Anstellung, die ihm als Magister, wie er meinte, doch wohl
mit 150 Talern zu vergüten sei. Die Antwort der Regierung bestand in einem „auBer-
ordentlichen Geschenk^ von 30 Talern. Dabei hatte sich der junge Mann etwa in der
Mitte der neunziger Jahre mit einem. ganz armen Mädchen, Martha Elisabeth Goss-
mann (geb. 1770), verheiratet, wodurch bei ihm oft genug die bitterste Not einkehrte.
So schreibt er auf eine kleine Rechnung über 3 Taler 16 Groschen am 19. Februar 1795,
die er Lichtenberg einreichte: „die Not zwingt mich zur Einreichung dieser Rechnung;
ich habe schon seit 8 Tagen keinen Heller mehr in Händen gehabt und wollte gerne
länger hinziehen, allein ich kann nicht mehr u. s. w.^
1) Wir führen ein solches für Lichtenbergs Gutmütigkeit sehr cbarakteristisches
„Pro Memoria^ im Wortlaut an, wie es sich in den Kuratorialakten vorfindet. Es ist bisher un-
bekannt geblieben.
„Die häuslichen Umstände des Unteraufsehers unseres physikalischen Appa-
rates, des Magisters Seyde» sind nie sehr sonderlich gewesen und ohne die Gnädigsten Ge-
schenke, welche (die) Königliche Regierung auf mein unterthänigstes Ansuchen ihm zu Zeiten hat
angedeihen lassen, und den Genuß des Freytisches, der indessen einige Zeit hindurch unter-
brochen wurde, würde er sich nicht haben halten können. Nunmehr aber, da der Preiß
mancher Lebensmittel um ein merkliches gestiegen ist, fällt es ihm unmöglich, länger zu sub-
sistieren.
Niemand in unserer Stadt kann dieses so leicht beurtheilen, als ich, dem seine trau-
rigen Umstände am besten bekannt sind und (der) sehr wohl weiß, was für Anstrengungen es
ihm kostet, sich, blos um seinem doppelten Titul als Magister der Philosophie und Unteraufseher
des physikalischen Cabinets keine Schande zu machen, reinlich zu kleiden. Der Grund davon
liegt (wohl [?]) in einem kleinen Stolze, den ich aber unmöglich tadeln kann, so sehr er jetzt
auch das Mitleid gegen ihn bei manchen Personen schwächen mag, die ihm nicht so nahe
kommen als ich. In einer besseren Lage würde man so etwas entweder nicht bemerken oder
gar respektabel finden.
Ich habe ihn bisher für seine geleisteten treuen Dienste zwar nach Vermögen unter-
stützt, aber ich gestehe gern, nicht völlig nach Verdienst. Ich gebe ihm Jährlich 50 rth. und
Iiabe ihm außerdem bei schweren Unfällen kleine Geschenke gemacht, in Geld sowohl als zu-
weilen auch in Naturalien, so weit es die Unterhaltung meiner eigenen starken Familie ver-
stattet. Mehr zu thun bin ich schlechterdings nicht im Stande. Dafür ist er mir mit einem
unermüdlichen Fieiße nicht allein in den Vorlesungen zur Hand gegangen, sondern zeigt auch
jeden Sonntag des Vormittags nach der Kirche denjenigen meiner Herren Zuhörer, die es ver-
langen, die in der Woche gebrauchten Instrumente in der Nähe vor, beantwortet Fragen und
Zweifel und wiederholt, was nicht recht gefaßt worden ist. Die physikalische Sammlung hält
er in untadelhafter Ordnung und Reinlichkeit, welches in der That keine geringe Arbeit ist, da
die Instrumente nicht blos zum Anschauen dastehen, sondern sehr ernstlich gebraucht werden,
und zu dieser Absicht über einen langen Gang eine Treppe hinab und (dann?) herauf nach
meinem Auditorium gebracht und am Ende der Woche mit eben diesen Umständen zurück-
getragen, gereinigt und gestellt werden müssen. Alles dieses thut er ohne Murren mit immer
gleicher Willigkeit und einer Präzision, die gewiß das größte Lob verdient.
Freylich wirkt hierbei wohl die Hoffnung, dereinst die Aufmerksamkeit der Königlichen
Regierung auf sich zu lenken. Da ich nun allein der beständige Zeuge seines unermüdeten
Diensteifers bin, so habe ich es auch für meine Pflicht geachtet, der Ausleger seiner Wünsche
zu sein und eine Gnädigste Königliche Regierung unterthänigst zu bitten, diesen in der That
brauchbaren und höchst armen Menschen mit einem kleinen fixen Gehalte zu unterstützen. Ich
bin Überzeugt, es wird von dem besten Erfolge seyn und ihn gewiß ermuntern, künftig von
seinen Kenntnissen, die nicht gering sind, anderweitige Proben abzulegen.
Göttingen, d. 29. September 1796.
G. C. Lichtenberg,
Hofrath und Professor der Philosophie.
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HaA 12
15 Juni 1007 ^* B«hr«ndt«n, Zur G«tchicht« d«r Machanikar GOtting^ent. W'J
Ich habe geschwankt, Seyde wirklich in die Reihe der Göttinger Mechaniker
^u setzen. Allein seine Rechnungen für Lichtenberg und für das Physikalische Kabinet
(die sich in den Akten des Kuratoriums vorfanden) zeigen auf das deutlichste, daB er
wirklich neben sehr zahlreichen Reparaturen auch eine nicht unbeträchtliche Zahl von
Apparaten selbständig gegen Bezahlung ausgeführt hat; dazu gehören Franklin sehe
Tafeln, Kleistsche Flaschen^), eine schiefe Ebene, hydrostatische Wage u. s. w.
Obschon Seyde, bald nachdem das Physikalische Institut von Tobias Mayer^)
übernommen und dieses in die neuen Räume des Museums übergesiedelt war, auch
ein etwas auskömmlicheres Gehalt von 75 Talern erhielt, so scheint doch in den Ver-
hältnissen des armen Magisters keine wesentliche Besserung eingetreten zu sein.
Der häuslichen Misere suchte auch die junge Frau Seydes zu steuern, indem
sie bei Oslander^) die Hebammenprüfung ablegte und auf ihr Gesuch im Jahre 1800
als Universitätshebamme zugelassen wurde. Doch scheint auch dieser Schritt keine
Änderung zum Bessern herbeigeführt zu haben, sie kränkelte beständig, wurde melan-
cholisch und starb schon 1806 im Alter von 36 Jahren. Seyde überlebte sie nicht
lange; er welkte langsam dahin und schon am 14. Dezember 1813 endete das ver-
fehlte Leben des aus seinen eigentlichen Bahnen herausgerissenen, bedauerns-
werten Mannes.
Sein Nachfolger wurde Friedrich Apel. Ehe wir jedoch die Tätigkeit dieses
Mannes schildern, müssen notwendig zuerst die sonst noch im letzten Drittel des
18. Jahrhunderts in Göttingen wirkenden Mechaniker besprochen werden. Sind sie
doch, zum Teil wenigstens, von entschiedener Bedeutung für die Entwicklung des
heimischen Mechanikergewerbes sowohl, wie für die physikalische Sammlung Lichten-
bergs und dessen Forschertätigkeit gewesen.
In erster Reihe ist hier Johann Andreas EUndworth, der Stammvater
einer bis in die heutigen Tage bekannten und angesehenen Familie, zu nennen. Gerade
über diesen durchaus bedeutsamen Mann haben die Lichtenbergschen Briefe zum
ersten Male Aufschlüsse gebracht; auch die Durchforschung der Kuratorialakten, ins-
besondere des Verzeichnisses der Lichtenbergschen Apparatensammlung, brachte
manches Wissenswerte, namentlich über spezielle Arbeilen des seinerzeit hochgeschätzten
Künstlers. Was wir bisher von ihm wußten und was in der Denkschrift^) mit wenigen
Zeilen sich sagen lieB, bestand aus einigen dürftigen Notizen in dem Pütter-
schen Werke.
Klindworth war der Sohn eines in Stade 1710 geborenen und wahrscheinlich
zwischen 1730 und 1734 eingewanderten Uhrmachers, des Peter Klindworth. Im
Bürgerbuche ^) wird er als „ Leuchtenmacher ^ angegeben. Das Kirchenbuch der Jacobi-
gemeinde führt ihn einmal sogar als „Blechschläger" auf, während seine Todesurkunde ^')
vom 3. August 1782 ihn einen „Uhrmacher" nennt. Dies ist er in der Tat gewesen,
wenigstens schon in den 40 er Jahren, da er sich 1747 nach dem Tode des alten
Rauschenplatt um den Posten desselben bewirbt*^), nämlich um das Instandhalten der
Stadtuhren und der Spritzen, und bei dieser Gelegenheit als „ Uhrmacher '^ bezeichnet wird.
Johann Andreas Klindworth war das jüngste Kind seiner Eltern^). Am
11. November 1742 geboren, trat er, nachdem er die Schule verlassen, als Lehrling
wahrscheinlich bei seinem Vater ein und ergriff das Uhrmachergewerbe. Ein findiger
und überaus begabter Mensch, sehr geschickt und eigentlich für alles brauchbar, hätte
er ungewöhnliches erreichen können, wenn einmal die dürftige Lebenslage seiner Eltern
nicht eine höhere Ausbildung verhindert und ihm andererseits nicht Mutter Natur ein
gehöriges Quantum von Phlegma mit auf den Weg gegeben hätte.
') Für 3 grüne Kleistsche runde Platten und eine von weißem Glase mit Belegung
bekam Seyde 1 Thaler 12 Groschen, für eine Flasche „zum Funken messen*" 1 ThaJer 8 Groschen,
für 2 Kleistsche (Leydener) Flaschen „zum Aufhängen" 16 Groschen, 1 Thermometer 2 Thakr,
1 Modell von Barlers Mühle ohne Rad und Trillung 3 Thaler, 1 Robervalsche Wage mit
Gewicht 2 Thaler, 1 Nicolsonsche hydrostAtische Wage 1 Thaler 16 Grosehen u. s. w. —
«) Tobias Mayer der Jüngere, Lichtenbergs Nachfolger, war Professor von 1799 bis 1830;
er behielt Seyde als Gehilfen bei den Vorlesungen; ob auch er ihn mit der Herstellung neuer
Apparate betraut hat, ließ sich nicht ermitteln. — «) F. B. Oslander, 1769 bis 1822, Prof. der Medizin.
— **) D. 8.11, — *) Peter Klindworth wird am 21. September 1736 Bürger. — 6) Kirchenbuch
der Johannisgemeinde. — ^) Kwr, — ^) Die Mutter, Susanne Justine Marie Haken, stammte
aus Hannover, die drei alteren Kinder waren Mädchen.
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118 O. B«hr;^dt«n, Zur GMchichU d«r Maehanikw GOttiiigaiis. MechlSS^Ztg.
Wahrscheinlich schon im Jahre 1770 hatte Lichtenberg den damals noch
jugendlichen Klindworth kennen gelernt und in ihm den brauchbaren Menschen wohl
erkannt. Er zog ihn zu sich heran und wußte ihn als Oehilfen bei seinen Vorlesungen
auszubilden. Klindworth hatte bei Lichtenberg über Physik und wohl auch Ma-
thematik Kollegien gehört und war schließlich auf sein Zureden von der Uhrmacherei
zur Mechanik übergegangen^). Klindworth scheint eine besondere Ausbildung als
Mechaniker bei seinem fabelhaften technischen Geschick, das Lichtenberg immer
wieder rühmend hervorhebt ^)y nicht erhalten zu haben. Im Gegenteil schiebt der
Gönner Klindworths dessen „Superiorit&t" als Mechaniker eben darauf, daß er als
Uhrmacher anfing und ihm daher die größte Genauigkeit in der Ausarbeitung zur zweiten
Natur wurde ^). Er arbeite eben alles wie Taschenuhrenräder ^). Überhaupt genoß
er lange Jahre hindurch das Vertrauen des großen Physikers; dieser gab ihm fast alles,
was er an Apparaten brauchte, in Arbeit, sorgte auch durch seine ausgebreiteten Be-
ziehungen, daß ihm von auswärts reichliche Aufträge zuteil wurden, was Klindworth nicht
immer mit Dank lohnte, sondern, wenn Lichtenberg gelegentlich einen Tadel aussprach,
„böse wurde" ^). Klindworth wohnte jeder Vorlesung Lichtenbergs bei, half bei
den Versuchen, zählte die Zuhörer beim Beginn jeden Semesters, ja, wenn Lichten-
berg leidend war, durfte gelegentlich Klindworth die Versuche selbständig aus-
führen^). Er bot auf Auktionen auf Bücher für Lichtenberg, wurde von ihm auf
allerlei Besorgungsreisen geschickt, so Ostern 1783, wo er nach Schorbom in eine
Glashütte reiste, um Flaschen zu elektrischen Versuchen blasen zu lassen. Schließlich
kam es aber zu einem Bruche mit seinem Gönner. Die Veranlassung lag jedenfalls in
der übergroßen Saumseligkeit und Bequemlichkeit Klindworths, die Lichtenberg lange
Jahre hindurch mit der größten Geduld getragen, so sehr er sich auch seinen Freunden
gegenüber darüber beklagte*^). Dabei mag es zu einer Auseinandersetzung gekommen
sein, die dahin führte, daß Lichtenberg im Jahre 1791 einen neuen Gehilfen^) engagierte
und längere Zeit hindurch von Klindworth nichts mehr wissen wollte. So schreibt
er am 27. Mai 1792 an Hindenburg (in Leipzig): „Ihren Unwillen über Klindworth
finde ich sehr gerecht, er ist gar der Mann nicht. Ich bin jetzt aus aller Verbindung
mit ihm und habe ihn nun in ^4 Jahren nicht gesehen^).''
Trotzdem scheint es aber wieder bei Lichtenbergs großer Herzensgüte zu
einer Aussöhnung gekommen zu sein. Nicht allein bezog dieser doch wieder Apparate
von Klindworth, so z. B. 1797 ein großes Gefäßbarometer mit doppelter Skala und
Scharnier für 5 Louisdor, sondern auch sein Urteil über Klindworths Leistungsfähig-
keit wurde durch das vorgekommisne nicht beeinflußte^), ein treffliches Zeugnis fOr
Lichtenbergs hochherzigen Charakter.
Klindworth hatte infolge der zahlreichen Empfehlungen, die er seinem Gönner
verdankte, meistens reichlich zu tun; so berichtet Lichtenberg seinem Freunde Wolff
im Dezember 1783^^): „Dieser Mensch (Klindworth) hat unglaublich viel zu thun.
Ich glaube, daß er jetzt auf 1200 Thaler bestellte Arbeit hat; er wird ver-
mutlich eine Smeatonsche Luftpumpe für das Artilleriekorps zu Berlin machen und
ich bin überzeugt, sie wird keiner englischen weichen^. Jene Zeit muß für Klind-
worth auch die Periode seines größten Wohlstandes gewesen sein. 1782 hatte er ein
Haus an der Paulinerstraße (das jetzige Nr. 16; es erhebt sich auf diesem Terrain
*) LB. Bd. 11.18, 186 u. 203. — *) Was er (Klindworth) machen will, das kann er;
wenn Sie einmal ein Paar recht gute Schuhe haben wollen, so sagen Sie es mir, Klindworth
soll sie machen, er muß aber einen Monat Zeit haben und dann möchten sie wohl auf IVg Lauudar
kommen. Er arbeitet jetzt wirklich zugleich an einer Luftpumpe, einem Budiometer und an einem
Paar Schlittschuhen, zu deren^Verfertigung ihn ein Engländer mit Mühe beredet hat, aber dafür
auch bezahlen müssen wird. (Brief an Wolff, LB. Bd. II 8-202.) — ^) SR>€nda$dM. —
^) a. a. 0. Bd. II. 8. 105. — °) „Dieser Mensch, den ich eigentlich ganz gebildet habe und größten-
theils durch meine Arbeiten^und Empfehlungen erhalte, wird böse, wenn ich etwas tadle, jedoch
ganz in der Stille, denn es ist eine Mischung von Scham''. LB. Bd. IL 8. 186. — ^) LB.
Bd. III 8.269.Z— 7) Z. B.ELB. Bd. IL 8.94: «Klindworth arbeitet gut, aber es geht alles
lang sam"; ahnlich'Bd. IV. 8. 202: „Klindworth ist dabei langsam, faul und . —
«) Mag. Seyde. — ») LC. 8.88. — ^^) So schreibt Lichtenberg 1776 an den Professor Loder
in Jena: „Klindworth ist der einzige Mann, so etwas auszuführen, nicht blos hier, sondern
ziemlich weit umher, er kann, was er will«. LB. Bd. III S. 166. — ") LB. Bd. II. 8. 106.
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15. Ju^i 1V07 ^' B«hrendtcn, Zur Getcbicbte d«r Mechaniker Göttingens. 1 19
und dem des Nachbarhauses das neue Stadthaus) für 1600 Talefi^ gekauft^) und bald
darauf (wahrscheinlich 1783 oder 1784) hatte er geheiratet 2). — Um seinen zahlreichen
Aufträgen gerecht zu werden, hatte Klindworth sogar als der einzige der Göttinger
Mechaniker im 18. Jahrhundert zwei Gesellen^) angenommen, die, wie Lichtenberg
berichtet^), die „meiste gemeine Arbeit mächen, und auch schon recht gut". Auch
hielt er meist einen Lehrling.
Übrigens ließ Klindworth seinen ursprünglichen Beruf als Uhrmacher nicht
gänzlich beiseite. So arbeitete er für die Göttinger Sternwarte im Jahre 1772 eine
„Terzienuhr**^) (diese ist noch brauchbar!), sowie für Lichtenberg eine Uhr zu
feineren Beobachtungen, die Zehntelsekunden anzeigte, und 1780 stellte er für den
Herzog in Gotha eine große astronomische Pendeluhr fertig und brachte sie selbst
dorthin, die er mit 100 Talern bezahlt bekam. Sie gefiel dem Herzog so sehr, daß
er 1785 noch mehrere größere Arbeiten bei ihm bestellte, unter anderen einen pyro-
metrischen Apparat und einen zweifüßigen Quadranten, für den Klindworth 100 Louisdor
gefordert hatte, aber „ein Beträchtliches darüber** erhielt. Der Herzog verlieh darauf
dem Künstler den Titel „Hofmechanikus". Dieser scheint auch in jener Zeit den
Plan verfolgt zu haben, ganz nach Gotha überzusiedeln^), doch zerschlug sich die
Sache wieder.
Klindworth arbeitete auch sonst noch für zahlreiche auswärtige Besteller, so
für den Akademiker Tempelhoff in Berlin eine Smeatonsche Luftpumpe, für den
Abt Frisi in Mailand eine Zusammenstellung pyrometrischer Instrumente in Mahagoni-
kasten, für das Artilleriekorps in Berlin ebenfalls eine Smeatonpumpe, für Hinden-
burg in Leipzig, für Wolff und Schernhagen in Hannover u. a.
Wenn Lichtenberg ihm gelegentlich auch eine selbständige Erfindungsgabe
abspricht, so gedenkt er wieder doch oftmals einer oder der anderen , Erfindung"
Klindworths. Auch Kästner spricht in einem Gutachten^) im Jahre 1772 von einer
solchen. Es heißt dort: „Der Mensch (Klindworth) ist sonst sehr fleißig und er-
finderisch. Er hat mir ein Modell gezeigt, das Läuten der Glocken ohne Schwingung
der Glocken selbst zu bewerkstelligen, wovon ich nächste Woche eine Nachricht an
das hannoversche Magazin senden will."
Wir haben auf alle Fälle in Klindworth eine ungewöhnliche Erscheinung zu
erblicken, der, ohne eigentlich zu den Universitätsverwandten zu gehören, doch in weit
höherem Maße der wissenschaftlichen Forschung zu dienen imstande war, als die
eigentlich dazu berufenen Universitätsmochaniker seiner Tage. Sicher war er der
einzige unter seinen Kollegen, dessen Werkstatt sich eines regelmäßigen Betriebes
rühmen konnte. Erst in den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts machten bei ihm sich
doch die Folgen des Zerwürfnisses mit Lichtenberg geltend.
Wäre Klindworth ein reger, gewerbstüchtiger Geschäftsmann gewesen, so
hätte er sicher ein Vermögen erwerben können. Freilich mochte seine zahlreiche
Familie wohl recht große Ansprüche an ihn stellen, auch ist es wahrscheinlich, daß
seine Tatkraft vielfach durch sein schlechtes körperliches Befinden beeinflußt wurde.
Er scheint lungenleidend und schwächlich gewesen zu sein, einer Bemerkung nach^),
die Lichtenberg 1785 über ihn in einem Briefe an seinen Freund Wolff in Hannover
macht. — Jedenfalls, als Klindworth am 21. Juni 1813 die Augen schloß (als Todes-
ursache wird Altersschwäche angegeben, Klindworth starb im 71. Lebensjahre), ließ
er seine Familie in ziemlich bedrängter Lage zurück; auch sein Begräbnis war fast
ärmlich zu nennen. — Er hinterließ seiner Witwe, die ihn noch 33 Jahre überlebte,
zwei Töchter und drei Söhne. Die beiden ältesten, Karl Friedrich Felix und Karl
August Ludwig, waren, wie der Vater, Mechaniker; der dritte, jüngste Sohn Georg
^) Btirger wurdo Klindworth aber orst im Jahre 1790. — ^) Friederike Eleo-
nore Dietrichs, die ihm 1786 das erste Kind, einen Sohn (Christoph), gebar, der aber bald
starb. — ^) 8. LB. Bd. 11. S. 106 u. 20JS. Wahrscheinlich sind diese beiden Gesellen der
«Mechanikus Ferdinand Trifcscheck" aus Kloster Plaß in Böhmen und der Mechanikus
Joh. Christoph Schröder aus Göttingen, dio beide in der Zeit 1767 bis 1777 in den Kirchen-
büchern erwähnt werden. — *) LB. Bd. IL S. 202. — ') Für 10 Louisdor. t- ^) LC. S. 88. —
^) In dem Kur ; es handelte sich um eine Reiseuntersttttzung, die Klindworth abgeschlagen
wurde, wofür ihm jedoch die obenerwähnte Terzienuhr abgenommen wurde. — ^) „Klindworth
liegt schon, seit 10 Jahren mit der Schwindsucht in einem Prozeß, den sie aber allem Anschein
nach wird aufgeben müssen, da nichts mehr von Fett bei ihm zu holen ist*".
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120 0- Behrendien, Zur Geichicht« d«r Mechaniker Göttioffent. Deutsche
Mechanlk«r-Zte.
dagegen, studierte Jura, wurde Dr. jur., ging ins Ausland, wurde von Louis Philipp ge-
adelt und erhielt den Titel Staatsrat und war als politischer Agent in den 50er Jahren
eine bekannte Persönlichkeit.
Karl August Klindworth, der Zweitälteste Sohn, geboren wahrscheinlich
1789 oder 1790, ging bald nach dem Tode des Vaters nach Hannover, assoziierte sich
dort mit dem Mechaniker Gumprecht und begründete ein sich recht günstig ent-
wickelndes Geschäft (s. Anhang Nr. 40).
Karl Friedrich Felix Klindworth^), der älteste Sohn, geboren wahrscheinlich
1788 oder 1789, übernahm das Geschäft des Vaters zugleich mit der drückenden Ver-
pflichtung, für den Unterhalt der Mutter und der Geschwister zu sorgen. In seiner Not
reichte er 1815 ein Gesuch, von den Zeugnissen Tbibauts^), Hausmanns**),
Stromeyers^) und des berühmten Blumenbach^) unterstützt, bei der Regierung in
Hannover ein. „Da er der Universität seit seines Vaters Tode nützliche Dienste ge-
leistet habe durch Verfertigung physikalischer und mathematischer Instrumente, so bitte
er um Anstellung als Universitätsmechanikus und um Gehalt. ** Thibaut bestätigt, daß
er Arbeiten für die Modellkammer geliefert habe, Stromeyer die „gute Verfertigung
physikalischer und chemischer Apparate", Blumenbach nennt ihn einen „überaus ge-
schickten Arbeiter*. Gehalt bekommt er nicht, wohl aber wird er unter die Zahl der
„akademischen Bürger" aufgenommen mit dem Prädikat „Universitätsmechanikus", auch
erhält er ein einmaliges Geschenk von 30 Talern (!).
Von späteren Arbeiten Felix Klindworths erfahren wir nichts spezielles
mehr, doch war er durch seine Barometer und Thermometer berühmt. Das väterliche
Haus am Johanniskirchhof scheint er veräußert und sich an der Weenderstraße^') nieder-
gelassen zu haben. Er starb am I.August 1851").
Eine Reihe kleinerer Göttinger Meister des 18. Jahrhunderts kann nur flüchtige
Erwähnung finden, da nur wenig Neues über sie zu ermitteln war und den Angaben
der Denkschrift sich nicht viel mehr zufügen läßt. Die namhaftesten dieser Gruppe
scheinen die beiden Riepenhausen gewesen zu sein. Johaxm Christian Riepen-
hausen, der Vater, dessen wir oben Erwähnung getan haben, stammte aus Duder-
stadt, und wurde daselbst am 26. März 1724 getauft. Nach den Angaben des Bürger-
buches ^) war er „Uhr- und Sprützenmacher". Daß er sich aber auch als Mechaniker
betätigt hat, geht aus den Notizen bei Pütter ^j hervor. In der zweiten Notiz heißt
es, „daß sein Sohn Johann Franz seine Arbeiten in Teleskopen und anderen In-
strumenten mit glücklichem Erfolge fortsetzt". Übrigens scheint der Vater Riepen-
hausen, wie aus einer Angabe im Kirchenbuch der Johannisgemeinde hervorgeht ^^),
den Titel „Universitätsmechanikus" geführt zu haben. Geheiratet hatte Joh. Christian
Riepenhausen im Jahre 1747, und dieser Ehe entsproßten zwei Söhne, von denen
der ältere, Ernst Riepenhausen^^), als Kupferstecher sehr geschätzt wurde und auch
zu Lichtenberg in nähere Beziehungen trat, und der jüngere, Johann Franz
Biepenhausen, wie erwähnt, den Beruf des Vaters ergriff. Sein Geburts- und Todes-
jahr habe ich nicht ermitteln können, zu schätzen ist ersteres auf spätestens 1767, da
R., wie Pütter schreibt, im Jahre 1787 schon „das Geschäft des Vaters fortsetzte".
Auch er wurde von Lichtenberg gelegentlich als Mechaniker beschäftigt (nachweis-
lich bezog dieser von Joh. Franz Riepenhausen^^) im Jahre 1791 ein „Quecksilber-
Niveau" für den Preis von 8 Talern),
Wie der ältere Riepenhausen und Joh. Andr. Klindworth, so gehörte auch
Henrich Balthasar Poppe ^^) einer Uhrmacberfamilie an. Im Jahre 1775 in Ratze-
burg geboren, hatte er sich in Göttingen als Mechaniker und Uhrmacher niedergelassen.
Später bekam er den Titel eines „Universitätsuhrmachers" ^^) und auch die Erlaubnis,
„in mechanicls^ an Studenten Unterricht^'') zu erteilen. Im Jahre 1769 wurde er
Bürger, heiratete zweimal ^^) und starb, 93 Jahre alt, im Jahre 1818 in anscheinend
*) Bei P. Bd. IIL 8. 586, nur erwähnt, s. D. S. 16. — -) Prof. der Mathematik.
— 3) Prof. der Mineralogie. — *j Prof. der Chemie. — ^) Prof. der Medizin und Naturwissensch.,
1776 bis 1841. — ^) Angeblich Nr. 78, s. D. S. 16. — '^) Laut privater Angabe. — ^) Im Jahre 1749.
— ») P. Bd. I. S. 310, Bd. IL S. 356, — ^oj In der Todesurkunde seiner Frau im Jahre 1794
(26. September). — i*) 1765 bis 1840. — ^^) Die eigenhändige Rechnung liegt in den Kura-
toriumsakteu. — ^•^) P. Bd. L S. 310. — ^*) Doch war er nicht der erste Universitätsuhrmacher,
der war Jacob Knust. — »•) P. Bd. I. S. 310. — ^«) a) Margarethe Bunsel, f 1774, b) Mag-
dalene Werber (im Jahre 1775), f 1813; von letzterer hatte Poppe 6 Kinder.
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i:> Joni 1907 ^* ^' Andresen, Eine neu« Verdunkelungsaolag«. X21
guten Verbältnissen. Von speziellen mechanischen Arbeiten von seiner Hand ist nichts
mehr bekannt.
Eine andere Göttinger Uhrmacherfamilie sind die Bauschenplatt ^), deren ältestes
Mitglied (soweit bekannt) schon 1747 verstarb. Die Stadt hatte diesen alten Uhrmacher
mit der Instandhaltung der „Sprützen und Stadtuhren" betraut, wofür er aus der
Kämmerei jährlich eine „Ergötzlichkeit" empfing. Sein Sohn, Johann Gottfried
Rauschenplatt, ebenfalls Uhrmacher, war bei seines Vaters Tode noch zu jung, um
das städtische Amt desselben zu übernehmen; .er wird also wohl um das Jahr 1730
geboren sein. Später wird er als „Universitätsuhrmacher" aufgeführt^). Eigentlich
mechanische Arbeiten, die nicht speziell in sein Fach schlugen, sind nicht bekannt.
Berühmt ist indessen eine „Harfenspieluhr" von seiner Hand, die Pütter 1787 ein-
gehend beschreibt^). Wo dies sehr interessante Werk, das seiner Zeit in Göttingen
eine Sehenswürdigkeit bildete, hingekommen, ist leider nicht zu ermitteln gewesen.
Johann Gottfried Rauschenplatt starb 1818 hochbetagt. Sein Sohn, Johann
Heinrich Rauschenplatt, geboren 1767, der schon 1815 als „Universitätsverwandter"
angenommen war, wurde nach dem Tode des Vaters (1818) Universitätsuhrmacher,
doch überlebte er seinen Vater nicht lange, da er schon 1828 an der Brustwasser-
sucht starb.
Fast gleichzeitig mit ihm hatte sich (1816) Johann Oeorg Sartorius^) um
dieselbe Stellung beworben und sie auch erhalten.
Neben diesen Uhrmachern des 18. Jahrhunderts tauchen in der zweiten Hälfte
noch die Namen Anton Oliver^), sowie August Knierim^) auf; beide sind Baro-
metermacher und dürften für die meteorologischen Bedürfnisse der breiten Menge ge-
sorgt haben; ihre Lebenslage war wohl eine nur ganz dürftige.
Endlich ist einer M^chanikerfamilie zu gedenken, die in mehreren Generationen
sich dem Spezialberufe des Stein- und Qlasschleifens widmete, von der ich aber nur
ziemlich dürftige Notizen erlangen konnte. Es ist dies das Geschlecht der Reus oder
ReuB, deren ältestes bekanntes Glied der 1708 geborene und am 6. Mai 1787 ge-
storbene Johann Wilhelm Reus") ist. Das Kirchenbuch der Jacobigemeinde be-
zeichnet ihn als „Universitätsoptikus", ein Titel, der sonst nicht beglaubigt ist.
Sein Sohn, Johann Philipp Reus^), geboren 1748, „setzt das Geschäft des
Vaters fort"; auch er wird als „ Uni versitäts- Glas- und Steinschleifer"^^) bezeichnet,
dürfte aber auch daneben sich mit Pfeifenkopfschnitzen abgegeben haben; er ver-
heiratete*^) sich 1774, starb aber schon 1796^®).
Dessen Sohn, Johann Heinrich Friedrich Reus^^), scheint sich nur noch ge-
legentlich mit der Glasschleiferei abgegeben und das Pfeifenkopfschnitzen für einträg-
licher gehalten zu haben.
(Fortsetzung folgt)
Eine neue Yerdunklungsanlage im Hörsaal des Physikalischen Instituts der
Technischen Hochschule zu Hannover.
Von O. J. Andresen, Assistont am Physikalisch«>n Institut In Hannover.
In vielen wissenschaftlichen Instituten wird man sicher die große Annehmlich-
keit einer guten und vollkommenen Verdunkelung, die auch schnell herzustellen ist,
wohl zu schätzen wissen, besonders dann, wenn man sie nur in sehr mangelhafter
Weise besitzt, wie es bislang in dem Hörsaal des Physikalischen Instituts der Tech-
nischen Hochschule zu Hannover der Fall war. Denn viele Versuche verlangen ja zu
ihrem Gelingen absolute Dunkelheit, besonders solche aus den Gebieten der Optik und
Photographie.
») Auch wohl Rauachenplat geschrieben. — «) Kur. — ») p. Bd. IL 8.356. —
*) Sartorius hatte am 17. Mai 1814 das Bürgerrecht und das Recht der Ausübung seines Hand-
werkes von der Stadt erhalten. Georg Sartorius ist der Vater von Fl. Sartorius, des
Inhabers der bekannten „Vereinigten Werkstätten für wissenschaftliche Instrumente"; a. D. 8. 32
u. 99, — ^) P. Bd. I. S. 310; D. 8. 10. — ^) D. 8. 11; R. 8. 201\ derselbe verheiratet sich im Jahro
1765 (Kirchenbuch der Nicolaigemeinde), dürfte also wohl nicht lange mehr im 19. Jahrhundert
gelebt haben; 1794 lobte er noch. - '^) P. Bd. L 8.310; D 8.10. — «) P. Bd. II. 8.356:
D. 811. — ^) Mit Friederike Ohlendorf. — '"; Kirchenbuch der Jacobigemeinde.
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122
O. J. Andresen, Eine neue Verdunkelungsanlage.
Deutsche
Mechaniker- Ztg.
Eine wirklich mustergültige Vorrichtung, um in kürzester Zeit den Hörsaal des
erwähnten Instituts vollständig oder teilweise zu verdunkeln und wieder zu erhellen,
ist nun im letzten Sommer mit einem Kostenaufwande von 3160 M ausgeführt worden.
Der Hörsaal, der rd. 200 Plätze faßt, besitzt an seinen beiden Längsseiten je
5 große Fenster, an denen oben, unten und an den Seiten 15 cm tiefe und 2,5 cm
breite Schlitze aus Holz angebracht sind, in welchen der zum Verdunkeln benutzte Stoff,
schwarzes Tuch von 3 mm Dicke, gleiten kann. Dieses wickelt sich um 20 cm dicke
Holzwalzen, die auf beiden Seiten des Hörsaals durch eine oberhalb der Fenster ver-
laufende Welle mittels Kegelräder gekuppelt sind. Als Antriebsmittel sind, den For-
derungen des schnellen Betriebes entsprechend, Elektromotoren gewählt, und zwar
solche von 0,5 PS Leistung, welche 1350 Umdrehungen in der Minute machen. Die-
selben stehen in etwa 1,5 m Höhe über dem Erdboden und sind mit der die Tuch-
walzen verbindenden Welle durch eine Vertikalwelle verbunden, und zwar mittels einer
Schneckenrad-Übertragung, die die Umdrehungszahl des Elektromotors ungefähr auf den
65. Teil verlangsamt. Die Zeitdauer der Verdunkelung beträgt 14 Sekunden, und da
die Ausschaltung des Stromes selbsttätig geschieht, so braucht man nur die Anlasser
der Motoren zu betätigen, so daß die erforderliche Zeit des Experimentierenden, wenn
derselbe die Verdunkelung selbst bedienen will, nur 2 bis 3 Sekunden beträgt.
Die Apparate zum Inbetriebsetzen der Verdunkeluugsvorrichtung sind nun.
möglichst handlich angebracht und zwar hinter dem Experimentiertisch, in der Mitte
des Hörsaals. Es sind dazu nötig 2 Anlasser und 2 Umschalter, je einer für einen
Motor; diese 4 Apparate nehmen nur einen Raum von 30 X 36 cm ein. Die Motoren
selbst sowie die zur selbsttätigen Ausschaltung dienenden Schaltwalzen sind in zwei
tn
b
Flg. 1.
Flg. 2.
Flg. 8.
Ecken des Hörsales untergebracht. Es sind also für jeden Motor 3 Apparate nötig:
1 Anlasser, 1 Umschalter und 1 Schaltwalze. Die Anlasser, eine neuere Konstruktion
der Siemens-Schuckert-Werke, sind runde Dosen von 10 cm Durchmesser, die oben
einen Drehgriff zum Einschalten besitzen. Ist der Motor ganz eingeschaltet, so bleibt
der Anlasser mit Hilfe magnetischer Anziehung so lange eingeschaltet, bis die Schalt-
walze die Stromzuführung unterbrochen hat; dann wird er durch eine in ihm befindliche
Feder selbsttätig ausgeschaltet. Solche* Anlasser sind vorteilhaft, well man die Zeit
des Ausschaltens spart, und notwendig, weil bei Betätigung des Umschalters von hell
auf dunkel oder umgekehrt der Motor die volle Spannung bekäme, wenn das Aus-
schalten des Anlassers, nachdem die Schaltwalze den Strom unterbrochen hat, ver-
gessen würde.
Die Schaltwalze besteht aus einer Holztrommel von 12 cm Durchmesser und
20 cm Länge, auf der 4 Ringe aus Flachmessing M {Fig. 1 u. 2) mit 2 cm Abstand
befestigt sind; auf diesen schleifen Kohlebürsten K, welche die Stromzuführung be-
wirken. Die Messingringe M sind untereinander alle leitend verbunden und besitzen
Unterbrechungsstellen -B, an denen, wenn diese Stellen unter die Bürsten gelangen,
der Strom unterbrochen wird, so daß der Motor in Ruhe kommt. Gedreht wird die Walze
durch die Vertikalwelle F, die den Motor mit der Verdunkelungswalze verbindet, und
zwar mittels eines Stiftes T, der in die Welle eingelassen ist und in eine Reihe von
Stiften S eingreift, die auf dem Umfange der Walze sitzen. Bei jeder Drehung der
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Heft 12.
\i>. Janj 1907.
O. J. Andret^n, Ein» n*u* V«rduiik«luagta nlag».
123
Welle wird also die Walze um ein gewisses Stück geschoben. Nun sind die Unter-
brechuogsstellen auf der Walze so angebracht, daß während der letzten Drehung der
Welle, ehe der Motor stillstehen soll, die Bürsten gerade auf der Unterbrechungs-
stelle zu liegen kommen, so daß der Motor selbsttätig an der gewtlnschten Stelle
stehen bleibt.
Die Umschalter endlich gestatten, entweder die Stromzuführung ganz zu unter-
brechen oder auf ganze oder halbe Verdunkelung bezw. Erhellung zu schalten; sie be-
sitzen daher 5 Umschaltekontakte. Da nun die Drehrichtung des Motors beim Ver-
dunkeln umgekehrt wie beim Erhellen sein muß, so werden die Schalter ziemlich
kompliziert. Wie man aus Fig. 3 ersieht, hat jeder Schalter 2 Kontaktbürsten, die
immer die oberen und die unteren beiden Segmente der imteren Schalterhälften unter-
einander verbinden; die Bürsten sind jedoch von dem Schalthebel, der nur den Dreh-
punkt mit den 5 oberen Kontakten leitend verbindet, isoliert. Die Zuleitungen zu den
Schaltern imd Anlassem einerseits und den Motoren mit Schaltwalzen andererseits ist
daher recht verwickelt und verweise ich auf das Schaltungsschema (Fig. 4), Auf dem
Bilde sieht man die 7 zweiadrigen Leitungsschnüre, also 14 Stromzuführungen, zu den
Schaltern und Anlassem. Eine Leitung hätte allerdings fehlen können, wie man un-
schwer aus dem Schaltungsschema ersieht, ist aber zur Vermeidung einer einadrigen
Schnur des besseren Aussehens der Leitungsfflhrung wegen mit verlegt.
Fig. 4,
Erwähnt sei noch, daß die Elektromotoren von den Siemens-Schuckert-
Werken und der maschinelle Teil (Wellen, Zahnräder, Schneckenräder u. s. w.) von
der Firma Knoevenagel in Hannover geliefert sind. Die Schaltwalzen, Umschaltungen
und Leitungen sind von dem Institutsmechaniker hergestellt. Der zum Antrieb der
Motoren benutzte Strom wird einstweilen den Akkumulatoren des Instituts entnommen.
Belangender Anschluß an das städtische Elektrizitätswerk noch nicht erfolgt ist.
Was die Kosten der ganzen Anlage betrifft, so belaufen sie sich im ganzen
auf 3160 M, Davon entfallen auf Elektromotoren und maschinelle Anlage 1910 M, Tuch,
Dekorationsarbeiten 460 M, Maurerarbeiten 200 M, Tischlerarbeiten 476 Jf, Maler-
arbeiten 721M, Schaltermaterial 42 M.
Zum Schluß sei noch erwähnt, daß die ganze Anlage ausgezeichnet arbeitet
und daß das vielleicht zu befürchtende Geräusch der Motoren, Kegelräder u. s. w. so
gering ist, daß der Vortragende während des Verdunkeins sehr gut verstanden wird,
ohne lauter sprechen zu müssen. Wenn noch bemerkt wird, daß es durch die Kon-
struktion der Schaltwalze vollständig verhindert wird, daß die Verdunkelungsvorhänge
bei falscher Betätigung des Umschalters (z. B. Stellen des Schalthebels auf halbhoch,
wenn der Vorhang ganz oben ist) erheblieh zu hoch oder zu tief gerollt werden, so
kann man sich nach dem Vorhergesagten ein Bild machen von der Annehmlichkeit
einer solchen Einrichtung, wie sie das Institut erhalten hat.
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124
Vereins- und Pertonennachrichten. — Gewerbliches.
Deatache
Mechanlker-Ztg
Vereins- und Personen-
nachrichten.
D. O. f. M. u. O. Abt. Berlin, £. V
Sitzung vom 28. Mai 1907 im Physikalischen
Auditorium der Handelshochschule. Vorsitzen-
der: Hr. W. Haensch.
Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit
einem Danke an die Ältesten der Kaufmann-
schaft und Hrn. Prof. Dr. F. F. Martens, durch
deren Entgegenkommen es möglich geworden
sei, die heutige Sitzung in diesem schönen
Räume abzuhalten. Hierdurch werde der D. G.
Gelegenheit geboten, diese Schöpfung der
Munifizenz des Ältesten -Kollegiums und des
langjährigen Freundes der Gesellschaft Hrn.
Prof. Martens kennen zu lernen; andernfalls
wäre man auch nicht im Stande gewesen, den
heutigen Votrrag zu hören, da die Einrich-
tungen im kleinen Hörsaal des Physik. Instituts
der Universität fttr ihn nicht ausreichen und
der große Hörsaal für den- heutigen Abend
besetzt sei.
Hr. Dr. Br. Glatzel spricht hierauf über
„Neuere Anwendungsarten des Selens mit be-
sonderer Berücksichtigung der Korn sehen Fern-
Photographie*". Nach einer geschichtlichen Ein-
leitung werden zunächst die Eigenschaften des
Selens und der Selenzelle erläutert, die Be-
seitigung der sog. Trägheit durch die von
Korn erdachte Gegenschaltung zweier Zellen
demonstriert, darauf die Kornsche Einrichtung
zur Femphotographie besprochen sowie eine
Reihe von durch Femphotographie erzeugten
Bildern vorgeführt. (Der von zahlreichen Pro-
jektionen und Experimenten begleitete Vortrag
wird in dieser ZeiUchrift ausführlich erscheinen).
Der Vorsitzende legt eine Liste aus zur
Eintragung für diejenigen Mitglieder, die an
einer demnächst stattfindenden Feier des 60. Ge-
burtstages von Hm. Handke teilzunehmen
wünschen.
Hr. Prof. Dr. F. F. Martens erläutert
hierauf die Einrichtung des Auditoriums, woran
sich ein Rundgang durch die Experimentier-
und Sammlungsräume anschließt. (Vgl. diese
Zeiisehr. 1907. S. 57.)
Die Gesellschaft für Metallindustrie
(Weißensee, Langhansstr. 129/131) hatte eine
Reihe von Proben ihrer Lot- und Flußmittel
und Prospekte ausgelegt. Bl.
Die Firma O. M. Hempel (jetziger In-
haber Hr. Otto Boettger) feierte am
5. Mai das 60-jäbrige Jubiläum ihres Be-
stehens. Die Firma wurde 1847 von Otto
Moritz Hempel gegründet, der wohl noch.
in der Erinnerung von sehr vielen Mit-
gliedern unserer Gesellschaft lebt; (nicht
zu verwechsein mit dem Optiker Oscar
Hempel, dem sog. Pariser Hempel, der
mit Otto Moritz H. nur namensverwandt
war). Die Werkstatt war die erste in
Berlin, die sich mit dem Bau von Mano-
metern befaßte, eine Spezialität, die sie
auch heute noch mit größter Sorgfalt
und hervorragendem Erfolge pflegt. Nach
dem Tode Hempels (1890) ging die Werk-
statt an seinen Neffen, Hrn. Otto Boettger,
über, der auch dem Vorstande der Abt.
Berlin seit mehreren Jahren als Beisitzer
angehört.
Zur Feier des 60« Gebortstages von Hrn.
W. Handke hatten sich am Abend des 6. Juni
über 30 Freunde und Verehrer unseres Vor-
sitzenden, darunter die ältesten Mitglieder der
Abteilung Berlin, zu einem Festmahle in
Mitschers Weinstuben vereinigt. Hr. W.
Haensch würdigte in längerer Ansprache die
Verdienste des Jubilars, insbesondere auf dem
gewerblichen und sozialen Gebiete. In seinem
Danke betonte Hr. W. Handke, daß alles, was
die D. G. und in ihr er selbst zu vollbringen
vermochte, dem wahrhaft kollegialen Verhält-
nisse zwischen den Fach genossen untereinander
imd zu den befreundeten Gelehrten zu ver-
danken sei; auf das Fortbestehen dieses Ge-
meinsinns leere er sein Glas. Nach einer An-
sprache von Hrn. Dir. Archenhold feierte
Hr. Nicolas in einem nach Form und Inhalt
gleich vollendeten Gedicht seinen langjährigen
Freund Handke, und alsdann toastete Hr.
Hannemann in einer von herzigem Humor
und innigem Ernste durchwehten Rede auf
die Angehörigen des Jubilars. Bl
Gewerbliches.
ÜberwelsuDgs- und Scheck-Verkehr.
Die Ältesten der Kaufmannschaft von
Berlin richten folgende beherzigenswerte Mah-
nung an die Industriellen und Handeltreibenden.
Der hohe Zinsfuß, der seit längerer Zeit in
Deutschland besteht, hat die Aufmerksamkeit
auf die Mittel gelenkt, die ergriffen werden
können, um diesem Zustande abzuhelfen oder
ihn wenigstens abzuschwächen.
Die Ursachen, auf die der hohe Zinsfuß in
Deutschland zurückzuführen ist, sind mannig-
facher Art und beruhen teilweise auf der er-
freulichen industriellen Entwicklung des Landes,
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Heft 12.
Ih Jnni 1907.
C«w«rblichM. — PatentlUt*.
125
die zu fördern alle Veranlassung vorliegt. Zum
Teil aber wurzeln sie in dem Umstände, daß
die deutsche Bevölkerung mehr als diejenige
anderer Lander sich zur Leistung der im ge-
schäftlichen und außergeschaftlichen Verkehr
vorkommenden Zahlungen der baren Zirku-
lationsmittel (Gold und Silber) bedient, dagegen
sich noch nicht hinreichend an die Mittel ge-
wöhnt hat, welche geeignet sind, die Benutzung
von Gold und Silber, sowie von Banknoten und
Reichskassenscheinen, als Zirkulationsmittel zu
ersetzen, nftmlich an den Überweisungs- und
Scheck-Verkehr.
Wenn zwei Personen, von denen die eine
an die andere eine Zahlung zu leisten hat, bei
demselben Bankhaus ein Konto führen, so kann
die Person A die Zahlung, die sie an die Per-
son B zu leisten hat, dadurch erfüllen, daß sie
das Bankhaus beauftragt, von ihrem — der
Person A gehörigen — Konto den Betrag auf
das Konto der Person B zu übertragen. Die
Zahlung wird daiin geleistet, ohne daß irgend
ein Zirkulationsmittel gebraucht, ohne daß ein
Gold- oder Silberstück oder eine Banknote in
Bewegung gesetzt wird. Dasselbe tritt ein,
wonn A und B nicht bei demselben sondern bei
verschiedenen Bankhäusern ihr Konto haben;
die Zahlung wird dann dadurch geleistet, daß A
sein Bankhaus beauftragt, den Schuldbetrag an
das Bankhaus des B zugunsten des letzteren
im Ueichsbankgirowege oder in einem sonst
einzurichtenden Abrechnungsverkehr zu über-
weisen.
In allen diesen Fällen läßt sich an die Stelle
der Überweisung auch der Scheck setzen, den
A auf sein Bankhaus gegen sein Guthaben
ausschreibt und den er dem B, an den er
Zahlung zu leisten hat, übergibt.
Wenn A den Scheck mit dem Vermerk „Nur
zur Verrechnung* versieht, so kann er fast ge-
fahrlos dem B den Scheck in einem gewöhn-
lichen Brief zusenden oder durch eine beliebige
Person bei B abgeben lassen. Durch diesen
Vermerk wird erreicht, daß ein solcher Scheck
niemals durch Barzahlung,- sondern nur durch
Verrechnung zur Einlösung gelangt. B erhält
also den Betrag des Schecks nicht bar aus-
gezahlt, sondern er muß ihn entweder seinem
Bankhaus zur Gutschrift zustellen oder je-
mandem in Zahlung geben, der ein Bankkonto
hat. Sobald sich die deutsche Bevölkerung,
wie die englische und nordamerikanische, da-
ran gewöhnt haben wird, nur Taschengeld bei
sich zu führen, das Betriebs- und Wirtschafts-
geld aber auf Scheckkonten bei Bankhäusern
zu halten, wird sich die Zahlungsweise durch
Schecks mit dem Vermerk „Nur zur Verrech-
nung*" bald verallgemeinern, weil diese Zahlungs-
weise das Risiko einer Geldsendung und die
Möglichkeit einer Unterschlagung so gut wie
ausschließt, also eine große Sicherheit gewährt
Es macht hierbei keinen Unterschied, ob die
Personen, die Zahlungen aneinander zu leisten
haben oder die Bankhäuser, bei denen sie ihr
Konto führen, in demselben Orte wohnen oder
nicht. Denn die Überweisungen von dem einen
Bankhaus an das andere lassen sich schon jetzt
auf dem Wege des ausgebreiteten Giroverkehrs
der Reichsbank leicht erledigen.
Wenn es auf diese Weise gelingen würde,
einen erheblichen Teil aller Zahlungen der Ge-
werbetreibenden und der Privatpersonen durch
Überweisungen oder Schecks zu erledigen, so
würden dadurch große Beträge von Zirkulations-
mitteln erspart werden, sowohl an Gold und
Silber, wie an Banknoten, und diese ersparten
Zirkulationsmittel würden sich in den Kassen
der Notenbanken, namentlich unseres Zentral-
noteninstitutes, der Reichsbank, ansammeln.
Je mehr dies der Fall ist, desto geringer würde
der Bedarf an Zirkulationsmitteln sein, den die
Reichsbank zu befriedigen hat, desto stärker
würde der Barbestand der Reichsbank sein,
was zur Ermäßigung des Zinsfußes bei der
Reichsbank und im ganzen Lande erheblich
beitragen würde.
Zur Ausdehnung des Scheckverkehrs ist es
auf der anderen Seite erforderlich, daß die
Scheu verschwindet, die heute noch bei vielen
Gewerbetreibenden , Instituten und Korpo-
rationen gegen die Annahme von Schecks be-
steht.
(SdUufi folgt)
Patentliste.
Bis zum 27. Mai 1907.
Klasse: Anmeldungen.
4. B. 41 562. Vorrichtung auf Erhöhung der
Wirkung einer Lichtquelle. M. Breslauer,
Berlin. 29. 11. 05. ^
21. D. 17 508. Verfahren zur Übertragung von
Schriftzeichen und Schriftzeichnungen unter
Benutzung der Kathodenstrahlenröhre. M.
Dieckmann & G. Glage, Straßburg i. B.
11. 9. 06.
D. 17 711. Befestigungsvorrichtung für elek*
trische Apparate auf Schalttafeln. P.
Druseidt, Remscheid. 10. 11. 06.
F. 22 687, Elektrische Pernübertragung von
Bildern unter Auflösung des Bildes in mehr
oder weniger dicht gruppierte Punkte, die
auf dem Empfangsapparat mittels eines
Schreibzeuges wieder zu einem dem Origini^
gleichen Bilde vereinigt werden. E.Frikart,
Mülhausen i. B. 8. 12. 06.
L. 22 571. Verfahren und Vorrichtung zur
Fern Übertragung von Bildern, Photographien
und andern Flächendarstellungen mittels
Selens. B. Liebreich, Berlin. 4. 5. 06.
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126
^tontlltU.
DetiUch«
L. 23610. Vorrichtung zur Messung der
Frequenz, der D&mpfung, der Kopplung und
anderer Größen elektrischer Schwingungs-
kreise. C. Lorenz, Berlin. 14. 12. Ü6.
M. 80968. Bchwingungserreger. 6. Mosler,
Braunschweig. 10. 11. 06.
M. 81 662. Elektrizit&tszAhler für Gleichstrom
mit permanenten Magneten und einem in
dessen Felde oszillierenden Anker. W.
Meyerling, Charlottenburg. 23. 11. 06.
W. 26 884. Aufbau von Thermoelementen zu
größeren Batterien mit Heiz- und Ktlhl-
kammem. R. Wagner, Stettin, u.H.Trede,
Bssen a. Ruhr. 11. 7. 05.
4& B. 48 182. Gaakalorimeter. C. H. Beasley,
Smethwick StafTord, Großbrit. 22. 5. 06.
H. 37999. Wassertiefenmesser in Form einer
abgeschlossenen Röhre, in welche durch eine
oder mehrere Binlaufröhren dem Tiefdruck
entsprechend Wasser eindringt. P. Henze,
Lehe. 5. 6. 06.
H. 38952. Schaltungsanordnung für die
Messung der Temperatur mit Widerstands-
thermometer und Wheatstonescher Brücke.
W. C. Heraeus, Hanau a. M. 24. 2. 06.
J. 9240. Vorrichtung zur Heizwertbestimmung
stftndig strömender Wftrmegase unter An-
wendung eines ständig strömenden Kühl-
mittels; Zus. z. Fat. Nr. 174 758. H. Junkers,
Aachen. 2. 7. 06.
K. 82188. Zirkel mit einem mittels mehrerer
Spitzen festzustellenden, einen Führungs-
körper tragenden Schenkel und einem
an diesen drehbaren, einen Zeichen-
stift tragenden zweiten Schenkel, welcher
durch Zugspiralfeder stets gegen den
Führungskörper des feststehenden Schenkels
gedrückt wird, zum Zeichnen von elliptischen,
kreisförmigen oder ahnlichen geschlossenen
Kurven. W. Kant, Pforzheim. 5. 6. 06.
0. 5458. Verfahren zum deutlichen Sichtbar-
machen des Wasserstandes in Thomsonschen
Lotröhren. W. Ostwald, Leipzig. 27.11.06.
P. 19868. Bilderführungsrahmen von ver-
änderlicher Breite für Projektionsapparate
u. dgl. B. Flank, Nürnberg. 2. 1. 07.
U. 2868. Verfahren und Vorrichtung zur Be-
stimmung der Richtung und Geschwindig-
keit der Strömimg in Flüssigkeiten mit Hilfe
einer auf einem Körper Spuren zurück-
lassenden, durch die zu bestimmende
Strömung aus ihrer Richtung abgelenkten
Flüssigkeit. H. Ufert, Berlin. 21. 4. 06.
P. 19 445. Wage. H. P. Philipsen, Slagelse,
D&nem. 21. 1. 07.
48. F. 22 168. Verfahren zur Herstellung von
Spiegeln mit elektrolytischer Schutzdecke
auf dem Belag. M. Freyberg, Saint-
Gilles-lez-Bruzelles. 24. 8. 06.
57. B. 44022. Belichtungsmesser, bei dem die
Pupillengröße des beobachtenden Auges in
einem mit einer Skala verbundenen Spiegel
gemessen wird. H. Bryhni, Börsen bei
Drontheim, Norw. 5. 9. 06.
88. B. 44 686. Regelvorrichtung für Uhr-
pendel. H. Bresina, Sch&ßburg, Ung.
22. 11. 06.
ErteOuigeB«
17. Nr. 186 986. Aus Salzen bestehende K<e-
mischung. 0. Poppenberg, Berlin. 5.8.06.
21. Nr. 186 594. Röntgenröhre mit unmittelbarer
Zuführung von Gasen zur Regelung des
Luftdruckes. R. Hartwig, Berlin. 15. 8. 06.
Nr. 186 625. Vakuum - MeUlldampflampe. W.
C. Heraeus, Hanau a. M. 5. 4. 05.
82. Nr. 186 790. Herstellungsverfahren für
doppelwandige Glasgef&ße mit elliptiBchem
oder anders abgeflachtem Querschnitt R.
Hartwig, Berlin. 7. 12. 06.
Nr. 186 830. Verfahren zum Vorspiegeln durch-
sichtiger Gegenstände; Zus. z. Fat Nr. 178520.
von Heyden, Radebeul bei Dresden.
8. 7. 06.
Nr. 186831. Verfahren zur Herstellung von
Amalgamen in äußerst fein verteilter, zum
Vorspiegeln durchsichtiger Gegenstände ge-
m&ß Fat. Nr. 186830 geeigneter Form. Zus.
z. Fat. Nr. 178 520. von Heyden, Rade-
beul b. Dresden. 8. 7. 06.
42. Nr. 188600. Stereoskopischer Entfernungs-
messer mit Einrichtungen, um die Lage der
hinteren Teile des einen Femrohres oder
beider in der Visierebene zu flndem behufs
'''\'' Anpassung des Okularabstandes an den
A\igenabstand. C. Zeiß, Jena. 8. 7. 06.
Nr. 186 601. ölprüfvorrichtung. F. Schmaltz,
Offenbach a. M. 29. 3. 06.
Nr. 186 703. Einstellpunkte tragende Schieber
für Meßlatten zur Anzeige der Steigung
bezw. des Gefälles. W. Bager, Königs-
berg i. Fr. 16. 9. 05.
Nr. 186 748. Neigungsmesser, bei welchem der
Zeiger auf einer in einem geschlossenen,
vollständig mit Flüssigkeit angefüllten Ge-
h&use gelagerten Achse befestigt ist. 0. S.
Poppa, Bacau, Rumänien. 28. 9. 05.
Nr. 186 954. Vorrichtung zum Teilen eines
Winkels oder Kreises in beliebig viele gleiche
Teile mittels einer mit Kurven versehenen
Platte. F. Hefer, Hagen, Westf. 21.9.06.
Nr. 186 955. Selbsttätig sich öffnende Schutz-
klappen für optische Instrumente; Zus. z.
Fat. Nr. 188295. M. Dewald, Bonn.
25. 11. 06.
Pttr die ItodAküoii ▼•rantwortUch: A. BUtehkeln Berlin W.
Vertat tob Jollnt SprlBffer In Berlin N. — Dniek Ton Imll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift ftlr Instnunentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 13. 1. JuU. 1907.
Nachdruck nur mit C^eaehmigfimg: der Redaktion g^estattet.
Einladung
zum
18. Deutschen Mechanikertag'
am 2. und 3. August 1907
in Hannover.
Wenn in diesem Jahre sich der Vorstand für Hannover als Ort des Mechaniker-
tages entschieden hat, so war hierbei vor allem der Wunsch maßgebend, wiederum
eine Stadt im Norden Deutschlands zu wählen, da wir im vorigen Jahre uns im Süden
unseres Vaterlandes versammelt hatten und im nächsten voraussichtlich aufs neue dorthin
zurückkehren werden. Eignet sich doch Hannover dank seiner zentralen Lage, seiner
Schönheit und Pracht, seiner reizvollen und interessanten Umgebung in ganz hervor-
ragender Weise für eine Tagung, die ernste und fruchtbringende Arbeit mit anregender
Geselligkeit verbinden soll. In beiden Beziehungen hoffen die Unterzeichneten, daß
auch der diesjährige Mechanikertag, wie die vorhergegangenen, seine Teilnehmer be-
friedigen wird, und sie geben sich der zuversichtlichen Erwartung hin, daß die An-
meldungen recht zahlreich und pünktlich einlaufen werden.
Der Preis der Teilnehmerkarte (Herren oder Damen) beträgt 8,00 M; darin
ist einbegriffen das (trockene) Gedeck beim Festessen sowie die Fahrt nach Hildesheim
und surück.
Anmeldungen wolle man bis zum 25. Juli richten an die Telephonfabrik A.-G.
vorm. J. Berliner (Hannover, Kniestr. 18).
Deutsche Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Der y erstand:
Dr. H. Krtiß, Vorsitzender. W. Handke, Schatzmeister.
Prof. Dr. L. Ambronn. M. Bekel. M. Bieler. Dir. Prof. A. Böttcher. Dr. M.Edelmann.
Dir. Prof. Dr. F. Göpel. W. Haensch. Prof. B. Hartmann. G. Hoyde. A. Hirschmann.
Dir. Dr. D. Kaempfer. R. Kleemann. Prof. Dr. St. Lindeck. Th. Ludewig. Baurat
B. Pensky. W. Sartorius. Kommerzienrat Gg. Schoenner. L. Schoppen
Regierungsrat Dr. H. Stadt ha gen.
Der Geschäftsführer:
Techn. Rat A. Blaschke.
Der Ortsausschuß in Hannover.
Generaldirektor J. Berliner.
Generaldirektor Art. J. Bloemendal. Kgl. Eichungsinspektor Dr. Bode. Ing. F. Bodo
(L Fa. Gust. Mi ehe, Hildesheim). Direktor der Stadt. Handwerker- und Kunstgewerbeschule
Prof. Feyerabend. Mitglied des Magistrats Senator Fink. Prof. Frese. Geh. Reg.-Rat
Prof. Dr. W. Kohlrausch. Dir. E. Körting. Vorsitzender des Hannov. Bezirksvereins
Deutscher Ingenieure Prof. Dr.-Ing. Nachtweh. Oberingenieur Dr. L. Rellstab. Ing. Rosen-
kranz. Kommerzienrat S. Seligmann. Ing. W. Sonnemann. BOrgervorsteher -Worthalter
Rechtsanwalt Wegen er.
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128 Einladung zum 18. Deutichen Mechanikertag. MetSanJker^Ztg
Zeiteinteilung.
Donnerstag, den 1. August 1907, abends von 8 Uhr an:
Begrüßung der Teilnehmer und ihrer Damen
in der Städtischen Waldwirtschaft , Lister Turm".
Im Hotel Continental (2 Min. vom Haupthahnhofe) befindet sich an diesem Tage
von 2 Uhr nachmittags bis 10 Uhr abends eiyi Bureau für Ausgabe der FestJcarten
und Auskunftserteilung,
Freitag, den 2. August 1907.
Vormittags 9V2 Uhr:
7. Sitzung
im großen Sitzungssaale des Alten Rathauses (Eingang Köbelingerstraße)
Tagesordnung:
1. Jahresbericht, erstattet vom Vorsitzenden.
2. Hr. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. F. Mylius und Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein:
Bericht über die bisherigen Versuche zur Verbesserung der Methoden der
Metallfärbung (mit Demonstrationen).
3. Hr. Generaldirektor J. Berliner: Die Starkton-Sprechmaschine „Auxetophon'' der
Deutschen Grammophon- Aktiengesellschaft.
4. Hr. W. Handke: Das im § 5a des Lehrvertrages der D. G. f. M. u. O. vorgesehene
Schiedsgericht.
5. Hr. Techn. Rat A. Blaschke: Die für das Jahr 1913 geplante Weltausstellung Berlin.
6. Hauptversammlung der Fraunhofer-Stiftung.
Wahrend der Sitzung: Damenausflug nach der Eilenriede unter Führung durch
das Damenkomitee. Treffpunkt: Altes Rathaus, 9V4Uhr.
Mittags IV2 Uhr:
Gemeinsames Mittagessen in der „Münchener Bierhalle" (Luisenstraße).
Nachmittags 3 Uhr 22 Min.:
Abfahrt (vom Hauptbahnhof) nach Hildesheim.
Besichtigung der Stadt unter Führung dortiger Mitglieder der D. 0. f. M, u. O.
Rückfahrt von Hildesheun: 10 Uhr 36 Min., Ankunft m Hannover: 11 Uhr 10 Min.
Sonnabend, den 3. August 1907.
Vormittags 9 Uhr:
f IL Sitzung
im großen Sitzungssaale des 'Alten Rathauses (Eingang Köbelingerstraße).
^Tagesordnung:
1. Hr. Regierungsrat Dr. H. Stadthagen: Über Nickelstahl.
2. Hr. Oberingenieur Dr. L. Rellstab: Automatisches Femsprechvermittelungs-Sy stein
der Telephonfabrik A.-G. vorm. J. Berliner.
3. Hr. Oberlehrer Dr. H. Wanner: Über Pyrometrie.
4. Hr. Prof. E. Hart mann: Ständige Ausstellung physikalischer Apparate im Neubau.
des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M.
5. Hr. Dr. H. Krüß: Die Ermittelung der Werte des deutschen Außenhandels.
6. Hr. Techn. Rat A. Blaschke: Die wichtigsten Patente des letzten Jahres.
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1. ?aU 19Ö7. ^' B*hrendten, Zur Geschieht* d*r Mechazüker Q8tting*iit. 129
7. Oeschäftliche AD^elegenheiten :
a) Bestätigung des Zwgv. München.
h) Ersatzwahl zum Vorstande für Prof. Dr. S. Czapski.
c) Abrechnung für 1906/07 l , _ ^ ^ .
d) Voranschlag für 1907/08 r^'«^^^^ ^^"^ Schatzmeister.
e) Wahl zweier Kassenrevisoren.
f) Festsetzung betr. den 19. Deutschen Mechanikertag.
Während der Sitzung: Damenausflug nach Herrenhausen. Treffpunkt: Altes Rathaus, 9 Uhr.
Mittags IVgUhr:
Gemeinsames OabelfrüJistücJc,
Nachmittags 3 Uhr:
Besichtigungen.
Genauere Angaben hierüber sowie über das Lokal des Gabelfrühstücks vorbehalten.
Nachmittags 6 Uhr:
Festessen in Kastens Hotel, Oeorgshalle,
Sonntag, den 4. August 1907.
Qemeinsamer Ausflug in den Harz (bei günstigem Wetter imd genügender Beteiligung).
Nähere Festsetzungen vorbehalten.
Empfehlenswerte Hotels: Kastens Hotel Georgshalle, Grand Hotel Tesch, Rheinischer
Hof, Continental-Hotel.
Zur Geschichte
der
Entwicklung der mechanischen Kunst
Neue Beiträge zur Geschichte der Mechaniker Göttingens
im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Von Prof. O. Belirendsen in GOttingen.
(Sdüuß dn T§ztt$J
D. Die Mechaniker in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Das 19. Jahrhundert tritt mit einem neuen Institut, dem PhysiTcalischen, in die
Erscheinung. Wenn dieses damals auch nicht die Bedeutung für die Mechanik haben
konnte, wie das heutzutage der Fall ist, wenn auch der Direktor sich mit 100 Talern
jährlichen Etats begnügen muß, wovon er auch noch den Unteraufseher (Mag. Seyde)
besolden mußte, so ist es doch ein wesentlicher und wichtiger Keim, aus dem später
AuBei-ordentliches emporblüht.
Von noch größerem Belange ist das Auftreten von Karl Friedrich Gauß, der
1807 die Sternwarte übernimmt. Die Professoren Thibaut und Mayer der Jüngere
sind nachsichtige, auf dem Gebiete der Instrumentenkunde wenig erfahrene und recht
anspruchslose Gelehrte; sie stellen der Göttinger Mechanik keine allzugroßen Auf-
gaben und sind leicht zufriedengestellt. Gauß dagegen, der den Busen voller Ent-
würfe trägt, dem die höchsten Probleme vorschweben, tritt mit neuen, unerhörten For-
derungen hervor; er muß eine routinierte Präzisionsmechanik zur Seite haben, die er
in Göttingen leider nicht vorfindet, wenn er das erreichen will, was ihm vorschwebt.
In der Tat bezeichnet das erste Jahrzehnt des neuen Säkulums für Göttingens mecha-
nische Leistungsfähigkeit einen ungewöhnlichen Tiefstand. Die älteren Meister der
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130 O.Behrendien, Zur GMchichte der Mechaniker GSttingen«. MeSS^er-Zte.
Mechanik sind tot oder, wie Johann Andreas Klindworth, 1807 schon zu alt, um
noch zuEulemen. Ciechanski, Seyde kommen selbstredend nicht in Betracht.
Aber auch zwei neue Erscheinungen, die in den ersten Jahren des neuen
Säkulums in Göttingen auftauchten, vermögen nicht, das Interesse von Gauß zu ge-
winnen. Es sind dies die Mechaniker Trojan und Apel..
Karl Trojan wurde im Jahre 1774^) in Prag geboren; sehr wahrscheinlich
war er Tscheche^). Bis gegen sein 30. Jahr hin muß er ein Wanderleben geführt
haben; denn noch 1802 stellt ihm die Stadt Ellwangen in Württemberg einen Reisepaß
aus, mit dem er Anfang 1803 in Göttingen eintraf. Es scheint ihm gelungen zu sein,
hier Arbeit zu finden, wohl dadurch, daß er einige der Professoren, bei denen er Vor-
lesungen hörte (so bei Thibaut Mathematik und bei Mayer Physik), für sich zu inter-
essieren wußte. Er legte sich in dieser Zeit namentlich auf Anfertigung und Reparatur
von Modellen für die Modellkammer^), muß aber auch mathematische und physikalische
Instrumente gefertigt haben. Zwei Jahre darauf (1805) richtete er ein von Attesten der
Professoren Thibaut, Mayer und Beckmann begleitetes Gesuch an die Regierung imd
bat darum, als „Universitätsmechanikus^ angenommen zu werden, was ihm auch zu-
teil wurde.
Trojan soll, wie die mündliche Tradition vermeldet, ein höchst origineller
Kauz^) und recht cholerischer Natur gewesen sein. Stolz auf sein Können, war er
imstande, ein bestelltes Instrument vor den Augen des Käufers zu zerschlagen, falls
dieser etwas daran bemängelte, sei es auch nur den Preis. Übrigens soll er in der
Tat ausgezeichnet genaue Instrumente, insbesondere Thermometer, geliefert haben. In
der Sammlung des Physikalischen Institutes befand sich ein Ophthalmometer von Trojans
Händen, nach Angaben Mayers gefertigt^).
In späteren Jahren verlieh ihm der Magistrat (als Ciechanski dazu nicht
mehr imstande war) das Amt der Instandhaltung und Wartung der städtischen Uhren.
Trojan hatte die kleine, damit verbundene Einnahme aber auch dringend nötig, da er
in seinen späteren Lebensjahren zu den Ärmsten und Bedürftigsten seiner Zunft ge-
hörte; es war ein Glück, daß er unverheiratet war und sich somit leichter durch-
schlagen konnte. Im Jahre 1836^) starb Trojan, einsam, wie er gelebt hatte, im
akademischen HospitaF) an der Gelbsucht.
Eine weit größere Bedeutung für die Entwicklung der Göttinger Mechanik in
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beansprucht sein jüngerer Zeitgenosse Friedricli
ApeL Er war der erste Mechaniker in Göttingens Mauern, dessen Betrieb einen wirklich
erheblichen Umfang gewann. Aus den Bedürfnissen und Aufgaben des physikalischen
Institutes hervorgewachsen, hat er auch seine Produktionsweise nach dieser Richtung,
also vorzugsweise auf die Herstellung physikalischer Demonstrationsapparate hin
entwickelt.
Friedrich Ludwig Apel war der Sohn des Pastors Christian Friedrich
Apel^) in Bühren bei Dransfeld und wurde daselbst am 22. Oktober 1786 geboren.
Nachdem er eine vorbereitende Schulbildung (er wurde wahrscheinlich von seinem Vater
unterrichtet) nur bis zu seinem 13. Jahre genossen, trat er, da der Vater mit seinen
geringen Mitteln die Familie kaum durchbringen konnte, schon 1798 in die damals
namhafteste Werkstatt in Göttingen, bei Johann Andreas Klindworth, als Lehrling
ein. Hier hat er eine dreijährige Lehrzeit durchgemacht und von dem, wie wir sahen,
überaus geschickten Manne sicher eine gründliche Vorbildimg empfangen. In den
Jahren 1801 bis 1806 zog Apel in die Fremde und bildete sich in verschiedenen be-
deutenden W/erkstätten weiter aus (ein Umstand, der ihn vor sämtlichen früheren
Mechanikern Göttingens auszeichnet, die sich niemals mit fremden Arbeitsmethoden
bekannt gemacht hatten).- Diese Jahre verlebte Apel zum größten Teile, nämlich bis
zum Jahre 1805, in Berlin'*^), wo er in einer größeren Werkstatt tätig war und sich in
jeder Weise bemühte, auch sein allgemeines Wissen zu bereichem; so nahm er dort
jede Woche wenigstens 4 bis 5 mathematische Stunden. Von Berlin ging Apel über
1) Vielleicht schon Ende 1773. — ^) Nicht Franzose, wie D. 8. 11 vermutet wird. —
8) Dieselbe unteratand damals Thibaut. — *) D. S. IL — ^) Kur. — «) Am Abend des 19. Fe-
bruar. — 7) Dem heutigen Theologischen Stift. — ^) Dieser war 1773 als Pastor nach Bahren
gekommen, war selbst ein Pastorssohn und stammte aus Dankeishausen; seine Gattin, die Mutter
Friedrichs, hieß Friederike Margarete und war eine geborene Steinhausen. — ^) D,
S. i5.
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^^ulLn 0. B e h r • n d ■ • n , Zur GMchicht* der Mechaniker Göttingent. 1 3 {
l.Jnli 1907,
Dresden nach Görlitz und stand hier bis snim Jahre 1806 der Werkstatt des damals
berühmten Mechanikers G. Geißler vor. Dann kehrte er nach Göttingen zurück und
ließ sich daselbst als „ Student "^ bei der Universität einschreiben. Er hörte hier
namentlich bei Mayer und Thibaut physikalische und mathematische Vorlesungen,
vielleicht auch bei Harding^) etwas Astronomie. Als dann Apel sich 1807 bei der
Regierung um den Titel eines UDiversitätsmechanikus bewarb, unterstützten ihn die
drei genannten • Professoren durch ihre Gutachten. Die Anstellung als Universitäts-
mechanikus erhielt Apel erst am 7. Juni 1808 und etwa um dieselbe Zeit eröffnete
er in dem Hause Prinzenstraße 20 seine Werkstatt^).
Einige Jahre darauf (1811) verheiratete er sich auch mit Luise Glöckner,
und als diese von ihm sehr geliebte Frau starb, ging er etwa ums Jahr 1820 eine
zweite Ehe mit Wilhelmine Greve aus Osterode a. H. ein.
Ein Gehalt hatte Apel in seiner Eigenschaft als Universitätsmechanikus einst-
weilen nicht bekommen. Als jedoch 1813 der Magister Seyde, der „ Unteraufseher ^
am physikalischen Institute, starb, wurde Apel auf Betreiben Mayers, dessen Gunst
er sich erworben hatte, zum Nachfolger ernannt und bekam nunmehr als Vorlesungs-
gehilfe und Universitatsmechaniker 100 Taler Gehalt. Allerdings kostete ihm jede der
viermal wöchentlich gehaltenen Vorlesungen Mayers etwa 2 Stunden für die Vorbe-
reitung und die Beihilfe beim Experimentieren.
Das Geschäft Apels scheint in jenen Zeiten ihm noch nicht besonders
glänzende Einnahmen gewährt zu haben, da er 1814 bei der Stadt um eine Konzession
zu einem Handel mit Metallwaren einkam, die ihm aber, da die Kaufgilde sich dagegen
auflehnte, abgeschlagen wurde. So war es begreiflich, daß er auf seinem eigentlichen
Gebiete noch nach höherer Vervollkommnung trachtete und vor allem wünschte, auch
von Gauß, der im Begriff stand, die soeben erbaute und demnächst fertigzustellende
Sternwarte neu einzurichten, beschäftigt zu werden. So kam er auf den Gedanken
einer Studienreise nach England, ein Plan, der vom Hofrat Mayer lebhaft aufgenommen
und unterstützt wurde. Apel scheint schon Ende Juli oder Anfang August 1815 auf-
gebrochen zu sein.
Eine Eingabe um eine Reiseunterstützung wurde allerdings erst am 14. September
desselben Jahres an die Regierung gerichtet und durch die Gutachten Mayers und
Blumenbachs befürwortet. Letzterer hatte für Apel 500 Taler Reiseunterstützung
beantragt, jedoch nur 350 Taler wurden ihm am 15. Oktober bewilligt. — In London
traf Apel einen Landsmann und Fachgenossen, den Mechaniker Hohnbaum^), der
später in Hannover als Hofmechanikus sehr bekannt wurde. Daß Hohnbaum längere
Zeit schon dort in Stellung und mit den Verhältnissen genau vertraut war, mußte Apel
außerordentlich zu gute konmien. Er wurde dadurch in den Stand gesetzt, seine
Studien intensiver zu betreiben, als er gehofft hatte. Schon am 17. November konnte
er an den Minister^) einen Reisebericht abgehen lassen, der sich mit einem Vergleiche
der deutschen und englischen Arbeitsmethoden beschäftigte. So sehr er die letzteren
anerkennt und ihre Zweckmäßigkeit rühmt, so kommt er doch zu dem Urteil, daß in
London die besten Arbeiter Deutsche seien; er selbst hoffe später ebensogut, aber
billiger arbeiten zu können. Weiter berichtet er über die englischen Teilmaschinen,
insbesondere über die berühmte Ramsdensche^), von welcher er eine genaue Zeichnung
angefertigt habe. Er bitte ferner, daß die Regierung ihm einen Vorschuß von
1000 Tcäern gewähren möge, den er in besthnmten Terminen abtragen wolle; er hoffe
mit dieser Summe alles anschaffen zu können, was er zur Vervollständigung seiner
Werkstatt, im Sinne der besten englischen, nötig habe.
Wie weit dieser gewiß gerechtfertigten Bitte Apels entsprochen wurde, ist
nicht bekannt. Indessen muß ihm doch eine größere Summe gewährt worden sein, da
er für mehrere 100 Taler englische Waren, größtenteils Werkzeuge, mit nach Hause
brachte^). Es war dies auch der Grund, daß er seine anfängliche Absicht, noch nach
Paris zu gehen, um auch dort die Mechanik kennen zu lernen, aufgab. Am 2. Februar
1816 reiste er, nachdem ihm noch mit dem Grafen Münster eine persönliche Be-
sprechung bewilligt worden war, von London ab, zusammen mit Hohnbaum, der auch
^) Seit 1805 Professor der Astronomie in Göttingen. — ^) Die Firma führt heute noch
diesen Titel. — ») s. Nachtrag Nr. 39. — *) Graf v. Münster; ein ähnlicher Bericht ging gleich-
zeitig an den Geheimen Kammerrat von Arenswaldt zu Hannover ab (Kur.) — ^) s. Nachtrag
Nr. 18, vergl. auch LB. III. S. 13. — «) Brief an seine Frau vom 23. Januar 1816.
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IS2 0. B^hrendten, Zur GMchichte der Mechaniker GQttiogent. Mechanll^Ztg
wieder nach Deutschland zurückkehrte. Einen Schatz an Zeichnungen und Entwürfen
hatte Apel zuvor durch die Regierung nach Hannover befördern laBsen. Nach einer
gefahrvollen Reise (das Schiff wurde 6 Tage lang im Sturme hin und her getrieben)
trafen die Reisegefährten an der Mündung der Maas ein und landeten in Brielle in
Holland. Am 29. Februar langte Apel wieder in Göttingen an, wohin ihn Hohn-
baum ebenfalls begleitete.
Apel war nun sicher der leistungsfähigste und erfahrenste mechanische
Künstler, den die Georgia Augusta bis dahin besessen hatte. In der Tat begannen
von nun an auch seine Geschäfte sich außerordentlich zu heben, so daß er schon zwei
Jahre später seine bisherige Werkstatt aufgeben mußte und das Haus an der Ecke der
Barfüßerstraße und .Jüdenstraße (das noch heute dem -gleichen Zwecke dient) kaufte
und mit allen Eßlfsmitteln der damaligen Tage einrichtete.
Im Jahre 1817 wurde Apel dem alten Ciechanski, der damals sein 80. Jahr
vollendet hatte, als „Adjunkt'' bei der Modellkammer beigegeben. Zum „Modell-
inspektor'' ernannte man ihn aber erst nach dem Tode des alten Herrn, der 1828 er-
folgte, und gab ihm auch das Gehalt des letzteren von 50 Talern, obschon auch
Rümpft) seit 1819 neben seinen sonstigen Funktionen ebenfalls zum Maschineninspektor
ernannt worden war, mit der Verpflichtung, für die Instandhaltung der Modellsammlung
zu sorgen. So nahm Apel in Göttingen eine allseitig geachtete Stellung ein.
Nur Gauß, der eine ganz spezielle Vorliebe für die Münchener Mechaniker-
schule hegte, wollte die Dienste Apels nicht für seine Zwecke verwenden; denn ge-
rade in jener Zeit^) trat er mit dem Mechaniker Ph. Rumpf in Verbindung, der ihm
durch Reichenbach in Mtlnchen empfohlen worden war. Rumpf wurde in der Tat
auch der wesentlichste Konkurrent Apels. Da er indessen durch Gauß auf ganz
bestimmte Bahnen, besonders auf den Bau von geodätischen und astronomischen Instru-
menten, hingeleitet wurde, während, wie schon bemerkt, Apel vorzugsweise sich der
Verfertigung physikalischer Hilfsmittel widmete, so liefen ihre Wege mehr parallel, als
daß sie sich feindlich kreuzten. Übrigens war auch Apel sehr wohl imstande, mathe-
matische und geodätische Instrumente zu bauen, er hatte sogar einen sehr beträcht-
lichen Absatz gerade auf diesem Gebiete, als da sind Zirkel aller Art, Meßtische, Kipp-
regeln, Diopterlineale, Theodolite in den verschiedensten Ausführungen. An optischen
Gegenständen gab es bei ihm außer Brillen schon allerlei achromatische Fernrohre bis
zu erheblichen Größen, Mikroskope, Camerae obscurae, Prismen, aber auch schon Polari-
sations- und Beugungsapparate nach Angaben von Tob. Mayer. Daß Barometer,
mancherlei hydrostatische Apparate, Luftpumpen in besonderer Vollkommenheit mit
zahlreichen Nebenapparaten, große Elektrisiermaschinen, und zwar nicht bloß Zylinder-,
sondern auch schon Scheibenmaschinen von sehr bedeutender Größe (30^^ Durchmesser)
gefertigt wurden, davon zeugen die älteren Bestände der hiesigen Sammlungen. Zur
Erzeugung von galvanischen Strömen tritt im Katalog von 1824 nur die Voltasche
Säule auf (konstante Elemente gab es damals noch nicht). Aber die Zambonische
Trockensäule und das Bohnenbergerache Elektroskop werden darin schon aufgeführt.
Das im ganzen 315 Nummern enthaltende Verzeichnis vom Jahre 1824 zeugt von
einem vollständigen Beherrschen der instrumentalen Hilfsmittel auf dem Gebiete der
Physik jener Tage. Es lehrt uns aber auch, mit welchem Geschick Apel es verstand,
allen neuen Strömungen seiner Zeit Rechnung zu tragen^).
Die Sammlung des physikalischen Institutes, welche von Mayer ziemlich aus-
giebig vermehrt worden war, enthielt eine erhebliche Zahl von Apparaten, die von
Apels Hand stammten. So eine große Elektrisiermaschine mit 27-zölliger Scheibe,
eine Hahnluftpumpe mit vertikalem Stiefel, ein Kompressionsfeuerzeug, Polarisations-
apparate zu dem Malusschen Versuche, Beugungsapparate imd noch vieles andere.
Im Jahre 1825 assozierte sich Apel mit einem Dr. Lüders, was zur Folge
hatte, daß das Apelsche Geschäft sich wesentlich erweiterte. Er beschäftigte damals
25 bis 30 Gehilfen, die er in seinem bisherigen Hause nicht gut mehr unterbringen
konnte, so daß er damit umging, das Geschäft zu verlegen und einen Neubau zu er-
richten. Er trat deshalb mit der Stadt wegen Überlassung eines Grundstückes vor dem
Geismartor in Verhandlung, bei welcher Gelegenheit er sein disponibles Vermögen auf
8000 bis 9000 Taler angibt^). Doch zerschlug sich der Plan, da auch die Vergesell-
^) vergl. später. — 2) Oktober 1817. - ») Aue D. 8. 24 u. 16. — *) Akten über die
Mechaniker im Stadtarchive.
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1 Jall 1907. 0. B*hrendien, Zur G«schicht6 der Mechaniker GOttingeni. 133
schaftung mit Lüders nicht von Dauer war und dieser schon 1829 austrat, um zu
Oderfeld im Harz eine Fabrik von technologischen und landwirtschaftlichen Maschinen
anzulegen.
Neben Mayers Einfluß auf Apel machte sich aber auch der des Hofrats
Stromeyer sehr wesentlich geltend, unter dessen Leitung das chemische Institut leb-
haft aufzublühen begann. Nicht allein, daß Apel schon 1820 eine grofie Zahl
chemischer Gerätschaften und sonstiger Hilfsmittel führte, sondern er wurde auch mit
Rücksicht auf die sich immer mehr einbürgernde chemis*che Analyse veranlaßt, sich dem
Bau von Präzisionswagen zu widmen, ein Gebiet, das außer ihm nur noch Rumpf
betrat. Apels Wagen waren durchweg langarmige Instrumente. In seinem Ver-
zeichnis vom Jahre 1821 finden wir neben der großen Ramsd ansehen Wage, deren
vierfüßiger Balken aus zwei Hohlkegeln bestand, schon Instrumente mit durchbrochenen
Messingbalken, die bei 500 g Belastung 7 mg, sowie solche, welche bei 100 g Be-
lastung noch 0,5 mg anzeigten. * Die Modelle zu diesen feineren Wagen waren eben-
falls englischer Herkunft.
Auch scheint Apel der erste gewesen zu sein, der (wohl auf Hausmanns
Veranlassung, den wir als Vater der Göttinger Mineralogenschule zu betrachten haben,)
eine für damalige Zeit äußerst mannigfaltige Reihe von mineralogischen Hilfsapparaten
und Utensilien herstellte und in den Handel brachte. Schon 1821 führt Apel Lötrohre,
Zangen und Tiegel von Platin, Reflexions- und Anlegegoniometer in den verschiedensten
Modellen und Teilungen, ferner Hämmer von englischem Stahl, Kompasse, reichhaltige
mineralogische Bestecke, Aräometer, kleine hydrostatische Wagen zu Bestimmungen des
spezifischen Gewichtes. Wie geschätzt Apel in diesen seinen Bestrebungen war, auch
weit außerhalb der Mauern Göttingens, lehrt die Tatsache, daß im Jahre 1825 die mine-
ralogische Societät in Jena, deren Präsident kein geringerer war als der große Goethe,
den „berühmten Universitätsmechanikus und Mineralogen Herrn Friedrich ApeP zu
ihrem Auswärtigen ordentlichen Mitglied ernannte^).
Im Jahre 1830 kam Apel darum ein, ihn von seinem Posten als Unteraufseher
und Vorlesungsgehilfen beim physikalischen Institut zu entlassen und dafür seinen Ge-
hilfen, den Mechaniker Seelhorst, anzustellen; man möge ihm aber sein Gehalt lassen,
„Seelhorst müßte mit einer kleinen Vergütung und dem Honorar der Zuhörer zufrieden
sein". Diesem etwas naiven Antrage begegnete Mayer durch die Replik, daß diese
„Zuhörergratifikation von ihm selbst abgetreten und nichts dauerndes sei^. Die Re-
gierung schlägt daher die Entlassung Apels ab, und dieser erklärt sich denn auch
bereit, seine Doppelstellung zu behalten, falls er gehaltlich aufgebessert würde. In der
Tat wurden ihm im Dezember 1830 zu seinem Gehalte 25 Taler zugelegt.
Inzwischen aber war Mayer gestorben^), und als Michaelis 1831 sein Nach-
folger, der später so berühmte Wilhelm Weber, sein Amt antrat, bat Apel von
neuem um Entlassung, die aber Weber für das Wintersemester 1831/32 noch nicht
annahm. Erst im Mai 1832 leistete Apel auf beide Stellungen (Gehilfe und Unter-
aufseher) Verzicht, da Weber es ablehnte, den Seelhorst ihm zur Hilfe zu
engagieren^).
Übrigens blieb Apel in freundlichen Beziehungen zu Weber, und obschon
dieser sich dann in der Folge vorzugsweise der Hilfe Meyersteins bediente, so baute
doch auch Apel Apparate nach Web ersehen Angaben, wie z. B. sein Monochord und
seinen elektromagnetischen Rotationsapparat.
Der Katalog Apels vom Jahre 1844 wies bereits 800 Nunmiem auf, so sehr
hatte sein Geschick, sich allen neuen Strömungen anzupassen, das Arbeitsgebiet er-
weitert. Die Zahl der Gehilfen betrug damals etwa 18, wozu noch 10 Lehrlinge
kamen. Außerdem beschäftigte Apel noch einige kleinere Meister in der Stadt; so z. B.
den Mechaniker Seelhorst, den aus Apels Werkstatt hervorgegangenen Velguth, der
in der Roten Straße seine Werkstätte hatte, aber später Gastwirt wurde. Auch die
Mechaniker Hildebrand und Ravenstein arbeiteten für ihn, meist Zirkel und sonstiges
mathematisches Gerät. 1839 wurde Apel mit der Ehrenmitgliedschaft ^) der in Emden
sehr florierenden und noch bestehenden Naturforschenden Gesellschaft beschenkt;
^) Dio betreffende Urkunde befindet sich im Altertumsmuseum in Göttingen. — ^) Am
dO. November 1880. — s) Weber behalf sich seitdem (ohne eigentlichen Mechaniker) mit einem
„Wärter", der aber auch ein bei Apel ausgebildeter Gehilfe war; er hieß M. Lentzner. —
^) Das Diplom befindet sich ebenfalls im städtischen Altertumsmuseum.
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134 0. Behrendsen, Zur Geichicht« der Mechaniker Göttingent. Meohaniker^Zte
in Göttingen bekleidete er als hochangesehener Mann schon seit Mitte der dreißiger
Jahre die Stelle eines städtischen Senators.
In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre wurde Apel leidend, es stellte sich
ein langsames Siechtum ein, das ihm nicht mehr gestattete, sich ausreichend dem Ge-
schäfte zu widmen. Nicht wunderbar war es daher, daß dieses sichtlich zurückging,
umsomehr, als Meyerstein seit längeren Jahren ihm schwere Konkurrenz machte. So
lagen die Dinge, als 1851 Friedrich Apel die Augen schloß. Keiner seiner Söhne
war dem Berufe des Vaters ^nachgefolgt, und so war es ein kühner Schritt, als
Wilhelm Apel, der zweite Sohn, der seit einigen Semestern in Hannover auf der tech-
nischen Hochschule studierte und Architekt werden wollte, seinen Beruf aufgab, um das
Geschäft des Vaters zu übernehmen.
Über die Tätigkeit Wilhelm Apels kann an dieser Stelle nicht berichtet
werden, da sich der in der Denkschrift {8.20,21^23,24) gegebenen Schilderung ohne-
dies nichts Neues zufügen läßt.
Von den „kleineren Meistern" jener Tage, deren oben Erwähnung getan wurde,
braucht nur einer mit kurzen Worten besprochen zu werden, nämlich Julius Wilhelm
Seelhorst. Derselbe war Sohn eines 1806 in Großenhilligsfelde bei Hameln gestor-
benen Pfarrers. Er selbst wurde im Jahre 1802 geboren. Im Jahre 1816 trat er bei Apel
als Lehrling ein, wurde mit der Zeit erster Gehilfe und Werkführer und vertrat auch
Apel längere Zeit als Gehilfe bei den Vorlesungen. Im Jahre 1833 faßte Seelhorst
den Plan, sich selbständig zu machen, und kam darum ein^), als Universitätsmechanikus
angenommen zu werden, wobei er Zeugnisse von Weber, Gauß, Stromeyer,
Ulrich^) und Köhler^) über sein Können beibrachte. Das Gutachten des Prorektors
hob mit Recht hervor, daß zur Zeit in Göttingen schon 4 Universitätsmechanici
(Rumpf, Apel, Trojan, F. Klindworth) und außerdem noch mehrere ganz verarmte
Meister vorhanden seien, daß es also nicht ratsam sei, noch einen neuen Mechanikus bei
der Universität anzustellen. So wurde ihm denn versprochen, man werde ihn annehmen,
sobald einer der Genannten abginge. Dies trat sehr bald ein, denn 14 Tage darauf starb
Rumpf plötzlich, und als sich nun am 15. April Seelhorst abermals meldete, erhielt
er in der Tat den sehnlichst begehrten Titel. Doch scheint derselbe ihm nicht zur er-
hofften selbständigen Existenz verholfen zu haben. 1839, nach Webers Entlassung,
wurde Seelhorst zwar einige Zeit als „Aufwärter" im physikalischen Institut an-
gestellt^), mußte aber schon 1842 die Stellung an den Drechslermeister Michelmann
abgeben. Seelhorst blieb geschäftlich in Abhängigkeit von Apel und arbeitete für
ihn jahrelang, wenn auch in seiner eigenen kleinen Werkstatt.
Wir müssen uns nunmehr noch mit einem jüngeren Zeitgenossen Apels, dem
von Gauß besonders protegierten Mechaniker Rumpf, beschäftigen, dessen schon mehr-
fach Erwähnung getan wurde.
Es war im Jahre 1817, ein Jahr nach. Eröffnung der neuen Sternwarte, als
von Hannover aus sich der dortige Münzmeister Rumpf in einem Gesuch^) an die
Regierung wandte mit der Bitte, als „Aufseher der kostbaren Instrumente der Stern-
warte" mit 400 Taler Gehalt und einer Unterstützung von 1500 Talern zur Einrichtung
der Werkstatt „begnadigt" zu werden.
Gauß unterstützte dieses Gesuch auf das nachdrücklichste; auch die Pro-
fessoren Thibaut und Stromeyer gaben ihr Gutachten ab mit der Motivierung, es
seien „die hiesigen Mechaniker nicht dazu geeignet, ferne Instrumente, bei denen es
auf Genauigkeit ankommt und wie sie der jetzige Zustand der Wissenschaft fordere,
auszuführen". Rumpf scheint übrigens Gauß bereits bekannt gewesen und ihm
durch Reichenbach empfohlen worden zu sein. In seinem Berichte^) an die Re-
gierung nennt er den Rumpf einen „selbst denkenden und geschickten Künstler",
der wohl imstande sei, den an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen. Er motiviert
seine Anstellung mit der Tatsache, daß andere Astronomen (wie Piazzi in Palermo
und V. Lindemann in Gotha) auch ihre eigenen Mechaniker hätten.
Übrigens zog sich die Sache sehr lange hin, da Rumpf noch Verpflichtungen
in Hannover hatte, und erst am 25. Mai 1819 wurde er mit nur 200 Taler angestellt;
von einer Bewilligung der erbetenen 1500 Taler zur Einrichtung der Werkstatt ver-
^) Am 15. Februar 1833. — *) Professor der angewandten Mathematik seit 1831. —
«) Seit 1821 Privatdozent der Mathematik, später Professor. — *) Der oben erwähnte Lentzner
war damals gestorben. — ^) Vom 8. November 1817 (Kur.), •— ^) Vom 22. Oktober 1817 {Kur.),
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^^ 1^ 0. Behrondsen, Zur Gaschichte der Mechaniker Götüngens. ^35
1. Jiiii 1»07.
lautet nichts, obschon Rumpf ein Jahr vorher^) nochmals darum gebeten hatte, mit
der speziellen Motivierung, „er hätte ja den Auftrag, für die Münzstätten in Hannover
und Clausthal größere, kostbare Münzmaschinen herzustellen, und müsse dazu seine
Werkstatt passend gestalten *".
Philipp Rumpf ist in Niederaden im Bergischen im Jahre 1791 -) geboren,
doch scheint seine Familie später nach Bremen übergesiedelt zu sein. Dort wird er
auch seine Schulbildung empfangen, vermutlich an einer höheren Schule, und auch als
Mechaniker seine Lehrzeit absolviert haben. Mit 20 Jahren bezog er die Universität
Heidelberg bis Ostern 1814. Dort hörte er Mathematik (Geometrie, Algebra, Trigono-
metrie, höhere Geometrie, DifTerenzial- und Integralrechnung), Geodäsie, Physik, Chemie
und dergl.^). Von Ostern 1814 bis Michaelis 1815 empfing er dann eine weitere Aus-
bildung in dem mechanischen Institute von Reichenbach in München, wo er „als
Zögling für die praktische Mechanik sich durch Fleiß und Geschicklichkeit aus-
zeichnete^)". Bald darauf fand er in Hannover bei der Münze Beschäftigung und
wurde daselbst als Münzmeister angestellt. Offenbar muß ihn diese Tätigkeit nicht sehr
befriedigt haben, da er, wie oben erzählt wurde, darnach strebte, in Göttingen Mecha-
niker an der Sternwarte zu werden. Übrigens hatte Rumpf, wie seine Instruktion vom
18. Juli 1819 beweist, auch Pflichten für die Modellkammer und das chemische Labo-
ratorium zu übernehmen^).
Rumpf richtete seine Werkstatt in dem Eckhause am Weender Tore nächst
dem Auditorium (Weender Str. 82) ein, einen Laden hielt er nicht. Als Kuriosum wird
erzählt, daß er auch das Balkongitter ^) an diesem Hause angefertigt habe. Er war
überhaupt ein universeller Künstier, der alles, was ih^i übertragen wurde, mit gleichem
Interesse bewältigte. An den Apparaten, welche Gauß in den zwanziger Jahren meist
nach seinen Ideen bauen ließ, scheint Rumpf stets den Hauptanteil gehabt zu haben.
So sind die zwei großen, berühmten Heliotrope, welche Gauß bei seinen Vermessungen
gebrauchte, nachweislich aus den Händen Rumpfs hervorgegangen, wie überhaupt sein
hauptsächliches Gebiet der Bau von geodätischen Instrumenten war. Seine Feldmeß-
buBsolen, seine Theodolite erfreuten sich eines besonderen Rufes.
Die Verbindung mit dem chemischen Institut veranlaßte Rumpf zum Bau von
Präzisions wagen; die von ihm gelieferten Instrumente genossen Strom ey er s besonderen
Beifall, da sie sehr empfindlich waren und bei 1000 g Maximalbelastung noch 0,5 mg
deutlich anzeigten. Ihre Wagebalken waren durchbrochen und besaßen die Form eines
schmalen Rhombus. Noch ist eine dieser Wagen erhalten, und zwar in einem
Exemplare, dessen sich Gauß persönlich zu bedienen pflegte^).
Bei der Bevorzugung dieses Künstlers durch Gauß ist es wohl zweifellos, daß
dieser es auch gewesen, der die berühmten Apparate zu den ersten telegraphischen
Versuchen von Gauß und Weber gefertigt hat, was dann allerdings unmittelbar vor
seinem Tode geschehen sein muß.
Im Jahre 1827 wünschte Rumpf seinen Titel „ Uni versitäts - Instrumenten-
inspektor" verändert zu sehen, der leicht eine Verwechslung mit einem Verfertiger
chirurgischer oder musikalischer Instrumente mit sich bringe. Die Regierung willfahrte
ihm und er erhielt den Titel: Maschineninspektor.
Der Tätigkeit dieses überaus geschickten und tüchtigen Künstlers wurde ein
frühzeitiges Ziel gesteckt. In den letzten Märztagen des Jahres 1833 erkrankte der
erst 42-jährige Mann plötzlich am Scharlachfieber, und er starb am 2. April. Nur die
Witwe®) und eine Tochter^) überlebten denselben. Erstere, die nicht daran denken
konnte, das Geschäft des Verblichenen weiter zu führen, suchte dasselbe zu veräußern.
1) Am 28. August 1818 (Kwr.). — ^) Möglicherweise schon Ende 1790. — •) Bei den
Professoren Langsdorf, Schweins, Pries, Gmelin u. s. w. {Kw). — *) Zeugnis von Reichen-
bach in Kw, vom 30. Oktober 1815. — ^) Diese Instruktion lautete folgendermaßen: A. Bei der
Sternwarte: Abnehmen, Zerlegen und Reinigen der Uhren sowie der übrigen Instrumente, auch
das Einpacken derselben zu besorgen und die Instrumente stets in gutem Zustande zu erhalten.
B. der Modellkammer: Reparatur der Modelle, welche der Direktor wünscht. C. Chemisches
Laboratorium: Reinigen der eines Mechanikers benötigenden Instrumente, kleine Reparaturen.
Für Anfertigung neuer Instrumente bekommt er Bezahlung nach Übereinkunft. (Kw.) — ^) Noch
erhalten. — ') D. 3. 16. — ^) Louise Caroline Gustavine geb. Nicolai — ^) Caroline
Marianne, die schon 1840 zehnjährig starb.
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136 0. Behrendsen, Zur GMchichta der Mechaniker Göttingena. MechaaÄw--Ztg
Dies war der Anlaß, daß der frühere Schüler Rumpfs, der nachmals so bekannte
Meyerstein, nach Göttingen kam, um sein Geschäftsnachfolger zu werden.
Moritz Meyeratein wurde am 16. Juni 1808 in Einbeck als Sohn des Kauf-
manns Jacob Elias Meyersteln geboren. Letzterer war ein vermögender Mann, der
neben einem bedeutenden Schnittwarenhandel in der Stadt eine chemische Fabrik mit
Wohnhaus vor dem Altendorfer Tor in Einbeck besaß. Die Schule besuchte Meyer-
stein nur bis ins dreizehnte Jahr, und zwar teils die Stadtschule in Einbeck, teils das
Gymnasium in Holzminden. Dann trat er schon Ostern 1821 in die Werkstatt von
Rumpf als Lehrling ein. Hier blieb er bis Ostern 1825 und arbeitete dann während
zweier Jahre in Cassel (wohl bei Breithaupt), Hannover und Frankfurt. Im Jahre
1827 wurde Meyerstein in das mathematisch-mechanische Institut von ErteP) in
München aufgenommen, wo er gewissermaßen die höhere Weihe als Feinmechaniker
empfing. Nachdem er zwei Jahre in dieser berühmten Werkstatt gearbeitet hatte,
machte er noch eine zweijährige Studienzeit an der Münchener Universität durch und
erlangte dadurch eine gründliche Ausbildung in der Mathematik und Physik.
Im Jahre 1831 zog er dann wieder in seine Heimat, um hier seine Studien
für sich weiter fortzusetzen und das Gelernte theoretisch und praktisch nachzuarbeiten.
Doch schon im folgenden Jahre erhielt er durch Vermittlung eines Freundes in dem
mathematisch-mechanischen Institut der Akademie der Wissenschaften in Stockholm eine
sehr vorteilhafte Stellung.
Da starb Rumpf plötzlich, und sobald Meyerstein davon hörte, ließ er durch
seinen Vater und einen Advokaten ein Gesuch einreichen, sich in Göttingen nieder-
lassen und die Rumpf sehe Offizin von der Witwe seines ehemaligen Lehrers über-
nehmen zu dürfen. „Es seien zwar, heißt es in der Eingabe^), in Göttingen schon
mehrere Mechaniker, aber sein Selbstbewußtsein beruhige ihn hierüber, sowie das An-
erbieten der Eltern, die ihm (dem jüngsten Sohn) zur Etablierung einen Fond von
5000 Talern zur Verfügung stellen würden. Er halte Göttingen allein für den Ort,
wo ein Mechaniker, der sein Fach nicht handwerksmäßig betreibe, der Wissenschaft
von Nutzen sein könne."
Da man inzwischen nach Rumpfs Tode den Mechaniker Seelhorst als
„Universitätsmechanikus" zugelassen hatte ^), so zog sich die Erlaubnis der Nieder-
lassung lange Zeit hin; Meyerstein reichte am 11. September 1833 ein erneutes
Gesuch mit Zeugnissen von Cromsraad, Littmann und Berzelius in Stockholm ein.
Auch der Magistrat der Stadt Göttingen erhob Bedenken^). „Es seien schon zu viel
Mechaniker in Göttingen, die zum Teil in der größten Armut lebten. Die Etablierung
Meyersteins brächte eine zu starke Konkurrenz für Apel und dessen Ruin mit sich."
Schließlich wurde zwar das Gesuch Meyersteins doch genehmigt^), ihm aber
auferlegt, die vom Vater bewilligte Summe von 4000 Talern gerichtlich nachzuweisen.
Hierzu erklärte sich am 6. Juli 1834 der Vater Meyersteins bereit, und im Herbste
1834 übernahm Moritz Meyerstein wirklich die Werkstatt Rumpfs. Eine offizielle
Stellung an einem der Universitätsinstitute bekleidete Meyerstein zunächst nicht.
Gauß und Weber zeigten sich zunächst ihm gegenüber etwas zurückhaltend und
schenkten^) ihm erst ihr volles Vertrauen, nachdem einige seiner Arbeiten, die er
probeweise für die beiden Gelehrten ausgeführt hatte, durch Ertel günstig beurteilt
wurden. Als dann Meyerstein im Laufe der Jahre den beiden Koryphäen immer
näher trat und von ihnen in aller Welt empfohlen wurde, da eroberte er sich völlig
das Terrain und wurde in den vierziger Jahren bereits zu den berühmtesten mecha-
nischen Künstlern Deutschlands gezählt. Namentlich waren es feinere Meßinstrumente,
die aus Meyersteins Händen hervorgingen; fast alles, was Weber an neuen Hilfs-
mitteln, namentlich auf elektrodynamischem Gebiete, ersann, was Gauß an magnetischen
Instrumenten erdachte, wurde zunächst Meyersteins geschickter Hand überlassen. An
ihn mußte die gelehrte Welt sich wenden, wenn sie an den Ideen der beiden Geistes-
genossen partizipieren wollte.
Am 23. August 1837 verheiratete sich Meyerstein mit Betty Warburg aus
Hamburg und trat ein Jahr darauf^) zum Christentum über. Sein Geschäft hob sich
^) Anhang Nr, 57, — ') Kur, — ^) Ei gab damals gleichzeitig drei Universitätsmechaniker
in Göttingen. Übrigens hatte der Titel damals keine wirkliche Tragweite mehr. — *) Akte im
Stadtarchiv. — ^) Der städt. Senator Berg verwandte sich sehr energisch für Meyerstein.
— «) Aus D. 8. 19. — '') Am 10. September 1838.
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Juli i»u7. O. Behrendten, Zur Geschichte der Mechaniker Göttingent. 1 37
1. Juli iwi
mit jedem Jahre mehr und mehr, und seine großen Erfolge^) lassen sich auch zum Teil
wohl durch seine große Geschäftsroutine erklären, durch sein Geschick, aus seinen
Verbindungen mit allerlei wissenschaftlichen Größen Münze zu schlagen. Doch kam
ihm auch seine in der Tat bedeutende Leistungsfähigkeit zu statten und der Umstand, daß
er bis zu einem gewissen Grade wenigstens entschieden ideenreich und imstande war,
auch selbst wohl neues zu ersinnen und zu schaffen. Noch ist sein Heliostat
überall bekannt und geschätzt, den er in Poggendorfs Annalen selbst beschrieb,
nicht minder sein Spektrometer, dem Wilhelm Weber in der nämlichen Zeitschrift
eine Besprechung zuteil werden ließ. Zu seinen ihm eigentümlichen Instrumenten
gehören sonst noch Fühlhebel, Sphärometer, Teilmaschinen ^) und anderes. Nicht zu
vergessen ist bei allen seinen Leistungen, daß ihm, wie wenigen, stets der Rat hoch-
bedeutender Gelehrter zu Gebote stand. Meyersteins Hauptgebiet waren astronomische
und geodätische Instrumente, wie Meridiankreise, Äquatorial- und Passageinstrumente,
Theodolite der verschiedensten Art, Nivellierinstrumente und andere. Unter seinen
sonstigen Präzisionsinstrumenten sind namentlich Komparatoren und Kathetometer er-
wähnenswert. Auch die O au ß sehen Magnetometer, die Weber sehen Galvanometer
und Erdinduktoren und vieles andere gehören dahin. Vom Jahre 1860 an übernahm
er auch die Ausführung von Apparaten nach Angaben auswärtiger Physiker, so z. B.
des Kirchhoff-Bunsenschen Spektralapparates, des ^ Helmholtzschen Ophthal-
mometers. Seine Ernennung zum „Maschineninspektor" an der Modellkammer, die 1841
erfolgte, war keine bloße Ehrung, sie brachte ihm auch ein nicht ganz unbedeutendes
Gehalt ein. Seinen höchsten Triumph aber feierte Meyerstein, als ihm im Mai 1863
auf Betreiben des Professors Stern ^) von der philosophischen Fakultät der Ehrendoktor
zuerkannt wurde.
Einen Laden hielt Meyerstein nicht, sondern arbeitete fast nur auf Bestellung.
In seiner keineswegs großartig eingerichteten Werkstatt beschäftigte er durchschnittlich
5 oder 6 Gehilfen und 6 bis 8 Lehrlinge. Seinen Untergebenen gegenüber war er
streng, im Lobe imd im Lohne nicht verschwenderisch. Von Natur ehrgeizig, suchte
er seine Pläne stets mit Einsetzung seiner vollen Energie zu verwirklichen, wobei er
auf andere wenig Rücksicht nahm. Doch soll zu seinem Lobe hervorgehoben werden,
daß er mit seinen Fachkollegen, speziell mit dem Jüngern Apel (Wilhelm), sich freund-
lich zu stellen suchte.
Als nach dem französischen Kriege bekanntlich em allgemeiner Umschwung
der wirtschaftlichen und namentlich der industriellen Verhältnisse sich vollzog und sich
auch die Zahl der mechanischen Werkstätten an andern Orten zu mehren begann,
fingen seine bis dahin bedeutenden Einnahmen an zurückzugehen, und da er nach
mehr als 30-jähriger Tätigkeit sich überhaupt nach Ruhe sehnte, so suchte er sein
Geschäft, ehe es dem Verfalle noch mehr entgegenging, zu veräußern. Dies gelang
erst im Jahre 1874, als A. Becker^) dasselbe käuflich erwarb.
Meyerstein baute sich kurz darauf das Haus Bürgerstr. 48 als Alterssitz.
Aber auch jetzt ließ es ihn nicht ruhen. Trotzdem er an seinen Nachfolger eigent-
lich die weiter eingehenden Bestellungen zu überlassen verpflichtet gewesen wäre,
richtete er wiederum eine neue Werkstätte ein, in der er bis zu seinem am 30. April
1882 erfolgten Tode, wenn auch nur noch in sehr verlangsamten Tempo, weiter
arbeitete.
Es liegt keine Veranlassung vor, eine Neubearbeitung der Geschichte der
mechanischen Betriebe seit 1850 vorzunehmen. Sind doch für diesen Zeitraum auch
keinerlei neue Quellen erschlossen worden.
Und wenn in den letzten 6 Jahren (seit 1900) die Qöttinger mechanischen
Werkstätten mancherlei Wandel erfahren haben, so mag erst ein längerer Zeitraum
vergehen, bis diese Vorgänge im Sinne historischer Forschung darstellungsreif ge-
worden sind.
{Anhang folgt)
1) Aus D 8. 19. — 2} Vergl. P. IV. S. 505. — ^) Professor der Mathematik. — *) s. D.
S. 35.
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138
Vereins- und Personennachrichten.
Deatsch«
Mechaniker-Ztg.
Vereins- und Personen-
nachrichten.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. O.:
Dreyer, Rosenkranz & Droop; Fa-
brik von Armaturen für Dampfkessel, Ma-
schinen und gewerbliche Anlagen, von
Wassermessem und Wasserleitungsgegen-
ständen; Hannover.
MitgliederverzeichniB.
In der Zeit vom 1. April bis zum
30. Juni 1907 sind folgende Veränderungen
bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
Jos. Berliner; Qeneraklirektor der
Deutschen Grammophon -A.-G.; Hannover,
Brühlstr. 7. Hptv.
Christ. Bruns; Mechanische Werk-
statt; München, Schmollerstr. 17. Mchn.
Heinrich Diel; Werkstatt für wissen-
schaftliche und technische Instrumente;
Leipzig, Albertstr. 27. Lpz.
Willy Landsmann; Lagerverwalter
der A. E. G.; Hamburg 21, Humboldtstr. 8.
H.-A.
Ernst Quarck; Mechanische Werk-
statt. Spez.: Muster- Stechmaschinen, Gas-
indikatoren, Vollenda-Elemente, sonstige
elektr. Apparate und Erfindungsmodelle;
München, MüUerstr. 44. Mchn.
Christian Syre; Fabrik von Glasinstru-
menten; Schleusingen (Thür.). Um.
B. Ausgeschieden :
A. Rob. Kahl & Co.; Frauenwald.
Oskar Kästner; Halle (Saale), Kutsch-
gasse 4.
H. Kollenberg; Hildesheim.
Oustdv Lehmann; Weißenfels.
M. Lückgen; Berlin.
Karl Schmidt; Halle (Saale).
Wilson-Maeulen Cy,; New-York.
C. Änderungen in de7i Adressen:
Carl Andre (an Stelle von Eduard
Andre); Cassel.
A. Jackenkroll; Berlin SO 33, Gör-
litzer Ufer 34.
Fr am Kühl mann; Wilhelmshaven.
Albert Simon; Wohnung: Berlin S 59,
Kottbuser Damm 6 (Werkstatt unverändert).
Friedrich Testorf; Krailling bei
München.
F. Tießen; Technischer Beamter bei
der Fa. Gebr. Bing, A.-G.; Nürnberg,
Stephanstr. 4.
Todesanzeige.
Am 29. Juni starb nach kurzer Krankheit
infolge eines Lungenschlages unser
Stellvertretender Vorsitzender
Hr. Prof. Dr. 8. Czapski
im Alter von nur 46 Jahren.
Einen wie schweren Verlust unsere
Kunst und die physikalische Wissenschaft
durch den Hingang dieses im besten
Manneialter und im eifrigsten Schaffen
stehenden Schülers und Nachfolgers .von
Abbe erleiden, darauf sei vorerst nur in
Kürze mit innigem Danke hingewiesen;
eine ausführliche Darlegung über die Be-
deutung dieses Mannes möge folgen, wenn
wir unserem uns unvergeßlichen Freunde
und Förderer die letzte Ehre erwiesen
haben werden.
Der Vorstand.
Ernannt: Dr. A. L. Rotch zum Prof. der
Meteorologie an der Harvard -Universität in
Cambridge, Mass. ; Dr. E. Kohlschütter, Astro-
nom im Reichsmarineamt, zum Prof.; Dr. U.
Schott, AbteilungBvorsteher bei der Deutscheu
Seewarte, zum Prof.; H. Harms, Wissenschaft).
Beamter an der Akademie der Wissenschaf ton,
zum Prof.; S. S. Hongb, F. R. 8., bisher erster
Assistent an der Kgl. Sternwarte in Capstadt,
zum Direktor dieser Sternwarte; Dr. R. H«
Weber, Privatdozent für Physik an der Uni-
versität Heidelberg, zum ao. Prof ; Dr. Marchis
zum Prof. für allgemeine Physik an der Uni-
versität Bordeaux; an der Universität Paris:
zu Dozenten P. Lebeau für anorganische
Chemie, G. l'rbain für analytische Chemie,
L« Ouvrard zum Direktor des Laboratoriums;
Dr. L« Monaco, Dozent für physiologische
Chemie an der Universität Rom, zum ao. Prof.;
Prof. G« Bmni, bisher an der Technischen
Hochschule in Mailand, zum Prof. der allge-
meinen Chemie und Direktor des Chemischen
Instituts der Universität Parma; Prof. Dr. R.
Nasini in Padua zum Prof. an der Universität
Pisa und zum Direktor des dortigen Chemischen
Instituts; Dr. A. Grand, Privatdozent in Wien,
zum ao. Prof. und Abteilungsvorsteher am In-
stitut für Meereskunde in Berlin ; G« 0. Smith
zum Direktor des ü. S. Gedcgieal Survey in
Washington; C. G« Abbot zum Direktor am
Astrophysikalischen Observatorium der Smith-
sonian Institution in Washington; Dr. H. Ley,
Privatdozent der Chemie an der Universität
Leipzig, zum ao. Prof.; Dr. A. Böhmer, Privat-
dozent der Chemie an der Universität Münster,
zum ao. Prof.; Dr. W. Meigen, Privatdozent
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Heft n.
1. Juli 1907.
Für Werkstatt und Laboratorium.
139
der anorganischen Chemie an der Universität
Freiburg i. B., zum ao. Prof.; Dr. Grimbert
zum Prof. der biologischen Chemie an der
E€(^ SupMeure de Fharmaeie der Universität
Paris; Dr. W« Bjerknes, Prof. der Experi-
mentalphysik, zum Prof. der Mechanik und
mathematischen Physik an der Universität
Christiania; Dr. Th« E. Mac Kinney zum Prof.
der Mathematik und Astronomie an der Wesley-
Universität New Jerseys in Middletown.
Fflr Werkstatt
und Laboratorium.
Schnelldrehstahlhalter.
D. R. P. Nr. 156 544
ZenirdUbl d. Hüttefi- u. Walzwerke 10. S ILO 1906.
Der Drehstahlhalter ist für Dreh- und Hobel-
arbeiten bestimmt. Der Halter besteht aus
zähhartem geschmiedeten Stahl; er trägt eine
Ausfräsung zur Aufnahme eines Messers aus
bestem Schnelldrehstahl ; bei einer anderen Aus-
führung befindet es sich in einer Bohruug
dea Halters. Neu ist die Befestigungsart
des Messers; es ist seit-
lich mit Zähnen versehen,
in welche die Zähne des
zur Püstklemmung die-
nenden konischen Keiles
eingreifen. Mithin ist
ein ZurQckgleiten des
Messers bei zu starker
Beanspruchung, wie dies
etwa bei einer Befesti-
gung durch Schrauben
oder durch einen glatten Keil leicht eintreten
kann, vermieden. Wie bei ähnlichen Kon-
struktionen, ist auch hier durch vollstäiidigos
Einbetten des Messers in den Halter für eine
gute Wärmeableitung gesorgt. Die Messer
können leicht zum Schleifen herausgenommen
sowie durch neue ersetzt werden, so daß eine
wesentliche Ersparnis an Zeit und Material ein-
tritt. Klßm.
Einrichtang zur Ausführung elektro-
analytlscher Schnellmethoden.
Von A. C lassen.
Zeitschr. f. EUktrochem. 13. S. 161 1907.
F(lr elektroanaly tische Schnellmethoden sind
höhere Spannung und größere Stromstärke als
für gewöhnliche Elektroanaly sen erforderlich,
und Qberdies bedingen dieselben eine lebhafte
Bewegung der Elektroden. Ein Stativ hierfür
stellt die Figur dar. Dasselbe trägt auf seiner
Spitze einen Motor, der die Rotation der Elek-
troden bewirken soll.
Für das Studium derartiger Schnellmethoden
hat Verf. in seinem Laboratorium einen Ar-
beitstisch mit 6 Arbeitsplätzen für Prakti-
kanten aufstellen lassen. Dieser hat eine
Höhe von 1 m, um die Beobachtung der Vor-
gänge bei der Analyse zu erleichtern. Die
Tischplatte ist mit dicken mattierten Glas-
platten belegt. An der Vorderseite des Tisches
ist eine Marmorschalttafel angebracht, auf
welcher sich alle zur Bedienung der Apparate
zu benutzenden Handhaben befinden. Diese
Schalttafel trägt auf ihrer Hinterseite sämt-
liche Konstruktionsteile, wie Nebenschlüsse,
Vorschal twiderstände u. s. w. und letztere sind
mit den Hauptleitungen durch genügend lange
Leitschnüre verbunden, so daß bei erforder-
licher Reparatur die Marmortafel samt allen
daran befestigten Teilen abgenommen werden
kann.
Für die Ausführung der Analysen ist auf
jedem Arbeitsplatz unter dem Tisch eine Batterie
von 4 Akkumulatorzollen angebracht. Es ist aber
auch die Möglichkeit vorgesehen, auf jedem der
Arbeitsplätze vermöge einer einfachen Schalt-
vorrichtuug eine der benachbarten Batteiien
außer der eigenen benutzen zu können, so daß
eventuell 16 Vdt anstatt 8 Volt zur Verfügung
stehen. Zur Messung von Stärke und Span-
nung des Analysenstromes dient für alle Ar-
beitsplätze ein Amperemeter und ein Voltmeter,
die auf je einer auf dem Tischaufsatz angc-
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140
Für Werkstatt und Laboratorium. - Glast«choisches.
Donische
Mecüaniker-Ztg.
brachten Säule befestigt sind. Jeder der Prak-
tikauten kann von seinem Arbeitsplatze die
Schaltung seines Apparates auf die Meßinstru-
mente ausführen, doch muß er nach beendeter
Messung den Schalterstift wieder in seine Ruhe-
lage zurückbringen, da sonst von keinem der
übrigen fünf Arbeitsplätze aus eine Messung
gemacht werden kann.
Der auf dem Blektrolysenstativ befestigte
Motor wird nicht durch den Batteriestrom be-
trieben, sondern durch den Strom des Blektri-
zitätswerkes direkt. Mittels einer auf der
Marmorplatte befindlichen Handhabe kann die
Tourenzahl des Motors von 250 bis 1600 in der
Minute gesteigert werden.
Die ganze Einrichtung sowie das von
Dr. Ing. A. Fischer konstruierte, oben abge-
bildete Stativ, ist von der Firma Gebrüder
Raacke zu Aachen ausgeführt worden.
Mk.
Neues Filtrierpapier.
Chem.'Ztg. 31. 8. 466. 1907.
Die Firma F. E. Epperlein in Elterlein
bringt ein neues, aus Baumwollzellulose her-
gestelltes Filtrierpapier von außerordentlicher
Scheidungsfähigkeit und Festigkeit auf den
Markt Nach der Methode von Herzberg ist
das Papier auf Undurchlässigkeit gegen frisch
gefälltes Baryumsulfat geprüft, wobei es die
höchste Stufe ergab, da dieses sogar nach
kalter Fällung vollständig abgeschieden wurde.
Auch die Festigkeit im durchfeuchteten Zu-
stande ist groß; das Filter riB erst bei einer
Höhe von 82,5 cm der auf ihm lastenden Wasser-
säule und zwar nicht sofort, sondern erst nach
einer Minute. Wb.
Glastecbnisches.
Pipettenglas
fCir mil^rosl^opische
Reagentien.
Von Schürhoff.
Pharmazeut Ztg. 51,
8. 931. 1906.
Bei dem nebenstehend
abgebildeten Pipettenglas
ist der Gummihut durch
eine oben zugeschmolzeue
Glasröhre ersetzt, die mit-
tels eines Gummiringes
auf der Pipette sitzt und
zur Entnahme der* Rea-
gentien auf- und nieder-
geschoben wird.
a
V
Diese Einrichtung hat den Vorteil, daß die
Dämpfe der Reagentien (alkoholische Lösungen,
Jodsäure, konzentrierte Schwefelsäure) nur mit
einer geringen Oberfläche des Gummis in Be-
rührung kommen, so daß dieses sehr lange
aushält. Auch wird eine Verunreinigung der
Reagentien durch die Zerstörungsprodukte des
Gummis vermieden. Wb,
Ein verbesserter Extraktionsapparat.
Von J. van Leeuwen.
Chem-Ztg. 31. 8. 350. 1907.
Zur Extraktion größerer Fettmengen in
kurzer Zeit hat Berntrop einen Apparat kon-
struiert, der sich zusammensetzt aus einer
zylindrischen Kochflasche mit eingeschliffenem
oberen zylindrischen Aufsatz, der mit einem
Kühler verbunden ist. Nach vollzogener Ex-
traktion wird die Papierhülse mit der extra-
hierten Masse entfernt und an ihre Stelle ein
unten geschlossenes Glasrohr eingebracht, wo-
durch die Extraktions-
flüssigkeit jetzt abdestil-
liert werden kann. Um
diese letztere Operation
ganz zu vermeiden, hat
Verf. den Apparat in der
Weise geändert , wie
nebenstehende Abbildung
zeigt. Am zylindrischen
Aufsatz ist ein Seiten-
rohr a angebracht, das
während der Extraktion
mit einem Kork ver-
schlossen wird. Die Hülse
mit der zu extrahieren-
den Masse wird an einem
Faden oder dünnen Kup-
ferdraht aufgehängt und
eine halbe Stunde in der
siedenden Flüssigkeit ge-
lassen. Dann zieht man die Hülse in die Höhe und
extrahiert noch eine Stunde lang. Um nun die
Extraktionsflüssigkeit abdestillieren zu können,
wird der Stopfen bei a entfernt und rasch ein
Kork mit einem Rohr ( eingeschoben, das an
der einen Seite einen halbkugelförmigen An-
satz c von 1,5 cm Durchmesser trägt und an der
andern Seite mit einem weiten Reagenzglas d
verbunden ist. Die Tropfen der Extraktions-
flüssigkeit fallen jetzt in e hinein und gelangen
von dort nach d, ohne daß Dämpfe durch das
Rohr b entweichen können. Nachdem die
Flüssigkeit abdestilliert ist, entfernt man diesen
Einsatz und ninmit dann den ganzen Apparat
auseinander.
Der Apparat kann auch an Stelle des
Soxhletschen Extraktionsapparates zur Bestim-
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Haft 13.
I. Jnli 1907.
CUstecbnisches. — Qewerbllchei.
141
mung des Zackergehalts der Kuben mittels
Alkohole gebraucht werden. Wh.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
80. Nr. 308137. Glasflasche für Chlorftthyl u.
dgl, mit Hebel und daran befestigter aus-
wechselbarer Verschlußscheibe. Meyerhof
& Cie., Cassel. 15. 4. 07.
Nr. 308559. Auswechselbares Qlasmundstück
für chirurgische Spritzen u. dgl. A. M.
Edelstein, London. 29. 4. 07.
42. Nr. 305104. Kolben mit doppelwandigom
Halse. F. Bleckmann, Berlin. 16. 3. 07.
Nr. 305355. Fieberthermometer, bei welchem
das Zurückbringen des Quecksilberfadens
durch Zentrifugalwirkung erfolgt. W. P.
Grafton, Old Chariten, Engl. 19. 7. 06.
Nr. 305368. Apparat zur quantitativen Be-
stimmung des Wassergehalts, mit radial an-
geordneten Trockenräumen. G. Jacob,
Frankfurt a. M. 11. 3. 07.
Nr. 306461. Titrierapparat aus einer Bürette
mit angeschlossenem Füllgefäß. D. R. Gold-
schmidt, Berlin. 3. 4. 07.
Nr. 306661. Dephlegmator für Laboratoriums-
zwecke. F. Hugershoff, Leipzig. 9. 4. 07.
Nr. 308338. Probenehmer (Pipette) mit selbst-
tätiger Einstellung des Volumens mittels
eine aufeinanderfolgende Entleerung ermög-
lichender Ablaß Vorrichtungen. N. Gerbers
Co., Leipzig. 23. 4. 07.
Nr. 308537. U - förmig gebogenes Gährungs-
röhrchen zum qualitativen Nachweis von
Traubenzucker im Harn. B. Dittmar &
Vierth, Hamburg. 5. 4. 07.
Nr. 308560. Schüttebröhre für die FettbesUm-
mung in Milch und Milchprodukten mit
Glasstopfen, der gleichzeitig als Wägeglas
dient. A. Sichler, Leipzig. 30. 4. 07.
64. Nr. 305942. Trichter mit auf und nieder
schiebbaren, ineinander fassenden Röhren.
C. Musmann, Brunsbüttelkoog. 22. 2. 07.
Nr. 308199. Glasgefäß mit doppelter Wandung,
an dessen Boden ein senkrechter Binlauf
und ein wagerechter Auslaufstutzen winklig
zueinander angeordnet sind. M. Bhrhardt,
Berlin. 19. 4. 07.
Gewerbliches.
Überweisung«- und Scheck- Verkehr.
(Schluß^
Der Scheck ist eine Anweisung des Scheck-
ausstellers auf das Guthaben, das er bei seinem
Bankhause hat. Selbstverständlich soll nie-
mand gezwungen werden, einer Person Kredit
zu geben, die er nicht für vertrauenswürdig
hält und der er einen Kredit nicht geben will.
Die Annahme eines Schecks ist aber in der
übergroßen Mehrzahl der Falle nichts weiter
als die kurze Verlängerung eines bereits ge-
währten Kredits um die Frist bis zur Ein-
lösung des Schecks. Wenn ein Schneider
seinem Kunden einen Anzug liefert und ihm
dafür einen Kredit auf Wochen oder Monate
gewahrt, wenn der MObelhändler dem Käufer
die Möbel ins Haus liefert und erst nach
Wochen die Rechnung präsentiert, wenn die
Verwaltung der Gasanstalt dem Hauseigen-
tümer oder seinem Mieter die Gasrechnung
erst Monate nach Lieferung des Gases vorlegt,
wenn die Steuerbehörde die fällig gewordenen
Steuern erst nach Wochen oder Monaten ein-
zieht, so ist es ganz unbedenklich, diesen be-
reits gewährten Kredit um die kurze Zeit bis
zur Einlösung des Schecks auszudehnen. Jedes
Bedenken ist aber ausgeschlossen, wenn die
über die Zahlungsleistung zu gebende Quittung
die Bemerkung enthalt, daß die Zahlung in
einem Scheck geleistet worden ist.
Wenn daher auf der einen Seite allen Ge-
werbetreibenden und Privatpersonen zu em-
pfehlen ist, sich Bankkonti eröffnen zu lassen,
so ist in gleicher Weise an alle diejenigen, die
Zahlungen zu empfangen haben, die Mahnung
zu richten, Überweisungen und Schecks anzu-
nehmen, soweit nicht besondere Gründe dem
en tgegens tehen.
Die deutsche Bevölkerung hat sich im Laufe
der letzten Monate schwer beklagt über die
Höhe des Zinsfußes und die Opfer, die dem
gesamten Verkehr dadurch auferlegt worden
sind. Ein Mittel zur Abhilfe hat die Bevölke-
rung selbst in der Hand, und dieses Mittel be-
steht darin, daß jeder Gew^betreibende und
jeder wohlhabende Privatmann sich ein Bank-
konto eröffnen läßt und es durch das Über-
weisungs- und Schecksystem in der Weise be-
nutzt, daß dadurch bare Zirkulationsmittel er-
spart werden und auf diesem Wege eine Besse-
rung unserer Geld Verhältnisse herbeigeführt
wird. Da auf einem solchen Konto von den
Bankhäusern Zinsen vergütet werden, so werden
diejenigen, welche diese Zahlungsweise sich zu
eigen machen, nicht nur der Allgemeinheit
dienen, sondern auch selbst Nutzen daraus
ziehen.
Damit der Überweisungs- und Scheckverkehr
sich möglichst ausbreite, ist erforderlich, daß
jeder, der eine Zahlung zu leisten hat, erfährt,
ob und bei welchem Bankhause der Zahlungs-
empfänger ein Bankkonto hat.
Zu diesem Zwecke müßten alle, die Rech-
nungen ausstellen oder in Briefen Abrechnungen
erteilen, auf ihre Rechnungen und Briefbogen
drucken lassen: „Bankkonto bei .... *. Dies
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142
Gawnblich«! — t*at«ntachau.
Detitflche
Meehanlkw-Ztc-
geschieht schon jetzt vielfach, aber durchaus
nicht in genügendem Umfange. Die Ältesten
wollen darauf hinwirken, daß im Berliner
Adreßbuch bei dem Namen jeder Person oder
Firma, die ein Bankkonto hat, dies vermerkt
wird durch Hinzufttgung des Wortes „B. K."
(Abkürzung von Bank-Konto). Bis sich das
Überweisungs- und Schecksystem eingebürgert
hat, würde es sehr erwünscht sein, wenn auf
die Rechnungen und Briefbogen gedruckt
würde: „Zahlungen bitte ich nicht in bar an
mich, sondern entweder durch Überweisung
auf mein Bankkonto (Name des Bankhauses)
oder durch Übersendung eines Schecks mit der
Bezeichnung „nur zur Verrechnung'' zu leisten."
Auch müßten alle, die Zahlungen zu leisten
oder zu empfangen haben, gegenseitig auf ein-
ander einwirken, daß derjenige, der noch kein
Bankkonto besitzt, sich ein solches eröffnen
läßt und es für die Brledigung seiner Zahlungen
durch Überweisungen oder Schecks benutzt.
Niemand, wer es auch sei, sollte sich diese
Mühe verdrießen lassen; er trägt dadurch für
seinen Teil zur Erreichung eines gemeinnützigen
Zweckes bei und hilft durch diese kleine Mühe-
waltung Übelstände beseitigen, die in der Höhe
des Zinsfußes in Deutschland nur zu deutlich
hervorgetreten sind.
Die Brledigung der Zahlungen durch Über-
weisung kann am einfachsten so erfolgen, daß
der zur Zahlung Verpflichtete sein Bankhaus
ersucht, dem Bankhause des Zahlungsempfän-
gers für das Konto desselben die erforderliche
Summe zu vergüten.
Noch einfacher gestaltet sich die Brledigung
der Zahlung durch Schecks und namentlich
durch Schecks mit dem Vermerk „nur zur Ver-
rechnung*'. Einen solchen Scheck löst das be-
zogene Bankhaus niemals gegen bar ein. Es
kann daher, wenn der Scheck in unrichtige
Hände gelangt, verloren geht oder gestohlen
wird, der unrechtmäßige Inhaber ihn nicht zur
Bareinlösung bringen. Bin Scheck „nur zur
Verrechnung ** hat vielmehr die Bestimmung,
lediglich auf dem Wege der Verrechnung mit
dem bezogenen Bankhause zur Einlösung zu
gelangen; steht der Empfänger oder Inhaber
des Schecks mit letzterem Bankhause nicht in
einem Verrechnungsverhältnis, so muß er ihn
einem Bankhause übergeben. Hierdurch wird
die Möglichkeit der Unterschlagung eines
Schecks beinahe ausgeschlossen, andererseits
aber wird der Zweck, bei Zahlungen keine
baren Zirkulationsmittel in Bewegung zu setzen,
möglichst vollständig erreicht. Bin Scheck,
der bar ausgezahlt wird, verfehlt Überhaupt
seinen Beruf, worauf nicht oft genug hin-
gewiesen werden kann.
Die Worte „nur zur Verrechnung*' schreibt
der Aussteller oder ein späterer Inhaber des
Schecks, zwischen zwei parallelen Strichen quer
Über den Text des Schecks. Der zur Zahlung
Verpflichtete kann den Scheck „nur zur Ver-
rechnung* ohne große Gefahr in einfachem
Kuvert an den Zahlungsempfänger senden. Er
wird entweder die erhaltene Rechnung dem
Scheck beifügen und um Rücksendung der
quittierten Rechnung bitten, oder die Rechnung
zurückbehalten und um besondere Quittung er-
suchen. Schecks, die den Vermerk „nur zur
Verrechnung* nicht tragen, in einfachem Kuvert
zu versenden, ist wegen der damit verbundenen
Verlustgefahr nicht zu empfehlen.
Deutsches Museum.
Die außerordentlich rasche Entwicklung der
Sammlungen hat es notwendig gemacht, neben
den Sammlungen im Alten Nationalmuseum
noch vor Eröffnung des Neubaues ein zweites
Museum auszugestalten, in welchem ver-
schiedene Museumsgruppen aufgestellt und
dem allgemeinen Besuche zugänglich gemacht
werden sollen.
Für diesen Zweck waren die bisher in der
Isarkaseme zur Verfügung gestellten Räum-
lichkeiten nicht ausreichend, und deshalb
hat sich das Kriegsminiaterium in entgegen-
kommendster Weise entschlossen, der Museums-
leitung weitere Räume zu überlassen, mit
deren Einrichtung noch in diesem Sommer be-
gonnen werden wird.
Außer den Museumsgruppen wird in der
Isarkaseme auch das wissenschaftlich-tech-
nische Bureau des Museums sowie das Bau-
bureau für den Museumneubau Aufnahme finden.
Eine Lieferung von chirurgischen In-
stmmenten usw. nach Loaren^o Marques
für das Militär- und Zivil-Hospital soll dort am
30. September 1907 bei der Bepartigao de Saude
(Abteilung für Gesundheitswesen) der Provinz
Mozambique vergeben werden. Es handelt sich
um den Bedarf für 2 Jahre. Näheres in portu-
giesischer Sprache im Reichsamt des Innern
(Berlin, Wilhelmstraße 74) im Zimmer 174.
Patentsohau.
Linaenfassnng für Projektions- und Vergrößerungsapparate, bei der die Binsellinsen
von vorspringenden Klauen einer Hülse getragen werden, dadurch gekennzeichnet, daß die
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It IL Pafntschaü. 143
1. Juli 1907.
Klauen mit der Hülse durch schmale federnde Stege verbunden sind. Soc. Romanet & Gu-
ilbert in Paris. 19. 8. 1905. Nr. 171 032, Kl. 42.
Sphärisch, chromatisch, astigmatisch und komatisch korrigiertes Objektiv aus vier
verkitteten Linsen, enthaltend eine Linse beliebigen Charakters, d. h. entweder zerstreuend
oder sammelnd, welche auf beiden Seiten von Linsen entgegengesetzten Charakters einge-
schlossen ist, und von deren Kittflachen die eine zerstreuend, die andere dagegen ebenso wie
die weitere in System vorhandene Kittfläche sammelnd ist, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden sammelnden Kittflachen entgegengesetzt gekrümmt sind und beide eine so starke
sammelnde Wirkung besitzen, daß dadurch die Möglichkeit gegeben wird, neben den sphärischen
und chromatischen Fehlem auch Astigmatismus und Koma zu heben. C. P. Goerz in Friedenau-
Berlin. 11. 5. 1904. Nr. 171 369. Kl. 42.
Fernrohr^ Opernglas o. dgl. mit Wechselokular und selbsttätiger Einstellung des-
selben durch Druck auf einen Knopf o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß auch die Zurück-
führuug in die Anfangslage durch den Einstellmechanismus erfolgt.
2. Ausführungsform des Femrohrs nach Anspmch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verändemng der Auszugslänge durch Kniehebel oder andere Vorrichtungen erfolgt, welche
durch eine Feder in die Anfangsstellung zurückgeführt werden. M. Mannesmann in Remscheid-
Bliedinghausen. 1. 10. 1904. Nr. 171 493. Kl. 42.
Zementierverfahren für Eisen und Stahl mittels Kohle, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kohle, in deren Berührung der zu zementierende Gegenstand erhitzt wird, reine gepulverte
KiescUäure zugesetzt wird. C. Lamargese in Rom. 11. 11. 1903. Nr. 171838. Kl. 18.
Eontaktvorrichtung für periodisches Öffnen und Schließen eines Stromkreises während
ganz bestimmter einstellbarer Zeit- bezw. Arbeitsperioden, dadurch gekennzeichnet, daß eine in
ihrer Arbeitslage den Strom periodisch öffnende und schließende, in Ruhestellung aber unwirk-
samo Kontaktvorrichtung durch mechanische Mittel (Scheiben mit Aussparungen, Ausätzungen
o. dgl.) während der gewünschten Zeit- bezw. Arbeitsperioden aus ihrer Ruhe- in die Arbeits-
stellung gebracht wird. Allgem. Blektrizitäts-Gesellschaft in Berlin. 20.8.1905.
Nr. 170 510. Kl. 21.
Verfahren und Vorrichtung zum Blasen von Qaarzglasgegenständen aus einer im
elektrischen Widerstandsofen befindlichen Masse, dadurch gekennzeichnet, daß das Schmelzgut
auf einer gelochten Platte oder um einen gelochten Kern liegend geschmolzen wird, worauf die
erweichte Masse längs eines geschlossenen Umrisses an die Platte oder an zwei Stellen gegen
den Kern angedrückt oder in luftdichter Berührung gehalten und mittels der durch die Lochungen
eingeblasenen Preßluft ausgedehnt wird.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Platte oder der Kem zugleich den elektrischen Widerstand bildet. J. F.
Bottomley in Wallsend-on-Tyne, R. S. Hutton in Manchester und A. Paget in North Cray,
Kent, Engl. 14. 3. 1905. Nr. 169 958. KL 32.
Gefäfi mit doppelten» einen laftleeren Hohlraum einschließenden Wandungen
mit die Versteifung des Innengefäßes bewirkenden Einlagen, dadurch gekennzeichnet, daß die-
selben in Gestalt von kleinen Plättchen o. dgl. auf einem ringförmig gebogenen Draht aufgereiht
sind. R. Burger in Berlin. 1. 10. 1903. Nr. 170 057. KL 64.
Elektrische Yakuumröhrenlampe mit einer als Beleuchtungsmittel dienenden und sich
teilweise verbrauchenden gasförmigen Füllung, dadurch gekennzeichnet, daß an der einen Elek-
trode in der Lampe eine zur Regenerierung wirksame Masse, bestehend aus einer organischen
Substanz in festem Zustande (z. B. Schellack o. Rosolsäure), welche unter elektrolytischer
Wirkung oder Wärmebeeinflussung — oder durch beides — ein gasförmiges Medium entwickelt,
zweckmäßig in der Form eines Überzuges angewendet wird. Moore Electrical Cy. in New-
York. 11.4.1905. Nr. 170 873. KL 21.
Messerführung für Mikrotome, dadurch gekennzeichnet, daß das mit beiden Enden
an den Seiten eines zweckmäßig viereckigen Rahmens eingespannte Messer mit der Spannvor-
richtung zwischen zwei außerhalb der beiden Messerenden liegenden Führungen angeordnet ist
A. Becker in Göttingen. 28 4. 1904. Nr. 171 031. KL 42.
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144
Patentlitt«.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Patentliste.
Bis zum 10. Juni 1907.
Klasae: Anmeldnnffen.
12. St. 11728. Verfahren zur Erhaltung der
Eigen temperatur von Stoffen aller Art, z. B.
zur Aufbewahrung von flüssiger Luft mittels
eines doppelwandigen wärmeisolierenden
Gefäßes. A. Stock, Berlin. 8. 12. 06.
21. A. 13 593. Quecksilberdampflampe. L. A.
Audibert, Lodeve, Frankr. 18. 9. 06.
B. 45 959. Röntgenröhre mit gekühlter An-
tikathode. M. Becker & Co., Hamburg.
30. 3. 07.
F. 20350. Unverwechselbare elektrische Pa-
tronenschmelzsicherung. H. Fiedeler,
Döhren b. Hannover. 24. 6. 05.
G. 23 340. Elektrizitätszahler. Th. Gruber,
Lüdenscheid. 14. 7. 06.
G. 23869 u. Zus. dazu G. 24045 u. 24 667.
Vorrichtung zur Messung des jeweiligen
Standes der Ladung oder Entladung einer
Akkumulatorenbatterie. A. Gese, Bremen.
7. 11. 06, 10. 12. 06, 4. 2. 07.
H. 38 873. Verfallren und Vorrichtung zur
Messung magnetischer Eigenschaften. E.
Haupt, Kolberg. 3. 10. 06.
H. 39 666. Verfahren und Schaltungsanordnung
zur Herstellung gleichen Temperaturzustan-
des für die temperaturabhängigen Wider-
stände elektrischer Meßinstrumente mit mehr
als einem Spannungsmeßbereich; Zus. z.
Fat. Nr. 181496. Hartmann & Braun,
Frankfurt a. M. 12. 1. 07.
L. 21648. Stahlhärtemesser; Zus. z. Fat.
Nr. 184 817. E. Lutz, Stuttgart, und R.
Mützky, Friebus, Schles. 19. 10. 05.
R. 24139. Glimmlichtoszillographenröhre. E.
Ruhm er, Berlin. 5. 3. 07.
W. 26 338. Galvanisches Element. E. Wiech-
mann, Charlottenburg. 14. 9. 06.
42. B. 42 604. Verfahren zur Messung von
Flüssigkeits-, Gas- oder Dampfmengen auf
Grund von Druckunterschieden, die durch
Querschnitts Veränderungen , Strömungs-
widerstände o.dgl. erzeugt sind. F. Ben de -
mann, Charlottenburg. 23. 3. 06.
B. 43 929. Vorrichtung zur Bestimmung eines
Winkels eines Dreiecks bezw. der ihm
gegenüberliegenden Seite von einer anderen
Ecke desselben aus mit Hilfe proportionaler
Abschnitte. F. Baumann, Wien. 24. 8. 06.
H. 87 296. Vorrichtung zur Veränderung des
Neigungswinkels des Aufnahm ereflektors
zur Horizontalebene mit unterhalb des um
eine wagerechte Achse schwingenden Re-
flektors liegender Bewegungseinrichtung für
Fernrohre mit gebrochener optischer Achse.
A. & R. Hahn, Cassel. 1. 8. 06.
H. 37 379. Vorrichtung zum Messen kleiner
Strecken bezw. Winkelwerte mit Hufe einer
Trommel mit in Schraubenlinie verlaufen
der Teilung und auf dieser spielendem
Zeiger. A. & R. Hahn, CasseL 12. 3. 06.
H. 39 446. Kreisteilapparat mit einer Kreis-
scheibo und einem angebauten Arm, dessen
eine Seite radial zum Scheibenmittelpunkt
läuft und mit einer Teilung zum Ablesen
und Einstellen des Apparates auf den ge-
wünschten Radius versehen ist. A. Heini-
mann, Bellinzona, Schweiz. 13. 12. 06.
Ertellnngeii.
21. Nr. 187042. Wasserstrahl-Erder zum Schutz
gegen Überspannungen in elektrischen
Leitungsnetzen. AUgem. Elektrizitäts-
Gesellschaft, Berlin. 21. 9. 06.
42. Nr. 187051. Zusammenlegbares Stereoskop,
bei dem das eine Bild direkt, das andere
durch einen Spiegel oder ein Prisma be-
trachtet wird. L. Figeon, Dijon, Frankr.
17. 11. 05.
Nr. 187 052. Vorrichtung zur Erzeugung regel-
barer, verzerrter Bilder mit Hilfe vorge-
schalteter drehbarer Prismen an optischen
Apparaten. W. E. Phillips, Collbran, Colo«
rado, V. St. A. 28. 8. 06.
Nr. 187 270. Parbröhre aus Glas zur Messung
großer Wassertiefen. G. Mo eil er, Berlin.
3. 5. 06.
Nr. 187 273. Visiereinrichtung aus Glas. A.
Joors, Forest -la-Bruxelles, und A. Mer-
cenier, Brüssel. 31. 12. 05.
Nr. 187 274. Vorrichtung zum Zurücktreiben
des Quecksilbers bei ärztlichen Thermo-
metern durch Schleudern des Instrumentes
um eine rechtwinklig zu seiner Längsachse
verlaufende Achse. W. F. Graf ton, Old
Chariton, Kent, Engl. 12. 6. 06.
Nr. 187 417. Vorrichtung zur Einstellung von
Projektionsapparaten, Kinematographen o.
dgl. auf jeden beliebigen Punkt der Projek
tionsfläche durch Höhen- und Seitenver
Stellung des Projektionsapparates o. dgl
Intern. Kinematographen- und Licht
effekt-Gesellschaft, Berlin. 23. 5. 05.
Nr. 187 418. Verfahren zum Messen von Ent
fernungen mit Tripelspiegel am Ziel. C
Zeiß, Jena. 24. 12. 05.
Nr. 187 522. Vorrichtung zum Anzeigen des
spezifischen Gewichts von Flüssigkeiten.
K. Schmidt, Nürnberg. 28. 11. 06.
Nr. 187 523. Vorrichtung zur Wetteranzeige.
A. Heine, Detmold. 5 1. 07.
Nr. 187 607. Prismenfemrohr mit gleichliegen-
der Anordnung der Prismen und rundem
Prismengehäuse. C. Schütz & Co., Cassel.
7. 1. 05.
Pflr die Redaktion T«raiitwortlioh: A. Blaschke in Berlin W.
Ytrlag Ton Julius Bprlnf er in Berlin N. — Draek Ton Smil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik«
Heft 14.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
15. JulL
1907.
Nachdruck nur mit Genehmigimg der Redaktion gestattet.
Siegffried Czapski f.
Prof. Dr. Siegfried Csapski ist am 29. Juni unerwartet einem Lungenschlage,
infolge einer Operation, erlegen. 1861 zu Obra in der Provinz Posen geboren, erhielt
Czapski seine Schulbildung auf dem Maria Magdalenen-Qymnasium in Breslau; von
1879 bis 1884 studierte er in Göttingen, Breslau und zuletzt in Berlin Physik, Mathe-
matik und Chemie. 1884 promovierte Czapski in Berlin mit
thermische Veränder-
lichkeit der elektro-
motorischen Kraft gal-
vanischer Elemente
zum Doktor. Entschei-
dend fftr die weitereGe-
staltung des Schaffens
wurde für Czapski,
daß ihn Abbe auf
Empfehlung von Loe-
wenherz bald darauf
nach Jena zog. Da-
durch wurde Czapski
einmal darauf hhige-
fübrt, sich ganz be-
sonders mit optischen
Studien zu beschäf-
tigen; dieses Arbeits-
feld war ihm durch
seine Stellung bei der
optischen Werkstätte
von Zeiß vorgeschrie-
ben. Dazu kam aber
noch, daß Abbe
Czapski auch zu
seinem Gehilfen bei
seinen sozialen Refor-
men machte. Es ist
Werkstätte, wurde Czapski Mitglied des Vorstandes der Firma Carl Zeiß neben
Abbe und O. Schott und im Jahre 1902 Nachfolger Abbes als Bevollmächtigter der
Carl Zeiß-Stiftung.
Daß er liier an dem Werke seines großen Vorgängers redlich und mit glück-
licher Hand weitergebaut hat auf allen Gebieten, nicht zuletzt auf dem sozialpolitischen,
das haben ihm bei der Trauerfeier, die in dem von ihm mitgeschaffenen Volkshause in
Jena stattfand, seine Kollegen von der Geschäftsleitung und die Arbeiter der Stiftungs-
betriebe dankbar bezeugt. Und über den Kreis der Stiftungsbetriebe hinaus hat er
manchen Bestrebungen, die dem aUgemeinen Wohle dienen, seine Kräfte geliehen.
So gehörte er, überall aufs eifrigste mitarbeitend, dem Vorstande des Lesehallenvereins,
einer Studie über die
bekannt, wie Abbe
seine Stellung zu der
Zeißschen Werkstätte
— zuerst wissenschaft-
licher Berater, wurde
er 1875 Mitinhaber
und später alleiniger
Leiter der Firma Zeiß
— dazu benutzte, um
Reformen zur Hebung
der wirtschaftlichen
und geistigen Lage
der Arbeiter zu er-
proben, und wie er
schließlich durch die
Begründung der Carl
Zeiß-Stiftung in einer
ganz neuen Form die
Beziehung zwischen
Unternehm ungund Ar-
beitnehmern ordnete.
Bei allen diesen Refor-
men wirkte Czapski
an der Seite Abbes
mit. Zuerst Assistent
Abbes und wissen-
schaftlicher Mitarbei-
ter bei der Zeißschen
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146 ^' Hartmann, Ständige Auiatelluiig phyiikaUicher Apparate. MechlinJkerZfcg.
der Gewerbeschule in Jena, dem Kuratorium der Zeitschrift für Instrumentenkunde, dem
Ausschusse des Deutschen Museums für Meisterwerke der Naturwissenschaft und Technik
und dem Kuratorium des Kaiserin Friedrich -Hauses in Berlin an. Ein Zeichen der
Anerkennung dieser Verdienste bildete seine Ernennung zum Professor durch das
Preußische Kultusministerium.
Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen Czapskis seit seinem Eintritt in die
Zeißsche Werkst&tte beziehen sich durchweg auf die Optik. Teils sind es Mitteilungen
über Neuerungen und Fortschritte der optischen Instrumentenkunde, teils experimentelle
physikalische Untersuchungen zur Optik. Die ersteren behandeln vielfach von Abbe
erdachte neue Instrumente oder Verbesserungen an solchen. Von den Veröffent^
lichungen der zweiten Art ist besonders zu nennen eine Studie über die voraussicht-
lichen Grenzen der Leistungsfähigkeit der Mikroskope. Sein größtes wissenschaftliches
Verdienst aber bildet die Veröffentlichung der „Theorie der optischen Instrumente nach
Abbe^, die als Teil des „Handbuchs der Physik'^ von Winkelmann zuerst erschienen
ist. Czapski hat mit diesem Werke nicht nur den Besitz de^ Kreises, der die geome-
trisch-optischen Forschungen Abbes umfaßt, übermittelt, sondern er hat sie durch
glänzende Darstellung auch allgemein zugänglich gemacht. Eine ausführliche Würdi-
gung seiner wissenschaftlichen Lebensarbeit whrd in einem der nächsten Hefte der
Zeitschrift für Instrumentenhjmde gegeben werden.
Vor allem sei an dieser Stelle dessen gedacht, was Czapski unserer Deutschen
Gesellschaft für Mechanik und Optik gewesen ist. Auch liier hat, als Abbe infolge
zunehmender Kränklichkeit nach und nach sich von der Mitarbeit in unserem Vereine
zurückziehen mußte, Czapski als Jünger seines Lehrers und Meisters dessen Werk
fortgesetzt und mit der ihm eigenen Vereinigung von Energie und Freundlichkeit, von
festem Zugreifen und persönlicher Rücksichtnahme, von praktischem Blick und Idealis-
mus an allen unseren Arbeiten fruchtbringenden Anteil genommen, zuletzt als Stell-
vertretender Vorsitzender. Dafür sei ihm nochmals der iimigste Diuik in sein allzu-
frühes Grab nachgerufen. 0. H.
Ständige Ausstellung physikaUsclier Apparate im Neubau des Physikalisolien
Vereins zu Frankfurt a. M.^)
Von Prof. Enffen Kartmann in Frankfurt a. Main.
An einer prächtigen neuen Allee in der . Nähe des weltberühmten Palmen-
gartens ist in den letzten Jahren eine Gruppe von akademischen Gebäuden entstanden,
für deren Erstellung aus bürgerlichen Stiftungen mehr als 5 Millionen Mark aufge-
wendet wurden. Reichlich ein Viertel dieser Summe fällt auf den Neubau des Physi-
kalischen Vereins.
Der Physikalische Verein verdankt seine Entstehung einer Anregung Goethes
und wurde im Jahre 1824 von dem Mechaniker Albert und dem Stiftsarzt Neeff ge-
gründet. Zu den ersten Mitgliedern zählte unter anderen Samuel Thomas von
Soemmerring, der Erfinder des ersten elektrischen Telegraphen. Hervorragende Lehrer,
im Hauptamte angestellt, waren Boettger, der Erfinder der Schießbaumwolle, der
Spiegelversilberung, der schwedischen Streichhölzchen, femer Abbe, der Begründer der
Carl Zeiß-Stiftung, Friedrich Kohlrausch, bis 1905 Präsident der Physikalisch-Tech-
nischen Reichsanstalt. Einer seiner nennenswertesten Schüler war Philipp Reis, der
Erfinder des Telephons, das er dort auch zuerst vorgeführt hat.
Früher in den Räumen des Senckenbergianums untergebracht, verfügte der
Physikalische Verein seit 1887 über ein eigenes Institutsgebäude mit Hörsälen und
Laboratorien für seine drei, je unter einem eigenen Dozenten stehenden Abteilungen
der Physik, Chemie und Elektrotechnik.
In seinem jetzigen Neubau befinden sich außer dem großen Hörsaal für Experi-
mentalvorträge — wohl der größte in Deutschland — für jedes seiner Institute je ein
besonderer Hörsaal, zahlreiche Laboratorien, Sammlungsräume, große Maschinensäle,
femer für seine neue Abteilung für kosmische Physik ein meteorologisches Observatorium
für den öffentlichen Wetterdienst und eine Sternwarte.
^) VgL die Tagesordnung der 2. Sitzung des diesjährigen Mecbanikertages, Punkt 4,
{diese ZeiUchr. 1907. 8. 128), sowie den zugehörigen Antrag (dieata Heft 8, 148).
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15 Joli 1907 B-Hartmann, Ständige AussteUung physlkallicher Appant«. 1 47
Außer den täglichen Vorlesungen für die Mitglieder des Physikalischen Vereins
werden Sonderkurse für die ßesucher der Akademie für Sozial- und Handelswissen-
Schäften, für Oberlehrer, für Gewerbeaufsichtsbe^mte, für Eisenbahnbeamte, für Elektro-
techniker u. s. w. abgehalten.
Die gegenwärtigen Dozenten des Physikalischen Vereins sind: im Physika-
lischen Institut Professor Dr. Wachsmuth, im Chemischen Institut Professor Dr.
Freund, im Elektrotechnischen Institut Dr. D^guisne; Leiter der Abteilung für kos-
mische Physik ist Dr. Wegen er. Den Dozenten stehen mehrere Assistenten und Mecha-
niker zur Seite.
Das Jahresbudget für den gesamten Lehrbetrieb beträgt über 100 000 M.
Aufier den Räumen für die oben geschilderten Lehrzwecke enthält der Neubau
des Physikalischen Vereins noch einen großen AussteUungssaal von 18 m Länge
und 10 m Breite.
In ähnlicher Weise, wie das Kaisenn Friedrich-Haus zu Berlin gewerblichen
und industriellen Betrieben zur Ausstellung von medico-mechanischen Apparaten dient,
soll dieser Saal der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik zu einer
Ausstellung physikalischer Demonstrationsapparate angeboten werden.
Daß Frankfurt und gerade das Institut des Physikalischen Vereins sich für
eine solche Ausstellung erfolgreich erweisen werde, dürfte außer Zweifel sein: an einer
der frequentiertesten Route liegend, veranlaßt die alte Kaiserstadt mit ihren zalüreichen
historischen Erinnerungen und ihren vorbildlichen modernen Einrichtungen den Reisenden
zum Aufenthalt, und wer unter diesen als Käufer physikalischer Apparate in Betracht kommen
kann, versäumt nicht leicht den Besuch der neuen naturwissenschaftlichen Institute; die vom
Physikalischen Verein seit vielen Jahren veranstalteten Ferienkurse für Naturwissen-
schaftslehrer der höheren Unterrichtsanstalten erfreuen sich eines zalüreichen Besuches
aus dem ganzen Vaterlande; die neuerdings eingerichteten, alljährlich im Wintersemester
stattfindenden praktischen Übungskurse für Oberlehrer erstrecken sich vorwiegend auf
die Experimentierkunst und wecken daher naturgemäß das Interesse für die. auszu-
stellenden Apparate; ausländische Gelehrte sind ständige Gäste der Frankfurter wissen-
schaftlichen Institute; Lehramtskanditaten wird das Studium an der Akademie für Sozial-
und Handelswissenschaften bis zu 2 Semestern als Universitätsstudium angerechnet.
Der Ausstellungssaal enthält 10 Doppelschränke gleicher Art, jeder 2,50 m
lang, 1,20 m breit und 2,80 m hoch. Die Schränke sind mit je 4 dicht schließenden
Schiebetüren verschlossen und in ihrem unteren Teil mit großen Schubladen versehen.
Im Innern können beliebige Gefache eingerichtet werden. Die Hälfte dieser Schränke
soll vermietet werden. ^
Die jährliche Miete beträgt:
für einen ganzen Doppelschrank 400 M,
für einen halben, längs oder quer geteilten Schrank. 250 „ ,
für einen Viertel-Schrank 150 „ .
Die Miete muß halbjährlich entrichtet werden, doch ist es angängig, sie für
das ganze Jahr im voraus zu bezahlen.
Die Mietsdauer beträgt zunächst zwei Jahre, vom 1. Oktober bis 31. September,
und läuft, wenn nicht jeweils am 1. April gekündigt wird, stillschweigend von Jahr
zu Jahr weiter.
Der Wechsel der Ausstellungsgegenstände steht dem Aussteller frei.
Die Versicherung gegen Feuersgefahr geht zu Lasten des Ausstellers, wird aber
auf Wunsch vom Vorstand des Physikalischen Vereins besorgt.
Die äußere Reinigimg der Schränke und des ganzen Raumes, sowie Heizung
und Beleuchtung sind kostenlos.
Etwa erwünschte Wartung der Ausstellungsgegenstände übernimmt der Instituts-
mechaniker gegen mäßige Entschädigung.
Die Demonstration der Ausstellungsgegenstände bei geeigneten, besonderen
Gelegenheiten übernehmen auf Wunsch die Dozenten.
Anmeldungen wolle man an den Vorstand des Physikalischen Vereins
richten. Vorsitzender des Physikalischen Vereins ist zurzeit Professor Eugen Hart-
mann, der auch bereit ist, etwa gewünschte weitere Auskunft zu erteilen.
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148
Zum 18. Deutschen Mechanikertag. — Vereins- u. Personennachrichten.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Zum 18. Deutschen Mechanikertage
am 2. ti. 3. August 1907.
Das Programm des 18. Mechanikertages, das in dem vorigen Hefte dieser
ZeitBchrift veröffentlicht und außerdem den Mitgliedern der D. G. f. M. u. O. vor
kurzem ttbersandt worden ist, weist eine ganze Reihe interessanter Themen auf, ttber
die vorgetragen oder verhandelt werden soll. Selten wohl haben so viele technische
Vorträge auf der Tagesordnung eines Mechanikertages gestanden, wie in diesem Jahre,
und sie erstrecken sich auf die verschiedensten Gebiete der Feinmechanik. Von all-
gemeinem Interesse sind die Vorträge über Metallfärbung, worüber Beamte der Reichs-
anstalt an der Hand der Arbeiten dieses Instituts berichten werden, und über den in
Fachkreisen so verschiedenartig beurteilten Nickelstahl; aus der Elektrotechnik ist zu
erwähnen ein Vortag über Femsprechvermittelung, aus der Akustik die VorführuDg
des lautsprechenden Auxetophons, und schließlich aus der Thermometrie ein Vortrag
über Messung hoher Temperaturen. Auch auf gewerblichem Gebiete harrt manche
interessante und wichtige Arbeit des Mechanikertags: er wird u. a. über die Stellung
der D. G. f. M. u. O. zu der ständigen physikalischen Ausstellung in Frankfurt a. M.
zu beschließen haben (s. in diesem Hefte S. 14ß und diese Seite unten) sowie über
eine kleine Abänderung unseres Lehrvertrages, um dem darin erwähnten Schieds-
gericht eine einwandfreiere Position zu geben. Auch die Geselligkeit und Unter-
haltung werden zu ihrem wohlbegründeten Rechte kommen, vor allem durch den
Besuch Hildesheims, der altertümlichen Stadt, die zweifellos dem berühmten Nürnberg
und dem leider so wenig besuchten Rothenburg 0. d. T. an die Seite gestellt werden
darf, von manchen sogar diesen Orten noch vorgezogen wird.
Für den diesjährigen Mechanikertag ist ein recht früher Termin gewählt
worden, einesteils in Rücksicht auf örtliche Verhältnisse, vornehmlich aber, weil man
hofPte, • auf diese Weise unseren Mitgliedern besser Gelegenheit zu geben, die Reise
nach Hannover mit ihren sonstigen Reiseplänen zu vereinigen. Mögen daher die Mit-
glieder der D. G. f. M. u. 0. wieder recht zahlreich sich zu unserer Hauptversammlung
einfinden und ihre Anmeldungen so frühzeitig wie irgend möglich bewirken, damit sie
dem Ortsausschuß seine mühselige Arbeit tunlichst erleichtem.
18. Deutscher Mechanikertag.
Hr. Prof. Eugen Hartmann hat fol-
genden Antrag an den 18. Deutschen Me-
chanikertag im Anschluß an seinen Bericht
über die ständige Ausstellung physikalischer
Apparate im Neubau des Physikalischen
Vereins zu Frankfurt a. M. (s. oben) —
Punkt 4 der Tagesordnung vom 3. August
— eingebracht:
Die Deutsche Gesellschaft für
Mechanik und Optik wolle die
Absicht des Physikalischen Vereins
zu Frankfurt a. M., in den Räumen seines
neuen Institutsgebäudes eine dauernde
Ausstellung von physikalischen Appa-
raten zu veranstalten, zu ihrer eigenen
Angelegenheit machen, da diese aus-
schließlich gemeinsame Interessen von
Mitgliedern der Gesellschaft berührt.
Anmeldung: zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Prof. Dr. R. Straub el; Prof. an
der Universität, Vorstandsmitglied der
Fa. Carl Zeiß; Jena, Botzstr. 10.
Die Trauerfeier fOr Prof. Dr. S.
Czapski fand zu Jena am 1. Juli, 5 Uhr
nachmittags, im großen Saale des Volks-
hauses statt. Die D. G. f. M. u. 0. war
durch ihren Vorsitzenden und ihren Ge-
schäftsführer vertreten; Hr. Dr. Krüß gab
am Sarge namens der D. G. und des Kura-
toriums der Zeitschrift für Instrumenten-
kunde dem Danke Ausdruck für alles, was
der Entschlafene in treuer Arbeit unserem
Verein und dem wissenschaftlichen Organe
unserer Kunst geleistet hat.
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Httft 14.
15. Jnll 1007.
Glaitechnlschet.
149
Glastechnlsches.
Gestell mit zylindrischen Spritz-
flaschen.
Chem.'Ztg. 31. 8. 465. 1907,
Far analytiache Arbeiten hat die Firma
Dr. Heinrich Gockel (Berlin NW 6, Luisen-
straße 21) eine Spritzgamitur zusammengestellt,
die eine Anzahl Bpritzflaschen mit Reagentien
zu Etageren in Form von Holzklötzen mit 3,
6 und 9 Öffnungen vereinigt. In der Mitte
steht eine größere, Flasche von 900 ecm Inhalt
zur Aufnahme des destillierten Wassers, während
die übrigen Flaschen mit verschiedenen Rea-
gentien von 2&0 ecm Inhalt um die größere
gruppiert sind. Diese Anordnung der Bpritz-
flaschen in Holzklötzen bedingt eine zylindrische
Form der Flaschen, die gegenüber der bauchigen
Form manche Vorteile bietet. So werden durch
die abweichende Form Verwechselungen mit
Stehkolben, die andere Flüssigkeiten enthalten,
leichter vermieden, auch gestattet die Zylinder-
form ein leichteres Beschreiben sowie das An-
bringen von matten Schildern. Die Glasst&rke
ist so gewählt, daß die Flaschen auf dem Draht-
netz erhitzt werden können. Wb.
Becherglas mit eingeschliffenem
Glasstopfen.
Chem.'Ztg. 81. S. 448, 1907.
Die BinfÜhrung der Erlenmeyerkolben mit
ein geschliffenem Glasstopfen gab Veranlassung,
für alle Jodometrischen Arbeiten auch Becher-
gläser mit solchen Stopfen zu benutzen. Dies
hat den Vorteil, daß das Jod ohne jeden Verlust
and ohne Schaden für die Wage abgewogen
werden kann. Auch bei vielen anderen Ar-
beiten mit flüchtigen Substanzen leistet das
verschließbare Becherglas gute Dienste. Außer-
dem eignet es sich zum Eindampfen von
Lösungen und nachfolgendem Trocknen und
Wägen der Trockensubstanz namentlich dann,
wenn letztere mthr oder weniger hygroskopisch
ist. Ebenso hat sich das Becherglas bei der
Kontrolle von Büretten und Pipetten durch
Auswägen mit Wasser, wo es gilt, jedes Ver-
dunsten zu vermeiden, gut bewährt. Die
Öffnung ist so weit gehalten, daß das Glas
innen bequem mit einem Tuch trocken gerieben
werden kann.
Dieses Becherglas ist von der Firma Dr.
Heinrich Gockel (Berlin NW 6, Luisenstr. 21)
zu beziehen. Wb.
Neue Ashest-Drahtnetze.
Chem,'Ztg. 31. 8. 500. 1907.
Das Drahtgewebe ist auf beiden Seiten mit
einer Asbestschicht versehen, die so dünn ist,
daß das Maschengefüge sich deutlich aus der
Asbestbekleidimg abhebt, wodurch eine sehr
gleichmäßige und verhältnismäßig schnelle
Wärmeverteilung imd ein geringer Wärme-
verlust bedingt ist. Die Asbestschicht haftet
trotz ihrer geringen Dicke gut an dem Maschen-
gefüge, so daß ein Abfallen auch bei längerem
Gebrauch nicht zu befürchten ist. Bin weiterer
Vorzug dieser Drahtnetze liegt in ihrer größeren
Haltbarkeit gegenüber den unbekleideten und
den nicht vollständig mit Asbest bekleideten
Drahtnetzen. Infolge ihrer Feinmaschigkeit
sind die neuen Drahtnetze recht schmiegsam
und lassen sich durch Aufwärtsbiegen ihrer
Ecken und Drücken mit der Hand den Gefäß-
wandungen verhältnismäßig gut anpassen, wo-
durch allein schon eine bessere Ausnutzung
der Wärme erreicht wird. Die neuen Asbest«
Messing-Drahtnetze werden von der Firma
Gustav Müller (Ilmenau) nach einem von
Dr. H. Carliczek (Königshütte) erdachten
Verfahren hergestellt. Wb.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
80« Nr. 304 595. Glasspritze mit in dem Kolben
befestigter graduierter Schraubspindel. 0.
Linsi, Asnieres, Frankr. 2.3.07.
42. Nr. 308782. Schüttelröhre für die Fett-
bestimmung in Milch und Milchprodukten,
mit Hahn zum Ablassen der Fettlösung. A.
Sichler, Leipzig. 30.4.07.
Nr. 308 900. Graduiertes röhrenförmiges Gefäß
mit verschiebbarem Boden und zwei Druck-
stäben. A.-G. für Anilinfabrikation, Ber-
Un. 23.4.07.
Nr. 309 432. Automatische Bürette aus Glas
mit einem Überlaufgefäß. G. Deckert,
Frauenwald i. Th. 12. 3. 07.
Nr. 309 563. Bromapparat, bestehend aus einem
Glaszylinder, dessen Verschlußstopfen ein
Hahn bildet. F. Müller, Bonn. 18.4 07.
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150
Gewarbliches.
Deittoehe
Mechanlkw-Ztg.
Nr. 309 602. Thermometer für Bchmelzpimkt-
bestimmuogen mit Vorrichtung zur Auf-
nahme der Schmelzpunkt - Bestimmungs-
röhrchen. G. Müller, Ilmenau, Thür. 15. 5. 07.
Nr. 309 724. In einem taschenuhrartigen Ge-
häuse angeordnetes Barometer, Thermometer
und Kompaß. F. Ragner, München. 17.5.07.
Nr. 309843. Thermometer mit unter der Skalen-
platte angeordneten Stellscheiben für einen
immerwährenden Kalender. Gebr. Berg-
mann, Meilenbach i. Thür. 22.4.07.
64. Nr. 308 632. Trichter mit in dessen Füll-
körper sowie in dessen Hals seitlich an-
geordneter Rille. C. Bohle, Sörmitz bei
Döbeln i. S. 2. 11. 06.
Qewephlicbes.
Hamburgische Wissenschaftliche
Stiftung.
Eine Reihe von Hamburgern hat durch
Hergabe größerer Summen die Errichtung
einer wissenschaftlichen Stiftung ermög-
licht, die den Namen 9 Hamburgische Wissen-
schaftliche Stiftung" führt und den Zweck
hat, die Wissenschaften und deren Pflege
und Verbreitung in Hamburg zu fördern.
Die beträchtliche Zinseinnahme der
Stiftung wird bis auf weiteres für wissen-
schaftliche Zwecke verschiedener Art ver-
wendet werden, ßerufungen von Gelehrten,
Forschungsreisen zu Wasser und zu Lande,
Ausgrabungen, wissenschaftliche Unter-
suchungen und Publikationen eröffnen
schöpferischer Geistesarbeit ein weites Feld.
Ein höheres Ziel mag in der Zukunft er-
reichbar sein. Sollte dereinst zur Errichtung
einer allgemeinen Hochschule der einen
oder anderen Art geschritten werden, wo-
bei für Hamburg besonders wichtige Fächer,
wie internationales Recht, Handels- und
Seerecht, Schiffsbau, fremde Sprachen,
Tropenhygiene, Völkerkunde, in den Vorder-
grund treten würden, so kann das Stiftungs-
kapital unter Umständen dafür hergegeben
werden. Auch abgesehen jedoch von dieser
Möglichkeit wird die Stiftung als ein
größeres, unabhängiges wissenschaftliches
Institut, wie es nur wenige in Deutsch-
land gibt, die Wissenschaften fördern,
das aufblühende geistige Leben Hamburgs
weiter entwickeln und sein Ansehen er-
höhen.
Die Stiftung wird durch ein Kuratorium
verwaltet, in welchem der Präses der Ober-
schulbehörde, Sektion für die wiesenschaft-
lichen Anstalten, den Vorsitz führt; außer-
dem gehören dem Kuratorium mindestens
vierzehn weitere Mitglieder an, von denen
zwei Mitglieder des Senats und zwei Mit-
glieder der Oberschulbehörde, Sektion für
die wissenschaftlichen Anstalten, (darunter
der Vorsitzende der D. G. f. M. u. O.) sind.
Das Eyffhäaser-Teclinikam in Franken-
hausen am Eyffh. umfaßt nachstehende Ab-
teilungen: Allgemeiner Maschinenbau, Elektro-
technik, Bau von landwirtschaftlichen Maschinen,
Statik und Eisenhochbau, Hoch- und Tiefbau-
kurse. Im kommenden Semester werden die
Ingenieurlaboratorien für Maschinenbau, Elektro-
technik und landwirtschaftliches Maschinen-
wesen, deren Grundfläche über 750 qm bedeckt,
der Benutzung der Anstaltsbesucher übergeben.
Das Wintersemester beginnt am 18. Oktober.
Interessenten wollen Anfragen richten an die
Direktion desKy fifhäuser-Technikums in Franken-
hausen a. K.
Der Verband der elektrotechnischen In-
stallationsfirmen in Deutschland, Frank-
furt a. M« hielt in den Tagen vom 2. bis 6. Juni
die 5. ordentliche Mitgliederversammlung zu
Hamburg ab. Vorträge wurden gehalten vom
Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes Ham-
burg-Altena, Frhr. von Reißwitz-Hamburg,
über „Organisation der Arbeit" imd vom
Diplom - Ingenieur Hrn. A. Lippmann, Ober-
lehrer der Kgl. Maschinenbau - Schule in Cöln,
über „Fachausbildung der Monteure*. An Stelle
des verstorbenen Schatzmeisters, Hm. F. A.
Junge- Frankfurt a. M., wurde Hr. August
8 chaeffer- Frankfurt a. M. gewählt; sodann
erfolgte die Wiederwahl des langjährigen Vor-
standes, der Herren Gg. Montan us- Frankfurt
a. M. und Richard 8 eifert- Hamburg. Der
Ausschuß bleibt laut Beschluß der Versammlung
in der bisherigen Weise bestehen und setzt
sich aus folgenden Herren zusammen :Baumann-
Zwickau, Berghausen-Cöln, Bussenius-
Berlin, Die tze- Dresden, Fleischhauer-
Magdeburg, Freund- Gleiwitz, Heller- Nürn-
berg, He im -Braunschweig, Kuckuk -Dort-
mund, Landwehr-Cassel, Lowies-Breslau,
Montanus-Frankfurt, Neumüller-München.
0 eh michen -Karlsruhe, Seifert- Hamburg,
Thorhauer- Hildesheim, Wild- Stuttgart.
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15.5*u\907. Pafütschau. , 151
Patentsoha
Einrichtung zum Schutz TOn Quarzglasgefäfien, welche mit bei gewöhnlicher Tem-
peratur festen Metallen gefüllt sind, gegen Zertrümmerung beim Schmelzen und Erstarren des
Metalls, gekennzeichnet durch einen auf der inneren Gefäßwand, soweit sie mit dem Metall in
Berührung steht, angebrachten pufferartig wirkenden Überzug. W. C. Heraeus in Hanau a. M.
19.4.1905. Nr. 170 874. Kl. 21.
Qaecksilberstrahl-Unierbrecher» dessen Quecksilberstrahl durch abwechselndes öffnen
und Schließen einer Ausströmungsöffnung intermittierend gemacht ist und gegen einen vor der
Düse gelegenen Kontakt trifft, dadurch gekennzeichnet, daß gegenüber dem Kontakt in der
Längsrichtung desselben mehrere Ausströmungsöffnungen untereinander angebracht sind und in
regelmäßiger Folge durch eine geeignete Abschlußvorrichtung geöffnet und geschlossen werden,
80 daß ein auf und ab wandernder Quecksilberstrahl entsteht, dessen Kontaktdauer durch Ver-
stellung des Kontaktes in seiner Längsrichtung geändert werden kann. R. Bosse & Co. in
Berlin. 10.8.1905. Nr. 170 817. Kl. 21.
Glaslinse^ die in bekannter Weise an einer oder mehreren Stellen aus zwei oder mehr
Linsen von verschiedenem Strahlenbrechungsvermögen zusammengesetzt ist, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die einzelnen Linsen an den Berührungsflächen miteinander zu einem untrenn-
baren Ganzen verschmolzen sind.
2. Verfahren zur Herstellung der Glaslinse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß von den für die Einzellinsen in übermäßigen Stärken gewählten Glasstücken zunächst nur
die für die unmittelbare Berührung bestimmten Teile der Oberfläche geschliffen und poliert
werden, worauf das Zusammenschmelzen erfolgt, und alsdann durch Abschleifen des Oberschusses
an Glasmasse die endgültige, dem besonderen Zweck der Linse entsprechende Formgebung be-
wirtet wird. J. L. Borsch jun. in Philadelphia, V. St. A. 1. 9. 1904. Nr. 171 158, Kl. 42.
Vorrichtung zur. fortiaufenden Aufzeichnung der Ergebnisse von Gasabsorptions-
und Flüssigkeitsfällungsanalysen» dadurch gekennzeichnet, daß die Absorptions- bezw. Fil-
trationsgefäße, durch welche der zu analysierende Gas- oder Flüssigkeitsstrom ohne Unter-
brechung hindurchgetrieben bezw. -gesogen wird, auf Wagen stehen, an denen die Gewichts-
zunahme der Getaße für die Zeiteinheit mit Hilfe eines Uhrwerkes und Zeichenstiftes registriert
wird. B. Stollberg in Sollstedt, Kr. Grfsch. Hohenstehi. 3.9.1904. Nr. 171 248. Kl. 42.
Verfahren zur Herstellung yon Hohlkörpern aus Quarzglas, dadurch gekennzeichnet,
daß man zuerst durch Ausbohren eines Quarzglasstückes oder dadurch, daß man ein durch Er-
hitzen erweichtes Stück Quarzglas mit Hilfe eines Stempels in eine Matrize einpreßt, einen oben
offenen, dickwandigen Hohlkörper aus Quarzglas herstellt und diesen alsdann vor dem Gebläse
nach Glasblaserarbeit verarbeitet. W. C. Heraeus in Hanau a. M. 27. 10. 1904. Nr. 172 466. Kl. 32.
Verfahren zum Schleifen TOn Linsen mit zwei Brennpunkten mit Hilfe einer zwei
Schleifzonen verschiedener Krümmung besitzender Schleifscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß
die Linse nach Anschleifen der den beiden Gesichtsfeldern entsprechenden Krümmungen quer
über die Trennungszone zwischen den beiden Schloifflächen hin und her bewegt wird, um die
mehr oder weniger scharfe Trennungslinie zwischen den beiden Gesichtsfeldern möglichst zu
beseitigen. B. Mayer in Baltimore, V. St A. 19. 10. 1904. Nr. 172811. Kl. 67.
Röntgenröhre für starke Beanspruchung, dadurch gekennzeichnet, daß die Antikathode
im Innern der Röhre mit die Wärme ableitenden, starken Metallmassen verbunden ist, die fächer-
oder rostförmig unterteilt sind, zum Zwecke, neben einer Vergrößerung der die Wärme ab-
leitenden Oberfläche eine vollständige Entgasung der Metallmassen herbeizuführen. H. Bauer
in Berlin. 28. 2. 1905. Nr. 173 738. Kl. 21.
Gelenkdoppelfemrohr mit rechtwinklig zur Durchsichtsrichtung liegenden Rohren,
dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Rohre durch eine gelenkartige Verbindung derart mit-
einander gekuppelt sind, daß eine etwa rechtwinklige Neigung der Rohre zueinander einen dem
Augenabstand gleichen Abstand der Okulare ergibt, so daß man über eine Deckung hinweg be-
obachten kann, ohne dabei die Verbesserung der Tiefenwahrnehmung einzubüßen, die ein großer
Abstand der Objektive zur Folge hat. C. Zeiß in Jena. 26. . 1905. Nr. 173440. KL 42.
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162
Patontlist«.
D^ntseha
Mechanlker-Ztg.
Vorrichtung zum Zurücktreiben des Qaecksilberfadens bei Maxim umthermometem,
gekennzeichnet durch einen im ganzen oder in einem Teile elastischen Stab, dessen vorderer,
mit dem Thermometer elastisch verbundener Teil ein Binschraubgewinde besitzt Gros che
& Koch in Ilmenau, Thür. 28. 6. 1905. Nr. 174194. Kl. 42.
Patentliste.
Bis zum 24. Juni 1907.
Klasse: Amneldiuigem
21. C. 15 022. Einrichtung an Blektrizitäts-
zählem zur Bestimmung des einen fest-
gesetzten Betrag übersteigenden Energie-
verbrauches. Cy. pour la Fabr. des
Compteurs et Matöriel d*Usines k 6az,
Paris. 17.10.06.
K. 33368. Quecksilberlampe oder Gleichrichter
mit Vorrichtung zur Verhütung von Kurz-
schluß. F. H. V. Keller, New-York. 8. 12. 06.
L. 23 750. Einrichtung zur Ausübung des Ver-
fahrens für Fernübertragung von Bildern,
Photographien und anderen Flachendarstel-
lungen mittels Selens. Zus. z. Anm. L. 22 571.
B. Liebreich, Berlin. 14.1.07.
S. 23865. Vorrichtung an elektrischen Meß-
geräten zur Verringerung der durch mecha-
nische Reibung entstehenden Fehler. Sie-
mens & Halske, Berlin. 19.12.06.
V. 6449. Drahtlose Femzündung. W. Venier
ü. L. Ullrich, Wien. 1.3.06.
30. St. 10 272. Apparat zur Röntgenoskopie der
Zahnwurzeln, Kieferknochen u. s. w. J. S t e -
p an off, Nowgorod. 15. 6. 06.
32. B. 44 310. Verfahren zur Herstellung von
Quarzglasgegenständen. J. B r e d e 1 , Höchst
a. M. 9. 10. 06.
40. Seh. 24681. Metallegierung zum Ausgießen
von mit Säuren in Berührung kommenden
Hohlgegenständen. F. J. Schumacher,
Stuttgart. 27.11.06.
42. K. 32465. Apparat zur Lösung mathema-
tischer Aufgaben über räumliche Verhält-
nisse, bei welchem um eine senkrechte
Achse im Mittelpunkt einer Scheibe mit
Kreisteilung sich zwei Teilungen tragende
Platten drehen. B. Kühn, Berlin. 12.7.06.
R. 22 996 u. Zus. 23 443. Selenphotometer mit
einer oder mehreren schnell rotierenden, ab-
wechselnd der bekannten und der zu messen-
den Lichtquelle die lichtempfindliche Seite
zukehrenden Selenzellen. G. W. Ruhm er,
Berlin. 2.7.06. 18.10.06.
0. 5375. Einrichtung an monokularen optischen
Instrumenten zur Vermeidung des Ermüdens
des nicht beobachtenden Auges. C. P. G o e r z ,
Friedenau-Berlin. 13. 9. 06.
S. 24016. Vorrichtung zur Bestimmung der
Anfangsgeschwindigkeit abgefeuerter Ge-
schosse. R. Sack, Düsseldorf-Grafenberg.
22. 1. 07.
W. 26 821. Kompaß mit zwei senkrecht über-
einander aufgehängten und gegeneinander
verschiebbaren Kompaßrosen. C. Bamberg,
Friedenau-Berlin, u. F. Bidllngmaier,
Berlin. 10.12.06.
60. H. 86 165. Elektromechanischer Regler für
elektrische Spannungen. J., M. u. C, Herr-
gott, Valdoie, Frankr. 22.9.05.
67. N. 8730. Vorrichtung zum Schleifen und
Polieren von Glaswaren. A. Neumann,
Simmersdorf b. Iglau, Mähren. 5. 11. 06.
72 K. 32210. Für Geschützvisiere bestimmtes,
schwingbar gelagertes Prismenfemrohr mit
zylindrischer Prismenkammer. F. Krupp,
Essen. 6. 6. 06.
74. H. 40 508. Verfahren zur elektrischen Fem-
anzeige der Änderung physikalischer Größen.
Hartmann & Braun, Frankfurt a.M. 22.4.07.
Ertellnngen.
21. Nr. 187649. Verfahren und Einrichtung zur
selbsttätigen Aufrechterhaltung einer be-
stimmten Verdünnungsstufe in elektrischen
Vakuumröhren. Moore Blectrical Cy.,
New-York. 3.5.06.
Nr. 187 910. Röntgenröhre für hochgespannten
Wechselstrom. M. Levy, Berlin. 21. 2. 05.
Nr. 188009. Einrichtung zur Aufrechterhaltung
des Arbeitsganges von *mit einphasigem
Wechselstrom gespeisten Quecksilberdampf-
apparaten. P. C. Hewitt, New-York. 16.2.05.
42. Nr. 187 608. Einzel- oder Doppelfemrohr. K.
Hrabowski, Berlin. 5. 7. 06.
Nr. 187849. Vorrichtung zur Festlegung des
Schiffsortes auf der Seekarte, sowie zur Be-
stimmung des von diesem Ort zu steuernden
Kurses mit Hilfe zweier einander zugekehrter,
auf Schienen einstellbarer Transporteure.
J. N. Ansell, San Francisco, V.StA. 15.4.06.
Nr. 187 918. Mikrometer. L. Loewe & Co.,
Berlin. 15.9.06.
Nr. 187 919. Toleranzmikrometerlehre. L. Loewe
& Co., Berlin. 15.9.06.
Nr. 188 200. Ramdensches Okular, dessen Au-
genlinsensystem aus einer sammelnden ein-
fachen Linse und einer höchstens halb so
starken zerstreuenden oder sammelnden
Doppellinse besteht. C. Z eiß , Jena. 12. 6. 06.
49. Nr. 187 281. Lötmittel zum Hartlöten von
Gußeisen. The National Brazing Com-
pound Cy., Denver, V. St. A. 13. 4. 05.
Fflr die RadakUoii TerantworiUch: A. Blasehk« In Berlin W.
Terlag Ton JnlUi Sprlnver In Berlin N. — Dmok Ton Imll Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkiinde
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. ßlasohke, Berlin W ;M), ßarbarossastr. 51.
Heft 15. 1. August. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmigiinf^ der Redaktion srestattet.
Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.
Vortrag,
gehalten in der Sitzung der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik, Abt. Berlin,
am 19. März 1907
von
Dr. B. Undemaim iu Charlottenburg.
Im Jahre 1820 beobachtete Oerstedt die Ablenkung der Magnetnadel durch
den elektrischen Strom; bei verschiedenen wichtigen Apparaten wird diese Erscheinung
zur Messung elektrischer Ströme benutzt. Wenige Jahre nach Oerstedts Entdeckung
fand Faraday das zweite Grundgesetz für die Wechselwirkungen zwischen Magnetismus
und Elektrizität. Er beobachtete, daß bei der Änderung eines Stromes, z. B, beim
Öffnen und Schließen desselben, in einem benachbarten Leiterkreise ein Strom entsteht;
man bezeichnet diese Erscheinung als Indichtion. — Die Vorstellungen, welche sich
Faraday von diesen Vorgängen bildete, sind bis auf den heutigen Tag maßgebend
geblieben. Jeder Strom erzeugt in seiner Nachbarschaft ein magnetisches Kraftfeld;
unter der Einwirkung dieses Feldes würde sich ein gedachter positiv - magnetischer
Körper, ein magnetischer Pluspol, auf Kreisen bewegen, deren Ebenen senkrecht zur
Stromrichtung stehen und deren Achsen mit der Stromrichtung zusammenfallen. Man
nennt diese Bahnen magnetischer oder elektrischer Pluspole die Kraftlinien des ma-
gnetischen oder elektrischen Feldes. Durch ihre Richtung ist die Richtung der Kraft
an jedem Punkte des Raumes bestimmt. Jede Änderung des magnetischen Feldes, wie
sie z. B. bei dem Faradayschen Fundamentalversuch durch Änderung des Stromes
hervorgerufen wird, bedingt ein elektrisches Feld, dessen Kraftlinien diejenigen des
magnetischen Feldes in der gleichen Weise als konzentrische Kreise umschließen wie
die magnetischen den sie erzeugenden Strom. . In einem Leiter, der in die Richtung
dieser elektrischen Kraftlinien gebracht wird, fließt ein Strom. Umgekehrt entsteht
nun durch jede Änderung eines elektrischen Feldes, welches etwa zwischen zwei
Metallplatten durch Ladung derselben auf entgegengesetzte Spannungen erzeugt sein
mag, ein magnetisches Feld, dessen Kraftlinien die elektrischen ringförmig umschließen.
Ein in diesem Felde befindlicher magnetisierbarer Körper wird in Richtung der Kraftlinien
magnetisiert.
Als den eigentlichen Träger des magnetischen und elektrischen Feldes sieht
man nach Faraday den Äther an, jenes hypothetische Medium, zu dessen Annahme
schon die Erscheinungen des Lichtes geführt haben. Faraday, Maxwell und Hertz
waren es vor allem, welche durch ihre fundamentalen Untersuchungen nachwiesen, daß
einmal die ganze Fülle der elektromagnetischen Erscheinungen sich mit den kurz an-
gedeuteten beiden einfachen Gesetzen erklären läßt und daß andererseits die Licht-
erscheinungen nichts anderes als sehr schnell verlaufende, periodische Störungen im
elektromagnetischen Felde sind.
Die Erscheinung der Induktion eines Stromkreises auf einen benachbarten
Leiterkreis bietet ein erstes Mittel, Nachrichten ohne Benutzung eines die Stationen
verbindenden Leitungsdrahtes zu übermitteln. In der Tat hat man versucht, größere
Entfernungen auf diese Weise zu überbrücken. Die schnelle Abnahme der Induktions-
wirkungen mit der Entfernung nötigte jedoch dazu, den aufeinander wirkenden Draht-
kreisen schon bei kleinen Abständen unbequem große Dimensionen zu geben.
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i64 R. Lind •mann, Die Entwicklung d«r drahtlos» TelegraphU. Me^jmJ^rZte
Die Intensität des induzierten Stromes ist der zeitlichen Änderung des indu-
zierenden proportional. Dadurch, daß man die Stromschwankungen immer schneller
eintreten läßt, muß es offenbar möglich sein, kräftigere Wirkungen zu erzielen. Ströme
dieser Art treten auf bei der Entladung einer Leydener Flasche oder emes anderen An-
sammlers der Elektrizität durch eine Funkenstrecke und einen Schließungskreis von
genügend kleinem Widerstand. In Fig, 1 ist die einfachste Form eines
solchen Ansammlers der Elektrizität, der aus zwei einander gegenüber-
stehenden Platten bestehende Plattenkondensator, gezeichnet. Werden
die beiden Platten durch eine Elektrizitätsquelle hoher Spannung, z. B.
ein Induktorium J", auf entgegengesetzte Spannungen geladen, bis zwischen
den Enden der Funkenstrecke F der Funken übergeht, so vollzieht sich
die Entladung in Form eines Stromes, der etwa eine Million mal in der
Sekunde seine Richtung wechselt und dessen Intensität wegen der Wärme- Fig. i.
entwicklung im SchUeßungskreise und anderer Energieverluste all-
mählich abnimmt. In einem schnell rotierenden Spiegel betrachtet löst sich der Ent-
ladungsfunken in eine Reihe kleiner Teilfunken auf, welche deutlich eine Richtungs-
verschiedenheit des Stromes erkennen lassen.
Die Zahl der Wechsel pro Sekunde, die Frequenz der Entladung, ist durch
zwei wichtige Größen, die Kapazität des Kondensators und den Koeffizienten der
Selbstinduhtion des Schließungskreises, bestimmt. Man versteht unter der ersteren das
Verhältnis der auf dem Kondensator angesammelten Elektrizitätsmenge zu der Spannungs-
differenz zwischen den Belegungen, welche nötig ist, jene Ansammlung zu bewirken.
Die Kapazität ist vor allem von der Größe der Belegungen oder Platten des Konden-
sators, ihrem gegenseitigen Abstand und den elektrischen Eigenschaften des isolierenden
Zwischenmediums abhängig. Der Selbstinduktionskoeffizient berechnet sich aus der
Länge und Dicke des Leitungsdrahtes und der gegenseitigen Lage seiner einzelnen
Teile. In derselben Weise, wie ein geschlossener Stromkreis auf einen zweiten ihm
benachbarten induzierend wirkt, beeinflussen sich auch die verschiedenen Teile des-
selben Stromkreises, z. B. die benachbarten Windungen einer Spule. Die Größe dieser
Beeinflussung wird wesentlich durch den Koeffizienten der Selbstinduktion bestimmt.
Der geschlossene Kondensatorkreis stellt hiemach ein elektrisch schwingungs-
fähiges Gebilde dar. Wie eine Stimmgabel von bestimmter Größe und Form und aus
bestimmtem Material stets nur einen Ton erzeugt, und wie ein Pendel von bestimmter
Länge eine ganz bestimmte Schwingungsdauer besitzt, so ist auch die Frequenz einer
Entladung des Kondensators durch die Kapazität und Selbstinduktion im Schließungs-
kreise bestinunt. Die mechanische Analogie läßt sich aber noch weiter führen. Wird
in der Nähe einer nicht schwingenden Stimmgabel eine zweite angestrichen, so gerät
die erstere in Mitschwingen, wenn ihr Eigenton demjenigen der angestrichenen Stimm-
gabel gleich ist. Andererseits wird ein zunächst ruhendes Pendel von einem schwin-
genden, mit dem es irgendwie elastisch verbunden ist, nur dann in stärkeres Mit-
schwingen versetzt, wenn die Schwingungsdauer beider Pendel die gleiche ist. In
durchaus entsprechender Weise sind die Induktionsströme in einem geschlossenen
Kondensatorkreise, erzeugt durch einen benachbarten zweiten Kondensatorkreis, dann
am stärksten, wenn beide Kreise die gleiche^ Oszillationsdauer besitzen. Diese Er-
scheinung, welche man, wie bei den Stimmgabeln und den Pendeln, als Resonanz be-
zeichnet, wird in der drahtlosen Telegraphie vielfach benutzt.
Aber auch die Induktionswirkungen der hochfrequenten Entiadungsströme im
geschlossenen Kondensatorkreise sind direkt für die Zwecke einer drahtiosen Tele-
graphie nicht brauchbar, da die erreichbaren Entfernungen noch recht klein sind.
Die Gesamtwirkung eines solchen geschlossenen Kreises kann man sich als die Summe
der Wirkungen der einzelnen Teile des Schließungskreises denken. Zu jedem Teile a
(Fig. 1) existiert offenbar ein anderer nahezu paralleler h von gleicher Länge mit ent-
gegengesetzter Stromrichtung. Da die Wirkungen je zweier solcher Teile auf euien
fernen Leiterkreis sich nahezu aufheben, so muß auch die Gesamtwirkung des ganzen
Stromkreises sehr gering sein.
Erst Heinrich Hertz gelang es, diese Schwierigkeit zu beseitigen durch
Benutzung eines offenen Oszillators. Bei demselben schließen sich an die Elektroden
der Funkenstrecke zwei gleichlange Drähte an, die in Platten oder Kugeln enden, wie
dies Fig. 2 zeigt. Auch hier lösen die durch ein Induktorium erzeugten Funken elek-
trische Schwingungen aus. Man kann sich die Anordnung entstanden denken durch
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HeA 15.
1. AngDst 1907.
R. Lindamann, DU Entwicklung d«r drahtlosen Telegraphi«.
155
Aufbiegen des geschlosseneu KondenBatorkreises {Fig. 1) in der Weise, daß der Ab-
stand zwischen den beiden Platten des Kondensators immer größer und größer wird.
Es ist ersichtlich, daß hier das elektrische Feld zwischen den Platten in ganz anderer
□ ,...,.. Weise wirksam sein wird als bei den ge-
y [ wohnlichen Kondensatorkreisen. W&re nur
Flg. 2.
Tempo
wieder
Fig. 8.
Flg. 4.
dieses elektrische Feld vorhanden, so wür-
den die elektrischen Kraftlinien in dem
der Schwingungen des Oszillators aus diesem herauswachsen und sich
in denselben zurückziehen. Die genauere Anwendung der eingangs er-
örterten Induktionsgesetze sowohl auf den im Oszillator fließenden Strom als auch auf
das elektrische Feld, welches durch die
Ladungen des Oszillators im Außenraum er-
zeugt wird, hat ergeben, daß die Kraft-
linien sich abschnüren imd als freie ge-
schlossene Kraftlinien in den Raum hinaus
wandern. In den Fig, 3 bis 6 ist dieser
eigentümliche Verlauf für verschiedene
Stadien des Vorganges gezeichnet. Wäh-
rend der Periode der Aufladung wachsen
die Kraftlinien aus dem Oszillator heraus,
wie Fig. 3 zeigt. Sobald die Ladung wieder
abzunehmen beginnt, findet ein Abschnüren
der Kraftlinien statt {Fig, 4), und es sind
nur noch geschlossene Kraftlinien vor-
handen, wenn die Ladung verschwunden
ist {Fig. f)). Bei der folgenden Aufladung
im entgegengesetzten Sinne wachsen wie-
derum Kraftlinien aus dem Oszillator heraus
{Fig. 6), um sich beim Abnehmen dieser
Ladung ebenfalls abzuschnüren und ge-
schlossene Kurven zu bilden, wenn die
Ladung verschwunden ist. Alle diese ge-
schlossenen Kraftlinien pflanzen sich, von
den neu entstehenden getrieben, mit Licht-
geschwindigkeit senkrecht zur Achse des
Oszillators nach allen Seiten hin fort. Es
leuchtet ein, daß es zu einem solchen Ab-
schnüren der Kraftlinien bei dem früher
betrachteten geschlossenen Kondensator-
kreis, wo das elektrische Feld auf den
engen Raum zwischen den Belegungen der
Leydener Flaschen beschränkt ist, nicht
kommen kann.
Die Intensität der elektrischen Kraft
ändert sich in der Umgebung des Os-
zillators von Ort zu Ort, abwechselnd zu-
und abnehmend. Wie die Wasserteilchen
an der Oberfläche eines Teiches durch
einen hineinfallenden Stein in schwingende
Bewegung versetzt werden, eine Erschei-
nung, die wir als Welle bezeichnen, so geht
auch von dem Oszillator nach allen Seiten
hin eine Erschütterung des Äthers aus. Die
Stärke dieser Erschütterung, die Intensität
des elektrischen Feldes, schwankt wie die
Höhe der Wasserteilchen in einer Welle. Die eingehenden experimentellen Unter-
suchungen, welche von Hertz und anderen Forschern über diese freien elektrischen
Wellen angestellt sind, haben ergeben, daß die beobachteten Erscheinungen in jeder
Weise durch das obige Bild wiedergegeben werden. Insbesondere gelang es Hertz,
eine Reflexion der elektrischen Wellen durch absorbierende Wände nachzuweisen, ent-
Flg. 5.
Fig. 6.
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166
R. Lindemann, Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.
bentache
Mechaniker-Ztg.
sprechend der Reflexion der Wasserwellen an festen Wänden. Es bildeten sich dabei
stehende Wellen aus: an bestimmten Punkten war die elektrische Feldstärke dauernd
sehr groß, an anderen dazwischen liegenden verschwindend klein. Die doppelte Ent-
fernung zweier benachbarter Punkte minimaler Feldintensität, sogenannter Knotenpunkte,
bemifit den Weg, den die Welle während der Dauer einer Oszillation des Wellen-
erregers zurücklegt, und wird die Wellenlänge genannt. Sie ist gleich dem Produkt
aus der Schwingungsdauer und der Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Welle. Da
sich die Schwingungsdauer des Oszillators aus dessen Kapazität und Selbstinduktion
wie bei dem geschlossenen Kondensatorkreise berechnet, so kann aus Beobachtungen
der Wellenlänge die Fortpflanzungsgeschwindigkeit bestimmt werden. Sie ergibt
sich in Übereinstimmung mit der Theorie zu 300 000 km in der Sekunde, also gleich
der Geschwindigkeit des Lichtes,
Trotzdem durch die Arbeiten von Hertz das Problem der Erzeugung und Be-
obachtung elektrischer Wellen prinzipiell gelöst war, so bedeutete es doch noch einen
großen Schritt, diese Wellen für die Zwecke einer drahtlosen Telegraphie verwendbar
zu machen. Die Lösung dieser Aufgabe scheiterte zunächst an der Unempfindlichkeit
der Mittel, die man zum Nachiceis der Welle7i benutzte.
Einen Wellenanzeiger von ungewöhnlicher Empfindlichkeit fand Branly in
dem Kohärer oder Fritter. Er beobachtete, daß kleine Metallteile, z. B. Metallschrauben,
Feilspähne oder Metallpulver, die in einem Glasrohr zwischen zwei Metallkolben lose an-
einander liegen und im gewöhnlichen Zustande dem Durchgang des elektrischen Stromes
einen größeren Widerstand entgegensetzen, unter der Einwirkung elektrischer Schwin-
gungen plötzlich leitend werden. Eine geringe Erschütterung genügt, um den Apparat
wieder in den Zustand geringer Leitfähigkeit zu bringen. Man kann sich die Er-
scheinung damit erklären, daß bei dem Auftreffen der Wellen zwischen den einzelnen
Metallteilchen kleine Funken übergehen, welche ein Zusammenschweißen jener Teilchen
bewirken. Hiermit ist die Beobachtung im Einklang, daß der Apparat an Stellen größter
1.
Fig. 7.
Fig. 8.
Fig. ö.
Flg. H).
Spannung am besten funktioniert. Aber auch mit diesem sehr empfindlichen Wellen-
anzeiger sind die Hertz sehen Wellen nur in einer Entfernung vom Oszillator nach-
gewiesen, die kaum 50 m überlriirt.
Es ist das Verdienst Marconis, den Weg gezeigt zu haben, wie durch Ver-
wendung besonderer Sender und Empfänger diese Entfernung beträchtlich vergrößert
werden kann. Den von ihm benutzten Sender stellt Fig. 7 dar. Derselbe besteht aus
einem langen isolierten vertikalen Draht, der an den einen Pol der Funkenstrecke an-
geschlossen ist, während der andere Pol an Erde liegt. Die Punkenstrecke wird von
einem Induktorium J oder einer anderen Elektrizitätsquelle hoher Spannung gespeist.
An Stelle der unteren Hälfte des symmetrischen Hertz sehen Senders tritt hier die Erde,
ein Körper von großer Kapazität. Es zeigt sich, daß der Verlauf der Kraftlinien eines
solchen Mareen i- Senders in Annäherung gleich dem Verlauf der Kraftlinien des vertikal
gestellten Hertzschen Oszillators oberhalb der durch die Funkenstrecke gelegten Horizontal-
ebene ist. Insbesondere ist hiernach in größerer Entfernung vom Sender das elektrische
Feld senkrecht zur Erdoberfläche gerichtet. Schaltet man an verschiedenen Stellen des
Senders Glühlampen ein, so leuchten diese verschieden hell auf, am stärksten am
unteren Ende und am schwächsten am oberen. Demnach besitzt die Stromstärke einen
höchsten Wert am unteren Ende des Drahtes und einen kleinsten am oberen. Umgekehrt
ist die Spannung am oberen Ende am größten und sehr klein am unteren, wie an dem
Aufleuchten evakuierter Röhren in der Nähe des Senders beobachtet werden kann.
Bei Aufhebung der Erdung des einen Poles der Funkenstrecke sinkt die Spannung am
oberen Ende des Senders beträchtlich, und entsprechend nimmt die Fernwirkung ab.
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Heft 15.
Ausrast 1907.
R. Lindemann, Die Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.
157
Der Grund hierfür ist, daß jetzt der Funken nicht mehr an einer Stelle maximaler
Stromstärke übergeht, wodurch eine Zunahme der Energieverluste in ihm und damit
eine Zunahme der Dämpfung der Schwingungen bedingt ist. In Fällen, wo eine sichere
Erdung nicht möglich ist, tritt an ihre Stelle ein elektrisches Gegengewicht, bestehend
entweder in einem dem oberen Drahte gleichen Symmetriedraht oder in einem kürzeren
Draht und. einem passend gewählten Konduktor (Fig. 8 und 9). Die Wirkung Mes
Senders wird hierdurch nicht merklich geändert.
Der von Marconi bei seinen ersten Versuchen benutzte Empfänger besteht
aus einem langen vertikalen Draht, der an seinem unteren Ende unter Einschaltung des
Kohärers K zur Erde abgeleitet ist {Fig, 10). In diesem Draht wird das zur Erd-
oberfläche senkrecht verlaufende elektrische Feld des Senders nach den früheren
Überlegungen Ströme erzeugen. Auch hier tritt an Stelle der Erdung, wo diese nicht
möglich ist, ein elektrisches Gegengewicht, wie beim Sender. Die weitere An-
ordnung zum Empfang der Wellen zeigt schematisch Fi(j 11. Von den Enden des
Kohärers K zweigt sich ein Stromkreis I ab, in welchem sich außer einem
Element e von geringer elektromotorischer Kraft das Relais R befindet. Dieses
bewegt schon beim Durchgang eines äußerst geringen Stromes eine vorher in labilem
Gleichgewicht schwebende Zunge, wodurch ein zweiter Stromkreis II mit stärkerer
Batterie E geschlossen wird. Der so eingeschaltete Strom betätigt den Morse-
schreiber M, den Klopfer Kl und eventuell eine Weckklingel. Der Klopfer hat den
Zweck, die durch auffallende Wellen zusammengeschweißten Metallteilchen des Kohärers
wieder voneinander zu trennen und den Apparat zum Empfang neuer Wellen bereit
zu machen. Es ist ersichtlich, daß wegen der Trägheit des Morseschreibers Wellenzüge
von längerer oder kürzerer Dauer sich durch längere oder kürzere Striche kennzeichnen
_^r:"KhHHH^
i \ Kl
K r
-^=WF=\
^\
.___,,. ^
(
Flg. n.
Flg. 12.
Fig. 13.
Flg. 14.
werden. Diese verschieden langen Wellenzüge werden durch längeres oder kürzeres
Einschalten des Stromes in der Primärspule des den Sender speisenden Induktoriums
mittels eines gewöhnlichen Morsetasters erhalten.
Die mannigfachen Verbesserungen, welche diese Anordnungen sowohl von
Marconi selbst als auch vor allem von Braun und Slaby erfahren haben, bezwecken
neben der Verstärkung der Fernwirkung besonders eine schärfere Abstimmung des
Empfangssystems auf den Sender.
Um die Wirksamkeit eines Marconi-Senders von bestimmter Länge zu steigern,
stehen zwei Mittel zur Verfügung: Erhöhung der Spannung zwischen den Elektroden
der Funkenstrecke oder Steigerung der Kapazität des Senderdrahtes und damit Steige-
rung der Stromstärke im Sender. Eine Vermehrung der Spannung ist erreichbar durch
Vergrößerung der Funkenlänge. Da jedoch mit wachsender Funkenlänge der Energie-
verlust im Funken und damit die Dämpfung der Schwingungen stark zunimmt, so ist
hier sehr bald eine Grenze gesetzt. Vergrößerung der Kapazität des Senders anderer-
seits wird erzielt durch Verwendung mehrerer parallel geschalteter Drähte, sogenannter
Mehrfachantennen, wie sie z. B. Fig. 12 und 13 zeigen, oder eines einzigen Drahtes
mit einem käfigartigen Gebilde aus Draht an seinem oberen Ende, wie es in Fig. 14
gezeichnet ist.
Eine scharfe Abstimmung des Empfängers auf dem Sender, welche bei der
ursprünglichen Marconi-Anordnung nur sehr unvollkommen erreicht werden kann, ist
zu erstreben, damit verschiedene gleichzeitig arbeitende Stationen sich nicht gegenseitig
stören. Auch wird es so, besonders bei häufigem Wechsel der benutzten Wellenlänge,
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158
R. Lindemann, Di« Entwicklung der drahtlosen Telegraphie.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
einer unbeteiligten Station erschwert, Depeschen aufzufangen. Die von dem Sender
ausgehenden Wellen sollen nur von einem ganz bestimmten Empfänger angezeigt
werden. Dazu ist vor allem nötig, daß die Eigenschwingungsdauer des Sende- und
Empfangssystems gleich groß, der Widerstand des letzteren möglichst klein, und der
vom Sender ausgehenden Wellenzug nur schwach gedämpft ist. Durch Benutzung
sogenannter gekoppelter Systeme ist es vor allem Braun gelungen, diese Grund-
bedingungen für eine abgestimmte Telegraphie in hohem Maße zu erffillen.
Fig. 15.
'//////.
Fig 17.
Einige der von ihm angegebenen Senderformen stellen die Fig. 15, 16 und 17
dar. Ein geschlossener Kondensatorkreis, bestehend aus einer Batterie Leydener
Flaschen (7, einer Spule L und der vom Induktorium J gespeisten Funkenstrecke F,
wirkt induzierend auf eine in das untere Ende des Senders eingeschaltete Spule. Man
sagt: der Sender ist mit dem Kondensatorkreis gekoppelt. Diese Koppelung ist
entweder rein induktiv (magnetisch) wie in Fig. 16 oder galvanisch wie in
Fig. 16. Eine gemischte Schaltung zeigt Fig. 17. Da bei dieser Anordnung die
Funkenstrecke in einem Kreise großer Kapazität, also großer mittlerer Stromstärke, liegt,
und da, wie schon oben bemerkt, der Energieverlust in Funken und damit die
Dämpfung der Schwingungen mit wachsender Stromstärke abnimmt, so kann hier durch
Verlängerung des Funkens die Energie im Kondensatorkreise beträchtlich vergrößert
werden, ohne daß die Dämpfung der Schwingungen zu sehr zunimmt. Durch starke -
Koppelung dieses Kreises mit dem Senderdraht ist es demnach auch möglich, die
Energie in dem letzteren und damit seine Austrahlung sehr viel weiter zu steigern, als
es bei dem einfachen Marconi-Sender möglich war. Durch schwache Koppelung anderer-
seits läßt es sich erreichen, daß die Dämpfung der Schwingungen des Luftleiters an-
nähernd gleich der geringen Dämpfung im geschlossenen Kondensatorkreise ist. Einen
weiteren Vorzug der Anordnung bedeutet es, daß an die Isolation des Luftdrahtes bei
weitem nicht die hohen Anforderungen zu stellen sind, wie beim Marconi-Sender, da
hier der Luftleiter nicht die direkten Induktorladungen erhält, wie dort. Die Erdung
des unteren Endes des Senderdrahtes kann unbeschadet seiner Wirksamkeit auch hier
durch Ausschließung eines Symmetriedrahtes oder eines anderen elektrischen Gegen-
gewichtes ersetzt werden.
''■9-/////////////
Fig. 18.
C =^C//f H
<p_
V/////A
Flg. 19.
Fig. 20.
Den Braunschen Empfänger zeigt Fig. 18. Der Luftleiter ist möglichst
fest, daher galvanisch, mit dem geschlossenen Kondensatorkreis I gekoppelt. Dieser
induziert auf einen zweiten geschlossenen Kondensatorkreis II, in dem der Kohärer K
liegt. Die Kapazität C^ bezweckt vor allem, dem Kreise II trotz der unbestimmten
und wechselnden Kohärerkapazität eine bestimmte Schwingungszahl zu geben und da-
durch auch eine Abstimmung dieses Kreises auf I möglich zu machen. Von den Enden
des Kohärers K zweigen sich wie früher {Fig. 11) die Leitungen zum Relais R und
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1. Allg!n8t^»07. ^- Lind« mann, Di« Entwicklung der drahtlosen Telejraphle. 159
dem übrigen Teil des Empfangsapparates ab. Durch den Kondensator C wird schließlich
dem das Relais speisenden Gleichstrom der Weg durch die Spule L^ versperrt.
Die von Marconi und Slaby benutzten Empfänger, wie sie die ^jf. i5 und ;?0
zeigen, sind nach dem gleichen Prinzip angeordnet. Während Marconi den Luftleiter
rein induktiv mit dem Kreise I koppelt und den Kohärer der Kapazität Cj direkt
parallel legt (Fig. 19), verwendet Slaby an Stelle des geschlossenen Kondensatorkreises
eine galvanisch mit dem Luftleiter gekoppelte Spule, an deren Enden der Kohärer an-
geschaltet ist {Fig. 20), Die Kapazität C hat hier den gleichen Zweck, wie in der
Braunschen Anordnung.
Alle diese Empfangssysteme zeichnen sich vor allem dadurch vor der früher
betrachteten einfachsten Form aus, daß der Kohärer mit seinem großen Widerstand«
nicht mehr direkt in den Luftleiter eingeschaltet ist. Erst dadurch wird die Möglichkeit
einer sehr viel schärferen Abstimmung des Empfängers gegeben. Auch können erst
mittels dieser Schaltungen die schon oben besprochenen Vorteile der Verwendung von
vielfachen Antennen auch für den Empfänger ausgenutzt werden. Die durch letzteren
bewirkte Steigerung der Stromstärke in dem induzierenden unteren Teil des Luftleiters
bedingt eine entsprechende Steigerung der Spannung im Kreise /. Auf diese Spannungen
aber spricht nach unseren früheren Betrachtungen der Kohärer an.
Die genannten Vorzüge der gekoppelten Sende- und Empfangssysteme haben
zur Folge gehabt, daß fast alle größeren Stationen mit denselben ausgerüstet sind.
Wenn gleichwohl häufig der einfache Marconi-Sender Verwendung findet, vor allem
dort, wo die zu erreichenden Entfernungen nicht groß sind und eine schärfere Ab-
stimmung fehlen darf, so ist der Grund dafür in seiner Einfachheit und seinem ge-
ringeren Energieverbrauch zu suchen. Wie hier nur kurz erwähnt werden mag, hat
das Bedürfnis nach einer schnellen und einfachen Messung der Wellenlänge sehr bald
die Herstellung dazu bestimmter einfacher Apparate gezeitigt. Dieselben beruhen auf
dem Prinzip, daß ein geschlossener Kondensatorkreis oder eine Spule mit veränderlicher,
aber bekannter Eigenschwingung mit dem zu untersuchenden Schwingungskreis in
Resonanz gebracht wird^).
In neuester Zeit ist es dem dänischen Ingenieur
Penisen gelungen, ungedämpfte elektrische Schwingungen
zu erzeugen. Schon seit längerer Zeit war die Eigenschaft
des elektrischen Gleichstrom-Lichtbogens, in einem ihm parallel
geschalteten Kondensatorkreis mit Selbstinduktion Wechsel-
ströme hoher Frequenz hervorzurufen, bekannt. Aber die bis-
her auf diesem Wege erreichten Frequenzen genügten noch u
nicht für die Zwecke der drahtlosen Telegraphie. Indem fT^^Txl« !•
Penisen den Lichtbogen in einer WasserstofPatmosphäre ~f-^ L^J '
brennen ließ und als negative Elektrode eine Homogenkohle, ^^^^J,^^^
als positive einen gekühlten Kupferstab benutzte, kam er bis
zu Frequenzen von 100000 und mehr. Die Vorzüge ^"
dieser ungedämpften Schwingungen gegenüber den schnell
abklingenden Funkenentladungen vor allem bezüglich einer scharfen Abstimmung des
Empfängers auf den Sender liegen nach unseren obigen Betrachtungen auf der Hand.
Zunächst scheint es jedoch große Schwierigkeiten zu machen, eine genügende Konstanz
nicht nur der Intensität, sondern auch der Frequenz dieser Schwingungen zu erreichen.
Fig. 21 zeigt eine Senderanordnung für ungedämpfte elektrische Schwingungen. Die
Kapazität C, Selbstinduktion L und der Lichtbogen B bilden den Hochfrequenzkreis,
mit dem der Sender S galvanisch gekoppelt ist. Die Gleichstromquelle E liefert den
Lichtbogenstrom, während die Spule Lq den Zweck hat, den schnellen Schwingungen
den Weg durch die Batterie abzusperren.
Mit der Erzeugung ungedämpfter elektrischer Wellen hat zugleich auch das
Problem einer drahtlosen Telephonie seine Lösung ' gefunden. Dazu war nur nötig,
die ausgesandten Wellen in irgend einer Weise der Sprache entsprechend zu beein-
flussen und sie im Empfangssystem auf ein Telephon einwirken zu lassen. Die Be-
1) Durch das freundliche Entgegeukommen der Gesellschaft für drahtlose Tele-
graphie war es möglich, beim Vortrage eine kleine, für Demonstrationsz wecke zusammen-
gestellte Anordnung des von jener Gesellschaft gebauten Sender- und Bmpföngersystemes sowie
einige Wellenmesser vorzuführen.
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I(j0 O. Behrendsen, Zur Geschichte der Mecha iker Göttingens. MerhanikeT^Ztjj
obachtung, daß die Intensität der Schwingungen sehr stark von der Größe des den Licht-
bogen speisenden Gleichstroms abhängt, führte Rahmer zu der in Fiff, 22 skizzierten
Schaltung. Der Sender unterscheidet sich nur dadurch von der früheren Anordnung
(Fig. 21), daß auf die Spule Lq im Gleichstromkreise ein zweiter Kreis II induzierend
wirkt, der außer der Batterie e ein Mikrophon M enthält. Durch ihn wird die Strom-
stärke im Lichtbogen und damit die Intensität der Schwingungen den in das Mikrophon
gesprochenen Lauten gemäß modifiziert. Bei dem Empfänger ist anstelle des Kohärors
ein empfindlicherer Apparat, die Schi ö-
milchsche elektrolytische Zelle Z, benutzt,
der ein Telephon T parallel liegt.
Trotz mancher noch unp:elöster Fragen
hat die drahtlose Telegraphie in der kurzen r hij i
Zeit ihres Bestehens schon gewaltige Erfolge 4:,,^ ' !
zu verzeichnen. Von den Problemen, die i " 1
einstwellen noch ihrer Lösung harren, sind ^r/Vwv ^.
wohl zwei als besonders wichtig hervorzuheben: j ;' ', ll
zunächst eine immer schärfere Abstimmung z' | ; ^' ff\ ' — | )^ '(?)
und damit größere Störungsfreiheit in der ^ 1-- .- - :^ I J |i-J
Nachrichtenübermittelung und dann die Ge- .,.!,, [_..,
heimhaltung der Telegramme. Scheint vor p^^^ 22
allem die Poulsensche Entdeckung eine bal-
dige glückliche Lösung der ersteren Frage zu versprechen, so fehlt es auch nicht
an erfolgreichen Versuchen, das Auffangen der Depeschen seitens fremder Stationen
insbesondere dadurch zu erschweren, daß die elektrischen Wellen von der Endstation
nur in einer bestimmten Richtung ausgesandt werden.
1 7;
Zur Geschichte
der
Entwicklung: der mechanischen Kunst.
Neue Beiträge zur Geschichte der Mechaniker Göttingens
im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Von Prof O. Behrendsen in noitin^'en.
Anhang.
Aufzählung der auswärtigen Mechaniker, die (fast sämtlich) zur Universität
Göttingen im 18. oder im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in Beziehung
gestanden haben.
I. Engfland.
(Wenn nicht anders ang'eg'ebLn, London.)
A. Uhrmacher.
1. George Graham, 1675 bis 1751. (LB. Bd. IL S. 96.)
2. John Shelton, ein sehr bprühmter Künstler, lioferte für das Göttingor Observatorium
eine astronom lache Uhr mit Roatpmidel, vom Könige Georg II. 1754 geschenkt. (P. Bd. II
S. 267, LB. Bd I S 365 n ///. S. 240). Diese Uhr ist noch in der Sternwarte im Gebrauch.
Auch ist eine öekundenuhr dioeos Künstlers daselbst noch vorhanden.
3. John Ellicot, f 1772, ein äußerst findiger Kopf, schuf unter anderem eine Wage zur
Messung elektrischer Anziehungskrnfte. {LB. Bd II. S 47.)
4. John Harrison, 1693 bis 1776, war durch eine Art Uhren, die er „time keeper"
nannte, sehr bekannt geworden. Auf der Sternwarte in Richmond wurden seine astronomischiMi
Uhren 1775 einer besonderen Probe unterworfen. {LB Bd I S 10 u US)
5. John Arnold, 1744 bis 1799, war bekannt durch seine „Seeuhren" (Chronometer);
Lichtenberg spricht von ihm wenig günstig. (LB Bd. III. S. 239 )
6. J. Vnlliamy and Son. Von diesen Künstlern stammt eine überaus künstliche Uhr
mit 4 I*aar Zeigern, dazu ein Zeiger, der Achtol-Pekunden anjrab; (iieselbe schenkte 17H6 dio
Königin der Göttinger Sternwarte. (P. Bd. IL S. 269.)
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1 Aii*ti>^* iW»7 O. Behrendaen, Zur Geschichte der Mechaniker G5ttingens. "|f>|
7. Hardy, im orston l>rittel des VX Jahrhundorta tiUig, Der Herzog von Susaex be-
fiteilte bei ihm für die neue Götlinger Sternwarte eine Tertieniihr und eine große astronomische
Uhr mit Quecksilberkompensation.
B. Optiker and Mechaniker.
8. Searlet muß in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tfttig gewesen sein. Die
rffenbachscho Sammhing, die ITf)! der Universität Göttingen zufloß, besaß von diesem Künstler
ein Mikroskop. (Kur.)
9. Marshall, sein Zeitgenoase, von dem die UffenbaChsche Sammlung ein sehr ge-
rühmtes Mikroskop mit 6 Objektiven und allerhand Nebenapparaten besaß. {Kur)
10. James Short, 1710 bis 1768. Von diesem Künstler erhielt die Sternwarte ein 20 Zoll
langes Spiegelteleskop (nach Gregory) als Geschenk des Herzogs von York (P. Bd, II S. 2^7)]
auch Lichtenberg {LB. Bd. I. S 46) crwfthnt ein Teleskop von seiner Hand.
11. J. Rowley lebte wahrscheinlich ums Jahr 1700 in London. Zu der sogenannten
Hülowschen Sammlung, die don (jrundstock der Bibliothek bildete, gehörte ein Bestand von
Instrumenten, unter welchen sich zwei Sonnenuhren von diesem Künstler befanden, die eine
vergoldet, die andere mit horizontalem Stundenkreis (1' im Durchmesser) und einem Fernrohr
zur Erzeugung des Sonnenbildes. (P. Bd I. S. 242; Kur) Rowley war Hofmechaniker des
Königs Georg I.
12. Cnlpeper, ein wohl in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebender Künstler.
Die Uffenbachsche Sammlung besaß Mikroskope (mit Glasbehältern um an lebenden Objekten,
Fischen, die Blutbewegung zu beobachten) und eine vergoldete Sonnenuhr von 9* Durchm'osser.
13. J. Sishon lieferte auf Bestellung des Königs Georg TU. einen 2- ftißigen Quadranten,
der sowohl für Höhen- als auch Horizontalmessungen eingerichtet war. Dieses Instrument war
nach Angaben des Direktors der Sternwarte in Richmond (Demainbray) gebaut. (P. Bd IL
S. 268) Bine Nivellierwage von seiner Hand besaß die physikalische Sammlung.
14. George Adams, 17f>0 bis 1795, war Hofmechanikus des englischen Königs Georg III.,
der bei ihm für das Göttinger Observatorium ein zusammengesetztes Mikroskop, ein Sonnenmikro-
skop und eine Camera obscura bestellte (P Bd. II S. 268)\ Lichtenberg erwähnt ihn auch als
Verfertiger von elektrischen Apparaten. (LB. Bd. II S. 200 u. Bd. IIT. 8.164)
16. Hadley, f 1744, bekannt als Vorfertiger astronomischer Meßinstrumente (LB Bd. L
S.171), für welche er selbständige Modolle schuf. Einen Hadley sehen Spiegelsextanten be-
stellte der Astronom Seyffer für die Göttinger Sternwarte 1792 in London für 16 Guineen. iKur.)
16. Peter Dollond, 1730 bis 1820, der berühmte Erfinder achromatischer Linsensysteme
und Verfertiger ausgezeichneter optischer Instrumente. Die Göttinger Institute besaßen mehrere
dorselben. So wurde 1780 für die Sternwarte (aus dem Nachlaß des Sekretärs Schernhagn in
Hannover) eines seiner größeren Fernrohre für 140 Taler gekauft. Auch Lichtenberg hatte
mehrere Fernrohre von Dollond (s. LB. Bd. I 8.349 u. Bd. TU 8.224) im Besitz. In Oxford
befand sich ein 10-füßiges Instrument von ihm. Übrigens verfertigte Dollond auch Taschen-
porspektive, Lorgnetten, Prismen, und zwar solide wie auch Hohlprismen, sowie achromatische
Prismen, von denen sich Exemplare in der Lichtenbergschen Sammlung befanden. (Ver-
zeichnis V. L. in Kur.)
17. John Bird, 1709 bis 1776. Eines der Hauptstücke des alten Observatoriums war
ein 8-fÜßiger Mauerquadraiit von Bird, von dem eine genaue Beschreibung sich bei P. Bd. L
S. 239 findet. Das ausgezeichnete Instrument wird noch heute auf der Göttinger Sternwarte
aufbewahrt; es diente T. Mayer vorzüglich zu seinen berühmten Arbeiten.
18. Jesse Ramsden, 1735 bis 1800. Dieser durch seine Okulare (bei Fernrohren und
Mikroskopen) berühmte Optiker lieferte nach Lichtenberg auch Tcilmaschinen von märchenhafter
Leistungsfähigkeit (LB. Bd III. S 13); doch scheint er mancherlei Artikel gefertigt zu haben;
so werden auch Lorgnetten von ihm angeführt, deren Preis 18 Shilling betrug. Sehr berühmt
ist Ramsden auch durch seinen Zenitsektor geworden, der bei englischen und sonstigen
Gradmessungen immer wieder verwendet wurde. (P. Bd. IV. 8 163)
19. Deane lebte noch um 1800 (?), wenigstens wurde um diese Zeit eine Astrolabium-
Sonnenuhr dieses Künstlers nach Lichtenbergs Tode von Mayer angekauft. (Kur)
20. Edward Nairne, t 1806, war einer der angesehensten und reichsten Mechaniker
Londons in den 3 bis 4 letzten Dezennien des 18. Jahrhunderts, dem es, wie Lichtenberg er-
zählt (LB. Bd. II. 8. 6S\ mehr um Ehre als um Profit zu tun war, und der daher äußerst an-
ständig in Geldsachon sich zeigte (LB Bd II. 8 66); doch waren bei der großen Zahl seiner
Bestellungen Instrumente schwer von ihm zu erhalten. Ganz besonders berühmt ist er durch
seine (Zylinder-)EIektri8iermaschinen, von denen er eine z. B. an den Herzog von Toskana für
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Ig2 O. B«hr«nd8«n, Zur Geschieht« der Mechaniker Oöttingeni. Meehanike^^Ztg.
50 Oidneen verkaufte und nach Prüfung der Maschine 100 Guineen bekam (LB. Bd. IL 8. 46).
Auch seine Ventil-Luftpumpent) nach Smeaton, durch ihn und Blunt verbessert, waren sehr
berühmt. Lichtenberg besaß eine solche, die er für AbO Täler gekauft hatte. Die Zylinder
von Lichtenbergs Elektrisiermaschinen hatte fast sämtlich Nairne geliefert (für 30 bis 40 Taler).
Auch eine seiner Schwungmaschinen ließ L. sich 1782 kommen, zu der' noch Nebenapparate fttr
Demonstration von Ebbe und Flut, von Abplattung der Erde u. s. w. gehörten. Auch optische
Apparate gingen aus Nairnes Werkstatt hervor; so besaß Lichtenberg in seiner Sammlung
(Verz. in Kur.) einen Zylinderspiegel aus weißem Spiegelmetall.
21. John Cathbertson konstruierte 1787 eine neue Luftpumpe von außerordentlicher
Wh-kung, deren Lichtenberg Erwähnung tut (LB. Bd. IL 8.332). Ebenso trat er 1790 mit
einer neuen sehr merkwürdigen Elektrisiermaschine hervor (s. Brxleben, Naturlehre, 6. Aufl.
Göttingen 1794).
22. Tronghton lebte im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts in London. Die Sternwarte
hatte von ihm mehrere Instrumente, so einen 10-zölligen Sextanten und einen 7-zölligen Theo-
doliten. (P. Bd. IIL S. 487 u. Bd. IV. 8. 163.)
23. Cary, Zeitgenosse des vorigen, der für die Sternwarte einen ö-zölligen Sex-
tanten lieferte.
n. Paris.
Mechaniker*
24. Le Föbre, wohl spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig. Durch
die mehrmals erwähnte Uffenbachsche Sammlung wurden dem physikalischen Institute 1791
Astrolabien (?) dieses Künstlers zugeführt, die aus einem Kreisbogen von 180o mit messingenem
Lineal und Dioptern und (das eine wenigstens) Boussole bestehen (Verz. in Kur.). Diese Instrumente
befinden sich jetzt im Göttinger Aitertumsmuseum, sind aber keineswegs als Astrolabien auf-
zufassen, sondern können wohl als Instrumente zur Bestimmung von Azimuten gelten.
25. Hevin dürfte um 1700 tätig gewesen sein; ein vergoldetes Astrolabium in braun-
ledernem, vergoldetem Futteral besaß das alte Observatorium. (Verz. des T. Mayer I in Kur.)
26. Anian, wahrscheinlich Zeitgenosse des vorigen, lieferte für die alte Bülowsche
Sammlung (Verz. des T. Mayer I in Kur.) zwei „Ttibi binoeuU", 7' und 4' lang, mit grünem, ver-
goldetem Leder bezogen.
27. Fenillet war der Verfertiger eines Taktmessers in der Uffenb achschen Sammlung,
muß somit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angehört haben. (Lichtenberg, Verz. in Kur.)
28. Le Maire, in derselben Zeit, scheint mathematische Instrumente gefertigt zu haben.
In der Uffenb achschen Sammlung befand sich ein Transporteur von seiner Hand.
29. Lenoir. Einen «^^fle^onskreis'' von der Hand dieses Künstlers hatte die Stern-
warte etwa um das Jahr 1816 herum erworben.
m. Rom.
30. Giuseppe Campani, als Erfinder des nach ihm benannten Okulars berühmt, lebte
als Optiker zu Rom im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts und noch am Anfange des 18. Das
alte Verzeichnis von T. Mayer I (Kur.) führt zwei Femrohre von seiner Hand auf, das eine
18 Schuhe lang, mit 4 „Gläsern", das Rohr mit grünem Pergament bezogen, das andere 7 Schuhe
lang. (Vergl. P. Bd. L 8. 24L) Auch spricht das alte May er sehe Verzeichnis von einem
Mikroskope Campanis.
31. Jacob Losnergo (?), ein Zeitgenosse Campanis, beschäftigte sich, wie es scheint,
mit der Verfertigung mathematischer Werkzeuge. Die alte Bülowsche Sammlung (Meyers
Verz. jEur.) führt ein Kästchen mit geometrischen Instrumenten vom Jahre 1687 auf. Die Uffen-
bachsche Sammlung (Physikal. Verz. Kur.) spricht von einem Zirkel mit der Inschrift J. Lus-
verg, Mutinensis fac. Romae 1674. (Vergl. P. Bd. I 8. 242.)
32. Battieri. Von diesem Meister, wohl einem Optiker, hatte die Uffenbachsche
Sammlung mehrere Mikroskope, ein Perspektiv und eine tragbare Camera obscura. Er war
wohl in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig.
IV. Holland.
33. Johann v. Maschenbroek, 1687 bis 1748, lebte als Physiker und Mechaniker in Leyden.
In der Bülowschen Sammlung, die ins Observatorium, später in die physikalische Sammlung
kam, gehörte (nach Mayers Verz. Kur.) eine Luftpumpe („Antlia*) mit Nebenapparaten, auch
0 Eine genaue Beschreibung derselben von Lichtenbergs Hand findet sich in „Natur-
lehre« von Erxleben, 6. Aufl. 1794. 8. LH.
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Au^ns/^1907. ^' Behrendseo, Zur Geschieht« der Mechaniker Gfittingeni. \ g3
einem Manometer (Index mercurialis) von der Hand des berühmten Mannes, desgl. ein „Mikro-
skopium eompoaiium*' und eine Laternica magica, deren Lichtenberg sich anfänglich bei seinen
Vorlesungen noch bediente.
34. Dietrich Metz und Conrad Metz lebten in Amsterdam in der ersten Hälfte des
18. Jahrhunderts als Verfertiger mathemalischer Instrumente. Die Uffenbachsche Sammlung
(seit 1792 das physikalische Kabinet), besaß eine verhältnismäßig große Zahl von solchen, da-
runter ein biegsames, verstellbares Lineal zum Kurvenzeichnen.
V. Straßburg.
35. Renard war nach Lichtenbergs Zeugnis ein besonders exakter Künstler, vor-
zugsweise Verfertiger von Barometern und Thermometern, deren Skalen (aus Metall) er mit
einer Ramsdenschen Teilmaschine teilte. Im Mai 1791 hielt sich Renard in Göttingen ge-
legentlich einer Geschäftsreise auf. Bei dieser Gelegenheit kaufte ihm Lichtenberg zwei wert-
volle Thermometer für den Preis von 13V2 Taler ab. Die französische eigenhändige Quittung
des Mannes ist noch erhalten. (Kur., vergl. auch LC. S, 87.)
[Ein ähnlicherweise herumreisender Mechaniker „Ciarey'' berührte im Februar 1794
Göttiugen und verkaufte an Lichtenberg ein Torricellisches Reisebarometer, diverse Barometer-
röhren, zwei Wasserhämmer, mehrere Spritzen (im ganzen für 10 Taler 9 Groschen). Wo dieser
Mann zu Hause war, konnte nicht ermittelt werden.]
VI. Genf.
36. Paul, der Mechaniker Saussures (2. Hälfte des 17. Jahrhunderts), stand mit Lichten-
berg mehrfach in Verbindung; so lieferte er im Jahre 1784 ein Saus suresches Hygrometer und
1789 ein Thermometer (LB. Bd. IL 8. 134), Auch ein Elektrometer nach Angaben des großen
Genfer Physikers (6 Ta/er) befand sich im Lichtenbergschen Apparatenschatz, welches Paul
gearbeitet hatte. (Kur.)
VIL Deutschland«
a. Hannover.
37. H. Ahrens, von welchem Lichtenberg 1792 eine Terzienuhr im Preise von 40 Takm
bezog. (Kur.).
38. Drechsler, ein Mechaniker im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts tätig, lieferte
dem physikalischen Institut 1792 ein , Niveauinstrument mit achromatischem Tubus" mit Stativ
für den Preis von 75 Talern (Lichtenbergs Verz. im Kur.). Überhaupt stand Lichtenberg,
der Drechsler in der Zeit von 1774 bis 1795 nicht selten erwähnt, mit ihm in direkter Ver-
bindung und hatte ihm aus England die Beschreibung eines „portable ohservatory** geschickt;
auch erbot sich Lichtenberg, ihm die Konstruktion seiner Smeatonluftpumpe (von Nairne)
darzulegen. (LB. Bd. I S. 303 u. Bd. IL S. 97.)
39. Hohnbaom hatte sich bis zum Jahre 1816 längere Jahre in London zu seiner Aus-
bildung aufgehalten, kehrte dann nach Deutschland zurück, wo er nach kurzem Aufenthalt in
Göttingen sich in Hannover niederließ und dort zum Hofmechanikus ernannt wurde. Für das
physikalische Institut in Göttingen lieferte er 1821 zwei Hohlspiegel aus weißem Spiegelmetall
für 12 Louisdor. (Kur.).
40. Gmnprecht und Klindworth, etwa von 1814 an bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts
tatig, lieferten 1823 für das physikalische Institut um den Preis von 225 Taler das Modell einer
Dampfmaschine. (Kur.). Der Ankauf des Modells einer Wasserhebungsmaschine, welches
30 Pistolen kosten sollte, wurde dagegen nicht von der Regierung bewilligt. (Kur)
41. Qfiiber, der als Gehilfe in Bern (bei Schenk), dann bei dem vorher erwähnten
Hohn bäum gearbeitet und bei diesem alle bedeutenden Instrumente (Teilniaschinen, Theodo-
liten u. s. w.) selbständig gefertigt hatte, wurde der Göttinger Universität 1830 durch den
Artillerieleutnant Hartmann empfohlen. Gruber hatte für diesen ein Passageinstrument
gearbeitet und auf dem Neustädter Kirchturm in Hannover aufgestellt.
b. Braunschweig.
42. Odelm, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig. Das Verzeichnis der Samm-
lung des Tob. Mayer I führt eine „Universalsonneiiuhr auf hölzerneifi Gestell" auf, „nicht
sehr akkurat, besonders was den Vertikalcircul betrifft". (Kur)
43. Daveson, offenbar ein Engländer, hält ums Jahr 1778 einen Laden, in welchem er
auch Wedgewood-Kunstwerke verkauft. Als Mechaniker scheint er indes Gutes geleistet zu
haben. Lichtenberg bezieht von ihm in diesem Jahre eine Taschenelektrisiermaschine.
(LB Bd. L 8. 302)
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164 O. Behrendsen, Zur Geschichte der Mechaniker Göttingens. Mechanilfer-Zts
c. Hamburg.
44. Joh. Beyern, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die üffenbachsche
Sammlung enthält eine „Universalsonnenuhr" und ein „Augenmodell**, das er erfunden hat. {Kur)
45. Braasch. Lichtenberg lernte 1778 diesen Künstler in Hamburg kennen und er-
zählt (LJ9. Bd. I. S. 299), daß er „sehr viel Schönes bei diesem Manne gesehen habe." Da
Lichtenberg in demselben Briefe berichtet, eine Marumsche Maschine^) erhalten zu haben,
■0 liegt die Vermutung- nahe, daß er diese von Braasch bezogen habe.
46. Kessels, ein sehr berühmter Uhrmacher, der in Altona in dem ersten Drittel des
19. Jahrhunderts tätig war. Für die Göttinger Sternwarte lieferte derselbe ein Chronometer
nac^ Barthoud; er korrespondiert hierüber mit Gauß und zwar merkwürdigerweise in fran-
zösischer Sprache (Kur).
d. Cassel.
47. Stoltz war wohl im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts tätig. In Lichtenbergs
Sammlung befand sich von diesem Künstler eine „Potenzmaschine zur Erläuterung der ganzen
Lehre der einfachen Maschine", also eine Art mechanischer Universalapparat, der 40 Taler ge-
kostet hatte.
Auffallend ist, daß die Universitätssammlungen von sonstigen Künstlern der Nachbar-
stadt Cassel nichts besitzen, nichts z. B. von den astronomischen und geodätischen Instrumenten
J. C. Breithaupts. Die Beziehungen Göttingens waren zu fest an England geknüpft.
e. Frankfurt.
48. Math lebte wohl in dem zweiten Drittel des 18. Jahrhunders, mit Anfertigung
mathematischer, aber auch optischer Instrumente beschäftigt. Die Üffenbachsche Sammlung
(1791 mit der physikalischen Sammlung Lichtenbergs vereinigt) enthielt folgende Instrumente
dieses Künstlers: ein metallenes Lineal mit allerlei Maßstäben, darunter ein .rheinländischer
Fuß in 1000 Teile geteilt, ein Deklinationskompaß mit 2^ langer Nadel, ein einfaches Mikroskop,
ein Augenmodell.
f. Leipzig.
49. Reinthal er, im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts. Eine Camera clara hatte
Lichtenberg von ihm für 30 Taler erworben (Kur.),
g. Ulm.
50. Michael Holzhey, wohl in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig. Die
Üffenbachsche Sammlung besaß von ihm eine „Sonnenuhrscheibe mit Polhöhe", desgleichen
eine „Universalsonnenuhr" (Kur.).
h. Duisburg.
51. Hartsoecker. Von diesem berühmten Optiker hatte die Üffenbachsche Sammlung
nur eine Linse, zu einem Mikroskop gehörig (Kwr.).
i. Augsburg.
52. Martin, wohl im Anfange des 18. Jahrhunderts tätig. Die Büloweche Sammlung
(Verzeichnis von Tob. Mayer 1) enthielt eine „horizontale messingene Sonnenuhr", deren
Scheibe einen Durchmesser von 272" besaß, in lederner Kapsel (Kur.).
53. Schisler, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Verfertiger mathematischer
Instrumente. Die Üffenbachsche Sammlung besaß einen „großen Zirkel mit allerlei herein-
passenden Stücken" von ihm.
54. Benner, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der Uffenb achschen Sammlung
befand sich von ihm ein „Messer mit Sonnenuhr und Polhöhenangaben".
55. Brander, 1713 bis 1783; ein sehr geschickter mechanischer Künstler, der auch ge-
legentlich seine Erfindungen publizierte. 80 beschrieb er (1771, Augsburg) eine hydrostatische
Wage, namentlich zur Dichtenbestimmung von Salzsole bestimmt. Brander war auch durch seine
feinen Teilungen auf Glas berühmt. Lichtenberg stand mit ihm in Verbindung (s. z. B. LB
Dd. IT S. 205). Er besaß eine der oben erwähnten Solewagen sowie einen Hufeisenmaguuten
von ihm.
k. München.
56. Reichenbach, Utzschneider & Liebherr. In das von Georg v. Reichenbach
1802 begründete Geschäft traten die beiden anderen als Teilhaber ein; Liebherr war durch
seine astronomischen Uhren bekannt (eine derselben hatte Schröter in Lilien thal von ihm be-
kommen, auch Gauß kaufte für die Göttinger Sternwarte eine Pendeluhr für 350 Oulden)
*j Eine damals neue Art einer Elektrisiermaschine, bei welcher ein Rad von Hart-
gummi sich in einem Trogo von Quecksilber dreht.
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Ueh 15.
Anglist 1907.
Vereins- u. Personennachrichteh.
165
Utzschneider war nicht Mechauiker, sondern voll Interesse für die Sache nur
finauziell beteiligt.
V. Ueichenbach, von Gauß tlber alles geschätzt, lieferte 1816 für die Göttinger
Sternwarte ein treffliches, noch heute in Gebrauch befindliches Meridianinstrumeut^).
57. T. Ertel, Nachfolger Reich enbachs, von 1820 an und bis über die Mitte des
Jahrhunderts hinaus. 1821 bezog Gauß von ihm drei Theodolite und ein Universal Instrument.
Die Firma T. Ertel & Sohn besteht noch, sie ist seit 1890 im Besitz des Mechanikers A. Diez.
Vereins- und Personennachrichten.
ZwelgTcreln Ilmenau«
Verein deutscher Glasinstrumenten-
Fabrikanten.
Einladung
zur
16. Hauptversammlung,
am Montag, dea 19. August lü07, vor-
miltags 10 Vo ^^^f ^^ Hotel „Sächsischer
Hof in Ilmenau.
Tagesordnuug:
1. Begrüßung der Teilnehmer und Er-
stattung des Jahresberichtes durch
den Vorsitzenden.
2. Hr. Gustav Müller: Bericht über
die bisherigen Verhandlungen betr.
Anschluß der Großh. Prüfungsanstalt
zu Ilmenau an die Physikalisch-Tech-
nische Reichsanstalt.
3. Hr. Reg.-Rat Dr. Domke: Über die
neuen Eichvorschriften für Aräometer.
4. Hr. Rudolf Holland: Bericht über
den jetzigen Stand der gegründeten
Schutzgemeinschaft; Wahl eines Aus-
schusses hierzu.
5. Hr. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Wiebe:
Die Mailänder Weltausstellung mit be-
sonderem Bezug auf die Mechanik
und Glasindustrie, mit einigen Licht-
bilderdemonslrationen.
(3. Verschiedenes und Entgegennahme
von Anträgen aus der Versammlung.
7. Kassenbericht.
8. Vorstandswahl.
9. Bestimmung des Ortes der nächst-
lährigen Hauptversammlung.
Hierauf gemeinsames Mittagessen und
geselliges Beisammensein.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. O. ist:
Fa. Dreyer, Rosenkranz & Droop;
Fabrik von Ar^^iaturen für Dampfkesbel,
Maschinen und gewerbliche Anlagen, von
Wassermessern und Wasserleitungsgegen-
ständen; Hannover.
D. G. f. M. u. O. Zweigverein Göt-
tingen. Sitzung vom 8. Juli 1907. Vor-
sitzender: Hr. E. Ruhst rat.
Vor Eintritt in die Tagesordnung macht der
Vorsitzende Mitteilung von dem Ableben
des Herrn Prof. Dr. Czapski und gibt bekannt,
daß der Vorstand mittels Depesche sein Beileid
ausgesprochen hat. Nach einem kurzen Hin-
weis auf die großen Verdienste, welche sich
der Verstorbene um die Förderung der Deut-
schen Mechanik erworben hat, fordert der Vor-
sitzende die Anwesenden auf, das Andenken
desselben durch Erheben von den Sitzen zu
ehren, was geschieht. — Hierauf gibt Hr. Prof.
Ambro nn einige Mitteilungen über die wenige
Tage vorher seitens einiger Vertreter der
Kgl. Regierung und der Stadt Göttingou. statt-
gehabten Besichtigung der Göttinger Werk-
stätten für Feinmechanik und eine daran sich
anschließende Beratung, betreffend die Gründung
einer Fachschule für Feinmechanik in Göt-
tiugen. An den Besichtigungen nahmen auch
die Vorsitzenden der Göttinger Vereinigung
zur Förderung angewandter Mathematik und
Physik teil und sprachen, wie auch schon früher,
ihr hohes Interesse an dem Zustandekommen
der Schule aus. Eine kutze Diskussion knüpfte
sich an diese Mitteilungen, welche zunächst
nur einen vertraulichen Charakter besitzen.
Es wurden drei neue Mitglieder aufgenommen :
Hr. Dr. A. Bestelmeyer, Hr. Dr. H. Gerdien,
Privatdozenten der Physik in Gottingeu, und
die Uhrenfabrik Weule in Bockenem.
L. A.
Hr. Bernhard Halle in Steglitz hat
seine Werkstatt an die Herren E. Ritter
und Ant. Frank verkauft, die die Werk-
») Vgl. P. Bd. IL S. 485 bis 487.
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166
Perflonennachrichten. — Gewerblich««. — Patentschau.
Deutsche
Mechsnlker-Ztg.
statt unter der Fa. Bernhard Halle Nachf.
weiterführen. Diese neue Firma ist gleich-
falls in die D. G. f. M. u. O. Abt. Berlin
eingetreten; Hr. Bernhard Halle selbst,
eines unserer ältesten Mitglieder, verbleibt
natürlich in der Gesellschaft.
Gestorben: Dr. P. v. Garizen» Vorsteher
der König!. Probieranstalt in Frankfurt a. M.;
Prof.. Dr. Braccifortiy Physiker und Mathe-
matiker in Piaconza; Prof. Dr. F, K. Beilstein,
Chemiker in St. Petersburg; Dr. A« Cfaristo-
manas» Prof. der Chemie an der Universität
Athen; Geh. Rog.-Rat Prof. Dr. W, Lossen»
früher o. Prof. der Chemie an der Universität
Königsberg, in Aachen ; Dr. P. Geib» Chemiker,
Assistent am Landwirtschaftlich - bakterio-
logischen Institut der Universität Göttingen;
Prof. Dr. H. F. L. Matthiessen, früher Prof.
der Physik an der Universität Rostock ; Dr. E,
U. Miller, Prof. der analytischen Chemie an
der Columbia-Universität, New York ; Prof. Dr.
O, Doebner, Prof. der Chemie an der Univer-
sität Halle; G. del Torre, Prof. der Chemie am
Istituto Teenico Leonardo da Vinci in Rom;
ۥ L. Griesbachy Direktor des Oeological Survey
of Inditty in London; A« Mascari, Astronom am
Astrophysikalischen Observatorium in Cataua;
J. A« Chr. OademanSy ehemal. Direktor an ;der
Sternwarte in Utrecht; Prof. Dr. W. Königs,
ao. Prof. für anorganische Chemie an der Uni-
versität München.
Gewerbliches.
Das Technikum Mittweida ist ein unter
Staatsaufsicht stehendes höheres technisches
Institut zur Ausbildung von Elektro- und
Maschinen-Ingenieuren, Technikern und Werk-
meistern, welches alljährlich rd. 3000 Besucher
zählt. Der Unterricht in der Elektro technik
wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert
und wird durch die reichhaltigen Sammlungen,
Laboratorien, Werkstätten und Maschinenan-
lagen (Maschinenbau-Laboratorium) u. s. w. sehr
wirksam unterstützt. Das Wintersemester be-
ginnt am 15. Oktober, und es finden die Auf-
nahmen für den am 24. September beginnenden
unentgeltlichen Vorunterricht von Anfang Sep-
tember an wochentäglich statt. Ausführliches
Programm mit Bericht wird kostenlos vom
Sekretariat des Technikums Mittweida (König-
reich Sachsen) abgegeben.
Patenteo
Mit einem drehbar angeordneten Reflektor für die eintretenden Strahlen versehenes
Yisierfernrohr (Panorama • Visierfemrohr) für Geschütze, dadurch gekennzeichnet, daß das
Visierfernrohr außer dem Objektiv, welches dem drehbar angeordneten Reflektor für die ein-
tretenden Strahlen gegenüberliegt, ein zweites Objektiv besitzt, und daß entweder das eine
oder das andere der beiden Objektive in wirksame optische Verbindung mit dem Okular gebracht
werden kann. F. Krupp in Essen. 16. 2. 1905. Nr. 173 427. Kl. 72.
Panoramafernrohr für Unterseeboote mit mehreren, den Horizont sektorenweise
aufnehmenden Objektiven, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelbilder in verschiedenem
Größenmaßstab in demselben Gesichtsfelde dargestellt werden und derart zueinander angeordnet
sind, daß neben dem Hauptbilde die verkleinerten Nebenbilder in Aussparungen am Rande des
Gesichtsfeldes erscheinen, wobei die Lage der Bilder zum Horizont durch besondere Bezeich-
nungen, Färbungen o. dgl. kenntlich gemacht werden kann. F. Rehm in Lichtenfels, Bayern.
6. 11. 1904. Nr. 173 551. KL 42.
Verfahren zur Herstellung einer reine Silbersalze enthaltenden Anreibelösung durch
Lösen von Chlorsilbor in einem Reduktionsmittel und Zusatz von Schlämmkreide, dadurch ge-
kennzeichnet, daß zur Reduktion des Chlorsilbers Natriumhyposulfit mit einem Zusatz von
Salmiakgeist Verwendung findet. W. Bölsterli in Winterthur, Schweiz. 4. 8. 1905.
Nr. 173 912. Kl. 48.
Yakuum-Yentilröhrey dadurch gekennzeichnet, daß die in dem engen Hals der Röhre
angeordnete Elektrode, welche bekanntlich beim Stromdurchgang ungewünschter Richtung
Kathode ist, als Spiegel ausgebildet ist, dem gegenüber in der Röhre ein besonderes Gebilde
angeordnet wird, welches die von dem Spiegel ausgehenden Blektronen wesentlich in der
Ausendungsrichtung zurückwirft. Koch & Sterzel in Dresden. 22. 8. 1905. Nr. 174 788. Kl. 21.
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Heft 15.
1. Auglist 1907.
Pat«ntachau.
Patentliste.
167
Qaecksilberstrahlenanterbrechery bei welchem ein doppelter, sich drehender Queck-
silberstrahl zwischen zwei festen Elektroden periodisch Stromschluß und Stromunterbrechung
bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß zwei feste Isolationsmesser, welche schräg vor den Enden
der Elektroden liegen, jeden Strahl in dem Augenblick, in welchem er die Elektrode verläßt,
durchschneiden, zu dem Zwecke, die Geschwindigkeit, mit der die vollständige Trennung der
Leiter stattfindet, zu vergrößern. C. Ropiquet in Amiens. 24. 9. 1905. Nr. 174 994. KI. 21.
Elektrisch betriebener Kreisel in kardanischer Aufhängung, dadurch gekennzeichnet,
daß die dem Kreisel innewohnende Bichtkraft durch die Lagerungsmitten von mehr als zwei
im Raum senkrecht zueinander stehenden Drehachsen, in welchen der Kreisel gelagert ist, auf
eine mit Einteilungen versehene Scheibe o. dgl. übertragen und dieso nach irgend einer im
Raum gedachten Ebene an dem stationären Teil des Apparates durch einen Zeiger' o. dgl. ab-
lesbar gemacht wird, zum Zwecke, eine dauernde Beobachtung der Vertikal- und der Horizontal-
bewogungen eines Schiffes zu erzielen. L. Schwär tzkopff in Berlin. 16. 10. 1904.
Nr. 173851. Kl. 42.
GyroskopkompaB mit mehreren je mit verschiedenen Freiheitsgraden ausgestatteten
rotierenden Massen, dadurch gekennzeichnet, daß diese Massen derartig ineinander geschachtelt
sind, daß immer das folgende System in einem dem vorherigen angehörenden und durch dieses
bereits wesentlich stabil gemachten Freiheitsgrad gelagert ist. Hartmanu & Braun in Frank-
furt a. M. 16. 5. 1905. Nr. 174 111. KL 42.
Patentllste.
Bis zum 15. Juli 1907.
Klasse: Amneldiuigeii.
4. A. 13 899. Bunsenbrenner für Heizzwecke.
J.H. Ackroyd,Plainfield,V.StA. 19.12.06.
18. C. 14797. Verfahren zur Herstellung sehnigen
Stahls. W. Sauntry Metals Cy., Portland,
Maine, V. St A. 17. 7. 06.
C. 14 907. Selbsthärtende Eisen- oder Stahl-
legierung. J. Churchward, New -York.
24. 8. 06.
21. O. 24 404. Verfahren zum Auspumpen von
Glaaröhren und Glasgefäßen. H. Gethe,
Rixdorf. 19. 2. 07.
L. 23 679. Vorrichtung zur Messung von
Hochfrequenzströmen. C. Lorenz, Berlin.
3L 12. 06.
M. 32096. Amperestundenzähler mit im per-
manenten Magnetfeld umlaufendem Anker.
W. Meyerling, Charlottenburg. 19.4.07.
P. 19 816. Vakuum - Ventilröhre, Polyp hos
El.-Ges., München. 22. 4. 07.
Seh. 22 751. Verfahren zur Erzeugung hoher
Temperaturen durch gemeinsame Anwendung
chemischer und elektrischer Energie. R.
Schnabel, Dresden-Striesen. 15. 10. 04.
Seh. 25 442. Detektor für elektrische Nach-
richtenübermittelung. J. Rouselle, W.
Ehrhardt u. J. Ch. Schäfer, Frankfurt
a.M. 5.4.06.
Seh. 26914. Prflfstelle zur Bestimmung der
Intensität bei Röntgenstrahlen. G.Schwarz,
Wien. 7.1.07.
Seh. 27 385. Sender für gerichtete Strahlen-
telegraphie. 0. Scheller, Steglitz. 16.3.07.
Seh. 27 521. Einrichtung, um die Zerstörung
des Evakuierungsstutzens von Vakuumglas-
gefäßen mit QuecksilberfUllung durch Queck-
silberschlag zu verhüten. Schott & Gen.,
Jena. 27. 1. 05.
Z. 6159. Verfahren zum Telegraphieren und
Telephonieren ohne fortlaufenden Leitungs-
draht unter Benutzung der Erdmaterie als
leitendes Medium; Zus. z. Anm. Z. 4659.
L. Zehnder, Haiensee. 7. 1. 07.
32* M. 31429. Verfahren zum Verzieren von
Glas durch Ätzen. B. Müller, Zwiesel,
Bayern. 19. 1. 07.
42. A. 13 429. Vorrichtung zur Anzeige der
horizontalen Einstellung bezw. des Winkels
zur Horizontalen für ein Gyroskop oder eine
mit einem Gyroskop in Verbindung stehende
Fläche. N. Ach, Berlin. 25.7.06.
D. 15 776. Einrichtung zur Ausführung des
Verfahrens zur Farbenphotographie ; Zus. z.
Pat.181919. K.J.Drac, Warschau. 10.4.05.
F. 22199. Diopter - Bussole mit Richtungs-
anzeiger und Einrichtung zum Einstellen
der magnetischen Abweichung. L. Faust,
Nürnberg. 31. 8. 06.
J. 9486. Vorrichtung zum Eichen von Ge-
fäßen, z. B. Flaschen, mit zwei ungleich
großen Meßräumen, in denen sich Kolben
bewegen. G. Jakob, Frankfurt a. M.
5. 11. 06.
K. 29 794. Entfernungs- und Winkelmesser
mit einem festen und einem drehbaren, nur
teilweise mit Bpiegelbelag versehenen Spiegel
zur Bestimmung der Entfernung mit Hilfe
des Drehungswinkels des beweglichen
Spiegels. J. M. K auf f mann, Bettemburg,
Luxemb. 22. 6. 05.
L. 22 765. Justieranordnung für Prismen-
doppelfemrohre, bei denen die Verbindung
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168
Patentliste.
Deutsehe
_MechaDiker-Ztg.
der beideu Einzelrohre durch zu Gelenk-
armen ausgebildete Deckplatten erfolgt.
E. Leitz, Wetzlar. 13. 6. 06.
B. 22 577. Kolorimeter, bei dem eine gefärbte
Flüssigkeitssäule mit veränderlicher Höhe
als Vcrgleichsobjekt dient. J. Szczepanik,
Tarnow, Galizien. 4. 4..06.
8ch. 26 703. Maßstab. G. Schick, Eiienach.
6. 12. 06.
St. 10190. Meßtischtachymeter mit selbst-
tätiger Angabe der Höhen und Entfernungen
und deren Aufzeichnung mit Hilfe eines
Zeichenapparats durch Übertragung der Be-
wegung des Fernrohres auf den Auzeige-
und Zeichenapparat. P. J. Steinke, Berlin.
12. 4. 06.
T. 11 511. Nivellierinstrument mit einem Haupt-
visierrohr, einem im rechten Winkel ab-
zweigenden Neben vislerrohr und einem im
Hauptvisierrohr gelagerten, dem Neben-
visierrohr gegenüberliegenden drehbaren
Reflektor. W. Thorburn, Seattle, Wa-
shington, V. St. A. 25. 9. 06.
72. B. 40 899. Vorrichtung zur elektrischen
Beleuchtung von Zielmarken an Feuer-
waffen oder in Zielfernrohren. T. Bouino,
Spezia, Ital. 12. 9. 05.
W. 25 922. Zielfernrohr, bei welchem die je
wellige Stellung der in der Höhenrichtung
einstellbaren Zielmarke auf einer im Ge-
sichtsfeld angeordneten Skala augezeigt
wird. R. Weber, Cassel. 25.6.06.
74. H. 39 280. Verfahren zur Übertragung eines
Skalen- oder Richtungawertes auf ein An-
zeige- oder Registrierinstrument. Hart-
mann & Braun, Frankfurt a. M. 22. 11.06.
Ertoüangen«
21. Nr. 188 247. Instrument zur Ermittelung
des Normalstrahles einer Röntgenröhre und
zur Fixierung seines Fußpunktes. Siemens
& Halske, Berlin. 15. 5. 06.
Nr. 188 248. Röntgenröhre mit besonderer
Antikathode. Polyphos, Elektrizitäts-
Ges., München. 19. 10. 06.
Nr. 188 536. Röntgenröhre mit im Innern an-
gebrachter Blende. Poiyphos, El. -Ges.
München. 13. 2. 06.
Nr. 188 582. Voltameter mit nach Art eines
Aräometers beweglichen, zwangläuüg und
elektrisch verbundeneu Elektroden. B.
Loewenherz, Charlottenburg. 8.10.05.
30. Nr. 188 449. Spritze für medizinische Zwecke.
W. Lühr, Cassel. 28. 10. 06.
42. Nr. 188 343. Gelenkdoppelfernrohr mit von
der Tragvorrichtung unabhängiger und dem
Spielraum der Augenabstände entsprechend
verstellbarer Sicherungsvorrichtung gegen
das Herabsinken der Einzelfernrohre aus
der dem Augenabstand angepaßten Lage.
C. Zeiß, Jena. 8.2.06.
Nr. 188 345. Vorrichtung zur Aufrechterhaltung
eines konstanten Niveaus. H. Leiser,
Berlin. 6. 9. 06.
Nr. 188 346. Aufhänge- und Halte Vorrichtung
für Kochflaschen, Retorten u. dgl. Patent-
bureau Buchmüller, Frankfurt a. M.
30.11.06.
Nr. 188547. Registriervorrichtung insbesondere
für Registrierkompasse. C. L. Jaeger,
Maywood, V. St. A. 18. 3. 06.
Nr. 188 660. Verfahren zum Färben mikro-
skopischer Präparate durch Gasfarbung.
C. Stille, Freiburg i. Br. 30. 8. 06.
Nr. 188 724. Wärmeregelungsvorrichtung. G.
Jakob, Frankfurt a. M. - Sachsenhauseu.
7. 10. 06.
Nr. 188 794. Gerät zum Nachbilden von
Zeichnungen. E. Bronner, Eberbach,
Baden. 7. 7. 06.
Nr. 188 865. Vorrichtung zum gleichzeitigen
Ausführen beliebig vieler Bewegungen, die
untereinander gleich und einer gegebeneu
geometrisch ähnlich sind. Siemens
& Halske, Berlin. 9. 2.06.
Nr. 188 991. Zweifaches Fernrohr für ein-
äugigen Gebrauch mit einem festen Augen -
ort und zwei länglichen Gesichtsfeldern.
C. Zeiß, Jena. 26. 6.06.
Nr. 188 992. Doppelbild- Winkelmeßvorrichtung
C. Zeiß, Jena. 10. 11.06.
Nr. 189 043. Fühlhebel mit Gewichts- oder
Federbelastung für Feinmessungen. A.
Hirth, Cannstatt. 17. 6. 06.
Nr. 189045. Gewindemeßapparat für Schrauben-
bolzen. P. Häußler, Zella St. Blasii.
23. 10. 06.
Nr. 189 046. Verfahren zur Messung geringer
Druckunterschiede von in Leitungen einge-
schlossenen Gasen. Chem. Laboratorium
für Tonindustrie und Tonindustrie-
Zeitung H. Seger & E. Cramer, Berlin.
2. 11. 06.
49. Nr. 188 466. Verfahren zur Herstellung
homogener Körper aus Tantalmetall oder
anderen schwer schmelzbaren Metallen.
Siemens & Halske, Berlin. 18.2.05.'
Nr. 188576. Verfahren zur Herstellung von Queck-
silberspannungsthermometern. S t e in 1 e
& Härtung, Quedlinburg. 21.5.05.
72. Nr. 188 372. Richtfernrohr mit Vorrichtung
zur Beleuchtung der Visiermarke unter An-
wendung totaler Reflexion, F. Krupp,
Eason. 20. 1. 06.
FOr die Redaktion yerant wortlich: A. Blaschke in Berlin W.
Verlag von Julia« Springer in Berlin K. — Drnrk von Knall Dreyer in Berlin 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnunentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 16. 15. Augfust. 1907.
Nachdruck nur mit €renehmi|rung: der Redaktion icestattet.
Ein Sonnenrohr zar genäherten Zeitbestimniang^).
Von Prof. Dr. Wilhelm Foerster In Charlottenbnrg- Westend.
Trotz aller Verbreitung und Vervielfältigung von genauen elektrischen Zeit-
signalen, für welche jetzt sogar die Telegraphie ohne Draht ihre Hilfe zu Lande und
zur See in Aussicht stellt, wird es doch andauernd noch zahlreiche Fälle geben, in
denen zur Kontrolle von mittelmäßigen oder sogar von guten Uhren, und zwar sowohl
von tragbaren Uhren als auch von Pendeluhren, der Besitz einer Einrichtung zur ge-
näherten Bestimmung der Sonnenzeit sehr erwünscht sein kann. Uhren, deren Angaben
etwa während einer Woche auf Bruchteile der Minute richtig bleiben, werden nämlich
gar nicht selten noch im Verlaufe von einigen Wochen bis zu mehreren Minuten von
der Richtigkeit abirren können. Und wenn dann für die rechtzeitige Erkennung und
Berücksichtigung solcher gröberen Fehler keine Zeitsignale zur Hand sind oder doch
nur mit besonderem Aufwand an Mühe und Kosten erlangt werden können, oder auch
wenn die gelegentliche Aufnahme derselben mit Unsicherheiten und Zweideutigkeiten
behaftet geblieben ist, dann ist es, zumal bei größerer Entfernung von signalgebenden
Einrichtungen, überhaupt aber an abgelegenen Stellen der Erdoberfläche, von sehr
großem Werte, die Richtigkeit der Zeitangabe bis auf Bruchteile der Minute durch ein-
fache Sonnenbeobachtungen jederzeit sichern zu können.
Allerdings scheint es ja auf den ersten Blick, als ob die genaue Kenntnis der
Zeit um so geringere Bedeutung hat, je abgelegener der Wohnplatz ist. Bei näherer
Erwägung erkennt man jedoch, daß auch unter solchen Verhältnissen die soziale Be-
deutung der Übereinstimmung von Zeitangaben für die Einhaltung von Verabredungen
des Zusammenwirkens u. s. w. doch recht erheblich sein kann, wie denn offenbar schon
in den ältesten Zeiten auch ohne Eisenbahn u. dergl. die allmähliche Entwickelung
der Genauigkeit der Zeitmessung einen wesentlich sozialen Charakter gehabt hat.
Nun gibt es ja Sonnenuhren, Sonnenlote, Sonnenspiegel u. dergl. jetzt in den
verschiedensten und sinnreichsten Ausführungen. Bei einfachster und wenigst kost-
spieliger Einrichtung wird man damit allerdings nur eine oder zwei Minuten verbürgen
können. Eine Genauigkeitsgrenze von einem Zehntel der Minute oder gar von wenigen
Sekunden erfordert schon Einrichtungen, deren Kosten mehr als hundert Mark zu be-
tragen pflegen.
Es wird daher für weitere Kreise nicht ohne Interesse sein, von der Ein-
richtung und Leistung eines kleinen Sonnenrohres Kenntnis zu erhalten, mit welchem
man für einen Kostenaufwand von 40 bis 50 M sich die Möglichkeit verschaffen kann,
die jeweilige Kenntnis der Sonnenzeit mit einer Fehlergrenze von einem Zehntel der
Minute zu erlangen.
Der Apparat (der so einfach ist, daß eine Abbildung völlig entbehrlich erscheint)
besteht in einem kleinen Durchgangsinstrument, nämlich einem kleinen Rohr ohne Linsen,
welches sich um eine horizontale Achse von nahezu 150 mm Länge auf einer eisernen
Stativkonsole von entsprechenden Dimensionen drehen kann, die in ehie Mauerwand
von nahezu nordsüdlicher Richtung so eingegipst wird, daß das Rohr sich nahezu
in der Meridianebene bewegt. Das eiserne Rohr hat eine Länge von nahezu
300 mm. Statt der Objektivlinse enthält es nur eine zentrale kreisförmige Öffnung
1) S. auch MitUgn. d. Vergg. r. Freunden d. Astr. 1907. Heft 4.
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nO W. Foerster, Ein Sonnenrohr zur genäherten Zeitbestimmung. MechiinUke^Z
Mechanlker-Ztg.
von 0,8 mm Durchmesser, und in der Nähe des Okular-Endes enthält es eine das
Sonnenlicht auffangende Glasplatte mit einem Fadenkreuz, welches von der vorderen
Öffnung des Rohres etwa 250 mm absteht. Den Durchgang des Sonnenbildchens auf
der Glasplatte durch dieses Kreuz, dessen Fadendicke 0,35 mm beträgt, beobachtet
man durch eine entsprechend kleine freie Okularöffnung von 0,36 mm Durchmesser.
Der Durchmesser des Sonnenbildchens, vergrößert um den Durchmesser der Objektiv-
öffnung, beträgt hierbei nahezu 3,2 mm, und der Zeitpunkt, in welchem beim Durch-
gang der Sonne dieses Bildchen (obwohl seine Begrenzung, auch infolge von Beugungs-
wirkungen, etwas zu wünschen übrig läßt) durch das horizontierte Fadenkreuz in vier
gleiche Flächen geteilt erscheint, kann erfahrungsmäßig mit einer Genauigkeit von
1 bis 2 Sekunden beobachtet werden.
Der jeweilige Unterschied zwischen dieser Durchgangszeit des Sonnenbildchens
und der wahren Mittagszeit kann bestimmt werden, sobald man die Neigung der hori-
zontalen Drehungsachse des Rohres, ferner die Azimutrichtung dieser Drehungsachse,
endlich auch den Winkel kennt, welchen die Richtung vom Fadenkreuz nach der Mitte
der Objektivöffnung mit der Drehungsachse des Rohres bildet. Wenn dieser letztere
Winkel mögliehst genau gleich einem rechten Winkel gemacht und die Drehungsachse
mit Hilfe einer kleinen Libelle möglichst genau horizontal gerichtet wird, bleibt nur
der Azimutfehler in Frage.
Man kann denselben ermitteln, wenn man sich zunächst einmal für be-
stimmte Uhrangaben die Kenntnis der genauen mittleren Ortszeit, mit Hilfe eines ge-
nauen Zeitsignals und der Kenntnis der geographischen Länge des Ortes, bis auf die
Sekunde verschafft. Mit Hilfe der für den Beobachtungstag geltenden Zeitgleichung
erlangt man dann auch die Kenntnis der wahren Orts-Sonnenzeit für den Zeitpunkt des
Durchganges des Sonnenbildchens durch das Fadenkreuz des Rohres. Aus der wahren
Orts-Sonnenzeit dieses Durchganges ergibt sich dann die Azimutrichtung des Rohres.
Bei mehrmonatlichen Anwendungen, welche ich von dieser Einrichtung gemacht
habe, stellte sich heraus, daß man mit dem so gefundenen Azimut andauernd die Re-
duktion der Beobachtungszeiten auf wahre Sonnenzeit mit ganz ausreichender Ge-
nauigkeit bestimmen konnte, ohne sich um die kleinen Änderungen des Azimutes und
der Neigung der Achse näher zu kümmern, wie sie durch unvermeidliche kleine Ver-
änderungen der Lagerung des Stativs in der Mauerwand notwendig eintreten mußten.
Hinsichtlich solcher durch starke Änderungen der Temperatur und der Feuchtig-
keit eintretenden Veränderungen wäre noch zu bemerken, daß es am zweckmäßigsten
ist, das Rohr mit seiner Drehungsachse im Zimmer aufzubewahren und nur das Stativ
im Freien zu lassen, wobei man die Lagerflächen, auf denen sich die Zapfen der
Drehungsachse des kleinen Sonnenrohres zu bewegen haben, einigermaßen gegen die
Feuchtigkeitswirkungen schützen muß und auch von Zeit zu Zeit, etwa kurz vor einer
neuen Bestimmung des Azimutes, eine vorsichtige Reinigung dieser Lagerflächen vornimmt.
Es wird vielleicht nicht unwillkommen sein, wenn ich hier in Kürze die ein-
fachen Formeln zusammenstelle, nach denen man aus der beobachteten Durchgangszeit
des Sonnenbildchens durch das Fadenkreuz des Rohres das Azimut der Drehungsachse
bestimmen kann, sobald man in obiger Weise durch ein Zeitsignal u. s. w. die genaue
Verbesserung der Uhrangabe kennt, und nach denen man weiterhin mit Hilfe dieser
Azimutkenntnis aus der Uhrzeit des Durchganges des Sonnenbildchens die wahre
Sonnenzeit des Ortes ableitet, durch welche man mit Zeitgleichung und geographischer
Länge schließlich die maßgebende mittlere Zeit, z. B. die mitteleuropäische Zeit, findet
und danach die derzeitige Verbesserung der Angabe der Uhr bestimmt.
Es möge bezeichnen:
ü die Angabe der Uhr für die Durchgangszeit der Sonne durch das Fadenkreuz
des Rohres;
J U die Reduktion dieser Uhrangabe auf mitteleuropäische Zeit;
L« die geographische Länge des Beobachtungsortes gegen den mitteleuropäischen
Meridian, in Zeitsekunden ausgedrückt und positiv nach Osten von diesem
Meridian gezählt;
Z die Zeitgleichung für den Zeitpunkt U -^ J U — V" (M.-Zeit Greenwich);
T0 die wahre Orts-Sonnenzeit in demselben Zeitpunkt;
ig die Erhebung des West-Endes der Drehungsachse des Rohres über den
Horizont, in Zeitsekunden ausgedrückt;
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U^st i 907 W. Po«rst«r, £in So&o«nrohr cur i^etiah^rtM 2«itbe8timmuti^. 171
15. Aogqat 1907.
hf die Abweicliimg des Azimutes des West-Endes dieser Drehungsachse vom
wahren Westpunkte, positiv nach Süden hin, ebenfalls in Zeitsekunden
ausgedrückt;
c« die Abweichung des Winkels, welchen die Rohrachse (in der Richtung vom
Fadenkreuz zur Mitte der Objektivöffnung) mit dem West-Ende der Drehungs-
achse macht, von einem rechten Winkel, positiv genommen, wenn jener
Winkel größer als ein Rechter ist, und ebenfalls in Zeitsekunden aus-
gedrückt.
Dann hat man zunächst: i^ = IT -{• ,i U + L, — Z
und zugleich: t0 = — i ü cos (J, — rf) + t, sin (du — S) + c^ \ sec J,
wo dg die Deklination des Scheitelpunktes oder Polböhe
3 die Deklination der Sonne bezeichnet.
Hieraus folgt aber
f7 -H ^ 17 -H L, — Z = — I i, cos (J, — d) -H i, sin (rf, — J) + c, } sec d . . . 1)
Sind nun i^ und c, nahe auf Null gebracht, was ziemlich leicht erreichbar ist,
so kann man aus dieser Gleichung, wenn J U (also die derzeitige Verbesserung der
Uhrangaben auf mitteleuropäische Zeit) bekannt ist, hg bestimmen und dann unter Vor-
aussetzung hinreichender Beständigkeit von \ i.^ e« beliebig oft und lange Zeit hin-
durch die Uhrkorrektion aus der Durchgangszeit der Sonne ableiten nach der Formel:
^ Z7 = Z — L. — f 7 — i, sin (J, — (?) sec J 2)
Diese Formel ist nur dann nicht genau genug, wenn die Werte i^ und c« nicht
hinreichend klein und nicht hinreichend beständig sind, und ebenso, wenn jt« nicht be-
ständig genug ist. Das ist nun eine Sache der Erfahrung mit Hilfe wiederholter Be-
stimmungen von Ä;« nach obiger Formel durch anfänglich öfter wiederholte anderweitige,
möglichst genaue Entnahmen von J U.
Einige kleine Beobachtungsreihen aus dem Jahre 1904 werden weiter unten
erkennen lassen, was die Einrichtung in dieser Hinsicht zu leisten vermag.
Vorher sei noch bemerkt, daB die Genauigkeit der obigen Formeln an die
Einhaltung gewisser Grenzen des Azimuts gebunden ist. Wenn das Azimut des Rohres
vom Meridian um mehr als 1 bis 2 Grad abweicht, dann müssen die Formeln für die
Bestimmung des Azimuts etwas vollständiger entwickelt werden, und zwar etwa fol-
gendermaßen. Nennt man das Azimut, auf welches das Rohr bei der bezüglichen
Sonnenbeobachtung hinweist, a (positiv von Süden nach Westen gezählt), so besteht
zwischen a und t0 die folgende Gleichung:
sin r0 tang T® ... 3)
ang a — ^g ^ ^.^ ^^ _ ^ J cos J, ~ . . ( . tang 6 1
«^^^•p--tä5^X"'^^'®|
Diese Formel ist zur Berechnung von a um so bequemer, je kleiner tang 3 ist.
Andernfalls hat man auch:
sin a = sin T® . , wo für 5 gesetzt werden kann 3g — d + x
^ sm e
, , ,/ cos 3 cos 3t sin - V2 t® a\
und wo dann shi V2 ^ — • / «. * . 1/ \ » ^)
'^ sm {3g — 3 -\- V2 oc)
so daß X sehr schnell näherungsweise berechnet werden kann, meistens bei kleinem t®
schon hinreichend genau (in Bogenminuten ausgedrückt):
. ^ , cos 3 cos 3g sin ^ 1/ t^ . sin t® cos 3 c\
x8.nl' = --^.„^^- ^^ o. . .. al80 8ma= ^j^^^^i^^-^^. • • 5)
Beide vorstehenden Formeln für tang a und für sin a (3 und 5) können um-
gekehrt auch dazu dienen, nachdem a bekannt geworden ist, t® zu berechnen, wobei
dann am bequemsten ein Näherungswert von t® benutzt wird, der immer zur Hand
sein wird.
Beispielsweise war von mir in einer geographischen Länge L, = — 6*"52',1
(westlich vom mitteleuropäischen Meridian) und in einer geographischen Breite
3g — 52^30' 17" der Durchgang der Sonne durch das Fadenkreuz des Rohres beob-
achtet worden zu folgenden Zeiten der Uhr:
1904 Juli 20 Z7 = 0* 20»» 38" •
Juli 21 U = 0 20 32
August 11 ?7 = 0 21 30
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172 W. Poeret«r, Ein Sonnenrohr zur genäherten 2titbe8timmuogt< MechanlkeAtg.
und die zugehörigen anderweitig ermittelten Korrektionen der Uhrangaben auf mittel-
europäische Zeiten waren:
Juli 20 JU=-+ 1«» 10,7
Juli 21 JU= + 1 20 ,1
August 11 ^Z7= + 0 21 ,0
Nun betrug an den drei Tagen mit Entnahme der Zeitgleichung Z aus den
bezüglichen Tabellen:
Juli 20 A — Z= — 12"»58',7, also t0 = + 8"» 50s0
Juli 21 Ls — Z= — 13 2,1, „ T© = + 8 50,0
August 11 L, — Z = — 11 56 ,6, « T0 = + ü 54 ,4.
Aus diesen Werten von t© wurden nach den obigen Formeln für sin a die
folgenden Werte abgeleitet:
Juli 20 a = + 30 55'
Juli 21 a = + 3^ 54'
August 11 a == + 3^57'
Als Mittelwert wurde a = + 3^ 55',0 angenommen, und mit diesem Werte
wurden dann bis Ende September 1904 die Uhrkorrektionen JU berechnet, immer mit
der Annahme, daß i und c hinreichend klein und beständig blieben.
Bei dem erheblichen Betrage von a würde der Übergang auf h Sorgfalt er-
fordert haben, sobald i und c merkliche Werte gehabt hätten.
Sind aber i und c so unerheblich, wie in unserem Falle angenommen werden
durfte, so kann man dann a = — i . . . setzen. Indessen bei dem vorliegenden
Werte von a ist es doch etwas genauer, t© dann nicht nach der Formel für i, sondern
aus der Gleichung für tang a zu berechnen. Mit Hilfe des obigen Mittelwertes von a
sind dann die sämtlichen Sonnendurchgänge bis Ende September 1904 berechnet worden,
indem // U nach der obigen Formel abgeleitet wurde: J U = T(^ + Z — Lg — U.
Hieraus haben sich die folgenden Werte der Uhrkorrektionen aus den Beob-
achtungen am Sonnenrohre ergeben, neben welche ich die aus genauen Uhrenver-
gleichungen mit der Sternwarte, durch die Normaluhren u. s. w. ermittelten Werte zur
Kontrolle gesetzt habe.
^u.
^U
Verbesserung
Sonnenrohr
Sternwarte
der
Sonnenbeobachtung
1904 August 21 + 0'»23'
+ O^SO»
(+7.)
September 6 +0 31,3
+ 0 32,4
+ 1.1
7+0 28,2
+ 0 29,6
+ 1,4
13+0 26,0
+ 0 24,7
-1.3
20-0 4,3
-0 2,0
+ 2,3
21-0 14,7
-0 10,0
+ 4,7
Der Mittelwert der Verbesserung
en des Ergebnisses
der Sonnenbeobachtung
beträgt nach Ausschluß der ersten, etwas unsicheren Beobachtung in dieser Reihe
+ 1*,6 und deutet wohl auf eine kleine Verbesserung der Azimutannahme hin. Die
mittlere Abweichung vom Mittel ist etwa 1*,5. Man könnte die Übereinstimmung noch
vergrößern, wenn man das Azimut aus sämtlichen Beobachtungen bestimmte. Da es
aber offenbar auch kleine Schwankungen des Azimuts sowie der Werte i und c ge-
geben haben wird, und da die letzteren Werte ganz unbestimmt blieben, habe ich
geglaubt, mit der Darlegung obiger Resultate abschließen zu dürfen.
Die Verwertbarkeit des kleinen, für verhältnismäßig geringe Kosten zu be-
schaffenden und an einer Mauer wand leicht anzubringenden Sonnenrohres zu Uhrkon-
trollen bis auf das Zehntel der Minute ist jedenfalls erwiesen. Wegen der Beschaffung
desselben hätte man sich an Herrn Mechaniker Gustav Halle zu Rixdorf bei Berlin
(Knesebeckstraße 145) zu wenden, welcher auf meine Veranlassung diese Einrichtung
sehr zweckentsprechend und verständnisvoll hergestellt hat.
In betreff der erforderlichen kleinen Berechnungen findet man noch wesentliche
Erleichterungen und Fingerzeige in dem von der Vereinigung der Freunde der Astronomie
herausgegebenen kleinen Buche „Hülfsmittel zur Bestimmung der mitteleuro-
päischen Zeit" (Berlin 1904, Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung).
Sei es gestattet*, noch einige Bemerkungen hinzuzufügen in betreff derartiger
Beobachtungen mit einfacher Sonnenkamera ohne Linsen. Man hat in der Laienwelt
meistens keine zutreffende Vorstellung von den Genauigkeiten, welche durch solche
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15 Aii^st 1907 W. Poertter, Ein Sonn«iirohr sur genäherten Z«itb«8tiininung. J73
Kamerabeobachtungen unter Umständen 2u erzielen sind. Aber besonders wichtig wäre
die Anwendung von solchen Einrichtungen im Unterricht, da hierdurch die richtigen
Vorstellungen von Vergrößerungswirkungen überhaupt und von dem Wesen des Fernrohrs
auf die einfachste und anschaulichste Weise erlangt werden können.
Wie wenige Menschen machen sich überhaupt Gedanken über die auf Schritt
und Tritt ihnen vor die Augen kommenden Erscheinungen der nahezu kreisförmigen hellen
Scheibchen von verschiedener Größe, die beim Sonnenschein im Baumschatten vor ihren
Füßen liegen. Sehr erstaunt sind sie, wenn man ihnen diese Scheibchen als Abbilder
der Sonnenscheibe und die verschiedene Größe derselben als die Folge der Verschieden-
heit der Abstände erläutert, in denen sich die kleinen Öffnungslücken im Laubdache,
welche die Sonnenstrahlen durchlassen, von den betreffenden Stellen der Bodenflächen
befinden. (Gtenau kreisförmig sind die Scheibchen nur dann, wenn die Sonnenstrahlen
genau rechtwinklig zu einer genau ebenen, auffangenden Fläche einfallen.)
Beträgt die Entfernung derjenigen Stelle der Bodenfläche, auf welcher
sich das Sonnenscheibchen abbildet, von der Öffnung im Blätterdache, durch welche
die Sonnenstrahlen hindurchgelassen werden, 5 m, so erreicht der Durchmesser des Sonnen-
bildchens in den Zeiten der mittleren Entfernung der Erde von der Sonne, also im
Anfang April und Anfang Oktober, nahezu 47 mm, und er ist beinahe um 1 mm größer
im Anfang Januar, wo die Erde der Sonne am nächsten ist, und nahezu 1 mm kleiner
im Anfang Juli, wo die Erde von der Sonne am entferntesten ist. Beträgt aber der
Abstand der Öffnung im Blätterdach von der Abbildungsstelle auf der Bodenfläche 10 m,
so ist das Scheibchen gerade doppelt so groß.
Bei Sonnenfinsternissen erkennt man ja sofort anschaulichst, daß man es bei
jenen Lichtflecken im Baumschatten mit Sonnenbildchen zu tun hat; denn dann be-
stehen diese Gruppierungen von lichten Flecken aus lauter kleinen Sicheln, die in ihrer
Gestalt und Lage den Veränderungen des Anblickes folgen, den die Sonne während
des Verlaufes der Vetfinsterung darbietet.
Läßt man durch eine nahezu kreisförmige Öffnung von etwa 1 mm Durch-
messer, die man in den Verschlußläden eines Zimmers anbringt, das Sonnenbildchen auf
eine ebene Fläche fallen, die man in einem Abstände von 5 m von jener Öffnung
nahezu rechtwinklig zu dem einfallenden Strahlenbündel hält, so kann man auch die
von der Drehung der Erde bewirkte Wanderung des Sonnenbildchens in dieser großen
Kamera-Einrichtung ungemein deutlich beobachten; denn während einer Sekunde
bewegt sich dann das nahezu 47 mm im Durchmesser haltende Sonnenbildchen schon
um etwas mehr als ^s ^^- ^^^ solches Sonnenbildchen und seine Wanderung, also
auch den Zeitpunkt seines Durchganges durch eine bestimmte Stelle der auffangenden
Fläche (ähnlich wie durch das Faden- oder Strichkreuz der auffangenden Glasplatte in
unserm Sonnenrohr) kann man dann sehr deutlich wahrnehmen, wenn die auffangende
Fläche durchscheinend ist, z. B. aus geöltem Papier besteht, und wenn man dann
das Sonnenbild nicht von der vorderen, der lichten Öffnung zugekehrten Seite her,
sondern von der hinteren Seite der auffangenden Fläche aus durch eine kleine, mit
einer Nadel etwa in einem Kartenblatte gebohrte Öffnung von weniger als einem Milli-
meter Durchmesser betrachtet. Man kann dann das Auge bis auf 20 oder 30 mm an
das Sonnenbildchen heranbringen und alsdann die Durchgangszeiten bis auf Bruch-
teile der Sekunde beobachten. Die ganze Einrichtung gewährt aber eine höchst in-
struktive Veranschaulichung der Vergrößerungswirkungen der Fernrohre. Das Sonnen-
bildchen, welches auf obige Weise durch Sonnenstrahlen, die durch eine sehr kleine
Öffnung eindringen, erzeugt wird, besteht aber eigentlich aus lauter kleinen Bildern
dieser kleinen Öffiiung, deren jedes von einem leuchtenden Punkte der Sonnenscheibe
an die auffangende Fläche geworfen wird. Diese Bilder der freien Öffnung sind also
nur ebenso gruppiert, wie die leuchtenden Punkte der Sonnenscheibe. Je kleiner die
Öffnung und je größer der Abstand der die Strahlen auffangenden Fläche von der
Öffnung ist, desto deutlicher tritt die Gruppierung der Bilder der Öffnung zu einem
Sonnenbilde hervor, weil die Dimensionen des letzteren mit dem Abstände der Fläche
von der Öffnung, also mit der Länge der Kamera (des Fernrohrs ohne Linse) wachsen,
während die Bildchen der freien Öffnung nicht merklich mit dieser Länge an Größe
zunehmen.
Ein Sonnenbild von 47 mm Durchmesser, welches bei einer Kameralänge von
J5 m mit einer Lichtöffnung von 1 mm Durchmesser erzeugt wird, besteht also f^wi
lauter kleinen Scheibchen von einem Millimeter Durchmesser und nicht aus leuchtenden
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174 Der 18. Deutsche Mechanikertag. Mec£SkS!?Ztg.
Punkten^ so daß die Details und die Umrisse des l^ildes der Sonne noch ziemlich un-
deutlich sind. Weitere Vergrößerung der Kameralänge und weitere Verkleinerung der
lichten Öffnung würden die Deutlichkeit wesentlich erhöhen, wenn nicht zugleich die
Lichtstärke der Abhildung dabei abnähme.
Vergrößerung der Öffnung für die Durchlassung der Strahlen und Verminderung
des Abstandes der auffangenden Fläche machen das Sonnenbiid immer undeutlicher, so
daß schließlich bei beliebig großer und beliebig geformter Öffnung (wie bei einem
Fenster) im Sonnenschein nur das Bild der Öffnung an der Wand erscheint und nur
an den Umrissen desselben die Gruppierung der aufgefangenen Sonnenstrahlungen z*:
Sonnenbildchen noch erkennbar wird.
Gemischtes Durcheinander von Sonnenbildchen, die durch sehr kleine lichte
Öffnungen eingestrahlt werden, mit Abbildungen der Unurisse von größeren lichten
Öffnungen, die sich dann zu formlosen Lichtflecken gruppieren, ist meistens das
Charakteristische der Schatten- und Licht-Erscheinungen unter einem von der Sonne
bestrahlten Laubdache. Aber das Ganze aller dieser Erscheinungen ist reich an lehr-
reichsten Anregungen.
Der 18. Deutsche Mechanikertag
zu Hannoyer, am 2. u. 3. Atigfust 1907.
(Vorläufiger Bericht.)
Der diesjährige Mechanikertag zeichnete sich aus durch Reichhaltigkeit und
Vielseitigkeit der Verhandlungsgegenstände. Die Teilnehmer — leider waren es nur
ungefähr 60 — hatten Gelegenheit, eine Reihe technisch intei'essanter Vorträge zu
hören: so über die Arbeiten der Reichsanstalt zur Verbesserung der Methoden der
Metallfärbung (Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein), wobei nicht nur mehrere verbesserte
Rezepte (vgl. dieses Heft S. 175) mitgeteilt, sondern auch die mit diesen behandelten
zahlreichen Gegenstände vorgelegt wurden; ferner die hochinteressante Vorführung eines
laut sprechenden Grammophons der Deutschen Grammophon A.-G., wobei der Vor-
tragende, Hr. Dir. J. Berliner, einen sehr instruktiven Abriß der Entwicklung des
Grammophons gab; drittens eine zusammenfassende Darlegung über die technisch
wichtigen Eigenschaften des Nickelstahls (Hr. Regierungsrat Dr. Stadthagen) und end-
lich die Vorführung der Wannerschen Pyrometer durch ihren Konstrukteur. Diese
Vorträge werden den Lesern dieses Blattes entweder wortgetreu als besondere Artikel
mitgeteilt werden, andernfalls werden sie als ausführliche Auszüge im Protokoll des
Mechanikertages veröffentlicht werden.
Von den Verhandlungsgegenständen gewerblichen und sozialen Charakters seien
zwei besonders hervorgehoben. Zunächst hat sich die Notwendigkeit ergeben, die
Paragraphen 5 a und 17 des Lehrvertrages abzuändern. Das dort vorgesehene Schieds-
gericht entspricht nämlich nicht mehr den neueren gesetzlichen Bestimmungen, die ver-
langen, daß eine solche Instanz sich aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern in gleicher
Anzahl zusammensetze und unter einem unparteiischen Vorsitzenden stehe. Nach
längeren Beratungen, an denen sich der Syndikus der Handelskammer Hannover, Hr.
Dr. Rocke, in dankenswerterweise in seiner Eigenschaft als Rechtskundiger beteiligte,
wurde beschlossen, es dem Vorstande zu überlassen, den beiden Paragraphen eine ein-
wandfreie Fassung zu geben; zugleich soll, entsprechend einem Antrag Stadthagen,
Sorge getragen werden, daß in den Fällen, wo ein Schiedsgericht nicht in Wirksamkeit
tritt, den Gewerbegerichten wirklich sachverständige Gutachter zur Verfügung stehen.
Ferner berichtete Hr. Prof. Hartmann über den Plan einer ständigen Ausstellung
physikalischer Apparate im Neubau des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M.
(s. diese Zeitschr. 1907. 8. 146). . Das Ergebnis der sich an diesen Vortrag anschließenden
ausgedehnten Besprechung war die Annahme eines Antrags Ambronn:
Die D. G. f. M. u. 0, begrüßt die Absicht des Physikalischen Vereins zu Frank-
furt a. M., in den Räumen seines neuen Inetitutsgebäudes' eine dauernde Aussteliung
von physikalischen Apparaten zu veranstalten, mit besonderem Interesse und ist bereit,
durch ihren Einfluß bei ihren Mitgliederu eine Beteiligung an dieser Ausstellung anzu-
regen; sie eotzt zur Regelung dieser Angelegenheit eine Kommission ein, welche die
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Heft lA.
15. Auglist 1907.
VenlnsnachiichteiL — Pur Werkstatt und Laboratorium.
175
Anmeldungen in Empfang nimmt und die Zuweisung des zur Verfügung stehenden Platzes
besorgt.
In diese Kommission wurden gewählt die Herren Prof. Dr. L. Ambronn, Prof.
Dr. Göpel, Prof. E. Hartmann.
Von geschäftlichen Angelegenheiten sei vor allem erwähnt, daß der Mechaniker-
tag an Stelle von Prof. Czapski Hm. Dr. 0. Schott in den Vorstand wählte; Hr. Dr.
0. Schott wurde alsdann vom Vorstande in einer sich unmittelbar an den Mechaniker-
tag anschließenden Sitzung zum Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Als Ort des
nächsten Mechanikertages wurde, entsprechend einer Einladung unseres jüngsten Zweig-
vereins, München bestimmt, die Festsetzung des Zeitpunktes überließ man dem Vorstande
in Verbindung mit dem dortigen Zweigverein.
Dieser Bericht wäre nicht vollständig, wenn nicht auch der geselligen
Veranstaltungen gedacht würde, deren Gelingen ja für den Mechanikertag und seine
Besucher ebenso wesentlich ist, wie die ernsten Beratungen. Vor allem ist hier die
Munifizenz zu rühmen, mit der die Stadtverwaltung von Hannover den Mechanikertag
aufnahm, und die Liebenswürdigkeit, mit der Hr. Senator Fink die Stadt vertrat; am
Begrüßungsabend im Lister Turm waren die Teilnehmer des Mechanikertages sogar die
Gäste der Stadt Hannover, die für leibliche Erquickung und künstlerische Unterhaltung
sorgte. Dem Entgegenkommen der Stadt verdanken wir es auch, daß der Mechaniker-
tag in einem der schönsten Saalbauten Deutschlands, dem prächtigen, mit vielen Ge-
mälden geschmückten, altertümlichen und für Beratungen, sogar für technische Vor-
führungen sehr geeigneten Saale des Alten Rathauses von Hannover sich versammeln
konnte. Ein Glanzpunkt war ferner der Ausflug nach Hildesheim, dem reizend ge-
legenen und immer noch zu wenig besuchten und bekannten Schatzkästlein mittelalter-
licher bürgerlicher und kirchlicher Kunst; hier wurde der Mechanikertag durch die in
Hildesheim wohnenden Herren Bode und Poppe mit den so zahlreichen Denkmälern
der Baukunst und des Kunstgewerbes unserer Altvordern bekannt gemacht; den Schluß
des Tages bildete ein Spaziergang auf den schön bewaldeten und aussichtsreichen
Galgenberg.
Daß alle Veranstaltungen in bester Ordnung sich abwickelten, ist das Verdienst
des Ortsausschusses, im besonderen seines Vorsitzenden, Hrn. Dir. J. Berliner, und
von Hm. Dr. L. Rellstab, denen auch an dieser Stelle der Dank der D. G. f. M. u. 0.
ausgesprochen sei, nicht minder dem unermüdlichen und stets vollzähligen Damen-
„Komitee**, das nämlich diesmal nur aus einer Dame, Frl. A. Berliner, der Nichte
des Vorsitzenden des Ortsausschusses, bestand.
Vereinsnachrichten.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Otto Mackensen; Dipl.-Ing. bei
der Fa. Carl Zeiß; Jena.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. 0. ist:
Hr. Prof. Dr. R. Straubel; Prof. an
der Universität, Vorstandsmitglied der Fa.
Carl Zeiß; Jena, Botzstr. 10.
FOr WerlKstaii
und Laboratorium.
Vorschriften zur Metall färbung^).
Im folgenden sind die Vorschriften kurz
wiedergegeben, nach denen die gefärbten
V Sonderabzüge werden an MitgUeder der
D. G. f. M. u. 0. durch den Geschäftsführer
kostenlos abgegeben. Eine ausführlichere Mit-
teilung seitens der Herren M y 1 i u s un d v. L i e c h -
tenstein wird später folgen.
Metallstücke, welche Hr. Fr. Franc v.
Liechtenstein dem 18. Deutschen Mecha-
nikertage am 2. August d. J. vorlegte, her-
gestellt worden waren.
Diese Vorschriften sind Abänderungen
älterer Verfahren und auf Grund von Ver-
suchen aufgestellt, welche die Herren
Mylius und v. Liechtenstein in der
Physikalisch-Technischen Reichsanstalt im
Verfolg des Antrages der D. G. f. M. u. 0.
(s. diese Zeitschr. 1906. S. 229 u. 241)
ausgeführt haben.
1. Schwarz für Zinnrotguß^ Zirikrot-
guß, Messing (gegossen, gewalzt, gezogen),
TombaJc, Kupfer,
Die Gegenstände sind heiß abzubrennen,
infolgedessen ist das Verfahren für Ob-
jekte mit Zinnlötungen nicht anwendbar.
100 g salpetersaures Kupfer, gut zer-
kleinert, gelöst in
200 „ absoluten Alkohol.
Die zu färbenden Stücke wurden mittels
eines Messingdrahtes kurze Zeit eingetaucht
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17G
Für Werkstatt und Laboratorium. -^ G«w«rblichM.
Deatnch«
Mechanlker-Zi}?.
und alsdann über einer Flamme unter Ver-
meidung von Blasenbildung getrocknet,
wobei sie erst grün und nach stärkerer Er-
wärmung schwarz wurden.
Nach dem Erkalten wurde das Arbeits-
stück mit einer steifen Bürste abgebürstet.
Dieser Vorgang wurde wiederholt, bis
ein genügend tiefes Schwarz erzielt war.
2. Blauschwarz für Kupfer-Zinh-
Legierungen (gegossen, gewalzt, gezogen).
[Unbrauchbar für Kupfer-Zinn-Legierungen,
Kupfer, Neusilber.]
4 g kohlensaures Kupfer, gelöst in
200 „ 10- prozentiger Ammoniak-
lösung.
Die gut gereinigten und oxydfreien
Arbeitsstücke wurden mittels eines Messing-
drahtes in die Beizflüssigkeit bei Zimmer-
temperatur öfter eingetaucht. Nach jedes-
maligem Eintauchen wurden die Stücke in
kaltem Wasser abgespült und mit einem
weichen Lappen abgetrocknet.
3. Violett (blaugrau) für Zinnrotguß,
ZinJcroigußy Messing (gegossen, gewalzt,
gezogen), Tombak, Kupfer.
50 g Antimontrichlorid, gelöst in
850 „ Alkohol von 94:%] alsdann
wurden
100 „ rohe Salzsäure zugefügt.
Die gut gereinigten und oxydfreien
Gegenstände wurden bei Zimmertemperatur
mittels eines Messingdrahtes eingetaucht,
nach dem Herausheben in kaltem Wasser
abgespült und mit einem weichen Lappen
abgetrocknet.
Vorstehende alkoholische, schwach an-
gesäuerte Lösung vermeidet die Übelstände,
welche die bisher hierfür verwendete stark
saure Lösung von Antimontrichlorid in roher
Salzsäure mit sich bringt.
Gewerbliches.
Fabrik oder Handwerk?
Von Dr. Fr. Schomerus,
Wissenschaft!. Mitarbeiter von Carl Zeiß-Jena.
Die leidige Frage der Abgrenzung
zwischen Fabrik und Handwerk, welche
auch für die feinmechanische Industrie Be-
deutung hat, ist von der Handelskammer
Leipzig in einer sehr tiefgründigen Denk-
schrift für die Beratungen des Deutschen
Handelstages bearbeitet worden. Diese Ab
grenzung ist bekanntlich durch das Hand-
werker-Organisationsgesetz vom Jahre 1897
zu einer für die Gewerbetreibenden wie
für die gesetzlichen Interessenvertretungen
(Handelskammern und Handwerkskammern)
praktisch sehr wichtigen Frage geworden.
Da das Gesetz selbst keine Definition des
Begriffs „Handwerk" gibt, gab den Hand-
werkskammern die Unklarheit des Gesetzes
die Möglichkeit, das Bereich der ihnen zu
unterstellenden gewerblichen Betriebe mög-
lichst auszudehnen, d. h. auch solche Be-
triebe zu den Beiträgen heranzuziehen, die
zweifellos Großbetriebe sind, wie z. B. die
Leipziger Buchdruckereien. Dabei gerieten
sie in das Gehege der Handelskammern,
die sich naturgemäß zur Wehr setzten. So
ist diese Frage nicht nur für die Gewerbe-
treibenden von Wichtigkeit, die der Gefahr
der Doppelbesteuerung für Handwerks-
und Handelskammern ausgesetzt sind, son-
dern sie bedeutet letzten Endes einen Kom-
petenzkonflikt zwischen diesen beiden ge-
setzlichen Interessenvertretungen.
Man hätte vielleicht erwarten können,
daß die Praxis mit der Zeit klare Merk-
male ausfindig gemacht hätte und die ent-
scheidenden oberen Instanzen zu einer ein-
heitlichen Rechtsprechung gelangt wären.
Das ist aber nicht der Fall, weil nicht die-
selben Behörden für die Handwerkskammern
wie für die Handelskammern zuständig sind.
Ein Maschinenfabrikant z. B., der für beide
Kammern in Anspruch genommen wird,
meint, er gehöre zur Handwerkskammer.
Nach § 29 des Handelskammergesetzes er-
hebt er Einspruch bei der Handelskammer,
gegen deren Beschluß Klage beim Bezirks-
ausschuß, und gegen dessen Entscheidung
kann er im Wege der Revision das Ober-
verwaltungsgericht anrufen. Erklärt dieses,
er sei Kaufmann und gehöre von Rechts-
wegen zur Handelskammer, so wird er sich
nunmehr von der Handwerkskammer zu
befreien suchen. Läßt ihn diese nicht frei,
so geht die Beschwerde zunächst an den
Regierungspräsidenten und dann an den
Oberpräsidenten bezw. in kleineren Staaten
an das zuständige Ministerium. Diese Ver-
waltungsbehörden sind natürlich an die
Entscheidungen der Verwaltungsgerichte
in keiner Weise gebunden, und so kann
es dem Maschinenfabrikanten, dem von
den Verwaltungsgerichten die Handwerker-
eigenschaft abgesprochen ist, passieren,
daß ihm von den höheren Verwaltungs-
behörden schwarz auf weiß bescheinigt
wird, daß er der Handwerkskammer unter-
stehe und zwar von Rechts wegen. Er ist
um etliche Bündel Akten und Entschei-
dungen reicher geworden, hat aber seine
Doppel steuern, die das Gesetz nicht will,
weiter zu zahlen (vergl. das Referat von
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Heft Iß.
15. Augast 1907.
Öewerblichee.
177
Dr. Kuntze von der Potsdamer Handels-
kammer auf dem XI. Verbandstag der
mitteldeutschen Handelskammern in Eise-
nach, 1906).
Da allgemein der Versuch einer gesetz-
lichen Definition der beiden Begriffe „Fa-
brik" und „Handwerk" für aussichtslos gilt,
so muß man mindestens die Forderung
nach einer einheitlichen Rechtsprechung
erheben. Die Frage, ob ein Betrieb zur
Handelskammer oder zur Handwerkskammer
gehört, mag in erster Instanz von der da-
mit befaßten Körperschaft entschieden
werden, für die ferneren Instanzen aber
darf es nur einen Weg geben, entweder
die ordentlichen Gerichte oder die Ver-
waltungsgerichte oder die Verwaltungs-
behörden. Nur auf solche Weise kann
Ordnung in die Sache gebracht werden
und der Kläger erfahren, woran er ist.
Zu diesem Ergebnisse kommt auch die
Leipziger Denkschrift, welche für die
w (Mtere Behandlung dieser Frage sicherlich
grundlegend werden wird. Es ist in ihr
mit peinlichster Gewissenhaftigkeit und
Sachlichkeit und wissenschaftlicher Gründ-
lichkeit und Schärfe alles zusammenge-
tragen, was für die Frage von Bedeutung
ist. Es werden nacheinander behandelt:
Die Vorschriften der Novelle zur Gewerbe-
ordnung vom 26. Juli 1897 (sog. Hand-
werker-Organisationsgesetz) , die einschlä-
gigen Bestimmungen des Handelsgesetz-
buches vom 10. Mai 1897, die Entschei-
dungen des Reichsgerichts über die Begriffe
„Kaufmann", „Fabrik" und „Handwerk",
die V^orschriften der Landesgesetze über
Handels- und Gewerbekammern. Nachdem
auf diese Weise die Rechtslage der strit-
tigen Frage an der Hand der einschlä-
gigen Bestimmungen dargelegt ist, werden
die Bestrebungen der Handwerkskammern
nach Ausdehnung der Hand werksorganisation
auf Fabriken und sonstige Großbetriebe er-
örtert, woraus hervorgeht, in wie weit-
gehender Weise die Behörden den Hand-
werkskammern Unterstützung bei deren
Bestrebungen geleistet haben, die Industrie
und das Großgewerbe heranzuziehen. Sehr
lehrreich ist dann die Zusammenstellung
und Wiedergabe der hauptsächlichsten ty-
pischen Streitfälle und Entscheidungen der
Behörden. Hieran schließt sich sodann die
Wiedergabe der Versuche der Behörden
und der Vorschliige der Handelskammern
und ihrer Vereinigungen zur Beseitigung
der entstandenen Schwierigkeiten und Miß-
helligkeiten. Nachdem diese Vorschläge
kritisch besprochen sind, wird das Resultat
der Untersuchungen in einer dem deutschen
Handelstag zu unterbreitenden Erklärung
zusamimengefaßt, deren Schluß folgenden
Wortlaut hat:
„Bei dieser Sachlage kann es sich nur
darum handeln, eine genügende formale
Bürgschaft für eine dem Willen des Ge-
setzgebers Rechnung tragende, für beide
Rechtsgebiete einheitliche Auslegung der
genannten Begriffe und Bestimmungen zu
schaffen. Eine solche ist allein darin zu
finden, daß die aus §§ 100 h, 103 n und
103 o der Gewerbeordnung entstehenden
Streitigkeiten, soweit es sich dabei um die
Begriffe „Fabrik" und „Handwerk" und
die Auffassung der Betriebe als einheit-
liche Ganze oder getrennt zu behandelnde
Doppelbetriebe handelt, richterlichen Be-
hörden (ordentlichen Gerichten oder Ver-
waltungsgerichten), zum wenigsten in letzter
Instanz, übertragen werden, wobei zugleich
für eine tunlichst einheitlicheRechtsprechung
im Sinne der Rechtsprechung des Reichs-
gerichts, sowie für Anhörung und Beteili-
gung der Handelskammern am Streitver-
fahren zu sorgen ist.
An der Notwendigkeit klarer, unzwei-
deutiger Grenzziehung zwischen dem Hand-
werk und seinen Organen auf der einen
Seite und dem Großgewerbe und den Han-
delskammern auf der anderen Seite ist ins-
besondere auch für das Gebiet des Lehr-
lings- und Prüfungswesens festzuhalten und
dieses, soweit sich ein Bedürfnis hierfür
herausstellen sollte, für die Großbetriebe
gesondert zu regeln. Im übrigen bleibt
es künftiger Erörterung und Entschließung
der Handels- und Handwerkskammern vor-
behalten, inwieweit sie sich an der Be-
gründung, Leitung und Unterstützung von
Anstalten und Einrichtungen zur technischen
Ausbildung und Erziehung der Lehrlinge
und Gehilfen in den ihnen unterstellten
Betrieben gemeinsam beteiligen wollen.
Angesichts der vielfach irrigen Ent-
scheidungen der Verwaltungsbehörden über
die Zwangs- und Beitragspflicht der Be-
triebe zu den Handwerksorganen und die
Zuständigkeit dieser auf dem Gebiete des
Lehrlings- und Prüfungswesens empfiehlt
es sich, den Beteiligten eine Nachprüfung
dieser Zugehörigkeit und Zuständigkeit im
Wege des vorgeschlagenen neuen Ver-
fahrens zu ermöglichen."
Ausstellung München 1908.
Die Ausstellung will einen Überblick
darüber geben, was München an guten
Einrichtungen besitzt, was es an Gutem
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1?8
ö«w«rblichM. — Patentschäu.
Meehanlker-Ztg.
und Eigenartigem schafft, auch was aus-
wärts durch München gefördert wird.*
Eine Prämiierung soll nicht stattfinden,
vielmehr soll die Beteiligung als eine Ehren-
sache und Auszeichnung betrachtet werden.
Das Ausstellungsgebäude liegt an der
Theresienhöhe (Bavaria), es hat eine Größe
von 15,8 ha. Es werden 6 dauernde Aus-
stellungshallen errichtet werden, die 2,05 ha
bedecken; hierzu treten nötigen Falles noch
vorübergehende Ausstellungsbauten.
Die Ausstellung geht von den städtischen
Behörden aus, ihre Geschäftsstelle befindet
sich im Rathaus.
Fabrikanten und Händler von optischen
und astronomischen Instrumenten, Vertreter
der Lehrmittelbranche und verwandter Er-
werbszweige traten vor einigen Tagen zu
einer Vorbesprechung im Rathaus zusammen.
Zur Vorführung der Lehrmittel ist die Aus-
stellung eines kompletten Schulsaales ge-
plant, ebenso ist die Herstellung eines
Laboratoriums beabsichtigt. Von künstle-
rischem Standpunkte könnten Aufgaben
wie die Umrahmung eines Thermometers
oder eines Barometers, das Gestell und die
Farbenskala eines Globus, die äußere Aus-
stattung eines Telephonapparates, die Auf-
machung eines Theaterglases Neubearbeitung
im Sinne des Ausstellungsprogramms finden.
In hohem Grade wünschenswert wäre es,
wenn die Ausstellung auch auf dem wich-
tigen Gebiet der zeichnerischen Darstellung
naturwissenschaftlicher Objekte anregend
wirken könnte.
Anfang August d. J. erfolgte die Grün-
dung der AktieDgesellschaft Reiniger,
Gebbert & Scliall, Berlin -Erlangen
mit einem Kapital von 1 250 000 M.
Gründer der Gesellschaft sind: Frau
Fabrikbesitzer Gebbert (Erlangen), Herr
Generaldirektor Zitzmann (Erlangen), Herr
Fabrikbesitzer A 1 fr e d H i r s c h m a n n (Berlin),
Herr Rechtsanwalt H ai n z f urthe r (München),
Herr Fabrikdirektor Zinn (Barmen), Herr
Kaufmann Karl Scholl (Erlangen).
Die Gesellschaft befaßt sich mit der
Fabrikation und dem Vertrieb elektro-
medizinischer und technischer Apparate.
Der Gründung ging eine Fusion mit
der bekannten alten Firma W. A. Hirsch-
mann voraus.
Vorstand der Gesellschaft ist Herr
Generaldirektor Zitzmann; die Leitung
des Berliner Zweiggeschäftes ruht in den
Händen der Herren Direktoren Alfred
Hirschmann und Robert Fischer.
Paientschau.
1. Schiffskompaß mit oberem, die Ausdehnung der Flüssigkeit ermöglichendem
Luftbehalter, dadurch gekennzeichDot, daß die Ausdehnungsmöglichkeit der Flüssigkeit durch
Anordnung eines zweiten, innerhalb des Kompaßkessels liegenden, gegen die Flüssigkeit aber
abgeschlossenen Luftbehälters vergrößert wird, der mit dem oberen Ringraum in Ver-
bindung steht.
2. Ausführungsform des Schiffskompassea nach Anspr. 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Ausdehnungsmöglichkeit der Flüssigkeit dadurch vergrößert wird, daß man den Hohlraum
des Bodengewichtes gegen den Kessel und nach außen hin luftdicht abschließt und ihn durch
Rohrleitungen mit dem oberen Ringraum bezw. dem im Kessel angeordneten Luftbehalter ver-
bindet. Neufeldt & Kulinke in Kiel und B. Freese in Delmenhorst. 17. 6. 1905.
Nr. 173 956. Kl. 42.
Vorrichtung zur gleichmäßigen Erwärmung eines Raumes durch Gas mit in dem
Heizraum angeordnetem, mit Maximum- und Minimumkontakt versehenem Thermometer und ver-
zweigter Gaszufübrungsleitung, von welcher der engste Zweig eine dauernd brennende kleine
Flamme speist und ein zweiter größerer Zweig ein elektromagnetisch bewegtes Ventil besitzt,
das bei Überschreitung einer Höchsttemperatur geschlossen, bei Unterschreitimg dieser Tempe-
ratur geöffnet wird, dadurch gekennzeichnet, daß noch eine dritte ein Ventil enthaltende Ver-
zweigung vorgesehen ist, welches bei Überschreitung der Minimaltemperatur elektromagnetisch
geschlossen, bei Unterschreitung derselben geöffnet wird. M. Hering in Aachen. 9. 8. 1904.
Nr. 173 799. Kl. 42.
Meßgerät nach Ferrarisschem Prinzip, dadurch gekennzeichnet, daß von einer
einzigen Spannungswicklung drei praktisch voneinander getrennte Spannungsfelder
erzeugt werden, von denen zwei — und zwar eines in Summe mit einem Hauptstromfeld,
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1öJ,^s"i907- P.t.nuch.u^ 179
ein anderes in Differenz mit einem anderen Hauptstromfeld — an räumlich ge-
trennten Stellen den metallenen Rotationskörper durchsetzen, während das dritte sich schließt,
ohne den Rotationskörper zu durchsetzen, und seine drosselnde Wirkung entweder allein oder
in Verbindung mit der Wirkung von über die beiden andern Spannungsfelder gelegten, in sich
geschlossenen Windungen zur Erzielung der richtigen Phasenverschiebung zwischen den beiden
anderen Bpannungsfeldern und den Hauptstromfeldern benutzt wird. Hartmann & Braun in
Frankfurt a. M. 30. 1. 1906. Nr. 174 248. Kl. 21.
Elektrizitäiszählery bei welchem eine vom Strom durchflossene Flüssigkeit unter dem
Einfluß eines magnetischen Feldes zirkuliert, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung, welche
die Bewegung der Flüssigkeit verzögert, indem letztere beispielsweise durch ein Kapillarrohr
geleitet wird. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin. 28. 1. 1906. Nr. 175 032. Kl. 21.
Elektrischer Meßapparai, bei welchem die Messung unmittelbar durch die Aus-
dehnung eines elastischen Mittels bewirkt wird, das die Verschiebung einer Flüssigkeitssäule
vor einer Gradteilung hervorruft, wobei die Erwärmung des elastischen Mittels durch den
Durchgang des Stromes durch einen Widerstand in dem das elastische Mittel enthaltenden Be-
hälter bewirkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die das elastische Mittel enthaltenden Gefäße
in eine Flüssigkeit getaucht sind, die sie vor Luftströmen von veränderlicher Temperatur
schützen und einen augenblicklichen Gleichgewichtsaustausch der Temperatur der Wandungen
jedes der beiden Behälter sichert. F. Beck in Brüssel. 27. 10. 1905. Nr. 175124. Kl. 21.
Verfahren nebst Vorrichtung zur Herstellung yon Glashohlkörpem aus einem ge-
gossenen oder gepreßten, schieb tförmigen oder ein Külbel bildenden Zwischenkörper durch Er-
fassen desselben an seinen Rändern mittels eines Tragrahmens und Ausdehnen unter An-
wärmung nach Bedarf in einer unter dem Träger befindlichen Anwärmetrommel, dadurch ge-
kennzeichnet, daß der Glaskörper zunächst so lange der kühlenden Einwirkung der Oberfläche
der zu seiner Vorformung benutzten Unterlage oder Form ausgesetzt wird, bis er in seiner
ganzen Masse stark abgekühlt ist, und daß er alsdann nebst dem seine Ränder haltenden
Rahmen in die Wärmetrommel eingesenkt und in seiner ganzen Masse gleichmäßig durchwärmt
wird, so daß er nach dem Wiederausheben durch bekannte ausdehnende Kräfte in allen Teilen,
auch in den dem Tragrahmen unmittelbar anliegenden, gleichmäßig ausgedehnt werden kann.
Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens mit einem durch Maschinenkraft auf und
ab beweglichen Halterahmen für die Glasmasse und einer darimter befindlichen Anwärme-
trommel, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterlage oder Form zur Unterstützung der Unter-
fläche des Glashohlkörpers während des Erkaltens auf einem beweglich gelagerten Gestell an-
geordnet ist, welches zunächst in eine Stellung zwischen Halterahmen und Anwärmegrube
gebracht und nach dem Ainheben des Glashohlkörpers durch die Halterahmen zur Freigabe der
Wärmetrommel entfernt werden kann. P. T h. S i e v e r t in Dresden. 17. 8. 1904. Nr. 174 266. Kl. 32.
Regisirieryorrichtungy dadurch gekennzeichnet, daß Schreibstifte o. dgl. durch Uhr-
werk fortdauernd längs einer für gewöhnlich stillstehenden Trommel o. dgl. gleichmäßig bewegt
werden und beim Anfang des zu registrierenden Vorgangs an die gleichzeitig ausgelöste und
vom Uhrwerk gedrehte Trommel gepreßt werden. M. Neumark in Lübeck. 29. 9. 1905.
Nr. 174 574. Kl. 42.
Verfahren zur Herstellung von Quarzglashohlkörpern aus einem im Schmelzofen
unmittelbar gewonnenen Zylinder, dadurch gekennzeichnet, daß der noch bildsame Zylinder
sofort nach Entfernung aus dem Ofen ausgedehnt wird, vorzugsweise durch Ziehen oder durch
Aufblasen, wobei zweckmäßig die zur Ausdehnung angewendete Kraft entsprechend dem ab-
nehmenden Widerstand verringert wird.
Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens, gekennzeichnet durch die Anordnung
einer in das Zylinderende pressenden Preßluftdüse in Verbindung mit einer Zange mit zum
Umfassen und Andrücken des Zylinderendes gegen die Düse geneigten Backen. J. F. Bot-
tomley in Wallsend-on-Tyne u. A. Paget in North-Cray, Engl. 1. 6. 1905. Nr. 174509. Kl. 32.
Lagerung für Wasserwagen mit Einstellung der Libelle parallel zu zwei aufeinander
senkrechten Ebenen durch zwei die Libelle in diesen Ebenen verschiebende Stellschraubenpaare,
dadurch gekennzeichnet, daß eine das Libellenrohr bergende, im Lagerkörper der Wasserwage
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180
Patentschau. — Patentlitte.
Dentsche
Mechaniker-Ztg.
vorgesehene Bohrung das Libellenrohr in dessen Mitte — und zwar nur an dieser Stelle —
ringsum bis auf die zum Ablesen dienende Öffnung schlüssig umfaßt, es aber an den beiden
Enden frei läßt, wobei jene Ringfassung als Lagerstelle dient. J. F. Klingelfuß in Aarau,
Schweiz. 17.3.1905. Nr. 174335. Kl. 42.
Kartenlupe für freihändigen Gebrauch im Dunkeln, gekennzeichnet durch eine un-
mittelbar hinter dem Objektträger angebrachte, diesen lichtdicht umschließende, leicht aus-
wechselbare Beleuchtungsvorrichtimg, bei der die Lichtquelle, z. B. Glühlampe am Objektträger,
derart angebracht ist, daß dieser wegen der Wand nur das von der parabolisch gekrümmten
Innenfläche des Gehäuses reflektierte Licht erhält. „Mikrophotoskop*', Deutsche
Kartenlupen-Gesellschaft in Berlin. 26. 2. 1904. Nr. 175 146. Kl. 42.
1. Yakuumdampflampe mit Glühfaden in' Bügelform, gekennzeichnet durch ein
birnenförmiges Gehäuse mit Scheidewand zwischen den Schenkeln des Fadenbügels.
2. Lampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß statt der Scheidewand jeder
Schenkel des Bügels mit einem an den Enden offenen Rohr umgeben ist. R. Hop feit in
Berlin. 10.12.1905. Nr. 176 006. Kl. 21.
Paienilisie.
Bis zum 29. Juli 1907.
Klasse: Anmeldunreii.
21. H. 37 021. Elektrostatisches Meßgerät mit
vorgeschalteten Kondensatoren. Hartmann
& Braun, Frankfurt a. M. 29. 1. 06.
L. 23 864. Vorrichtung zur Messung der
Wellenlänge und der Dämpfung sowie zur
Bestimmung anderer Schwingungsvorgänge
in Stationen der Strahlen - Telegraphie und
-Telephonie, welche zwei oder mehrere Luft-
leiter besitzen. C.Lorenz, Berlin. 7.2.07.
V. 7051. Gerader Magnetstab für Bussolen,
Sideroskope, Galvanometer oder Magneto-
meter mit oder ohne Folgepol. W. Volk-
mann, Berlin. 13.3.07.
27. H. 39261. Vakuumlampe für Gase. R.
Hauptmann, Leipzig. 22.11.06.
80. K. 33 525. Halte- und Stellvorrichtung
für Röntgenröhren. M. Kohl, Chemnitz.
24. 12. 06.
82. S. 23 387. Einrichtung zur Herstellung
flacher Glasgefäße durch Auswalzen von
Glasmasse. F. Th. Sievert, Dresden.
17. 9. 06.
42. G. 23 102. Meß- und Registriervorrichtung
mit einem als Zeiger dienenden Lichtstrahl.
G. Gaillard, Paris. 25. 5. 06.
G. 24 428. Verfahren zur Feststellung der je-
weiligen Zusammensetzung eines siedenden
Flüssigkeitsgemisches. Gesellschaft für
Lindes Eismaschinen, Filiale München,
München. 23. 2. 07.
H. 39 223. Prisma mit Libelle. A. & R. Hahn,
Cassel. 17. 11. 06.
J. 9708. Verfahren zum ununterbrochenen
Analysieren eines Gasstromea durch Ab-
sorption und Messung der Druckabnahme.
Jones-Julia Mfg. Co., New-York. 4.2.07.
L. 22 965. Schauvorrichtung für Untersee-
boote u. dgl. mit kranzförmig in dem Schau-
rohr angeordneten Objektiven und Prismen
zur Aufnahme des ganzen Horizontes. S.
Lake, Berlin. 26.7.06.
L. 23 202. Metallrahmen zur gleichzeitigen
Lagerung und Befestigung von Porro-
prismen in Femrohren und anderen optischen
Instrumenten. E. Leitz, Wetzlar. 24.9.06.
L. 24 034. Garnprüfapparat zur Prüfung ein-
zelner Fäden auf Dehnung und Zerreiß-
festigkeit. G. D. Lauth, Mülhausen i. E.
12. 3. 07.
0. 5328. Schiffskompaß, bei welchem der
Stützstift der Kompaßrose an einem senk-
rechten Halbring der kardanischen Auf-
hängung befestigt ist. 0. Th. Olsen,
Grimsby, Engl. 4. 8. 06.
R. 22 244' Verfahren und Vorrichtung zur
Bestimmung der Temperatur glühender
Körper mit Auslöschung der von den
glühenden Körpern ausgehenden Licht-
strahlung durch Vorschaltung lichtabsor-
bierender Mittel. Rudge-Whitworth
Ltd., Coventry, Engl., u. J. V. Pugh u. H.
L. Heathcote, Edington b. Birmingham.
1. 2. 06.
R. 24 184. Schwingende Quecksilberluftpumpe;
Zus. z. Fat. Nr. 179 774. U. v. Reden,
Franzburg b. Gehrden b. Hannover. 15.3.07.
W. 26 984. Vorrichtung zur Abführung von
Gasen aus Gasuntersuchungsapparaten. J.
Weber, Darmgtad t. 10. 1. 07.
Z. 5179. Verfahren, um bei Prismenfeldstechern
mit Gelenkverbindung die optischen Achsen
der Einzelfemrohre der Gelenkachse parallel
zu richten. C. Zeiß, Jena. 26. 1. 07.
Für die Redaktion verantwortlich: A. Blasrhke in Berlin W.
Verlag von Julius Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitsohrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Heft 17.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
1. September.
1907.
Nachdruck nur mit Genehmisfons: der Redaktion {gestattet.
Berechnimg von ümlanMdeni mit Doppelantrieb.
Von Ing. n. 8e«BUUi]l in Gbarlottenbnrg.
Im allgemeinen ist es nicht notwendig, verlangte Übersetzungsverhältnisse durch
Räderwerke genau herzustellen. Es gibt jedoch Fälle, wo ein gegebenes rationales
Übersetzungsverhältnis durch Zahnräder absolut genau zur Ausführung gebracht werden
soll. Dies ist z. B. bei astronomischen Kunstuhren der Fall, welche die Stellung der
Sonne und des Mondes im Tierkreise ohne Fehler anzeigen sollen; manchmal auch
beim Gkiwindeschneiden. Im wesentlichen besteht eine derartige Uhr aus dem Sonnen-,
Mond- und Tierkreisgetriebe; Prag, Straßburg und Olmütz besitzen solche Uhren, die große
Ähnlichkeit miteinander haben. Die Olmützer Rathausuhr wurde von Prof. G. Schmidt
auf Grund der Kettenbruchmethode, also näherungsweise berechnet^).
Umlaufräder mit Doppelantrieb sind allein geeignet, jedes gewünschte rationale
Übersetzungsverhältnis absolut genau wiederzugeben.
Soll das Übersetzungsverhältnis P/Q, in dem P eine sehr große Primzahl, die
als Zähnezahl eines Rades nicht ausgeführt werden kann, Q dagegen teilbar ist^ durch
ein Räderwerk genau zur
Ausführung gebracht werden,
so ist dieses nur durch Ver-
wendung von Umlaufrädem
mit Doppelantrieb möglich.
Die Gleichungen zur Be-
rechnung dieser Umlaufräder-
werke werde ich im folgen-
den entwickeln, da sie prak-
tisches Interesse beanspruchen
können und meines Wissens
wenig bekannt sind^).
Betrachten wir zu-
erst das allgemein bekannte
Umlaufgetriebe bestehend aus
4 Kegehrädem, das in Fig, 1
dargestellt ist, und bestimmen die relativen Bewegungen der einzelnen Räder. Wir
nennen die 4 Kegelräder J, 11, III u. IV, ihre Zähnezahlen a^, a^, a^ und a^, sowie
X und T ihre Achsen.
Die Räder II und III sind fest miteinander verbunden, ebenso auch die
Achsen X und F; im übrigen sind sämtliche Räder leicht drehbar auf den Achsen.
Denkt man sich das Rad / festgestellt und dreht die F-Achse um den Winkel w aus
der Zeichenebene heraus, so wird sich das Rad 11 um den Winkel w-a^/a^ drehen, den
gleichen Drehwinkel macht auch das Rad III, während das letzte Rad IV eine Winkel-
drehung erfährt:
1=3
Fig. 1.
«1 Cto
lA/1 XA/a
1)
») YerK d. Ver. z. Bef. d. Gewerb/l. 47. 8. 192. 1868.
2) Prof. Willis sagt in seinem Buche nJMneiples of mechanisme", Mudge habe bereits
i. J. 1767 ein genaues Mondraderwerk durch BpicykloidcQrader ausgeführt, die Berechnung habe
er von Francoeur abgeleitet.
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182
R. S««manii» Berechnuni^ von UmlaufHLdam mit Dopp«laiitri«b.
Deutsche
Mechaniker^ Ztg.
Anstatt der Drehwinkel die UmdrehBahlen gesetzt
w = 2nn w^ = 2nny , gibt
•H = ''(' + ^) • .... 2,
Sind die beiden Räder II und III von gleicher Zähnezahl, so hat das Getriebe
nur 3 Räder {Fig, 2 und 3), Die Gleichung desselben ist
Wj = w (1 + ajÄj, da 02 = ag 3)
In den meisten F&llen wird ein Achsenwinkel von 90^ verwendet und man
macht aus praktischen Rücksichten die Durchmesser der Räder gleich groß.
Ein solches Umlaufräderwerk einfachster Ausführung ist in Fig. 4 dargestellt,
sehie Gleichung ist
WjL = n (1 + aja) = 2n 4)
Die Gleichung 4) gilt für den Fall, daß eines der auf der Z-Achse sitzenden
Räder festgehalten ist.
Die Technik macht von diesem sogenannten halbierenden Umlaufgetriebe aus-
gedehnten Gebrauch.
Die Gleichung 4) ist dadurch leicht zu übersehen, daß man sich die in ver-
schiedenen Ebenen erfolgenden Drehungen gesondert ausgeführt denkt. Dreht man die
X-Achse einmal herum, so
läuft die F-Achse mit dem
Umlaufrade auch einmal im
Räume herum; das zweite
Umlaufrad rollt sich hierbei
um einen Umfang auf dem
feststehenden ab, legt also
gleichfalls eine Umdrehung
zurück und zwar um die
F-Achse. Daher erfährt das
dritte Kegelrad zwei Dre-
hungen , die in senkrecht
zueinander stehenden Ebenen
liegen, eine Drehung durch
die umlaufende F-Achse, eine zweite durch Abrollen des Umlaufrades auf dem fest-
stehenden. Beide Drehungen sind gleichsinnig, es kommt daher die Simime beider in
Frage.
Ein Umlaufräderwerk mit Doppelantrieb zeigt Fig. 5; es besteht aus Stirn-
und Kegelrädern {Fig. 4); die Antriebsstirnräder sitzen fest auf einer Achse, deren
Tourenzahl 9I2 ^^^ möge. Heißen die 3 konischen Räder wie bisher J, 11^ III, es
Flg. 2.
Flg. 8.
« «-
. t 1 VA II
'^^S
c=o
2-71 r.
I/-0
Sl
- «k
m
r
Fig. 4.
Fig. 5.
sei n die Umlaufzahl der X-Achse, n^ und n^ die Umdrehungszahlen der Kegel-
räder I und III, dann gilt des beiderseitigen Antriebs wegen die Gleichung
^ = V2 (^0 ± ^1) 5)
Wird das Rad / festgestellt, so wird nQ = 0 imd man erhält Gleichung 4).
Drehen sich die beiden Kegelräder / und 111 nach gleicher Richtung, so gilt das
Zeichen +; bei Drehung dieser Räder nach verschiedenen Richtungen gilt das Zeichen—.
Sind die Umdrehungzahlen der beiden Räder I und III gleich groß und haben die
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t Seplmbi; 1907. ^ S>>«a»», B— ch—t ^ üatoaWI— »il DopM-tril^ 183
R&der entgegengeaetsten Drehfliiiii, so wird £e F-Achae im Baume featstehoi, es dreht
sich aUein das Bad 11 um diese Achse. Ist ti^ die ümdrehongssahl der letaten Achse
{Fig. 5), auf der die AntriebaBtinurftder festgekeilt and, und nennt man d^tud^ ... die
Z&lmeuJiIen der treibenden, ^^^2^3 ... die Zahnesahlen der getriebenen Stinirftder
auf der einen Seite, der A-Seite, ferner bjb^ . . . und B^B^ die oit^rechenden Z&hne-
zahlen auf der anderen, der B-Seite, so gelten die Gleichungen:
a,a,^fu ... ^. h.KK ... ^x
«•="^i,'iä:7r ^- '"^-"^-b^bJ- '^
Setst man diese Werte in Gleichung 5) ein, so folgt:
n _^1 f a^a^a^ .... \K\ . . . \ ^v
n^ 2\a;A^A^...-B^B^B^..J "'
Den in Klammem stehenden Ausdruck setsen wir gleich PjQ und nehmen an,
daß der Z&hler eine Primsahl und der Nenner in die Faktoren qrs serlegbar sei. Als-
daDnn ist sn setsen — ^ -tt ' -?^ ^M^d
Wo 2 Q
Q U^Jo^,... -\B^B^..J qrs ^'
Dieser Bruch stellt auch das Verhältnis der Geschwindigkeiten dar. Da die
Wahl der Faktoren qrs beliebig ist, gibt es viele Lösungen; eine jede Wahl gibt der
Aufgabe eine andere Bedeutung und eine andere LOsung.
Wir zerlegen den Bruch P/Q in swei andere Brüche, deren Summe oder DilTerena
gleich dem gegebenen ist. Von diesen letsteren muß aber jeder Z&hler x und y in
Faktoren zerlegbar sein. Dann ist
^ = ^ + ^ 10)
Q qrs ~ qrs
Hier sind r und s Primzahlen zueinander und q ist das Produkt aller übrigen
Faktoren.
Aus Gleichung 10) folgt die Primzahl:
P=sx±rtj .... 11) und Q ^ qrs . . . . 12),
femer auch
Q \ qr qs/ \A^A<,A^ . . . B^B.^B^ . . ./
Es ist immer möglich, für x und y zwei ganze Zahlen zu finden, die in Faktoren
zerlegbar sind und deren Summe oder Differenz gleich der gegebenen Primzahl ist.
Die Aufgabe ist also derart zu stellen, die Faktoren aus den beiden Produkten ((
und b so zu ermitteln, daß keiner dieser Faktoren z. B. die Zahl 180 überschreitet.
Demnach bedeuten:
X = rt^ . «2 • ^3 • • • y ^ W'^^2' h • • • 2^* ~ ^^2^3 • • • 2*' = -^1-^2-^3 • • •
Aus Gleichung 11) folgt:
.^P±r!f_^P.^r y^ 14)
s s s ^
P ist durch s nicht teilbar, daher wählen wir eine andere Zahl P^ so, daß PJs
ganzzahlig ist und können nun schreiben:
x = PJs + rt, 15)
worin t einen größeren oder kleineren Wert als yjs haben kann.
Aus den Gleichungen 14) und 15) folgt:
P V P P—P
^-^-r^^-^ + rf 16) und ± ?/==-- ^ + st 17)
s s s r
Die beiden Werte
P _ P—P
X == -^ -{- rt = a^'Cio- «3 ... 15) + J/ = . '- + ^*^ - K • h K - • - 17)
s r
stellen die Lösung der Aufgabe dar; sie genügen, um ein gegebenes Übersetzungs-
verhältnis, dessen Zähler P eine Primzahl und dessen Nenner Q in Faktoren zerlegbar
ist, durch ein Umlaufräderwerk mit Doppelantrieb genau bestimmen zu können.
Soll diese Aufgabe gelöst werden, so ist der Gang der Rechnung folgender:
Man zerlege den Nenner Q in die Faktoren q, r und 8, Hier sind r und 8 im all-
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184
Vertint- u. P«rBoneimachrieht«i.
D^Qtaehe
M«chanlkM-Ztg.
gemeinen die kleinsten möglichen Zahlen, also Primzahlen; q ist dagegen als das
Produkt aller übrigbleibenden Faktoren anzusehen.
Da der Zähler P eine Primzahl ist, wähle man die Zahl P^ so, daß {P—P^fr eine
beliebige ganze Zahl wird, ebenso muß auch PJs ganzzahlig sein, damit Gleichung 15)
lösbar ist. Nun setze man in die Gleichungen 15) und 17) f ur ^ beliebige ganze
Zahlen mit positivem oder negativem Vorzeichen ein, z, B. i = 0, +1, +2, +3 . . . .
— 1, —2, — 3 . . . . usw., so findet man zunächst viele Lösungen, aus denen sich die
besten Resultate nachträglich auswählen lassen. Die Auswahl der besten Werte ge-
schieht durch Gegenüberstellen nach praktischen Gesichtspunkten, z. B. danach, wieviel
Zähne maximal und minimal zulässig sind, ob die kleinste Summe der Zähnezahlen
oder die geringste Paarzahl Verwendung finden soll. Zweckmäßig ist als billigste
Übersetzung diejenige mit kleinster Paarzahl zu wählen, etwa 7g bis ^/^g- Durch Ein-
setzen der berechneten Werte für x und y in die Gleichung 13) ist dann die Richtigkeit
des geforderten Übersetzungsverhältnisses zu kontrollieren.
Die Aufgabe verlangt, daß der Zähler allein eine Primzahl, also unteilbar sei;
die Lösung kann nur dann geschehen, wenn dabei der Nenner in Faktoren zerlegbar
ist, die eine festgesetzte Größe nicht überschreiten.
Ist in einem geforderten Übersetzungsverhältnis dagegen der Nenner allein
eine Primzahl, so hat man das gegebene Übersetzungsverhältnis nur umzukehren und
nach den Gleichungen 15) und 17) zu rechnen.
{Schluß folgt)
Vereins- und Pi
D.G. f.M« u.O. Zwelgverein Leipzig.
Jahreshauptversammlung vom 3. Juli
1907. Vorsitzender: Hr. W. Petzold.
Der Jahreshauptversammlung lag die sta-
tutengemäße Tagesordnung zu Grunde: 1. Be-
richt über das abgelaufene Geschäftsjahr.
2. Kassenbericht; Prüfung und Rlchtigsprechung
desselben. 3. Neuwahl des Gesamtvorstandes.
4. Wahl des Vertreters in den Vorstand der
Deutschen Gesellschaft für Mechanik imd Optik.
5. Feststellung der Mitglieder-Jahresbeiträge.
6. Anträge.
1. Der Vorsitzende erstattet eingehenden
Bericht und dankt zum SchluB noch für die
Unterstützung, die ihm im abgelaufenen Ge-
schäftsjahr von selten der Mitglieder zuteil
geworden ist. Ferner gibt er seiner Freude
Ausdruck über das kollegiale Zusammenwirken
der Vereinsmitglieder.
2. Hr. Bchopper kann dieses Mal über
günstige Kassenverhaltnisse berichten. Diese
erfreuliche Tatsache ist nur auf die im ver-
gangenen Jahr beschlossene Erhöhung der
Mitgliedsbeiträge zurückzuführen. Die Prüfung
der Kasse und der Kassenbelege erfolgte durch
die Herren Bchrader und Zoll er. Nachdem
von Hr. Bchrader der Richtigbefund derselben
sowie die ordnungsmäßige tadellose Buch-
führung bekundet, wurde dem Schatzmeister
unter Dank Entlastung erteilt.
3. Der Gesamtvorstand wurde einstimmig
wiedergewählt. Hr. Warkentin nahm aber
seine Wiederwahl zum I. Bchriftführer nicht
mehr an mit der Begründung, daß es ihm an
der Zeit, sein Amt zu verwalten, fehlt. An
seiner Stelle wird alsdann Hr. Bchrader ge-
wählt. Der Gesamtv erstand setzt sich nunmehr
wie folgt zusammen: J. YcrtUzender Hr. Wilh.
Petzold; IL Vorsitzender Hr. Georg Schma-
ger; J. Schriftführer Hr. Adolf Bchrader;
IL SchnftfÜhrer Hr. Carl Meißner; Schatz-
meieter Hr. Louis Bchopper.
4. Als Vertreter in den Vorstand der Deut-
schen Gesellschaft für Mechanik und Optik wird
Hr. Bchopper einstimmig wiedergewählt
5. Als Mitgliedsbeitrag wird der für das
Vorjahr festgesetzte Betrag wieder genehmigt.
6. Eines unserer ältesten Mitglieder, ein Mit-
begründer des hiesigen Zweigvereins, Herr
Adolf Große, welcher in den Ruhestand ge-
treten ist, wird einstimmig zum Ehrenmitglied
ernannt.
Zum Schluß dankt Hr. Umbreit im Namen
des Vereins dem Gesamtvorstando für seine
Mühewaltung. L. S,
Hrn. Dr. H. Kröfo ist der Kronen-
orden 3. Klasse verliehen worden.
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Heft 17.
t. September 1907.
Für Werkstatt und Laboratorium.
185
Fap Werkstatt
und Labopatopium.
Ein neuer photographischer Sucher
der Rathenower Optischen Industrie-
Anstalt vorm. Emil Busch.
Häufig mißlingen photographische Mo-
mentbilder dadurch, daß man den aufzu-
nehmenden Gegenstand nur zum Teil auf
die Platte bekommt. In den allermeisten
Fallen muß die Schuld dem sog. Sucher
beigemessen werden, wenigstens dann,
wenn es ein solcher ist, bei dem das An-
visieren von oben geschieht (Aufsichts-
sucher).
Bei aufmerksamer Betrachtung wird man
nämlich bemerken, daß diese letzteren das
Bild seitenverkehrt wiedergeben, d. h. im
Sucherbild erscheinen rechts und links
genau wie im Spiegel vertauscht, wodurch
natürlich auch die Bewegungsrichtung der
Figuren im Sucherbild sich umkehrt. Läßt
man sich dadurch täuschen, dann wird man
der Bewegung des Objektes mit der Kamera
verkehrt folgen, und das Resultat ist, daß
man beispielsweise von einem trabenden
Pferd nur den Schwanz auf die Platte be-
kommt.
Dieser Übelstand ist schon lange Gegen-
stand berechtigter Klage gewesen, ebenso
wie der, daß die meisten Brillantsucher ein
viel zu kleines und dunkles Bild zeigen.
Der emzige im Handel befindliche Auf-
sichtsucher, der alle diese Fehler vermeidet,
ist der neue „Sellar** -Sucher (D. R. P. a.
und Auslandspatente), den die Firma Emil
Busch A.-G. in Rathenow jetzt heraus-
gebracht hat. Wie aus den Figuren ersicht-
lich, besteht derselbe nur aus einer ein-
zigen, eigenartig geformten Spiegelfläche,
deren Krümmung den verschiedenen Platten-
formaten und Brennweiten genau ange-
paßt ist.
Der neue Sucher wird als Universal-
Modell zur Montage an alle Kameras zum
Preise von 6 M geliefert. Er wird in
diesem Falle wie ein Newton-Sucher außen
an die Kamera geschraubt und läßt sich
infolge eines Doppelscharniers einmal oder
zweimal aufklappen und so ohne weiteres
für Hoch- und Quer-Aufnahmen benutzen,
ohne daß es nötig ist den Sucher von
seinem Platz abzunehmen und ihn für Hoch-
bezw. für Quer-Aufnahme (je nachdem wie
er von vornherein an die Kamera montiert
ist) umzusetzen (s. Figuren). Des weiteren
wird Busch s „Sellar** als Spezialmodell zur
Innenmontage selbst für flachste Hand-
kameras gefertigt. Der Preis richtet sich
dann nach der Schwierigkeit der Montage,
und ist die Kamera zwecks Anbringung
des Suchers stets einzusenden.
Trotz des 25 X 25 mm großen und da-
bei hellen Bildes nimmt der Sellar-Sucher
zusammengeklappt nur einen sehr geringen
Raum ein. Sein größter Vorzug ist aber
der, daß er das Bild seitenrichtig zeigt.
70. Versammlung Deutscher Natur
forscher und Ärzte
in Dresden vom 15. bis 21. September 1907.
Von Vorträgen, die in das Gebiet der Iii-
Btrumentenkunde gehören, sind zu erwähnen:
Äbt 2. Physik eimchl Instrumentenkunde:
R. Jahr, Das Handwerkszeug des wissenschaft-
lichen Photographen; F. Löwe, Spoktral-
apparat mit fester Ablenkung; E. Grimsehl,
Neue Quecksilber -Luftpumpe. Die Abteilung
wird femer am 21. September das neue Physi-
kalische Institut der Universität Leipzig be-
suchen.
Mit der Versammlung wird wiederum eine
Ausstellung verbunden sein, tlber die ein Katalog
erscheinen soll.
Auskunft über Anmeldung, Teilnahme, so-
wie ein Verzeichnis der bisher angemeldeten
Vorträge findet man in dem ausführlichen
Programm, das von der Geschäftsführung
(Lindenaustr. 30) abgegeben wird. Diese er-
teilt auch Auskunft über geschäftliche und
wissenschaftliche Angelegenheiten allgemeiner
Natur; Anfragen, die die einzelnen Abteilungen
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186
Glastechnlfches.
Dentaehe
Meehanlker-Ztg.
betreffen, sind dagegen an die Einführenden
zu richten.
Glasteohnisohes.
Eichvorschriften der Kais. Normal-
Eichungskommission fOr Geräte ftlr
Gasanalyse.
Vom 19. Juni 1907.
Mittlgn. d. Kais. Norm.'Eich.'Komm. 2*
8. 291. 1907.
Bis zur endgültigen Regelung werden
behufs Erprobung in der Praxis nachfol-
gende Eichvorschriften für Geräte für Gas-
analyse erlassen.
§ 1-
Als weitere Gattung von Meßwerkzeugen
für chemische Untersuchungen werden Ge-
räte für Gasanalyse zugelassen.
§2.
Zulässige Geräte,
I. Geräte ohne Einteilung:
1. Gas-MeBkugeln,
2. Gas-Pipetten,
beide Arten einzeln und in Ver-
bindung von mehreren Kugeln
bezw. Pipetten miteinander zu einem
Geräte.
II. Geräte mit Einteilung:
3. Gas-Meßpipetten,
4. Gas-Büretten,
5. Gas-Meßröhren (Absorptionsröhren,
Eudiomeler, Nitrometer u. dergl.).
§3.
1. Die Geräte sollen den Raum an-
geben, den das in ihnen eingeschlossene
Gas einnimmt. Zulässig sind jedoch auch
Geräte mit Teilungen nach anderen Ein-
heiten als der Raumeinheit (z. B. nach
Prozenten des Gesamtinhalts), wenn auf
den Geräten das Verhältnis zum Liter
oder dem Milliliter (Kubikzentimeter) ange-
geben ist.
2. Als Absperrflüssigkeiten gelten in der
Regel Quecksilber oder Wasser. Andere
Absperrflüssigkeiten sind jedoch gleichfalls
zulässig. Die Ablesungsstelle ist bei nicht
benetzenden Absperrflüssigkeiten die höchste
Stelle des Meniskus, bei benetzenden die
tiefste.
3. Der Raumgehalt der Geräte mit be-
netzender Absperrflüssigkeit soll seinem Soll-
werte nach beendetem Nachlaufe der Flüssig-
keit entsprechen.
4. Der Raumgehalt der Geräte soll
seinem Sollwert entsprechen, wenn das Ge-
rät selbst eine Temperatur von 16® C oder
20 «C hat.
§4.
Gestalt, Einrichtung und Bezeichnung.
1. Es finden die Vorschriften für Meß-
werkzeuge für chemische Untersuchungen
[Bekanntmachung "^ vom 2. August 1904,
Mitteilungen der Kaiserlichen Normal-
EichungS'Kommission 2. Reihe, Nr. 17 ^)\
unter B. in § 3 Ziffer 1 bis 5 einschließ-
lich sowie Ziffer 7 und 8^ sodann in § 4
Ziffer 1 bis 4 Satz 1 und Ziffer 5 Anwen-
dung.
2. Auf dem Gerät ist die Bperrflüssig-
keit anzugeben, für welche es bestimmt ist,
wobei auch übliche Abkürzungen benutzt
werden dürfen (z. B. Wasser, JB^^* Queck-
silber, Hg benetzt, Hg trocken).
3. Zulässig sind namentliche Bezeich-
nungen (z. B. Hempels Bürette, Nitrometer
nach Lunge u. a.).
§ 5.
Fehlergremen,
1. Als Fehlergrenzen gelten diejenigen,
welche unter B. in § 5 der erwähnten Be-
kanntmachung vom 2. August 1904 für
Meßwerkzeuge für chemische Untersuchun-
gen entsprechender Art festgestellt worden
sind, wobei Meßkugeln wie Kolben zu be-
handeln sind.
2. Hat ein Gerät mehrere ungeteilte
Räume, so gelten für die einzelnen Räume
wie für den Gesamtinhalt die für ungeteilte
Geräte gleicher Größe bestimmten Fehler-
grenzen.
3. Für geteilte Geräte, deren Einrich-
tung von derjenigen entsprechender Meß-
werkzeuge für chemische Untersuchungen
abweicht, gilt als Fehlergrenze für jeden
Teilabschnitt wie für den Gesamtinhalt der
Sollwert eines Abschnitts von 1 Millimeter
Länge. Liegen die Grenzmarken eines Ab-
schnitts in Teilen mit verschiedenem Durch-
messer, so ist dieser Sollwert für die Stelle
mit dem größeren Durchmesser anzusetzen
§6.
Stempelung.
Die Stempelung geschieht wie bei den
Meßwerkzeugen für chemische Untersuchun-
gen (Bekanntmachung u. s. w. B. § 6).
§7-
Eichgebühren.
Für Geräte, welche Meßwerkzeugen für
chemische Untersuchungen entsprechen,
kommen die für diese angesetzten Eichge-
1) S. diese Ztitschr. 1904. 8. 164.
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Heft 1?.
1. September 1 907 .
ölaaUchnisches. — < Ci«werblichec.
18t
bühren in Anwendung (Bekanntmachung
u. 8. w. § 8). Andere Geräte werden wie
Büretten behandelt.
§8.
Eichstellen.
Die Eichung erfolgt durch die Kaiser-
liche Normal - Eichungs - Kommission oder
unter ihrer unmittelbaren Aufsicht durch
Eichämter, die hiereu im Einvernehmen mit
der Kaiserlichen Normal - Eichungs - Kom-
mission ermächtigt sind.
Berlin, den 19. Juni 1907.
Kais. Normal-Eichungs-Kommission,
gez. V. Sydow.
Gebrauehsmuster.
Klasse:
30. Nr. 311 077. Stethoskop aus Glas. H. Nickel
& Co., Cassel. 11.6.07.
Nr. 312 963. Spritzröhre für Chloräthyl, aus
Glas mit auswechselbarer Giaskapillare.
Gretsch & Co., Feuerbach. 22.6.07.
Nr. 312964. Tropfflasche mit in dem Hals der
Flasche angeordneten, diametral sich gegen-
flberliegenden Öffnungen. L. Heck, Bochold.
24. 6. 07.
42. Nr. 810353. Pipettenflasche mit scheiben-
förmiger Erweiterung über dem Flaschen-
hals und zylindrischer Verlängerung zur Auf-
nahme eines Wattefllteis. Medizinisches
Warenhaus, Berlin. 22.5.07.
Nr. 310740. Vorrichtung zum Regulieren der
Temperatur im Kochkessel o. dgl., bestehend
aus einem vor einem Elektromagneten in
den Stromkreis einer galvanischen Batterie
geschalteten und über dem Kochkessel an-
geordneten Thermometer und einem in den
Batteriestromkreis eingeschalteten, einen
Wasserhahn steuernden Elektromagneten.
H. Ernst, Münster i. Westf. 80. 4. 07.
Nr. 310 765. Apparat zum selbsttätigen Ab-
messen von Säuren, Alkohol u. s. w., dessen
mit den Meßpipetten kommunizierendes
Sammelgefäß mittels eines Niveaukonstant-
halters bis zu bestimmender Höhe gefüllt
wird. H. Leiser, Berlin. 23. 5. 07.
Nr. 310989. Sicherheitspipette mit in eine
Erweiterung eingeschmolzenem, heberartig
gebogenem Röhrchen. B.Dittmar&Vierth,
Hamburg. 5. 4. 07.
Nr. 311 244. Thermometer mit in glatter Röhre
eingebrachter Aluminiumskala. W. Opel,
Kalbe a. Saale. 6. 6. 07.
Nr. 311494. Kompendiöser Trockenapparat
für die Elementaranalyse, mit Waschgcfäßen
und Trockenröhren. Q. Müller, Ilmenau,
Thür. 15.6.07.
Nr. 311914. Meßpipette. Radiogen -Ges.,
Charlottenburg. 14. 6. 07.
Nr. 312032. Thermometer, Maximal und
Minimal, System Six, in Schutzhülse aus
Metall oder anderem Material, zur Registrie-
rung der jeweiligen Höchst- und Mindest-
temperatur in Dampfleitungsröhren. Meyer,
Petri & Holland, Ihnenau, Thür. 15.6.07.
64. Nr. 310 635. Gefäß mit doppelten, einen luft-
leeren Raum einschließenden Wandungen und
eingelegtem Versteifungsring. Thermos-
Gesellschaft, Berlin. 28. 2. 07.
Gewepbliohes.
Kgl. WOrtt. Fachschule ftlr Fein-
mechanik einschl. Uhrmacherei und
ElelKtromechaniic, Schwenningen a. N.
Die Fachschule beendete am 13. April ihr
siebentes Schuljahr.
In dieser Zeit sind in der Zusammensetzung
der Schulbehörden und des Lehrpersonals
Änderungen nicht zu verzeichnen.
An dem ursprünglichen Lehrplan der Schule
wurden im Berichtsjahr Ändenmgen nicht vor-
genommen. Dagegen erfuhr die Tätigkeit der
Fachschule auf Grund einer Anregung des
Schulrates vom 14. Juni 1905 in anderer Be-
ziehung eine Erweiterung. Es wurden im Winter-
halbjahr zwei kürzere Fortbildungskurse abge-
halten im Berechnen von Uhren und im Bau
und in der Prüfung von Blitzschutzanlagen.
Der erstere Kurs fand im November und De-
zember 1906 statt und umfaßte 26 Abendstunden;
der zweite wurde vom 4. bis 9. Februar 1907
in Form von Tagesunterricht abgehalten und
gliederte sich an die sonst von der K. Zentral-
stelle für Gewerbe und Handel in Stuttgart ab-
gehaltenen Handwerkerkurse an. Beide Kurse
erfreuten sich eines regen Besuches.
Die Werkstatten für Fein- und Elektro-
mechaniker waren im Schuljahr 1906/07 wieder
voll besetzt. Die Schülerzahl betrug 65 (im
Vorjahr 69), hiervon waren 9 Uhrmacher, 66 Fein-
und Elektromechaniker. (Gesamtzahl seit Grün-
dung der Schule: 408.)
Sämtliche Schüler des 3. Lehrkurses unter-
zogen sich der mündlichen Abschlußprüfung
(7 Feinmechaniker, 1 Uhrmacher) und bestanden
sie, ein großer Teil mit Auszeichnung.
Thüringisches Technikum Ilmenau. An
der Anstalt werden Ingenieure, Techniker und
Werkmeister technisch und kaufmannisch aus-
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18«
Bücherschau u. PrelsÜsUn. — Patentllsta.
bdntsche
Mechaniteer-Ztg.
gebildet. An dem Institute besteht auch ein
Arbeitsamt, das den Absolventen geeignete
Stellen nachzuweisen in der Lage ist.
BQohepschau u. Preislisten.
K. Moritz, Berechnung und Konstruktion von
Gleichstrommaschinen. Eine praktische An-
leitung zum Entwurf und zur Ausführung
kleiner und mittelgroßer Maschinen. 2. voll-
ständig neu bearb. Aufl. gr.-S^. VIII, 150 S.
m. 80 Fig., 4 Konstruktionstafeln u. 11 Kur-
ventafeln. Leipzig, Hachmeister & Thal
1905. Geb. in Leinw. 4,50 M.
E« Hammer, Der logarithmische Rechenschieber
und sein Gebrauch. Eine elementare An-
leitung zur Verwendung des Instruments
f. Studierende u. f. Praktiker. 3. durchges.
Aufl. 8^ VIII, 71 S. m. 6 Fig. Stuttgart,
J. B. Metzler 1904. 0,70 if.
0. Linders, Die Formelzeichen. Ein Beitrag
zur Lösung der Frage der algebraischen
Bezeichnung d. physik., techn. u. ehem.
Größen. Lex.-S^, III, 96 S. Leipzig, Jäh
& Schunke 1905. 5,00 M.
FreisverzeiehitlsBe n. d^l*
C« A. Steiiiheil Söhne (München), Preisliste
über Instrumente für Astronomie und Physik.
1907. 84 8. mit 56 111.
Der Inhalt gliedert sich in A. Reine
Optik, B. Femrohre, C. Spektralapparate,
D. Verschiedene optische Instrumente.
Ausführliche Besprechung wird in der
Zeitschr. f. Instrkde. erfolgen.
€. Plath (Hamburg 11, Stubbenhuk 25).
Preisliste V. Nautische Instrumente Abt. I:
Sextanten, Oktanten, Quintanten u. s. w.
Preisliste VI. Nautische Instiiimente Abt. II :
Magnetische Instrumente, Kompasse imd Zu-
behör. Abt. III: Logs und Lote. Abt. IV: Fern-
rohre und Gläser. Abt V: Uhren, Barometer,
Barographen, Hygrometer. Abt. VI: Transpor-
teure, Zirkel, Nebelhörner u. s. w.
Ausführliche Besprechung wird in der
Zeitschr. f. Instrkde. erfolgen.
Patentliste.
Bis zum 19. August 1907.
Klaase : Aameldniigeii.
21, P. 19 587. Verfahren zur Übertragung von
Bildern (Schriftzeichen, Photographien o. dgl.)
mit Hilfe lichtempfindlicher Widerstände an
der Bendestation. Polyphos Bl. -Ges.,
München. 25. 2. 07.
R. 23 846. Verfahren zur Erzeugung elek-
trischer Schwingungen mittels Lichtbogens.
E. Ruhmer, Berlin. 11. 1. 07.
80. P. 19 653. Vorrichtung zur Durchleuchtung
von Körpern mit Röntgenstrahlen. Zus. z.
Anm. P. 17193. Polyphos Bl. - Ges.,
München. 11. 3. 07.
32« L. 23 734. Maschine zum Absprengen von
Glasgegenstanden beliebigen, besonders un-
runden oder kantigen Querschnitts. K.
Lindner, Rauscha, O.-L. 11. 1. 07.
40. P. 17 871. Verfahren zur Herstellung von
zusammenhängenden, dünnen Schichten von
metallischem Iridium. H. C. Parker, New-
York. 20.11.05.
42. F. 21 986. Kompaß. B. Freese, Delmen-
horst, und Ncufeld & Kuhnke, Kiel.
11. 7. 06.
G. 23 583. Prismenfernrohr. ' F. W. Gehrke,
Steglitz. 3. 9. 06.
H. 37 350. Winkelmeßinstrument mit drehbaren
Reflektoren. A. u.R. Hahn, Cassel. 9. 3. 06.
H. 39 719. Selenphotometer. Kleinberg &
Co, und M. Schlechter, Wien. 17. 1. 07.
R. 24 350. Doppelfernrohr mit veränderlichem
Objektivabstande und in einem Rahmen
drohbaren Einzelfernrohren. B. Busch,
Rathenow. 16. 4. 07.
St. 11461. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes Objektiv mit vier Linsen
aus zwei Gl asarten. R. Steinheil, München.
15. 8. 06.
Z. 5232. Glasmaßstab mit dem Beobachter zu-
gewandter Teilungsfläche. C. Zeiß, Jena.
27. 2. 07.
67« Z. 5035. Rotierendes Werkzeug zur Flächen-
bearbeitung von Glas, bestehend aus einem
mit Diamantgries besetzten Metallkörper.
C. Zeiß, Jena. 25.8.06.
ErteUnngen.
30. Nr. 189 253. Stand- und Tropfflasche.
F. Feldtmann, Altena. 31. 10. 05.
42. Nr. 189 118. Gerät zum Messen und Ein-
stellen paralleler Flächen. B. Gabron,
Berün. 11. 10. 06.
Nr. 189 254. Flächenmeßmaschine für Leder.
0. Hochhauser, Wien. 12. 12. 05.
Nr. 189 255. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes Objektiv, bestehend aus
einer alleinstehenden Sammellinse und einem
verkitteten Meniskus. C. Reichert, Wien.
12. 1. 04.
Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke In Berlin W.
Verlag von Juliiifa Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkiuide
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 18. 15. September. 1907.
Nachdrack ntur mit Genehmigang: der Redaktion gestattet.
Das Selen and seine Anwendung in der Fernphotographie.
Nach einem Vortrage,
gehalten in der Abteilung Berlin am 28. Mai 1907.
Von Dr. Br. Olatzel in Berlin.
In neuerer Zeit hat man dem Selen und insbesondere seiner Eigenschaft der
Lichtempfindlichkeit größere Beachtung geschenkt. Wenn auch die Ursachen dieser
Lichtempfindlichkeit des Selens ihrem Wesen nach noch nicht völlig aufgeklärt sind, so
ist doch diese Eigenschaft bereits den verschiedenartigsten praktischen Zwecken nutzbar
gemacht worden und zwar z. T. mit recht gutem Erfolge. Insbesondere hat seine prak-
tische Verwendung zur Lichttelephonie und elektrischen Fernphotographie in den letzten
Jahren die Aufmerksamkeit aller Kreise in hohem Maße erregt.
Vom wissenschaftlichen Standpunkt ist die Eigenschaft der Lichtempfindlichkeit
des Selens insofern von großem Interesse, als bisher noch kein einziger Körper gefunden
werden konnte, welcher die Eigenschaft der Lichtempfindlichkeit in gleichem Maße besitzt.
Bevor wir auf letztere näher eingehen, mögen der Vollständigkeit halber einige historische
und allgemeine Bemerkungen über das Element Selen vorangeschickt werden.
Das Selen wurde im Jahre 1817 von Berzelius entdeckt. Es ist in der Natur
sehr verbreitet, ohne allerdings irgendwo in größeren Mengen vorzukommen. Gewonnen
wird es hauptsächlich als Nebenprodukt bei der Schwefelsäurefabrikation aus dem
Schlamm, welcher sich am Boden der Bleikammem ansammelt. In seinen Eigenschaften
gleicht das Selen in vieler Hinsicht dem Schwefel und kommt auch wie dieser in ver-
schiedenen Modifikationen vor. Eine dieser Modifikationen, das schiefergraue, kristalli-
nische Selen, welches aus dem amorphen, roten Selen bei langsamer Erwärmung auf
etwa 200^ entsteht, hat metallähnliche Eigenschaften und leitet z. B. den elektrischen Strom;
allerdings viel schlechter als alle tibrigen Metalle. Diese Leitfähigkeit des Selens wird
nun, wie Willoughby Smith im Jahre 1873^) fand, durch Belichtung wesentlich
erhöht, der sogenannte Dunkelwiderstand eines Selenpräparates wird je nach dessen Aus-
fühiomg und der Stärke der Belichtung ganz beträchtlich herabgesetzt, auf Yso \
bis Yso ■®iß68 Wertes. Immerhin aber besitzt das Selen auch unter dem Einfluß ^
des Lichtes noch einen außerordentlich hohen spezifischen Leitungswiderstand;
es handelt sich also zunächst darum, das Selen in eine Form zu bringen, welche
trotz des schlechten Leitvermögens doch nur einen solchen Widerstand besitzt,
daß man noch Ströme von brauchbarer Stärke hindurchsenden kann, ohne die
zur Verwendung gelangende Spannung zu sehr steigern zu müssen. Will man
z. B. bei 50 Volt noch ein Relais, welches etwa eine Stromstärke von 0,01 Am-
pere erfordert, durch das belichtete Selen betätigen, so darf der Hell-
widerstand des Selenkörpers höchstens 5000 Ohm betragen. Um nun bei ^^^' ^
schlechter Leitfähigkeit einen Körper von dem angegebenen Widerstand herzustellen,
muß man seine Länge möglichst klein und seinen Querschnitt möglichst groß wählen.
Unter Berücksichtigung dieser Bedingung kommt man zu der Anordnung der
Fig. 1, bei welcher zwei parallele Drähte (t und b in geringem Abstand, vielleicht 1 mw?,
einander gegenüberstehend die Stromzuführung zu dem Selenkörper bilden, welcher
sich zwischen beiden befindet. Wählt man die Drähte genügend lang, mehrere Meter,
») Siü, Jaum. Ö. 8. 301. 1873.
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190
Br. Glatze], Das Selen und seine Anwendung in der Pernphotographie.
Dentsehe
Meehantker-gtg.
SO läßt sich dadurch der Querschnitt so vergrößern, daß der Gesamtwiderstand dieser
Anordnung den obigen Bedingungen genügt. Um aus ihr eine für die praktische Verwendung
handliche Form zu erhalten, wickelt man die parallelen Drähte auf rechteckige
Platten aus Isoliermaterial, etwa Speckstein, Schiefer oder Porzellan, auf und erhält dann
die durch Fig, 2 veranschaulichte sogenannte Selenzelle, welche in dieser Form zuerst
von Bidwell^) hergestellt worden ist. Als Elektroden werden Platin- oder Kupfer-
drähte verwendet, zwischen welchen die lichtempfindliche Modifikation des Selens aus-
gebreitet ist. Eine ebenfalls sehr handliche Form ist die in Fig. 3 dargestellte, bei
welcher die beiden Paralleldrähte auf einen mit Rillen versehenen Porzellanzylinder
aufgewickelt und zum Schutz gegen atmosphärische Einflüsse von einem luftleer ge-
pumpten Glaszylinder umgeben sind. Derartige Selenzellen haben, je nach ihrer Aus-
führung und insbesondere je nach der Dicke der Selenschicht, einen Dunkelwiderstand
von 20 000 bis 100 000 Ohm.
Wenn wir nun eine solche Zelle belichten, so zeigt es sich,
daß ihr Widerstand nicht sofort auf den der Belichtung ent-
sprechenden Wert herabgesetzt wird, sondern daß eine gewisse Zeit
vergeht, bis dieser Wert erreicht ist, ebenso wie die Zelle auch
beim Aufhören der Belichtung nicht sofort wieder ihren alten
Dunkelwiderstand annimmt. Man bezeichnet diese Eigenschaft
der Selenzelle als ihre Träg-
heit. Sie kann folgendermaßen
erklärt werden: Wenn das Licht
auf eine Selenzelle auffällt, so
ändert zunächst die oberste
Selenschicht, welche direkt von
dem Licht getroffen wird,
ihren Widerstand. In die tiefer
liegenden Schichten dringt die
Wirkung erst allmählich ein,
und daher wird deren Widerstand erst nach einer gewissen Zeit herabgesetzt. Auf
welche Weise dieses Eindringen der Lichtwirkung erfolgt, ist z. Z. noch nicht aufgeklärt.
Selenzellen mit kleinerer Schichtdicke des Selens müssen also eine geringere Trägheit
besitzen, als solche von größerer Schichtdicke. Da nun Schichten von geringerer Dicke
großen Widerstand haben und umgekehrt, so kann man sagen : Bei gleicher Anordnung
besitzen Zellen von geringer Trägheit großen Widerstand und solche von großer
Trägheit geringen Widerstand. Trägt man die zeitliche Änderung des eine Zelle durch-
fließenden Stromes bei einmaliger Belichtung und Verdunkelung^) in Form einer Kurve
auf, so erhält man die Trägheitskurve der Selenzelle. Um ihren Verlauf unter ver-
schiedenen Versuchsbedingungen experimentell festzustellen, habe ich mittels eines
Oscillographen von Siemens & Halske die Kurven photographisch aufgenommen.
Diese dienen den folgenden Ausführungen als Unterlagen. Auf die Versuchsanordnung
selbst näher einzugehen, würde mich an dieser Stelle zu weit führen^). Ich will nur
bemerken, daß die im Oscillographen verwendete Meßschleife für den vorliegenden
Zweck besonders hergestellt war und die hohe Empfindlichkeit 1 mm = 10~* Ampere
in 50 cm Entfernung besaß. Die Eigenschwingung der Schleife betrug etwa 900
Schwingungen pro Sekunde.
Fig. 4 zeigt die Trägheitskurve für eine Zelle von geringer Trägheit und einem
Dunkelwiderstand von etwa 500 000 Ohm, Fig. 5 die Trägheitskurve für eine Zelle von
großer Trägheit und etwa 70 000 Ohm Widerstand. Aus beiden Kurven ist ersichtlich,
Flg. 2.
Flg. 8.
1) Bhelford Bidwell, Fhü. Mag. [5.] 40. S. 233. 1S95 u. E. T. Z. V^. 8. 73. 189t
Die ersten Zellen nach obigem Gedichtspuiikt wurden im Jahre 1875 von W. v. Siemens her-
gestellt.
2} In den Fig. 4, 5, 6, 7, 9, 10 u. 15 bedeutet H (Helligkeit) den Zeitpunkt der Be-
lichtung, D (Dunkelheit) denjenigen der Verdunkelung.
8) In den Yerh. d. Deutseh. Physik. Ges. erscheint demnächst die ausführliche Ab-
handlung hierüber (vorgelegt in der Sitzung vom 28. Juni 1907).
Für diese Untersuchungen wurden mir von Herrn Direktor Prof. Dr. Szymanski in
liebenswürdigster Weise die Apparate der städtischen Fachschule für Elektrotechnik zur Ver-
fügung gestellt.
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Heft 18.
i.'i. September 1907.
R. Seemanoi Berechauag von Umlaufrädem mit Doppelaatrieb.
191
daß die Änderung des Stromes bei Belichtung eine wesentlicli schnellere ist als bei
Verdunkelung. Bei schlechten Zellen kann es vorkommen, daß bis zur Erreichung des
Dunkelwiderstandes mehrere Minuten, ja unter Umständen Stunden vergehen.
Insbesondere für die Zwecke der später zu besprechenden Fernphotographie
war es nun wünschenswert, diese Trägheit des Selens, wenn auch nicht vollkommen,
so doch wenigstens für den praktischen Gebrauch ausreichend zu beseitigen. Ein Mittel
10 mm = 0«023 Sek.
Flg. 4.
10 mm = 0,023 Sek.
Fig. 5.
zur Erreichung dieses Zieles ist von Prof. Korn in seinem SelenJcompensator^) ange-
geben worden. Mit diesem soll erreicht werden, daß die Stromänderungen in einer
stromdurchflossenen Selenzelle den Belichtungen sofort folgen, d. h. also, daß wir eine
Kurve erhalten (Fig. 6'), bei welcher bei einmaliger Belichtung und Verdunkelung der
Strom soYort auf seinen vollen, der Belichtung entsprechenden Wert ansteigt, dann
während der Dauer der Belichtung konstant bleibt und endlich wieder ebenso schnell
auf seinen niedrigen Wert entsprechend dem Dunkel widerstand herabsinkt. Praktisch
läßt sich dieser ideale Verlauf der Trägheitskurve nicht vollkommen erreichen, wohl
/l
1 1 j'
V.
Plg. 6.
n = 0,037 Sek.
Fig. 7.
aber kann man sich ihm sehr weit nähern, wie die Kurve Fig. 7^) einer kompensierten
Selenzelle zeigt. Da die Trägheitskurven einer Selenzelle für verschiedene Belichtungen
verschieden sind — in Fig, 7 gilt Kurve I für 323 Meterkerzen Beleuchtungsstärke,
Kurve II für 497 Meterkerzen — , so ist es nicht möglich, eine Selenzelle allgemein
für jede Belichtungsstärke zu kompensieren, sondern stets nur für eine einzige.
{ForUetssmg folgt)
Bereohnung von ümlau&ädem mit Doppelantrieb.
Von log. B. Seemann in Cbarlottenburg.
(Forittttung.)
Sind in dem gegebenen Übersetzungsverhältnis sowohl Zähler als auch Nenner
Primzahlen, so kann dieses durch zwei Räderwerke mit Doppelantrieb dargestellt werden.
In diesem allgemeinsten Falle zerlege man die aus den beiden Primzahlen bestehende
Übersetzung in zwei Verhältnisse mit gleichem Nenner Q, dessen Größe beliebig gewählt
werden kann, der aber in die Faktoren qrs zerlegbar sein muß. Heißt das Verhältnis der
Primzahlen PJN = njn2 , so bilde man hieraus zwei andere mit angenommenem Nenner Q
«0
p
und
w.,
woraus
n, 9L
0
Uq Ho
') A. Korn, Physik. Zntschr 8. S. 18. 1907; G. Will, Elektroteehn. Arn, 1907. 8. 115.
2) 8. auch Fig. 10.
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192
R. Seemann, Berechnung von Umlaurrädern mit Doppelantrieb.
Deatsehe
Meehealker-Ztg.
Nun berechne man für jedes der beiden Verhältnisse ein Räderwerk mit
Doppelantrieb nach den Gleichungen 15)
und 17). Diese beiden Räderwerke >^N\\SS ^^;nSS\\\\\^^
werden dann zu einem nach Fig, 6 ' '
vereinigt, indem die beiden Achsen mit
der gemeinschaftlichen Tourenzahl n^
zu einer verschmolzen werden, so daß
auf dieser Achse nun 4 Stirnräder auf-
zukeilen sind.
Die Kontrolle für die Richtig-
keit der Rechnung ist wieder durch
Einsetzen der Werte in die Gleichung 13)
zu erlangen.
Die folgenden Beispiele sollen dazu dienen, die Anwendung der entwickelten Gleichungen
zu zeigen.
I. Es soll die synodische Umlaufszeit des Mondes (der Zeitraum zwischen zwei auf-
einander folgenden Neu- bezw. Vollmonden) durch ein Räderwerk genau angezeigt werden, ohne
daß ein Rad mehr als 180 Zähne erhalt. Dabei ist fttr die synodische Umlaufszeit zu setzen
29 Tage 12 8td. 44 Min. 2,8032 Sek. = 29,530588 Tage. Soll der Antrieb von der ^ Stunden-
radachse geschehen, so ist das geforderte Übersetzungsverhältnis = — '
29,530588
^^\^^^^^\v^^^k^^^^^^^^
Flg. 6.
Oder anders geschrieben:
= V2i
29,630588 29 530 588 „^^«,,0 1/ -P 7 382 647 37 • 61 • 3271 *)
fi2 Q 0,50 500 000 ^Q 125 000 125 000
Zweckmäßig werden die Zähnezahlen für dieses Verhältnis in der Weise berechnet,
daß man 37 - 61/100 als Vorgelegeräder annimmt und außerdem ein Umlaufräderwerk mit Doppel-
antrieb für 3271/1250 bestimmt. Durch die Zerlegung würde die Rechnung abgekürzt
werden. Jedoch ist es einerlei, ob 7 382 647 als Primzahl betrachtet oder nur die wirkliche
Primzahl 3271 in die Rechnung eingeführt wird. In beiden Fällen ist die Aufgabe lösbar.
Um den Gang der Rechnung zu zeigen sei beispielsweise zuerst 7 382 647 als Prim-
zahl angenommen.
P __ 7 382647^
V2(2 - 125 000 '
Angenommen § =^ ( • 5) r • « = ( • 125 • ) 4 • 125 und Pi = 7 383 375, dann ist
(Gleichung 15) x =
(Gleichung 17)
P.
+ rt =
7 383 375 -^ a *
- 125— + '* =
59067 -^ 4 t
+ y = ^=-^i
7 3S2 G47 - 7 383J75 + ^25 < = - 182 + m t.
r 4
Indem man hierin für t beliebige ganze Zahlen setzt, erhält man die folgenden Lösungen:
t =
X =
+1
59 063 prim
-57
— 1
59 071 =
19-3109
- 307 prim
-1-2
59059 =
1001 • 59 r=
7. 11 13. 59
-1-68
— 2
59 075*^ =
25 '17 139
— 432 =
— 3 12 12
+ 3
59 055 =
15-31.127
-1- 193 prim
-3
59 079 =
3-47 419
— 557 prim
0
69067 =
8-3 6563
prim
182
t =
X =
+ 4
59 051 prim
— 4
59 083 prim
+ 5
59 047 =
137- 431
— 5
59 087 =
7-23 367
+ 6
59 043 =
3 19681
— 6
59 091 =
3- 19697
y =
-1-318
= 3 . 106
— 682
= 2.11-31
-f 433 prim
— 807
= 3.269prim
prim
+ 568
= 871
prim
— 932
= 4-233prim
t =
X —
+ 7 1 -7
59 039 59 095 =
= 43 1373 , 5 • 53 ■ 223
-f-8
69 035 =
5.11807
— 8
59 099 =
113 523
prim
prim
prim
prim
y =
6
= 11
93
.7-9
1057==
7 151
im
818 =
P'
2-409
im
11
= 61
82
97prim
1) Die Zerlegung großer Zahlen in Faktoren geschieht zweckmäßig mit Hilfe der
Paktoren tafeln, Sammlung mathematischer Tafeln, von Dr. J. A, Hülße; für kleinere Zahlen 1 bis
9599 gentigen die Tafeln in dem Buch: „Räderübersetzungen", herausgegeben vom Verein Hütte.
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Heft 18.
15. September 1907.
Vereins- u. Personennachrichten.
Glastechnisches.
193
Wählt man für q = 125, r = 8, « = 125 und t = 800 bis 1000, so erhalt man die Lösungen :
t = I
X =
t =
X =
804
15- 11 -11 29 I
31 41 79
890
7
41
181
27
23.
179
827
7 • 69 • 127
36^19 JFU
917
17 17 179
2 • 3* ■ 7 • 101
846
27 . 13 149
19 -67 »88
949
25- 29 -71
26 . 47 . 97
864
5 9 19 '61
29 61 61
1009
5 • 7 • 31 • 47
2 ■ 29 • 41 • 53
37-61
Nun wählen wir ^^^ als Vorgelegeräder; demnach wird zu setzen sein
100
P 3271
Q ~ 1250
8265 _
3271 — 3265
± y = ^2
und für Q = o r ■ « = 125 • 2
~ 3205
Q^q r
P, = 3205
+ 2« = 653 + 2i
-f 5t = 3 + 5«
<= +1 I -1
x = 651 = 5 • 7 • ^i, 655 = 5 ■ 131
j^r= -i-8 = 22- 2 1 — 2
t =
x =
i =
05 =
+ 3
647 prim
+ 18
4-5
643 prim
— 3
659 prim
— 12
663
— 5
= 3 13 17
— 22
•+2
649 = 11
+ 13
59
657 = 3 ■
— 7
+ 4
645 = 5- 129
+ 23
+ 6
641 prim
3 73
-4
661 prim
— 6
665 = 5 • 7
-27
19
0
653 prim
(Schluß folgt)
Vepoins- und Popsonen-
naohriohten.
Todesanzeige.
Am 5. September starb infolge eines
Schlaganfalles
Hr. Friedrich Breithaupt
in Cassel, der Seniorchef der Firma F. W.
Breithaupt & Sohn, an deren Leitung
er seit 1868 teilgenommen hat.
Wir werden dem Dahingegangenen, der
den Ruhm eines alten Namens zu erhalten
und zu mehren gewußt hat, stets ein
ehrendes Andenken bewahren.
Der Vorstand.
Dr. H. Krüß.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. 0. ist:
Hr. Otto Mackensen; Dipl.-Ing. bei
der Fa. Carl Zeiß; Jena.
Glastechnisohes.
Ätzen von Glas.
MitÜgn. d. Kais. Norm.- Eich, -Kamm.
2. S. 298. 1907.
(Wörtlicher Abdruck.)
Neuerdings wird zum Ätzen von Glas statt
des Trockenätzverfahrens vielfach ein direktes
Stempelverfahren angewendet, bei welchem ein
mit einer ÄtzflQssigkeit passend befeuchteter
Gummistempel auf die Glasfläche niedergedrückt
wird, worauf sofort an den benetzten Stellen
der Stempelabdruck sichtbar wird und auch
bei sofortiger Spülung mit Wasser oder Über-
wischen mit einem feuchten Tuche sichtbar
bleibt.
Dieses Stempelungsverfahren hat vor dem
Trockenätzverfahren den Vorzug, daß die
Stempelung sehr schnell bewirkt werden kann.
Voraussetzung für einen befriedigenden Erfolg
ist jedoch, daß der Stempel gleichmäßig mit
der ÄtzflQssigkeit befeuchtet und gleichmäßig
in allen Teilen auf die zu stempelnde Fläche
niedergedrückt wird. Dies gelingt nach einiger
Übung leicht auf Flächen, die nicht zu stark
gekrümmt sind.
Bei diesem Verfahren kann allerdings infolge
inkorrekten Aufdrückens des Stempels leichter
eine FehlStempelung eintreten, weil die richtige
Lage und die vollständige Ausprägung des
Stempelbildes sich nicht, wie es beim Trocken«
ätzverfahren der Fall ist, kontrollieren läßt,
bevor die Ätzung eingeleitet wird.
Die zur Ausführung des direkten Ätzver-
fahrens dienende Einrichtung wird von der
Firma Dr. Heinr. König & Co., G. m. b. H.,
Chemische Fabrik, Leipzig-Plagwitz, geliefert.
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194
Glastechnisches. - Gewerbliches.
Deatoche
Mechaniker-Ztg.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
12. Nr. 313 568. Filter - Trichter - Einsatz. W.
Beyer u. K. Klauder, Dresden. 11.6.07.
Nr. 314 480. Dewarsches Gefäß in Form eines
Napfes mit dazu passender Umhüllung und
Verschlußdeckel. R. Hartwig, Berlin.
31. 7. 07.
42. Nr. 313461. Vorrichtung zur Aufnahme
von Anzeigen, bestehend aus der Vereinigung
eines Thermometers, Spiegels, Barometers
und Hygrometers. 0. Teichgräber, Frie-
denau. 1. 7. 07.
Nr. 314 452. Apparat zum Dosieren unter Druck
stehender Flüssigkeiten, mit einer an den
Ablaßkanal des Flüssigkeitsvorratsbehältera
angeschlossener Meßbürette. J. Medinger
& Söhne, Wien, und K. Schimbs, Neufeld
a. Leitlia. 1.7.07.
Nr. 314 756. Arztethermometer mit Vorrichtung
zum Zurückschleudern des Quecksilbers aus
einem um die Schutzhülse drehbaren Haken,
in welchen das Thermometer mit der an
seinem Oberende vorgesehenen Öse ein-
gehängt wird. L. M ü 1 1 e r , Blgersburg i. Th.
4. 7. 07.
Nr. 314 759. Aus Kondenswasser-Bürette mit
ständigem Zu- und Abfluß und Behälter mit
ständig in das Kondenswasser übertretendem
Reagens bestehender Apparat zur ununter-
brochenen Prüfung von Kondenswasser auf
Vorhandensein von Zucker. A. Lipski,
Kiew, Rußland. 5. 7. 07.
Nr. 315 026. Acid-Butyrometer. R. Muencke,
Berlin. 8.7,07. .
64. Nr. 313 409. Nahtloser, mit Kopfplatte aus
einem Stück bestehender Glasstopfon. Glas-
hüttenwerke Weißwasser, O.-L. 1. 7. 07.
Gewerbliches.
Elektrotechnisehe Liehr- und Unter-
suchungs-Anstalt des Physikalischen
Vereins zu Frankfurt a. M.
Das Elektrotechnische Komitee bestand im
Vereinsjahr 1905/06 aus den Herren: Professor
E. Hartmann, Vorsitzender, Oberlehrer Dr.
Boller, Direktor C. Kohn, Professor Dr.
J. Epstein und Dr. C. Döguisne.
Die Anstalt wurde von Hrn. Dr. C. Döguisne
geleitet; als Assistent fungierte Hr. Dipl.-Inge-
nieur K. Hoerner, als Mechaniker Hr. Joos.
Die Elektrotechnische Lehranstalt zählte im
abgelaufenen Schuljahre 6 Schüler, ferner waren
5 Praktikanten (Oberlehrer aus Frankfurt a. M.)
an ihr tätig.
Vom 23. bis 28. September wird wieder ein
Kursus über ilnZo^e und Ptüfung von BUtzableUem
abgehalten ; das Honorar beträgt 30 M. Anmel-
dungen sind baldigst an das Sekretariat der
Lehranstalt (Kettenhof weg 132/134) zu richten.
Vereinigte Staaten von Amerika; Zoll-
freie Einfuhr von physikalischen und
wissenschaftlichen Apparaten für
gewisse Institute.
Bin Runderlaß des Schatzamtes vom 22. Juni
d. J. enthält über die zollfreie Einfuhr von
physikalischen und wissenschaftlichen Apparaten
u. s. w. für gewisse Institute (§ 638 der Freiliste
zum Tarif) unter Aufhebung der früheren Vor-
schriften u. a. folgende Bestimmungen:
§ 638 des Gesetzes vom 24. Juli 1897 lautet:
„Physikalische und andere wissenschaftliche
Apparate, Utensilien, Instrumente und Präparate,
einschließlich der die letzteren enthaltenden
Flaschen und Kisten, bona fide eigens zum Ge-
brauch und auf Bestellung einer Gesellschaft
oder eines Instituts, die lediglich zu religiösen,
philosophi8chen,wissenschaftlicheu,literarischen,
Erziehungszwecken oder zur Förderung der
schönen Künste inkorporiert und gegründet
worden sind, oder zum Gebrauch und auf Be-
stellung einer Universität, Akademie, Schule
oder eines Seminars in den Vereinigten Staaten,
oder eines Staates oder einer öffentlichen Bi-
bliothek, und nicht zum Verkauf eingeführt,
unter Beachtung der vom Schatzsekretär zu
erlassenden Vorschriften."
Durch die ausdrückliche Bestimmung des
vorgenannten Paragraphen wird die Erfüllung
der Vorschriften des Schatzsekretärs als Be-
dingung für die zollfreie Einfuhr nach § 638
aufgestellt. Wird den Vorschriften bei der
Einfuhr nicht entsprochen, so soll diese als
zollpflichtig behandelt und der Zoll nach den
ordentlichen Sätzen erhoben werden.
Bei der Anmeldung zur Einfuhr nach § 638
hat der Einbringer, außer den in Abschnitt 5
des Gesetzes vom 10. Juni 1890 geforderten
Eiden oder Erklärungen, einen Eid oder eine
eidliche Angabe seitens eines gehörig be-
vollmächtigten Vertreters des Instituts, der
Gesellschaft oder Vereinigung beizubringen,
für welche die Gegenstände bestimmt sind.
Die Eide oder eidlichen Angaben sind ge-
legentlich der Einfuhranmeldung selbst bei-
zubringen; eine Bürgschaft für die spätere
Beibringung wird nicht angenommen.
Bei der Auslegung der Vorschriften des
§ 638 sollen den Zollbeamten die in der Tarif-
entscheidung Nr. 24 902 des Kollegiums der
General Appraiaers der Vereinigten Staaten vom
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Heft 18.
15. September 1907.
Gewerbliches. — Bücherschau u Preislisten. — Patentscbau.
195
12. Januar 1904 aufgedteilteu Grundsätze als
Richtschnur dienen. Zu prüfen ist:
Werden die Gegenstände im guten
Glauben, im Auftrage und für den Gebrauch
einer der in diesem Gesetze bezeichneten
Institutionen und nicht etwa zum Vcrlcauf
eingeführt?
Sollen die Gegenstände zu physikalischen
oder wissenschaftlichen Forschungen, Unter-
suchungen, Demonstrationen oder Unter-
richtszwecken dienen?
Dienen die Gegenstände nützlichen
Zwecken und sind sie notwendig und be-
sonders geeignet für solche Forschungen,
Untersuchungen, Demonstrationen und
U,nterrichtszwecke?
Können alle diese Fragen im bejahenden
Hinne beantwortet werden, so sind die Gegen-
stände den Vorschriften entsprechend zollfrei
zu lassen. Muß aber auch nur eine der ge-
stellten Fragen verneint werden, so ist der
zollfreie Einlaß zu verweigern.
BOohepschau u. Ppeisiisten.
FreisTerzeiehitisse o. d^l*
Wilhelm Eisenfübr (Berlin S 14, Komman-
dantenstr. 31a). Preisliste A über Werk-
zeuge und Maschinen zur Metallbearbeitung
insbesondere für Mechaniker, Elektrotech-
niker, Schlosser und Maschinen- Reparat ur-
Werkstätten. 3. Aufl. 1907. 4«>. 240 S.
Neben dieser Preisliste sind noch zu er-
wähnen: B für Holzbearbeitungs- Werkzeuge
und Maschinen, E für Schleifsteine, H für
Präzisionsdrehbänke.
Patentschau.
Wärmemesser für hohe Temperaturen, bei welchem die Strahlung des zu unter-
suchenden Körpers mit der eines elektrisch geheizten Thermoelementes verglichen wird nach
Pat. Nr. 156 008, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermoelement die Form eines dünnen Bandes
mit schrägliegender Lötstelle besitzt, und daß zwei beiderseits der Lötlinie liegende Punktpaare,
die zwei Orte gleichen Potentials einschließen, durch je einen langen Draht unter sich ver-
bunden sind, so daß auf diesen beiden Drähten die Anschlußpunkte, für welche das Meß-
instrument unbeeinflußt vom Heizstrom anzeigt, sehr genau eingestellt werden können. Hart-
mann & Braun in Frankfurt a. M. 13. 11. 1904. Nr. 175 354; Zus. z. Pat. Nr. 156 008. Kl. 42.
Verfahren zur Herstellang Yon blasenfreiem Quarzglas» dadurch gekennzeichnet,
daß man Stücke von Beigkristall zusammen langsam bis auf eine über 600^ liegende Temperatur
erhitzt, dann ein Stück nach dem andern direkt der Verglasungstemperatur aussetzt, wobei
man immer das unmittelbar zu verglasende Stück zu den bereits verglasten, auf der erforder-
lichen Temperatur gehaltenen Stücken wirft und mit ihnen zu großen Massen zusammenschmilzt.
W. C. Heraeus in Hanau. 27. 10. 1S04. Nr. 175 385. KL 32.
Feineinstellyorrichtung für Einsatznadeln an Zirkeln, bei welcher die mit zwei
Spitzen und zwei Nuten versehene, umsteckbare und mittels Mitnehmerstiftes geführte Einsatz-
nadel mittels einer am Zirkelschenkel drehbar gelagerten, mit einer spiralförmigen Nut ver-
sehenen Scheibe und eines mit ihr im Eingriff stehenden Zahntriebes verstellt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß die unter Wirkung der Feder stehende Zahnstange und die Nadel nicht
aus einem Stück bestehen, sondern als zwei besondere Bestandteile ausgebildet sind.
G. Schoenner in Nürnberg. 22. 8. 1905. Nr. 175 889. Kl. 42.
Elektrisches Meßinstrument» bei welchem der Stand einer unter dem Einfluß eines
magnetischen Feldes und des zu messenden Stromes bewegten FlüBsigkeitssäule das Maß angibt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des zwischen den Magnetpolen angeordneten Kanales
durch ein besonderes Rohr miteinander verbunden sind, zum Zwecke, eine übermäßige Er-
wärmung der zwischen den Magnetpolen befindlichen Flüssigkeit zu verhindern. AUg. Elek-
trizitäts-Gesellschaft in Berlin. 30. 3. 1906. Nr. 176 836. Kl. 21.
Quecksilberlampe für Kippzündung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Licht-
röhre und der Anode der Lampenquerschnitt in seinem unteren Teil seitlich eingeengt ist, damit
auch bei verhältnismäßig schnellem Kippen der Querschnitt des Quecksilberfadens nicht so sehr
anwächst, daß das Ende des Fadens von der Anode abgeflossen ist, bevor seine Spitze den
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196
Patentscbau. -- PatentÜBte.
Deatache
Mechanlker-Ztg.
EinfUhruagsdraht der Kathode erreicht hat.
Nr. 176 446. Kl. 21.
Schott & Gen. in Jena. 28. 12. 1905.
Entfernungsmesser mit zwei an den Enden einer kurzen Basis angeordneten Reflek-
toren und einem dem oder den Okularen vorgelagerten Prismensystem, dadurch gekennzeichnet,
daß das bezw. die Okulare unter einem Winkel von 45^ oder einer anderen Neigung zur Ebene
des Meßdreiecks angeordnet sind und die von den Reflektoren ausgehenden Bilder durch eine
schräg reflektierende Ebene oder Ebenen eines bildumkehrenden Prismensystems aufnehmen.
A. Barr in Glasgow u. W. Stroud in Leeds, Engl. 1. 1. 1904. Nr. 175896. Kl. 42.
1. Tiefenmeßyorrichtung mit einer an einer Stange befestigten, am Meeresgrunde
laufenden Rolle o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die Stange derart gelagert ist, daß sie
nicht nur vertikale, sondern auch, um Widerständen auszuweichen, horizontale Bewegungen
ausführen kann.
2. Ausführungsform der Tiefenmeßyorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Stange mit dem Schiffskörper durch ein Kugelgelenk verbunden ist.
S. Earle in Washington, V. St. A. 28. 4. 1904. Nr. 175897. Kl 42.
Patentiiste.
Bis zum 2. September 1907.
Klasse: Anmeldiuigeii.
21. S. 24 051. Hitzdrahtgerät für Wechselstrom.
Siemens - Schuckert - Werke, Berlin.
29. 1. 07.
42. Seh. 25 735. Gasuntersuchuugsapparat.
E. Schatz, Oberursel b. Frankfurt a. M.
30. 5. 06.
Erteilangen.
12. Nr. 189 832. Verfahren zur Erhaltung der
Eigentemporatur von Stoffen aller Art, z. B.
zur Aufbewahrung von flüssiger Luft, mittels
eines doppel wandigen wärmeisolierenden
Gefäßes. A. Stock, Berlin. 9. 12. 06.
42. Nr. 189 550. Vorrichtung zur Veränderung
des Neigungswinkels des Aufnahmereflektors
zur Horizontalebene mit unterhalb des um
eine wagerechte Achse schwingenden Re-
flektors liegender Bewegungseinrichtung für
Fernrohre mit gebrochener optischer Achse.
A. & R. Hahn, Cassel. 2. 3. 06.
Nr. 189 551. Selen photometer mitAbschwächung
der Lichtintensität auf einen konstanten
Beleuchtungswcrt der Selenzelle durch eine
einstellbare oder sich selbsttätig mittels
einer auf gleiche Widerstandshöhe ab-
gestimmten Vergleichsleitung einstellende
Blende. E. Albrecht, Basel. 80.3.06.
Nr. 189 552. Einzel- oder Doppelfernrohr mit
veränderlicher Vergrößerung und zu diesem
Zwecke aus zwei (oder mehr) Elementen be-
stehendem Okular. Emil Busch, Rathenow.
23. 12. 06.
Nr. 189 553. Bilderführungsrahmen von ver-
änderlicher Breite für Projektionsapparate
u. dgl. E. Plank, Nürnberg. 3. 1. 07.
Nr. 189 705. Sucherspiegel für photographische
Zwecke. E. Busch, Rathenow. 31. 10. 06.
48. Nr. 189 410. Mischung zum Leitendmachen
keramischer Geschirre durch Einbrennen.
S.Heller u. C.B au mgartl,Teplitz, Böhmen.
11. 9. 06.
Nr. 189 879. Masse zur Anreibeversilberung
und -Verzinnung und zum Putzen von Weiß-
metall, in der zwecks Kontaktwirkung
mehrere Metalle enthalten sind. F. Langer,
Duisburg-Meiderich. 15.11.05-
Nr. 189 880. Verfahren zum Färben von Kupfer
durch Erwärmen und darauffolgende Be-
handlung mit einer Farbbeize. P. Hänisch,
München. 17. 2. 06.
Nr. 189 887. Verfahren zur Herstellung von
Spiegeln mit elektrolytischer Schutzdecke
auf dem Belag. M. Freyberg, St. Gilles-lez-
Bruxelles. 25. 8. 06.
57. Nr. 189 598. Belichtungsmesser, bei dem die
Pupillengröße des beobachtenden Auges in
einem mit einer Skala verbundenen Spiegel
gemessen wird. H. Bry hni, Börsen b. Dront-
heim. 6. 9. 06.
65. Nr. 189 766. Vorrichtung zur Fernleitung
von Wasserfahrzeugen mittels elektrischer
Wellen. H. Meyer, Kiel. 7.6.05
67. Nr. 189611. Vorrichtung zum zylindrischen
Ausschleifen und Abschleifen von Glas-
röhren und Glasstäben. W. Schmidt&Co.,
Luisenthal i. Thür. 22. 1. 07.
Nr. 189 771. Vorrichtung zum Schleifen und
Polioren von Glaswaren. A. Neumann,
Simmersdorf b. Iglau, Mähren. 6. 11. 06.
74. Nr. 189 613. Verfahren, um durch den bei
Feuersgefahr sich bildenden Rauch mittels
einer Selenzelle selbsttätig ein Signal zu
geben. H. F r e i s e , Bochum. 8. 8. 06.
Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke In Berlin W.
▼erlag von Julius Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin 8W.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschall für Mechanik und Optik«
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 19.
1. Oktober.
1907.
Nachdrack nur mit Genehmis^img der Redaktion srestattet.
Das Selen und seine Anwendung in der Femphotographie.
Nach einem Vortrage,
gehalten in der Abteilung Berlin am 28. Mai 1907.
Von Dr. Br. OUttzel in Berlin.
iForiidnmff.)
Bei der Konstruktion seines Selenkompensators ging Prof. Korn von fol-
gendem Gedanken aus:
Wenn man zwei Selenzellen gegeneinander schaltet, so muß es möglich sein,
ihre Trägheit ganz oder doch fast ganz aufzuheben. Man muß allerdings gleichzeitig
dafür sorgen, daß der Differenzstrom im belichteten Zustand beider Zellen nicht null
wird, während er im unbelichteten Zustand null sein muß, was bei Verwendung einer
einzigen Zelle nie der Fall sein kann, da ja stets ein, wenn auch schwacher,
Strom die Zelle durchfließt. Um den beabsichtigten Zweck zu erreichen, schaltete
Korn zwei Zellen Se^ und Se.^ {Fig, 8) ähnlich der Anordnung
einer Wheatstoneschen Brücke gegeneinander. Die Brücke möge
so abgeglichen sein, daß bei unbelichteten Zellen in a 6 kein
Strom fließt. Wählt man nun die beiden Zellen von verschie-
dener Lichtempfindlichkeit, so ändern sie bei Belichtung ihre
Widerstände nicht im Verhältnis der Dunkelwiderstände, sondern
wesentlich anders. Das Brückengleichgewicht wird also bei Be-
lichtung gestört, in a 6 fließt ein Strom, welcher um so
größer ist, je stärker die Belichtung der Zellen war^). Dieser
Strom ist die Differenz der In den beiden Zweigen Se-^ und Se^^
fließenden Ströme. Die Größe und der Verlauf dieser Zweig-
ströme und damit auch des Stromes in a & sind abhängig von den Span-
nungen h e und l d, welche an den Zellen Se^ und Se^ liegen. Durch geeignete
Wahl derselben, d. h. durch Verschieben des Kontaktes h, kann man die für die Kom-
pensation günstigsten Verhältnisse erreichen. Hat man diese gefunden, so stellt man
das Brückengleichgewicht für Dunkel- ?
heit mittels des zu Se^ parallel geschal- f
teten Regulierwiderstandes her. Aller- £^
dings wird hierdurch die zuerst einge-^
stellte Kompensation wieder etwas ge- |
ändert. Man ist daher gezwungen, dies
richtigen Verhältnisse durch Probieren
aufzufinden. Den durch die Korn sehe
Flg. 8.
^^
U
::^
10 f
0,037 Sek.
Fig. 9.
Anordnung in Bezug auf die Kompen-
sation der Trägheit der Selenzellen erreichten Erfolg läßt Fig. 9 deutlich erkennen.
Se^ und 862 geben den mit dem Oscillographen aufgenommenen Verlauf der Trägheitskurven
in den entsprechenden Brückenzweigen, während die kompensierte Kurve C den Verlauf
des Differenzstromes in a & darstellt. Aus letzterer erkennen wir, daß der beab-
sichtigte Zweck erreicht ist; der Strom steigt in dem mittleren Teil der kompensierten
^) Die Stromstärke in a 5 ist nicht proportional der Belichtungsstärke, sondern die
Kurve für die Abhängigkeit der ersteren von der letzteren ist je nach der Art der verwendeten
Zellen verschieden; s. Anm. 3 auf 8» 190-
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r
V
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V
_^__^
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V
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V
\u -^'
D\
198 fir. Glats«l, Das Sälen und seine Anwendung In der Pernphotographle. Mechiü^er-Ztg
Kurve nicht mehr wie in Se^ und Se^ mit der Zeit an^), sondern bleibt konstant, die
Stromstärke und damit die Widerstandsänderung ist also unabhängig geworden von der
Zeit, die beiden Zellen heben sich in ihrer Trägheit auf. Ja man kann durch ent-
sprechende Wahl der Ausgleichsverhältnisse in der Brücke sogar erreichen, daS der
Strom mit der Zeit sinkt: die Zellen sind dann überkompensiert. Derartig überkompensierte
Kurven zeigt Fig, 10, Bei verschiedenen Belichtungen wird es, wie bereits erwähnt,
nur eine einzige geben, für welche die Kompensation erreicht ist, für stärkere oder
schwächere Belichtungen haben wir eine geringe Über- bezw. Unterkompensation. Dies
gilt für den mittleren Teil der Trägheitskurve imd somit für Belichtungszeiten, bei
welchen die Dauer des ersten Anstiegs und des letzten Abfalls nicht in Frage kommen.
(Die betreffenden Zeiten sind aus den Figuren ersichtlich.) Hat man es jedoch
mit sehr kurzen Belichtungszeiten zu
tun, bei denen nur der Anstieg und
Abfall der Trägheitskurve maßgebend
ist, so muß man vor allen Dingen da-
rauf bedacht sein, den langsamen Abfall
zu beseitigen. In diesem Falle emp-
fiehlt es sich stets, mit einer, wenn
auch nicht zu großen, Überkompensation Fig. lo.
zu arbeiten. Femer ist es für einen
möglichst günstigen Wirkungsgrad der Kompensationsschaltung wichtig, den Differenz-
strom in a & so groß als möglich zu machen, was man erstens durch passende Wahl
der Spannungen für Se^ imd Se^, zweitens dadurch erreichen kann, daß man die eine
Zelle, z. B. ^^^2, wohl im gleichen Zeitmaß, jedoch schwächer belichtet als Se^. Durch
diese Mittel muß für jeden Fall die Kompensationsschaltung auf den günstigsten
Wert einreguliert werden. Bei der praktischen Ausfühmng der Kompensation sind die
Zellen 8e^ und 8e^ nicht von gleicher Trägheit; vielmehr wird 8e^ von kleiner Trägheit
und daher großem Widerstand (Tast- oder Fühlzelle) imd Se^ von großer Trägheit und
daher kleinem Widerstand (Trägheitszelle) gewählt.
Wir wollen nim dazu übergehen, die praktische Anwendung des Selens in der
Fernphotographie nach dem Kornschen^) Verfahren zu besprechen.
Die Fernphotographie oder, besser gesagt, die Femübertragung von Bildern auf
elektrischem Wege ist schon sehr frühzeitig, bald nach Erfindung des Telegraphen,
versucht worden. Es gelang auch bald, Zeichnungen, Handschriften und Bilder zu
übertragen nach einem von Bakewell (1847) und von Caselli (1856) angegebenen
Verfahren. Aber diese Bilder waren nur Umrißzeichnungen, nicht wirkliche Photo-
graphien mit hellen und dunklen Tönen. Auch diese und damit eine wirkliche
Photographie zu telegraphieren, wurde erst möglich durch Verwendung von Selenzellen.
Die Aufgaben, welche bei einer derartigen Übertragung von Photographien zu lösen
waren, sind folgende:
Auf der Gebestation sind die einzelnen Tönungen eines Bildes in entsprechende
elektrische Stromstärken umzuwandeln. Diese Stromstärken werden über eine Draht-
leitung der Empfangsstation zugeführt und müssen auf dieser wieder in entsprechende
Lichtstärken umgewandelt werden, mittels deren man dann einen Film belichten und
so wieder eine dem GeberbUd entsprechende Photographie herstellen kann. In der
Selenzelle, insbesondere in der kompensierten, haben wir nun ein Mittel kennen gelernt,
um Lichtstärken in entsprechende Stromstärken umzuwandeln. Dies ermöglicht uns,
wie wir später sehen werden, die Lösung der Aufgabe der Gebestation. Für die
Empfangsstation handelt es sich dämm, eine Vorrichtung zu finden, welche das Um-
gekehrte leistet, nämlich elektrische Ströme wieder in Licht umwandelt. Ehie solche
hat Korn in seinem Lichtrelais angegeben. Seine Wirkungsweise und Konstruktion,
welche durch Fig. 11 dargestellt wird, ist folgende:
N und S bedeuten die beiden Pole eines kräftigen Elektromagneten. In den
Polschuhen sind Bohrungen angebracht, durch welche das von einer Nemstlampe J
kommende Licht hindurchtreten kann. Zwischen den Polen ist horizontal im Magnet-
felde eine Drahtschleife aus zwei dünnen Kupferbändem c^ und Cc^ ausgespannt. Beide
1) Bei den kleinen Abmessungen der Figuren tritt dies nicht so deutlich hervor wi« in
den Originalen.
«) A. Korn, Fhysih Ztitschr. 8. S. 118, 1907.
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Heft 19.
1. Oktober 1»07.
Br. Glatxel, Das S«l«ii und sein« Anwendung In dsr Fsmphotographl«.
199
A f \
^1 mns j
B&nder werden parallel vom Strom durchflössen und können mittels einer besonderen
Vorrichtung mehr oder weniger gespannt werden, so daß hierdurch die Direktionskraft,
welche das vom Strom abgelenkte System in die Buhelage zurückführt, dem jeweiligen
Zweck entsprechend gewählt werden kann. Die Drahtsebleife des Systems q bis c^
trägt in ihrer Mitte ein dünnes rechteckiges Aluminiumblättchen &, welches mittels
einer Linse auf dem Objektiv des Aufnahme - Apparates abgebildet wird und zwar so
groß, daß in der Buhelage des Systems die Objektivöffnimg durch den Schatten des
Blättchens vollkommen verdeckt wird. Die Anordnung der beweglichen Drahtschleife
entspricht deijenigen des Stromleiters bei den von Ader^) und später von Einthofen^) an-
gegebenen Saitengalvanometem. Wird durch
ein solches System ein Strom hindurchge-
schickt, so wird es je nach der Stronu*ichtung
/^ \ nach oben oder unten abgelenkt. Diese Ab-
lenkung ist um so größer, je stärker der Strom
ist. Durch geeignete Wahl der Direktions-
kraft des Fadensystems erreicht man nun,
daß dem stärksten Strome eine Ablenkung
entspricht, bei welcher der Schatten des
kleinen Aluminiumblättchens gerade die Ob-
pig. 11. jektivöfiFhung voll freigibt. Das Licht kann
also jetzt mit voller Stärke in das Objektiv
hineintreten. Durch das Objektiv wird das Licht auf einen kleinen Punkt vereinigt,
dessen Helligkeit der vollen Objektivöffnung entspricht. Ist der das Lichtrelais durch-
fließende Strom schwächer, so gibt die Aluminiumblende die Objektivöffnung nicht voll-
kommen frei, es kann nur ein Teil des Lichtes hindurchtreten und der vom Objektiv
erzeugte Lichtpunkt wird entsprechend dunkler. Auf diese Weise kann man erreichen,
daß verschieden starken elektrischen Strömen auch verschieden starkes Licht entspricht,
d. h. man kann Stromstärken in entsprechende Lichtstärken umwandeln. Hinsichtlich
der Wirkungsweise dieses Lichtrelais ist nun aber noch folgendes zu bedenken. Die
Ablenkung des Fadensystems und damit der freigegebene Teil der Objektivöffhung ist
nicht proportional der Stromstärke, d. h. es entspricht nicht etwa dem doppelten Strom
auch die doppelte Ablenkung. Der Ablenkungsschritt ist vielmehr bestimmt durch die
Empfindlichkeitskurve des Saitengalvanometers, welche Je nach der angewendeten
Direktionskraft verschieden ist und sich in ihrem Verlaufe einer Kettenlinie bezw. deren
Teilen nähert; Fig. 18 stellt diese Kurve für ein Lichtrelais bei mittlerer Direktions-
kraft dar. Eine Erhöhung der Direktionskraft bewirkt,
daß die Empfindlichkeitskurve mehr in den geraden
Teil der Kettenlinie verleget wird, so daß man also
. in der Lage ist, innerhalb gewisser Orenzen durch
stärkeres oder schwächeres Spannen der Systemfäden
die Kurve des Lichtrelais passend zu wählen.
Die auf der Empfangsstation zu lösende Auf-
_ gäbe besteht aber nicht nur darin, Stromstärken über-
^^ haupt in Lichtstärken umzuwandeln, sondern insbe-
pjg 12. sondere darin, die Umwandelung in richtiger Weise
so auszuführen, daß z. B. dem doppelten Strom auch
die doppelte Lichtmenge entspricht. Die durch eine bestimmte Stromstärke ausgelöste
Lichtstärke ist durch die Fläche der freigegebenen Objektivöffnung bestimmt; diese
Fläche muß proportional den Stromstärken sein. Nach dem oben über die Empflndlich-
keitskurve des Lichtrelais Gesagten wissen wir nun, daß der lineare, vertikale Ab-
lenkungsschritt des Systems mit der Aluminiumblende den Stromstärken nicht proportional
ist. Wir dürfen also, um die Proportionalität zwischen Strom und Licht zu erzielen,
z. B. kein Bechteck als Objektivöffhung verwenden, weil bei diesem die freigegebene
Fläche proportional dem Ablenkungsschritt und damit nicht proportional dem Strom
wäre. Die Form der Objektivöffiiung ist so zu wählen, daß die Nichtproportionalität
des Ablenkungsschrittes mit dem Strom wieder ausgeglichen wird. Als Zweckmäßigste
*) E. T. Z. 18. 8. 561. 1897.
*) Ann. d. Phys. 12. S. 1059. 1903.
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200 ^^' 0lat2«l, Das S«leii und sein« Anwendung in der Fernphotoe^raphle. MeätmJicM'-Zig.
Form hierfür ergibt sich aus der Empfindlichkeitskurve des Galvanometers ungefähr ein
gleichseitiges Dreieck. Jedoch genügt dies allein noch nicht, um den gewünschten
Zweck möglichst vollkommen zu erreichen. Man muß vielmehr noch eine weitere Ab-
stufung der Flächenhelligkeit des Dreiecks vornehmen, und dies geschieht dadurch, daß
hinter der Dreieckblende ein getönter Film, welcher in der Spitze
des Dreiecks am dunkelsten ist und dessen Durchlässigkeit nach
unten allmählich abnimmt, angebracht wird. Diese so gestaltete
Dreieckblende wird vor die runde Öffhung des Objektivs gesetzt,
so daß das Ganze das durch Fig. 13 dargestellte Aussehen erhält^).
Damit ist die Aufgabe der Empfangsstation gelöst, die ankonmienden
Stromstärken in genau entsprechende Lichtstärken umzuwandeln. ^^^ ^^•
Bei dieser Umsetzung von Licht in Strom auf der Gebestation imd von Strom
in Licht auf der Empfangsstation haben wir zimächst angenommen, daß die Umwandlung
auf der Gebestation proportional erfolgt, so daß die Lichtstärken auf der Empfangs-
station genau den Lichtstärken auf der Gebestation entsprechen. Da aber die Um-
wandlung von Licht in Strom durch die Selenzelle ebenfalls nicht proportional erfolgt,
so müssen wir auch diese Abweichung noch kompensieren. Erreicht wurde dies durch
Anwendung eines der bei Besprechung des Lichtrelais angegebenen Mittel zur Beein-
flussung des Umwandlungsganges, z. B. durch Änderung der Direktionskraft im System
des Lichtrelais oder durch Änderung der Tönung der Objektivblende. Auf diese Weise
ist es möglich, die Wirkungsweise der Gebestation mit der der Empfangsstation vollkommen
in Einklang zu bringen.
Hinsichtlich der Wirkungsweise des Lichtrelais ist endlich noch darauf hinzu-
weisen, daß bei diesem Prinzip der Umwandlung von Licht in Elektrizität und wieder
zurück in Licht kein Verlust vorhanden ist, wenn man das Resultat mit dem Ausgangs-
wert vergleicht, weil das Saitengalvanometer nur als Relais, d. h. auslösend wirkt.
Mati^kann also die Größe der sekundären Lichtstärke vollkommen unabhängig von der
primären und zwar je nach dem gewünschten Zweck beliebig groß oder klein wählen.
Gerade dieser Gesichtspunkt war bei der Konstruktion des Galvanometers in hohem
Maße ausschlaggebend, und dieses trägt daher mit Recht den Namen Lichtrelais. Für
Zwecke der Femphotographie besitzt das Lichtrelais aber auch noch einen weiteren
sehr wichtigen Vorzug, das ist seine außerordentlich kleine Trfigheit infolge der ge-
ringen Masse des beweglichen Systems. Seine Eigenschwingungsdauer beträgt je nach
der Höhe der Direktionskraft 0,02 bis 0,01 Sekunde. Für die Verwendung in der Fem-
photographie war dies besonders wertvoll, da hierdurch ermöglicht wurde, die zeitliche
Aufeinanderfolge der in Licht umzuwandelnden Stromstärken sehr kurz zu wählen. Da
femer die Selenzelle, und insbesondere die kompensierte, den Lichtschwankungen ebenfalls
sehr rasch folgt, so war durch Verwendung dieser beiden Vorrichtungen die Möglichkeit
einer schnellen Übertragung von aufeinanderfolgenden Tönungen und damit von Photo-
graphien in praktisch brauchbarer Zeit gegeben. Während nach früheren Methoden zur
Übertragung eines Bildes von der Größe 9 X 12 cwi etwa 30 Minuten erforderlich
waren, ist diese Zeit jetzt für ein Bild 13 X 24 cm auf 6 Minuten herabgesetzt worden;
jedoch stellt diese Zeit noch keineswegs die erreichbare untere Grenze für die Über-
tragungszeit dar.
(ForUeUung folgt)
Berechnung von ümlao&ädem mit Doppelantrieb.
Von Ing. S. ftoemaan in Gbarlottenburg.
Wie aus diesen Zusammenstellungen ersichtlich, gibt es viele Lösungen, von denen
wir die einfachsten wählen wollen. Es soll das Verhältnis ineinander greifender Rader Vi3
1) In Verbindung mit einer passend getönten Blende ließe sich natürlich auch eine
rechteckige Objektivöffnung verwenden, jedoch kann man eine für diese geeignet abgestufte
Blende nur sehr schwer herstellen.
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Heft 19.
I. Oktober 1907.
R. Seemann, Berechnung von Umlaurrädern mit Doppelantrieb.
201
möglichst nicht überschritten werden. Gewählt werden die Werte t= —2, aj = 25 17 139
und y = 3 ' 12 • 12. Setzt man diese in Gleichung 9)
1/ -P - 1, / ^ 4. -U _ „ /2617 139 3 1212\
'^Q "■ ^\qr "^ qg)" /«\ 125-4 ^ 126125/
_ ,/ / 102 • 139 _ 36 12 \ _ 7 882 647^
" '^\ 10- 12 125.125/"" 125000 *
10- 12
woraus endgültig
cc = 102 . 139 • = OiOa . . . y = 86 • 12 . = 6162 . . . gr = 10 • 12 • = ^i^ . . . 3« = 125 • 125 = JBi B, . . .
Dieses Räderwerk ist in Fig. 7 dargestellt, dessen Zahnsumme ist 561, die Anzahl der
Räderpaare ist 4 ; die Paarsumme daher 4 • 561 = 2244.
Aus der zweiten Serie wählen wir die Werte für t = 864, op = 5 • 9 • 19 • 61 und y =
29 • 61 • 61 und setzen sie in Gleichung 9)
"4 = ''{
171 • 133
20 10
58 -61 -61
25
•61-61\ __
•25-25/ "■
7 382 647^
125 000 '
1
\ y\
/
N
'<
V
Zahnsnmme: 561
Räderpaare: 4
Paarsamme: 2244
Flg. 7.
Zahnsamme: 578
Räderpaare: 0
Paarsumme: 2890
Flg. s.
J
L
\ A
/
\
f
Zahnsnmme: 640
Räderpaare: 6
Paarsumrae: 3840.
Flg. 9.
Bs besitzt dieses Räderwerk, welches Fig. 8 zeigt, 5 Räderpaare, deren Zahniumme 578
beträgt; die Paarsumme ist 5 *578 = 2890.
Das dritte Räderwerk für das gleiche Übersetzungsverhältnis mit dem Vorgelege
37 • 61/100 ist in Fig. 9 dargestellt. Wir wählen die Werte für « = + 1, o: = 3 • 7 31 und y = 2 • 2 • 2
und setzen diese wieder zur Kontrolle in Gleichung 9)
^ P _ 37 . 61 / 105-31 , 10-16 \ 7 382^647
I^Q "■ 10- 10 \ 10- 125' 100- 125 / ■" "125 000 *
Das letztere hat 6 Räderpaare mit zusammen 640 Zähnen und eine Paarsumme von
6 • 640 = 3840. Das erste Räderwerk (Fig. 7) mit der kleinsten Paarsumme ist das beste.
Aus dem vorhergehenden geht hervor, daß jedes beliebige Übersetzungsverhältnis
durch Zahnräder genau lösbar ist.
Das gegebene Übersetzungsverhältnis P/Q läßt sich auch durch ein zweifaches Umlauf-
räderwerk mit Doppelantrieb, ähnlich Fig. 6, darstellen. Eine solche Ausführung wird jedoch
nicht einfacher, wie die berechneten.
P 17 821
II. Sollen zwei Achsen ein ümdrehungsverhältnis Vr = ^i 743' durch Zahnräder erhalten
und sind beides Primzahlen, wie man am einfachsten aus den Paktorentafeln von Dr. J. A.
Hülße ersehen kann, so wird dieses Übersetzungsverhältnis durch ein zweifaches Umlauf-
räderwerk mit Doppelantrieb genau dargestellt. Wir wählen für den Divisor der beiden Räder-
werke die Zahl 7 • 8 • 9 • 10 = 5040 = Q. Für die beiden Räderwerke erhält man dann
1. r; =
17 321
5040
148
63
= ^ + -c
87
2. r^ =
11 743
83
68
= ^ +
80 ^' Q 5040
Die Lösung der Aufgabe ist durch die beiden Räderwerke gegeben
148
81^
80 ■
83
81
+ -?! und
63 ^ 80 63 • 80
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202
Vereins- und PersoneDnachrichten.
Deutsche
Mech«niker-ZtR.
Vereins- und Pepsonennachpichten.
MitgliederverzeicliniB.
In der Zeit vom 1. Juli bi« eum 30. Sep-
tember 1907 Bind folgende Veränderungen
bekannt geworden:
A. Neue Mitglieder:
Dr. A. Bestelmeyer; Privatdozent der
Physik an der Universität; Göttingen. Gttg.
Dreyer, Rosenkranz & Droop;
Fabrik von Armaturen für Dampfkessel,
Maschinen und gewerbliche Anlagen, von
Wassermessern und Wasserleitungsgegen-
ständen; Hannover. Hptv.
Dr. H. Gerdien; PrivatdozentderPhysik
an der Universität; Göttingen. Gttg.
Adolf Große; Ehrenmitglied des
Zvfgv. Lpz., früher in Fa. Dr. Stöhrer
& Sohn; Leipzig - Schleußig, Könneritz-
straße 9. Lpz.
Bernhard Halle Nachf. (Inh. E. Ritter
und Ant. Frank); Optische Erzeugnisse
zur Polarisation des Lichtes, Glasprismen,
Planplatten, u. s.w. nach Preisverz.; Steglitz-
Berlin, Hubertusstr. 11. Berl.
NB. Hr. B. Halle persönlich bleibt Mitglied!
Otto Mackensen; Dipl.-Ing. bei der
Fa. Carl Zeiß; Jena.
Prof. Dr. R. Straubel, Prof. an
der Universität, Mitglied der Geschäfts-
leitung von Carl Zeiß; Jena, Botzstr. 10.
Hptv.
F. Weule; Uhrenfabrik; Bockenem bei
Hildesheim. Gttg.
B. Ausgeschieden:
Capillar-Schleifscheibe; Crosta.
Prof. Dr. S. Czapski; Jena.
Bud, Franke; Hannover.
Liebrecht & Naumann; Posen.
Curt Tannert; Leipzig.
C. Änderungen in den Adressen:
Otto Boettger (i. Fa. O. M. Hempel);
Berlin SW 13, Alexandrinenstr. 134, Fern-
sprecher IV, 2646.
Robert Fischer; Dir. b. d. A.-G. Rei-
niger, Gebbert & Schall; Berlin N 24,
Ziegelstr. 30. Berl
Dr. K. G. Frank; Haiensee -Berlin,
Schweidnitzer Str. 51. Berl.
Gustav Halle; (bisher in Rixdorf)
Oranienburg, Johowsche Privatstraße,
W. Lindt; Dt. -Wilmersdorf, Augusta-
straße 32.
Geh. Regierungsrat Prof. Dr. W.Nernst;
Berlin W 35, Am Karlsbad 16 a.
W. Nie bis; Berlin. Bm,
Th. Rosenberg; Berlin N 31, Acker-
straße 137.
Dir. C. Schücke; Groß-Lichterfelde-Ost,
Ferdinandstr. 21.
H. Winter i.Fa.Ernst Winter & Sohn;
Hamburg 19, Osterstr. 58.
An der Physikalisch-Technischen
Reichsanstalt sind die Herren Dr.
B. Liebenthal und Dr. H. Dierselhorst
zu Mitgliedern und Professoren, die
Herren Dr. F. Henning und Dr. G.
Schulze zu Ständigen Mitarbeitern ernannt
worden.
Habilitiert: Dr. K.Tabandt fUr Chemie an
der Universität Halle; Dr. R.Marc für physikal.
Chemie an der Universität Jena; Dr. E. Laden-
barg und Dr. F. Henning fQr Physik, Dr. C.
Mannich und Dr. 0« Hahn fUr Chemie an der
UDiveraitat Berlin; Dr. W. Felgentraeger für
Instrumentonkunde an der Techn. Hochschule
in Berlin.
Berufen: Der ao. Prof. Dr. M. Brendel in
Göttingen als Prof. der Mathematik und Ver-
sicherungsrechnung an die Handelsakademie zu
Frankfurt a. M.; Prof. Dr. A. Stock in Berlin
für anorgan. Chemie, Prof. Dr. W. Semmler in
Greifswald für organ. Chemie an die neue
Techn. Hochschule in Breslau.
Ernannt: Dr. R. Reiger» Privatdozent der
Physik an der Universität Erlangen, zum ao.
Prof.; ao. Prof. Dr. R. Weber in Heidelberg
zum ao. Prof. für Physik an der Universität
Rostock; Dr. R. Emden, Privatdozont der
Physik, zum ao. Prof. an der Techn. Hochschule
in München; Prof. Dr. A. Schuster in Man-
, ehester zum Honorar -Professor; Privatdozent
Dr. A. Eirpal an der deutschen Universität zu
Prag zum ao. Prof. der Chemie; Dr. J. Hof er,
Privatdozent für Chemie, zum ao. Prof. an der
Techn. Hochschule München; Dr. A« Eibner,
Privatdozent für Chemie, desgl.; V, Lenher,
Ass. -Prof. der Chemie, zum o. Prof. an der
Wisconsin -Universität in Madison; Prof. L.
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Heft 1».
I. Oktober 1907.
Vereins- u. Personenoacfarichten. — Für Werkstatt und Laboratorium.
203
Kahlenberg zum Prof. der Chemie, ebenda;
Prof. Dr. K. Dieterici in Rostock zum o. Prof.
der Physik an der Universität Kiel; Dr. J. C.
Max Lennan in Toronto zum o. Prof. der Physik;
der ao. Prof. Dr. L. Prandtl zum o. Prof. der
techn. Physik an der Universität Göttingen;
Dr. Oechsner de Coninck zum Prof. der Chemie
an der Universität in Montpellier; Dr. J. B.
Tingle» Dozent in Baltimore, zum Prof. der
Chemie an der Universität Toronto; Dr. A. Binz,
Privatdozent der Chemie an der Kgl. Techn.
Hochschule zu Berlin, zum Prof.; H. Bateman
zum Dozenten der mathematischen Physik in
Cambridge (Engl.); 0. A. Gage, bisher in
Ithaca, zum Prof. der Physik an der Wisconsin-
Universität zu Madison; Dr. R. E. Mc Clting
in Montreal zum Prof. der Physik an der Uni-
versität zu New Brunswick (Canada); Geh. Reg.-
Rat Prof. Dr. B. Proskaaer zum Dir. des neuen
städtischen Gesundheitsamtes in Berlin; Dr.
J. Halm, bisher Assistent am Observatorium
in Edinburgh, zum ersten Assistenten, und S.S.
Hough zum Kgl. Astronomen am Kap-Obser-
vatorium in Capstadt.
In den Ruhestand treten: Prof. Dr. Y.
T. Lang, Prof. der Physik an der Universität
Wien; Dr. G. Lunge, Prof. der techn. Chemie
in Zürich; Dr. W. W. Daniells, Prof. der Chemie
in Madison.
Verstorben: Dr. A. Bucban, Meteorologe
in Edinburgh; Dr. E. J. Rotitb, Prof. d. theoret.
Mechanik in Cambridge; Prof. A. Herschel,
Astronom in Slough ; Prof. Dr. E. v. Oppolzer,
Prof. d. Mathematik u. Astronomie in Inns-
bruck; Prof. J. JanoTsky, Chem. an der Ge-
werbeschule in Reichenberg i. B. ; der Chemiker
und Geologe H. G. Hanks in Alameda; der
Astronom Dr. C. Braan, S. J., frtlh. Leiter der
Sternwarte in Katocse; der Astronom Prof. Dr.
H. Kreutz in Kiel; W. H. Perkin, Chemiker
in Sudbury bei Harrow (Engl.); Dr. E. Kayser,
Astronom und Ehrenmitgl. der Naturforschenden
Gesellschaft in Danzig; Cb. Trcpted, Direktor
der Sternwarte in Alger-Bouzar^a; Prof. Dr.
E. Petersen, Prof. der Chemie an der Univer-
sität Kopenhagen; Dr. A. Dapre, Chemiker,
F. R. 8., hl Sutton.
Fflp Werkstatt
und Laboratorium.
Ein neuer LeitungspröTer.
ElektroUchn. Zeitschr. 28. S, 510, 1907.
Der nach Angaben von Prof. Ruppel aus-
geftlhrte Leitungsprüfor dient zum Untersuchen
von Leitungen, Maschinen, Apparaten, Siche-
rungen, Glühlampen u. s. w. auf metallische Ver-
bindung. Er besteht, wie die Figur zeigt, aus
einem empfindlichen Telephon und einer
Batterie von drei kleinen, leicht auswechsel-
baren Trockenelementen, die in einem Kasten
von 150 X 75 X 35 mm Größe untergebracht
sind. An dem Kasten befindet sich noch ein
Taster sowie zwei Klemmen.
Wird der aus Batterie, Telephon und dem
zu untersuchenden Gegenstand gebildete Strom-
kreis geschlossen oder geöffnet, so hört man
im Telephon infolge des Induktionsstoßes ein
Knacken. Die Beanspruchung der Batterie für
die Untersuchung ist also nur sehr gering,
höchstens eine Sekunde. Die elektromotorische
Kraft der Batterie eines
Leitungsprüfers, der täg-
lich zu mehreren hundert
Prüfungen benutzt wurde,
war nach etwa 1/4 Jahr
nur von 4,23 auf 4,18 Volt
gesunken. Die Batterie
wird übrigens bei den
Versuchen auch nie direkt
kurzgeschlossen, da näm-
lich bei Kurzschluß der
Klemmen immer noch
das Telephon mit seinem
Widerstand im Strom-
kreise liegt.
Bei einem Leitungs widerstand von 30 Ohm
ist das Knacken bis auf 1 m Entfernung
hörbar; legt man das Telephon direkt ans Ohr,
so kann man das Knacken noch bei einem
Widerstand von 1600 Ohm wahrnehmen. Zum
raschen Prüfen mehrerer Gegenstände kann
der Taster dauernd geschlossen werden.
Der LeituDgsprüfer wird von der Firma
Dr. Paul Meyer A.-G. (Berlin N 39, Lynar-
straße 5/6) zum Preise von 8,50 M hergestellt.
Klßm.
Fr&8-, Bohr- und Zentrierwerkzeug
Autorator.
m. Zeitg. /. Bleehindustrie 34. S. 2263, 1905.
Der Autorator ist ein Werkzeug zum auto-
matischen Anfräsen von Zapfen, Bohren von
Löchern (runden sowie eckigen), Gewinde-
schneiden und Zentrieren.
Das an einem Halter befindliche Gehäuse
ist im unteren Teil (J^. 1) als Spannfutter
ausgebildet, der obere Teil dient zur Führung
des Messergehäuses. In letzterem sind die
Messer verstellbar angeordnet; die Einstellung
nach Zapfendurchmesser erfolgt an einer Skale.
Das Werkstück wird in dem Spannfutter be-
festigt und die Messer werden durch Drehen
der Kurbel in Umdrehung versetzt. Der auto-
matische Vorschub der Messer geschieht da-
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204
PQr Werkstatt und Laboratorium
Deutsche
Mechsptker-Ztg.
durch, daß das Friktionszahnrädchen g einen
in der GewindeiiOlse g befindlichen Stift s so
lange mitnimmt, bis der Widerstand der
Schneide auf dem Arbeitsstück die Friktion
des Zahnradchens überwindet. Alsdann gibt e
nach und laßt die Gewindehalse so lange frei,
bis nach dem Abtrennen des Spanes die Frik-
tion und dadurch der Vorschub wieder zur
Wirkung kommt.
Flg. 1.
Beim Bohren {Fig. 2) wird in den Messer-
halter eine Pinole zur Aufnahme des Bohrers
eingeschoben, die durch die obere Mutter (m
in Fig. 1) angezogen wird. Infolge der Ver-
wendung der Priktionskupplung für den Vor-
rnr
Flg. 2
Spiralbohrern gebohrt
der Bohrknarre bisher
Schub kann auch mit
werden, was man bei
vermied.
Als Führung zum Bohren viereckiger Löcher
nach dem bekannten Verfahren des Abwickeins
eines gleichseitigen Dreiecks in einem Quadrat
sollen die in einem Winkel von 90 Grad aus-
gefrästen Backen dienen; der dreieckige Bohrer
wird durch ein auf die Pinole gestecktes
Brsatzteil mitgenommen, welches so einge-
richtet ist, daß der Bohrer die oszillierende
Bewegung zum Bohren ausführen kann.
Auch zum Gewindeschneiden ist der Auto-
rator verwendbar.
Bei der Benutzung als Zentrierwerkzeug
{Fig. 3) wird in die Pinole ein Zentrierbohrer
eingesetzt und die zu zentrierende Achse in
das Futter eingespannt. Sind die Achsen
dicker als die größte Spannweite des Futters,
so werden auf die Achse Ersatzbacken gesteckt
und auf diese kommt der Autorator.
Fig. 8.
An Stelle des Handbetriebs kann natürlich
auch leicht Kraftbetrieb treten, indem der
Messerkopf mit der Spindel einer Bohrmaschine
oder mit einem Elektromotor in passender
Weise in Verbindung gebracht wird.
Das Werkzeug wird von der Autorator-
Gesellschaft m. b. H. (Dresden-A., Wormser
Straße 10) hergestellt. Klßm.
Zur optischen Untersuchung von
StlmmgabeLichwlngungen.
Von F. F. Martens.
Verh. d. Deutseh. Phys. Qea. S. 8. 111. 1907.
An Stelle der üblichen Methode, Stimm-
gabelschwingungen dadurch sichtbar zu machen,
daß man Lichtstrahlen auf einen an der äußeren
Flache des oberen Endes einer Stimmgabel-
zinke befestigten Spiegel fallen laßt, schlagt
Verf. vor, in der Mitte jeder Stimmgabelzinke
an der Innenseite je einen Spiegel anzubringen
und die Lichtstrahlen zweimal hieran reflektieren
zu lassen. In der Mitte beeinflußen die
Spiegel die Stimmgabel viel weniger als am
Ende; auch erhält der Lichtstrahl vermöge der
doppelten Reflexion die doppelte Drehung, so
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Haft 19.
. Oktober 1907.
Olaatachnisehes.
205
daß diese Einrichtung also eine doppelt so
große Empfindlichkeit besitzt. Endlich hat
diese Anordnung noch den Vorzug, daß eine
Drehung der ganzen Stimmgabel, die sich beim
Anschlagen oder Anstreichen nicht ganz ver-
meiden läßt, ohne störenden Einfluß ist.
filastechnisches.
Neue einfache Spektrallampen fOr das
chemische Praktikum.
Von B. Beckmann.
ZHtsehr. f. phya. Chemie 67. 8. 641. 1907.
Um für Demonstrationszwecke und für
länger dauernde Beobachtungen gleichmäßige
Plammenfärbungen zu erhalten, hat Verf. in
froheren Mitteilungen empfohlen, die Fär-
bungen durch Zerstäubung der Lösungen vor-
zunehmen. Die Zerstäubung bewirkte er mittels
poröser Körper, welche sich in der Lösung be-
fanden und beim Durchpressen von Luft Nebel
von Lösung in die Flamme aberführten, oder
mittels Elektrolyse, bei welcher die Gas-
entwicklung dieselbe Wirkung zu erzielen ge-
Flg. 1.
stattet, oder endlich durch direkte Zerstäu-
bung der Lösung mittels Anblasens durch einen
Winkelzerstäuber nach dem Prinzip der In-
halationsapparate. Obwohl diese Apparate für
Demonstrationszwecke völlig ausreichten, hat
Verf. noch eine weitere Vereinfachung für das
analytische Praktikum angestrebt, um mit dem
eingebürgerten Platindrahtverfahren auch in
bezug auf Bequemlichkeit wetteifern zu können.
Das neue Verfahren geht auf einen Versuch
von Bunsen zurück, den dieser zur Demon-
stration der Umkehrung einer Natriumflamme
angegeben hat. Dabei ist die Zerstäubung auf
chemischem Wege ausgeführt durch Einbringung
einer Kochsalzlösung in ein. Wasserstoff ent-
wickelndes Gemisch von Zink und verdünnter
Schwefelsäure, das sich in einer Flasche be-
fand. Da das darüber geleitete Leuchtgas im
Bunsenbrenner wenig intensive Plammen-
färbung zeigte, so wurde der Transport der
Sprühnebel in die Flamme, nicht wie bei
Bunsen durch das Leuchtgas, sondern durch
die in viel größerer Menge vom Brenner an-
gesogene Luft besorgt, wodurch eine sehr gute
Flammenfärbung erhalten wurde. Die ent-
sprechende, nebenstehend abgebildete Vorrich-
tung (Fig. 1) ist einfach herzustellen und jedem
Bunsenbrenner bequem anzupassen. Über den
gewöhnlichen Bunsenbrenner a mit Zündflamme
ist der chemische Zerstäuber aus Glas b e d e
geschoben und ruht ohne Dichtung unten auf
der Reguliervorrichtung für Luftzufuhr so auf,
daß die Luftlöcher des Brenners innerhalb e
liegen. Da der Teil b des Zerstäubers eben-
falls nicht mit dem Brennerrohr abgedichtet
ist, so kann die ganze Vorrichtung leicht ab-
genommen und wieder aufgesetzt werden.
Zwei Glaswarzen f ermöglichen, den Zerstäuber
aufrecht auf den Tisch zu stellen. Zum Ge-
brauch bringt man in den U- förmigen Teil e
des Zerstäubers einige Stückchen Zink, gibt
dazu die zu untersuchende Lösung und säuert
so weit an, daß eine schwache Wasserstoff-
Flg. 2.
entwicklung entsteht, die keinen Schaum
bildet; zu starke Entwicklung gibt durch
Schaumbildung und Erwärmung eine weniger
intensive oder gar keine Färbung. Bei ge-
öffneten Luftlöchern des angezündeten Brenners
wird sofort Luft durch den Zerstäuber zur
Flamme angesogen; dadurch gelangen die
Sprühnebel in die Flamme und färben diese
infolgedessen sehr intensiv.
Der neue Zerstäuber läßt sich jedem Brenner
leicht anpassen, bei einem Brenner mit Schorn-
stein läßt sich der Zerstäuber in zwei über-
einander schiebbare Teile zerlegen, ebenso läßt
er sich durch eine kleine Modifikation leicht
so abändern, daß er in Verbindung mit einem
großen Teclubrenner benutzt werden kann.
Femer kann die Zerstäubungsvorrichtung für
elektrolytische Zersetzung eingerichtet werden
oder für Zerstäubung mit Preßluft unter An-
wendung poröser Körper; für das chemische
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206
0«werbllchM. — Patentichau.
Deutsche
Mech*nlker-ZtR.
Praktikum dürfte aber die chemische Zerstäa-
bung als die geeignetste erscheinen.
Für dauernden Gebrauch empfiehlt es sich,
Brenner aus Porzellan oder solche, wie sie leicht
aus Glas zusammengestellt werden können, in
Verbindung mit dem neuen Zerstäuber zu ver-
wenden. Fig. 2 zeigt eine solche Vorrichtung,
die mit Hilfe des Zerstäubers und einfacher
Laboratoriumshilfsmittel aus Glas, Kork und
Gummi zusammengesetzt ist.
fiewerbliches.
Elnstündige Vorlesungen
an der Handelshochischule Berlin.
Während für Studierende und Hospitanten
an der Handelshochschule Berlin bestimmte
Voraussetzungen der Zulassung vorgeschrieben
sind, können als Hörer für einstündige Vor-
lesungen Personen ohne Nachweis einer be-
sonderen Vorbildung zugelassen werden.
Die Zulassung geschieht durch Binschreibimg
auf dem Sekretariat und Entrichtung der Gebühr,
die für jede Vorlesung 10 M pro Semester be-
trägt; dem Hörer wird eine Hörerkarte aus-
gestellt.
Im Interesse des vereinfachten Geschäfts-
ganges ist auch die bloße Zusendung des
Honorars durch Postanweisung (mit genauer
Angabe der gewählten Vorlesungen) an das
Sekretariat gestattet; in diesem Falle sendet
das Sekretariat die Hörerkarie postfrei zu.
Von diesen einstündigen Vorlesungen sind
besonders zu nennen:
Marcuse, Einführung in die Instrumenten -
künde, insbesondere die Vermessung und Orts-
bestimmung, mit Übungen auf der astrono-
mischen Station der Handelshochschule und
mit Exkursionen in mechanische Werkstätten
(Montag, 7 bis 8 Uhr). Martens, Mechanische
Technologie (Sonnabend, 10 bis 11 Uhr).
Martens, Elektrizitätslehre (Donnerstag, 8 bis
9 Uhr nachm.). Osterrieth, Patentrecht (Don-
nerstag, 6 bis 7 Uhr). Leitner, Wecbselkunde
(Donnerstag, & bis 6 Uhr).
Elektromontearschale in Köln.
Am 3. Oktober begann ein neuer Quart al-
kursus dieser von der Kgl. preußischen
Regierung zugelassenen Privat - Fachschule
für Elektromon teure, Installateure, Maschinen-
meister und andere Praktiker der elektro-
technischen Branche. Lehrplan und nähere
Auskunft erhält man kostenlos vom Vorstand
der Elektromonteurschule Köln, Lüttich er Str. 8.
Patentschau.
Koinzidenzentfemungsmesser mit einem aus zwei Teilen zusammengekitteten
Scheideprisma, dessen Kittschicht den gemeinsamen Brennpunkt der beiden Objektive enthält
und mit der sich anschließenden Scheidefläche in derselben Ebene liegt, dadurch gekennzeichnet,
daß infolge Anordnimg der Eintrittsflächen des Scheideprismas parallel zueinander und senkrecht
zur Standlinie die in der Richtung der Standlinie von den Objektiven oder Objektivprismen
kommenden Büschelsysteme beide statt in vorgeschaltete Spiegelprismen unmittelbar in das
Scheideprisma eintreten, wodurch die Gefahr einer Änderung der gegenseitigen Lage beider
Bilder infolge Lagenänderung eines optischen Bestandteiles entsprechend herabgesetzt ist.
C. Zeiß in Jena. 30. 4. 1906. Nr. 175 900. Kl. 42.
1. Kreiselapparat^ dadurch gekennzeichnet, daß der Schwungkörper mit der ihn in
Drehung versetzenden Achse nur in der Rotationsrichtung fest, im übrigen aber frei einstellbar
gekuppelt ist, zum Zwecke, die selbsttätige Einstellung des Schwungkörpers in die Haupt-
trägheitsachse zu ermöglichen.
2. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 1, mit Verwendung einer karda-
nischen Gelenkverbindung als Kuppelung zwischen Achse und Schwungkörper, dadurch gekenn-
zeichnet, daß der als Zwischenglied der kardanischen Gelenkverbindung dienende Ringkörper
eine Masse besitzt, die so groß gewählt ist, daß bei Einwirkung verdrehender Kräfte Schwung-
körper und Achse durch die Trägheitswirkimg der Ringmasse mit einer ihrer Größe nach genau
bestimmten, elastisch wirkenden Kraft in ihrer gegenseitigen Lage erhalten bleiben.
H. Anschütz-Kaempfe in Kiel. 18. 6. 1905. Nr. 175 901. Kl. 42.
1. Verfahren zur Erzeugung von Gegenständen aus geschmolzenem Quarz, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schmolzgut, vorzugsweise Quarzwolle, in einer dem herzustellenden
Gegenstande entsprechenden, luftdicht abgeschlossenen und luftleer gemachten Form aus einem
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ttefk 1§.
1. Oktober 1907.
Patontschau. — Pat«ntllata.
207
Leiter zweiter Klasse zunftclist von außen und unten erhitzt und, nachdem die Form elektrisch
leitend geworden, mittels eines durch die Form hindurchgeschickten Stromes (unmittelbar elek-
trische Widerstandserhitzung) fertiggeschmolzen wird, worauf die Form der Erkaltung und die
Schmelze der Erstarrung in der Gestalt des herzustellenden Gegenstandes überlassen wird.
2. AusfOhrungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Erhitzen von unten und außen und dem elektrischen Fertigschmelzen die Form
nochmals luftleer gemacht wird. J. Bredel in Höchst a. M. 1. 10. 1905. Nr. 175 867. Kl. 82.
1. Verfahren, metallene Zubehörteile auf Quarzglasgegenständen zu befestigen»
dadurch gekennzeichnet, daß der Quarzglasgegenstand mit dem Metall umgössen wird, wobei,
da das Quarzglas eine Zusammenziehung nicht erleidet, der durch die Zusammenziehung des
Metalles nach dem Gießen entstehende Druck eine feste Vereinigung beider Teile erzeugt.
2. AusfOhrungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Quarzglaskörper an der Befestigungsstelle des Metaliteiles zunächst mit einem nachgiebigen
feuerfesten Stoffe umhüllt wird, welcher der Zusammenziehung des umgegossenen Metalles nach-
zugeben vermag. J. F. Bottomley in Wallsend-on-Tyne und A. Paget in North Cray, Kent,
Engl 13.9.1905. Nr. 176 512. Kl. 32.
Einrichtung an Yakuumglasgefäfien mit Btromeinführungsdrfthten zur Entlastung
dieser Drfthte von mechanischer Beanspruchung, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefäßwand
auf verschiedenen Seiten des Einführungsdrahtes in Form von Knöpfen, Ösen, Haken oder dgl.
heraussteht, damit man mit einer den Einführungsdraht einschließenden festen Verbindung dieser
Hervorragungen mit dem Zuleitungsdraht unmittelbare mechanische Einwirkungen auf den
Einführungsdraht unschädlich machen kann. Schott & Gen. in Jena. 7. 11. 1905. Nr. 176 847. Kl. 21.
1. Vorrichtung zur Bestimmung der Himmelsrichtungen als Kompaßersatz, dadurch
gekennzeichnet, daß zwei synchron laufende Induktoren, von denen der eine im erdmagnetischen
Felde, der andere (Generator, vorteilhaft Drehstromgenerator) in einem im Fahrzeuge fest-
liegenden Felde rotiert, Wechselströme erzeugen, deren Phasenverschiebung ein Maß für die
Kursabweichung des Fahrzeuges bildet.
2. Ausführungsform der Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
durch ein von dem Wechselstrome des Erdinduktors beeinflußtes oder — wenn pneumatisch
oder ahnlich angetrieben — reguliertes Relais der Drehstrom des Generators intermittierend
gemacht wird, so daß ein in einem Drehfeldringe drehbar gelagertes System o. dgl. oder eine
Anzahl solcher die Phasendifferenz beider Ströme und damit den Schiffskurs anzeigt. J. J. T.
C habet in Degerloch, Württemberg. 14. 2. 1904. Nr. 176 764. Kl. 42.
Patentliste.
Bis zum 16. September 1907.
Klasse: Anmeldiingen«
18. Seh. 26 825. Verfahren zur Herstellung von
nur teilweise geh&rteten Gegenständen aus
Schmiedeeisen oder aus kohlenstoffarmen,
zum Einsatz für Maschinenteile u. s. w. ge-
eigneten Stahlsorten. A. Schantze, Berlin.
28. 9. 06.
82. M. 28853. Glasblasemaschine. Millville
Machine Cy., Millville, New Jersey,
V. St. A. 80.12.05.
M. 29 999. Preß- und Blasemaschine für Hand-
betrieb zur Herstellung von Hohlglasgegen-
ständen. J. A. Miller & Co., Berlin.
20. 6. 06.
42. A. 11 680. Maschine zum Nachzeichnen oder
zur sonstigen Wiedergabe von Mustern aller
Art. American Type Founders Co.,
Jersey City, V. St, A. 11. 1. 05.
B. 44 291. Registrierapparat für gasvolu-
metrische Messungen mittels der Bewegung
einer Wand eines Hohlraumes. E. K. H.
Borchers.. Friedenau. 6. 10. 06.
E. 11 949. Als Stromschließer wirkende Fein-
meßvorrichtung. F. Fischer, Schweinfurt
a. M. 5.9.06.
G. 22 897. Vorrichtung zur Aufhebung ab-
lenkend auf die durch das Erdmagnetfeld
oder eine andere Kraft festgelegte Richtung
eines Magneten oder Magnetsystems wirken-
der Einflüsse; Zus. z. Pat. Nr. 178 528. H.
Gercke, Berlin. 14.4.06.
K. 29 700. Verfahren zur Bestimmimg des
Wertes einer gegebenen oder zu erzeugenden
Farbe mit Hilfe dreier gegeneinander ver-
stellbarer, mit den Grundfarben Rot, Gelb,
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208
Patentlitt«.
Denteehe
MechJtnlkw-Ztg.
Blau in stufenweiser Abtönung versehener,
durchsichtiger Platten. F. V. Kailab, Offen-
bach a. M. 7. 6. 05.
0. 5479. Optischer Basisentfemungsmesser.
C. P. Goerz, Friedenau-Berlin. 19. 12. 06.
P. 19964. Vorrichtung zum Aufzeichnen von
Diagrammen der Lauffl&chen von Rädern
aller Art. D. Patterson, Denver, Colorado,
V.St.A. 27.5.07.
44. 8. 24 281. Platinmohrfeuerzeug mit einem
fUr sich abschließbaren Bronnstoffbehalter
und einer gesonderten Kammer fQr die Zünd-
vorrichtung. 6. Salomonsohn, Berlin.
8. 8. 07.
67. G. 24183. Vorrichtung zum Binschleifen
von Rillen und Fugen in Glasplatten. N.
Kinon, Aachen. 10. 1. 07.
Erteilungen.
21. Nr. 189 905. Verfahren zur Herstellung eines
Vakuums durch Binführung geringer Mengen
von Dampfen organischer Körper in die ver-
mittels mechanischer Pumpen vorentlüfteten
Glühlampen. P.Friedrich, Berlin. 30.8.06.
Nr. 190086. Verfahren und Vorrichtung zum
Messen des absoluten Wertes der Selbst-
induktion bei Telegraphen- und Fernsprech-
leitungen. Kabelwerk Rheydt, Rheydt,
16. 2. 06.
Nr. 190 087. Anordnung zur Eichung von Wech-
selstrommeßgeräten. Siemens & Halske,
Berlin. 24. 2. 06.
Nr. 190187. Stahlhärtemesser; Zus. z. Fat. Nr.
184 817. E. Lutz, Stuttgart, u. R. Mützky,
Priebus i. Schi. 20. 10. 05.
Nr. 190188. Verfahren und Vorrichtung zur
Messung magnetischer Eigenschaften. E.
Haupt, Kolberg. 4. 10. 06.
Nr. 190 189. Blektrizit&tsz&hler für Gleichstrom
mit permanentem Magneten und einem in
dessen Felde oszillierenden Anker. W.
Meyerling, Charlottenburg. 24.11.06.
Nr. 190462. Verfahren und Vorrichtung zur
Femübertragung von Bildern, Photographien
und anderen Flächendarstellimgen mittels
Selens. E. Liebreich, Berlin. 5.5.06.
Nr. 190 464. Elektrische Femübertragung von
Bildern unter Auflösung des Bildes in mehr
oder weniger dicht gruppierte Punkte, die
auf dem Empfangsapparat mittels eines
Schreibzeuges wieder zu einem dem Original
gleichen Bilde vereinigt werden. E.Frikart,
Mülhausen i E. 9. 12. 06.
Nr. 190 467. Elektrizitätszähler für Gleichstrom
mit permanentem Magneten und einem in
dessen Felde angeordneten Anker. W.
Meyerling, Charlottenburg. 24.11.06.
Nr. 190 468. Drehstromz&hler für beliebig be-
lastete Phasen. Isaria-Zähler*Werke,
München. 27. 11. 06.
Nr. 190 473. Quecksilberdampflampe. B. Ji-
rotka, Berlin. 13. 4. 06.
Nr. 190474. Fixpunkt-Metalldampfbogenlampe.
F. Debus, Berlin. 21. 6. 06.
Nr. 190 651 u. Zus. 190 652 u. 190653. Vor-
richtung zur Messung des jeweiligen Standes
der Ladung oder Entladung einer Akkumu-
latorenbatterie. A. Gese, Bremen. 8.11.06,
11. 12. 06, 5. 2. 07.
22. Nr. 190 658. Verfahren zur Herstellung eines
Klebstoffes aus Kasein. A. Bernstein,
Berlin. 24.9.05.
30. Nr. 189 958. Verschluß für KapUlarröhren
mit unebener Bmchfläche; Zus. z. Pat. Nr.
185213. Gilliard, P. Monnet& Cartier,
Paris. 1.2.07.
82. Nr. 190 226. Verfahren zur Herstellung von
Quarzglasgegenstanden. J. B r e d e 1 , Höchst ^
a. M. 9.9.06.
42. Nr. 189 980. Apparat zum Beschauen mikro-
skopischer Präparate. H. Lebrun, Brüssel.
24. 9. 05.
Nr. 189981. Einrichtung an monokularen op-
tischen Instrumenten zur Vermeidung des
Ermüdens des nicht beobachtenden Auges.
C. P. Goerz, Friedenau-Berlin. 14. 9. 06.
Nr. 190093 u. Zus. 190094. Hydrostaüsches
Differentialmanometer mit in eine Trag-
flüssigkeit eintauchendem Schwimmkörper
zum Messen von Dmckdifferenzen zweier
beliebiger Gase oder Dampfe. J. v. Geldern,
Düsseldorf. 28. 2. 05 u. 15. 5. 06.
Nr. 190 240. Vorrichtung zur Bestimmung von
Bestandteilen von Gasgemischen durch Ab-
sorption in einer Flüssigkeit. Ströhlein
& Co., Düsseldorf. 8. 7.06.
Nr. 190 285. Wassertiefenmesser in Form einer
abgeschlossenen Röhre, in welche durch
eine oder mehrere Einlaufröhren dem Tiefen-
dmck entsprechend Wasser eindringt. P.
Henze, Lehe. 6. 6. 06.
Nr. 190 507. Instrament zum Zeichnen von
Buchstaben und Zahlen, bei welchem auf
einer Platte ein mit Zeiger versehenes
Lineal drehbar angeordnet ist W. 0. B e e r e ,
Wellington, Austr. 21. 4. 06.
Nr. 190 510. Kreisteilapparat mit einer Kreis-
scheibe und einem angebauten Arm, dessen
eine Seite radial zum Scheibenmittelpunkt
lauft und mit einer Teilung zum Ablesen
und Einstellen des Apparats auf den ge-
wünschten Radius versehen ist. A. Heini-
mann, Bellinzona, Schweiz. 14.12.06.
Für die Redaktion Terantwortlich : A. Blaschke in Berlin W.
Verlag yon Jullns Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin BW.
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Deutsehe Meehanlker-Zeltung,
Beiblatt zur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ für die gesamte Olasinstrumenten - Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik«
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 20.
15. Oktober.
1907.
Nachdruck nur mit Genehmigung: der Redaktion gestattet.
Das Selen und seine Anwendung in der Femphotographie.
Nach einem Vortrage,
gebalten in der Abteilung Berlin der Deutschen Gesellschaft f(ir Mechanik und Optik
am 28. Mai 1907.
Von Dr. Br. Qlatzel In Berlin.
Es ist nun noch die Verwendung des Lichtrelais in der tatsächlichen Ausführung
der Kompensationsschaltung der Selenzellen zu besprechen.
Wir hatten die beiden Selenzellen Sei ^^^ ^^2 ^^ gegeneinander geschaltet,
dafi sich ihre Trägheit praktisch ausreichend aufhob. Beide Zellen wurden dabei nach
der anfangs stillschweigend
^l•l
Hl
4iF"'H|iH
Fig. 14.
gemachten Voraussetzung
gleichzeitig und bei Aufein-
anderfolge mehrere Töne in
gleichem ZeitmaS belichtet.
Um die jeweils günstigsten
Verhältnisse für die Kompen-
sation zu erreichen, mußte
ferner die Belichtungsstärke
der Kompensationszelle Se^
unabhängig von der der Geberzelle Se^ veränderlich sein. Korn erreichte dies
durch die in Fig, 14 dargestellte Anordnung. Die Belichtung der Kompensations-
zelle erfolgt hierbei durch die Nemstlampe J^ unter Zwischenschaltung eines Licht-
relais N 8, welches in der Brücke in Hintereinanderschaltung mit der Femleitung s^ 82
und dem Lichtrelais N^ S^ der Emp-
fangsstation liegt. Wird Se^, die Qeber-
zelle, belichtet, so wird das Brücken-
gleichgewicht gestört und ein ent-
sprechender Strom fließt durch die
Brücke und damit durch das Lichtrelais,
wodurch eine entsprechende Belich-
tung von 862 bewirkt wird. Da bei sehr
kurzen Belichtungen die wenn auch ge-
ringe Trägheit des Lichtrelais bereits von Einfluß ist, so wird infolge dieser Trägheit
862 etwas später als Se^ belichtet, die beiden Kurven der Fig, 9 sind also zeitlich
ein klein wenig gegeneinander verschoben, und die Kurve des Brückenstromes, gleich
der Differenz der beiden Zweigströme in Se^ imd 5^oi erhält eine etwas andere Gestalt
{Fig. 15). Der erste Anstieg von C, welcher allein nach dem früher Gesagten bei der
Femphotographie in Betracht kommt, wird etwas erhöht. Wir erhalten also bei sehr kurzen
Belichtungen einen zusätzlichen Strom und daher im Lichtrelais eine zusätzliche Be-
schleunigung. Infolgedessen kommt eine sehr kurze Belichtungsänderung noch zum
Ausdruck, die andernfalls verloren gehen würde. Ähnlich ist die Wirkung der zeit-
lichen Verschiebung bei Verdunkelung, wo das Lichtrelais eine Beschleunigung
im entgegengesetzten Sinne erfährt. Wir sehen also, daß durch die Verwendimg des
Lichtrelais in der Kompensationsschaltung und durch die indirekte Belichtung der Kom-
10 »im = 0,037 Sek.
Fig. 15.
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210
Br. Glatzel, Das Selen und seine Anwendung In der Pernphotographie.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
pensationszelle neben der Regulierbarkeit der Belichtungsstärke auch der für die prak-
tische Pernphotographie wichtige Vorteil gewonnen wird, daß auch noch sehr schnelle
und schwache Belichtungsänderungen bezw. Tönungen im Bilde wiedergegeben werden.
Die neueste Ausführung der Kompensationsschaltung^) (s. auch Fig. 17) ist der-
art, daß sich sowohl 8e^ als auch 8e2 auf der Gebestation befinden, während früher
862 auf der Empfangsstation war. Diese neue Anordnung bietet im praktischen Betriebe
in Bezug auf die Einstellung der Kompensation, wie ohne weiteres ersichtlich, wesent-
liche Vorteile und ermöglicht auch der Gebestation, die Bildübertragung zu kontrollieren,
da ja das Lichtrelais N 8 dieselben Bewegungen ausführt, wie das Lichtrelais N^ 8^ der
Empfangsstation.
Die Art der Belichtung von Seg durch die Nemstlampe mittels des
Lichtrelais veranschaulicht Fig, 16, Die Selenzelle 862 befindet sich an Stelle der
Hinterwand eines oben und unten mit Spiegeln 8pi imd 8p2 versehenen Kastens, dessen
Vorderwand von runden Glasstäben gebildet ist. Auf dieser Vorderwand wird durch
die Linse L^ das Aluminiumblättchen des
Lichtrelais als Schatten abgebildet.
Fließt durch das System kein Strom, so
fällt auch kein Licht von der Nemst-
lampe J auf die Selenzelle. Im anderen
Fall wird je nach der Bewegung des
Schattens der Aluminiumblende .mehr
oder weniger Licht auf die Vorderfläche
des Kastens auffallen. Durch die Glas-
stäbe, welche als Zylinderlinsen wirken,
wird in Verbindung mit den Spiegeln
Flg. 16.
Sp^ und 8p2 stets das Licht gleichmäßig über die ganze Fläche der Selenzelle verteilt,
auch wenn nur ein Teil der Vorderfläche für den Durchgang des Lichtes freigegeben
Wg. 17.
ist. JeJ^nach^der' Größe dieses Teiles ändert sich die Stärke der Belichtung der Selen-
zelle. Diese gleichmäßige Verteilung des Lichtes über die gesamte Fläche der Selen-
0 A. Korn, E. T. Z. 28, 8. 808. 1907.
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Heft 20.
15. Oktober 1907.
Br. Glatzel, Das Selen und seine Anwendung in der Pemphotographie.
211
seile i8t aus dem Grunde von großer Wichtigkeit, weil bei Belichtung von nur einzelnen
Teilen der Selenfläche die Trägheitskurve der Zelle einen anderen und mit der Be*
lichtung stark veränderlichen Verlauf zeigen würde, was wiederum der Ausfuhrung der
Kompensation große Schwierigkeiten bereitet.
Nachdem wir im Vorstehenden die wissenschaftlichen Grundlagen der Korn sehen
Pemphotographie kennen gelernt haben, wollen wir nunmehr dazu übergehen, die
Stationen selbst und die im praktischen Betriebe erhaltenen Resultate zu betrachten. Die
Fig, 17 stellt eine Gebestation und eine Empfangsstation dar.
Die Gebestation,
Von der telegraphisch zu übertragenden Photographie wird zunächst ein Dia-
positivfilm von der Größe 13 X 24 cm hergestellt. Dieser durchsichtige Film wird auf
die Glastrommel 11 aufgelegt, welche sich innerhalb des Gebezylinders 18 bewegt. Vor
dem Gebezylinder befindet sich eine Nemstlampe 16, deren Licht mittels der Linsen 17
und IS auf einen Punkt des Films 11 vereinigt wird. Nach der punktuellen Durch-
dringung der letzteren fällt das Licht auf ein totalreflektierendes Prisma 19, von welchem
es auf die Fläche der am Boden des Gebezylinders angebrachten Selenzelle 2 geworfen
wird. Dieses Licht ist je nach der Durchlässigkeit der Films an der durchleuchteten
Stelle stärker oder schwächer. Infolgedessen ändert die Selenzelle ihren Widerstand
und ein der Tönung entsprechender Stromstoß geht in die Femleitung 7. Wird nun
die Trommel 11 durch eine Schraubenspindel 14 unter Zwischenschaltung einer Zahn-
radübersetzung von dem Motor 13 unter steter Umdrehung allmählich nach oben bewegt,
so beschreibt der Lichtpunkt auf dem Gebefilm eine Spirallinie. Punkt für Punkt des
Bildes wird auf diese Weise abgetastet und seine Tönung durch die Selenzelle in einen
entsprechenden Strom verwandelt, welcher zur Empfangsstation geht. Dieses Verfahren
der punktuellen Zerlegung eines Bildes zum Zwecke der Fernübertragung ist zuerst
von Bake well angewendet worden. Die Selenzelle 3 stellt die Kompensationszelle
dar, welche mittels des Lichtrelais 5 durch die Nemstlampe 36 in der uns bekannten
Weise belichtet wird. 1 ist die Akkumulatorenbatterie, welche zum Betriebe der Selen-
zellen dient. Die Nase 34 am Gebezylinder und der am Gehäuse befestigte Schalter 6
sind die Teile der Synchronismuseinrichtung der Gebestation, welche wir weiter unten
im Zusammenhang mit denen der Empfangsstation besprechen werden.
Die Empfangsstation.
Auf der Empfangsstation befindet sich die der Gebetrommel entsprechende
Empfangstrommel 20, auf welche der lichtempfindliche Film von der Größe 9 X 12 cm
aufgelegt ist. Das von der Nemstlampe 26 kommende und durch das Lichtrelais 9 in
seiner Stärke regulierte Licht wird von dem Aufnahmeobjektiv zu einem feinen Punkt
auf dem Aufnahmefilm zusammen-
gezogen. Wie wir wissen, ist die
Helligkeit dieses kleinen Punktes
abhängig von der Stromstärke in
der Fernleitung und mithin auch
von der jeweiligen Tönung der ein-
zelnen Punkte des Gebefilms.
Diesen letzteren entsprechen daher
auch die Belichtungen der ein-
zelnen Punkte des Aufnahmefilms.
Die Aufnahmetrommel wird durch
den Motor 26 unter Zwischen-
schaltung eines Getriebes 24 längs
einer Scbraubenspindel 29 gedreht
und gleichzeitig verschoben, so daß der Lichtpunkt der Linse 28 ebenfalls eine Spirallinie auf
dem Aufnahmefilm beschreibt. Damit nun stets jedem Punkt des Geberbildes der richtige
Punkt auf dem Empfangsbild entspricht, muß dafür Sorge getragen werden, daß die Geber-
trommel JJ und die Empfangstrommel 50 genau synchron rotieren. Korn erreichte dies
auf folgende einfache Weise ^): Der Motor 55 der Empfangsstation wird so einreguliert,
StaäwtL
Staäjonir.
Brde
Fig. 18.
') Thys. Zntschr. 5. S. ^5. 1904; 8. S. 119. 1907.
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212
Br. Glatzel, Das Selen uad seine Anwendung in d«r Pernpfaotographie.
DeQtsehe
Mechaniker-Ztg.
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daß er und somit auch die Walze ^ um etwa 1 7o schneller läuft als der Motor der
Sendestation. Die Aufnahmetrommel 20 ist mit dem Motorgetriebe durch eine Reibungs-
kuppelung 22y 23 verbunden. Mittels eines Magneten ä2, der einen Haken trftgt,
welcher über eine entsprechende Nase an die Kuppelungsscheibe .9S greift, wird dann
nach jeder Umdrehung die Walzet um den Betrag der Voreilung zurückgehalten, so
daß der Verschiebungsfehler der einzelnen Punkte des Empfangsbildes gegenüber denen
des Geberbildes 1 ^/^ nicht übersteigen kann. Der Magnet 52 Wg wird unter Zwischen-
schaltung eines empfindlichen polarisierten Relais N8 m^ h^ {Fig. 18) der Station II von der
Station I aus betätigt und zwar über dieselbe Fernleitung L, welche zum Photographieren
dient, in folgender Weise. Durch die Lokalbatterie e auf Station II wird der Anker h^
mit Haltehaken dauernd von dem Magneten m^ angezogen. Sobald nun die Nase p
der Kuppelungsscheibe nach einer Umdrehung an den Haken kommt, wird sie festge-
halten und zwar so lange, bis von Station I, betätigt durch die Nasen d^ de,, welche
sich am Gebezylinder befinden (s. a. 34 u. C, Fig. 17), der Synchronismusstromstoß kommt.
Dieser zieht den Anker Äg mittels des Magneten m^ an und öffnet dadurch den Strom-
kreis des Magneten Wg, so daß die Nase p wieder freigegeben wird. Der Synchro-
nismusstoß erfolgt stets an derselben Stelle des Gebezylinders ; die Nase p bezw.
die Aufnahmetrommel wird also um so länger festgehalten, je größer die Voreilung
der Walze A2 gegenüber A^ ist. Wäre kein Unterschied in den Tourenzahlen beider
Motore vorhanden, so würde in demselben Augenblick, in welchem die Nase j) fest-
gehalten werden soll, auch der Synchronismusstrom eintreffen, welcher sie wieder frei-
macht, so daß keine Hemmung der Walze
A2 erfolgen würde. Praktisch ist dies aber
nicht ausführbar infolge der Tourenschwan-
kungen der Motore, und daher läßt man stets
den Motor der Station II etwas schneller
laufen. Da der Synchronismusstrom an Stärke
die photographischen Linienströme beträcht-
lich übertrifft, so wird in dem Augenblick
des Synchronisierens das Empfangsgalvano-
meter g ausgeschaltet, um es vor Beschädi
gungen zu schützen. Die an der Kupp-
lungsscheibe A2 angebrachte Nase ig
stößt gegen einen kleinen Hebel Zg, welcher
dann die Fernleitung L vom Kontakt c^
ab- und auf Cg zum Synchronismusrelais
schaltet. In der Photographie ist dies nicht
bemerkbar, da die Synchronismuskorrektur
an den Anfang des Films verlegt ist. Die Einregulierung der Motore auf den beiden
Stationen I und II erfolgt mittels der Frequenzzeiger oO und 31 {Fig. 17) , deren
Einzelheiten aus Fig. 19 ersichtlich sind. Der" von Schleifringen der Anker der An-
triebsmotore abgenommene Wechselstrom fließt durch die Spule v und magnetisiert den
Magneten ^i entsprechend seiner Periodenzahl. Oberhalb des Magneten ^i befinden sich
3 Federn jy^ ^^ %* deren Schwingungsdauer auf 99, 100 und 101 Wechsel pro Sekunde
abgeglichen ist. Je nach der Frequenz des Wechselstromes wird die eine oder die andere
Feder zum Mitschwingen veranlaßt, so daß man an der Skala des Frequenzmessers bei
den verschiedenen Umdrehungszahlen des Motors die Bilder a ß y i erhält. Der Motor
der Empfangsstation wird nun z. B. nach J, derjenige der Gebestation nach a ein-
reguliert. Mittels dieser einfachen Instrumente kann man also leicht mit großer Genauig-
keit die gewünschte Tourendifferenz für die Motoren beider Stationen herstellen und
aufrecht erhalten. (Schluß folgt)
Do
DD
u
99
J9^«
99 '^4
D
-
D
Fig. 19.
Anmeldung zur Aufnahme in den
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.:
Hr. Dr. W. Hort, Technischer Direktor
von Voigtlaender & Sohn, A.-G.; Braun-
schweig.
D. G. f. M. u. O. Abt. Berlin, E. V.
Sitzung vom 1. Oktober 1906. Vorsitzender:
Hr. W. Handke.
Nachdem der Vorsitzende die zahlreiche
Versammlung am Beginne der neuen Arbeits-
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Heft 20.
15. Oktober 1»07.
Vereins« u. Personennachrichten. — FUr Werkstatt und Laboratorium.
213
Periode begrüßt hat, teilt er mit, daß am
heutigen Tage Hr. August Hannemann das
Jubiläum seiuer 40-jahrigen Tätigkeit bei der
Firma Franz Schmidt & Haensch feiere;
der Vorstand habe nicht unterlassen, dem be-
währten Vergnügungsrat und beliebten Fach-
genossen die besten Glückwünsche namens der
Abt. Berlin unter Darbringung einer Blumen-
spende auszusprechen.
Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein spricht
über die bisherigen Versuche der Reichsanstalt
zur Verbesserung der Methoden der Metall-
färbung.» (Vgl. dieBe ZHtBchr, 1907. 8, 175) An
den Vortrag schließt sich eine Besichtigung
der Probestücke, deren Färbung leider beim
Gasglühlicht nicht voll zur Geltung kam, und
eine sehr ausgedehnte Besprechung, insbeson-
dere über die Benennung der verschiedenen
Kupferlegierungen.
Auf eine Anregung von Hrn. E. Toussaint,
die Inhaber der Werkstätten machten noch
mehr als bisher zur Ablegung der Gehilfen-
prüfung veranlassen, und die Handwerkskammer
möge Gehilfen, die schon längere Zeit als solche
tätig sind, die Anfertigung des Probestückes
erlassen, antwortet der Vorsitzende in ein-
gehender Darlegung und sagt Berücksichtigung
dieser Anregung zu.
Der Vorsitzende teilt mit, daß mehrere
Gesuche um Lehrstellen vorliegen, und bittet
um Anmeldung etwaiger Vakanzen.
Zur Aufnahme haben sich gemeldet: Glüh-
lampenfabrik der A. E. G. und Hr. H.Koch,
Technischer Sekretär beider Phys.-Techn. Reichs-
anstalt Bl
Zwelgrerein Hamburg- Altona. Sit-
zung vom 1. Oktober 1907. Vorsitzes der :
Hr. Dr. Krüß.
Hr. E. Gollmer hält einen Vortrag über
elektrische Meßinstrumente und die Bestimmung
der Fehler an elektrischen Kabeln und Leitungen.
Nach Erläuterung des Konstruktionsprinzips der
Instrumente, welche zur Bestimmung von Strom-
stärken und des Widerstands elektrischer Leitun-
gen dienen, wobei insbesondere das Siemenssche
Univorsalgalvanometer hervorgehoben wird, er-
läutert der Vortragende die für die Praxis in
Betracht kommenden Methoden, durch welche
auch auf langen Leitungen der Ort, an weichem
sich eine Beschädigung befindet, mit erheb-
licher Genauigkeit nachgewiesen werden kann.
Die Ausführungen wurden durch Vorführung
von Instrumenten und Vornahme von Messungen
mit denselben erläutert.
Zum Schluß berichtete der Vorsitzende
über den Verlauf des am 1. und 2. August in
Hannover stattgefundenen Deutschen Mecha-
nikertages, welcher sich durch hervorragend
belehrende Vorträge, wichtige Verhandlungen
und gelungene Veranstaltungen des Ortsaus-
schusses auszeichnete. H, K.
Fflp Werkstatt
und Labopatopium.
Bohrwerkzeug.
Engineering 84. ßf. 38L 1907.
Hrn. F.Thomas in Wigan ist durch eng-
lisches Patent ein Werkzeug geschützt, das
dazu bestimmt ist, lange Löcher, z, B. in Metall-
achsen, herzustellen. Der Halter a ist der
Länge nach durchbohrt und hat an der Stirn-
fläche seines Kopfes d^ eine Nut, in welche das
Bohrmesser eingepaßt ist. Letzteres wird mit
einem durch den Halter gehenden Bolzen c
durch einen Keil verbunden und mitteis einer
Sechskantmutter am Halter festgespannt. Der
Kopf des Halters ist ein wenig kleiner als das
Messer und mit Aussparungen a^ versehen, um
den Bohrspänen Platz zum Austreten zu geben.
Die Messer können zum Schleifen leicht aus-
gewechselt werden. WLßm.
Elektromasrnetlsches Spannfutter
für Gleichstrom.
Von Siemens & Halske A.-G,
Wemerwerk in Berlin -Nonnendamm.
In Werkstätten, wo das Schleifen gu8-
eisemer Arbeitsstücke häufig vorkommt,
ist, da das allgemein übliche Aufspannen
derartiger Stücke auf der Schleifmaschine
Schwierigkeiten bietet und die Benutzung
besonderer Vorrichtungen notwendig macht,
die Verwendung eines elektromagnetischen
Spannfutters von großem Vorteil.
Das elektromagnetische Spannfutter be-
sitzt einen Hebelschalter zum Ein- und
Ausschalten des Stromes. Da das Schleifen
meist nur vorgenommen wird, wenn es
sich darum handelt, wenig Material zu ent-
fernen, wie beispielsweise bei Beseitigung
von Unebenheiten des Gusses, so genügt
eine verhältnismäßig geringe mechanische
Kraft zum Festhalten des Stückes. Infolge-
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214
PQr Werkstatt und Laboratorium. — Glastechnisches.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
dessen ist auch der Strombedarf ein sehr
geringer.
Durch Öffnen des Schalters kann das
Arbeitsstück von dem Spannfutter leicht ent-
fernt werden.
Das elektromagnetische Spannfutter, das
zum direkten Anschluß an Gleichstromnetze
von 110 und 220 Volt Spannung geliefert
wird, läßt sich, wie aus der Abbildung er-
zu achten ist, daß sich das untere Ende min-
destens 10 cm über dem Wassereinlauf des
Wasaerbades befindet. Der Schenkel C wird
mittels eines Kautschukschlauches mit dem
Abflußrohr des Kühlers verbunden und die
MünduDg D mit dem Binlaufrohr des Wasser-
bades ; bei B fließt dann das Wasser ab. Wegen
der Verengung bei D fließt nur eine bestimmte
Menge Wasser konstant in das Wasserbad,
sichtlich, auf einfache Weise auf dem Tisch
der Schleifmaschine befestigen. Die Auf-
spannfläche ist 350 X 200 mm groß.
Zur Bearbeitung von stählernen Gegen-
ständen, z. B. von Werkzeugen, empfiehlt
sich die Verwendung eines derartigen Spann-
futters nicht, da in den betreffenden Gegen-
ständen stets Spuren von Magnetismus
zurückbleiben, welche sich schwer wieder
entfernen lassen.
Giastaohnisohas.
/^=?
WasserTerteilungsapparat.
Von Ing. A. Wagner, Graz.
Chem.'Ztg, 31. S. 374. 1907,
Der nebenstehend abgebildete Apparat dient
dazu, um die Speisung eines Wasserbades und
eines Kühlers mit einem
Wasserhahn ohne über-
flüssige Wasserverschwen-
duDg durchführen zu kOnnen.
Der Apparat besteht aus
zwei Glasröhren von etwa
8 mm innerer Lichtung und
mindestens 1 mm Wand-
stärke, welche durch eine
dritte ebensolche Glasröhre zu
einer H -Form verbunden sind. Der Apparat ist auf
einem Holzbrettchen befestigt und wird an dem
Arbeitstisch möglichst senkrecht über einer
Wasserabflußstelle angebracht, wobei darauf
n
n
während der Überschuß durch das Verbindungs-
stück und das Bnde B abläuft.
Die Vorrichtung ist von der Firma Ver-
einigte Fabriken für Laboratoriums-
bedarf (Berlin N, Scham horststr. 22) zu be-
ziehen. Wb.
Gebrauchsmuster.
Klasse:
30. Nr. 315 313. Verschluß für Spritzflaschen.
R.Pictet&Co., Wilmersdorf-Berlin. 4. 7. 07.
Nr. 316 234. Thermometerhülse aus Glas zum
Schutze gegen Übertragung ansteckender
Krankheiten. 8. Fackenheim, Cassel.
26. 7. 07.
Nr. 316 969. Irrigator mit Wärmemesser. H.
Rausch, Düsseldorf. 29. 7. 07.
34. Nr. 315 671. Wand- Wetterwarte mit Hygro-
und Barometer, Maximum- und Minimum-
thermometer nach 8ix, Spiegel- und Photo-
graphienhalter. J.Finder, München. 1.8.07.
42. Nr. 315 225. Zylindrisches Hohlglas, Kugel
und Kegel als Lehrmittel zur Veranschau-
lichung des Verhältnisses des Inhalts einer
Kugel zu dem eines Zylinders und Kegels.
F. W. Günzel, Kötzschenbroda. 11. 6. 07.
Nr. 315 548. Apparat zur Zuführung stets
gleicher, den Atomgewichten entsprechender
Mengen von Reagensflüssigkeiten zu be-
stimmten Mengen chemisch zu untersuchen-
der Substanzen durch eine Hahndrehung.
J. Jacoby, Hüthum b. Emmerich. 20.7.07.
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Heft 20.
15. Oktober 1007.
GlaatechnlachM. — Patentichau.
216
Nr. 315871, Branntweinheber für Alkohol-
ennittelung. J. Winter, Bad Bothenfelde.
23. 7. 07.
Nr. 316 400. Pr&zisionsbarometer mit durch
Thermometer beweglicher Skala. B.B r o n n e r ,
Sackingen a. Rh. 5. 4. 07.
Nr. 316 426. Butyrometer. C. 6. F. Abend-
roth, Geechwenda i. Th. 26. 7. 07.
Nr. 316 779. Im Kapillarrohr mit einem von
der Meßflttssigkeit umspülten Kohlenfaden
versehenes Femthermometer. F. Haack,
Wien. 17. 8. 07.
Nr. 317 067. Aräometer zum Messen von
64
Flüssigkeiten von bestimmter Konzentration.
F. Schmidgall, Offenbach a. M., u. G.
Mann, Frankfurt a. M. 7. 8. 07.
Nr. 317156. Barometer. R. Markmann,
Hamburg. 29. 7. 07.
Nr. 316 629. Doppelwandiges, einen luft-
leeren Raum umschließendes Gefäß aus
Glas o. dgl. mit einer den oberen Rand des-
selben schützenden Kappe. Thermos-
Gesellschaft, Berlin. 17. 8. 07.
Nr. 317 236. Konisch geformter Verschluß-
pfropfen aus Glas, Porzellan, Ton u. s. w.
J. Frankenstein, Schöneberg. 27.8.07.
Patantsohau.
Röntgenröhre» dadurch gekennzeichnet, daß die Anode mit der Antikathode durch
eine Vakuumröhre verbunden ist, zum Zwecke, trotz einer anodischen Verbindung der Anti-
kathode eine Entladung von Strömen falscher Richtung Über die Antikathode und so ein Zer-
stäuben derselben zu vermeiden. H. Bauer in Berlin. 19. 4. 1905. Nr. 177666. Kl. 21.
1. Verfahren und Vorrichtung zur Messnng von Lichtstarken mit Hilfe einer Selen-
zelle, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Selenzelle und der Lichtquelle ein Lichtfilter
von abgestufter Durchlässigkeit selbsttätig so eingeschaltet wird, daß die Beleuchtung der Selen-
zelle einen annähernd konstanten Wert erhält.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Selenzelle in eine Wheatstonesche Brücke eingeschaltet ist und beim Ausschlagen des
Galvanometers aus der NuUage unter Vermittlung von Relais, eines durch ein Uhrwerk ange-
triebenen Zahnrädergetriebes oder dgl. den Lichtfilter von abgestufter Durchlässigkeit so weit
dreht, bis wieder der konstante Wert der Beleuchtung erreicht ist, wobei die Größe der
Drehung ein Maß für die Lichtstärke bildet. K. Hoecken in Darmstadt. 25. 3. 1906.
Nr. 177 066. KL 42.
Galyanometer, gekennzeichnet durch die Anwendung einer oder mehrerer zusätzlicher
Rückführungs federn, deren eines Ende an der Welle des beweglichen Systems befestigt ist,
wahrend das andere Ende frei ist und von einem festen Anschlag erst in dem Augenblick fest-
gehalten wird, wo das bewegliche System des Instrumentes eine Grenzstellung erreicht hat,
über welche hinaus der Empfindlichkeitsgrad des Instrumentes schwächer sein soll. J.Richard
in Paris. 26. 4. 1906. Nr. 178 860. KI. 21.
Tellariam mit einer die beschattete Erdseite darstellenden Schattenkappe und mit
einer die Sonnenstrahlen darstellenden Stange, dadurch gekennzeichnet, daß die Schattenkappe
an der Erdachse universal gelagert und mit der Stange, welche immer zur Sonne zeigt, ver-
bunden ist. Harlinghausen & Pohlmann in Rheda, Bez. Minden. 24. 1. 1906. Nr. 177 932. Kl. 42
Schleif- oder Poliermittel» gekennzeichnet durch eine Mischung von Braunkohlen-
fiugasche mit Fettsäuren u. dgl. Levett & Findeisen in Leipzig - Plagwitz. 25. 11. 1904.
Nr. 177 593. Kl. 67.
Verfahren zur Hervorhr ingang oszillierender Bewegungen eines Magneten oder
seines Ankers oder des Magneten und seines Ankers, gekennzeichnet dadurch, daß man zwischen
Anker und Magnet in Abständen paramagnetische Massen rotieren läßt, welche Änderungen des
magnetischen Widerstandes im Kraftlinienweg hervorrufen. E. Wagmüller in Gr.-Lichterfelde.
20. 2. 1906. Nr. 177 668. Kl. 21.
Entfemnngsmessery bestehend aus zwei Femrohren mit gemeinsamem Okular und
gerader, zur Standlinie senkrechter Grenzlinie zwischen den beiden Bildern und aus einer Vor-
richtung zur Verschiebung des einen Bildes in der Richtung der Standlinie, dadurch gekenn-
zeichnet, daß eins der beiden Bilder in der Richtung der Standlinie umgekehrt ist, so daß man
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216
Patentschau. -- Patentlitte.
D«atiche
Mechanlker-Ztg.
mittels der Verschiebung des einen Bildes den dem Objekt entsprechenden Biidteiien eine sym-
metrische Lage zur Grenzlinie geben und dann wie beim Koinzidenzmeßverfahren aus der
Stellung der Verschiebungs Vorrichtung auf die Entfernung des Objekts schließen kann. C. Zeiß
in Jena. 2. 8. 1905. Nr. 175 903. KL 43.
Gyroskopkompafi mit elektrischem Antrieb der rotierenden Masse durch Mehrphasen-
strom, dadurch gekennzeichnet, daß die aus einem lameliierten Eisenring ohne Wicklung von
ganz glatter Oberfläche bestehende rotierende Masse von einem Stator in Rotation versetzt
wird, welchem der Mehrphasenstrom durch Transformatoren zugeführt wird, deren Sekundär-
spule nur mit dem drehbaren Teil des Gyroskops zusammenhängt und mit diesem frei beweglich
ist. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 20. 7. 1905. Nr. 176 052. Kl. 42.
Patantiiste.
Bis zum 30. September 1907.
Klasse: Aameldmigeii,
21. H. 39 706. Verfahren zur Übertragung von
Tönen mittels elektrischer Wellen. H. Hei-
nicke, Steglitz. 16. 1. 07.
Seh. 26949. Elektrisches Drehspul - Meßin-
strument. A. Schortau, Braunschweig.
11. 1. 07.
Seh. 28075. Verfahren zur Herstellung von
schwingenden Teilen elektrischer Meßgeräte.
A. Schoeller, Frankfurt a. M. 10. 7. 07.
80. R. 23110. Schreibvorrichtung für den Ortho-
rOntgenographen. Ver. Elektrotechn.
Institute Frankfurt- Aschaffenburg,
Aschaffenburg. 31. 7. 06.
42. B. 46 453. Sphärisch, chromatisch und
astigmatisch korrigiertes photographisches
fünf linsiges Objektiv. C. Beck u. H. C.
Beck, London. 18. 5. 07.
F. 22 978. Zusammenlegbares Opernglas mit
einem aus einem Deckel und durch eine
Feder in Verschlußstellung gehaltenen seit-
lichen Klappen bestehenden Gehäuse. P.
Ficker & Co., Nürnberg. 8. 2. 07.
F. 22 980. Verfahren zur Bestimmung von
Durchbiegungen vertikal belasteter Balken
mittels Faden und Schnurrolle. M. F i e b i g ,
Breslau. 9. 2. 07.
G. 23132. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes, aus je zwei verkitteten
Linsen bestehendes Gauß-Objektiv mit ein-
ander zugewandten Kittflächen. E. Gund-
lach, Berlin. 31.5.06.
St. 10 278. Gasuntersuchungsapparat. K.Stein-
bock, Frankfurt a. M. 21. 5. 06.
67. H. 38 274. Verfahren und Vorrichtung zum
Synchronisieren des Laufes zweier Apparate
insbesondere für Kinematographen und
Sprechmaschinen, die mit an sich verschie-
dener Geschwindigkeit betrieben werden.
M. Hellmann, Rixdorf-Berlin. 10.7.06.
72. D. 18187. Selbsttätiger Linsenverschluß
für Zielfernrohre. H. Dadder,Bonn. 11.3.07.
ErteOnngen.
21. Nr. 190 796. Verfahren zum Einschmelzen
von aus Kupfer oder Kupferlegierungen be-
stehenden elektrischen Leitungsdrähten in
Glas oder glasartige Gegenstände. Ch. 0.
Bastian u. G. Calvert, London. 30. 9. 06.
Nr. 191022. Einrichtung au Elektrizitätszählem
zur Bestimmung des einen festgesetzten
Betrag übersteigenden Energieverbrauches.
Cy. pour la Fabrication des Comp-
teurs et Matöriel d'Usines a Gaz,
Paris. 18.10.06.
42. Nr. 190820. Vorrichtungzum Messen kleiner
Strecken bezw. Winkelwerte mit Hilfe einer
Trommel mit in Schraubenlinie verlaufender
Teilung und auf dieser spielendem Zeiger.
A. & R. Hahn, Cassel. 13.3.06.
Nr. 190 822. Entfemungs- und Winkelmesser
mit Visier Vorrichtung und mit konachsialer
MeßtrommeL F. Krupp, Essen, Ruhr.
20. 4. 06.
Nr. 190 824. Kompaß mit zwei senkrecht über-
einander aufgehängten und gegeneinander
verschiebbaren Kompaßrosen. C. Bamberg,
Friedenau, u. F. Bidlingmaier, Berlin.
IL 12. 06.
Nr. 190825. Verfahren zur Messung von
Flüssigkeits-, Gas-, oder Dampfmengen auf
Grund von Druckunterschieden, die durch
Querschnittsveränderungen.StrÖmungswider-
stände 0. dgl. erzeugt sind. F. Bende-
mann, Charlottenburg. 24. 3. 06.
Nr. 191075. Selenphotometer. H. Bumb,
Berlin. 20.4.06.
72. Nr. 190 936. Für Geschützvisiere bestimmtes,
schwingbar gelagertes Prismen fernrohr mit
zylindrischer Prismenkammer. F. Krupp,
Essen, Ruhr. 7. 6. 06.
74. Nr. 191265. Verfahren zur elektrischen
Fernanzeige der Änderung physikalischer
Größen. Hartmann & Braun, Frankfurt
a. M. 23. 4. 07.
Nr. 191 469. Verfahren zur Übertragung eines
Skalen- oder Richtungswerts auf ein An-
zeige- oder Registrierinstrument. Dieselben
23. 11.06.
Für die Redaktion verantwortlich: A. Blase hke in Berlin W.
Verlag Ton Julius Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer In Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur ZeitBolirift für Instmmentenkxuide
und
Orgran für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik«
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 21.
!• November.
1907.
Nachdruck nur mit Genehmisriuig der Redaktion g^estattet.
Das Selen nnd seine Anwendung in der Femphotograpliie.
Nach einem Vortrage,
gehalten in der Abteilung Berlin der Deutschen Gesellschaft fQr Mechanik und Optik
am 28. Mai 1907.
Von Dr. Br. Olatsel in Berlin.
Endlich werde noch der Betrieb, wie er sich bei einer Bildübertragung z. B.
zwischen Mfinchen und Berlin gestaltet, kurz beschrieben. Von der Berliner Station
wird zunächst über die gleiche Leitung, welche zum Femphotographieren zur Verfügung
steht, der Münchener Station telephonisch mitgeteilt, daß hier in Berlin alles zur Auf-
nahme bereit sei. Hierauf wird von München die maxi-
male Helligkeit des zu übertragenden Bildes sowie
nötigenfalls noch eine mittlere Tönung gegeben und
hiernach das Lichtrelais der Berliner Station eingestellt,
so daß bei der größten
Ablenkung des Galvano-
metersystems gerade die
volle Öffnung des Auf-
nahmeobjektivs von der
Blende freigegeben wird.
Hierauf gibt Berlin die
Nachricht, daß die Über-
mittlung beginnen kann,
der Motor der Station
wird in Bewegung gesetzt
und nach 6 bezw. 12 Mi-
nuten kommt die Emp-
fängertrommel selbsttätig
zum Stillstand, das Zeichen
für die Berliner Station,
daß die Übertragung voll-
endet ist. Der Aufnahme-
fllm wird dann in der
üblichen Weise entwickelt,
was auch, falls es wünschenswert ist, automatisch er-
folgen kann. Auf diese Weise in 12 Minuten übertragene Bilder sind in den Fig. 20
und 21 wiedergegeben. Die Abstände der einzelnen Linien, aus welchen die Bilder
zusammengesetzt sind, betragen 0,5 mm. Bei Abständen von 1 mm beträgt die Über-
tragungszeit nur 6 Minuten, jedoch gehen dann bereits feinere Einzelheiten der
Bilder verloren. Den durch Anwendung des Selenkompensators erreichten Fortschritt
zeigt der Vergleich der Bilder Fig. 22 und 23y von denen ersteres ohne Kompensation
der Trägheit übertragen ist. Fig, 21 weist gegenüber Fig. 20 noch den weiteren Fort-
schritt auf, daß die in letzterer noch sichtbaren, für das Auge störenden senkrechten
Linien in Punkte zerlegt sind, so daß das Bild einen natürlicheren Eindruck macht.
13Mtn.
Fig. 20.
12 Min.
Auflösung der vertiluden Striche in Punkte.
Flg. 21.
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218
Br. Glatcel, Das Selen und seine Anwendung in der Pernphotographie.
Deatselie
Mechanilter-Ztg.
24 Min.
ohne Kompensation.
Flg. 22.
12 Min.
mit Kompensation.
Flg. 28.
Auch erreicht man dadurch, daS einzehie Unreinheiten beim Übergang eines Tones in
den anderen beseitigt werden. Diese punktuelle Zerlegung wird so bewirkt, daß man
vor dem Aufnahmeobjektiv eine Scheibe mit Öffnungen rotieren läßt, welche das Ob-
jektiv abwechselnd in schneller Aufeinanderfolge öffnen und verschließen.
Bei den praktischen Versuchen, zu welchen
seitens der Kaiserlichen Reichspostverwaltung und des
Königlich bayerischen Ministeriums für Verkehrsangelegen-
heiten vom 15. April bis 15. Mai
eine der Telephonleitungen Berlin-
München in liebenswürdigster Weise
zur Verfügung gestellt wurde,
haben sich auch noch einige
interessante Beobachtungen über
die Induktionswirkung von Neben-
leitungen aus ergeben, welche
ebenfalls mitgeteilt werden mögen.
Zwei Arten von Störungen machten
sich hauptsächlich bemerkbar. Die
einen rührten von benachbarten
Telegraphenleitungen, die anderen
von in der Nähe liegenden Tele-
phonleitungen her. Diese Induk-
tionswirkungen haben Schwin-
gungen des Lichtrelais und da-
mit Schwärzungsunterschiede auf
dem Empfangsfllm zur Folge. Fig, 24 zeigt am linken Rande die Korrektionszeichen
der Huyghes-Telegraphenapparate und in der Mitte die wiederholten Weckrufe eines
ungeduldigen Teilnehmers in einer benachbarten Telephonleitung.
Die weiteren Versuche werden sich auf die
eingehendere Durcharbeitung und Verbesserung der
Methode zur Übertragung von Portraits, insbesondere aber
auch von Gruppenbildern und Landschaftsaufnahmen
erstrecken.
Auf einen Umstand, welcher für die praktische
Verwertung der Fernphotographie von großer Bedeutung
ist, sei noch hingewiesen. Da die Schwingungszahl der
Photographierströme im Vergleich zu denen der Sprech-
ströme eine außerordentlich niedrige ist, so kann man
auf derselben Telephonleitung gleichzeitig sprechen und
telephotographieren, ohne daß beides sich auch nur im
geringsten stört^). Für den Betrieb der Telephonleitungen
ist dies von großer Wichtigkeit, da ja die Leitungen
z. Z. mit Gesprächen so überlastet sind, daß es viel-
leicht gar nicht möglich wäre, sie auch noch für längere
Zeit, etwa Yg ^^^ 1 Stunde, zu fernphotographischen
Zwecken zur Verfügung gestellt zu erhalten. Es gliedert
sich also auch mit Rücksicht hierauf das Korn sehe
System der Fernphotographie. auf das beste in den
praktischen Betrieb der Nachrichtenübermittlung ein.
12 Min.
Flg 24.
Mit einer geringen Abänderung des Gebers sind
die Pernphotographiestationen aber auch in der Lage,
Zeichnungen und Schriften zu übertragen {Telautographte), was unter Umständen für
militärisdie Zwecke noch wertvoller ist, als die Übertragung von Photographien.
Versuche dieser Art sind ebenfalls bald nach Erfindung des Telegraphen von
Bakewell und Gaselli vorgenommen worden, und alle späteren zu diesem Zwecke
konstruierten Apparate unterscheiden sich im Geber wenig oder gar nicht von den
^) Weckrufe müssen natürlich vermieden werdeD.
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Heft 21.
I. November 1907.
Br. Glatzel, Das Selea und t«ine Anwendung In der Pernphotos^raphie.
219
Flg. 25.
erstgenannten; nur die Empfänger waren verschieden. Da die Geberapparate —
ein solcher ist unten näher beschrieben — ftir eine schnelle Schriftübertragung keine
besonderen Schwierigkeiten bieten, so kam
es vor allen Dingen darauf an , den
Empfänger so zu konstruieren , daß er
auch den schnellsten Übertragungsge-
schwindigkeiten genügt. Hierfür eignet
sich nun in besonders hohem Mafie das
Korn sehe Lichtrelais, da es infolge seiner
sehr geringen Masse und daher niedrigen
Eigenschwingungsdauer auch sehr schnell
nacheinander ankommenden Stromstößen
zu folgen vermag. Der Empfänger des
Kornschen Telautographen unterscheidet
sich daher auch in keiner Weise von dem
des Femphotographen , und es ist nur
erforderlich, noch die verwendete Geber-
anordnung zu beschreiben, welche durch
Fig. 25 veranschaulicht wird und die, wie bereits erwähnt, im Prinzip dem früheren
Geber von Bakewell und Gaselli entspricht. Die zu übertragende Schrift wird
mit nichtleitender Tinte auf eine Metallfolie geschrieben, welche auf die Metall-
walze C^ des Gebezylinders aufgelegt wird. Die Metallwalze wird ebenso wie die
Gebertrommel der Fernphotographiestation von einem Motor synchron mit der Aufnahme-
walze bewegt, so daß ein auf der Walze C^ schleifender Metallstift 8, ähnlich
wie früher der Lichtpunkt, im Geber auf der Metallfolie eine Spirallinie be-
schreibt. Der Strom der Batterie
wird durch Federn der Welle und
damit der Walze C^ zugeführt,
geht durch den Stift « durch
die Fernleitung und das Licht-
relais der Empfangsstation, dann
durch die Erde oder aber die
zweite Femleitung zum anderen
Batteriepol zurück. Solange der
Stift s auf der leitenden Metallfolie
schleift, ist der Strom geschlossen,
und das Lichtrelais des Empfängers
läßt das Licht durch das Aufnahme-
objektiv auf den Empfangsfilm
fallen. Gelangt der Stift aber auf
die nichtleitende Schrift, so wird der
Strom unterbrochen und das Lichtrelais verschließt das Aufnahmeobjektiv. Wir er-
halten auf dem entwickelten Film die Schrift hell auf dunklem Grunde. Durch ent-
sprechend andere Einstellung des Lichtrelais läßt sich ebenso erreichen, daß die Schrift
dunkel auf hellem Grunde erscheint, wie es in der Fig, 26 der Fall ist.
Diese Verwendung des Lichtrelais als Empfänger bei der Telautographie hat
Übertragungsgeschwindigkeiten ermöglicht, welche bisher noch von keinem anderen
System erreicht wurden (s. Fig. 26).
Fig. 26.
Die vorstehend mitgeteilten wissenschaftlichen Gfmndlagen und die Schilderung
ihrer praktischen Verwendung in dem Kornschen System der Feraphotographie zeigen,
daß wir hier nicht nur wissenschaftlich interessante, sondern auch praktisch wichtige
Ergebnisse vor uns haben, welche dem modernen Leben ein weiteres Verkehrsmittel
zugeführt haben.
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220
Vereins- u. Personennaehrlchten.
Deatsche
M«ch«niker-Ztg.
lii
id Pf
>hpiohti
Todesanzeige.
Am 17. Oktober starb nach schwerem
Leiden im 54. Lebensjahre unser Mitglied
Hr. WUh. Wicke.
Der Verstorbene, lange Jahre hindurch
Prokurist der Fa. Franz Schmidt &
Haensch, hat sich um unsere Gesell-
schaft und die gesamte deutsche Fein-
mechanik ganz besondere Verdienste er-
worben durch die Hingebung und die Um-
sicht, mit der er sich bei den Arbeiten für
alle Kollektivausstellungen der letzten
beiden Jahrzehnte in hervorragendem Mafie
im Namen seiner Firma beteiligt hat.
Wir werden dem Dahingegangenen und
seinem regen Interesse für unsere Gesell-
schaft ein dankbares Andenken bewahren.
Devtsclis Besellschaft für Mechanik uid Optik,
Mteiluii Berlin.
Der Yorsiand.
D. 6. f. M. u. O. Abt. BerUn, E. V.
8itzungTom22. Oktober 1907. Vorsitzender:
Hr.W.Handke.
Der Vorsitzende gedenkt mit warmen
Worten des vor einigen Tagen verstorbenen
Mitgliedes W. Wicke; die Versammlung erhebt
sich zu Ehren des Dahingegangenen von den
Sitzen.
Hr. Dr. W. Bein, Standiger Mitarbeiter bei
der Kais. Normal-Bichungs-Kommission, spricht
über ,,Binige Methoden zur Bestimmung der
thermischen Ausdehnung von Materialien'.
Binleitend wird die Wichtigkeit der Aus-
dehnungsbestimmungen besonders für die Tech-
nik erörtert, woraus sich die Notwendigkeit
ergibt, bei ausreichender Genauigkeit möglichst
schnell arbeitende Methoden aufzufinden. Der
Vortragende spricht sich hierbei zu gunsten
der Benutzung von Endmaßen gegenüber der
Anwendung von Btrichmaßen aus und führt
darauf eine große Anzahl von Methoden in
Projektionsbildem, Zeichnungen, Modellen und
Experimenten vor. Dabei werden auch die
Arbeiten erläutert, die die K. N. E. K. auf
diesem Gebiete geleistet hat. — An den Vor-
trag schloß sich eine angeregte Besprechung.
In die Abteilung werden aufgenommen:
Glühlampenfabrik der A. E. G. (NW 87,
Sickingenstr. 71) and Hr. H. Koch, Technischer
Sekretär bei der Phys.-Techn. Reichsanstalt
(Charlottenburg 5, Nehringstr. 11).
Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein ladet die
Mitglieder der Gesellschaft auf Sonntag, den
17. November, nach der Werkstatt der Phys.-
Techn. Reichsanstalt ein, wo er die dort durch-
gearbeiteten Methoden der Metallfärbung vor-
führen werde; Beginn 9 Uhr vorm.
Der Vorsitzende verliest Emladungs-
schreiben des Zweigv. Leipzig und der Ver-
einigung früherer Schüler pp. zu ihren Stiftungs-
festen sowie ein poetisches Dankschreiben von
Hrn. August Hannemann. Bl
Der geschätzte Mitarbeiter der Zeitschrift
für Instrumentenkunde, Hr. Prof. Dr.
E. Hammer, konnte am 1. Oktober d. J.
auf eine 25-jährige Lehrtätigkeit an der
Technischen Hochschule in Stuttgart zu-
rücksehen; nach einer zweijährigen Tätig-
keit als Assistent und Privatdozent be-
kleidet er seit 1884 die Professur für Geo-
däsie.
Habilitiert: Dr. K» Boraemaan für physik.
Chemie an der Techn. Hochschule in Aachen;
Dr. J. Herweg für Physik an der Universi-
tät Greifswald; Dr. H« Greinache und Dr.
K. Schild für Physik an der Universität Zürich;
ebendort Dr. A. Grün für Chemie und Dr. J.
Schmidlein für allg. und org. Chemie; Dr. M»
Gasser für Geodäsie an der Techn. Hochschule
in Darmstadt.
Ernannt: Dr. H. Th. Simon» ao. Prof. an der
Universität Göttingen, zum o. Prof. für ange-
wandte Physik ebendaselbst; Privatdozent der
Physik Dr. M. Reinganum zum ao. Prof. an
der Universität Freiburg i. B.; desgl. Privat-
dozent der Physik Dr. E. Marx an der Uni-
versität Leipzig; Dr. A. Heydweiller in Münster
zum 0. Prof. der Physik in Rostock; Geh. Reg.-
Rat Prof. Dr. G. Hellmann in Berlin zum Prof.
der Meteorologie an der Universität Berlin und
zum Direktor des Preußischen Meteorologischen
Instituts; Dr. R« Scholl» ao. Prof. der Chemie
an der Techn. Hochschule in Karlsruhe, zum
0. Prof. an der Universität Graz; Dr. Mingain
zum Prof. für Chemie an der Naturwissenschaft-
lichen Fakultät der Universität Nancy; Dr. K.
Oertel» bisher Observator der Sternwarte in
München, zum o. Prof. der Geodäsie an der
Techn. Hochschule in Hannover (als Nachfolger
von Reinhertz); H. ۥ Plummer von der
Sternwarte in Oxford zum Observator am Lick-
Observatorium in Californien; zu Professoren
der Privatdozent der Physik an der Universität
Bonn Dr. A. Pfläger und ebenda der Privat-
dozeiit für physik. Chemie Dr. A. Bacherer.
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Heft 21.
1. November 1907.
Personennachrichteii.
FQr Werkstatt und Laboratorium.
221
In den Ruhestand traten: Prof. W. J.
yan Bebber^ Abt.-Chef bei der Deatschen See-
warte in Hamburg; der Prof. der physik. Chemie
W. Lugioin an der Universität Moskau.
Verstorben: Prof. A. F. F. Crora, Prof,
der Physik in Montpellier; Prof. der Physik
A. Pensot in Lille; F. J. M. Page» Chemiker»
Vorstandsmitglied der Chemical Society in
Weymouth.
Fflp Wopkstatt
und LabopatoHum.
Die physikalischen Institute der
UnlTersität Oöttingren.
Nach einer FesUehrift,
herausgegeben von der Göttinger Ver-
einigung zur Förderung der ange-
wandten Physik und Mathematik.
(B. G. Teubner. Leipzig und Berlin 1906.)
Die seit dem Jahre 1898 bestehende
Göttinger Vereinigung zur Förderung
der angewandten Physik und Mathe-
matik, die aus Vertretern der bedeutendsten
groBindustriellen Finnen Deutschlands und aus
Dozenten der Universität Göttingen besteht,
verfolgt den Zweck, an den Universitäten die
Pflege der angewandten Wissenschaften zu
fördern. Hierbei liegt die doppelte Absicht
vor, einerseits der theoretischen Forschung,
wie sie den Universitäten obliegt, die von selten
der Technik ausgehenden Anregungen nahe zu
bringen, andererseits den Lehrern der Mathe-
matik und Naturwissenschaften, welche ihre
Ausbildung auf den Universitäten erhalten, die
Gelegenheit zu bieten, sich mit den Fort-
schritten der Technik bekannt zu machen.
Aus Anlaß der am 9. Dezember 1905 zu
Göttingen stattgefundenen Einweihung von
zwei, physikalischen Zwecken gewidmeten Neu-
bauten hat die Göttinger Vereinigung eine
Festschrift herausgegeben, welche außer einem
Bericht über die Einweihungsfeier und einem
Abschnitt über die Geschichte der Göttinger
Vereinigung Beschreibungen sämtlicher In-
stitute für physikalische Lehr- und Forschungs-
zwecke an der Universität Göttingen enthält.
Diese sind:
1. Das PhysikäUsehe EaupHnstituty einer
der erwähnten Neubauten, das mit allen
modernen Hilfsmitteln versehen ist, wie sie in
derartigen Instituten für Vorlesungs- und
Forschungszwecke jetzt verwandt werden.
Dasselbe enthält zwei Hörsäle und Laboratorien
von insgesamt 900 qm Bodenfläche. Als be-
sondere Neuheit weist es Einrichtungen auf
für ein Praktikum für Radiologie und Elek-
tronik. Ferner ist darin ein Kursus einge-
richtet für physikalische Handfertigkeit, in
welchem man den Praktikanten die Anfertigung
einfacher Apparate aufgibt, wQbei ihnen Ge-
legenheit geboten wird, sich im Hobeln, Sägen,
Tischlern, Drehen, Löten, Glasblasen und ähn-
lichen Fertigkeiten zu üben.
2. Das Institut für angewandte Elektrizität,
der andere Neubau; es verdankt seine Ein-
richtung, u. a. eine ziemlich umfangreiche
Sammlung elektrischer Maschinen, der Göttinger
Vereinigung. Als bemerkenswerte Neuerung
sei erwähnt, daß im Hörsaal an der Wandtafel
ein 2 m langer Rechenschieber angebracht ist,
der bei Vorlesung^svorsuchen benutzt werden
kann, und daß die Projektionslampo völlig in
den Experimentiertisch eingebaut ist. Die
Diapositive werden auf einen in der Ebene des
Tischet befestigten Rahmen gelegt, dann er-
scheint vermöge einer passenden dioptrischen
Vorrichtung deren Bild hinter dem Vortragen-
den auf dem Schirm.
3. Das Institut für angewandte Mathematik
und Mechanik, für welches die ehemaligen
Räume des physikalischen Institutes herge-
richtet und dessen Einrichtung gleichfalls aus
Mitteln der Göttinger Vereinigung beschafl't
ist. Dasselbe umfaßt die Abteilung A für an-
gewandte Mathematik, in der Übungen in tech-
nischen Zeichenmethoden und an geodätischen
und nautischen Instrumenten abgehalten werden,
und die Abteilung B für angewandte Mechanik,
in der eine Sammlung von Wärmekraft-
maschinen, Maschinen für Festigkeitsprüfungen,
sowie hydraulische Einrichtungen für praktische
Versuche verwandt werden.
4. Das Institut für physikalische Chemie,
das seine Begründung und Entwicklung durch
N ernst erhalten hat, und das aus dessen
eigenen Mitteln später durch einen Anbau ver-
größert wurde. Das Instrumentarium dieses
Instituts ist außerordentlich reichhaltig; es
umfaßt 20 Spiegelgalvanometer, 22 Zeiger-
galvanometer, 13 Elektrometer, 30 Widerstands-
kästen, 80 Regulier widerstände, 60 Strom-
messer u. s. w. ^
5. Das Institut für Geophydijc, welches der
Erdbebenforschung, luftelektfischen Beob-
achtungen und erdmagnetischen Untersuchungen
gewidmet ist. , ^
Von diesen Instituten dienen die unter 2
und 3 aufgeführten wesentlich den Bestrebungen
der Göttinger Vereinigung. Für diese sind
bisher Summen ifh Gesamtbetrage von 405 900 M
verwandt worden, von denen die Vereinigung
selbst 220 900 M aufgebracht hat, während der
Rest von der preußischen Btaatsregierung her-
gegeben wurde. Mk,
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222
Far Wtrkatatt und Laboratorium.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
Gummon.
Gummon besteht aus chemischen End-
produkten, welche durch Mischung und
Pressung fest miteinander verbunden sind;
es ist unter normalen Verhältnissen wetter-
und wasserfest sowie feuersicher. Gummon
ist ein gutes, für viele Zwecke brauchbares
Isolationsmaterial und soll je nach Qualität
eine Durchschlagspannung von 3000 bis
10 000 VoU auf das Millimeter haben. Seine
Wärmebeständigkeit soll je nach Qualität
zwischen 200 <> und 1000 ^ schwanken, d. h.
auch bei dauernder Einwirkung dieser Tem-
peraturen soll es sich nicht verändern,
weder weich werden, noch sich verziehen.
Bei langem Liegen im Wasser wirft sich
Gummon nicht und wird nicht weich. Es
läßt sich feilen, bohren, sägen, schneiden,
polieren und in jeder beliebigen Form
emaillieren.
Die Fabrikantin von Gummon, die Firma
Isolatorenwerke München, G.m.b.H., in
Gräfelfing, ist mit den modernsten Maschinen
für Massenfabrikation eingerichtet. Die
Stücke werden fertig in der zu verwenden-
den Form geliefert, da sie nicht aus dem
Ganzen herausgearbeitet, sondern in stäh-
lernen Matrizen in die gewünschte Endform
gepreßt werden.
Gummon wurde bisher hauptsächlich
für die Elektrotechnik hergestellt, die Fabrik
beabsichtigt jetzt, das Material auch für
die Zwecke der Mechanik und Optik anzu-
bieten.
SchneU-Gtowinde-ScImeidmasehine.
D. R. G. M.
DetUsehe MetdOrlndustrie-Ztg.
23. 8, 660. 1907.
Die Firma Böffinger & Schäfer (Frank-
fürt a. M., Kronprinzenstr. 21) bringt eine Ge-
winde-SchneidmaBchine in den Handel, welche
flieh durch große Leistungsfähigkeit, einfache
Handhabung, geringen Raumbedarf und dabei
niedrigen Preis auszeichnet; sie wird in zwei
Größen, zum Schneidon von Gewinden bis 8 mm
und bis 15 mm Durchmesser, hergestellt.
Das ArbeitastQck wird leicht gegen den
Gewindebohrer gedrückt, entweder freihändig
oder mittels eines Anlegetellers. Durch den
Druck kuppelt sich die Spindel derart mit dem
Antrieb, daß sich der Bohrer mit passender
Geschwindigkeit einschneidet; beim Zurück-
ziehen erfolgt sofort die Umsteuerung der
Spindel, und zwar wird der Bohrer mit doppelter
Geschwindigkeit zurückgedreht; die größere
Type hat für Vor- und Rücklauf gleiche Ge-
schwindigkeit. Dem Arbeitenden bleiben bei
diesen Maschinen also beide Hände zum Halten
des Arbeitsstückes frei. In dem Anlegeteller
sitzt vertieft eine Spitze, um auch in mit
Kömer versehene Gegenstände Gewinde zeii-
trisch einschneiden zu können. Bei Verwendung
einer Anschlagvorrichtung kann auch die Um-
steuerung selbsttätig erfolgen, sowie der Ge-
windebohrer bis zu einer bestimmten Tiefe ein-
geschnitten ist.
Ein in das Gewindebohrer-Futter einspann-
barer Halter dient zur Aufnahme von runden
Schneideisen.
Der Preis der kleineren Maschine ist 60 Mr
mit Anlegeteller 72 If, der großen Maschine
120 M; der Schneideisenhalter kostet 4,40 bezw.
4,80 If. mßm.
Neue Luftpumpe.
Chem, Ztg. 30. 8. 1158. 1906.
Die nachstehend abgebildete neue Luft-
pumpe »Aplex* stellt eine gute Ergänzung zu
den verschiedenen gebräuchlichen PumpenarteD
dar. Sie ist eine rotierende Luftpumpe and
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Heft 21.
1. November 1907.
Gla«t«chnlsches.
223
findet seit kurzem in Laboratorien der Glüh-
lampenfabriken Verwendung. Die wesentliche
Rinrichtung der neuen Pumpe besteht in dem
im Innern eigenartig angeordneten Räderwerk
aus Stahl, welches durch seine Umdrehungen
eine Saugwirkung ausübt. Das Innere der
Pumpe ist ganz mit Öl angefüllt, so daß eine
Reibung und Abnützung einzelner Teile nicht
eintritt. Die Leistungsfähigkeit der neuen
Pumpe ist überraschend, sie liefert für einen
Raum von 1 / in einer Minute ein konstantes
Vakuum von 1 mm Quecksilberdruck. Durch
Auswechslung einer einzigen Schraube ist die
Pumpe als Gebläse zu benutzen. Alleinige Be-
zugsquelle der gesetzlich geschützten Luft-
pumpe «Aplex" ibt die Firma Vereinigte
Fabriken für Laboratoriumsbedarf in
Berlin N 39, Scharnhorststr. 22.
Glasteohnisohes.
Horizontale QuecksllberdlchtaniT»
Von Dr. A. Po spie low in Erlangen.
Die in der Figur schematisch darge-
stellte einfache Vorrichtung^) gestattet eine
ziemlich große Drehung eines mit der
Quecksilberluftpumpe verbundenen Rezi-
pienten um eine horizontale Achse.
Um das Ende der Röhre a, in die das
Ende der passend gebogenen Röhre l ein-
preschliffen ist, wird ein Ansatz M für das
Quecksilber geblasen. Die in der Richtung
P Q elliptisch geblasene Mündung des An-
satzes gestattet die Drehung des mit l ver-
bundenen Rohres um eine horizontale
Achse; die Drehung kann um so größer
sein, je länger das Verbindungsrohr { ist.
Diese Vorrichtung^) kann u. a. bei der
Destillation im Vakuum nützlich sein, da
*) Der Apparat wurde bei Versuchen: ,Über
die Emissionsspektra des negativen Glimmlichts
und der positiven Säule bei Metalldämpfen von
Cd und JZfi" — In.-DisB. Briangen 1907 — be-
nutzt. Die Ausftihrung dieser Arbeit wurde
durch Mittel des MBobdh Thompson Fymd in
Boston wesentlich erleichtert.
*) Die Vorrichtung kann als weitere Ent-
wicklung der von W. Kahlbaum hergestellton
mittels derselben eine Bewegung der be-
treffenden Flüssigkeit möglich ist, ohne den
Apparat von der Pumpe abzunehmen.
Über eine Fehlerquelle bei der Fett-
bestlmmuDgrmlttelsTetrachlorkohleii-
stofTs und deren Vermeldung:.
Von F. VoUrath, Stettin.
Chem.'Ztg. 31. 8. 398. 1907,
Der Feuchtigkeitsgehalt der Materialien, die
behufs Fettbestimmung zur Extraktion gelangen
sollen, macht sich bald nach Beginn der Ope-
ration dadurch bemerklich, daß einzelne Wasser-
tropfen aus der Kühlröhre mit dem verdichteten
Chlorkohlenstoff auf das Extraktionsgut fallen,
es benetzen und ein weiteres Eindringen des
Lösungsmittels verhindern. Das Resultat der
Bestimmung fällt dadurch zu niedrig aus, auch
wird das Austreiben des Lösungsmittels aus
den Rückständen erschwert.
Um diese Fehlerquelle zu
vermeiden, hat Verf. einen ein-
fachen Wasserfang ganz aus
Glas konstruiert, wie ihn bei-
stehende Skizze veranschaulicht.
Das Trennungsgefäß ist ein
kurzer, unten in eine Röhre aus-
gezogener Glaszylinder. An der
Verengung ist er durch einen
Boden geschlossen, in den eine
Glasröhre eingeschmolzen ist,
die in kurzer Krümmung seit-
lieh nach oben führt und
nach der Mitte des Gefäßes zu
eine kleine abwärts gebogene
Röhre hat. Durch diese Röhre steigt der
wieder kondensierte Chlorkohlenstoff in dem
Maße, wie er sich ansammelt, in die Höhe und
rieselt, wenn der Überlauf erreicht ist, durch
Stammröhre und Ansatz herunter in den Ex-
traktor E, während das mitkondensierte Wasser
an der Oberfläche schwimmen bleibt. Die
Dämpfe zirkulieren unbehindert vom Extraktor
zum Kühlrohr hin. Es empfiehlt sich, den
Wasserfang nach jeder Extraktion zu entleeren.
Wh.
Elnschmelzflasche mit Hahn für
leichtverdlchtbare Gase.
Von A. V. Bartol.
Chem.'Ztg. 31. 8. 501^1907.
Die nachstehend abgebildete Konstruktion
vereinigt die Vorzüge der Einschmelzflasche
Schliffe betrachtet werden; B.ZdUehr.f.Inttrkds.
14. 8. 21. 1894 u. 21. 8. 266, 1901. Die Vor-
richtung wurde in der Brianger Universitäts-
Glasbläserei von Hildebrand hergestellt
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224
Glastechnisches.
Deutsche
Mechaniker- Ztg.
und der Ho ffm an tischen Vorlage in sich, ohne
die Mangel dieser beiden Vorrichtungen zu
haben. Wie ersichtlich, hat die neue Ein-
schmelzflasche eine stärkere Grundplatte aus
massivem Glase, die ihr genügende Stabilität
gegen Zerbrechen und Umkippen verleiht.
Oben ist an die Flasche eine Ableitungsröhre
rechtwinklig angeschmolzen, die durch einen
sehr fein eingeschliffenen Geißlerschen Hahn
verschließbar ist. Um die Flasche zu füllen,
stellt man sie mit geschlossenem Hahn in eine
Kältemischung und leitet durch eine engere
Glasröhre, welche durch den verjüngten Teil
hindurch bis fast zum Boden der Flasche
reicht, das zu verdichtende Gas hinein. Sobald
die Röhrenspitze in Flüssigkeit taucht, geht
das weitere Verflüssigen leicht und vollkommen
von statten. Ist die Flasche gefüllt, so schmilzt
man das obere Ende des verjüngten Teiles zu.
Durch Öffnen des Hahnes kann dann der Gas-
strom entnommen und geregelt werden. Das
Vorhandensein von nur einem Hahn vermindert
die sich durch Verflüchtigung beim Stehen er-
gebenden Verluste bedeutend; so hielten sich
z. B. 25 g Phosgen in einer solchen Flasche
bei warmer Zimmertemperatur über 30 Tage.
Wenn der Flascheninhalt aufgebraucht ist,
wird der verjüngte Teil möglichst nahe der
Zuschmelzstelle abgeschnitten und nach dem
Füllen dort wieder zugeschmolzen. Ist das
Rohr zu kurz geworden, so wird ein neues an-
geschmolzen, und die Flasche ist wieder auf
eine lange Zeit brauchbar.
Den Vertrieb des Apparats hat die Firma
Vereinigte Fabriken für Laboratoriums-
bedarf (Berlin N 39, Scharnhorststr. 22) über-
nommen. Ml).
Automatischer Heber.
Chem-Ztg. Sl. S. 28. 1907.
Über dem Winkel am Heberrohr ist eine
Halbkugel aus starkem Glase befestigt, darüber
ein Glasschwimmer b, der durch ein biegsames
Metallrohr x und einen Paragummibezug y hin-
reichend geschützt ist; h ist ein Lippen ventli
in einer KapseL Der kurze Heberschenkel
wird in das abzufül-
lende Gefäß gehängt,
^_^ und mittels einer klei-
2] nen Luftpumpe, die mit
einem Stück Schlauch
über a gezogen ist,
wird die Luft aus dem
Heberrohr gesaugt.
Man hat dann nur
einen Hahn oder eine
Klemme am Ausfluß
zu Öffnen, um die
Flüssigkeit zu ent-
nehmen. Die Luft-
pumpe darf nur leise
angezogen werden;
pumpt man zu lange,
so saugt sich der
Schwimmer fest und
die Pumpe zieht nicht
mehr. Bei e sitzt eine
Gummimuffe, die ein
Luftloch d bedeckt.
Zieht man die Muffe
zurück, 80 tritt durch d
Luft ein, die durch die
Glaskugel in das Rohr
geht, dort die Plüssig-
keitssäule abreißt, so daß der Heber zu arbeiten
aufhört. Der Heber wird von F. Misling in
Bielefeld gefertigt. Wh,
Ein neuer Apparat zur Schmelz-
punktsbestlmmung.
Von J. Thiele.
Ber. der Deutsch. Chem. Ges. 40. 8. 996. 1907.
Der nachstehend abgebildete Apparat be-
steht aus einem Rohr von 2 tm Weite und
12 cm Län^e, an welches ein
Bogen von 1 cm Weite so
angesetzt ist, daß er das
untere Ende des Rohres mit
der Mitte verbindet. Zum
Gebrauch wird so viel
Schwefelsäure eingefüllt, daß
die obere Mündung des Bo-
gens gerade abgesperrt ist,
wenn das Thermometergefäß
sich in der Mitte zwischen den
Schenkeln des Bogens befindet. Erhitzt man jetzt
die Krümmung des Bogens, so bewegt sich die
Schwefelsäure in dem Apparat von oben nach
unten und bewirkt ein sehr gleichmäßiges
Steigen des Thermometers, Der Apparat heizt
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Heft 2t.
l NoTember 1007.
Gewerblich«*. — BQcherschau.
225
sich schnell an, ktthlt schnell wieder ab und
ist nicht zerbrechlicher als die andern Apparate
zur Schmelzpunktebestimmung.
Der neue Apparat wird von Karl Kramer
in Freiburg i. B. hergestellt. Wb.
Gewepbliohas.
Vereinigte Staaten von Amerika.
Zolltarifentsoheldungen.
Olasfloichen mit Maßeinteilung und „Steh-
manne*' Stöpselflaschen sowie andere Gegen-
stände aus geblasenem Glase in Verbindung
mit Kautschuk und anderen Stoffen sind nicht
als geblasene Glaswaren nach § 100 des Tarifs
mit 60% des Wertes, sondern als Flaschen
nach § 99 bezw. als Glaswaren nach § 112 des
Tarifs zollpflichtig. Der Zollsatz von § 99 be-
tragt fdr Flaschen von mehr als 1 Pint: 1 Cent
für 1 Ffund, weniger als 1 Pint und mehr als
V4 Pint: 1,5 Cent für 1 Pfund, woniger als
V4 Pint: 50 Cents für das Groß; jedoch soll
keiner der genannten Zollsätze niedriger sein
als 40% des Wertes. (1 Pint = QM 1, 1 Pfund
= 0,454 kg). Der Zollsatz von § 112 „für alle
nicht besonders genannten «Glasfabrikato*' ist
45 % des Wertes. (Vgl. diese Zeitschr. 1907, S, 19.)
Nach derselben Position zahlen auch photo-
graphische Bilder auf Olas für Stereoskope nur
450/0 des Wertes.
Australischer Bund. Neuer Zolltarif.
Aus dem neuen Zolltarif liegen bis jetzt
folgende Angaben, die die Erzeugnisse der
PrAzisionsmechanik und Glasinstrumenten-
industrie angehen, vor, wobei die den Waren
nachgesetzten Zahlen, wenn nicht etwas anderes
angegeben ist, die Zölle in Prozenten vom
Wert und die eingeklammerten Zahlen die Vor-
zugszölle fQr britische Waren sind.
Glas 30, Feldstecher 30 (20), Kinemato-
graphen, Grammophone 35 (25); Kataloge 6 Pce.
für das Pfund (0,454 kg).
Brasilianische Quarzkristalle.
Die Nachfrage nach den in Brasilien ge-
fundenen großen Quarzkristallen für optische
Zwecke ist nach Auskunft eines amerikanischen
Konsuls in den letzten Jahren sehr schwaukeud
gewesen, und es scheint nicht, als wenn der
Handel damit sich vergrößern wollte.
Die Ausfuhr von Quarzkristallen aus Bra-
silien betrug 1904 ungefähr 16100 Doü., sie
stieg 1905 auf 18 130 DoU. und ging 1906 auf
10550 DoU. zurück. Die Güte der gefundenen
Stücke ist sehr verschieden, und das bedingt
an und für sich schon erhebliche Schwankungen
im Ausfuhrwert. Die meisten guten Stücke
scheinen sich in einem Gebiet zu finddb, das
sich vom mittleren Sao Paulo durch den Süden
von Goyaz und den westlichen Teil von Minas
Geraes erstreckt. Zwei deutsche Händler haben
seit einer Reihe von Jahren jahrlich Reisen
durch dieses Gebiet unternommen und die
besten Kristalle aufgekauft, die zu bekommen
waren. In Rio de Janeiro ist jederzeit ein be-
trachtlicher Vorrat kleinerer und minderwertiger
Stücke am Markte. Im letzten Jahre stellte
sich der durchschnittliche Ausfuhrwert auf
4-2 Cent für 1 kg, aber die Abweichungen von
diesem Durchschnitt waren sehr erheblich
wegen der großen Verschiedenheit der Kristalle.
Ausstellung für Handwerlssteehnlls
tu Wien.
Eine Ausstellung für die Handwerkstech nik
wurde kürzlich im Amtsgobaude des Gewerbe-
förderungsdienstes des k. k. Handelsministe-
riums in Wien eröffnet. Sie umfaßt eine Aus-
stellung der . Österreichischen Gewerbeförde-
rungsanstalten, ferner eine Übersicht der staat-
lichen Maschinenüberlassungen an gewerbliche
Betriebsgenossenschaften, eine Zusammenstel-
lung gewerblich- technischer Fachschriften und
eine Sammlung preisgekrönter Lehrlings-
arbeiten. In einer geräumigen Maschinenhalle
werden neuzeitliche Handwerksmaschinen, die
zur Ausrüstung von Einzel- und genossenschaft-
lichen Werkstatten dienen, im Betriebe vor-
geführt. Außerdem sind mit Maschinen aus-
gerüstete Werkstatten, u. a. für Werkzeug-
macher, Galvanotechniker und Blektroinstalla-
teure, vorhanden.
Diese Fachausstellung kann an Werktagen,
mit Ausnahme der Sonnabende, von 9 bis 4 Uhr,
an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 12 Uhr bei
freiem Eintritte besichtigt werden; die Ma-
schinen sind am Dienstag und Donnerstag
von 2 bis 4 Uhr und am Sonntag von 9 bis
12 Uhr im Betrieb.
Bflohepsohau.
Ludw. Loewe A Co., A.-G., Berlin (NW 87,
Huttenstr. 17/20), Normalien im Maschinen-
bau. 8^ 21 S. mit vielen Illustr.
Die kleine Schrift enthalt mancherlei Be-
achtenswertes, so auch den nicht für alle Fein-
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226
BQchenchau.
Deataehe
Meclwiükw-Zte.
mechaniker selbstverständlichen Hinweis, daß
es durchaus unrationell ist, alles selbst her-
teilen zu wollen, anstatt sich möglichst die
meist billigeren und besseren Erzeugnisse von
Spezialfabriken zu Nutze zu machen. Ludw.
Loewe & Co. zeigen an einer Reihe von Bei-
spielen aus dem Maschinenbau, wie wohlfeil
sich gewisse typische Maschinenteile (»Norma-
lien*") herstellen lassen. Für die meisten dieser
Normalien werden auch feinmechanische Werk-
stätten hin und wieder Bedarf haben, so daß
es nicht überflüssig ist, die Teile kurz aufzu-
führen.
Bs sind erhältlich: Flach- und Zapfenkeile
in 21 bezw. 34 Abstufungen nebst zugehörigen
Langlochfräsen; halbkreisförmige Woodruffkeile
mit zugehörigen Schlitzfräsen in 15 Ab-
messungen; zylindrische und konische Stifte
bis 16 bezw. 12,5 mm Dicke und 80 bezw.
100 mm Länge mit erforderlichen Reibahlen;
ferner an Griffen, fertig poliert: einfach konische,
profilierte, Kugel-, Kreuz- und Stemgriffe, Hefte
mit kurzem und langem Zapfen, Kugelkurbeln,
Kugelknebel, Handräder. Endlich sind auch
öltöpfe (zum Kühlen und Schmieren) mit Stütze
und Gelenken, sowie Flügel- und Räderpumpen
in verschiedenen Größen fertig zu beziehen.
Daß die Schneidwerkzeuge unter den aufge-
führten Normalien nach Wunsch in Werkzeug-
stahl oder Schnellschnittstahl zu haben sind,
sei noch besonders erwähnt. Q-,
W. Felgeairaeger, Theorie, Konstruktion und
Gebrauch der feineren Hebel wage. 8°. VI,
310 S. mit 125 Fig. Leipzig und Berlin,
B. G. Teubner 1907. Geb. in Leinwand
8,00 M.
Ausführliche Besprechung s. Zeitachr. f In-
strkde, 27. 8. 294. 1907.
R. Dahly Leitfaden zum Berechnen der Wechsel-
räder beim Gewindeschneiden an der Leit-
spindel-Drehbank für rheinl., engl, und
Meter- Maß und für das metr. Normalge-
winde (Deutsches Ingenieur- und Fein-
mechaniker - Gewinde) nebst 57 Tabellen.
Nach eigenen Erfahrungen bearb. 9. Aufl.
kl.-80. ins. Berüu,C. Patakyl907. 1,50 K.
Verf. des vor 21 Jahren in erster Auflage
erschienenen kleinen Leitfadens hat diesen
speziell für den mit nur geringen mathematischen
Vorkenntnissen ausgerüsteten Dreher bestimmt.
Dementsprechend gibt er zunächst eine kurze
Erklärung der Rechnung mit Brüchen, der Ver-
hältnisse und Proportionen. Die Anwendung
dieser Rechnungsarten auf die Wechselräder-
Berechnung für metrisches, engl. Zoll- und
rheinl. Zoll-Gewinde wird an zahlreichen Bei-
spielen, von den einfachsten bis zu den kom-
pliziertesten, in gut verständlicher Weise er-
läutert. Hieran schließen sich einige Bemer-
kungen über die Räder der Leitspindelbänke,
das Schneiden mehrgängiger Gewinde, das
Rückwärtsschrauben des Supports. In 57 Tabellen
sind die verschiedensten Kombinationen der
Wechselräder für die Herstellung obiger Ge-
windearten zusammengestellt. Das Loewen-
h er z- Gewinde (Feinmechaniker-Gewinde) ist in
12 Tabellen entsprechend berücksichtigt.
Kißm,
0. Lueger, Lexikon der gesamten Technik und
ihrer Hilfswissenschaften. Band 5. 8^ 800 S.
mit vielen Illustr. Stuttgart und Leipzig,
Deutsche Verlagsanstalt. Lieferung 21
bis 25 zu 5,00 M, Einbanddecke 3,00 M,
geb. 30,00 If.
Der Band umfaßt ,»Haustenne'' bis „Kupp-
lungen" und enthält eine große Zahl von gut
bearbeiteten Artikeln, die im besonderen für
den Feinmechaniker von Interesse sind, u. a.
Hebel, Heliometer, Heliostat, Heliotrop, Hilfs-
kassen, Hinterdreh Vorrichtung, Hobeln von
Metall (und Holz), Höhenmessung, Horizontal-
pendel, Indikator, Integralrechnung, Integraphen,
Invalidenversicherung, Kabel, Kältemaschine,
Kalorimeter, Kapillarität, Kollimator, Kompa-
rator, Kompaß, Koordinaten, Kraftübertragung,
Kriegstelegraphie (einschl. Telefunken), Kupfer;
hinter allen diesen Artikeln finden sich ausführ-
liche Literaturnachweise, was ebenso wertvoll
ist, wie die Darstellung selbst. BL
B. Tolksdorf» Der gewerbliche Rechtsschutz
in Deutschland. KI.-80. 164 S. Leipzig,
B.G. Teubner 1906. 1,00 If, geb. in Lein-
wand 1,25 M, (ÄU8 Natur und Oästetwtit,
Bd. 138.)
Verf., Patentanwalt in Berlin, behandelt
nach einer geschichtlichen Einleitung ausführ-
lich den Begriff des Patents und der Erfindung
und bespricht sodann die deutschen Gesetze
für den gewerblichen Rechtsschutz (Patent-,
Muster- und Warenzeichenrecht), sowie die
internationalen Abmachungen zum Schutze von
Erfindungen u. dgl. Zum Schluß wird das
Gesetz betr. die Patentanwälte erörtert, für
dessen weiteren Ausbau Verf. eintritt. BL
Th. Hartwig» Das Stereoskop und seine An-
wendungen. Kl.-8^ IV, 70 S., 40 Illustr. und
19 Stereogramme. Leipzig, B. G. Teubner
1907. 1,00 M, geb. in Leinwand 1,26 M.
(Aus Natur und Geisteawelty Bd. 135.)
Das ungemein anziehend geschriebene und
schön illustrierte Büchelchen gibt eine klare
Darstellung des stereoskopischen Sehens und
der Verwendung der Stereoskopie zu den ver«
schiedenen wissenschaftlichen und technischen
Zwecken.
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,v,mb» 1907. Patent«h.U. '227
November 1907.
Patantsohau.
Doppelfemrohr, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Einzelrohre nur durch ein
aus zwei Nocken und frei verlängertem Drehzapfen bestehendes Gelenk verbunden sind.
C. Schütz & Co., Cassel. 2. J 2. 1904. Nr. 175 911. Kl. 42.
Röatgenröhre mit Kühlung und Antikathode nach Pat. Nr. 113 430, dadurch gekenn-
zeichnet, daß das Kühlmittelgefäß, dessen Achse zur wirksamen Fläche der Antikathode in
einem Winkel von etwa 45 o und ganz oder annähernd in Richtung der Achse der Kathode liegt,
mit zwei Einlaßöffnungen versehen ist, von denen je nach der Lage der Röhre die nach oben
hin gerichtete geöffnet und die nach unten hin gerichtete geschlossen wird, zum Zwecke, die
Röntgenröhre außer in anderen Arbeitslagen sowohl in einer Strahlen nach unten als auch in
einer Strahlen nach oben sendenden Arbeitslage benutzen zu können, ohne daß das Kühlmittel
die Antikathode verläßt und ausfließt, und doch der sich bildende Dampf entweichen kann.
C. H. F. Müller in Hamburg. 17. 5. 1905. Nr. 176 003; Zus. z. Pat. Nr. 113 430. KI. 21.
Röatgenröhre» dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden, insbesondere die Anti-
kathode, durch mechanische Bearbeitung eines homogenen, durch Schmelzung gewonnenen
Stücks aus Thoriummetall hergestellt sind. Siemens & Halske in Berlin. 15. 3. 1905.
Nr. 176 008. Kl. 21.
Mikromeier-Schraublehre» dadurch gekennzeichnet, daß die der Mikrometerschraube
als Mutter dienende Hülse zwischen den beiden Meßflächen statt eines Bügels mit einer bis zur
Unterkante des letzteren hinabreichenden Aussparung zur Auflage des zu messenden Drahtes
o. dgl. versehen ist. 0. Eilhauer in Neustadt a. Orla und P. Rückert in Gera, Reuß. 4. 3. 1906.
Nr. 177 628. Kl. 42.
Schußwaffe mit Zielfernrohr, dadurch gekennzeichnet, daß das Objektiv seitlich oder
unterhalb des Laufes angebracht ist, während das Okular. beweglich angeordnet ist und in die
Richtung der Visierlinie sowie aus ihr herausbewegt werden kann, wobei bei Stellung des
Okulars in Richtung der Visierlinie spiegelnde Flächen oder Prismen das Bild vom Objektiv
seitlich oder nach oben in die Visierlinie und das Okular werfen. M. Mannesmann in Rem-
schoid-Bliedinghausen. 10.9.1904. Nr. 177 911. Kl. 72.
Zielfemrohrbefestigang» die ein Vorwärtsgleiten des Fernrohrs beim Schuß gestattet,
dadurch gekennzeichnet, daß das Fernrohr auf einer Stange befestigt ist, welche in einer oben
auf der Schußwaffe befestigten, die Stange ganz oder zum größten Teil umfassenden Führung
gleitet. Optische Werke Cassel in Cassel. 29. 4. 1905. Nr. 178 008. Kl. 72.
Zielfernrohr fQr Gewehre und Geschütze, bei welchem sich beim Einstellen zweier
Marken auf die Breite oder Höhe eines Zieles von gegebener Größe die der Zielentfernung ent-
sprechende Erhöhung selbsttätig einstellt, gekennzeichnet durch drei im Gesichtsfelde ange-
ordnete Fäden, von denen zwei auf die scheinbare Breite oder Höhe des Zieles eingestellt
werden können und der dritte Faden sich selbsttätig auf die der Entfernung entsprechende
Erhöhung einstellt. F. Neuber in Wiener Neustadt und W. v. Preyß in Baden. 24. 2. 1905.
Nr. 178 106. Kl. 72.
Vorrichtung zur elektrischen Femüberiragang voa Kompafistellnngen mit Hilfe
eines an der Rose befestigten Stromschlußhebels, der über Kontakte schleift, welche an Wider-
stände angeschlossen sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerstände in dem Hohlraum des
Bodengewichtes des Kompasses untergebracht sind, zum Zwecke, nur die Fernleitungen, nicht
aber die zahlreichen Verbindungsleitungen der Kontakte mit den Widerständen aus dem
Kompaßgehäuse herausführen zu brauchen. Neufeldt & Kuhnke in Kiel und B. Freeso in
Dehnenhorst. 8.6.1905. Nr. 177 946. Kl. 74.
Doppelfemrohr mit Vorrichtung zum Wechseln der Okulare und der Auszugslängen
durch Verschiebung der Objektive gegen die feststehenden Okulare, gekennzeichnet durch einen
mit dem die Okulare tragenden Auszuge verbundenen Griff, an dem das Fernrohr von der einen
Hand gehalten werden kann, während die andere den die Objektive tragenden Teil verstellt.
F. Niemeyer in Braunschweig. 6. 9. 1905. Nr. 177 630. Kl. 42.
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228
l»atontllste.
üeotsehe
Mechanlker-Ztg.
Patentliste.
Bis zum 14. Oktober 1907.
Klasse: Anmeldnngeii.
21. B. 44 275. Ferrariszähler. Bergmann-
Blektr.- Werke, Berlin. 3. 10. 06.
B. 12 334 u. Zus. E. 12 640. Verfahren zur Erzeu-
gung ungedämpfter elektrischer Schwingun-
gen. S.Eisenstein, Kiew. 14.2.07. 13.6.07.
H. 40 572. Kontaktvorrichtung für empfind-
liche Meßinstrumente. W. C. Hcraeus,
Hanau. 27.4.07.
L. 24108. Prüfvorrichtung für Schwingungs-
systeme, welche mit wenig gedämpften
Schwingungen arbeiten. C. Lorenz, Berlin.
27. 8. 07.
M. 31644. Telegraphen mit als Scheibe aus-
gebildetem drehbaren Schriftboden aus
magnetischem Material. 6. M o r i n , Havana,
Cuba. 18. 2. 07.
30. J. 9906. Augonelektromagnet. B. Jirotka,
Berlin. 2. 6. 07.
42. B. 12 433. Verfahren und Vorrichtung zum
Bestimmen von Meerestiefen, bei dem die
Geschwindigkeit des Schalles im Wasser als
Maß für die Tiefe benutzt wird. A. F. B e 1 1 s ,
Boston, V. St. A. 18. 3. 07.
H. 40473. Spiegelkondensor für ültramikro-
skope. 0. Heimstädt, Wien. 18. 4. 07.
M. 30 135. Verfahren zur Aufzeichnung von
Bewegungen durch Übertragung der Be-
wegungen auf eine Flamme. K. Marbe,
Frankfurt a. M. 9. 7. 07.
0. 5322. Lotröhrchen mit einer gegen Wasser
empfindlichen, auf einem herausnehmbaren
Träger aufgetragenen Parbschicht. W. 0 s t -
wald, Großbothen, Sachsen. 31. 7. 06.
Z. 5155. Instrument zum beidäugigen Be-
trachten von Gemälden u. dgl., das aus einer
geraden Zahl gegen die Mittellinie des
Objektraumes um 45 ^ geneigter Spiegel in
oder außer Verbindung mit einem Fernrohr-
systom besteht. C. Zeiß, Jena. 4. 1.07.
Erteiluiigeii.
21. Nr. 191 788. Verfahren zum Auspumpen
von Glasröhren oder Glasgefäßen. H. Gethe,
Rixdorf. 20.2.07.
Nr. 191791. Elektrischer Kondensator. Sie-
mens & Halske, Berlin. 15. 6. 06.
Nr. 191861. Schutzvorrichtung für die Ab-
schmelzkapillare von Quecksilberdampf-
lampen mit einer festen Elektrode. H. B o as,
Berlin. 15.12.06.
Nr. 191898. Vakuum-Ventilröhre. Polyphos,
Elektr.-Ges., München. 23. 4. 07.
Nr. 191 968. Wechselstrommeßinstrument der
Dynamometerklasse mit einem Eisen ent-
haltenden Elektromagneten. W.E.Sumpner,
Ainsdale b. Birmingham, Engl. 14. 11. 05.
Nr. 192 288. Einrichtung zur Ausübung des
Verfahrens für Fern Übertragung von Bildern,
Photographien und andern Flächendar-
stellungen mittels Selens; Zus. z. Pat. Nr.
190 462. *E. Liebreich, Berlin. 15.1.07.
Nr. 192 294. Prüfzello zur Bestimmung der
Intensität der Röntgenstrahlen. G.Schwarz,
Wien. 8. 1. 07.
30. Nr. 192 300. Apparat zur radiologischen
Belichtung lebender oder lebloser Objekte.
J. Robinsohn, Wien. 6. 12. 06.
42. Nr. 191 567. Meß tisch tachymetor mit selbst-
tätiger Angabe der Höhen und Entfernungen
und deren Aufzeichnung mit Hilfe eines
Zeichenapparats durch Übertragung der Be-
wegung des Fernrohres auf den Anzeige-
und Zeichenapparat. P. J. Steinke, Berlin.
13. 4. 06.
Nr. 191621. Nivellierinstrument mit einem
Hauptvisierrohr, einem im rechten Winkel
abzweigenden Nebenvisierrohr und einem
im Hauptvisierrohr gelagerten, dem Neben-
visierrohr gegenüberliegenden drehbaren
Reflektor. W. Thorburn, Seattle, Washing-
ton. 26. 9. 06.
Nr. 191 738. Kolorimeter, bei dem eine ge-
färbte Flüssigkeitssäule mit veränderlicher
Höhe als Vergleichsobjekt dient. J. Szcze-
panik, Tarnow, Galizien. 5.4.06.
Nr. 191758. Justieranordnung für Prismen-
doppelfemrohre, bei denen die Verbindung
der beiden Einzelrohre durch zu Gelenk-
armen ausgebildete Deckplatten erfolgt
E. Leitz, Wetzlar. 14. 6. 06.
Nr. 191 760. Vorrichtung zur Bestimmung der
Anfangsgeschwindigkeit abgefeuerter Ge-
schosse. R. Sack, Düsseldorf- Grafenberg.
23. 1. 07.
Nr. 191 797. Diopter - Bussole mit Richtungs-
anzeiger und Einrichtung zum Einstellen der
magnetischen Abweichung. L. Paust, Nürn-
berg. 1. 9. 06.
49. Nr. 191528. Schweißpulver für Stahl. Ch.
Wurster, Reutlingen. 26. 6. 06.
Nr. 191801. Lötpaste zum Löten von Edel-
metall. Klewe & Co., Dresden-A. 2.5.06.
72. Nr. 191 957. Zielfemrohr, bei welchem die
jeweilige Stellung der in der Höhenrichtung
einstellbaren Zielmarke auf einer im Ge-
sichtsfeld angeordneten Skala angezeigt
wh-d. R. Weber, Cassel. 26.6.06.
Nr. 192003. Vorrichtung zur elektrischen Be-
leuchtung von Zielmarken an Feuerwaffen
oder in Zielfernrohren. T. Bonino, Spezia,
Ital. 13. 9. 05.
FUr die Redaktion verantwortlich: A. Blaschko in Berlin W.
Verlag Ton Jnlins Springer In Berlin N. — Druck von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt ziur ZeitBchrift für Instrumentenkunde
und
Organ für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr. 51.
Heft 22. 15. November. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmis^ang: der Redaktion g^estattet.
Ein einfacher Eomparator.
Von AlTln J. Ooz in Manila (Philippinen) i).
Nach Prof. Dr. Weinstein 2) muß man bei der Konstruktion eines Komparators
beachten: 1) die äußeren Bedingungen, unter denen die Maßvergleichungen vor sich
gehen, 2) die Konstruktion des Meßapparates (Mikroskope, Mikrometer), 3) die Eigen-
schaften der zu untersuchenden Stäbe. In bezug auf den ersten und letzten Punkt
braucht man bei Maßen von demselben Ausdehnungskoeffizienten die Prüfung nur bei
gleicher Temperatur vorzunehmen; diese zu erreichen, ist bei einiger Vorsicht nicht
zu schwer, wenn man den Beobachtungsraum vor äußeren Einflüssen schützt. Alsdann
braucht man aber nur auf die Konstruktion des Apparates selbst sein Augenmerk
zu richten.
Das Bureau of Science von Manila benötigte infolge der Einführung einer
neuen Maß- und Gewichtsordnung für die Philippinen einer großen Zahl von Maßstäben
zweiter Ordnung, insbesondere für Eichzwecke, und dadurch wiederum wurde die Be-
schalfung eines Instruments unumgänglich, mit dem man Vergleichungen mit dem
Normalmeter mit einer Zuverlässigkeit von wenigen Hundertsteln des Millimeter an-
stellen konnte. Ein feines Kathetometer, von der Art, wie sie zur Ablesung von Eudio-
meterrohren bestimmt sind^), erwies sich als nicht recht verwendbar für den vorliegenden
Zweck. Ein in Benutzung stehendes Kathetometer mit einem Femrohrabstand von 3 bis
5 m und einer 20 ''-Libelle ist für Längenmaßvergleichungen nicht genau genug, selbst
wenn man eine Libelle von 15'' Empfindlichkeit verwenden würde.
In der Regel wächst die Überlegenheit eines Instrumentes mit seinen Kosten,
und da sich ergab, daß die einzigen bis jetzt hergestellten Instrumente, die den vor-
liegenden Ansprüchen vollkommen genügt hätten, zu teuer und unnötig kompliziert
sind, ließ der Verfasser in der Werkstatt des Bureaus den im folgenden beschriebenen
Apparat bauen; er glaubt, daß das Instrument in Anbetracht seiner Einfachheit mehrere
der Beschreibung werte Einzelheiten aufweist. Das benutzte Prinzip ist das bei Maß-
vergleichungen allgemein angewandte: der zu untersuchende Stab ist dem Normal
parallel angeordnet, die Bilder der Endstriche werden nacheinander in das Gesichtsfeld
des Mikroskops gebracht und ihre gegenseitige Lage wird bestimmt. Bei den oben
erwähnten Kathetometerformen wird die Messung so ausgeführt, daß man die zu be-
stimmende Länge im Fernrohre beobachtet und gleichzeitig die Skala an der vertikalen
Achse abliest.^)
1) Von der Red. aus dem englischen Original frei übersetzt. Die beschriebene Kon-
struktion scheint eines gewissen Interesses vor allem deswegen wert, weil sie zeigt, wie man
•ich fem von den großen Zentren der Kultur bei dringenden Anforderungen mit einfachen
Mitteln helfen kann. Die Red.
«) DewUehe Mech.Ztg. 1899. 8.28.
8) A. Terquem, Jaum. de Fhys. (2) 2. 8.409. 1883; F. Miller, ZeiUchr. f. Instrkde. 3.
8.409. 1883; R. Fueß, ebenda 6. 8.153. 1886; F. L. C. Wadsworth, Am. Joum. of Science. 151.
8. 41. 1896.
^) Die dabei entstehenden Fehler lassen sich vermeiden, indem man zwei zu ver-
gleichende Stäbe nebeneinander aufhängt and nacheinander anvisiert. Bed.
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230
Alvin J. Cox, Ein einfacher fCompaiator.
Deoteehe
Mechaniker-Ztg.
Die im Bureau of Science gewählte AüordnuDg ist in nebenstehender Figur
dargestellt; hier ist eine zu kurzarmige Lagerung der verschiebbaren Teile und eine
Drehung des Fernrohrs vermieden. Die Grundplatte P und die senkrechten Ftihrungs-
Bäulen Ci und C^ für den Schlitten 8 entstammen einem Torsionsviskosimeter nach
Doolittle^). Der Schlitten 8 hängt an Drähten D^ und Doi diese laufen über zwei
Räder R^ und R^ ^^^ gleichem Durchmesser und gemeinsamer Achse, die auf Friktions-
rollen gelagert ist, und tragen die Gegenge-
wichte (?i und (?2- ^*® 2^ vergleichenden Maß-
stäbe M^ und M^ hängen an dem Querstücke a;
sie sind in vertikaler Richtung durch die beiden
Schrauben s^ und ^2^ ^^ horizontaler Richtung von
vorn nach hinten durch Flfigelschrauben einstelN
bar. Die unteren Enden der Stäbe werden von
geeigneten Klammern K^ und E^ gehalten. Das
Beobachtungsmikroskop J ist auf einem zweiten
Schlitten 8^ montiert, der auf dem ersten Schlitten 8
sich befindet. Zufolge der horizontalen Verschie-
bung von 8^ und der vertikalen von 8 bestreicht
das Mikroskop fast den ganzen Raum zwischen
den Säulen C^ und C^) es hat 60-fache lineare
Vergrößerung und ein Gesichtsfeld von 1,2 mm.
Eine in Millimeter geteilte Glasplatte ist in dem
Mikroskop so einjustiert, daß ein Intervall einem
Zehntel des Millimeter auf dem anvisierten Maß-
stabe entspricht; sie ersetzt also ein Mikrometer,
mittels dessen man 0,1 mm direkt ablesen und
die Differenz zwischen den beiden Maßen mit der
erforderlichen Genauigkeit bestimmen kann, indem
man diese nacheinander in das Mikroskop bringt.
Die Nullpunkte der Stäbe werden durch die
Schrauben s^ und s^ einjustiert, der Paralellismus
der Teilungen wird schnell erzielt, indem man das
Mikroskop auf- und abwärts entlang den Kanten
der Stäbe gehen läßt, und am unteren Ende
werden die Stäbe mittels der Klammern K^ und
K^ fokussiert.
Das Instrument ließe sich leicht so um-
ändern, daß man es in horizontaler Lage benutzen
könnte; die vertikale Anordnung ist dagegen ge-
wählt worden, um die Stäbe senkrecht aufhängen
zu können und so die Unregelmäßigkeiten und
Unsicherheiten zu vermeiden, die als Folge einer
Durchbiegung oder leichten Verspannung auf-
treten. Auch braucht man hier nur die obere
Kante des Schlittens 8^ genau zu bearbeiten.
Hätte man mehr Geldmittel aufwenden wollen,
so konnte man bei horizontaler Anordnung einen
gut ebenen Tisch konstruieren und eine voll-
kommen genaue Führung für das Mikroskop, das
Ganze in einen Thermostaten einschließen und
so die Temperatur vollständig beherrschen.
Die doppelte Beweglichkeit des Mikroskops besitzt wohl einige Vorzüge gegen-
über der festen Anordnung der Mikroskope und der Verschiebung der Maßstäbe, wie
sie bei anderen Komparatoren sich finden, z. B. bei dem Ab besehen^). Sowohl bei
vertikaler wie bei horizontaler Anordnung wird der Beobachtungsfehler sehr klein, weil
») 0. 8. Doolittle, J<mm. Am. Chem. Soc. IS. 8.173. 1893; Joum, 8oe. Chem. Ind. 12.
8.709. 1893; femer H. W. Wileg, Principles and Practice of Agncultural Analyiis S. 8. 343.
(Easton, Pa. 1897.)
2) Zeitachr. f. Instrkde. 12. S. 311. 1892.
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Heft 22.
15. November 1907.
Vereins- und Personennachrichten.
231
der Abstand der Mikroskope von den Stäben und die Entfernung zwischen diesen sehr
gering ist. Eine Veränderung in der Justierung des Mikroskops während des Arbeitens
ist tatsächlich nicht zu befürchten. Eine Reihe von Maßvergleichungen, wobei auf
0,01 tnm abgelesen wurde, hat an diesem Vertikalkomparator keinerlei Fehler gezeigt,
und der Apparat darf als vollkommen ausreichend für Normale zweiter Ordnung be-
zeichnet werden. Will man größere Genauigkeit erreichen, so empfiehlt es sich, die
besser ausgearbeiteten und kostspieligeren Methoden der Kais. Normal-Eichungs-
Kommission zu benutzen^).
Manila, Philippinen; Bureau of Science. Mai 1907.
Aufgenommen in den Hptv. der D. G.
f. M. u. O. ist:
Hr. Dr. W. Hort, Technischer Direktor
von Voigtlaender & Sohn, A.-G.; Braun-
schweig.
D. G. f. M. u. O. Zwetgveretn Göt-
tingen. Sitzung vom 24. Oktober 1907.
Vorsitzender: Hr. E. Ruhst rat.
• Anwesend sind neben 12 Mitgliedern eine
größere Anzahl von Gehilfen und Werkmeistern.
Der Vorsitzende erteilt Hrn. Prof. Dr.
Am brenn das Wort zu einem Vortrag tlber
„das metrische System*', in welchem derselbe
in sehr klarer Weise auseinandersetzt, auf
welchem Wege man durch Gradmessungen zur
Aufstellung der Länge des Meters gekommen sei.
Nachdem die Nichtmitglieder den Saal ver-
lassen, wird der tlbrige Teil der Tagesordnung
erledigt. Ein Antrag des Hm. W. Sartorius,
den Magistrat um Überlassung eines Raumes
in der zu erbauenden neuen Mechanikerschule
zu ersuchen, behufs einer permanenten Aus-
stellung der Erzeugnisse der hiesigen Fein-
mechanik, fahrt zu einer lebhaften Debatte.
Alsdann wird über die Aufstellung eines Kan-
didaten zur Wahl als Mitglied der Handels-
kammer gesprochen.
Der Vorsitzende macht femer die Mit-
teilung, daß Hr. Geheimrat v. Esmarch Mit-
glied des Vereins werden wolle. Darauf gibt
der Schatzmeister des Vereins, Hr. W. Sar-
torius, einen Kassenbericht; zu Revisoren der
Kasse werden die Herren Hausmann und
Bartels ernannt, worauf zur Verstandswahl
geschritten wird. Der alte Vorstand wird
durch Akklamation wiedergewählt, desgleichen
Hr. W. Sartorius als Vertreter des Vereins
im Hauptvorstande. Bk.
ZwetgTerein Leipzig.
Am 31. Oktober veranstaltete der Verein
sein 6. Stiftungsfest in den Räumen des Hotels
„Deutsches Haus*', bestehend aus Tafel und Ball.
Das Arrangement hatten die Herren Donner
und Diel Übernommen, und es war keine Mühe
gescheut, das Fest würdig den früheren anzu-
reihen. Die Begrüßung fand durch Herrn
Donner statt, ihr schloß sich ein Prolog,
gesprochen von Frl. Heynemann, an.
Während der Tafel wurden von Frl. Pfau,
Frl. Noumeyer, Frl. Diel, sowie Hm. Köhler
Gesang- und Klaviervorträge in gewohnter
Güte zu Gehör gebracht. Die Festrede hielt
Herr Große, den Toast auf die Damen brachte
Herr Schmager aus, und Herr Schopper ge-
dachte der Gäste. Der Zweigverein Halle
brachte durch ein Telegramm seine Glück-
wünsche dar, ebenso die Abteilung Berlin.
Einige Rezitationen von Herrn Schopper jun.
sowie die üblichen Tafellieder trugen zur Er-
höhung der Gemütlichkeit bei. Herr Matthes
gedachte noch zum Schluß der Tafel derjenigen,
welche das Fest arrangiert und durch Gesang
und Vorträge unterstützt hatten. Nach der
Tafel blieb man noch lange beim Tanz zu-
sammen, und der Abend fand durch eine ge-
mütliche Kaffeetafel seinen Abschluß. Auch der
Katerbummel nach Raschwitz am Sonntag, den
3. NovembeF, verlief in der animiertesten
Stimmung. A. 8.
Zweigvereln Hamburg - Altena.
Sitzung vom 5.Novemberl907. Vorsitzender:
Hr. Dr. H. Krüß.
Hr. Ludwig Stack er wird als Mitglied
aufgenommen. Der Vorsitzende legt Mit-
teilungen der Hamburgischen Gewerbekammer
über d|is neue Gewerbekammergesetz und die
auf Grund desselben vorzunehmenden Wahlen
vor und empfiehlt eine lebhafte Beteiligung.
Hr. Dr. Paul Krüß führt optische Demon-
strationen mit der Liliput -Projektionslaterne
vor. Diese von Hrn. Prof. Grimsehl kon-
struierte Projektionslaterne besteht im wesent-
lichen aus einer Liliput-Bogenlampe, welche
an einem Stativ leicht in der Höhe verstellt,
») Zeitaehr. /. Inatrkde. 15. 8. 313 i*. 353, 1895.
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232
Vereins- u. Personennachxicbten. — POr Werkstatt und Laboratorium.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
gedreht und geneigt werden kann. Die an der
Lampe angebrachte Kondensorlinae hat eine
verhältnismäßig kurze Brennweite. Infolge-
dessen hat das durch sie erzeugte parallele
Strahlenbündel eine sehr große spezifische
Helligkeit, welche für die meisten optischen
Versuche vollkommen ausreicht. Der Vor-
tragende benutzt die Liliput-Projektionslaterne
zur Vorführung von einer Reihe optischer Er-
scheinungen, wie Erzeugung des Spektrums,
Wiedervereinigung der Spektralfarben zu weiß,
Darstellung der Komplementärfarben , künst*
liehe Erzeugung des Regenbqgens, Demon-
stration von Doppelbrechung und Polarisations-
erscheinungen. Zur Vorführung der Brechung
des Lichtes beim Übergang aus Wasser in Luft
und des Strahlenverlaufes beim Durchtritt des
Lichtes durch Linsen dienen zwei auch von
Hrn. Prof. Grimaehl konstruierte Apparate,
welche die optischen Grundgesetze in instruk-
tiver Weise veranschaulichen. Die Einfachheit
der verschiedenen Versuchsanordnungen und
die deutliche, weit sichtbare Darstellung der
Projektionen zeigen die vielfache Anwendbar-
keit der Liliput-Projektionslaterne im physi-
kalischen Unterricht. jEf. K
Hr. Dr. H. A. Krfir«, welcher in der
Deutschen Unterrichtsausstelluog auf der
Weltausstellung in St. Louis als Leiter der
Abteilung für wissenschaftliche Instrumente,
und sodann in den letzten zwei Jahren
als Oberlehrer für Mathematik und Physik
in Hamburg tätig war, ein Sohn unseres
Vorsitzenden, ist als Hilfsarbeiter in das
Preußische Kultusministerium berufen wor-
den.
Fflp Werkstatt
und Lahopatopfüm.
Neue Hilfsmittel für Laboratoriam
und Hörsaal.
Von W. Kaufmann.
Fhya. Zeitschr. 8. 8. 749. 1907
und Yerh, D. Phys. Qea. 9. S. 435. 1907.
Vortrag,
gehalten auf der 79. Versammlung Detitscher
Naturforscher und Ärzte am 17. September 1907.
Die seit Jahrzehnten in chemischen und phy-
sikalischen Laboratorien für experimentelle An-
ordnungen und den Aufbau von Apparaten
verwendeten Bunsenstative haben den Nachteil,
daß wegen der meist unrundon und rauhen
Walzeisenstangen die zu klemmenden Stücke
nicht leicht an die gewünschte Stelle gebracht
werden können und obendrein oft wackeln.
Diese vorbereitenden Arbeiten, der soge-
nannte Aufbau der Versuchsanordnung, verur-
sachen daher mancherlei Schwierigkeiten und
große Zeitverluste. Mittels Volkmann s^) »phy-
sikalischen Baukastens" ist man in der Lage,
häufig wiederkehrende physikalische Anord-
nungen in beliebiger Weise miteinander zu
kombinieren und zu vertauschen. Die Ver-
besserung der Bunsenstative durch Volk-
mann besteht hauptsächlich in der Verwen-
dung gezogener Eisenstangen und präzise
gefräster Muffen an Stelle der unruuden Stangen
und gegossenen Muffen am alten Bunsenstativ.
Verf. benutzt Eisenröhren, die mit Messing
überzogen und vernickelt sind. Diese Röhren
werden in einem am Stativbrett angebrachten
Fuß senkrecht oder wagerecht eingeschraubt
Fig. i.
(s. Fig. i). Als Muffen benutzt Verf. entweder
eine Universalmuffe {Fig.S) oder eine Parallel-
muffe (Fig. 1, h)\ mittels dieser kann man die
Röhren nach Bedarf verlängern.
Die Universalmuffe kann entweder als
Kreuzmuffe c oder zwei zusammen können als
Drehmuffe d benutzt werden. Ein Stellring e
erlaubt beliebige Drehungen um die senk-
rechte Achse und genau abgemessene Höhen-
änderungen.
Die Parallelmuffe besitzt noch eine dritte
Bohrung (s. Fig. 3) und wird dadurch als Doppel-
muffe verwendbar.
*) W. Volkmann, Der Aufbau physikalischer
Apparate u. s. w. (Physikalischer Baukasten).
Berlin 1905. S. D. Meeh-Ztg. 1906. 8. 190.
Fabrikant: G. Beck & Co. , Berlin NO, Georgen-
kirchstr. 64.
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Heft 22.
15. November 1907.
Par Werkstatt und Laboratorium.
233
Als Klemmen dienen die gewöhnlichen
Bunsenklemmen, deren Stiel man durch ein
Präzisionsrohr ersetzt, oder Volkmannsche
oder eine neue von Kaufmann konstruierte
(Fig 3)» Letztere, deren Konstruktion aus der
Figur erhellt, klemmt runde Gegenstande bis
5,5 em Durchmesser genau zentrisch, andere
Gegenstände von beliebiger Höhe.
r"
L....:.;
Flg. 2
Eine von Kaufmann erdachte Klammer
ist in J^. 1 zum Festhalten eines Brettes /
benutzt; wenn man sie an den Tisch anschraubt,
so kann man in ihren Bohrungen einen oder
zwei Stäbe senkrecht montieren.
Mit Hilfe dieser Vorrichtungen und einer
Isoliermuffe, deren Stiel mittels Hartgummis
isoliert ist^ hat Kaufmann z. B. eine Bogen-
lampe zusammengesetzt, die noch eine Mikro-
meterbewegung enthält. Das Mikrometer paßt
L^if^>
Flg. 4.
in die Bohrungen der Muffen hinein und wird
auch bei der Aufstellung einer verstellbaren
Funkenstrecke benutzt. Auch eine optische
Bank mit Glflhlampe, Linse und Schirm läßt
sich aus 2 Röhren und 2 Parallelmuffen auf-
bauen (Fig 4). Hier ist noch zu beachten das
Volkmannsche Schiebegewicht b, das den
Schwerpunkt der zu bewegenden Teile nach
mL
unten verlegt, und ein Halter e für Linsen von
15 bis 70 mm Durchmesser.
Elektrische Leitungen fahrt f r ,>, ^
Kaufmann mittels kleiner Isolier-
knöpfe (Fig. 5), die zum Anstecken
an die Röhren eingerichtet sind.
Alle Bohrungen müssen ge-
nau senkrecht aufeinander stehen
und denselben Durchmesser haben.
Verf. hält ferner eine allgemeine Vereinbarung
tlber die zu wählenden Abmessungen für wün-
schenswert^). If.
Flg. 6.
Keilsystem Woodruff.
D. R. P.
Mitgeteilt von W.Klußmannin Charlottenburg.
Die in nachstehenden Figuren dargestellte
neue Keilverbindung besteht aus einem runden
Scheibensegment, welches sich in eine mittels
eines passenden Fräsers hergestellte Nut ein-
legt (vgl. Fig 1). Die Anfertigung der Scheiben
kann mit großer Präzision z. B. durch Abstechen
von einem Draht entsprechenden Durchmessers,
der mit einer angefrästen Abflachung versehen
ist, bequem erfolgen. Infolgedessen stellt sich
die Fabrikation und besonders das Einpassen
wesentlich billiger als bei der Benutzung der
üblichen Keilverbindung. Die Befestigung ist
äußerst zuverlässig, ein Drehen der aufgekeilten
Gegenstände ist vollständig ausgeschlossen.
Will man längere Hülsen auf Zapfen festsetzen,
so benutzt man event. zwei Woodruff- Keile
hintereinander. Auch für konische Nuten sind
diese Keile zu gebrauchen; der Keil paßt sich
dem Winkel ohne weiteres an (vgl. Fig. 2)*
Die Keile werden aus in Öl härtebarem
Stahl hergestellt; die Dimensionen sind so be-
rechnet und die Nuten sollen so tief gefräst
werden, daß der herausragende Teil des Keiles
gleich der halben Keilbreite ist.
') Angeregt durch eine Äußerung des Vor-
tragenden am Schlüsse seiner Ausführungen
hatte der Unterzeichnete, der seinerzeit dem
Vortrage beiwohnte, in der Diskussion die
D. Mech.-Ztg. zur Publikation derartiger Kon-
struktionen unter Hinweis auf ihre Verbreitung
sowohl unter den Physikern wie unter den
Mechanikern empfohlen. Diese Bemerkung,
von der der Unterzeichnete Korrektur erhalten
und gelesen hatte, ist von der Phys. Zeitschr ,
die im übrigen die dem Vortrage folgende
Diskussion veröffentlicht, nachträglich unter-
drückt worden. Der Redakteur,
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234
Gewerbliches. — Bücherschau.
Deatsche
Mechanlker-Ztg.
Die Nutenfräser worden ala aus einem Stück
bestehende Schaf tfräser oder als Scheiben fräser,
die auf einem passenden Dorn zu befestigen
sind, geliefert. Für die erstoren empfiehlt sich
die Verwendung eines Hohldornes, der in den
Frasespindelkonus paßt; am herausragenden
Ende ist er mit einer dem FrSserschaft ent-
sprechenden Bohrung versehen und mehrteilig
aufgeschnitten. Der Fräser wird nach Art der
amerikanischen Zangen mittels einer Überfang-
mutter sicher festgehalten.
Fig. 2
Durch Bestellung der Originalkeile und der
Fräser (Fabrikat Whitney) erwerben die
Abnehmer das Recht der Verwendung des
Keilsystems; diese sind von der Firma F. G.
Kretschmer & Co. (Frankfurt a. M., Gallus-
anlage 1) zu beziehen. Die Keile werden in
Größen von 2 mm Keilbreite bei 12 J mm Keil-
länge und 1 mm Keilhöhe für 10 mm kleinsten
Wellendurchmesser bis zu 12 mm Keil breite bei
73 mm Länge und 6 mm Höhe für 55 mm
kleinsten Wellendurchmesser hergestellt; die
Preise bewegen sich dementsprechend zwischen
6,30 und 37,30 M für 100 Stück.
Qewephliohes.
Internationale Ausstellung: für anfi:e-
wandte Elektrtzit&t, Marseille 1908.
Die Stadt Marseille hat in jüngster Zeit eine
elektrische Bnergieverteilung erhalten; ferner
wird' der ganze südöstliche Teil Frankreichs,
welcher bis jetzt nur eine kleine Anzahl Zen-
tralen von wenig Belang besaß, mit einem aus-
gedehnten Verteilungsnetz versehen werden,
welches von einer Reihe hydroelektrischer Zen-
tralen gespeist wird, die mit ihren Dampf-
reserven über eine Gesamtkraft von mehr als
150 000 PS verfügen.
In Anbetracht dieser Sachlage soll i. J. 1908
in Marseille eine internationale Ausstellung für
angewandte Elektrizität stattfinden und zwar
in demselben städtischen Park am Prado, in
dem 1906 die Kolonialausstellung war.
Die Eröffnung der Ausstellung ist auf den
19. April 1908 (Ostersonntag) festgesetzt; sie
soll bis zum 31. Oktober 1908 dauern.
Die Ausstellung enthält folgende Haupt-
gruppen, von denen jede in Klassen eingeteilt
ist: 1. Übertragung und Verteilung der elek-
trischen Energie. 2. Anwendung der elek-
trischen Kraft in der Industrie im allgemeinen.
3. Anwendung der elektrischen Kraft in der
Hausindustrie. 4. Anwendung für häusliche
Zwecke. 5. öffentliche und private Beleuchtung.
6. Heizung und Ventilation. 7. Anwendungen
an Hebezeugen und andern Beförderungs-
mitteln. 8. Anwendungen im Bergbau und in
Steinbrüchen. 9. Anwendungen im Bahnbetrieb.
10. Anwendungen in der Landwirtschaft. 1 1. An-
wendungen im Kriegswesen und in der Marine.
12. Elektrochemie, Elektrometallurgie und ver-
wandte Gewerbe. 13. Telegraphie und Tele-
phonie. 14. Medizinische Elektrizität. 15. Meß-
und Kon troll -Instrumente. 16- Rohmaterialien
und für die elektrische Industrie in Anwendung
kommende Produkte. 17. Elektrotechnisches
Unterrichtswesen.
Die Ausstellung enthält keine Gruppe für
die Erzeugung der Elektrizität; jedoch können
Pläne, Photographieen und Modelle von Ma-
schinen oder von Elektrizitätswerken ausge-
stellt werden.
Die Ausstellung verfügt über Energie in
Form von Gleich-, Wechsel- und Drehstrom,
mit verschiedenen Spannungen.
Es werden 4 Ausstellungsgebäude herge-
stellt werden: 1. Das Hauptgebäude (Gr. 3
bis 6, 12 bis 17), 2. das Gebäude für Energie
(Gr. 1, 2, 7, 11), 3. das Gebäude für Transport
und Bergbau (Gr. 8 u. 9), 4. das Gebäude für
die Landwirtschaft (Gr. 10); femer können
Einzelplätze im Park belegt werden.
Die Platzmiete beträgt zwischen 100 fr. und
80 fr, für das Quadratmeter, je nach dem Umfang
des belegten Platzes; Wandflächen kosten bO fr.
für 1 qm.
Genaueres teilt mit das Commissariat Qthkral
de V Exposition IntemationaU des AppKcatums de
VJ^lectriciti in Marseille, Bd. Louis - Salvator 52.
Bflohepsohau.
Technolexikon des Vereins Deutscher
Ingenieure.
Der Verein Deutscher Ingenieure teilt
mit, daß er beschlossen hat, seine Arbeiten am
Technolexikon einzustellen : das Werk habe sich
als über alles Erwarten umfangp-eich heraus-
gestellt, und die Kosten, die erforderlich wären,
um es in der vorgesehenen Zeit zu vollenden,
würden die dem Vorein für diesen Zweck zur
Verfügung stehenden Geldmittel überschreiten.
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Heft 22.
15. November 1907.
fiücherschau. - Patentschau. — Patentliste
235
Diese Nachricht wird iu deu Kreisen der
Technik und der Wissenschaft das schmerz-
lichste Bedauern hervorrufen, da man dem ganz
eigenartig entworfenen und bisher programm-
mäßig durchgeführten Plane des Vereins das
größte Interesse bezeigt hat; das Aufgeben der
Arbeiten Überrascht um so mehr, als für den
Anfang dieses Jahres bereits der Beginn der
Drucklegung angekündigt (vgl. 2). MecK-Ztg.
1906. 8. 170) und ein Vorleger für das Werk
genannt worden ist. Es wftre sehr schade,
wenn die bisher geleistete Arbeit verloren gehen
sollte und das gesammelte Material (über
3 Millionen Wortzettel!) unbenutzt bliebe.
Hoffentlich gelingt es dem Verein doch noch,
das anscheinend festgefahrene Schiff wieder
flott zu bekommen.
Patentsohau.
Sphärisch, chromatisch und komatisch korrigiertes photographisches Doppelobjektiv
mit an astigmatischer Bildfeldebnung, bestehend aus zwei zu beiden Seiten einer Mittelblende
liegenden Komponenten, dadurch gekennzeichnet, daß die eine Komponente eine einfache, un-
achromatische Linse ist, während die andere aus drei oder mehreren miteinander verkitteten
Binzellinsen derart zusammengesetzt ist, daß der zerstreuende Bestandtoil einen niedrigeren
Brechungswert besitzt als die eine der mit derselben verkitteten Sammellinsen. F. Coblitz
in Regen im Bayer. Wald. 8. 5. 1904. Nr. 177 266. KL 42.
Optisches Untersuchungsinstrumeiit mit gebrochener optischer Achse und einem
dem Objektivprisma vorgelagerten Prisma zum Einführen in Höhlungen, dadurch gekennzeichnet,
daß das vorgelagerte Prisma um sich selbst und um die Längsachse des Instruments drehbar
ist, wobei die Drehung durch Gestänge und Zahnradgetriebe von der Okularseite aus in be-
kannter Weise erfolgt. L. & H. Loewenstein in Berlin. J8. 11. 1905. Nr. 177 780. Kl. 42.
Abblenderorrichtung für optische Pyrometer, dadurch gekennzeichnet, daß vor die
Öffnung des Konzentratlunsspiegels eine durch sektorförmigu, gegeneinander verstellbare Platten
gebildete Blende angeordnet ist, welche sektorförmige Durchgangsöffnungen von veränderlichem
Winkel freiläßt. Cie. pour la fabrication des compteurs et matöriel d'usines a gaz
u. Ch. F6ry in Paris. 23 6. 19C5. Nr. 177995. Kl. 42.
Quecksilberdampflampe mit Kippzündung, dadurch gekennzeichnet, daß das Kathoden-
ende von der Richtung der Lichtröhre nach aufwärts abweicht, damit bei der Überführung des
Kathodenquecksilbers nach dem Anodenende behufs Vorbereitung dor Kippzündung der Strom-
cinführungsleiter der Kathode früher von dem Kathodenquecksilber entblößt wird, als dieses die
Anode erreicht, wodurch ohne Ausschaltung der Lampe aus dem Stromkreis eine Zündung vom
Kathodenende nach dem Anodenende und die damit verbundene Gefahr der Zerstörung des
Einführungsleiters der Kathode vermieden wird. Schott & Gen. in Jena. 28. 12. 1905.
Nr. 178 466. Kl. 21.
Vorrichtung zum selbsttätigen Aufzeichnen des Verlaufs mehrerer physikalischer
Vorgänge durch ein einziges registrierendes Meßinstrument, welches mittels eines Uhrwerkes
von den einzelnen Vorgängen in regelmäßigen Zeitintervallen abwechselnd beeinflußt wird, da-
durch gekennzeichnet, doß die Umschaltung des Instruments durch einen selbständigen Schalt-
mechanismus erfolgt, der von dem Uhrwerk auf elektromagnetischem Wege in Tätigkeit gesetzt
wird. Siemens & Halske in Berlin. 29. 11. 1903. Nr. 179 093. Kl. 21.
Patentfiste.
Bis zum 28. Oktober 1907.
Klasse: Anmeldiiiigeii.
17. M. 31 453. Verfahren und Vorrichtung zur
Luftverflüssigung und Gastrennung; Zus. z.
Pat. Nr. 174 362. R. Mewes, Berlin. 22.107.
18. H. 38 995. Verfahren zur Erhöhung der
Permeabilität sowie zur Verminderung der
Hysteresis in Eisenlegierungen, vorzugs-
weise kohlonstoff- und manganarmen Silicium-
eisenlegierungen, welche zur Verwendung
in elektrischen Apparaten bestimmt sind.
R. A. Hadfield, Sheffield, Engl. 17.10.06.
21. A. 14 033. Bogenlampe zur Erzeugung
schneller elektrischer Schwingungen. The
Amalgamated Radio-Telegraph Cy.,
London. 31. 1. 07.
A. 14 319. Elektrizitätszähler. Mix & Genest,
Berlin. 17. 4. 07.
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236
PatentUste. — Pragekasten.
Deutsche
Mechanlker-Ztg.
G. 24 432. HitzdrahtmeßgGrät. 8. Guggen-
heimer, Nürnberg. 23. 2. 07.
G.24817. Motor-Blektrizitatszähler. B.Grassot,
Paris. 27. 4. 07.
H. 40 976. Verfahren zur Messung oder An-
zeige des Stärkebetrages einer periodischen
Kraft unter Anwendung der bekannten Re-
sonanzerscheinung zwischen solchen peri-
odischen Kräften und abgestimmten elasti-
schen Systemen. Hartmann & Braun,
Frankfurt a. M. 15. 6. 07.
H. 41 396. Verfahren zur Widerstandsmessung
elektrischer Stromkreise. Dieselben. 5.7.07.
M. 32 634. Elektromagnet mit zwei oder mehr
voneinander unabhängigen Wicklungen. P.
Meyer, Berlin. 4. 7. 07.
S. 24 593. Verfahren zur Herstellung von
Kontaktstiften bezw. Kontaktplättchen aus
schwer oxydierendem Material. Siemens
& Halske, Berlin. 8.5.07.
30. J. 9850. Augenmagnet mit einem wicklungs-
losen, den andern überragenden Schenkel.
B. Jirotka, Berlin. 9.4.07.
Seh. 25 407. Verschluß für Flaschen mit ätzen-
der Flüssigkeit o. dgl. C. Schnuerle,
Frankfurt a. M. 31. 3. 06.
42. R. 23 821. Torsionsdynamometer mit an
zwei Stellen der Meßwelle mit Kontakten
versehenen Scheiben oder Ringkörpem. P.
Rambai, Zürich. 8.1.07.
47. L. 23 855 und Zus. L. 24 373. Hahn aus
Glas, Ton o. dgl. A. Loibel, Dodendorf
b. Magdeburg. 6. 2. 07. 21. 2. 07.
65. B. 39 274. Übertragungsvorrichtung, insbe-
sondere für ein Gyroskop. E. W. Büß Cy.,
Brooklyn. 21. 2. 05.
74. K. 30 228. Einrichtung zur Kontrolle der
Vorrichtungen zur Femtibertragung der
Zeigerstellungen von Kompassen, Thermo-
metern und anderen Instrumenten. E.
Kühne, Dresden. 26. 8. 05.
Erteilongeii.
17. Nr. 192 594. Verfahren zur Verflüssigung
von Gasen. G. ClaudiS, Paris. 21.9.02.
21. Nr. 192 480. Verfahren, die Angaben eines
auf Ferrarisschem Prinzipe beruhenden Meß-
gerätes proportional dem Leistungsfaktor
zumachen. Allg. Blektrizitäts-Gesell-
Bchaft, Berlin. 3. 1.07.
Nr. 192 528. Blektroly tischer Stromunter-
brecher. H. Besser u. J. Cobe, New-York.
11. 4. 06.
30. Nr. 192571. Halte- und Stellvorrichtung
für Röntgenröhren. M. Kohl, Chemnitz.
25. 12. 06.
32. Nr. 192 685. Maschine zum Absprengen von
Glasgogenständen beliebigen, besonders un-
ruuden oder kantigen Querschnitts. K.
Lindner, Rauscha, O.-L. 12. 1. 07,
Nr. 192 758. Einrichtung zur Herstellung
flacher Glasgefäße durch Auswalzen von
Glasmasse. P. Th. Sievert, Dresden.
18. 9. 06.
40. Nr. 192 735. Verfahren zur Herstellung von
Legierungen von Kupfer und Bisen. F.
Dannert, Berlin. 16. 9. 06.
42. Nr. 192 355. Entfernungsmesser. R. H.
Owen, Wellington, Neu-Seeland. 18.8.06.
Nr. 192439. Verfahren zur selbsttätigen che-
mischen Untersuchung. L. & C. Stein-
müller, Gummersbach. 81.7.06.
Nr. 192 576. Sphärisch, chromatisch und astig-
matisch korrigiertes Doppelobjektiv, dessen
Einzelhälften aus je drei Linsen bestehen,
von welchen die eine Linse sammelnde
Wirkung und einen höheren Brechungs-
index als der mit derselben verkittete
Bestandteil besitzt. G. Rodenstock,
München. 8. 8. 06.
Nr. 192 577. Verfahren, um bei Prismenfeld-
stechem mit Gelenkverbindung die optischen
Achsen der Einzelfernrohre der Gelenkachse
parallel zu richten. C. Z e iß , Jena. 27. 1 . 07.
Nr. 192 578. Schwingende Quecksilberlufc-
pumpe; Zus. z Pat. Nr. 179774. U. v. Reden,
Franzburg b. Gehrden b. Hannover. 16. 3. 07.
Nr. 192 687. Kaleidoskop mit konisch zu-
laufenden Spiegelflächen. Th. Bloch, Straß-
burg i. E. 4. 6. 05.
Nr. 192 688. Prisma mit Libelle. A. & R.
Hahn, Cassel, 18. 11.06
Nr. 192 762. Metallrahmen zur gleichzeitigen
Lagerung und Befestigung von Porroprismen
in Fernrohren und anderen optischen Instru-
menten. E. Lei tz, Wetzlar. 25.9.06.
Nr. 192 793. Schauvorrichtung für Untersee-
boote u. dgl. mit kranzförmig in dem Schau-
rohr angeordneten Objektiven und Prismen
zur Aufnahme des ganzen Horizontes. S.
Lake, Berlin. 27.7.06.
Nr. 192 832. Garnprüfapparat zur Prüfung ein-
zelner Fäden auf Dehnung und Zerreiß-
festigkeit. G. D. Lauth, Mülhausen i. B.
13. 3. 07.
67. Nr. 192 900. Rotierendes Werkzeug zur
Flächenbearbeitung von Glae, bestehend aus
einem mit Diamantgries besetzten Metall-
körper. C. Zeiß, Jena. 26. 8. 06.
Fragekasten.
Wer hat das erste Zielfernrohr erdacht, wann
ist es angefertigt und auf der Jagd benutzt
worden ?
Für die Redaktion yerantwortllch: A. Blaschke in Berlin W.
Verlag von Ja lins Springer In Berlin N. — Drnck Ton Emll Dreyer in Berlin BW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung.
Beiblatt ziur Zeitschrift für Instnimentenkunde
und
Organ fttr die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Redaktion: A. Blaschke, Berlin \V 30, Barbarossastr. 51.
Heft 23. L Dezember. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmiguns: der Redaktion s^estattet.
Die Starkton-Sprechmaschine „Auzetophon'' der Deutsohen Grammophon-
Aktiengesellschaft.
Vortrag,
gehalten am 2. August 1907 auf dem 18. Deutschen Mechanikertage zu Hannover
von Generaldirektor J. Berliner In Hannover.
Das Auxetophon der D. G. A. G. bildet eine Phase in der Entwickelung derjenigen
Gattung Maschinen, welche mit dem allgemeinen Namen '„Platten- Sprechmaschinen '^ be-
zeichnet werden. Bevor ich auf die spezielle Konstruktion dieser Starktonmaschine
näher eingehe, möchte ich einen kurzen Rückblick werfen auf die seitherige Entwicke-
lung der Industrie der Platten-Sprechmaschinen überhaupt. Es kommt einerseits die
technische und andererseits die nicht minder wichtige, vielleicht sogar noch wichtigere
kommerzielle Entwickelung dieser Industrie in Frage. Denn wie uns das gelobte Land
der unbegrenzten Möglichkeiten, Amerika, zeigt, ist eine Befruchtung des Erlindergenies
durch die klingende Münze unbedingt erforderlich, wenn es nicht verkümmern und,
wie in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten in Deutschland als Norm geltend, nur
ein mühseliges und kümmerliches Dasein führen soll.
Betrachten wir zunächst die technische Fortentwickelung der Platten-Sprech-
maschine, welche im Jahre 1887 als eine Erfindung des Elektrikers Emile Berliner
in Washington das Licht der Welt erblickte. Emile Berliner gab dieser Maschine
bei der Erfindung den Kunstnamen „Grammophon^, mit welchem Namen in keiner
Weise etwa auf die Funktion der Maschine Bezug genommen werden sollte; der Name
wurde vielmehr gewählt im Gegensatz zum „Phonographen", welcher zu jener Zeit als
Gattungsname für mechanische Sprechmaschinen allgemein eingeführt war. Das im
Jalire 1887 ftlr das Grammophon in Deutschland angemeldete und erteilte und in-
zwischen selbstredend durch den nattbrlichen Tod erloschene Deutsche Reichspatent
Nr. 45 048 beschreibt ein Verfahren zur Registrierung und Wiederhervorbringung von
Lauten. In Anlehnung an die früheren bekannten Verfaliren sollten Schallinien auf
einer Glasplatte aufgezeichnet werden, nachdem diese Glasplatte vorher mit einem un-
durchsichtigen Grund von mit Öl getränktem Ruß versehen war. Die Vervielfältigung
dieser Grundplatte konnte dann auf dem Wege der Photolithographie mittels Ätzung
oder sonst irgend eines der zahlreichen bekannten Verfaliren vor sich gehen. Wäh-
rend nun bei dem Phonographen die registrierten Schallwellen auf der Oberfläche eines
Zylinders in vertikaler Richtung zu dieser Oberfläche eingegraben wurden, schrieb
Emile Berliner die Schallinien auf eine Platte in horizontaler Richtung parallel der
Ebene dieser Platte. Durch diesen prinzipiellen Unterschied war von vornherein die
Grundlage des Erfolges und der Überlegenheit der Platten-Sprechmaschinen gegenüber
den Walzen-Sprechmaschinen gegeben. Bei dem Einschneiden von Schallwellen in ver-
tikaler Richtung wächst naturgemäß der Widerstand des Materials mit der Tiefe des
Einschnitts, bei einem Einsclireiben der Schallwellen auf einer ebenen Fläche in hori-
zontaler Richtung auf einem vollständig gleichmäßig über die Fläche verteilten Schreib-
grund ist der Widerstand in jedem Punkte und zu jeder Zeit derselbe, gleichviel ob
kräftige oder weniger kräftige Schallwellen zur Niederschrift gelangen.
Unter den verschiedenen Verfahren, welche von vornherein von Emile Ber-
liner für die praktische Ausführung seines Grammophons in Aussicht genommen waren,
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238 J- Berliner, Die Starkton-Sprechmaicbln« „Auxetophon". MeduSifkep-Ztg
wurde zunächst das Verfahren der Zinkätzung weiter durchgebildet. Bei diesem Ver-
fahren wird eine hochglanzpolierte Zinkblechscheibe mit einem Ätzgrund von Wachs-
fetty einem Extrakt des reinen Bienenwachses, mittels Benzins versehen, welcher Ätz-
grund einerseits so zart ist, daß ein leiser Strich mit einem Kamelhaarpinsel genfigt,
um ätzfähige Linien zu ziehen, welcher aber andererseits doch wiederum dicht genug
ist, um den Einflüssen von Säure eine geraume Zeit genügend Widerstand zu leisten.
Nachdem auf diesem Ätzgrund das Schallregister eingeschrieben war, wurde die Zink-
blechplatte 15 bis 30 Minuten den ätzenden Einwirkungen einer Ghromsäureldsung aus-
gesetzt und hierdurch die registrierten Schallwellen in die Zinkblechplatte eingeätzt.
Diese Schallregister in Zinkblech wurden alsdann entweder vlirekt zur Reproduktion der
Schallwellen benutzt, oder aber es wurden auf galvanoplastischem Wege Preßmatrizen
angefertigt, mittels deren in bekannter Welse Dubletten der Originalplatte in siegellack-
artiger Masse hergestellt wurden. Dieses Verfahren der Zinkätzung war bis zum Jahre
1900 ausschließlich im Gebrauch, und die ersten Erfolge des Grammophons waren auch
auf dieses Verfahren begründet. Aber die Grammophone jener Zeit hatten ein nicht
zu umgehendes Nebengeräusch durch das Schleifen der Nadel an dem Zinkblech;
dieses Kratzen beeinträchtigte in empfindlicher Weise die Wirkung des Apparates im
allgemeinen. Die Bestrebungen der Techniker, welche neben Emile Berliner mit der
weiteren Ausbildung und Vervollkommnung des Grammophons beschäftigt waren, rich-
teten sich in erster Linie darauf, dieses kratzende Nebengeräusch zu beseitigen. Man
kam nun zunächst darauf, das Ätzverfahren in Zinkblech überhaupt zu verlassen und
anstatt in eine Wachsfettschicht als Ätzgrund einer Zinkblechplatte in eine dicke Schicht
von verseiftem Wachs einzuschreiben, welche Masse einerseits denselben geringen
Widerstand der mechanischen Niederschrift entgegensetzt, wie der vorgenannte Ätzgrund
der Zinkplatte, und andererseits doch genügend mechanische Festigkeit besitzt, um nicht
nur eine Niederschrift der Schallwellen, sondern auch eine Vervielfältigung und mecha-
nische Behandlung des Schallregisters zu ermöglichen. Die Aufnahmestöcke für Original-
Grammophonaufnahmen werden heute in der Technik im allgemeinen als „Wachs-
originale" bezeichnet; daß in diesen Originalen nicht viel Wachs enthalten ist, kann
ich nebenbei verraten, die eigentliche Zusammensetzung und Herstellung der Masse würd
als Fabrikationsgeheimnis bewahrt.
Die Weiterbearbeitung der Originalaufnahme geschieht nun durch eines der be-
kannten galvanoplastischen Verfahren, indem das Original durch Graphitierung leitend
gemacht und auf galvanoplastischem Wege mit einem Kupferüberzug versehen wird,
welcher die getreueste Vervielfältigung ermöglicht.
Soweit das Verfahren wissenschaftlich in Frage käme, wäre es hiermit ja er-
ledigt; aber der Kaufmann will auch die bei der Aufnahme und bei den Vorarbeiten
gehabte Mühe wiederum in klingende Münze umsetzen und eine möglichst große Anzahl
der nunmehr, angenommenermaßen, gut gelungenen Aufnahmen verkaufen. Zu diesem
Zweck genügt es nun nicht mehr, einen galvanoplastischen Abdruck des Originals zu
besitzen, es muß vielmehr die Möglichkeit gegeben sein, eine unbeschränkt große An-
zahl reproduzierter schwarzer Schallplatten von derselben Aufnahme zu beschaffen. Um
dies zu ermöglichen, wird der von dem Wachsoriginal gewonnene galvanoplastische
Abdruck lediglich als Grundstock verwandt, um hiervon wiederum Kopien, wiederum
auf galvanoplastischem Wege und in beliebiger Anzahl, anzufertigen, von welchen Ko-
pien alsdann erst unter hohem hydraulischen Druck die schwarzen Schallplatten herge-
stellt werden. Bei dieser Fabrikationsmethode macht es nichts aus, wenn eine der-
artige Preßmatrize, wie sehr häufig vorkommt, durch mechanische Einflüsse beschädigt
und hierdurch für die Herstellung schwarzer Platten ohne weiteres unbrauchbar wird;
es ist eben nur nötig, von dem Grundstock eine neue Preßmatrize herzustellen. Durch
dieses Verfahren ist es auch möglich, innerhalb allerkürzester Zeit eine sehr große An-
zahl schwarzer Schallplatten für den Verkauf fertigzustellen, indem von vornherein
von dem Grundstock eine größere Anzahl Preßmatrizen angefertigt und gleichzeitig
unter einer ebenso großen Anzahl hydraulischer Pressen für Herstellung der
schwarzen Kopien verwandt werden. Dieses Verfahren ist von allergrößter Wichtig-
keit, da es sonst beispielsweise wohl kaum möglich wäre, innerhalb 8 Tagen, nachdem
die ^Lustige Witwe^ in London zum ersten Mal zur Aufführung gelangte, bereits von
den in dieser Operette enthaltenen Schlagern je 10 000 Platten verkaufsfertig zu
stellen, welche Anforderung tatsächlich in den letzten Wochen an die Plattenfabrik
in Hannover herantrat.
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Heft 23.
1. Dezember 1907
Vereios- uad Penonennachrichten«
239
Eine weitere, wichtigere Vervollkommnung bestand in der Wahl eines geeigneten
Materials für die Herstellung der bekannten schwarzen Schallplatten. In den allerersten
Anfängen, in den Jahren 1889 und 1890, wurden von den Zinkoriginalen galvano-
plastische Kupfermatrizen gemacht, welche in Hartgummi abgepreßt wurden, und diese
Hartgummiplatten wurden zur Reproduktion verwandt. Dieselben litten indessen an dem
Übelstande, daß die schwarzpolierte, harte Oberfläche durch die Eingriffe der Nadeln
bald zerstört imd alsdann die Gummiplatte unbrauchbar wurde. Des weiteren verzogen
sich die Gummiplatten sehr bald unter den Einflüssen der Wärme, und schließlich war
der Herstellungspreis ein ziemlich hoher, da nur eine sehr gute Qualität Gummi für die
Platten gebraucht werden konnte und der steigende Verbrauch von Gummi den Preis
des Rohmaterials in kurzer Zeit wesentlich erhöhte. Es wurden deshalb bald, und zwar
insbesondere in den Vereinigten Staaten, Versuche gemacht mit einem geeigneten Hart-
gummiersatz, wie solcher ja auch in der Elektrotechnik für Isoüerzwecke in der Form
von „Ambroin" oder „Ebroin"* oder „Isolit" Verwendung fand. Das Bestreben mußte
darauf gerichtet sein, ein geeignetes Material zu schaffen, welches den verschieden-
artigsten Ansprüchen genügt; es muß hart genug sein, um den schleifenden Eingriffen
der Stahlnadel zu widerstehen, es darf nicht zu hart sein, weil sonst die Stahlnadel
selbst, noch bevor die Platte durchgespielt wäre, abgeschliffen sein und beispielsweise
den Schluß der Platte unvollkommen reproduzieren würde; hierin ist also die richtige
Mitte zuhalten. Das Material muß sich unter Hitze unschwer plastisch machen
lassen, damit die Fabrikation der schwarzen Platten in leichter Weise ermöglicht wird;
es darf aber andererseits nicht zu leicht verbrennen, wenn ja vielleicht einmal die Hitze
um 10 oder 15° höher als vorgeschrieben steigt, denn ein verbranntes Material erzeugt
Flecke in der Platte und ein unschönes Aussehen, auch die Schallwellen in derartig
verbranntem Material reißen leichter aus als bei gutem Material. Das Material muß
aber auch zäh genug sein, damit nicht etwa die nur 0,25 mm starken Wälle zwischen
den einzeln eingegrabenen Schallinien durchbrechen; in derartigen Fällen würde die
Nadel von einer Furche in die andere überspringen. Es ist ferner selbstverständlich
von allergrößter Wichtigkeit, daß das Plattenmaterial absolut homogen ist, um eben das
kratzende Nebengeräusch beim Spielen der Platten hintanzuhalten. Ebensowenig wie
in den obengenannten Ersatzstoffen für Gummi ist in den heutigen Grammophonplatten
auch nur ein Milligramm Kautschuk oder Gummi enthalten. Die wesentlichen Bestand-
teile der schwarzen Platten sind verschiedene Harze, darunter auch Schellack, ferner
animalische oder vegetabilische Faserstoffe, sodann unedle Erden in Form der verschie-
denen Spate und schließlich Kienruß oder Lampenruß in geeigneter Form, um die
schwarze, das Hartgummi nachahmende Farbe zu erzeugen. Diese verschiedenen Stoffe
werden zusammen vermählen, gemischt, sorgfältig getrocknet und auf erhitzten Walzen
zu einem plastischen Brei vermengt, welcher den Grundstoff bildet für die schwarzen
Platten. Die schließliche Fertigstellung, das Einpressen der Schallwellen in die schwarze
Masse, erfolgt unter einem hydraulischen Druck von 100 000 bis 250 000 Jcg.
(Schluß folgt)
D. O. f. M. u. O. Abt. Berlin, E. V.
Sitzung vom 12. November 1907. Vorsitzen-
der: Hr. W. Handke.
Hr. Dr. Leithäuaer spricht über Her-
stellung von Metallspiegeln mittels Kathoden-
zerstäubung. Das vom Vortragenden verbesserte
Verfahren, um auf irgend einer Glas-, Quarz-
oder Metallplatte spiegelnde Metalluieder
schlage durch KathodenzerstäubuDg zu erhalten,
die das höchste ReflexionsvermÖgen des be-
treffenden Metalls besitzen, ist folgendes :
1. Die gut gereinigte Platte wird in einem
Vakuumgefäß 2 bis 3 cm unter eine als Kathode
dienende Platte, die aus dem Metall besteht,
welches man niederschlagen will, gelegt Der
Ort der Anode ist wenig von Einfluß.
2. Der Apparat, in dem die Zerstäubung
vor sich geht, muß mit einem Gas gefüllt
werden, welches zu keinen chemischen Ver-
bindungen mit dem zerstäubenden Metall Ver-
anlassung gibt. Brauchbar sind Wasserstoff,
Stickstoff und die Edelgase; Sauerstoff
und besonders Wasserdampf sind zu ver-
meiden.
3. Die Evakuierung des Zerstäubungs-
gefäßes auf den zur ZerstHubung günstigen
Druck von rd. 0,02 mm Hg geschieht am
schnellsten und besten mittels der De war seh cd
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240
Vereins- u. PersonennachrichteD. — FQr Werkstatt und Laboratorium.
Deutsche
Mechaiül(er-Ztg.
Methode (s. diese Zeiieckr. 1906. 8. 233), wobei
man zweckmäßig Kokosnußkohle verwendet
Man erzielt dadurch, daß das Vakuum sofort
nach der Zusammensetzung des Vakuumgefäßes
die gewünschte Höhe erreicht, und daß jede
Spur von Wasserdampf, auch falls solche aus
den Elektroden kommt oder während der Zer-
stäubung durch die Entladung gebildet wird,
dauernd ferngehalten wird.
4. Zur Erzeugung des Metallniederschlages
muß man durch den evakuierten Apparat
Gleichstrom von 2000 bis 4000 Toit Spannung
schicken. Um ihn zu erzeugen, transformiert
man Wechselstrom niederer Spannung (rd. 50
bis 200 Yölt) mit Induktors oder Transformators
auf etwa 4000 Yolt. In den hoch gespannten
Wechselstromkreis schaltet man den Zer-
stäubungsapparat und vor denselben ein Ventil-
rohr (s. Ann. der Phyäk. 19. 8. 138. 1906) mit
Wehn eltscher Oxydkathode, bei welchem die
Anode, durch Magnesiarohr bis zur Endfläche
isoliert, sich im „dunklen Raum** befindet. Das
Vakuum im Ventilrohr muß sehr hoch sein
und wird am besten auch mit Hilfe gekühlter
Holzkohle hergestellt. Mit dieser Anordnung
erreicht man, daß nur die eine Phase des hoch-
gespannten Wechselstroms, während welcher die
zerstäubende Platte Kathode ist, also intermittie-
render Gleichstrom, durch den Zerstäubungs-
apparat hindurchgeht.
5. Das Vakuum im Zerstäubungsapparat ist
so zu regulieren, daß der an der zerstäubenden
Kathode vorhandene Crookessche Dunkelraum
mit seiner Grenze an den herzustellenden Spiegel
heranreicht.
Das Verfahren kann natürlich auch dazu
dienen, Gegenstände auf der Oberfläche me-
tallisch leitend zu machen, um sie später gal-
vanoplastisch mit Metall zu überziehen; für
diesen Zweck ist ein dünner Niederschlag aus
Platin natürlich am brauchbarsten.
An den Vortrag schloß sich eine längere
Besprechung, in der der Vortragende einige
Fragen über Einzelheiten der Versuchsan-
ordnung beantwortete.
Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein erinnerte
nochmals daran, daß er am 17., vorm. 9 Uhr, in
der Werkstatt der Phys. -Techn. Reichsanstalt
die Metallfärbungen vorführen werde.
Hr. Wilh. Siedentopf in Würzburg hat
von dem Stiftungsrate der Witteisbacher
Landesstiftung ein Diplom für Verdienste um
die Ausbildung von Lehrlingen verliehen er-
halten.
M. Loewy, der Direktor der Staatlichen
Sternwarte zu Paris, ist am 15. Oktober im
Alter von 74 Jahren gestorben.
Fflp Werkstatt
und Labopatopfum.
Hltzdrahtlnstrnment für Strom-,
Spannungrs- und LielstongramessaDsreii«
Von Chauvin und Arnouz.
VtUctricim 33. 8. Ii62. 1907.
Auf der von der Französischen Gesellschaft
für Physik zu Ostern d. J. in Paris veran-
stalteten Ausstellung war vermöge seiner eigen-
artigen Konstruktion und seiner mannigfaltigen
Gebrauchsfähigkeit ein von Chauvin und
A rn 0 ux gefertigtes Hitzdrahtinstrument, dessen
Flg. 1.
inneres System Fig. 1 wiedergibt, besonders
bemerkenswert. Das ausdehnbare System,
dessen Brhitzuog durch den elektrischen Strom
bewirkt werden soll, bildet der Draht ACDB,
der um den Zylinder CD geschlungen und so
in zwei parallele Fädchen geteilt ist. Der Zy-
lynder CD hängt an der biegsamen Lamelle
DE und dreht sich unter dem Binfluß der
Spiralfeder E, wenn einer der beiden Fäden
A C oder jB D sich verlängert. Diese Drehung
des Zylinders wird vergrößert durch einen
Hebel, der vermöge eines durch eine Feder
gespannten Fadens auf die Zeigerachse des
Instrumentes wirkt. Der Ausschlag des Zeigers
ist offenbar proportional der Differenz der Ver-
Flg. 2.
Flg. 8
Flg. ♦.
längerungen von A C und B D und, da nur
diese Differenz wirksam ist, so ist das In-
strument in seinen Angaben auch unabhängig
von der Temperatur der Umgebung.
Die Verwendung dieses Instrumentes zur
Messung sämtlicher für einen elektrischen
Strom charakteristischen Größen zeigen die
drei Schemata Fig. 2 bis 4. In Fig. 2 wird die
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Heft 2d
I. Dezember 1907.
PUr Werkstatt und Laboratorium.
241
Schallimg des lustrumeDtes für ciue Spannungs-
messung mit Hilfe eines Vorschaltwiderstandes
dargestellt, in Fig. 3 die Schaltung für Strom-
messungen mit Hilfe eines Neben sclilusses und
in Fig. 4 die Schaltung für Leistungsmessungen,
wobei sowohl ein Nebenschluß wie auch ein
Vorschaltwiderstand Verwendung finden. Bei
den ersten beiden Schaltungen wird nur das
Fadchen A C vom Strom durchflössen; bei der
dritten Schaltung geschieht dies sowohl bei A C
wie bei B 2), doch ist die Stftrke dieser beiden
Ströme verschieden und die Differenz ihrer
Intensität gibt ein Maß ab für die zu er-
mittelnde Leistung. Für jode dieser drei Arten
von Messungen tragt das Instrument auf seiner
Stirnseite einen durch besondere Bichung her-
gestellten Gradbogen, auf welchem der Zeiger
die zu messende Größe abzulesen gestattet.
Um einen vollen Ausschlag des Zeigers
herbeizufuhren, beansprucht das Instrument
einen Strom von 0,8 Ampere mit einer Spannung
von 0,8 Vdtt also eine Leistung von 0,64 Watt
Das Instrument ist natürlich für Wechselstrom
ebenso verwendbar wie für Gleichstrom. Bei
Ausführung von Wechselstrommessungen er-
möglicht dasselbe überdies die Bestimmung der
Phasenverschiebung, da sich diese nach Messung
von Spannung, Stromstärke und Leistung leicht
berechnen laßt. Mk.
Moderne Telephon- und Signal-
anlas:en fflr Hotels,
ausgeführt von der A.-G. Mix & Genest
in Berlin-Schöneberg^).
In dem am Pariser Platz in Berlin erbauten
Prachthotel Adlon sind die Erfindungen auf
dem Gebiete der Schwachstromtechnik von der
Firma Mix & Genest nutzbringend verwendet
worden.
Samtliche Räume im Hotel sind miteinander
telephoniach verbunden, so daß für jedes
Zimmer die Sprechverbiudung mit jedem an-
deren Raum hergestellt werden kann. Außer-
dem können von jedem Zimmer Posttelephon-
gesprache nach allen erreichbaren Städten
gefuhrt werden, und zwar mit dem gleichen
Apparat, welcher für die Haustelephonie benutzt
wird. Es sind hier 80 Postleitungen mit
400 PoBtnebenstellen eingerichtet.
Der Vermittluugsschrank ist ein Glühlampen-
Zentral-Ümschalter. Die Überwachung der ein-
zelnen Gespräche erfolgt automatisch durch
Glühlampensignale, so daß vorzeitige Trennun-
1) Die Fabrikbetriebe sind jetzt in dem
Neubau Geneststr. 5/9 vereinigt; die Bauab-
teilung für Installation ist in Berlin, Bülowstr.66,
behufs leichteren Verkehrs mit dem Publikum
geblieben.
gen und Störungen im Betrieb unmöglich sind.
Durch Abnehmen des Hörers vom Umschalte-
haken leuchtet in der Zentrale eine kleine Glüh-
lampe auf, durch welche das Anrufsignal ge-
geben wird.
Besondere Telephonanlagen sind noch vor-
gesehen für den Speiseaufzug nach den Etagen,
ferner für den internen Verkehr zwischen Re-
staurant, Küche und Keller; diese letzteren
können unter sich verkehren, ohne die Telephon-
zentrale des Hotels in Anspruch zu nehmen.
Bei den Signalanlagen für die Bedienung
sind im Interesse der Ruhe der Hotelgaste
Glockonsignale vermieden, vielmehr werden
alle Signale durch Glühlampen gegeben.
In einem Glasgehause zeigt auf dem Flur
über jeder Zimmertür eine mattgrün leuchtende
Glühlampe, daß die Bedienung gewünscht wird.
Im Korridor meldet die entsprechende Gruppen-
lampe, welcher Bedienungsknopf (Kellner,
Mädchen oder Diener) betätigt worden ist, und
endlich zeigt in den Etagen, Dienstzimmern und
in dem Kontrollbureau je ein zusammengestelltes
Glühlampenschränkchen das gegebene Signal
an. Sobald die Bedienung erfolgt ist, erlöschen
diese Lampen.
In den Persononfahrstühlen sind ebenfalls
Glühlampen-Tableaux angebracht, welche von
den Eingängen des Fahrstuhlschachtes betätigt
werden. Das gegebene Signal wird in beiden
Fahrkörben sichtbar. Der Führer erkennt so-
fort, wo ein Fahrstuhl gewünscht wird, und der
am nächsten befindliche kann die Beförderung
übernehmen. Sobald dies geschehen, erlischt
in dem anderen Fahrstuhl das Rufsignal. Im Erd-
geschoß befindet eich ein Glühlampen-Tableau,
welches den jeweiligen Stand des Fahrstuhles
anzeigt.
In jedem Gastzimmer befindet sich ferner
ein automatischer Feuermelder, welcher ein
eventuell entstehendes Feuer auf dem im Erd-
geschoß befindlichen Feuermelde-Tableau sofort
selbsttätig anzeigt.
In allen Räumen des Hotels sind auch elek-
trische Uhren aufgestellt, die mit einer Haupt-
uhr derart in Verbindung stehen, daß sie
sämtlich Normalzeit der Sternwarte angeben.
Zum Betriebe der vorstehend beschriebenen
Anlagen dienen 6 Akkumulatoren - Batterien,
welche in dem für die Beleuchtungsanlage vor-
gesehenen Räume untergebracht sind. Sie
werden durch einen besonderen Umformer,
dessen Motor an das vorhandene Gleichstrom-
netz angeschlossen ist, geladen. Von diesen
Energiequellen werden die gesamten Schwach-
•tromanlagen mit Strom versorgt.
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242
Olastechniaches«
DentBche
Mechanlker-Ztg.
Qlasteohnisohes.
Über die Destillation und Trocknung
im Vakuum mit Hilfe tiefer Tem-
peraturen.
Von d'Arsonval und Bordas.
Compt rend. 143. 8. 667. 1906.
Zur Trocknung von leicht veränderlichen
Substanzen werden praktisch die beiden Me-
thoden der Aufbewahrung im Bxsikkator und
der Destillation unter vermindertem Drucke
verwandt. Die Verf. vervollkommnen nach
einem bekannten Prinzipe die letztere dadurch,
daß sie die Vorlage auf tiefe Temperaturen
(mit flüssiger Luft, Kohlensäure und Alkohol
oder Eis in Aceton) kühlen. Hierzu treffen sie
folgende Anordnung: An das Gefäß, das die zu
trocknende Substanz enthält (A oder B) ist ein
Kondensationsgefäß angeschlossen, das in einen
das Kühlbad enthaltenden Vakuumzylinder ge-
taucht werden kann. Auf dieses folgt ein Drei-
weghahn, der in einer Stellung den Anschluß
einer Wasserluftpumpe zum Evakuieren er-
möglicht, in der anderen das Kondensations-
gefäß mit einer Röhre verbindet, die Holzkohle
enthält, um nach dem Verfahren von De war
bei der Temperatur der flüssigen Luft die
der Behandlung leicht oxydabler Körper von
Nutzen sein wird. Hffm.
letzten Spuren flüchtiger Substanzen zu absor-
bieren. 2ur Kontrolle des erreichten Vakuums
ist noch eine Crookessche Röhre angeschlossen.
Der Vorteil der Anordnung ist nicht nur
der, daß man in kurzer Zeit Substanzen zu
trocknen vermag, sondern auch, daß man das
Destillat unverändert und fast quantitativ ge-
winnen kann, so daß es zu weiterer Unter-
suchung zur Verfügung steht. Um die Leistungs-
fähigkeit zu charakterisieren, führen die Verf.
an, daß sie aus einem Weine einen Extrakt in
etwa 3 Stunden erhalten haben, zu dessen Ge-
winnung bei Trocknung im Vakuumexsikkator
etwa 3 Tage erforderlich sind. Die Verf. glauben,
daß ihr Apparat besonders zu Untersuchungen
von Nahrungsmitteln, bei toxikologischen Ar-
beiten und im Gebiete der reinen Chemie bei
GebrauclismuBter.
Klasse:
12. Nr. 319059. Hahn aus Glas mit zu einem
Bügel ausgebildeter Handhabe. L. S t e p a n ,
Troppau. 4. 9. 07.
Nr. 320 035. Destillationskolben mit doppelter
Wandung, deren Zwischenraum evakuiert ist.
Langguth & Schumm, Ilmenau. 26.8.07.
21. Nr. 818 247. Demonstrationsapparat zur Er-
zeugung von Geißlerschen und Röntgen-
strahlen in Form einer kommunizierenden
Röhre. L. Kapeller u. F. Schumacher,
BerUn. 8.3.07.
30. Nr. 320 676. Spritze, deren Kolben eine
Glasröhre besitzt. M. Kitz, Straßburg i. B.
16. 8. 07.
Nr. 320 815. Spatel von Glas für zahnärzt-
lichen Gebrauch. C. D ö r 1 n g , Co then i. Anh.
30, 9. 07.
Nr. 321 102. Spritze mit Glaszylinder und in
diesen eingeschliffenem Glas- oder Porzellan-
kolben, bei welcher das Mundstückende aus
Metall besteht und mittels einer Metall-
Lötlegierung am Zylinder befestigt ist.
Dewitt & Herz, Berlin. 23. 9. 07.
Nr. 321 567. Spritzenkolben
aus Glas oder Porzellan,
bei welchem die Stempel-
stange mittels einer Me-
tallegierung eingelötet ist.
Dieselben. 23.9. 07.
42. Nr. 318 063. Butyrometer
für Milch-, Rahm- und
Butteruntersuchungen
mit abgestufter Skala.
P. Funke & Co., Berlin.
16. 2. 07.
Nr. 320781. Aus einem Glas-
stopfen bestehender Ver-
schluß für Butyrometer.
F. Schumacher, Berlin. 16.> 07.
Nr. 320 790. Reagierzylinder in platter Form.
0. SchmatoUa, Berlin. 26. 9..07.
Nr. 321 270. Sterilisierbare, durchsichtige Glas-
schutzhülse für ärztliche Thermometer. P.
Müller u. F. Senglaub, Blgersburg. 6.9.07.
Nr. 321 586. Schwefelapparat zur Abmessung
bestimmter Mengen Schwefligsäureanhydrid,
mit das obere Meßrohrende mit dem Säure-
ausflußrohr verbindendem Kapillarrohr imd
dieses regelndem Nadelventil. L. Lieberich
Söhne, Neustadt a. Haardt 9. 10. 07.
64. Nr. 317 319. Gefäß mit an der Wand an-
gebrachtem Kanal zur Aufnahme eines
Thermometers. A. 0 1 1 o , Leipzig-Butritzsch.
1. 8. 07.
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Heft 7^.
1. Dezember 1907.
Gewerbliche«. — Bücherschau u. PreisUsten.
243
Nr. 319 921. VerBchluß für alkoholhaltige
FlaBsigkeiten enthaltende Flaschen. P.
Wehrle, Triberg, Schwarzw. 21.9.07.
Nr. 320 549. Nichtabdichtender Deckel für
Glasgefäße, dessen durch eine Durchbiegung
gebildeter Rand die Haltbarkeit desselben
erhöht und das seitliche Abfallen desselben
hindert. Ströhlein & Co., Düsseldorf.
26. 9. 07.
Qewepblicbes.
Ein OehilfenprfifangiauBschurs ffir
Mechaniker und Optiker mit dem Sitz
in Potsdam
ist von der Handwerkskammer Berlin er-
richtet worden; er umfaßt Potsdam, Spandau,
Brandenburg a. H. und die Kreise Jüterbog-
Luckenwalde, Zauch-Belzig, Ost-Priegnitz, West-
Priegnitz, Ost - Havelland, West -Havelland und
Ruppin. Zum Vorsitzenden dieses Prüfungs-
ausschusses wurde Hr. Otto Toepfer in
Potsdam und zum stellvertretenden Vorsitzen-
den der Optiker Hr. Richard Sommerfeld
in Neuendorf bei Potsdam ernannt
Schweiz. Statistische Anmeldunfif Ton
Maschinen und mechanischen Geräten
bei der Einfuhr.
Laut Bekanntmachung der schweizerischen
Oberzolldirektion vom 4. Oktober d. J. müssen
vom 1. Januar 1908 ab sämtliche Maschinen
und mechanischen Ger&te, die in Kategorie XIT,
Nummer 879/912 des Gebrauchs-Zolltarifs vom
1. Januar 1906 aufgeführt sind, für Zwecke der
Handelsstatistik auch dem Werte nach ange-
meldet werden. (Hierzu gehören u. a. : Dynamo-
elektrische Maschinen, elektrische Transforma-
toren und Wagen aller Art, nicht aber wissen-
schaftliche Instrumente im allgemeinen.) Es
werden daher von dem angegebenen Zeitpunkt
ab nur solche Einfuhranmeldungen ange-
nommen, worin neben den im Gebrauchstarif
vorgeschriebenen Angaben (Erzeugungsland,
Bezeichnung der Ware, Reingewicht und
Stückzahl, Rohgewicht, Gebrauchstarifnummer,
statistische Nummer) auch der Wert franko
Schweizer Grenze angegeben ist.
Für Serbien hat der serbische Finanzminister
über die zum zollpflichtigen Reingewichte
der Waren ztt rechnenden inneren Aus-
schliefiiingen behufs Erläuterung des Ar-
tikels 3 des Zolltarifgesetzes unterm 24. August
d. J. Vorschriften erlassen, die demnächst im
Deutschen Handelsarchiv mitgeteilt werden
sollen.
Wettbewerb. Zur Klärung der Frage
»Wie beleuchtet man ein modernes Schau-
fenster am effektvollsten und am billigsten?^
wird gelegentlich der „Ausstellung umfassend
Geschäftsausstattung und Reklame ^Augur)^ im
Februar 1908 ein Licht- Wettbewerb in der Art
stattfinden, daB jeder Firma der Beleuchtungs-
industrie ein Schaufenster zur Ausstellung ihres
Lichts zur Verfügung gestellt wird. Die Wahl
der Schaufenster - Dekoration steht den Teil-
nehmern frei, die Mitglieder des Verbandes
Berliner Spezialgeschäfte übernehmen es,
die Fenster mit ihren Waren zu dekorieren.
Die Teilnehmer am Licht-Wettbewerb sind ver-
pflichtet, nach vorgeschriebenen Bestimmungen
genaue Angaben über Stromverbrauch, Er-
neuerungskosten u. s. w. zu machen. Die Jury
setzt sich zusammen aus Lichtkonsumenten,
Beleuchtungsfachleuten und Künstlern. Die
Beteiligung ist offen für elektrisches Licht,
Gas-, Spiritus- und Fetroleum-Glühlicht. Alles
Nähere enthalten die Bedingungen, welche die
Geschäftsstelle des Verbandes Berliner
Spezialgeschäfte (Berlin W 8, Leipziger
Straße 111) versendet.
Bllchepschau u. Preislisten.
Ad. Yieth, Anleitung zum Skizzieren. 8^ 52 S.
m. 81 Abbildgn. Bremen, Selbstverlag des
Verf. 1907. Geb. in Leinw. 1,00 M.
Der Verf. gibt in seinem Büchlein,
welches speziell als Anleitung zum frei-
händigen Skizzieren eines Gegenstandes behufs
Anfertigung von Maßskizzen dienen soll, wo-
bei aber im allgemeinen die Verwendung von
Reißschiene, Dreieck und Reißzeug nicht voll-
ständig ausgeschlossen ist, sehr brauch-
bare Anweisungen. In der Einleitung werden
kurz die Zeichengeräte, im folgenden dann die
verschiedenen Arten der Skizzen besprochen.
Den weitaus größten Teil des Werkes nimmt
die Behandlung der Skizziermethoden (recht-
winklige Projektion, schiefwinklige Parallel-
perspektive, Zentralperspektive) ein. Trotz der
wegen des geringen Umfangs des Buches
nötigen Kürze ist doch alles genügend ver-
ständlich dargestellt.
Unter der schiefwinkligen Parallelprojektion
ist die „dimetrische Parallelperspektive'' be-
achtenswert, da sie von dem dargestellten
Gegenstand ein recht anschauliches Bild gibt.
Hierbei ist die X-Achse um 7o, die Y-Achse
um 400 gegen die Wagerechte geneigt, die
Z- Achse steht senkrecht; in der Y-Achse sind
die Tiefenmaße auf die Hälfte verringert. Die
Winkel von 7o bezw. 40^ werden erhalten,
wenn man vom Achsenschnittpunkt nach links
und rechts je acht gleiche Teile aufträgt, in
den Endpunkten je eine Senkrechte errichtet,
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244
BQcherachau u. Preislisten. — Patentliste.
Deutsche
Mechaniter-Ztg.
die für den Winkel von 7^ 1 Teil, fttr den von
400 7 Teile lang ist.
Abgesehen von der unrichtigen ^ig. 76 ist
zu bemängeln, daß der Anhang — 3 Seiten
mit 5 Geschaftsan zeigen — im Inhaltsverzeichnis
als „Empfehlenswerte Firmen" aufgeführt wird;
statt dessen sollte es richtig heißen: Inseraten-
anhang. Klßm.
Prospekte.
R. Faeß, Steglitz, Düntherst. 8. Mitteilungen.
Nr. 3. Geschwindigkeits- und Volumen-
meß- und Registrierapparat für Luft und Gase,
Patent Bllinghaus D. R. P. Nr. 149 024.
Nr. 5. Aspirations-Meteorograph mit Elek-
tromotor D. R. G. M. -- Wettersäulen.
Nr. 5. Ein neuer registrierender Schnee-
messer. Von G. Hellmann (S. -A. aus
Meteor. Zeitschr. 23. 1906)
Nr. 6. Anemometer für Heizungs- und
Lüf tun gsanl agen .
Patentliste.
Bis zum 11. November 1907.
K lasse : Anmeldongen,
21. A. 13 968. Prüfvorrichtung für strahlen-
telephonische Stationen. Amalg. Radio-
Telegraph-Cy., London. 14. 1. 07.
A. 13 969. Bogenlampe zur Erzeugung elek-
trischer Schwingungen hoher Frequenz.
Dieselbe. 14.1.07.
F. 20 967. Verfahren zur Herstellung elek-
trischer Widerstandskörper aus einem Ge-
misch aus guten und schlechten Leitern.
Fabrik elektr. Zünder, Cöln. 30. 11.05.
H. 40 509. Schleifkontakt, insbesondere für
elektrische Meßinstrumente und Widerstauds-
Bätze. Hartmann & Braun, Frankfurt a. M.
22. 4. 07.
M. 32 890. Vorrichtung zur Vermeidung der
Änderung der Konstante bei Ampörestunden-
zählern. W. Meyerling, Charlotten bürg.
7. 8. 07.
42. B. 44167. Vorrichtung zur Feststellung der
mit einem Fernrohr anvisierten Punkte im
Gelände auf einer Landkarte mit Hilfe eines
entsprechend der Drehung des Fernrohres
auf der Landkarte bewegten Zeigers. E. v.
Bomsdorff, Breslau. 22. 9. 06.
J. 9467. Vorrichtung zum schnellen Einsetzen
und Entfernen der Gläser von Brillen u. dgl.
ohne Benutzung eines Werkzeuges mit Hilfe
einer die beiden Brillcnbacken verbindenden
Gewindespindel. L. Jacquemin & Cie.,
Morez du Jura, Frankr. 26 10. 06.
K. 32 143. Apparat zum Zeichnen von Zykloi-
den, Hypozykloiden und Epizykloiden mit
einem drehbaren Gestell. J. Hilb, Stuttgart.
28. 5. 06.
Seh. 26138. Feldmeßinstrument. Schneider
& Cie., Le Creusot, und E. Rimailho,
Neuilly-sur-Seine, Frankr. 21. 8. 06.
Seh. 26 700. EinStellvorrichtung für Repeti-
tionsthcodolite o. dgl. F. Schwabe, Moskau.
4. 12. 06.
U. 3044. Aus drei Prismen bestehendes
Prismenumkehrsystem mit parallelen Bin-
und Austrittsflächen und fünfmaliger Strahlen-
ablenkung, darunter einmal an einer Dach-
kante. W. Uppendahl, Groß-Lichterfelde.
6.2.07.
W. 27 582. Vorrichtung zum Messen von Ex-
plosionsgeschwindigkeiten mit umlaufender
Schreibtrommel. Westfälisch - Anhal-
tische 8prengstoff-A.-G., Berlin, u. R.
Fueß, Steglitz-Beriin. 18. 4. 07.
Erteilangen.
21. Nr. 192969. Elektrische, mit Kippzündung ver-
sehene Quecksilberdampflampe für Wechsel-
strom. F. H. V. Keller, New-York. 23.9.06.
Nr. 193 041. Ampörestundenzähler. Deutsch-
Russische Elektrizitätszähler - Ges.,
Cöln, Zweigniederlassung Beriin. 31. 10. 06.
Nr. 193 167. Amperestundenzähler. L. C.
Knudsen, TCopenhagen. 13. 3. 06.
Nr. 193 246. Schleifkontakt für elektrische
Maschinen und Apparate. P. Druseidt,
Remscheid. 25 4. 06.
40. Nr. 193 012. Verfahren zur Herstellung von
zusammenhängenden, dünnen Schichten von
metallischem Iridium. H. C. Parker, New-
York. 21. 11 05.
42. Nr. 192 945. Vorrichtung zur Übersetzung
und Aufzeichnung von nach beliebigen Ge-
setzen sich ändernden Bewegungen. H.
Niebuhr, Hannover. 30. 1. 07.
Nr. 192 977. Winkelmeßfustrument "mit dreh-
baren Reflektoren. A. & R. Hahn, Cassel.
10. 3. 06.
Nr. 192 978. Vorrichtung zur Bi^stimmung
eines Winkels, eines Dreiecks bezw. der
ihm gegenüberliegenden Seite von einer
anderen Ecke desselben aus mit Hilfe pro-
portionaler Abschnitte. F. Baumann, Wien.
25. 8. 06.
Nr. 192 979. Verfahren zum deutlichen Sicht-
barmacheu des Wasserstandes in Thomson-
schen Lotröhren. W. Ostwald, London.
28. 1 1. 06.
Nr. 193 077. Kryoskop. M. C. Dekhuyzen,
Utrecht. 21.4.06.
Nr. 193109. Glasmaßstab mit dem Beob-
achter zugewandter Teilungsfläche. C. Zeiß,
Jena. 28. 2. 07.
Nr. 193170. Selenphotometer. Kleinberg
& Co. u. M. Schlechter, Wien. 18. 1. 07.
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Hefl 23.
1. Dezember 1907.
Protokoll des i8. Deutschen Mjchanikertagee.
245
18. Deutseher Mechanikertag in Hannover
am 2. und 3. August 1907.
Verzeichnis der Teilnehmer.
A. Behörden und Vereine:
1. Kgl. Oberpräsidium der Provinz Hannover, vertreten durch Hrn. Reg.-Assessor
V. Quassowski.
2. Kgl. Regierung des Regierungsbezirkes Hannover, vertreten durch Hrn.
Geh. Reg.- und Gewerberat v. Rosnowski.
3. Der Magistrat der Stadt Hannover, vertreten durch Hrn. Senator Fink.
4. Der Magistrat der Stadt Linden, vertreten durch Hrn. Stadtrat Jaksch.
5. Das Bürgervorsteher-Kollegium von Hannover, vertreten durch Hrn. Justiz-
rat Bojunga.
6. Die Technische Hochschule zu Hannover, vertreten durch den Rector Magni-
ficus Hrn. Prof. Dr. Ost.
7. Die Handelskammer Hannover, vertreten durch Hrn. Syndikus Dr. Rocke.
8. Die Handwerkskammer Hannover, vertreten durch den Vorsitzenden Hrn.
Plate.
9. Die Physikalisch-Technische Reichsanstalt, vertreten durch das Mitglied
Hm. Fr. Franc v. Liechtenstein.
10. Die Kais. Normal-Bichungs-Kommission, vertreten durch das Mitglied Hrn.
Reg.-Rat Dr. Stadthagen.
11. Das Kgl. Preußische Geodätische Institut, vertreten durch Hrn. Prof.
Schnauder.
12. Die Württembergische Centralstelle für Gewerbe und Handel, vertreten
durch Hrn. Dir. Prof. Dr. Göpel.
13. Der Bezirksverein Hannover des Ver. Deutscher Ingenieure, vertreten
durch Hrn. Prof. Dr.-Ing. Na cht weh.
14. Der Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine zu Hannover, ver-
treten durch Hrn. Baurat Taaks.
15. Die Elektrotechnische Gesellschaft zu Hannover, vertreten durch Hrn.
Dr. Rellstab.
16. Der Gewerbeverein zu Hannover, vertreten durch Hrn. Lameyer.
17. Der Centralverband der Inhaber optischer Ladengeschäfte, vertreten
durch Hrn. Franz.
B. Die Herren:
1. Prof. Dr. L. Ambronn- Göttingen.
2. M. Bekel-Hamburg.
3. A. Berger-Berlin.
4. Generaldirektor J. Berliner-Hannover.
5. Tcchn. Rat A. Blaschke-Berlin.
6. Kgl. Eichungsinspektor Dr. Bode-Hun-
nover.
7. E. Böhme-Berlin.
8. 0. Boettger (i. Fa. 0. M. Hempel)-Berlin.
9. H. Bürck-Schw^enningeu.
10. A. Burkhardt-Glashütte i. Sa.
11. Dr. M. Edelmann-München.
12. A. Fennel-Cassel.
13. M. Galley-Hannover.
14. H. Haecke-Berlin.
15. W. Handke-Berlin.
16. W. Haensch-Berlin.
17. Prof. B. Hartmann-Frankfurt a. M.
18. C. Heinatz-Hamburg.
19. W. Hcnsoldt- Wetzlar.
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246
Protokoll des 18. Deutschen MechanikertSLges.
Dealsche
Mechantlcftr-Ztg.
20.
Dir. Dr. D. Kaempfer-Brauuschweig.
32.
Dr. M. Fauly-Jena.
21.
F. Koehler-Leipzig.
33.
A. Peßler-Freibergi.8a.
22.
Dr. H. Krüß-Hamburg.
34.
Th. Plath-Hamburg.
23.
Dr. P. Krüß-Hamburg.
35.
F. Reiner-München.
24.
R. Kuntz- Wetzlar.
36.
G. Rohrmann-Lerbach i. Harz.
25.
Prof. Dr. Bt. Lindeck-Charlottenburg.
37.
E. Ruhstrat-Göttingen.
26.
0. Mackenten-Jena.
38.
E. Sartorius-Göttingen.
27.
E. Marawske-Berlin.
39.
W. Sartorius-Göttingen.
28.
C. Marhenkel (v. d. Fa. Siemens & Halske)-
40.
L. Schopper-Leipzig.
Charlottenburg.
41.
A. Schutt (i. Fa. 0. Ahlbernd t)-Berlin.
29.
Dir. K. Martin (v. d. Fa. EmU Busch)-
42.
W. Bonnemann-Hannover.
Rathenow.
43.
F. Wingerberg-Hannover.
30.
Br. Mittelstraß-Magdeburg.
44.
B. Zoeller (v. d. Fa. F. HugershofO-Leip-
81.
C. Mittelstraß-Magdeburg.
zig.
C. 8 Damen.
I. Sitzung im großen Sitzungssaale des Alten Rathauses
am 2. August 1907, 9^^ Uhr vorm.
Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß:
Nachdem die Vertreter der Behörden den Mechanikerta^ begrüßt und der Vor-
sitzende ihnen namens der Versammlung gedankt hat^ wird
I. Der Jahresbericht vom Vorsitzenden erstattet.
Es ist üblich, die Jahresversammlungen von Vereinen und Gesellschaften mit einem
Bericht über die seit der letzten derartigen Versammlung im Leben der betreffenden Ver-
einigung stattgefundenen Ereignisse einzuleiten.
Von solchen Ereignissen ist diesmal für unsere Gesellschaft recht wenig zu berichten,
zumal da die eigentliche regelmäßige Arbeit in den Zweigvereinen liegt und beim Fort-
schreiten der Anzahl der Zweigvereine unsere Gesellschaft als solche mehr und mehr nur
die Zusammenfassung der Zweigvereine darstellt, während auf der Jahresversammlung, sei
es in den Verhandlungen selbst, sei es im persönlichen Verkehr der Mitglieder unterein-
ander, ein Austausch der verschiedenen Meinungen und eine Förderung der gemeinsamen
Arbeiten eintritt.
^ir haben nun im verflossenen Jahre die große Freude gehabt, daß sich infolge der
auf dem letzten Mechanikertag in Nürnberg gegebenen Anregung ein netier Zweigvereint
unser siebenter, in München gebildet hat und dadurch unsere Organisation im Süden unseres
Vaterlandes besonders gestärkt worden ist.
Die von der Gesellschaft unternommenen Arbeiten sind ihren ruhigen Gang weiter-
gegangen. Das von Herrn Kleemann begründete Hilfehwh für den theoretischen Teil der
Gehilfenprüfung wird in allernächster Zeit in neuer Auflage erscheinen, die Frage der Her-
ausgabe einer Geachiehte der mechanischen Kunst wird weiter bearbeitet, der für eine Al^e-
Süftwng gesammelte Fonds ist von der Fraunhofer-Stiftung übernommen worden, aus seinen
Zinsen wird ein Abbe-Stipendium regelmäßig vergeben werden ; weitere Zuschüsse zu diesem
Fonds sind außerordentlich erwünscht.
Wir danken es sodann der Initiative dos Herrn Präsidenten der Physikalisch-
Technischen Beichsanstalt, daß unserer Bitte um Bearbeitung der Methoden der
Metaüfärhung nachgekommen wurde, und sind den beiden Herren, welche sich mit Eifer und
Sachkenntnis dieser Arbeit zuwandten, deren bisher erreichte Ergebnisse uns heute vorge-
führt werden sollen, sehr zu Dank verpflichtet.
Die Statistik da deutsehen Außenhandels erfolgte in diesem Jahre zuerst nach dem
neuen für die Darstellung unserer Ausfuhr günstigeren Warenverzeichnis, welches mit dem
1. März 1906 in Kraft getreten ist. Auch darüber wird laut unserer Tagesordnung be-
richtet werden.
Einer Anfrage nach eventueller Beteiligung an einer in Berlin etwa im Jahre 1913 zu
veranstaltenden WeHtaussteUung gegenüber' glaubte die Geschäftsführung, zunächst einen ab-
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Dexember 1907. ProtokoU dM 18. D«ut«ch«n M«chanik«rtag«8. 247
lehnenden Standpunkt einnehmen zu sollen. Diese Frage steht auf unserer jetzigen Tages-
ordnung, im letzten Monat scheint die Angelegenheit auch von den Vätern des Gedankens
verlassen worden zu sein.
Wenngleich unser Verhältnis zu den Handwerkskammern im allgemeinen befriedigend
ist, so werden die Folgen des Eandwerkergetetges doch dauernd als Bel&stigung empfunden,
und immer wieder muß erwogen werden, ob es nicht möglich sein könnte, die Feinmechanik
aus der Handwerkerorganisation ausscheiden zu lassen. Unsere Gesellschaft hat schon ein-
mal ein dahin gehendes Gesuch an den Preußischen Minister für Handel und Gewerbe ge-
richtet, ist aber abschlagig beschieden worden. Der Gesetzentwurf Ober den sogenannten
kleinen Brfähigungenaehweie hat dem Vorstand, welchem eine dahingehende Anregung des
Zweigvereins Halle vorlag, zu erneuter Behandlung der Frage Veranlassung gegeben.
Der genannte Gesetzentwurf, welcher zweifellos in diesem Herbst vom Reichstage an-
genommen werden ¥rird, fOgt zu den im § 129 der Gewerbeordnung genannten Erforder-
nissen für die Haltung von Lehrlingen noch die Vorschrift hinzu, daß die Meisterprüfung
von demjenigen bestanden sein muß, welcher Lehrlinge halten will. Die Schwierigkeiten,
welche der Gehilfenprüfung in unserem Fache entgegenstanden, treten in bezug auf die
Meisterprüfung in verst&rktem Maße auf. Unsere tüchtigen Kollegen sind nicht wie
Schlosser und Schneider in jedem Handwerkskammerbezirk in größerer Zahl vorhanden,
sondern h&ufig nur ganz vereinzelt; da wird es sehr schwer halten, Meisterprüfungsaus-
schüsse zusammenzustellen, deren Autorität sich ein Präzisionsmechaniker wirklich unter-
werfen kann. Es wird sich also in Zukunft die Gefahr verstärken, daß, um diesem Zwange
zu entgehen, größere Betriebe sich als Fabrik erklären und kleinere keine Lehrlinge mehr
ausbilden, sondern Arbeitsburschen halten. In beiden Fällen wird die so außerordentlich
notwendige Heranziehung eines gut ausgebildeten Nachwuchses gehemmt.
Nicht so ganz einfach ist es aber, richtige Schritte zu tun, um die Feinmechanik diesen
Verhältnissen gegenüber in eine bessere Lage zu bringen. Abgesehen davon, daß im
Preußischen Handelsministerium, wie dem Vorstande bekannt geworden ist, der Hauptgrund
der damaligen Ablehnung unseres Gesuches um Entlassung aus der Handwerkerorganisation
der war, daß man von dieser Organisation nichts abbröckeln lassen und hauptsächlich nicht
die höher stehenden Gewerbe entbehren wollte, und daß dieser Grund auch noch heute be-
steht, müssen aber zwei Gesichtspunkte für unsere Handlungsweise besonders maßgebend
sein, Gesichtspunkte, welche von unserer Gesellschaft von Anfang an befolgt worden sind.
Der eine dieser Gesichtspunkte ist der der Fürsorge für die Ausbildaug unserer Lehr-
linge, und es ist wohl zu überlegen, was an die Stelle treten soll, wenn das von den Hand-
werkskammern eingerichtete Beaufsichtigungs- und Prüfungswesen fortfallen würde. Nicht
minder wichtig aber ist außerdem die Notwendigkeit, dafür zu sorgen, daß auch alle
feinmechanischen Betriebe aus der Handwerkerorganisation entlassen werden, auch die
kleinsten. Unsere Gesellschaft hat immer das Bestreben gehabt, alle Kollegen zusammen-
zuschließen und sie nicht einzuschätzen nach dem Umfang ihres Betriebes, sondern nach ihrer
Tüchtigkeit Das hat uns auch bewogen, von selten der Gesellschaft das für das Hand-
werkergesetz Erforderliche selbst zu bearbeiten und überall für die kleinen und isolierten
Betriebe einzutreten. Es wäre also zu allererst erforderlich, eine derartig umfassende Defi-
nition für die Präzisionsmechanik zu finden, daß unsere sämtlichen Kollegen darunter be-
griffen werden können und müssen.
Der Voratand hat am 22. März und am gestrigen Tage Sitzungen abgehalten.
Den Stand umerer Mitglieder zeigt die folgende Tabelle:
Zvr Zeit de$ Seitdem Zur Zeit des
17. Mechor eingetreten ausgetreten 18. Mecha-
mkertages mkertages
Hauptverein 156 8 16«) 148
Zweigverein Berlin 171 7 6 172
n Hamburg-Ältona . 49 1 1 49
Ilmenau .... 96 14 4 106
Oöttingen ... 29 5 1 33
BaUe a, S. , . . 34 2 2 -34
Leipng .... 23 4 2 25
München . . . . -- 81 0 31
Zusammen: 558 72 32 598
1) 7 davon zu München übergetreten.
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248 Protokoll des 18. Deutschen Mechanikertaffe». Mechaniker*Ztg
Der Tod hat wieder schwere Lücken in unsere Reihen gerissen; wir verloren im letzten
Jahre die Mitglieder F. Sokol (Berlin), B. J. Krüß (Hamburg), G. Hirschmann (Berlin),
S. Czapski (Jena), F. Jäger (Ilmenau). ^
Namentlich das vor Monatsfrist erfolgte unerwartete Ableben von Prof. Dr. Czapski
hat gewiß alle Mitglieder unserer Gesellschaft tief erschüttert. Von Anfang an hat er an
den Aufgaben unserer Gesellschaft mitgearbeitet; nach Abbes Austritt aus dem Vorstande ver-
trat er dessen weitsichtige Ideen und wirkte, wie in seiner Berufsstellung, so auch bei uns
im Sinne seines Vorgängers. Es wird der Vorstand, dessen stellvertretender Vorsitzender
er im letzten Jahre war, seine Mitarbeit schwer entbehren und unsere Gesellschaft ihm
dankbare Erinnerung bewahren, wie unser Herr Geschäftsführer und ich es an seiner Bahre
unter Niederlegung eines Kranzes im Namen der Gesellschaft ausgesprochen haben.
II. Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein berichtet über Die bisherigen Versuche
der Phys.'Techn. BeichsanstaÜ zur Verbesserung der Methoden der Metallfärbung.
Der Vortragende teilt mit, daß Hr. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Mylius, mit dem zu-
sammen er auf Grund einer Denkschrift der D. G. f. M. u. 0. vom 5. Oktober 1S06 (s. diese
Zeitachr. 1906. 8. 229) die Versuche angestellt habe, durch Krankheit verhindert sei, zu er-
scheinen und den für ihn in Aussicht genommenen Teil des Berichtes zu erstatten; er werde
daher allein über die gesamten Arbeiten referieren.
Als Grundlage dienten, da die in der Literatur vorhandenen Rezepte sich als ver-
stümmelt und unbrauchbar erwiesen, frühere Arbeiten der Reichsanstalt sowie einige Vor-
schriften, die von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt waren; man beschränkte sich
naturgemäß nicht darauf, die Färbungen herzustellen, sondern untersuchte die gebeizten
Stücke auf ihre Dauerhaftigkeit in der Luft und gegen mechanische Angriffe.
Die Arbeiten haben bis jetzt zu folgenden Ergebnissen geführt:
1. Schwarz für Zinnroiguß, Zinkrotgußy Messing (gegossen, gewalzt, gezogen), Tombak,
Kupfer.
Die Gegenstände sind heiß abzubrennen, infolgedessen ist das Verfahren für Objekte
mit Zinnlotungen nicht anwendbar.
100 ^ salpetersaures Kupfer, gut zerkleinert, gelöst in
200 „ absoluten Alkohol.
Die zu färbenden Stücke wurden kalt mittels eines Messingdrahtes kurze Zeit einge-
taucht und alsdann über einer Flamme unter Vermeidung von Blasenbildung getrocknet,
wobei sie erst grün und nach stärkerer Erwärmung schwarz wurden; nach dem Erkalten
wurde das Arbeitsstück mit einer steifen Bürste abgebürstet.
Dieser Vorgang wurde wiederholt, bis ein genügend tiefes Schwarz erzielt war.
Das Kupfornitrat muß, weil es hygroskopisch ist, in gut verschlossenen Glasflaschen
aufbewahrt werden.
2. BlauBchwarz für Kupfer Zink Legierungen (gegossen, gewalzt, gezogen), [unbrauchbar
für Kupfer-Zinn-Legierungen, Kupfer, Neusilber.]
4 g kohlensaures Kupfer, gelöst in
200 „ 10-prozentiger Ammoniaklösung.
Die gut gereinigten und oxydfreien Arbeitsstücke wurden mittels eines Messingdrahtes
in die BeizflQssigkeit bei Zimmertemperatur öfter eingetaucht. Nach jedesmaligem Ein-
tauchen wurden die Stücke in kaltem Wasser abgespült und mit einem weichen Lappen ab-
getrocknet.
Die Beize ist kühl und gut verkorkt aufzubewahren.
3. Violett (blaugrau) für Zinnrotguß, Zinkrotguß, Messing (gegossen, gewalzt, gezogen),
Tombak, Kupfer.
50 g Antimontrichlorid, gelöst in
850 „ Alkohol von 91 %; alsdann wurden
100 „ rohe Salzsäure zugefügt.
Die gut gereinigten und oxydfreien Gegenstände wurden bei Zimmertemperatur mittels
eines Messingdrahtes eingetaucht, nach dem Herausheben in kaltem Wasser abgespült und
mit einem weichen Lappen abgetrocknet.
Vorstehende alkoholische, schwach angesäuerte Lösung vermeidet die Übelstände,
welche die bisher hierfür verwendete stark saure Lösung von Antimontrichlorid in roher
Salzsäure mit sich bringt.
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I. DeMSbe^r 1907. Protokoll des 18. Deutschen Mecbanikertages. 249
Außerdem sind Untersuchungen über eine stahlgraue Araenbeize angestellt worden;
die Ergebnisse sind aber noch nicht endgültig.
Um die Haltbarkeit der Überzüge gegen mechanisches Abgreifen zu prüfen, wurde
folgende Einrichtung getroffen:
Vor dem Bett einer Drehbank und parallel zu demselben ist auf zwei Böcken, welche
mit Handschrauben auf dem Bett befestigt sind, eine Schiene verschiebbar montiert. Diese
Schiene trägt die beiden Lagerböcke einer längeren Welle, an deren einem Ende ein
Schneckenrad aufgepaßt ist. Durch Rollen, welche von dem Wirtel der Drehbankspindel
mittels eines Riemens angetrieben werden, wird zugleich eine mit einer Schnurscheibe
versehene Schraube ohne Ende in Bewegung gesetzt, die in das oben erwähnte Schnecken-
rad eingreift und so die auf der Schiene gelagerte Welle antreibt. Auf der Welle ist ein
kleiner Haspel verschiebbar aufgesetzt, welcher nach Bedarf an einer bestimmten Stelle
festgeklemmt werden kann und dazu dient, ein mit ^inem Asbeststreifen von rd. 30 cm
Lange belegtes Leinenband aufzuwickeln.
Der Schleif Vorgang ist folgender: Die Drehbankspindel, die, von einem Motor an-
getrieben, in einer Minute 340 Umdrehungen macht, trägt in einem Klemmfutter das zu
untersuchende Metallstück, über welches nun das oben erwähnte Leinenband, durch eine
Pührungsgabel an derselben Stelle gebalten und mit 1 kg belastet, gelegt wird. Dieses
Band gebraucht, nach erfolgtem Antrieb der Drehbank, um über dem Prflfungskörper unter
einem Winkel von 45^ hinübergezogen zu werden, gerade 1 Minute. Es ist nun ersichtlich,
daß der Schleifvorgang durch Ausschalten des Motors in kürzeren oder längeren Zwischen-
räumen leicht kontrolliert werden und man nach dem Aussehen an den. mehr oder weniger
angegriffenen Sohleifstellen eiuen Schluß auf die Festigkeit oder Haltbarkeit des Metall-
überzuges ziehen kann. Über definitive Resultate, welche mit dieser Schleif Vorrichtung
erzielt worden sind, wird später berichtet werden.
Der Vortrag wurde durch eine .große Anzahl von Proben und Mustern wie
durch Zeichnungen erläutert.
Der Vorsitzende
spricht der Reichsanstalt, dem Vortragenden und Hrn. Geh.-Regierungsrat Prof. Dr. Mylius
den Dank der D. G. f. M. u. 0. aus und bittet, der Frage auch weiterhin wie bisher ein so
lebhaftes Interesse bezeigen zu wollen.
IIL Hr. Generaldirektor J. Berliner: Die Star Jcton- Sprechmaschine Auxetophon
der Deutschen Orammophon-Aitiengesellschaft.
Redner charakterisiert zunächst das Wesen der Plattensprechmaschine (Grammophon),
erfunden 1889 von B. Berliner^ im Gegensatz zur Walzen maschine. Die Vervielfältigung
der Platten erfolgte zuerst unter Benutzung der Zinkätzung. Um das hier bei der Wieder-
gabe auftretende kratzende Nebengeräusch zu beseitigen, benutzt E. Berliner für die
Origlnalaufnahme eine sogenannte Wachsmasse; hiervon werden galvanoplastische Abzüge
hergestellt und von diesen erst durch hydraulische Pressen die Platten des Handels; das
Material für die letztgenannten Platten ist in jüngster Zeit wesentlich vervollkommnet
worden. Weitere Verbesserungen beziehen sich auf die Bewegungsmechanismen und die
Aufnahme-Schalldoso. In allerjüngster Zeit ist es endlich gelungen, die Lautstärke des
Grammophons ganz wesentlich zu erhöhen, indem statt der schwingendon Membrane des
Wiedergabe-Apparates eine Vorrichtung angewendet wird, bei der ein konstanter Luftstrom
durch zwei kammartig ausgeschnittene, übereinanderliegende Membranen streicht, von denen
die eine vom W ic d ergab estift betätigt wird. Zum Schluß gibt der Vortragende Daten über
die kommerzielle Entwickelung des Grammophons. (Ausführliche Wiedergabe des Vortrags
s. diese Zeitschr. 1907, S. 287 tt. 261).
IV a. Hr. W. Handke: Das im § 5a des Lehrvertrages der D. O, f. M. u. 0.
vorgesehene Schiedsgericht^).
Die in § 5a vorgesehene Lehriingskommission wird von den Gerichten als Schieds-
gericht nicht anerkannt, weil ihre Zusammensetzung den gesetzlichen Bestimmungen nicht
*) § 5a lautet bis jetzt: ^Der Lehrherr verpflichtet sich, hinsichtlich der Ausbildung
des Lehrlings sich der Begutachtung der Kommission für das Lehrlingswesen zu unterwerfen,
falls der gesetzliche Vertreter des Lehrlings solches beantragt. — Über die für die Ausbildung
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250 Protokoll des 18. D«uttch«n Mechanlkertaff«s. MeSanSw^Zt«
entspreche; es ist nAmlich erforderlich, daß eine solche Kommission sowohl aus Vertretern
der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber in gleicher Zahl unter einem unparteiischen Vor-
sitzenden bestehe. Dies ist aber bereits bei einer anderen Kommission der Fall, die meistens
unter Mitwirkung der D. G. f. M. u. 0. oder wenigstens ihrer Mitglieder konstituiert wird,
nämlich bei dem Ausschusse für die Lehrlingsprüfung; nur ist hier der Vorsitzende
in der Regel nicht ein unparteiischer. Es wäre deswegen nur nötig, den in Rede stehenden
Paragraphen des Lehrvertrages dahin umzuändern, daß dem GehilfenprOfungsausschuß die
Aufgaben der bisherigen Kommisaion fOr das Lehrlingswesen übertragen werden mit der
Maßgabe, daß er sich zu diesem Zwecke einen unparteiischen Vorsitzenden zu wählen habe.
Hr. W. Sartorius
wünscht, daß diesem Ausschuß alle Meinungsverschiedenheiten in Lehrlingsangelegenheiten
zur Bntscheidimg unterbreitet i^erden.
Der Vorsitzende
weist auf § 17 des Lehrvertrages hin, der eine dahingehende Bestimmung enthält^).
Hr. Reg.-Rat Dr. Stadthagen
ist gleichfalls für möglichste Erweiterung der Tätigkeit dieses Ausschusses, um tunlichst
das Eingreifen des Oewerbegerichts zu vermeiden; soweit letzteres nicht zu umgehen sei,
müsse der Vorstand der D. G. f. M. u. 0. dafür sorgen, daß von ihm Sachverständige gehört
werden, aber wirkliche Fachmänner.
Der Vorsitzende
faßt die letztere Anregung dahin auf, daß der Vorstand für die Zuziehung geeigneter Fach-
männer Sorge tragen solle, indem er dem Gericht solche namhaft mache.
Hr. Dr. Rocke
weist darauf hin, daß die Gesetzgebung das Eingreifen von Schiedsgerichten an ganz be-
stimmte Bedingungen knüpfe, es in gewissen Fällen sogar ausschließe; es sei ihm augen-
blicklich nicht bekannt, wie die Bachlage in bezug auf das Gewerbegericht liege, und er sei
gern bereit, sich hierüber zu informieren, damit der Beschluß der Versammlung mit dem
Gesetze übereinstimme.
Der Vorsitzende
bittet Hm. Dr. Rocke, sich der Mühe zu unterziehen, der Versammlung hierüber Klarheit
zu verschaffen; unter solchen Umständen empfehle es sich, die weitere Beratung auf morgen
zu vertagen. ^
— Die Beratung wird vertagt; Fortsetzung siehe unter IV b auf 8.255, —
V. Hr. Techn. Rat Blaschke: Die für das Jahr 1913 geplante Weltausstellung
in Berlin.
Eigentlich sei es vielleicht jetzt schon überflüssig, sich mit dieser Angelegenheit zu
befassen, da der Plan der Weltausstellung kaum noch als lebensfähig zu betrachten ist;
immerhin solle man sich über die Sachlage Klarheit verschaffen, um vorbereitet zu sein,
wenn der Plan etwa wieder aufgenommen werde. Das Material verdanke der Vortragende dem
festgesetzten Grundsätze erteilt die vorgenannte Kommission Auskunft. — Falls in dem betreffen-
den Handwerkskammerbezirk eine solche Kommission nicht besteht, wird der zuständige Zweig-
verein der D. G. f. M. u. 0. auf Ersuchen einer der Parteien zwei Mitglieder, welche möglichst
an dem fraglichen Orte wohnen, behufs Vornahme der Begutachtung beauftragen. Ist auch ein
Zweigverein nicht vorhanden, so wird der Vorstand der D. G. f. M. u. 0. das Nötige veran-
lassen ^
^) § 17 lautet: „Beide Parteien verpflicht^ti sich, bei etwaigen aus dem Lehrverhältnis
sich ergebenden Streitigkeiten die Kommission für das Lehrlingswesen anzurufen und sich der
Entscheidung derselben zu unterwerfen. — Für den Fall, daß an dem betreffenden Ort eine
solche Kommisaion der D. G. f. M. u. 0. nicht besteht, finden dieselben Bestimmungen wie
bei § 5a statt
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I. De^eSblr 1907. ProtokoU des 18. Deutschen Mechanikertaffes. 251
liebenswürdigen Entgegenkommen der Berliner Handelskammer, der er auch an dieser
Stelle seinen Dank ausspreche^).
Am 11. März 1907 regte der geachtete Kunstschriftsteller Fritz 8tahl im Berliner
Tageblatt an, das 25-jährige Regierungsjubiläum des Deutschen Kaisers durch eine Welt-
ausstellung zu feiern. Im Anschluß an diesen Artikel erschien in demselben Blatte 10 Tage
später ein offener Brief der Herren Goldberger, Paasche und Ravenö; diese spraclion
sich aufs entschiedenste für den Plan der Weltausstellung aus, über die sie schon vor
längerer 2eit ihre Gedanken ausgetauscht hätten: Berlin, als die größte Industriestadt des
Festlandes, sei durchaus berechtigt, eine Weltausstellung zu veranstalten, und imstande, sie
zu beherbergen; das Reich, das für Chicago, Paris und 6t. Louis 13000000 M aufgewendet
habe, werde sich jetzt auch nicht ablehnend verhalten können ; Deutschland möge, nachdem
es so oft der Gast anderer Nationen gewesen sei, auch einmal eine Einladung zu einer
internationalen Industricschau erlassen; von der geplanten , Verkehrsausstellung'' bis zur
Weltausstellung sei schließlich nur ein kleiner Schritt.
Um zunächst die Stimmung der industriellen Kreise zu ermitteln, verbanden sich der
Deutsche Handelstag, der sich an die Handelskammern wenden wollte, und die Ständige
Ausstellungs-Kommission f. d. Deutsche Industrie, die die Befragung der Gewerbe-
vereine übernahm ; man wollte ermitteln: 1) ob überhaupt Stimmung für eine Weltausstellung
vorhanden sei, 2) ob man einer internationalen Fachausstellung, d. h. vorheriger Auswahl
und lokalisierter Zusammenfassung, den Vorzug gebe, 3) ob man ev. zu pekuniären Opfern
bereit sei. Von den Handelskammern waren 43 gegen, 7 für eine Ausstellung; von den Ge-
werbevereinen gingen 111 ablehnende, 28 bedingt zustimmende, 76 zustimmende Antworten
ein; die D. G. f. M. u. 0., ilie gleichfalls befragt worden war, verhielt sich dem Plane einer
Weltausstellung gegenüber neutral, sprach sich entschieden für Anordnung nach Fächern
aus, lehnte größere Opfer ab. Unter den ablehnenden Handelskammern befindet sich auch
die Berliner, die, nachdem sie ihre Ausschüsse befragt hatte (20 lehnten ab, 9 äußerten sich
zustimmend), in einer hochinteressanten Sitzung über den Plan verhandelte und sich
gegen ihn erklärte. Die Gründe, weswegen die weitaus meisten Stellen sich abiebnend ver-
hielten, waren — abgesehen von einer manchmal durchscheinenden Antipathie gegen Berlin
und die Urheber des Planes — in der Hauptsache folgende: Weltausstellungen seien beider
Entwickelung, die die Industrie genommen hat, veraltet; bei fachlicher Anordnung erhalte
man oft kein Bild von der Bedeutung der einzelnen Firma, die ihre Ausstellung auf ver-
schiedene Gruppen verzetteln müsse; man scheute ferner die erhebliche Aufwendung, die
man für nicht gewinnbringend erklärte; dazukam, daß bereits zwei weitere Weltausstellungen
geplant sind, die eine in Rom 1911 zur 50-jährigen Feier des italienischen Königtums und
eine zweite in Paris, zu deren Vorbereitung die französische Regierung von der Deputiei tcn-
kammer bereits aufgefordert ist.
Wenn sich die Deutsche Reichsregierung nunmehr auch auf einen ablehnenden Stand-
punkt gestellt hat, so befindet sie sich in Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehr-
heit der Beteiligten; freilich ist damit der Plan bis auf weiteres begraben.
Bei dieser Sachlage kann die D. G. davon absehen, irgend einen Beschluß zu fassen;
man muß abwarten, und sollte der Plan doch einmal durchgeführt werden, so wird man
nicht abseits stehen dürfen und es auch nicht brauchen, da die deutsche Feinmechanik im-
stande ist, den Kampf mit der ausländischen getrost aufzunehmen.
VI. Hauptversammlung der Fraunhofer-Stiftung.
Der Vorsitzende, Hr. Fr. Franc v. Liechtenstein, gedenkt zunächst der im
letzten Jahre verstorbenen Mitglieder, insbesondere der Herren F. Sokol und S. Czapski,
und erstattet sodann den
1. Jahresbericht,
Die Stiftung besitzt 14 000 M fundiertes Vermögen, das 475 M Zinsen ein-
bringt; die jährlichen Beiträge belaufen sich auf 1423 M (gegenüber 541 2/ i. J. 1888);
hierzu tritt ein Beitrag der Firma Siemens & Halske von 1000 M; es sind somit
3000 M verfügbar. Die Stiftung hat bis jetzt über 30 000 M an 69 Stipendiaten ge-
geben; über diese Herren könne auch diesmal das Günstigste berichtet werden. Die
^) Die Ständige Ausstellungskommission für die Deutsche Industrie war
zu ihrem Bedauern außerstande, dem Vortragenden Einsicht in ihr Material zu geben, da sie
sich gerade damit befaßte^ es zu bearbeiten.
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252 Protokoll des 18. D»uUch»Q Mechanikertaffes. MecSUJlkS-Ztg.
Abbe-StiftuDg besitzt vorläufig rd. 2500 M. Im laufenden Jahre sind an 4 Herren je
500 M als Stipendium gezahlt worden.
Hr. Prof. E. Hartmann
fordert zu erneuten Sammlungen für die Stiftung auf; man solle dabei auch diejenigen
fremden Betriebe nicht vergessen, die tüchtige Kräfte den Mechanikern entziehen.
2. Hr. W. Handke erstattet den Kassenbericht. Dem Schatzmeister wird mit
Dank Entlastung erteilt.
3. Gemäß dem Vorschlage des Vorstandes werden 7 Stipendien bewilligt,
nämlich an 5 Mechaniker je 500 M und an 2 Mechaniker je 300 M.
4. Hr. Dr. 0. Schott in Jena wird an Stelle von Hrn. S. Czapski in den
Vorstand gewählt.
5. Schließlich beschäftigt sich die Versammlung mit einem Antrage des Hm.
Baurat B. Pensky, in die Satzungen eine Bestimmung aufzunehmen, die die Stipen-
diaten verpflichtet, der Stiftung als Mitglieder beizutreten, sobald ihre Verhältnisse es
ihnen erlauben.
Der Vorstand schlägt vor, diese Verpflichtung nicht durch die Satzungen zu
normieren, sondern in den Vorbedingungen für die Bewerbungen den Stipendiaten den
späteren Beitritt zur Stiftung nahezulegen.
Hr. Techn. Rat Blaschke
beantragt, den Vorstand zu ermächtigen, die Angelegenheit zu ordnen, nachdem er mit Hrn.
Baurat Pensky, der am Erscheinen und an der Vertretung seines Standpunktes verhindert
sei, darüber beraten habe.
Die Versammlung ist damit einverstanden.
IL Sitzung im Großen Sitzungssaale des Alten Rathauses
am 3. August 1907, 9V2 Uhr vorm.
Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß.
Vn. Hr. Regierungsrat Dr. Stadthagen: Über Niclcclstahl,
Die Eigentümlichkeiten der Nickelstahllegierungen verdienen aus praktischen und
theoretischen Gründen das höchste Interesse; ihre sonderbaren Eigenschaften sind geeignet,
unseren Anschauungen über die Zustandsformen der Metalle neue Gesichtspunkte beizufügen,
ihr vielartiges Verhalten hat die mannigfaltigste Verwendung zu wissenschaftlichen und
technischen Zwecken ermöglicht, eröffnet aber noch weite, unübersehbare Aussichten.
Die ersten größeren Untersuchungen über die elastischen Eigenschaften von Nickel-
eisen wurden von 1894 ab vom Sonderausschuß für Eisenlegierungen des Vereins zur
Beförderung des Gewerb fleißes ausgeführt. Es zeigte sich für das gegossene Material
eine starke Zunahme der Festigkeit bis zu etwa 10 % Ni, hierauf bis 30 7o ^^^ starke Ab-
nahme, die noch langsam etwas weiter fortschreitet, um später bis zu 60 ^o wieder eine
Zunahme, nachher wieder eine Abnahme zu erfahren. Die Versuche haben zu der ver-
stärkten Anwendung eines M-Zusatzes von 2 bis 4% in der Technik geführt; es seien genannt
Panzerplatten, Eisenbahnschienen für Kurven, Bolzen, Niete. In der Physikalisch-Tech-
nischen Reichsanstalt ergab eich bei 4 und 16% Ni der Ausdehnungskoeffizient zu
10,9 und 10,3 gegen 11,6 für reines Eisen und 12,6 für reines Nickel, statt einer Zunahme
des Koeffizienten beim Zusatz von Ni also eine Abnahme.
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DewSber 1907. Protokoll des 18. Deutschen Mechanikertaffefl. 253
Im Interuatioualeii Bureau zu Sevrt^s hatte man sich Aüfaug der 90-er Jahro des
vorigen Jahrhunderts die Aufgabe gestellt, ein Material für Kopien des Längen- Prototyps zu
finden, das wesentlich billiger wäre als das Platin-Iridium. Bei diesem Versuche nun ent-
deckte der Direktor des Internationalen Bureaus, Dr. Benoit, 1895, daß eine Nickelstahl-
legierung von 22% Ni und 3% Chrom sich noch etwas mehr ausdehnte als Bronze;
1896 fand der jetzige Subdirektor, Dr. Guillaume, daß eine Nickelstahllegierung mit
30.4 0/0 Ni sich nur halb so stark ausdehnte, als dem Mischungsgesetz entsprach. Statt daß
also die Ausdehnungskoeffizienten der Nickelstahllegierungen zwischen den beiden Zahlen
11.5 und 12,5, die für reinen Stahl und reines Nickel angenommen werden können, lagen,
ergab sich im ersten Fall der außerordentlich hohe Wert von über 18,5, im zweiten der
außerordentlich niedrige von etwa 5.
Diese Beobachtungen veranlaßten Quill aume, die Nick eis tahllegierungen gründlicher
zu studieren ; er wandte im wesentlichen seine Aufmerksamkeit den sog. reversiblen Legie-
rungen zu, d. h. denjenigen Legierungen, die, wenn man sie durch Erwärmung ihres Magnetismus
beraubt und alsdann wieder abkühlt, bei entsprechender Temperatur in den früheren mag-
netischen Zustaud zurückkehren; die irreversiblen Legierungen dagegen erlangen den ver-
lorenen Magnetismus erst bei einer weit niedrigeren Temperatur zurück. Man nahm nun
früher an, daß die Nickelstahllegieruugen bis zu 26 % Ni irreversibel, über 26 % Nickel-
gehalt aber reversibel seien. Die Irreversibilität erstreckt sich aber keineswegs nur auf die
magnetischen Eigenschaften. Einige Versuche z. B. mit einer Legierung von 15 0/0 Ni
zeigten, daß auch die Länge eines solchen Stabes nach Erwärmung und folgender Ab-
kühlung eine für die gleiche Temperatur durchaus veränderliche Größe iat.
Kühlt man den Stab von etwas über 200® ab, so zieht er sich bis zu etwa 180® zu-
sammen, bei weiterer Abkühlung dehnt er sich aber aus (und zwar teilweise sehr stark
bis 40 /i* für l^!), so daß er bei — 60® länger ist, als bei -j- 300®. Unterbricht man aber die
Abkühlung und erw^ärmt wieder, so erfolgt nicht der gleiche Rückgang, nicht etwa wieder
ein Zusammenziehen bis -|- 130® und dann erst wieder Ausdehnung, sondern jetzt gleich
eine Ausdehnung. Für dieselbe Temperatur hat also der Stab je nach dem vorherigen Er-
wärmungs- und Abkühlungsprozeß verschiedene Längen.
Da mit solchen Legierungen für präzisionstechnische Zwecke nichts anzufangen war,
wandte Guillaume sich den sog. reversiblen Legierungen mit über 26 ®/o Ni zu.
Diese werden bei höheren Temperaturen unmagnetisch und dehnen sich daher wesentlich
stärker aus, als bei gewöhnlichen Temperaturen (bis 18 f* auf 1 m); beim Herabgehen
der Temperatur erscheint der Magnetismus wieder und die Ausdehnung wird geringer.
Folgende Tabelle gibt für den Bereich von 26 bis 44% Ni die zahlenmäßigen Aus-
dehnungskoeffizienten :
Ni 26 29 30 34,6 35,6 37,3 39,4 44,4 ®/o
Ausdehnungskoeffizient . 13 10 5 1,4 0,9 3,5 5,4 8,5
ferner:
Ni -f Chrom 34,8 -f 1,5 35,7 -f- 1,7 36,4 + 0,9 0/0
Ausdehnungskoeffizient . 3,6 3,4 4,4
Man sieht, daß bei etwa 36 ®/o Ni ein Minimum der Ausdehnung erreicht wird; diese
Legierung hat Guillaume als Invar bezeichnet. Es ist aber zu bemerken, daß das Invar
nicht in dem Sinne unveränderlich ist, nur eine ganz bestimmte minimale Ausdehnung unter
allen Umständen zu besitzen und zu bewahren. Wie die Zahlenwerte zeigen, wird die Aus-
dehnung durch geringe Zusätze von Chrom stark beeinflußt, ähnlich auch durch Zusätze
von Mangan, Kohlenstoff, u. s. w. So gibt Guillaume den minimalen Ausdehnungskoeffi-
zienten, wenn man nicht den Kohlenstoff- und Mangangehalt in einer für das Metall unvor-
teilhaften Weise herabsetzt, statt des obigen Wertes 0,9 auf 1,2 bis 1,5 an. Andererseits
kann man durch starkes Herabsetzen des Mangangehaltes sowie auch durch besondere Be-
handlung der Güsse, wie sie nur bei kleineren Quantitäten möglich ist, durch besondere Be-
handlung beim Abkühlungsprozeß und hinsichtlich mechanischer Bearbeitung, etwa durch
Schlagen oder Hämmern, den Wert der Ausdehnung sogar unter Null herunterbringen, d. h. statt
der natürlichen Ausdehnung bei gewöhnlichen Temperaturen ein Zusammenziehen hervor-
rufen. So erhielt man durch H&ufung aller derartig wirkender Umstände für eine Skala
als Ausdehnung zwischen 0® und + 38®: a = (— 0,55 + 0,0038 • <) • 10 — C-
Durch zweckmäßige teilweise Anwendung solcher Mittel konnte man einen mehrere
hundert Meter langen Draht von der geringen Ausdehnung: a = (+ 0,03 — 0,0023 • *) • 10 — ß
erzielen.
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254 ProtokoU des 18. Deutichen Mechanikertage«. Mec^Slk^e^-Ztg.
Guillaume hat durch ZuBammenarboiten mit Interessenteu und unermüdliche Unter-
suchungen dem Invar eine ganze Reihe wichtiger und zweckmäßiger Anwendungsgebiete
erschlossen.
Bas Invar läßt sich gut bearbeiten; allerdings erfordert es starke Werkzeuge und ein
langsames Arbeiten, da sich sonst die Werkzeuge sehr schnell abnutzen. Seine Z&higkeit
und Homogenität läßt nichts zu wünschen übrig, es nimmt eine vorzügliche Hocbglanz-
politur an, läßt sich zu Platten und Bändern geeigneter Dicke auswalzen (wie die von
den Vereinigten Deutschen Nickelwerken in Schwerte, Westf. zur Verfügung
gestellten Proben zeigen); auch Fäden von weniger als 0,1 mm Dicke sind herstellbar.
Die Oxydierbarkeit ist gering; nach Erfahrungen bei der Normal-Bichungs-Kommission
oxydiert das Invar leichter, wenn eine Verstaubung der Oberfläche und darauffolgender
Feuchtigkeitsniederschlag eintritt.
In einem Guß sind die Verhältnisse ziemlich gleichmäßig, indessen beeinflußt die
weitere Behandlung und Bearbeitung ganz bedeutend die Eigenschaften. Die thermischen
und elastischen Nachwirkungen sind beim Invar — und das ist vielleicht sein einziger
Fehler — recht bedeutend; indessen kann man durch die Behandlung ihrer im allgemeinen
genügend Herr werden.
Man muß zwischen vorübergehenden und säkularen Nachwirkungen unterscheiden.
Brstere sind bei gewöhnlichen Temperaturen, wie sie bei Präzisionsmessungen mit Stäben,
Bandmaßen oder Drähten und Pendeluhren vorkommen, nicht erheblich. Bei schnellen Ver-
änderungen bleiben sie nach Guillaume für 1 m unter 1 bis 2 /u>. Im übrigen treten diese
thermischen Nachwirkungen stärker beim Herabgehen als beim Ansteigen der Temperatur
auf. Die säkularen Veränderungen sind sehr erheblich, wenn das Material nicht ähnlich wie
Glas gealtert ist; sie erfolgen in dem Sinne, daß ein Stab allmählich länger wird. Bei einem
in gewöhnlicher Weise behandelten Meterstabe betrugen die Verlängerungen nach dem 1., 2.,
8., 4. und 5. Jahre: 13, 18, 22, 25, 27 /«, bei einem in 105 Tagen von 150<> bis 40^ getem-
perten nur 6, 8, 9,2, 10,5 und 1 1 ffr* Die Beträge sind also in letzterem Falle nicht halb so
groß, vor allem aber sind die Änderungen vom 3. Jahre ab so gering, rund 1 fi für das Jahr
oder weniger, daß sie für viele Fälle der Praxis vernachlässigt werden können. Ähnliche
Erfahrungen sind auch bei der Normal-Eichungs-Kommission gemacht worden. So
zeigte ein zwischen 0 und 50® untersuchter Stab, der offenbar nicht getempert war, bei
Zimmertemperatur in 4 Wochen sogar eine Verlängerung von etwa 7 /a, dagegen andere Stäbe
im wesentlichen keine Nachwirkungserscheinungen, manche solche von 1 bis 2 /t». Bei
letzteren konnte eine Änderung des Ausdehnungskoeffizienten mit der Temperatur
zwischen -|-16® und 4-38® nicht festgestellt werden, was einer Angabe von Guillaume
entspricht.
Durch wiederholtes Walzen kann man den Ausdehnungskoeffizienten fast auf Null
herabbringen.
Sehr wesentlich ist die Wirkung von Erschütterungen. Die Drähte, die man neuer-
dings in der Geodäsie viel bei Basismessungen verwendet, werden daher, um sie in einen
wenig veränderlichen Zustand zu bringen, zunächst 200-mal sehr stark geschlagen, dann mit
60 kg 24 Stunden lang belastet und sodann wieder 100- oder 200-mal geschlagen. Diese
Spannung verlängert einen Draht um rund 0,2 mm; die Verlängerung wird durch
100- maliges Schlagen etwa wieder aufgehoben oder es tritt bei weiteren 100 Schlägen eine
Gesamtverkürzung von etwa 0,1 mm ein, die den noch zu erwartenden Längennach-
wirkungen entspricht.
Kopien des Längenprototyps kann man aus Invar nicht herstellen. Guillaume hat
allerdings auch einen ziemlich nachwirkungsfreien, also für diesen Zweck, wie es scheint,
geeigneten Nickelstahl gefunden, nämlich einen mit 43,6 % ^t. Allerdings liegt hier der
Ausdehnungskoeffizient zwischen 7 und 8, also dem des Platin nahe.
Überall aber, wo ein Normalmaß als Zwischenglied angesehen werden kann, wo es nur
auf kürzere Zeit Konstanz seiner Länge zeigen muß, wo es möglich ist, vor und nach der
Messungsreihe das Maß mit einem unveränderlichen Normalmaß zu vergleichen, während
es von Wichtigkeit ist, bei der Messungsreihe selbst ein mit der Temperatur möglichst
wenig veränderliches Maß zu benutzen, überall da ist Invar em gutes Hilfsmittel der feinsten
Beobachtungskunst geworden, z. B. als Normal bei Ausdehnungsbestimmungen von Materialien,
bei Vermessungen im Felde; hier sind insbesondere nach einem Vorschlage von Jaederin
Metalldrähte von 24 m und mehr Länge bei 1,6 mm Durchmesser mit g^tem Erfolge aus
Invar hergestellt worden.
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»zemblr 1007. ProtokoU des id. Dauttchen Mechanikertage«. 265
Ob die Genauigkeit derjenigen mit den besten Baslsapparaten gleiclikommt, sei dahin-
gestellt; jedenfalls ivird an Zeit so bedeutend gespart, daß man eine Basis langer wählen,
an mehr Stellen messen und die Messungen häufiger wiederholen kann. So wurde 1906 der
Simplontunnel — 20 km — mit Invardrahten trotz der dort obwaltenden Schwierigkeiten
hin und zurück mit anscheinend sehr bedeutender Genauigkeit in 6 Tagen gemessen.
Vorsicht ist allerdings hinsichtlich des Aufwickeins der Drahte geboten; wählt man einen
geringeren Durchmesser als 50 em, so sind dauernde Änderungen zu befOrchten. Ftlr
Normaldrahte, die nicht transportiert zu werden brauchen, scheint es sogar am zweck-
mäßigsten, sie frei ihrer ganzen Lange nach, vielleicht an einigen Stellen unterstützt, auf-
zuhängen; dies ist bei dem 80 m langen Bandmaßkomparator der Normal-Bichungs-
Kommission geplant.
Ähnlich wie mit den Maßen liegt es mit den Pendeln der Uhren, den Reversionspendeln
zu Schweremessungen; hier wird die Temperaturkorrektion eine weit einfachere als bei den
stark ausdehnbaren Materialien. Selbstverständlich hat Invar auch für Cluronometer und
feine Taschen-Uluren große Bedeutung. Auf Vorsclilag der Normal- Eichung s- Kommission
ist neuerdings das Invar bei Federwagen, wie es scheint, mit gutem Erfolge, benutzt
worden. Guillaume hat außerdem in seinem Werke „Lea AppUeaUon» des Aeiera au Nidcd"
auf verschiedene Anwendungen von Invar für Präzisionsinstrumente hingewiesen, z. B. für
Nivellierinstrumente, Winkelmeßinstrumente. Wichtiger für den Fernrohrbau ist wohl der
Hinweis Guillaumes auf die Anwendung nicht des Invar, sondern derjenigen NickelstahU
legierungen, die die gleiche Ausdehnung, wie die benutzten Glassorten, haben, also etwa
von 42 <^/o bis 48 %, für Linsenfassungen zur Vermeidung von Spannungen.
Der Vortragende weist schließlich darauf hin, daß in dieser Richtung ein deutsches
Untersuch ungsamt für Metallprüfung sehr segensreich wirken könnte.
Hr. O. Heinatz
macht auf eine Veröffentlichung im Engineer über Nickelstahl aufmerksam.
Der Vorsitzende legt ein Begrüßungsschreiben des Zwgv. Ilmenau vor und
teilt mit, daß Hr. Dr. Bellst ab den angekündigten Vortrag über das automatische
Femsprech-Vermittelungssystem der Telephonfabrik vorm. J. Berliner nicht halten
kann, da ihm die erforderlichen Demonstrationsobjekte nicht zur Verfügung stehen.
IV b. Fortsetzung der Beratung über: Das im § 5 a des Lehrvertrages der
D, O. f. Jf. u. 0, vorgesehene Schiedsgericht (s. IVa, 8. 249).
Hr. Dr. Rocke:
Auf dem Gebiete des Gewerbegerichtsgesetzes ist die Möglichkeit der Bildung von
Schiedsgerichten ausdrücklich vorgesehen; wenn ein solches ordnungsmäßig gearbeitet
hat, sind seine Entscheidungen vollstreckbar, eine Berufung unzulässig. Man braucht also
nur für diejenigen Fälle, wo die Prüfungskommission als Schiedsgericht f^ekt in Tätigkeit
tritt, Sorge zu tragen, daß geeignete Sachverständige von den Gerichten zugezogen
werden; es empfiehlt sich, nach dieser Richtung Schritte sowohl beim Justizministerium
— wegen der ordentlichen Gerichte — als auch beim Ministerium des Innern — wegen der
Gewerbegerichte — zu tun.
Der Vorsitzende
weist darauf hin, daß die D. G. f. M. u. 0. die> Angelegenheit für ganz Deutschland regeln
müsse; ein endgültiger Beschluß könne daher bei der etwas verwickelten Sachlage heute
noch nicht gefaßt werden. Es erscheine ihm zweckmäßig, daß sich die Versammlung
grundsätzlich mit den Vorschlägen der Herren Handke und Stadthagen einverstanden
erkläre und mit der Erledigung der Einzelheiten den Vorstand beauftrage; er bitte Hrn.
Dr. Rocke, der D. G. f. M. u. 0. in dieser Sache auch fernerhin seine so dankenswerte Mit-
arbeit zu leihen.
Hr. Dr. Rocke
sagt dies zu.
Die Versammlung beschließt nach dem Vorschlage des Vorsitzenden.
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256 ProtokoU des id. Deutschen Mechanikertaffes. Mechanüw-Ztg
VIII. Hr. Oberlehrer Dr. Wanner: Übe7' Pyrometrie,
Die Messung hoher Temperaturen kann entweder auf elektrischem Wege oder durch
Schmelzpunkthestimmungen (Seegerkegcl) oder endlich auf optischem Wege erfolgen. Die
letzte Methode, die jüngste, beruht auf dem besonders von Planck und Wien untersuchten
Gesetze, nach dem die Intensität der Strahlung eines Körpers in einer bestimmten Wellenlänge
abhängig ist von seiner Temperatur; somit kann man die Temperatur bestimmen, indem
man die Strahlungsintensität mißt. Dies gilt, streng genommen, nur von einem sog.
schwarzen Körper, z. B. einem von wärmeundurchlässigen Wänden umgebenen, innen allseitig
von nichtreflektierenden Flächen begrenzten Hohlraum; das Innere eines technischen Ofens
kommt diesen Forderungen sehr nahe. Bei dem vom Vortragenden konstruierten optischen
Pyrometer wird zur Messung ein Königsches Spektralphotometer verwendet, das durch
Benutzung geradsichtiger Prismen in eine sehr bequeme Form gebracht worden ist; als
Lichtquelle, auf deren Strahlung die des zu messenden Objektes bezogen wird, dient eine
kleine, von einem Akkumulator gespeiste Glühlampe; diese wiederum wird von Zeit zu Zeit
mit einer Amylacetatlampe verglichen, sie kann auch durch Spannungsmessung kontrolliert
werden. Die Einstellung erfolgt durch Drehung eines Niko Ischen Prismas; die gefundene
Ablesung wird mittels einer kleinen Tafel in Temperatur umgewandelt. Vortragender hat
zwei Typen des Photometers konstruiert, das eine für Temperaturen von 620<^ bis 1000^ das
andere für Temperaturen über 900°. Das optische Photometer hat den großen Vorzug, daß
es sich beliebig weit von der zu messenden Stelle entfernt befinden kann; es ist so einfach
zu handhaben, daß man es in die Hand des Arbeiters geben darf; die Genauigkeit beträgt
1 bis 2%. (Beide Typen werden vom Vortragenden vorgeführt.)
An den Vortrag schließt sich eine Diskussion, in der die Herren Heraeus,
Prof. Hartmann und Prof. Dr. Lindeck die elektrische Pyrometrie und die Seeger-
kegel gegen die Kritik des Vortragenden in Schutz nehmen.
IX. Hr. Prof. E. Hartmann: Ständige Ausstellung physikalischer Apparate
im Neubau des Physikalischen Vereins zu Frankfurt a. M.
Die Darlegungen des Vortragenden schließen sich eng an die in dieser Zeitschr.
1907, S. 146 abgedruckte Denkschrift an.
Der Vorsitzende
teilt mit, daß der Vorstand die Angelegenheit in seiner gestrigen Sitzung eingehend be-
sprochen habe; das Ergebnis dieser Beratungen sei ein
Antrag Ambronn:
Die D. G. f. M. u. O. begrüßt die Absicht des Physikalischen Vereins
zu Frankfurt a. M., in den Räumen seines neuen Institutsgebäudes eine
dauernde Ausstellung von physikalischen Apparaten zu veranstalten, mit
besonderem Interesse und ist bereit, durch ihren Einfluß bei ihren Mit-
gliedern eine Beteiligung an dieser Ausetellung anzuregen; sie setzt zur
Regelung dieser Angelegenheit eine dreigliedrige Kommission ein^ die die
Anmeldungen in Empfang nimmt und die Zuweisung des zur Verfügung
stehenden Platzes besorgt.
Hr. Prof. Dr. Ambronn
begründet diesen Antrag; er sei etwas zurückhaltender formuliert als der vom Hrn. Referenten
ursprünglich beabsichtigte; auf jeden FaU verdiene der Plan des Physikalischen Vereins die
größte Anerkennung und tatkräftige Unterstützung seitens der D. G. f. M. u. 0.
Der Vorsitzende
verliest einschreiben des Hrn. Dir. A. Hirschmann, das sich gegen eine Ausstellung ausspricht.
Der Antrag Ambronn wird angenommen; in die Kommission werden gewählt
die Herren Prof. Dr. L. Ambronn, Prof. Dr. F. Göpel, Prof. E. Hartmann.
X. Hr. Dr. H. Krüß: Die Ermittelung der Werte des Deutschen Außenhandels.
Im Februar d. J. haben wieder die Sitzungen des Handelsstatistischeu Beirates des
Kais. Statistischen Amtes zur Ermittelung des deutschen Außenhandels stattgefunden.
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Vmtt 23
1. Dezember* 1907. Protokoll det i8. Deutschen Mechaolkerta^es. 257
Bekanntlich wird zum Zwecke der Ermittelung des Umfanges des deutschen Außen-
handels für die meisten Positionen des Zolltarifs nur das Gewicht der ein- und ausgeführten
Waren festgestellt» während nur bei einer geringen Anzahl von Warengattungen eine Wert-
angabe verlangt wird. Es würde zu weit führen, hier die Gründe für diese Art der Er*
mittelung ausführlich darzulegen; es sei deshalb nur erwähnt, daß das Gewichtsich auf den
Zollabfertigungsstellen stets feststellen läßt und daß von den meisten Industriellen die
Angabe des Wertes der ein- und ausgeführten Waren als eine unliebsame Belästigung ab-
gelehnt worden ist.
Da aber zur Beurteilung des Umfanges des deutschen Außenhandels der Wert der
Waren maßgebend ist, so wird dieser durch die im Handelsstatistischen Beirat ver-
einigten Sachverständigen der verschiedenen Produktionsgebiete nach ihrer Kenntnis in
kollegialer Beratung unter Mitberücksichtlgung des im Kais. Statistischen Amt vorhandenen
sachlichen Materials festgestellt, und es ist von vornherein klar, daß dieser Arbeit, da häufig
verschiedenartige Waren in einer Position vereinigt sind und ihr jeweiliger Anteil an dem
Gesamtgewicht für die betreflfende Position unbekannt ist, auf eine von dem sachver-
ständigen Gefühl geleitete Schätzung hinauskommen muß.
Während in bezug auf die Einfuhr eine absolute Bindung an die Positionen des
jetzigen Zolltarifgesetzes vorhanden ist, wurden für die Ausfuhr auf Wunsch unserer Gesell-
schaft durch das Entgegenkommen des Kais. Statistischen Amtes für die Erzeugnisse der
Feinmechanik und Optik eine größere Zahl von Unterpositionen eingeführt, welche sich
immerhin an den Zolltarif anlehnen mußten, aber doch im wesentlichen das fQr die
Tarifierung von unserer Gesellschaft aufgestellte Programm erfüllen.
Die Arbeit einer solchen Schätzung kann selbstverständlich nicht ohne reelle Unter-
lagen gemacht werden, und ich bin sehr dankbar dafür, daß, wie in früheren Jahren so
auch jetzt wieder, eine größere Anzahl von Mitgliedern infolge der an sie ergangenen
Umfrage Angaben über den Wert der von ihnen ein- oder ausgeführten Waren gemacht
hat. Dabei mag es von einigen Kollegen als unnötige Belästigung empfunden worden
sein, daß sie auch von anderen Seiten um die gleichen Angaben ersucht worden sind, z. B.
von Mitgliedern des Handelsstatistischen Beirats. Es dürfte sich aber empfehlen, auch fQr
die Zukunft die Einsendung der Daten an mich nicht zu unterlassen, da es von großem
Wert für die Bildung meines Urteils sein muß, die betreffenden Angaben aus allen Teilen
Deutschlands zu erhalten.
Es sind, wie früher so auch in diesem Jahre, häufig Mißverständnisse über das, was
angegeben werden soll, vorgekommen. Recht häufig erhielt ich anstatt der Mitteilung des
Wertes eines Doppelzentners {dz) der betreffenden Waren die Aufgabe des Gesamtwertes
des Exportes der Firma im abgelaufenen Jahre. Es liegt mir selbstverständlich ganz fern,
derartige Kenntnisse über den Umfang eines Geschäfts erlangen zu wollen, zudem hat sie
für den vorliegenden Zweck, wie er in obigem dargelegt worden ist, gar keinen Wert.
Sehr häufig wird auch geschrieben: Wir verkaufen nicht nach Gewicht. Selbstver-
ständlich nicht; aber meine bescheidene Bitte ging doch dahin, festzustellen, wie die
Gewichtseinheit der produzierten Waren einer bestimmten Position zu bewerten ist Wer
darüber nicht regelmäßige Ermittelungen anstellt, macht sich vielleicht aus Interesse für die
Bedeutung unserer Industrie doch einmal die Mühe, es zu tun. Auch wenn angegeben
wird, daß man nicht selbst exportiere, sondern nur durch Exporteure, so kann doch die Angabe
der betr. Firma über den Einheitswert ihrer Produkte von mir nicht entbehrt werden. Ebenso
beruht es auf einer Verkennung des Bachverhaltes, wenn mitgeteilt wird, daß der Wert der
Apparate sich nicht durch das Gewicht des dazu verwendeten Materials bestimme, welches
bei teuren Apparaten gar keine Rolle spiele, sondern durch die zu ihrer Anfertigung ver-
wendete Zeit und Mühe. Man will doch auch nicht nur den Materialwert wissen, sondern
den Gesamtwert des Apparates, bezogen auf ein Gewicht von 100 kg. Auch solche Firmen,
welche nicht selbst produzieren, könnten mit ihrer genauen Kenntnis des Wertes der von
ihnen geführten Waren der Ermittelung gute Dienste leisten und brauchten sich deshalb
der Beantwortung des Fragebogens nicht zu entziehen.
Was nun die mir freundlichst zur Verfügung gestellten Angaben anbetrifft, so wiegen
darin Mitteilungen über die Ausfuhr bei weitem vor, während über die Einfuhr nur wenig
Angaben gemacht wurden. Zunächst fand das darin seinen Grund, daß die Einfuhr auf dem
Gebiete unseres Produktionszweiges viel geringer ist als die Ausfuhr. In der Zeit seit der}
Gültigkeit des neuen Zolltarifs, also in 10 Monaten des Jahres 1906, wurden viermal so vi e
Waren feinmechanischer und optischer Art aus Deutschland ausgefülirt als eingeführt in
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258 ProtokoU dM 18. Deutschen Mechaoikertages. Mechanlker-ZtR.
Deuteöhland. Das ist gewiß sehr erfreulich. Sodann aber sind unsere Mitglieder zum aller-
grüßten Teil selbst Fabrikanten, für die die Einfuhr also nur in geringem Maße oder gar
nicht in Betracht kommt.
Ich mußte mich also bei der Bewertung der in Deutschland eingeführten Waren auf
die Werte stützen, welche ft\r dieselben Arten von Waren für die Ausfuhr zu ermitteln
waren, unter Berücksichtigung des Umstandes, ob und in welchem Maße etwa die einge-
führten Waren mehr oder weniger wert waren als die ausgeführten.
Die also meistens für die Ausfuhr mitgeteilten Werte sind nun häufig für dieselbe
Warenart sehr verschieden. Der eine Fabrikant liefert eben ausschließlich billige, einfache
Modelle, z. B. von geodätischen Instrumenten, der andere nur kompliziertere Präzisions-
instrumente. Ich habe außerdem den Bindruck, als ob die größere Zahl der einzelnen
Positionen und die weiter durchgeführte Klassifizierung der Waren zunächst eine größere
Unsicherheit in den Angaben herbeigeführt hat, welche auch darin sich zeigte, daß manche
Fabrikanten Mühe hatten, diejenige Position zu bestimmen, welcher die von ihnen erzeugten
Waren zuzuordnen sind. Dieselbe Unsicherheit zeigte sich übrigens — nach Maßgabe dos
Materials, welches das Kais. Statistische Amt selbst besaß — bei den Zollabfertigungsstelleu,
welche häufig Instrumente zu einer statistischen Nummer schreiben, unter die sie ganz
gewiß nicht gehören. Ich denke, daß diese Unsicherheit sich mit der Zeit auf beiden Seiten
verlieren wird.
Aus dem Mitgeteilten geht hervor, daß es nicht immer ganz leicht und einfach ist,
aus den verschiedenartigen Angaben eine richtige Schätzung der Werte zu gewinnen, und
daß voraussichtlich einzelne Schätzungen nicht ganz zutreffend sein können. Bs seien
einige Beispiele zur Brläuteruog der Schwierigkeiten gegeben.
Die statistische Nummer 757 a umfaßt: Brillen mit Gläsern, andere gefaßte Augen-
gläser, gefaßte Brenngläser, gefaßte Lupen, Vergrößerungsgläser. Bine als sehr zuverlässig
in ihren Angaben bekannte Firma gibt als Wert der Lupen 67 000 M für 100 Ä:^ an,
während 100 kg Brillen vielleicht 6000 M wert sind. Wie groß der Anteil dieser Lupen an
den seit 1. März 1906 ausgeführten 658 dz ist, ist gänzlich unbekannt. Man schätzte, um
dem Binfluß der hochwertigen Lupen doch in etwas Rechnung zu tragen, für diese Position
8000 If. Wenn die Firma, welche die Lupen fabriziert, diese Schätzung liest, wird sie
leicht auf die Meinung kommen, daß sie grundfalsch sei. Die Brillenfabrikanten denken
vielleicht ebenso.
Die statistische Nummer 757 f, welche die Apparate und Instrumente aus Glas (auch
Glasröhren) umfaßt, ist die einzige der meiner Schätzung unterliegenden Nummern, bei welcher
bei der Ausfuhr der Wert der Waren angegeben werden muß. Man weiß hier also ganz
genau, daß für die ausgeführten 5335 dz ein Wert von 2 855 000 M angegebea war, woraus
sich für 1 dz ein Wert von 585 if. ergibt. Ich hatte auch diese Position in den Fragebogen
eingefügt und erhielt 16 Angaben, welche zwischen 120 M und 7500 M schwankten;
letzterer Wert war derjenige für feine Libellen. Der Mittelwert dieser 16 Angaben betrug
1600 M* Man sieht^ daß man sich auf die mitgeteilten Daten einzelner Fabrikanten allein
nicht stützen darf; das tut man auch nicht, sondern man sieht sich die gesamten Waren an,
welche in der betreffenden Position zusammengefaßt sind, und dann berücksichtigt man,
welche Waren die Fabrikanten in ihren Angaben meinen, ob hoch- oder geringwertige, und
endlich, in welchem Umfange die einzelnen Arten wohl in der Gesamtausfuhr enthalten
sind.
Übrigens gibt es eine Reihe von Brklärungen für die große Abweichung zwischen der
Mittelzahl von 1600 M für Position 767 f und dem bei der Ausfuhr tatsächlich angegebenen
Werte. Zunächst fabrizieren die meisten Firmen, von denen ich hierüber Auskunft erhielt,
bessere Glasinstrumente (die Libellen sind das äußerste Beispiel dafür), so daß der Durch-
schnitt daraus zu hoch werden muß. Sodann ist es möglich, daß den mir gemachten An-
gaben die Listenpreise zu Grunde liegen, während bei wirklich namhaften Lieferungen be-
sondere Bedingungen in bezug auf Wiederverkäuferrabatt und Exportkommission den Preis
wesentlich herabdrücken. Bndlich wird bei der Angabe des Wertes für auszuführende
Waren gewiß niemals ein zu hoher Wert genannt, häutig geben gar nicht die Fabrikanten,
sondern die Exporteure den Wert an, und es soll nicht selten vorkommen, daß zur Erspar-
nis von Eingangszoll im Bestimmungslande der Waren auch zu niedrige Werte angegeben
werden. Man kann deshalb auch zu der Ansicht kommen, daß eine sachverständige
Schätzung ein richtigeres Bild gibt für den Wert der ausgeführten Waren als die Wert-
angabe bei der Ausfuhr. Aus einer anderen Position lag ein ganz ähnlich liegendes Bei-
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HoftaS. t»rotokoll des 18. Deutschen Mechanikertage«. 2o9
I. Dozcmoer «»'''•_. . _ __^ . _ _
spiel vor. Eine Firma, die fflr die in Öetracht kommenden Waren in ihrem Handelskammer-
bezirk die ausschlaggebende ist, hatte mir den Wert ihrer Waren für 100 Itg angegeben, die
Handelskammer dieses Bezirks, welcher die statistischen Nachweise zur Verfügung standen,
aber einen niedrigeren, ein Beweis dafür, daß die Firma bei ihren umfangreichen Liefe-
rungen ins Ausland, die durch die Hände von Exporteuren gehen, nicht ihre Katalogpreise
erzielt.
Wenn nun auch bei der Schätzung, wie sie nun einmal den gesetzlichen Be-
stimmungen entsprechend vorgenommen werden muß, vielerlei Willkür zu walten scheint,
so ist doch die Sache in der Tat nicht so schlimm. Denn der Vergleich der Warengattungen
untereinander bietet eine gewisse Kontrolle und Korrektur dar. Es muß z. B. in der
Reihenfolge der Positionen: Rohes optisches Glas, Brillengläser init ungeschliffenem Rand,
Brillengläser mit geschliffenem Rand, Linsen, photographische und Fernrohr objektive, eine
fortlaufende Steigerung des Wertes eines Doppelzentners vorhanden sein. Solche Anhalte
kann man sich überall bei der Schätzung zu nutzen machen.
Aus dem Dargelegten ist immerhin zu entnehmen, daß die Schätzung der Werte des
Außenhandels nicht so ganz einfach ist und für die Sachverständigen, welche sich dieser
Arbeit unterziehen, eine ganz erhebliche Belastung darstellt. Ich habe diese Arbeit bisher
geleistet, weil ich ihre sachverständige Erledigung als ein eminentes Interesse unseres
Berufszweiges ansehe. Es handelt sich dabei doch darum, daß unser Außenhandel auch
wirklich in vollem Maße mit in die Erscheinung tritt. Wir haben die Berufung darauf
schon verschiedene Male, wenn es sich um Ersuchen handelte, mit Erfolg ausgeübt. Ich
darf deshalb hoffen, daß die Einsicht von dem Nutzen dieser Arbeit bei den Fachgenossen
immer mehr Boden gewinnt und daß sie infolgedessen mich auch in Zukunft dabei wirksam
unterstützen werden.
XI. Hr. Techn. Rat A. Blaschke: Die wichtigsten Patente des letzten Jahres.
Unter den präzisionsmechanischen Instrumenten traten im vergangenen Jahre die op-
tischen besonders stark auf: Zielfernrohre, Doppelfemrohre, Prismensätze hierzu. Objektive,
Untersee femrohre, Entfernungsmesser, Photometer, Kartenlupen; es folgen die nautischen
Instrumente, wie Logs, Tiefenmesser, Kompasse (auch registrierende und femzeigende),
Gyroskope; in letzter Linie stehen diesmal die Vermessungsin Strumen te und die karto-
graphischen Apparate. Unter den elektrischen Instrumenten sind neben den wieder sehr
zahlreichen Zählern und Messern zu nennen: Quarzlampen, telephotographische Apparate,
Fernübertragung von Zeigerstellungen. Die Glasapparate sind ziemlich spärlich vertreten,
die spezielle Glashütten technik durch mehrere Maschinen zum Blasen, Schleifen und Pressen
des Glaiaes; daneben finden sich einige Ätzverfahren. Hervorzuheben sind noch die zahlreichen
Patente inbetreff der Verarbeitung des Quarzglases.
XII. Geschäftliche Angelegenheiten.
a) Der Zweigverein München wird gemäß § 6 der Satzung anerkannt.
b) Bei der Ersatzwahl zum Vorstande fungieren als Zähler die Herren Dr. P.
Krüß und Dr. Pauly; es erhalten: Hr. Dr. O. Schott-Jena 25 Stimmen, Dir. Nerz
(Siemen8-Schuckert-Werke)-Nümberg 5 Stimmen, ungiltig sind 2 Stimmzettel; Hr. Dr.
O. Schott ist somit gewählt.
c) Der Schatzmeister legt die Abrechnung für 1906/07 vor.
Es entspinnt sich hierbei eine längere Besprechung, angeregt durch Hm. W. S ar-
te rius, über die weitere AusgestaltuDg des Vereinsblattes; es beteiligen sich hieran noch
die Herren Prof. Lindeck, Prof. Hartmann, Prof. Ambronn, L. Schopper und der Ge-
schäftsführer.
Dem Schatzmeister wird auf Antrag der Kassenrevisoren mit Dank Entlastung
erteilt.
d) Der Schatzmeister legt den Voranschlag für das Jahr 1908 vor.
Die Versammlung genehmigt ihn und beschließt auf Antrag des Vorsitzenden:
Für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1907 gelten die auf dem vorigen
Mechanikertage für die erste Hälfte des Jahres 1907 bewilligten Sätze.
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260 l»rotokoU des li. Deutschen Mechaniker tae««. tteehimlSMNZig.
e) Zu Kassenrevisoren werden gewählt die Herren Fr. Franc v. Liechten-
stein und W. Haensch.
f) Ort und Zeit des 19. Mechanikertages,
Hr. Dr. Edelmann
ttberbringt eine Binladung des Zweigvereins München.
Die Versammlung nimmt die Einladung mit Dank an.
Hr. W. Handke
wttnscht, daß als Zeit nicht wieder der Anfang des Monats August gewählt werde.
Hr. Dr. M. Edelmann
erwidert hierauf, daß für München nur die Mitte des Monats Juli oder das Ende des Monats
August in Frage kommen könne.
Hr. Beg.-Rat Dr. Stadthagen und Hr. A. Fennel
sprechen den Wunsch aus, daß eine, wenn auch vorläufige Teilnehmerliste des Mechaniker-
tages schon in der ersten Sitzung zur Ausgabe gelange.
w.
Dr. Hugo Krüfi Blaschke
Vorsitzender. Geschäftsfdhrer.
FOr die RedakUon Terantwortlich: A. Blaschke in Berlin W.
Verlag von Jalins Springer in Berlin N. — Dnick von Emil Dreyer in Berlin SW.
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Deutsche Mechaniker-Zeitung,
Beiblatt zur ZeltBchrift für Instnimentenkiiiide
und
Organ für die gresamte Glasinstrumenten -Industrie.
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
Bedaktion: A. Blaschke, Berlin \V 30, Barbarossastr. 51.
Heft 24. 15. Dezember. 1907.
Nachdruck nur mit Genehmig^iing der Redaktion srestattet.
Die Starkton-Spreobmasohine y^Auxetophon" der Deutsohen Orammophon-»
Vortrag,
gehalten am 2. August 1907 auf dem 18. Deutschen Mechanikertage zu Hannover
▼on Generaldirektor J. Berliner in Hannover.
(SeklußJ
Eine weitere Vervollkommnung mußte naturgemäß in der Ausführung der Zug-
werke, welche die Platten spielen, gesucht werden. Aus den ersten mit der Hand ge-
drehten Apparaten entstanden bald die ersten mechanischen Zugwerke, wofür die bereits
bekannten Phonographen die Grundidee abgaben, während allerdings die Grammophon-
Zugwerke eine ganz ungleich höhere Kraftleistung abgeben mußten. Dieselbe Feder-
kraft, welche einen Phonographen eine halbe Stunde betreibt, genügt bei einem Grammo-
phon auch noch nicht für 3 Minuten. Die Schwierigkeit lag in der Aufgabe, bei dieser
Kraftleistung auch die denkbar empfindlichste Regulierung des Zugwerks zu schaffen.
Dies war um so schwieriger, als wir mit dem allerempfindlichsten überhaupt existierenden
Kontrollorgan zu rechnen hatten, nämlich mit dem menschlichen Ohre, welches die
feinsten Unterschiede in der Klanghöhe und der Klangfarbe ohne weiteres feststellt.
Die Tatsache der enormen Ausdehnung des Geschäfts in Platten-Sprechmaschinen hat
wohl hinreichend den Beweis geliefert, daß auch in der Konstruktion und massenweisen
Herstellung dieser Zugwerke die Mechaniker alle Schwierigkeiten tatsächlich über-
wunden haben.
Eine weitere Vervollkommnung war zu schaiBTen in der Konstruktion der Schall-
dose, und zwar sowohl der für die Aufnahme wie auch der für die Wiedergabe. Die
Details der Aufnahme-Schalldosen werden als Fabrikationsgeheimnis bewahrt, und tat-
sächlich auch heute noch, 20 Jahre nach der Erfindung des Grammophons, existiert
kaum ein Dutzend Teckniker, welche den heutigen Anforderungen entsprechende
Grammophon- Aufnahmen zu machen in der Lage sind; von diesen Technikern ist der
größere Teil noch von Herrn Emile Berliner persönlich ausgebildet.
Für Wiedergabe-Schalldosen ist eine große Anzahl Konstruktionen im Ge-
brauch. Es war hierbei die Schwierigkeit zu überwinden, daß die Schalldose empfind-
lich genug sein mußte, um auch den zartesten Abweichungen in der Form der aufge-
zeichneten Schallwellen des Schallregisters folgen zu können; sie muß aber auch kräftig
gebaut sein, um entsprechend starke Schallwellen erzeugen zu können, und schließlich
muß sie bei aller Empfindlichkeit doch einfach genug sein, um eine leichte Bedienung
durch jeden Laien zu ermöglichen durch Auswechseln der Stifte und um nicht leicht
aus der Ordnung zu kommen. Auch diese Aufgabe ist, wie die weite Verbreitung der
Apparate beweist, in durchaus zufriedenstelleuder Weise gelöst worden.
Bei aller Empfindlichkeit war schließlich der Lautstärke der Grammophon-
reproduktionen eine Grenze gezogen durch die Möglichkeit der Vibrationen der Wieder-
gabemembrane. Über eine bestimmte Größe hinaus dürfen Membranen nicht dimen-
sioniert werden, weil sonst die Klarheit der Wiedergabe beeinträchtigt wird. Wir haben
nun hier die ingeniöse Idee des Engländers Parsons, des Erfinders der Parsons-
turbine, benutzt, welcher die Membrane der Schalldose durch ein Zugventil ersetzte.
Das Ventil hat einen feststehenden und einen beweglichen Teil, beide sind in Form von
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262
J. B«rlia«r, Di« Starkton-Sprechmatcbln» „Auzttophon«. — V«r«iiiaiiaclirleht9n. ifecha^km'-Ztir
Kämmen ausgebildet; es liegt nämlich ein beweglicher Kamm auf den Intervallen eines
feststehenden Kammes. Im Rahestande ist das Ventil geschlossen; der bewegliche
Kamm steht mit einem Hebel in Verbindung, und dieser Hebel trägt den Grammophon-
stift, welcher den Aufzeichnungen des Schallregisters folgt. Beim Betriebe des Apparates
wird durch die niedergeschriebenen Schallwellen der Orammophonstift seitlich bewegt
und überträgt diese Bewegungen auf den beweglichen Kamm des Luftventils, welches
also in genauer Übereinstimmung mit den Bewegungen des Grammophonstiftes geöffnet
und geschlossen wird. Mittels eines Schlauches wird nunmehr dem Ventil Preß-
luft zugeführt, welche durch dasselbe in die freie Luft entweichen kann, sobald es von
dem durch den Grammophonstift in Bewegung gesetzten beweglichen Kamm geöffnet
wird. Die erforderliche Druckluft wird durch eine kleine, mit Elektromotor betriebene
Luftpumpe erzeugt, welche imterhalb des Zugwerkes im Innern des Schrankes unter-
gebracht ist. Die Stärke der zum Gehör gebrachten Schallwellen wird variiert durch
den Druck der Preßluft. Wir haben also in dem Auxetophon eine membranlose Schall-
dose vor uns, welche aber auch in gewisser Hinsicht Lücken aufweist, indem das Kon-
trollorgan der Membrane bei derselben fehlt, und dieses Kontrollorgan kann nicht unter
allen Umständen entbehrt werden, ebensowenig wie das menschliche Ohr das Trommel-
fell entbehren könnte.
Wenn ich nunmehr kurz auf die kommerzielle Entwickelung des Grammophons
eingehe, so wünsche ich, Ihnen hierdurch nur einen Begriff zu geben von der Wichtig-
keit, welche diese Industrie innerhalb der letzten 10 Jahre erhalten hat. Die ver-
einigten europäischen und amerikanischen Grammophon-Gesellschaften haben in dem am
30. Juni 1907 abgelaufenen Geschäftsjahre annähernd 15 Millionen Schallplatten ver-
schiedener Größe und 200000 Zugwerke verschiedener Konstruktionen fabriziert und
verkauft. Diese Waren repräsentieren einen Verkaufswert von rund 65 Millionen Mark.
In diesen Summen sind die Fabrikate der verschiedenen kleineren Konkurrenzgesell-
schafteuy soweit Platten-Sprechmaschinen in Frage kommen, nicht enthalten. Ich glaube,
die Produktion dieser Konkurrenzfabrikationen auf rund 15 Millionen Mark schätzen zu
dürfen, so daß tatsächlich ein Verkaufswert von 80 Millionen Mark in Erzeugnissen der
Platten-Sprechmaschinen-Industrie für ein Jahr in Frage käme. Für Deutschland ist die
Industrie insofern von besonderer Wichtigkeit, als Deutschland neben Amerika an
Platten-Sprechmaschinen fast den gesamten Bedarf und an Schallplatten ungefähr die
Hälfte des gesamten Bedarfs deckt, und zwar ist es speziell hier in Hannover die
Plattenfabrik der Deutschen Grammophon-Aktiengesellschaft, welche zur Zeit,
abgesehen von einer Filialfabrik in Riga, den gesamten Bedarf der Vereinigten euro-
päischen Grammophon-Gesellschaften zu befriedigen hat und eine Jahresproduktion von
rund 7 Millionen Platten, größtenteils mit einem Durchmesser von 25 cm, aufweist;
davon sind neuerdings neun Zehntel auf beiden Seiten bespielt. Es werden in Deutsch-
land schätzungsweise 15 000 Arbeiter direkt und indirekt ausschließlich durch die In-
dustrie der Platten-Sprechmaschinen beschäftigt, während wenigstens 2000 bis 3000
Menschen durch den Handel mit den Erzeugnissen der Platten-Sprechmaschinen-Industrie
ihren Lebensunterhalt verdienen. Daß es möglich war, eine derartige Industrie inner-
halb 9 Jahren aus dem Nichts heraus zu schaffen, zeugt wohl am besten dafür, daß die
Platten-Sprechmaschine als solche einem tatsächlichen Bedürfnisse entsprach, und zwar
dem Bedürfnisse, für billiges Geld jederzeit gute Musik zu erhalten, wie denn auch
tatsächlich das Grammophon ein Instrument der breiten Masse des Volkes geworden
ist, bestimmt, für seinen Teil zur Erziehung des Volkes beizutragen und das musi-
kalisch-ästhetische Gefühl der breiten Schicht des Volkes zu wecken und zu heben.
D. O. f. M. Q. O. Abt. Berlin, E. V.
Sitzung vom 19. November 1907. Vor-
Bitzender: Hr. W. Handke.
Hr. Prof. Dr. Naß spricht: „Über die Ge-
winnung von Bisen und Stahl*".
Der Vortragende schildert in eingehender
Weise die Zusammensetzung und Bearbeitung
der verschiedenen Eisensorten, deren Ent-
stehung und das Vorkommen von Bisenoxyden
und Phosphor in den Erzen an Hand einer
Sammlung von Erzen. Alsdann werden die Ver-
arbeitung und Gf^winnung des Roheisens er-
läutert und an zahlreichen Projektionsbildemund
Wandtafeln die verschiedensten Formen und Kon-
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Heft 24.
15 Dezember 1907.
Vereina- und Peraoaennachrichtcn. — POr Werkstatt und Laboratorium.
263
struktionen von Schmelzöfen gezeigt; hierbei
wird auch die Temperaturbestimmung in den
Schmelzöfen erklärt. Des weiteren bespricht
Hr. Prof. Naß die Verwendung der Schlacke
für die verschiedensten Zwecke und hebt be-
sonders hervor, daß es gerade den deutschen
HOttenleuten gelungen ist, die Schlacke, die
sonst höchstens für Zementschlackenpulver,
Pflastersteine u. s. w. Verwendung fand, durch
ein Spezialverfahren für Hüttenwerke noch
einmal brauchbar zu machen. Der Vortragende
beschreibt dann an Hand von Projektionsbildern
die Gießerei, wobei besonders die Bilder zu
erwähnen sind, welche die Einrichtung der
Firma Krupp zeigen. Schließlich wird das
Gießen und Walzen von Panzerplatten in dem-
selben Werk besprochen und mittels vor-
züglicher Projektionsbilder die Herstellung der
größten und stärksten Panzerplatte der Welt
gezeigt. T7. Ä
Sitzung vom 10. Dezember 1907. Vor-
sitzender: Hr. Regierungsrat Dr. Stadthagen.
Hr. Lang, von der Fa. Schuchardt
& Schütte, führt einige neuere Konstruk-
tionen dieser Firma vor, eine Bohrmaschine
für kleine Löcher, einen Glüh- und Härte-Ofen
für Gasheizung, eine Lötpistole und einen Gas-
schmiedeofen. Hr. Blaschke zeigt ein sehr
einfaches Schloß für Darmpeesen. (Genauere
Beschreibungen folgen.)
Für die vom 16. bis 18. d.M. hier stattfindende
Hauptversammlung des Deutschen Museums
wird von der Versammlung auf Antrag des
Vorstandes ein Beitrag von 100 M bewilligt.
Mit der Vorbereitung der Vorstands wählen
gemäß § 10 der Satzungen werden auf Vor-
schlag von Hm. v. Liechtenstein betraut
die Herren H. Dehmel, 0. Himmler, K.
Kehr, R. Kurtzke, Baurat B. Pensky; zu
Kassenrevisoren werden gewählt die Herren
0. Ahlberndt und Dr. W. Felgentraeger.
Bl
ZweigTerein Hamburg - Altona.
Sitzungvom B.Dezember 1907. Vorsitzender:
Hr. Dr. H. Krüß.
Der Vorsitzende teilt mit, daß die Firma
des Mitgliedes W. A. Hirsch mann sich mit
der Firma Reiniger, Gebbert & Schall
vereinigt habe und diese jetzt an Stelle der
ersteren Mitglied des Vereins sei.
Hr. C. He in atz hält einen Vortrag über
Pyrometer und andere Wärmemesser, wobei er
hauptsächlich Rücksicht nimmt auf die Be-
schreibung von Thermometern, welche tech-
nischen Zwecken und zwar zur Bestimmung
höherer Temperaturen dienen. Die einzelnen
Meßinstrumente werden ihrer Konstruktion und
Anwendung nach beschrieben, und zwar Luft-
und Flüssigkeitsthermometer, Metallthermo-
meter, thermoelektrische und optische Pyro-
meter, Seegerkegel und kalorimetrische Ver-
fahren. Im Anschluß daran zeigt Hr. Stein
seine Metallthermometer vor.
Hr. A. Kittel spricht sodann über das
L um i dresche Autochromverfahren unter Vor-
zeigung von Aufnahmen. Er erwähnt einleitend
die früheren Versuche, farbige Aufnahmen zu
erzielen, und erläutert sodann eingehend das
Lumieresche Verfahren.
Hierauf zeigt derselbe ein von ihm kon-
struiertes Höhenbarometer nach dem Gold-
schmidtschen Typus vor, aber mit horizontal
gelegter Skala, welche bis 10000 m reicht.
Den Nobelpreis für Physik hat Prof. A. A.
Michelson in Chicago, den für Chemie Prof.
Dr. E. Buchner in Berlin erhalten. — Michel-
son hat vornehmlich auf dem Gebiete der In-
terferenzerscheinungen des Lichtes gearbeitet
und sich insbesondere dadurch berühmt ge-
macht, daß es ihm gelungen ist, die Länge
des Meter in Lichtwellenlängen auszumessen;
Buchner ist vor allem bekannt als Entdecker
der sog. Zymasegährung.
Hr. Prof. Dr. A. Raps» Direktor des Werner-
werks, hat den Kronenorden 3. Klasse erhalten.
Am 30. November starb im hohen Alter von
80 Jahren der ehemalige Leiter der Isabellen-
hütte. Geh. Bergrat a. D. Conrad Heusler«
Dem Verstorbenen gebührt auch an dieser
Stelle eine dankbare Erwähnung, weil er sich
seinerzeit mit Hingabe an den Arbeiten be-
teiligt hat, die zur Herstellung des für die
Elektrotechnik und die Feinmechanik so wich-
tigen Mangan ins führten.
FOp Werkstatt
und Labopatopium.
über einen neuen Apparat fttr elektro-
lytlsche Schnellmethoden.
Von Francis C. Frary.
Zeitachr. f Elektrochem. 13. 8. 308. 1907.
Bei elektrolytischen Schnellmethoden läßt
man eine der Elektroden, auf welchen sich die
quantitativ zu bestimmenden Metalle nieder-
schlagen sollen, rotieren. Hierdurch ist es
möglich, größere Spannungen und größere
Stromstärken anzuwenden und so die Aus-
fällung wesentlich zu beschleunigen.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Apparat läßt
Verf. die zu analysierende, in dem Becherglaso
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264
Für Werkstatt und Laboratorium.
Dentaehe
Mttchaniker-Zig
jB befindliche Flüssigkeit rotieren, während die
Elektroden A und C in Ruhe bleiben, und erzielt
hierdurch den gleichen Erfolg. Die Rotation
der Fllissigkeit bewirkt er durch die aus un-
gefähr 1 kg isolierten Kupferdraht von 1,1 mm
Durchmesser bestehende Spule 8, die auf einen
Kupferzylinder gewickelt ist und von dem
Elektrolysierstrom durchflössen wird. Die Spule
wird umhüllt von einem dicken Eisenblech-
zylinder Dy der samt den übrigen Teilen des
Apparates auf einem Stück Eisenblech ruht,
?!^
ÜB
g!p)
Hi;i;l
Fig. 1.
so daß das elektromagnetische Feld der Spule 8
im Innern des Becherglases verstärkt wird.
Dieses elektromagnetische Feld wirkt auf die
radial von der Elektrode A nach C gehenden
Strombahnen und bringt so diese und damit
die gesamte Flüssigkeit in Rotation.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführung dieses
Apparates. Hier sind Elektrolysiertrog E sowie
Elektrode A ringförmig. Ein Quecksilberring
auf dem Boden von E ist durch zwei einge-
schmolzene Platindrähte mit dem Kupferring P
leitend verbunden. B ist ein Schutz von Asbest,
um den Kontakt zwischen dem Kupferriug P
und dem durch P hindurch in das Innere des
Plg.,2.
Elektrolysiertroges E ragenden Eisenstift zu
verhindern. Der Stift ist mit dem einen Pol
des mit der Spule S besetzten U-förmigen
Elektromagneten verbunden, während der
andere Pol eine runde Öffnung besitzt, in welche
der Elektrolysiertrog E eingefügt ist. So wirkt
bei diesem Apparat ein radiales magnetisches
Feld auf vertikale Stromlinien, während bei
dem ersten Apparat ein vertikales Feld auf
radiale Stromluien einen Einfluß ausübt.
Mit dem ersteren Apparat hat Verf. aus
100 eem Kupfersulfatlösung 0,85 g Kupfer in
15 Minuten quantitativ ausgefällt, und mit dem
zweiten Apparat 0,1 g Bisen aus Eisensulfat-
lösung in 10 Minuten; bei ersterer Ausfüllung
wurden 6, bei der letzteren 4 Ampere ange-
wandt. Mk.
Demonstration Ton
SchalUchwlng^ungen in Lnft.
Von F. F. Martens.
Yerh. d. Deutsch. Phya. Qea. 9. flf. 116. 1907
Die in nachstehender Figur dargestellte
Anordnung soll zur Demonstration von Öchall-
schwingungen in Luft dienen. Der vom posi-
tiven Krater der Bogenlampe L erzeugte Licht-
strahl fällt durch das Diaphragma 2) auf den
Hohlspiegel «, der am unteren Ende der
Glimmerplatte g einer Phonographenkapsel P
befestigt ist. Von a reflektiert wird der Licht-
strahl von dem durch den Motor M in gleich-
mäßige Rotation versetzten drehbaren Spiegel
B ein zweites Mal zurückgeworfen auf die
Wand W. Die Phonographenkapsel P ist durch
einen Gummischlauch mit dem der Länge nach
veränderlichen Schalltrichter H verbunden.
Die durch H auf die Glimmerplatte treffenden
^]l==f=ir^
Schallwellen versetzen diese in Schwingungen
und bei passend eingestellter Umdrehungszahl
des rotierenden Spiegels R werden diese
Schwingungen ihrer Form nach durch eine
scharfe Lichtlinie auf der Wand W wiederge-
geben. Anstatt auf die Wand kann man den
Lichtstrahl auch in das Objektiv eines photo-
graphischen Apparates fallen lassen. Verf. hat
auf solche Weise die charakteristischen
Schwingungen der einzelnen Vokale und von
einer Menge anderer Töne aufgenommen.
Eine Vereinfachung des Apparates ist noch
dadurch möglich, daß man den rotierenden
Spiegel B fortläßt und die Phonographen -
kapsei P um eine hohle vertikale Achse
rotieren läßt, durch welche die Schallwellen
von H eindringen. 3ik.
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BaftM.
15. Dezember 1907.
Glastechidtehet. — Oewerblichec.
265
Blasteohnisohes.
Selbtttfttiger Regulator zur Erzielung
konstanter Stromstärken bei wech-
selnder Betriebsspannung«
Von 0. Sackur.
ZeiUehr, f, EiMroekem. IS. 8. $74. 1907.
Im Gefäß A des Apparates (s. Fig.) wird an
zwei mit den Anachlüssen a und b versehenen,
möglichst großen Nickelelektroden durch den
zu regulierenden Strom Knallgas entwickelt,
das durch die Kapillare jB entweichen
muß; daher stellt sich im Innern von A ein
Überdruck ein, welcher der Stromstärke pro-
portional ist und an dem mit den Platin-
D.R.G.M.
FiMIC(IUStRSHClfF,LOPZiB
l-WWVVVWN,\A/WV-i
-AA/WWVAAAAAAAA/^
kontakten CD versehenen Manometerrohr ab-
gelesen werden kann. Durch Heben und
Senken des Rohres F kann die untere Kuppe
des Manometers genau auf die Kontaktspitze C
eingestellt werden, und das gleiche ist möglich
mit der oberen Kuppe mittels einer Platin-
spitze, welche sich an der in vertikaler Richtung
verschiebbaren Schraube E befindet. Um ein
sicheres Funktionieren des Apparats fQr längere
Zeit zu gewährleisten, ist das zwischen A und
und dem Quecksilbermanometer eingeschaltete
U-Rohr mit absolutem Alkohol oder destilliertem
Wasser bis Ci angefüllt; ebenso ist die Queck-
silberkuppe bei E mit Alkohol überschichtet.
Femer muß verhütet werden, daß sich Wasser-
Mpfchen in der Kapillare B festsetzen; zu
diesem Zweck wird der Raum unter jB mit
Watte vollgestopft.
Der eigentliche Regulator wird durch die
Schaltungsskizze dargestellt, in der die Punkte
Ol bi an die Zuleitungen a und b des Knallgas-
voltameters angeschlossen sind. In dieser be-
deuten Wi W2 W^ variable Widerstände, G einen
zur Binstellung dienenden Strommesser, 8 die
Stromquelle und X den Apparat, in dem die
Stromstärke konstant gehalten werden soll.
Zunächst wird durch Regulierung von Wi in X
die gewünschte Stromstärke hergestellt,
sodann die untere Quecksilberkuppe des Mano-
meters bis nahe an den Kontakt C gebracht
und die Kontaktspitze von E dicht über der
anderen Kuppe eingestellt. Beim Sinken der
Stromstärke infolge Nachlassens der Betriebs-
spannung wird der Kontakt C geschlossen und
für den Strom parallel zu Wi der Weg W2CD
geöffnet, so daß der Strom in A G X ansteigen
muß; hierdurch reißt der Kontakt C ab und
der Strom fällt wieder. Steigt andererseits die
Stromstärke, so schließt sich der Kontakt E
vmd öffnet den Weg D E TFg, so daß der Strom
in A G X sinken muß, bis der Kontakt E wieder
abreißt, u. s. w. Auf diese Weise gelingt es,
den Strom im Apparate X bis auf 1 bis 2 %
konstant zu erhalten, selbst bei Spannungs-
schwankung von mehr als 10 0/0 in der Be-
triebsleitung.
Der Apparat ist als D. R. G. M. geschützt
und wird von Franz Hugershoff (Leipzig,
Carolinenstr. 13) in den Handel gebracht.
Bewerblichas.
Ende Juli 1908 wird in Paris der I. Inter-
nationale Kongreß der Kälteindustrie statt-
finden. Den Vorsitz hat der frühere französische
Handelsminister Andrö Lebon übernommen,
Generalsekretär ist Ing. J. de Loverdo.
Es sind 6 Abteilungen geplant: I. Die tiefen
Temperaturen und ihre allgemeine Wirkung.
II. Mittel zur Kälteerzeugung. III. Anwendung
von Kälte in der Nahrungsmittel - Industrie.
IV. Desgl. in anderen Industrinen. V. Desgl.
beim Handel und Transport. VI. Gesetzgebung.
Es soll 3 Klassen von Mitgliedern geben: Unter-
stützende Mitglieder, d. h. solche, die einen
Beitrag von mindestens 80 M zahlen; Ordent-
liche Mitglieder, welche 16 M Beitrag zahlen;
Gast-Mitglieder, das sind Personen, die zur Fa-
milie der vorher genannten Mitglieder gehören;
sie zahlen 8 M Beitrag.
Für Deutschland hat sich ein Ausschuß ge-
bildet, an dessen Spitze Hr. Prof. Dr. v. Linde
in München steht, Schriftführer ist Hr. Ing.
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266
Bttchtnehau. — Patontachati.
Deutsche 1
Mechaniker Ztg.
Constanz Schmitz (Berlin NW 52, Calvin-
straße 24). Auch in England, Amerika, Italien,
RoBland und 15 anderen Landern haben sich
Ausschüsse gebildet.
BOohersohau.
F. Auerbach, Das Zeißwerk und die Carl Zeiß-
Stiftung in Jena, 3. Aufl. 80. X, 166 8. mit
97 Abb. und einem Bildnis von Abbe. Jena,
Gustav Fischer 1907. 2,40 AT, geb.
3,00 AT.
Die 1903 erschienene erste Auflage dieses
interessanten Werkes ist an dieser Stelle
ausführlich besprochen worden {1903. 8. 149).
Die nunmehr in 3. Auflage herausgegebene
Schrift ist mit Rücksicht auf die weitere Ent-
Wickelung des Zeißwerkes mit Ergänzungen
versehen und wird bei dem großen Interesse,
das dieser in seiner Art einzige Fabrikbetrieb
allgemein erweckt, gewiß einen großen Leser-
kreis finden. Mk,
S. Riefler, Die Uhrenanlage der Hauptstation
für Erdbebenforschung am Physikalischen
Staatslaboratorium zu Hamburg. 8^ 12 S.
mit 7 Abb. Sonderabdruck aus der Monats-
schrift Die Erdbebentoarte. 6. 1907.
P. Strooband, J. Delvosaal, H. Philippot,
E. Delporte u. E. Merlin, Lea Observatairei
Aatronomiques et lea Aßtranomea. 8^. 316 S.
u. 1 Karte. Brüssel, Hayez 1907.
Das Buch ist aus bibliographischen Ar-
beiten hervorgegangen , die von den Astro-
nomen der Kgl. Sternwarte zu Uccle als Er-
gänzung des Internationalen Katalogs und des
Astronomischen Jahresberichtes gemacht wer-
den; es enthalt außer der Aufzählung der
Sternwarten und ihrer Publikationen, der
Astronomen (einschl. der astronomischen Privat-
gelehrten) und ihrer Spezialfächer noch Zu-
sammenstellungen über die astronomischen
Gesellschaften und Zeitschriften. Bl,
H. Güldner, Kalender für Betriebsleitung und
praktischen Maschinenbau. 15. Jahrg. 16 <^.
900 S. mit über 550 Teztfiguren. Leip-
zig, H. A. L. Degener 1907. Geb. 3,00 M,
in Brieftascheniederband 5,00 If.
Dieser Kalender ist als Hand- und Hilfs-
buch für' Besitzer und Leiter maschineller An-
lagen, Betriebsbeamte u. s.w.bestimmt. Das hand-
liche und sehr inhaltsreiche Werkchen behandelt
zunächst das für industrielle Anlagen erforder-
liche Betriebsmaterial: die Mittel zur Kraft-
übertragung, Schmierstoffe und Schmiergeräte,
Dichtungs- und Packimgsmaterial, Brennmaterial
und sonstige zum Betriebe erforderlichen Stoffe,
wie Wärmeschutzmittel, Putzstoffe, Kesselstein-
verhütungsmittel, Schleif- und Poliermitte],
Leime und Kitte u. dergl.; dann folgen die
maschinellen Anlagen und endlich allgemeine
Betriebseinrichtungen, wie Heizung, Lüftung
und Beleuchtung, und Einrichtungen zur Unfall-
verhütung.
In dem zweiten Teile des Werkchens werden
behandelt die Maschinenstoffe, die Maschinen-
teile und endlich die Werkzeuge und Werk-
zeugmaschinen. Ein Anhang des Buches gibt
schließlich die Grundzüge der technischen
Wissenschaften, Mechanik, Wärmelehre, Chemie
und Elektrotechnik, femer Betriebsanleitungen,
Prüfungsnormen, Lieferungsbedingungen, indu-
strielle Gesetze und Verordnungen und eine
große Anzahl von praktisch wichtigen Tabellen.
Patentscba
1. Meßinstrument, nach Art der Mikrometer, mit einem mechamschen Übersetzungs-
getriebe, dadurch gekennzeichnet, daß die mit einem Taster versehene Mikrometerschraube
durch einen Federantrieb angetrieben wird, zum Zwecke einer schnellen Tasterversteliung in
dem einen oder anderen Sinne.
2. Ausführungsform des Meßinstrumentes nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mikrometerschraube mittels biegsamer Teile betätigt wird. Ch. Scheibenstock File
in La Chaux-de-Fonds, Schweiz. 12. 11. 1905. Nr. 178527. Kl. 42.
AntriebsYOrrichtiing für im luftverdünnten Räume durch Drehung des Gehäuses in
Umdrehung versetzte Gyroskope, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem in bekannter
Weise angetriebenen Gehäuse und der darin untergebrachten Schwungmasse eine selbsttätig
auerückbare Kuppelung vorgesehen ist.
Ausführungsform, dadurch gekennzeichnet, daß das Aus- und Einrücken der Kuppelungs-
teile durch eine mitrotierende zusätzliche Masse bewerkstelligt wird, deren Schwerpunkt bei
eingerückter Kuppelung näher an der Drehachse sich befindet als bei ausgerückter Kuppelung«
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äS^bil«07. fa4«it.diau. 26?
15. Dezember 1907.
^obei die zusätzliche Masse durch eine von der Rotation unabhängige Kraft (Feder, Magnet)
das Einrücken der zu kuppelnden Teile bewirkt P. Winand in Cöln. 8. 11. 1905.
Nr. 179472. Kl. 42.
Vorrichtung zur selbsttätigen und ununterbrochenen Festateliung der geographiftchen
Koordinaten des Schifforts, bestehend aus einem mittels Kugelgelenkes aufgehängten Ge-
stelle, welches ein in kardanischen Ringen gelagertes, elektrisch angetriebenes Gyroskop trägt,
dadurch gekennzeichnet, daß das zweckmäßig mit Dreiphasenstrom betriebene Gyroskop mit
einem in Grade eingeteilten Zifferblatte in Verbindung steht, auf dem zwei Zeiger gleichzeitig
und in Obereinstimmung mit dem vom Schiffe durchfahrenen Wege die Variationen der geogra-
phischen Breite und Länge anzeigen, wobei das Gestell mit einem zweiten, gleichfalls durch
Dreiphasenstrom betriebenen Gyroskop versehen ist, das lediglich dazu bestimmt ist, die Orien-
tierung des Apparates in der Nord- Süd-Linie aufrecht zu erhalten. F. Vanzini in Bologna, Ital.
9.5.1905. Nr. 178135. KL 42.
Tripelspiegel» dadurch gekennzeichnet, daß behufs Verminderung der Strahlenverluste
und Erweiterung des Öffnungswinkels den Spiegelhohlraum ein optisches Mittel ausfüllt, das
ein höheres Brechungsvermögen besitzt als Luft und den Lichtstrahlen eine ebene oder nahezu
ebene Ein- und Austrittsfläche darbietet. Carl Zeiß in Jena. 8. 11. 1905. Nr. 178 708. KL 42.
1. Tripelspiegel nach Fat. Nr. 178 708, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Tetraeder,
die in den Spiegelwinkeln übereinstimmen und, außer wenn Zentralspiege), auch gleichartig
orientiert sein müssen, dicht beieinander angeordnet sind, um einen billigen Ersatz für ein Einzel-
tetraeder zu bilden, dessen Öffnung der Summe ihrer Öffnungen gleich wäre.
4. Tripelspiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbindung der
Tetraeder untereinander jedes mit seiner ebenen Öffnungsfläche auf eine allen gemeinsame Glas-
platte aufgekittet oder sonst aufgeheftet ist.
5. Tripelspiegel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbindung der
Tetraeder untereinander jedes durch Bolzen, die am Rande (z. B. an Ecken) seiner öffhungs-
fläche angreifen, auf einer allen gemeinsamen Grundplatte befestigt ist. Derselbe. 24.2. 1906.
Nr. 179 474; Zus. z. Fat. Nr. 178 708. Kl. 42.
Densimeter, dadurch gekennzeiclmet, daß der Schwimmkörper innen mit einer dünnen
Schicht einer Materie, z. B. Harz, Kollodium, Farbstoff 0. dgL, überzogen ist, die durch Er-
wärmung eine Änderung erleidet, zu dem Zwecke, eine durch Erwärmung des Schwimmkörpers
bewirkte Fälschung sichtbar zu machen. C. Lang in Zahradka, Böhmen. 2. 5. 1906.
Nr. 178 712. Kl. 42.
Versteiftes BandmaiB aus zwei Stahlbändern, dadurch gekennzeiclmet, daß die beiden
sich beim Aufrollen um getrennte Achsen herumlegenden Stahlbänder beim Abrollen derart
rechtwinklig zusammengeführt werden, daß sie im Querschnitt ein T bilden, und Haken des
einen in Ösen des anderen unter Gewährung eines gegenseitigen Haltes eingreifen. G. Benthien
in BerUn. 24. 12. 1905. Nr. 179471. KL 42.
1. Verfahren imd Vorrichtung zur Aufhebung ablenkend auf die durch das Brd-
magnetfeld oder eine andere Kraft festgelegte Richtung eines Magneten oder Magnetsystems
wirkender Einflässe durch eine auf Rückdrehung des Magneten wirkende Kompensationsein-
richtung, dadurch gekennzeichnet, daß durch den von dem ablenkenden Magnetfelde bedingten
Ausschlag zweier innerhalb des Hauptmagneten bezw. Hauptmagnetsystems angeordneter, zwecks
Erhöhung der Empfindlichkeit gegen den ablenkenden Einfluß mit gleichen Polen gegeneinander
spielenden Hilfsmagnetsysteme Stromkreise geschlossen werden, die die beiden Hilfsmagnet-
Systeme mit gleichen Folen einander gegenüberlegen und ein auf Rückdrehung des Haupt-
magneten wirkendes Magnetfeld erzeugen.
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch einen Hufeisenmagneten, der auf der Welle derart drehbar gelagert ist, daß bei der Ab-
weichung des Hauptmagneten und damit auch des Magneten aus der Normallage ein auf der
Welle befestigtes Kon taktstück abwechselnd einen der Kontakte berührt und dabei einen die
gleichen Fole des Hufeisenmagneten und eines Hilfsmagneten einander gegenüberlegenden
Strom schließt, der einen an dem inneren Hilfsmagneten vorgesehenen Magnetanker in der
einen oder anderen Richtung dreht und dabei in der Folplatte ein dem ablenkenden Felde ent*
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268
PatontUit«.
Denteohe
M6clunlk>r-Ztg.
gegenwirkendes Magnetfeld erzeugt, welches die Rückdrehung des Hauptmagneten bewirkt.
H. Gercke in Berlin. 1. 8. 1908. Nr. 178 528. Kl. 42.
Verfahren zum Erschmelzen von Quarzglas aus Bergkristall u. dgl., gekennzeichnet
durch die Verwendung von Gefäßen aus Zirkonerde oder Thorerde zum Schmelzen des Quarzes.
W. C. Heraeus in Hanau a. M. 23. 2. 1906. Nr. 179 570. Kl. 82.
Patentiiste.
Bis zum 2. Dezember 1907.
K lasse : Anmeldoogeo.
21. G. 21 786. Verfahren zur Umwandlung von
elektrischem Strom. R. Griffon, Berlin.
28. 4. 05.
H. 87 400. Blektrische Schmelzsicherung mit
isolierenden Vorsprttngen am Gestell un3
entsprechenden Aussparungen am Schmelz-
einsatz; Zus. z. Pat. Nr. 109 441. Siemens
ft Halske, BerUn. 31. 12. 04.
J. 9835. Aus einem Nichtleiter bestehender
Leuchtkörper fttr elektrisches Licht. B.
Jlrotka, Berlin. 18. 8. 06.
R. 23984. Schaltung zur Verbindung einer
beliebigen Anzahl von Stromverbrauchem
mit einem gemeinsamen Meßinstrument
Gebr. Raacke, Aachen. 28. 1. 07.
82. M. 28 715. Maschine zum Pressen und
Blasen von Glasgegenst&nden. J. A. M i II e r
& Co., Berlin. 9. 12. 05.
42. F. 22721. Vorrichtung zum selbsttätigen
Öffnen und Schließen von Stromkreisen
durch eine Kompaßnadel mit Hilfe einer Kon-
taktvorrichtung, welche mit der Kompaß-
nadel zeitweise in Berührung tritt. T. M.
Foote, Allston, Mass., V. St. A. 14. 12. 06.
F. 28 138. Verfahren zur Ortsbestimmung von
Schiffen mittels wellentelegraphischer Sig-
nale. R. A. Fessenden, Washington.
6. 8. 07.
F. 28409. Verfahren zur Bestimmung der
Dehnung bezw. Verkürzung in beliebiger
Richtung von beliebig beanspruchten Stäben
mittels Rolle und Schnur. M. Fiebig,
Breslau. 18. 3. 07.
G. 23 388. Vorrichtung zum Anzeigen des
Standes von Flüssigkeiten in geschlossenen
Behältern durch Druckveränderung. G. W.
Gregory, Roxbury, u. M. Martin, Maiden,
V. St. A. 25.7.06.
H. 38531. Selenphotometer; Zus. z. Pat.
Nr. 191 075. H. Bumb, Berlin. 15. 8. 06.
P. 20 381. Zusammenlegbares, dreiteiliges
Stereoskop; Zus. z. Pat. Nr. 187 051. L.
Pigeon, Dijon, Frankr. 28. 8. 07.
Seh. 21807. Mit Gewichtshebel verselfener
Apparat zum Prüfen von Stoffen auf Zug-
festigkeit. L. Schopper, Leipzig. 25 5. 07.
St. 11802. Vorrichtung zur Verbindung zweier
Gegenstände, beispielsweise einer photo*
graphischen Kamera mit dem Stativ, mittels
eines hohlen SpreizkOrpers, der durch
Drehen eines in seinem Innern vorge-
sehenen Stiftes in die Spreizlage gebracht
wird. V. B. Stone, Outlook, V. St. A.
14. 1. 07.
57. R. 24 942. Aufsichtssucher, bestehend aus
zwei gegeneinander geneigten, gelenkig
verbundenen Spiegeln, von denen der dem
Objekt zugewandte von zerstreuender Wir-
kung ist. E.Busch, Rathenow. 18.8.07.
ErteiloDgeo.
18. Nr. 193 496. Verfahren und Vorrichtung
zum Anlassen von Metallgegenständen, insbe-
sondere Werlczeugen. H. Krautschneider,
Schlachtensee-Berlin. 80. 6. 06.
21. Nr. 193262. Meßverfahren und Meßinstru-
ment für Wechselströme, insbesondere Hoch-
frequenzströme. Ges. f. drahtlose Tele-
graphie, Berlin. 29. 7. 06.
Nr. 193 271. Hitzdrahtgerät für Wechselstrom.
Siemens - Schuckert - Werke, Berlin.
30. 1. 07.
Nr. 198698. Luftdämpf Vorrichtung für elek-
trische Meßinstrumente. E. Fauvin, B.
Amiot u. B. Cheneaux, Paris. 18 2.06.
82. Nr. 193417. Preß- und Blasemaschine für
Handbetrieb zur Herstellung von Hohlglas-
gegenständen. Brühler Glasfabrik, Brühl
b. Cöln. 21.6.06.
Nr. 193 420. Verfahren zur Herstellung von
dunklem Glase; Zus. z. Pat. Nr. 182266.
H. Allendorf, Bad Wildungen. 15. 107.
Nr. 193421. Verfahren zur Herstellung von
dunklem Glase aus Braunkohlenasche und
Torfasche; Zus. z. Pat. Nr. 182 266. Der-
selbe. 15. 1. 07.
42. Nr. 193 439. Unsymmetrisches Doppelob-
jektiv, von dessen Gliedern das eine aus
einer Sammellinse von niedrigerer und
einer Zerstreuungslinse von höherer rela-
tiver Dispersion mit einer gegen die Blende
hohlen zerstreuenden Kittfiäche zusammen-
gesetzt ist und das andere eine gegen die
Blende erhobene sammelnde Kittfläche auf-
weist. C. Zeiß, Jena. 6. 11. 06.
Fdr die Redaktion yerantwortlich: A. Blaschke In Berlin W.
Verlag von Jnlins Springer in Berlin N. - Druck yon Emil Dreyer in Berlin BW.
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Namen- und Sachregister.
Für die aaehUehe Ordnung ist hauptsächlich eine Anzahl von (fett gedruckten) Stich-
wörtern benutzt, z. B. Anstalten, Elektrizität, Laboratoriumsapparate, Voreinsnachrichten, Werk-
statt u. dgl.
Bei der Einordnung sind ä, ö, ü als a, o, u angesehen worden.
Akustik: Aufzeichng. akust.
Schwinggn. 19, 204, 264. — Her-
stellg. V. Zungen u. abge-
stimmt. Zungenkämmen für
Rcsonanzapp. 31. ^ Auxeto-
phon 237, 261.
Allgemeine Blektriz.-Ge-
sellsch., Preisverzeichnis 70.
Ambronn, L., Auszeichnung 8*2.
Andresen, 0. J., Verdunke-
lungsanlage 121.
ADSUlteo: Physik. Institut der
Handelshochschule Berlin 57.
Arn OS t, A., Bestimmung des
Kampfers, 87, 111.
Arnoux, s. Chauvin 240.
d' Arsonval u. Bordas, De-
still, u. Trockng. im Vakuum
mit Hilfe tiefer Temperat. 242.
Astrooomle: Bonnenrohr zur ge-
näherten Zeitbestimmung 169.
— Tellurium 215.
Ansfohr: Zolltarif Entscheidgn.
19, 89, 112. — Zolltarif von
Kanada 37. — Zollvorschriften
in Rußland 68. — Deutsch-
Amerikan. Handelsabkommen
98. — V. 8t. A.: zollfreie Ein-
fuhr v. physikal. u. wissen-
schaftl. Instrum. für gewisse
Institute 194 ; Zolltarifen tschei- |
düngen 225. -— Austra- 1
lischer Bund; neuer Zolltarif |
225. — Schweiz. Statist. An-
meldg. 243. —Zollvorschriften
f. Serbien 243. — Statistik des
deutschen Außenhandels 256.
Ausstellungen : Mechaniku. Glas-
industrie auf der Mailänder
Welt - 1906 1, 13, 21. —
Deutsches Museum 10, 142. —
Japanische - 1912 29. — In-
ternationale — Olmütz 1907
29.— Photogr. Welt - Dresden
1910 29, 88. im nördl.
China68.— Medico-historische
Sammig. d. Kaiserin Friedrich-
Hauses 88. — SchiflTbau —
Berlin 88. Physik. Appa-
rate im Neubau des Physik.
Vereins Frankfurt a. M. 146,
256. München 1908 177.
f. Handwerkstechnik in
Wien 225. — Intemation. —
für angewandte Elektrizit. in
Marseille 234. — Welt - Ber-
lin 1913 250.
Bartol, A. v.,Binschmelzflasche
223.
Bauer, H., Konstruktiver Aus-
bau von Röntgenröhren 48.
Beckmann, E., Spektrallampe
205. I
Behrendsen,0., Zur Geschichte |
der Entwickig. d. mechan.
Kunst 101, 115, 129, 160.
Berliner, J., Stark ton-Sprech-
masch. Auxetophon 237, 261.
Berthelot, M., f 64.
Bezold, W. v., t 45.
Biegen v. Czudnochowski,
W., Quecksilberluftpumpe 27.
Blaschke, A., Die wichtigsten
Patente i. J. 1906/07 259. —
Weltausstellung Berlin 1913
250.
Bordas, s. d' Arsonval 242.
Breithaupt, Friedrich 1 193.
B rüg er, Th., Widerstandsther-
mometer 85.
Carasco, 0., Absorptionsappa-
rate 110. !
Chauvin u. Arnoux, Hitz- '
drahtinstr. 240. |
Chemie: Herstellg von Helium;
49. — Gewichtsanalyt. Be-I
stimmg. d. Fetttäure 91. — !
Aufzeichng. V. Gasabsorptions-
u Plüssigkeitsfällungsanalysen
151. — Anreibelösung 166. —
Classen, A., Elektroanalyt.
Schnellmethoden 139.
Clerke, Agnes Mary f 83.
C 0 X , A 1 V i n J., Komparator 229.
Czapski, Siegfried, 1 138. —
Nachruf 145. — Trauerfeier
148.
Edelmann. M. Th., Labora-
toriumseinrichtg. mit Fern-
rohrbalken u. Einhängeleisten
41.
Eisenführ,W., Preislisten 195.
Elektrizität: I. Theorie. — U.
Elemente: Elementprüfer
65. — III. Meßinstrumente-
VergrÖßerg. d. Empfindlich:
keit V. elektr. Meßvorrichtgn.
39. — Ferrariszähler 90, 178.—
Entkuppig d. Maximumzeigers
an Blektrizitätszählem 91. —
Elektrizitätszähler 91, 179. —
Wattmeter 91. — Meßapp. 179,
195. — Galvanometer 215. —
Hitzdrahtlnstr. 240. — IV. Mi-
krophone, Telephone,
Gram mophone, Phonogra-
phen usw.: Fernschnellschrei'
her 113. — Entwicklung der
drahtlosen Telegraphie 158. —
Selen und seine Anwendung
in der Femphotographie 189,
197, 209, 217. - Starkton-
Sprechmasch. Auxetophon 237,
261. — • Telphon- u. Signalan-
lagen 241. — V. Beleuch-
tung. — VI. Allgemeines:
Quecksilberkommutator 8. —
Quecksilberkippschalter 11. —
Registr. elektr. Stromundula-
tionen31.— Quecksilberstrom-
unterbrecher 39. — Thermoel.
Pyrometer 51, 79. — Elektr.
Kraftanlage in Schlesien 69. —
Thermoelement 71. — Gleich-
richter 71. — Verdunkolungs-
anlage 121. — Kontaktvor-
richtg. 143. — Quecksilber-
strahlunterbrecher 151, 167. —
Ventilröhre 166. — Leitungs-
prüfer 203. — Bestimmg. der
Himmelsrichtgn. 207. ■— Elek-
tromagn. Spannfutter 213. —
Regulator 265.
Entfernungsmesser : Justiervor-
richtg. für - 19. — Koinzidenz-
Telemeter6i, 206. — Entfer-
nungsmesaer 79, 196, 215.
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270
Flüssigkeiten: Messuog von
Titrier- und anderen - mit
chemischen Meßgeräten 9. —
Fo erster, W., Bonnenrohr zur
genäherten Zeitbestimmg. 169.
Frary, F., Blektrol. Schnell-
methoden 263.
Fritsch, H., Holzumhüllung f.
Porzellanreibeschalen 85.
Fuess» R., Mitteilungen 244.
dase: Bichvorachriften für gas-
analytische Gerate 186. —
Herstellg. flüssiger Luft 79. —
Dauerndes Analysieren von
Gasen 112.
Gasglühlicht-A. G., Deut-
sche, Osramlampe 8.
Geodlsleil. basismessungen.
— II. Astronomisch-Geo-
dätische Instrumente. —
III. Apparate zum Winkel-
abstecken: Geodät. Meßin-
strument 78. — IV. Winkel-
meßinstrumente und Ap-
parate für Topographie:
Prismenfernrohr für Winkel-
meßinstr. 31. — Handfernrohr
z. Winkelmessen 39. - V. Hö-
henmeßinstrumente und
ihre Hilfsapparate. —
VI. Tachy metrie. - VII. All-
gemeines: Preisausschreiben
betr. Seismometer 50. — Band-
maß 267.
GesehäfUlehes: 10, 19, 39, 50,
124, 142. 165, 178. — Wett-
bewerb 243.
Gesolilehte: Bntwicklg. der
mechan. Kunst 101, 115, 129.
160.
Gesetzgebung : Rumänisches
Bichwesen 69. — Kleiner Be-
fähigungsnachweis 97. — Fa-
brik oder Handwerk 176. —
Gehilfenprüfungsausschuß in
Potsdam 243. — Das in § 5a
des Lehrvertrags vorgesehene
Schiedsgericht 249, 255. —
Wichtigste Patente 1906/07
259.
Glai (s. a. Laboratoriums-
apparate): Bohren von —
47. — Glashohlkörper 179. —
Ätzen v. - 193.
Glatzel, Br., Selen und seine
Anwendung in der Fernpho-
tograhie 189. 197, 209, 217.
Göckel, H., Gestell mit zylin-
drischen Spritzflaschen 149.
Grammophon -A.-G., Deut-
sche, Auxetophon 237.
Grimm, C.,8.W.Schloesser9.
Guttmann, F., Wägegläschen
49.
Hammer, B., 25-jährige Lehr-
tätigkeit 220.
Handke, F., Physikal. Institut
d. Handelshochschule Berlin
57.
Handke, W., Das in § 5a des
Lehrvertrages vorgesehene
Schiedsgericht 249. — 60. Ge-
burtstag 124.
Nam«ii- und Sachregister.
H artmann, B., Ausstellungphy-
sik. App. im Neubau des
Physik. Ver. Frankfurt a. M.
146.
Hempel, 0. M, 60-jähr. Jubi-
läum 124.
Heusler, C, f 263.
Hirschmann, Georg, f 62. —
— W. A., Vereinigung mit
Reiniger, Gebbert und Schall
178.
JTaquerod, A.,u. J.L. Perrot,
Herstellung von Helium 49.
Kaufmann, W., Hilfsmittel f.
Laborat. u. Hörsaal 232.
Kempf, R., Sublimation im
Vakuum 48.
Klußmann, W., Galalith 36.—
Lackspritzverfahren 75. —
Parallelschraubstock 83. —
Albrecht-Bohrfutter 84. —
Keilsystem Woodruff 233.
Ko ebner, M., Destillations-
kolben 87.
Kompasse: Kursverbesserer an'
- 71. — Gyroskop - 167,
216. — Schiffs - 178. — Fern-
übertragung v.Kompaßstellgn.
227.
Krelstellongen : Kreisteil ma-
schine 71.
Krüß, H., Jahresbericht 1906/07:
246. — Statistik des deutschen
Außenhandels 256.
Laboratorlnmsapparate : Kon-
tinuierliche Ermittelung des
spez. Gew. v. Destillaten 9. —
Volumetrische Bestimmg. v.
Fettsäuren in Seife und Fett
18. — Kranzbrenner des Eng-
lerschen Schmierölviskosime-
ters 26. — Neuerungen an
Quecksilberluftpumpen 27. —
Schreib federn mit selbsttäti-
gem Tuschenachffuß für Re-
gistrierinstr. 33. — Labora-
toriumseinrichtg. mit Fern-
rolirbalken u. Einhängeleisten
41. — Sublimation im Vaku-
um 48. — Schwimmende Löse-
schale f. Chemikalien 49. —
Wägegläschen 49. — Auto-
matische Pipette 58. — üni-
versalstativ f. d. vereinfachte
Blementaranalyse 66. — Kal-
zium als Absorptionsmittel f.
Gase usw. 67. — Feineinstellung
für Instrumente 71. — Deut-
sche Glasindustrie u. Patent
Dannenberg 76. — Holzum-
hüllung für Porzellanreibe-
schalen 85. — Englers Schmier-
ölviskosimeter 85. — Natrium-
brenner 86. — Bestimmg. des
Kampfers 87, 111. — Rothe-
scher Schtittelapparat 87. —
Ablesevorrichtg. f. Thermo-
meter usw. 87. — Destilla-
tionskolben 87. — Wolseley-
Muffelofen 108. -- Aufschließ-
kolben 110. — Absorptions-
Denteche
Mechaniker- Zts;.
apparate 110. — Verdunke-
lungsanlage 121. — Elektro-
analyt. Schnellraeth. 1 39, 263.--
Filtrierpapier 140. — Pipetten-
glas 140. — Extraktionsappa-
rat 140. — Gestell mit zylindr.
Spritzflaschen 149. — Becher-
glas mit eingeschliffenem Glas-
stopfen 149. — Asbest-Draht-
netz 149. — Lagerung für
Wassorwagen 179. — Eichvor-
schriften für gasanalytische
Geräte 186. — Spoktrallampen
für das chem Praktikum 205. —
Wasserv erteil ungsapp. 214.
— Horizont. Quecksilberdich-
tung -223. — Fettbestimmung
mittels Tetrachlorkohlenstoffs
223 — Einschmelzflasche 223.
— Automat. Heber 224. —
Apparat z. Schmelzpunktbe-
stimmung 224. — Hilfsmittel
f. Laborat. u. Hörsaal 232. —
Doppelwandige Gefäße 143. —
Einrichtg. an Vakuumglasge-
fäßen 207. — Destill, u. Trock-
nung im Vakuum mit Hilfe
tiefer Temperat. 242. — Densi-
meter 267.
Lampen: Osram- 8. — Vakuum-
dampf-(Quecksilber-) 39,71,
91, 92, 143, 180, 195, 235. —
Spektral — für das chemische
Praktikum 205.
Laussedat f 83.
Leeuwen,J. van, Extraktions-
app. 140.
Leiß, C, Apparat z. Bestimmg.
d. Keimungsenergie 73.
Leithäuser, Herstellung von
Metallspiegeln mittels Katho-
denzerstäubg. 239.
Liechtenstein, Fr. Franc v.,
Metallfärbung 248.
Lindemann, R., Entwicklung
der drahtlosen Telegr. 153.
Literatur: (Bücher schau): 30,
70, 78, 89, 188, 225, 243, 266.
-- Technolexikon 234.
Lomb, Henry C, Messung
stark gekrümmter Linsen mit
dem Abbeschen Sphärometer
15.
Loewy, M., f 240.
Luftpampen: — 222.
Lüring, W., Untersuchung von
Seife und Fett 18.
SEagnetismus ond Erdmagnetis-
mus: Prüfg. V. Magneten 92.
— Oszillierende Bewegungen
eines Magneten 215. — Auf-
hebung d. Ablenkg. 267.
Maly, F., Theorie der Schnell-
wage 53.
Manometer: - 67.
Martens, F. F., Optische Unter-
suchg. von Stimmgabelschwin-
gungen 204, 264.
Maßstäbe o. Mafirergleiehgii.:
Metermaß in England 29, 78.
— ■ Komparator 229. — Mikro-
meter 266. — Bandmaß 267.
Mastbaum, H., Aufschließkol-
ben 110.
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Jahrgang 1007.
Meisenbach, Riffarth & Co ,
Abreißkalender 70.
Mefiapparate: App. z.Bestimmg.
d. Keimungsenergie 74.
Metalle n* Metalle^ernngen :
Alumlniumlegierngn. 91. —
Fadenzinn 110. — Metallfärbg.
175, 248. — Nickelstahl 252.
Meteorologie: I. Barometer.
— II. Anemometer: Auf-
zeichng. d. Winddrucks 19.
Mikler, H., u. L. Neustadl,
Ermittelg. des spez. Gew. von
Destillaten 9.
Mikroskopie: Stellvorrichtg. an
Mikroskopen 12. — Objekttisch
99. — Messerführg. f. Mikro-
tome 148.
Mix & Genest A.-G., Element-
prQfer 65. — Telephon- und
Signalanlagen 241.
Moissan, H.j f 47.
KTaiitlk: Kreiselapp. 51, 99, 167,
206, 266. — Bestimmung der
Wassertiefe 99, 196. — Be-
stimmung d. Schifföorts 267.
Neustadl, L., s. H. Mikler9.
Normal - Bichungskommis-
s i 0 n , Eichvorschriften für Ge-
räte für Gasanalyse 186. —
Ätzen von Glas 193.
Optik: I. Theorie, ünter-
suchungsmethodcn und
Apparate f. theoretische
Forschung: Messung stark
gekrtlmmter Linsen mit dem
Abbeschen Sphärometer 15.
II. Methoden und Appa-
rate der praktischen Op-
tik: Anschleifen der Fazetten
optischer Gläser 11. -- Kysto-
skop 11. — Auskochbares Kys-
toskop 11. — Objektivreflek-
tor-Lagerung 11. — Pyro-
meter 31. — Prismenfernrohr
39. — Femrohrbalken mit
Einhängeleisten 41. — Be-
stimmung d. drehbaren Ein-
trittsreflektors bei Panorama-
femrohren 51. — Koinzidenz-
Telemeter 61.— Zeiß Objektiv-
serie 1 c 65. — Feldstecher 71.
— Hohlspiegel 79. — Auswech-
seln von Fadensystemen 91.
— Unterseefernrohr 112, 166.
— Aufzeichng. d. Lichtstärke
112. — Doppelferarohr 112,
151, 227. — PrismenstOhle 113.
— Fernschnellschreiber 113.
— Linsenfassung 142. — Ob-
jektiv 143. — Femrohr mit
Wechselokular 143. — Glas-
linse 151. — Schleifen von
Linsen 151. — Visierfernrohr
(Ziel-) 166, 227. — Karten-
lupe 180. — Messung v. Licht-
stärken 215. — Zielfernrohr-
befestigung 227. — ünter-
suchungsinstrum. 235. - Ab-
Namen- und Sachregister.
271
blendevorrichtg. für optische
Pyrometer 235. •— Herstelluog
von Metallspiegeln mitteis
Kathodenzerstäubung 239. —
Tripelspiegel 267.
Perrot, F. L., s. Jaquerod 49.
Personenuachriehten: 17,45,47,
62, 64, 82, 108. 138, 145, 148,
166, 184, 193, 202, 220, 232, 240.
263.
Photographie : Doppelobjoktiv
51, 235. — Zeiss Objektivserie
Ic 65. — Objektiv 79. —
Sucher 185. — Selen u. seine
Anwendung in der Fem — 189,
197, 209, 217.
Plath, C, Preisliste über nau-
tische Instrumente 188.
Pospielow, A., Horizontale
Quecksilberdichtung 223.
Preislisten: 70, 187, 195, 244.
Preuss, E., Schreibfedern mit
selbsttätigem Tuschenachfluß
für Registrierinstrumente 33.
Projektiousnpparate : Selbst-
tätiges Wechseln der Bilder
für — 71. — Verhinderang d.
Niederschiagens v. Dämpfen
79.
i^narz : Quarzglasgegenstände
11, 143, 206. — Quarzglas-
schmelze 79. — Schutz für
Quarzglasgefäße 151. — Hohl-
körper aus Quarzglas 151, 179.
— Quarzglas 195. — Befesti-
gen metall. Teile auf Quarz-
glas 207. — Brasilianische
Quarzkrystalle 225.
Baiko w, N , Gasolingebläse 26.
— Bohren von Glas 47.
Raps, A., Auszeichnung 263.
Rathenower Opt. Ind. -An-
stalt, Photogr. Sucher 185.
Registrierapparate : Schreib-
federn mit selbsttätigem
Tuschenachfluß für - 33 —
Registriervorrichtung 179. —
Aufzeichnen d. Verlaufs phy-
sikalischer Vorgänge 235.
Reiniger, Gebbert &Schall,
Vereinigungm.W.A. Hirsch-
mann 178.
Rohre: Nahtlose — aus Halb-
edelmetallen 25.
RdutgeDStrahleo: Röntgenröhre
11, 31, 48, 51, 80, 90, 151, 215.
— Messung der Stromstärke
in Röntgenröhren 51.
Rupp, H., Zangenfutter 81.
8ackur, 0., Regulator 265. •
Schloesser, W., u. C. Grimm,
Messung v. Titrier- u. anderen
Flüssigkeiten mit chemischen
Meßgeräten 9.
Schomorus, Fr., Fabrik oder
Handwerk 176.
Schraaben: -gewiude 98.
Schürhoff, Pipettenglas 140.
Schwieger & Frankfurter,
Nahtlose Rohre aus Halb-
edelmetallen 25.
Seemann, R., Berechnung von
Umlaufrädern mit Doppelan-
trieb 181. 191, 200.
Siedentopf, W., Auszeichng.
240.
Siemens & Halske, Elektro-
magn. Spannfutter 213.
Soddy, F., Kalzium als Ab-
sorptionsmittel für Gase und
seine Verwendg. zur Erzielg.
hoher Vakua u. f. spektrosko-
pische Untersuchgn. 67.
Soxiales (s. a.Gesetzgebung):
Überweisungs- und Scheckver-
kehr 124, 141. — Das in §5a
des Lehrvertrages vorge-
sehene Schiedsgericht 249, 255.
Spezifisches Gewicht: — von
Körnerfrüchten 51.
Sprlfiger, Ferdinand, f 17.
Stadthagen, H., Über Nickel-
stahl 252.
Stein, Pipette 58.
Steinheil Söhne, CA., Preis-
liste über Instrumente f. Astro-
nomie und Physik 188.
Stiftongen: Fraunhofer — 63,
251. — Hamburger wissen-
schaftl. - 150. — Nobelpreis
263.
Stock, A., Neuerungen an
Quecksilberluftpumpen 27.
Süring, R., W. v. Bezold 45.
Thermometer: Thermometr.
Zwecken dienender elastischer
Behälter 11. — Maximum —
31, 112. — Elektr. Widerstands-
— 85. — Ablesevorrichtg. für
— 87. — Zurücktreiben des
Quecksilberfadens 152.
Thiele, J., Schmelzpunktbe-
stimmung 224.
Thier, M., Die Deutsche Glas-
instrum enteninddstrie u. das
Patent Dannenberg 76.
Ubbelohde, L., Manometer
67. — Englers Schmierölvisko-
simeter 26, 85.
Uhreo : Kompensationsvorrichtg.
99.
Unterricht: Pflichtfortbildungs-
schule in Berlin 38. — Ge-
hilfenprüfung 1906 in Halle
59. — Med. Akad. in Schang-
hai 59. — Techn. Mittweida
59, 166. — Techn. Neustadt
78. — Physik. Institut Heidel-
berg 98. — Handelshochschule
Berlin 111, 206. — Kyflliäuser
Technikum 150. — Fachschule
für Feinmechanik usw. in
Schwenningen 187. — Techn.
Ilmenau 187. — Elektrotechn.
Lehr- und Untersuchungsan-
stalt in Frankfurt a. M. 194.
— Elektromonteurschule in
Köln 206. — Physik. Institute
der Üniv. Göttingen 221. —
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272
Nam«n- und SachngtoUr.
D«atsch6
M«cluuifker-Zt£^.
VerelDtnaebri^liteB:
A, D. G. f. M. u. 0.:
1. Vorstand: 126, 259.
2. Mitgliederverzeichnis:
a) Allgemeines: 5, 62, 188,
202.
b) Anmeldung: 138,148,175.
212.
c) Auftiahme: 165, 175, 193,
231.
3. 18. Mechanikertag: 82, 97,
127, 148, 174, 245.
4. Sitzungsberichte der Zweig-
vereine:
a) Berlin: 7, 24, 35, 56, 63.
74, 82, 124, 212, 220, 239,
262.
b) Göttingen: 46,107,165,231.
c) Halle: 6, 17, 66.
d) Hamburg- Altena: 7, 36,
57, 74, 97, 213, 231, 263.
e) Ilmenau: 97, 165.
f) Leipzig: 25, 46, ^, 184,
231.
g) München: 5.
B» Andere Vereine u. dgl.:
Fraunhofer-Stiftung 63,251. —
79. Naturforscherversamral.
63, 1 85. — Verband deutscher
Elektrotechniker 64. — Ver-
band elektrotecbn. Instal-
lationsfirmen 150. — I. In-
tern. Kongreß der Kälte-
industrie 265.
Vollrath,F., Fettbestimmung
mittels Tetrachlorkohlenstoffs
223.
Wagea und WlgnngeB: Theorie
der SchnellwM^e 53.
Wanner, H., Pyrometrie 256.
Wärme: I. Theorie. —IL Ap-
parate (Thermometer s. da-
selbst): Thermometr. Zwecken
dienender elastischer Beh<er
11. — Wärmemesser 31, 195.
— Pyrometer 31. — Thermoel.-
Pyrometer 61, 79. — Thermo-
element 71. — Gleichmäßige
Brw&rmung eines Raumes 178
— Abblendevorrichtg. f. opt
Pyrometer 235. — Wanner-
sche Pyrometer 256.
Werkstatt: L Apparate und
Werkzeuge: Pressen von
nahtlosen Rohren 25. — Gaso-
lingeblaee 26. — Lackspritz-
verfahren 75. — Zangenfutter
81. — Parallelschraubstock
83. — Bohrfutter84. — Zapfen-
frftser 84. — Lehrbolzen und
Lehrringe 91. — Muffelofen
108. — • Support-Schleifma-
schine 109. — Schublehre 109.
Schnelldrehstahlhalter 139. —
Berechng. von Umlaufradem
mit Doppelantrieb 181, 191,200.
— Frfts-, Bohr- und Zentrier-
, Werkzeug Antorator 203. —
Bohrwerkzeug218. — Blektro-
magn. Spannfütter 213. —
Schnell - Gewinde - Schneidma-
schine 222. — Kellsystem
Woodruff 238. —IL Rezepte
ß. a. Metalle): Abbeizen von
etallen 18. — Klebemittel
für Papier und Zelluloid 66. —
Zaponlack 84. — Zementierver-
fahren 143. — Metallf&rbun^
175, 248. — Schleif- und PoUer-
mittel215.—IlL Verschiede-
nes: Galalith 36.
Wicke, Wilh., t 220.
Wiebe H. F., Mechanik und
Glasindustrie Mailand 1906
1, 18, 21.
Zetebeaapparate: Dreischenkl.
Zirkel 90. — Stangenzirkel 91.
— Nachbilden von Zeichngn.
113. — Feineinstellvorrichtg.
für Einsatznadcln 195.
Zeiß, C, Koinzidenz-Telemeter
61. — Objektivserie 1 c 65. —
Natriumbrenner 86.
Druck TOD Emil Dreyerln Berlin SW.
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Xf'
Deutsche HecWker-Zeitnng.
Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde
und
Organ fOr die gesamte Glasinsfrumenfen-Indusfrie.
Vereinsblaii
der
Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik.
HarauBgegebeii Tom Yontande der Bosellaohaft.
Redaktion: A^Blaschke, Berlin W 30, Barbarossastr« 5L
Verlag von Julius Springer in Berlin N.
Heft 24, 8.261-272.
15. Dezember.
1907.
Die
Deutsche Mechaniker-Zeitung
erechebt moBetlich zweimal iu Heften von 12 n. 8 Seiten. Sie
ist den technischen nnd gewerblichen Interessen
-der getarnten Präzisionsmechanik, Optik und
Glaslnstrnmenten-Indnstrle gewidmet nnd berichtet
in Or^glnalartikeln irnd Referaten Qber alle eln-
schUgigen Gegenstände. Ihr Inhalt erstreckt sich atif die
Werkstattpraxis, die soziale Gesetzgebung, die Geschichte
der Feintechnik, technische VeröffentUchnngen, Preislisten,
das Patentwesen nnd Anderes mehr.
Als Organ der Deutschen Gesellschaft für
Mechanik und Optik enthalt die Deutsche Mechaniker-
Zeitung "die Bekanntmachungen und Siteungeberichte des
.Hauptvereins und seiner Zweigvereine.
AUe die Redaktion betrelfenden kltiellungen und An-
fragen werdi^n erbeten unter der Adresse des Redakteurs
A. Blasehke in Berlin W80,
Barbarossastr. 51.
kann durch den Buchhandel, die Post oder auch Ton dar
Verlagsbuchhandlung zum Preise von M. 6,— fOr den Jahr*
gang besogen werden.
Sie eignet sich wegen ihrer Verbreltang In Kreisen der
Wissenschaft und Technik als Insertionsorgan sowohl fdr
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